{"id":70038,"date":"2018-12-06T18:29:19","date_gmt":"2018-12-06T16:29:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70038"},"modified":"2018-12-06T18:29:19","modified_gmt":"2018-12-06T16:29:19","slug":"i-r-62-16-besteuerungsrecht-fuer-einkuenfte-eines-in-der-schweiz-auftretenden-chorsaengers-nichtrueckkehrtage-von-grenzgaengern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-62-16-besteuerungsrecht-fuer-einkuenfte-eines-in-der-schweiz-auftretenden-chorsaengers-nichtrueckkehrtage-von-grenzgaengern\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;62\/16 &#8211; Besteuerungsrecht f&uuml;r Eink&uuml;nfte eines in der Schweiz auftretenden Chors&auml;ngers &#8211; &quot;Nichtr&uuml;ckkehrtage&quot; von Grenzg&auml;ngern"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.5.2018, I R 62\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.300518.IR62.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerungsrecht f&uuml;r Eink&uuml;nfte eines in der Schweiz auftretenden Chors&auml;ngers &#8211; &quot;Nichtr&uuml;ckkehrtage&quot; von Grenzg&auml;ngern<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Das Mitglied eines Opernchors ist &quot;K&uuml;nstler&quot; i.S. von Art. 17 Abs. 1 Satz 1 DBA-Schweiz 1971\/2010.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Das Besteuerungsrecht des T&auml;tigkeitsstaats nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 DBA-Schweiz 1971\/2010 umfasst auch die Verg&uuml;tungsteile, welche dem K&uuml;nstler f&uuml;r die Mitwirkung an Proben gezahlt werden, die der Vorbereitung der Auftritte vor Publikum dienen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. F&uuml;r die Berechnung der &quot;Nichtr&uuml;ckkehrtage&quot; gem&auml;&szlig; Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1971\/2010 spielt es auch f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume vor 2015 keine Rolle, ob der Arbeitnehmer in dem betreffenden Kalenderjahr f&uuml;r einen oder f&uuml;r mehrere Arbeitgeber t&auml;tig gewesen ist (entgegen BMF-Schreiben vom 19. September 1994, BStBl I 1994, 683, und vom 18. Dezember 2014, BStBl I 2015, 22).<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Eine &Uuml;bereinkunft zwischen den deutschen und den Schweizer Steuerbeh&ouml;rden (hier: Konsultationsvereinbarung mit der Eidgen&ouml;ssischen Steuerverwaltung zur einheitlichen Anwendung und Auslegung des Art. 15a DBA-Schweiz 1971 i.d.F. des &Auml;nderungsprotokolls vom 21. Dezember 1992, BGBl II 1993, 1888, BStBl I 1993, 928) bindet die Gerichte nicht (Best&auml;tigung der st&auml;ndigen Rechtsprechung). &sect; 2 Abs. 2 AO (i.d.F. des JStG 2010) i.V.m. &sect; 9 Abs. 1 KonsVerCHEV vom 20. Dezember 2010 (BGBl I 2010, 2187, BStBl I 2010, 146) &auml;ndert daran nichts; &sect; 2 Abs. 2 AO (i.d.F. des JStG 2010) gen&uuml;gt insoweit nicht den Bestimmtheitsanforderungen, die nach Art. 80 Abs. 1 GG an eine Verordnungserm&auml;chtigung zu stellen sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 12. Mai 2016&nbsp;&nbsp;3 K 3974\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">A. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im Inland wohnende Kl&auml;ger, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war im Streitjahr (2012) &#8211;wie schon geraume Zeit zuvor&#8211; als S&auml;nger im Chor des privatwirtschaftlich von einer AG betriebenen Opernhauses in A (Schweiz) besch&auml;ftigt. Der Opernchor in A setzte sich zusammen aus ca. 100 festangestellten S&auml;ngern, aus weiteren professionellen S&auml;ngern, die durch sog. Chorzuz&uuml;gervertr&auml;ge f&uuml;r konkrete Opernprojekte verpflichtet wurden und ferner aus semiprofessionellen S&auml;ngern des Zusatzchors. Der Kl&auml;ger geh&ouml;rte zu der zweitgenannten Kategorie der Chorzuz&uuml;ger. Im Streitjahr wirkte er in dieser Funktion an 16 verschiedenen Opern mit. Durch die Chorzuz&uuml;gervertr&auml;ge verpflichtete sich der Kl&auml;ger u.a. auch zur Mitwirkung an den jeweiligen Proben (Generalproben, Klavierhauptproben, Hauptproben mit Orchester, musikalische Proben, Orchestersitzproben und B&uuml;hnenorchesterproben). Die Proben, bei denen kein Publikum anwesend war, wurden im Opernhaus oder anderen Spielst&auml;tten in A abgehalten. Das Opernhaus rechnete die Entlohnung des Kl&auml;gers entsprechend den in den Chorzuz&uuml;gervertr&auml;gen getroffenen Vereinbarungen zu unterschiedlichen Stundens&auml;tzen getrennt nach Mitwirkung an Vorstellungen (Auff&uuml;hrungen) und Teilnahmen an Proben ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Zeitraum vom &#8230; bis &#8230; 2012 wirkte der Kl&auml;ger au&szlig;erdem aufgrund eines Vertrags mit der B-Akademie in der Schweiz als Mitglied des Chor&nbsp;B an einer Opernproduktion mit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von den dem Kl&auml;ger zustehenden Verg&uuml;tungen behielten das Opernhaus A und die B-Akademie Schweizerische Quellensteuer ein und f&uuml;hrten diese an die Eidgen&ouml;ssische Steuerverwaltung ab. In der Schweiz unterhielt der Kl&auml;ger im Streitjahr keine Wohnung. Soweit er in der Schweiz &uuml;bernachtete, schlief er in seinem Wohnmobil und gelegentlich bei Kollegen. Er kehrte im Streitjahr aufgrund seiner Arbeitsaus&uuml;bung an insgesamt 85&nbsp;Arbeitstagen nicht an seinen inl&auml;ndischen Wohnsitz zur&uuml;ck. Dieser liegt ca. 118 bzw. 95&nbsp;km von den Spielst&auml;tten in der Schweiz entfernt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Kl&auml;ger bis dahin keine Einkommensteuererkl&auml;rung abgegeben hatte, erlie&szlig; der Beklagte, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im November 2013 unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung (&sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) einen Bescheid, mit dem er auf der Grundlage von gesch&auml;tzten Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit von &#8230; die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr auf &#8230;&nbsp;EUR festsetzte. Der dagegen erhobene Einspruch des Kl&auml;gers ging erst nach Ablauf der Einspruchsfrist beim FA ein. Im Juni 2014 beantragte der Kl&auml;ger die &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO. Das FA lehnte den &Auml;nderungsantrag mit Bescheid vom 28.&nbsp;Juli 2014 ab. In dem anschlie&szlig;enden Einspruchsverfahren reichte der Kl&auml;ger eine Einkommensteuererkl&auml;rung ein, in der er die Eink&uuml;nfte aus seiner T&auml;tigkeit als Chors&auml;nger beim Opernhaus A und beim Chor&nbsp;B als Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit qualifizierte und mit insgesamt &#8230;&nbsp;EUR bezifferte. Er vertrat dazu die Auffassung, dass nur die Entlohnung der Mitwirkung bei den Chorauftritten (&#8230;&nbsp;EUR) der inl&auml;ndischen Besteuerung &#8211;unter Anrechnung der Schweizer Quellensteuer&#8211; unterliege. Der Arbeitslohn f&uuml;r die Probent&auml;tigkeit sei im Inland unter Progressionsvorbehalt steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspruchsentscheidung des FA vom 5.&nbsp;Dezember 2014 f&uuml;hrte zu einer &quot;Verb&ouml;serung&quot; der Steuerfestsetzung auf &#8230;&nbsp;EUR. Das FA ber&uuml;cksichtigte die gesamten vom Kl&auml;ger angegebenen Einnahmen aus seiner T&auml;tigkeit beim Opernhaus A und beim Chor&nbsp;B als steuerpflichtige Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit; die in der Schweiz gezahlten Quellensteuern rechnete das FA auf die tarifliche Einkommensteuer an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verlauf des anschlie&szlig;enden Klageverfahrens berichtigte der Kl&auml;ger seine Angaben zu den im Streitjahr zugeflossenen Einnahmen aus seiner T&auml;tigkeit als Chors&auml;nger. Diese h&auml;tten insgesamt &#8230;&nbsp;CHF betragen, wovon auf die Einnahmen f&uuml;r Auftritte vor Publikum &#8230;&nbsp;CHF und auf die Probent&auml;tigkeit &#8230;CHF entfallen seien. Die an die Eidgen&ouml;ssische Steuerverwaltung abgef&uuml;hrte Quellensteuer habe insgesamt &#8230;&nbsp;CHF betragen. Auf der Grundlage dieser berichtigten Angaben erlie&szlig; das FA am 6.&nbsp;April 2016 einen auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO gest&uuml;tzten &Auml;nderungsbescheid, mit dem es die Einkommensteuer auf &#8230;&nbsp;EUR festsetzte. Der Kl&auml;ger vertrat im Klageverfahren die Auffassung, s&auml;mtliche Eink&uuml;nfte aus der T&auml;tigkeit als Chors&auml;nger seien von der inl&auml;ndischen Besteuerung freigestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte teilweise Erfolg. Das Finanzgericht (FG) Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, hat den angefochtenen Bescheid mit Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2016&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;3974\/14 (abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2017, 557) dahin ge&auml;ndert, dass die Einkommensteuer auf &#8230;&nbsp;EUR herabgesetzt wird. Nach Auffassung des FG sei nur derjenige Teil der Verg&uuml;tung in die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer einzubeziehen, der auf die Auftritte des Kl&auml;gers vor Publikum entfalle; der auf die Probent&auml;tigkeit entfallende Arbeitslohn sei lediglich bei der Berechnung des Steuersatzes im Rahmen des Progressionsvorbehalts zu ber&uuml;cksichtigen; die in der Schweiz gezahlte Quellensteuer sei auf die tarifliche Einkommensteuer anzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das FG-Urteil richten sich die Revisionen beider Beteiligten. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist dem Revisionsverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beigetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt (sinngem&auml;&szlig;), das FG-Urteil aufzuheben und den angefochtenen Bescheid dahin abzu&auml;ndern, dass neben den f&uuml;r die Probent&auml;tigkeit des Kl&auml;gers gew&auml;hrten Verg&uuml;tungen auch die Einkunftsbestandteile, die auf Auftritte der Ch&ouml;re vor Publikum entfallen, von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ausgenommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kl&auml;ger und FA beantragen zudem, die Revision des jeweils anderen zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BMF hat keinen Antrag gestellt, unterst&uuml;tzt in der Sache jedoch den Standpunkt des FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">B. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO). Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FA hat die vom Kl&auml;ger f&uuml;r die Mitwirkung sowohl an den Proben als auch an den Auff&uuml;hrungen der Opernch&ouml;re in der Schweiz vereinnahmten Verg&uuml;tungen zu Recht in die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer einbezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das FA durfte die mit Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;Dezember 2014 vorgenommene Steuerfestsetzung mit dem gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO zum Gegenstand des Klageverfahrens gewordenen Bescheid vom 6.&nbsp;April 2016 &auml;ndern. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO sind Steuerbescheide aufzuheben oder zu &auml;ndern, soweit Tatsachen nachtr&auml;glich bekannt werden, die zu einer h&ouml;heren Steuer f&uuml;hren. Das FG hat diese Voraussetzung im Hinblick auf die vom Kl&auml;ger nachtr&auml;glich berichtigten Angaben zur H&ouml;he seiner Einnahmen als gegeben angesehen. Die Beteiligten haben insoweit keine Einwendungen erhoben. Auch aus Sicht des Senats ist hiergegen nichts zu erinnern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die vom Kl&auml;ger im Streitjahr vom Opernhaus A und von der B-Akademie bezogenen Einnahmen unterfallen als Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit i.S. von &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) der Einkommensteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger hat im Streitjahr seinen Wohnsitz im Inland gehabt und ist daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG mit seinem Welteinkommen unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Vorinstanz hat die vom Kl&auml;ger f&uuml;r die Mitwirkung in den Opernch&ouml;ren erhaltenen Verg&uuml;tungen &#8211;in &Uuml;bereinstimmung mit den Auffassungen der Beteiligten&#8211; als Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit i.S. von &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG qualifiziert. Zu diesem Ergebnis ist das FG aufgrund einer Gesamtw&uuml;rdigung der festgestellten Umst&auml;nde des vorliegenden Falles und in Abgrenzung von den Merkmalen der selbst&auml;ndigen Arbeit nach &sect;&nbsp;18 EStG gekommen. Dabei hat es insbesondere als ma&szlig;geblich angesehen, dass der Kl&auml;ger in den Gesch&auml;ftsbetrieb der Opernch&ouml;re eingegliedert, dem Direktionsrecht der Chordirektionen unterworfen, an festgelegte Regelarbeitszeiten und Arbeitsorte gebunden war, er zudem feste Bez&uuml;ge erhalten, Anspruch auf Sozialleistungen gehabt und kein Unternehmerrisiko getragen hat. Der Senat ist an diese W&uuml;rdigung, die keinen Rechtsfehler erkennen l&auml;sst und gegen die die Beteiligten keine zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Einwendungen erhoben haben, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Der f&uuml;r die Mitwirkung in den Opernch&ouml;ren zugeflossene Arbeitslohn ist weder hinsichtlich des auf die Auftritte vor Publikum entfallenden Teils noch hinsichtlich des auf die Absolvierung der Proben entfallenden Teils aufgrund des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 11.&nbsp;August 1971 (BGBl II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519) i.d.F. des &Auml;nderungsprotokolls vom 27.&nbsp;Oktober 2010 (BGBl II 2011, 1092, BStBl I 2012, 513) &#8211;DBA-Schweiz 1971\/2010&#8211; von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ausgenommen. Insbesondere ergibt sich solches nicht aus Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 i.V.m. Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d DBA-Schweiz 1971\/2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 k&ouml;nnen vorbehaltlich der Art.&nbsp;15a bis 19 DBA-Schweiz 1971\/2010 Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen, die eine in einem Vertragstaat ans&auml;ssige Person aus unselbst&auml;ndiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert werden, es sei denn, dass die Arbeit in dem anderen Vertragstaat ausge&uuml;bt wird (Satz&nbsp;1). Wird die Arbeit dort ausge&uuml;bt, so k&ouml;nnen die daf&uuml;r bezogenen Verg&uuml;tungen in dem anderen Staat besteuert werden (Satz&nbsp;2). In dem letztgenannten Fall wird die Doppelbesteuerung bei in Deutschland ans&auml;ssigen Personen durch Freistellung der Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnlichen Verg&uuml;tungen von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer vermieden (Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d DBA-Schweiz 1971\/2010).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2010 kommt jedoch im Streitfall nicht zur Anwendung, weil die Voraussetzungen der gegen&uuml;ber dieser Bestimmung vorrangigen Regelung des Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 k&ouml;nnen ungeachtet der Art.&nbsp;7, 14 und 15 des Abkommens Eink&uuml;nfte, die berufsm&auml;&szlig;ige K&uuml;nstler, wie B&uuml;hnen-, Film-, Rundfunk- oder Fernsehk&uuml;nstler und Musiker, sowie Sportler und Artisten f&uuml;r ihre in dieser Eigenschaft pers&ouml;nlich ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit beziehen, in dem Vertragstaat besteuert werden, in dem sie diese T&auml;tigkeit aus&uuml;ben. Auch Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 weist zwar somit dem T&auml;tigkeitsstaat (hier: Schweiz) ein Besteuerungsrecht zu. Im Unterschied zu Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 i.V.m. Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d DBA-Schweiz 1971\/2010 wird die Doppelbesteuerung in diesem Fall jedoch nicht durch Ausnahme der Verg&uuml;tung von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer vermieden, sondern durch Anrechnung der in der Schweiz erhobenen Steuer auf die deutsche Steuer nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2010 i.V.m. &sect;&nbsp;34c EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat den Kl&auml;ger hinsichtlich seiner Mitwirkung an den Opernch&ouml;ren zu Recht als berufsm&auml;&szlig;igen K&uuml;nstler i.S. des Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 angesehen. Die dagegen vom Kl&auml;ger erhobenen Einwendungen sind unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Art.&nbsp;17 DBA-Schweiz 1971\/2010 gilt nicht nur f&uuml;r selbst&auml;ndig t&auml;tige K&uuml;nstler, Sportler und Artisten, sondern auch f&uuml;r solche Steuerpflichtige, die die betreffende T&auml;tigkeit in Aus&uuml;bung einer nichtselbst&auml;ndigen Arbeit verrichten (ebenso Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 6.&nbsp;Mai 2008&nbsp;&nbsp;2C_276\/2007, abgedruckt in Locher\/Meier\/von&nbsp;Siebenthal\/Kolb &#8211;L\/M\/vS\/K&#8211;, Doppelbesteuerungsabkommen Schweiz-Deutschland 1971 und 1978, B&nbsp;17.1 Nr.&nbsp;60 zu einem angestellten Radsportler). Dies ergibt sich unmittelbar aus dem Umstand, dass Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 den Vorrang dieser Bestimmung ausdr&uuml;cklich auch gegen&uuml;ber Art.&nbsp;15 des Abkommens anordnet, welcher die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit regelt. Soweit der Kl&auml;ger die Sinnhaftigkeit dieser Erstreckung auch auf Eink&uuml;nfte aus festen und langj&auml;hrigen Arbeitsverh&auml;ltnissen mit Blick auf den urspr&uuml;nglichen Beweggrund f&uuml;r die abkommensrechtliche Sonderstellung der K&uuml;nstler- und Sportlereink&uuml;nfte &#8211;n&auml;mlich der mit der Berufst&auml;tigkeit dieser Steuerpflichtigen typischerweise verbundenen Mobilit&auml;t durch eine weitgehende Zuweisung der Eink&uuml;nfte an den jeweiligen T&auml;tigkeitsstaat zu begegnen (vgl. dazu z.B. Wassermeyer\/Schwenke in Wassermeyer, MA Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;1; Schlotter in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, DBA, Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;2; Stockmann in Vogel\/Lehner, DBA, 6.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;3)&#8211; in Zweifel zieht, handelt es sich um ein rechtspolitisches Anliegen. Eine einschr&auml;nkende Auslegung (teleologische Reduktion) des Art.&nbsp;17 DBA-Schweiz 1971\/2010 kann damit nicht begr&uuml;ndet werden, da hierdurch der aus dem Abkommenswortlaut klar erkennbare Wille der Vertragstaaten missachtet w&uuml;rde. Die allgemeine Auslegungsregel des Art.&nbsp;31 Abs.&nbsp;1 des Wiener &Uuml;bereinkommens &uuml;ber das Recht der Vertr&auml;ge vom 23.&nbsp;Mai 1969 &#8211;W&Uuml;RV&#8211; (BGBl II 1985, 927), in innerstaatliches Recht transformiert seit Inkrafttreten des Zustimmungsgesetzes vom 3.&nbsp;August 1985 (BGBl II 1985, 926) am 20.&nbsp;August 1987 (BGBl II 1987, 757), erm&ouml;glicht die Auslegung eines v&ouml;lkerrechtlichen Vertrags nach Treu und Glauben in &Uuml;bereinstimmung mit der gew&ouml;hnlichen, seinen Bestimmungen in ihrem Zusammenhang zukommenden Bedeutung und im Lichte seines Zieles und Zwecks. Die Ber&uuml;cksichtigung von Ziel und Zweck des Vertrags ist sonach auf den Abkommenswortlaut bezogen (Lehner in Vogel\/Lehner, a.a.O., Grundlagen Rz&nbsp;106a) und kann nicht zu einer dem Wortlaut widersprechenden Auslegung f&uuml;hren (vgl. Senatsurteil vom 14.&nbsp;Dezember 1988 I&nbsp;R&nbsp;148\/87, BFHE 155, 374, BStBl II 1989, 319).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl&auml;ger war als Chors&auml;nger K&uuml;nstler i.S. von Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010. Nach inzwischen gefestigter Rechtsprechung des Senats (Urteile vom 8.&nbsp;April 1997 I&nbsp;R&nbsp;51\/96, BFHE 183, 110, BStBl II 1997, 679 &#8211;betreffend das Abkommen mit Gro&szlig;britannien&#8211; und vom 18.&nbsp;Juli 2001 I&nbsp;R&nbsp;26\/01, BFHE 196, 135, BStBl II 2002, 410 &#8211;betreffend die Abkommen mit &Ouml;sterreich und mit den Niederlanden&#8211;) ist der K&uuml;nstlerbegriff der Art.&nbsp;17 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD-Musterabkommen &#8211;OECD-MustAbk&#8211;) nachgebildeten Bestimmungen, zu denen auch Art.&nbsp;17 DBA-Schweiz 1971\/2010 geh&ouml;rt, eigenst&auml;ndig abkommensrechtlich auszulegen, wenn das betreffende Abkommen daf&uuml;r eine Grundlage bietet (ebenso z.B. Wassermeyer in Wassermeyer, MA Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;21; Schlotter in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, a.a.O., Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;29; Ma&szlig;baum in Gosch\/Kroppen\/Grotherr\/Kraft, DBA, Art.&nbsp;17 OECD-MA Rz&nbsp;24; Mody in Strunk\/Kaminski\/K&ouml;hler, AStG\/DBA, Art.&nbsp;17 OECD-MA Rz&nbsp;13). Nationalrechtliche K&uuml;nstlerbegriffe des Anwenderstaats &#8211;wie z.B. der Begriff der k&uuml;nstlerischen T&auml;tigkeit in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 und in &sect;&nbsp;50a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG&#8211; sind demgegen&uuml;ber nicht ma&szlig;geblich (anders noch Senatsurteil vom 11.&nbsp;April 1990 I&nbsp;R&nbsp;75\/88, BFHE 160, 513).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach diesen Ma&szlig;gaben ist Art.&nbsp;17 DBA-Schweiz 1971\/2010 dahin auszulegen, dass das Mitglied eines im Rahmen einer Opernauff&uuml;hrung auftretenden Opernchors unter den K&uuml;nstlerbegriff (B&uuml;hnenk&uuml;nstler bzw. Musiker) f&auml;llt. Das gilt auch auf der Grundlage des Vorbringens des Kl&auml;gers, er habe als Chormitglied keinerlei individuelle Gestaltungsm&ouml;glichkeit gehabt und sei daher lediglich ein &quot;(weitgehend willenloses) Werkzeug des Chordirektors&quot; gewesen. Aus einer Gesamtschau der in Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 beispielhaft aufgef&uuml;hrten B&uuml;hnen-, Film-, Rundfunk- oder Fernsehk&uuml;nstlern und Musikern sowie der Gleichsetzung mit Sportlern und Artisten ist abzuleiten, dass es f&uuml;r die Tatbestandsm&auml;&szlig;igkeit nicht auf ein besonderes k&uuml;nstlerisches Niveau oder eine bestimmte eigensch&ouml;pferische Gestaltungsh&ouml;he ankommt (Brandis in Wassermeyer, Schweiz Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;19; Kempermann in Flick\/Wassermeyer\/ Kempermann, Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz, Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;11; Wassermeyer in Wassermeyer, MA Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;22; Mody in Strunk\/Kaminski\/K&ouml;hler, a.a.O., Art.&nbsp;17 OECD-MA Rz&nbsp;15; Schlotter in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, a.a.O., Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;30; Ma&szlig;baum in Gosch\/Kroppen\/Grotherr\/Kraft, a.a.O., Art.&nbsp;17 OECD-MA Rz&nbsp;40&nbsp;f.; BMF-Schreiben vom 25.&nbsp;November 2010, BStBl I 2010, 1350, Rz&nbsp;17). Ma&szlig;geblich ist danach vielmehr, dass es sich um eine pers&ouml;nlich ausge&uuml;bte vortragende T&auml;tigkeit handelt, die vornehmlich dem Kunstgenuss oder auch nur der Unterhaltung des Publikums dient, was bei dem Auftritt eines Opernchors im Rahmen einer Opernauff&uuml;hrung fraglos der Fall ist. Handelt es sich &#8211;wie im Falle von Orchestern oder Ch&ouml;ren&#8211; um den gemeinsamen Auftritt einer Personengruppe, sind s&auml;mtliche Mitglieder der Gruppe und nicht nur deren Leiter oder Dirigenten als K&uuml;nstler i.S. des Art.&nbsp;17 DBA-Schweiz 1971\/2010 anzusehen (vgl. Wassermeyer\/Schwenke in Wassermeyer, MA Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;24). Inwiefern dem einzelnen Ensemblemitglied hinsichtlich der Art und Weise seines Vortrags individuelle Gestaltungsm&ouml;glichkeiten verbleiben oder nicht, ist in diesem Zusammenhang nicht von Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Auffassung der Vorinstanz erfasst der Tatbestand des Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 nicht nur die auf die Mitwirkung an den Auftritten vor Publikum entfallenden Verg&uuml;tungsbestandteile, sondern auch jene Bestandteile, die dem Kl&auml;ger nach den Regelungen der Chorzuz&uuml;gervertr&auml;ge f&uuml;r die Mitwirkung an den Proben gezahlt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach dem oben wiedergegebenen abkommensrechtlichen Verst&auml;ndnis gelten die Art.&nbsp;17 OECD-MustAbk nachgebildeten K&uuml;nstlerartikel nicht f&uuml;r jegliche Form pers&ouml;nlich ausge&uuml;bter K&uuml;nstlert&auml;tigkeit. Vielmehr ist aus den in Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 aufgef&uuml;hrten Beispielen zu schlie&szlig;en, dass nur Verg&uuml;tungen f&uuml;r T&auml;tigkeiten solcher K&uuml;nstler, Sportler und Artisten erfasst werden, die unmittelbar oder mittelbar (&uuml;ber Medien) in der &Ouml;ffentlichkeit auftreten und dabei Darbietungen erbringen, die k&uuml;nstlerischen oder unterhaltenden Charakter haben (vgl. Senatsurteile vom 2.&nbsp;Dezember 1992 I&nbsp;R&nbsp;77\/91, BFHE 170, 126; in BFHE 183, 110, BStBl II 1997, 679; in BFHE 196, 135, BStBl II 2002, 410; ebenso Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts in L\/M\/vS\/K, B&nbsp;17.1 Nr.&nbsp;60; BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 1350, Rz&nbsp;80). Die verg&uuml;teten T&auml;tigkeiten m&uuml;ssen danach durch den Auftritt vor Publikum veranlasst sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Auffassung der Vorinstanz und des Kl&auml;gers ist ein solcher direkter Auftrittsbezug nach den Gegebenheiten des Streitfalls auch hinsichtlich der Probent&auml;tigkeiten gegeben, die der Kl&auml;ger in Erf&uuml;llung der Chorzuz&uuml;gervertr&auml;ge in der Schweiz ausge&uuml;bt hat. Denn auf der Grundlage der Feststellungen des FG und nach dem Inhalt der Chorzuz&uuml;gervertr&auml;ge hat es sich dabei um solche Proben gehandelt, die der Vorbereitung der jeweiligen Auftritte der Opernch&ouml;re und der f&uuml;r diese Auftritte erforderlichen Koordination der Ch&ouml;re mit den sonstigen Ensemblemitgliedern (Orchestermusikern und S&auml;ngern) gedient haben. Ein &uuml;ber die Vorbereitung der jeweiligen Opernauff&uuml;hrungen hinausgehender Zweck der Proben &#8211;z.B. eine St&auml;rkung der allgemeinen k&uuml;nstlerischen F&auml;higkeiten der Mitwirkenden&#8211; ist demgegen&uuml;ber nicht erkennbar. Ein solcher Zweck folgt auch nicht daraus, dass nach den Regelungen in den Chorzuz&uuml;gervertr&auml;gen gesonderte Verg&uuml;tungsregelungen f&uuml;r die Mitwirkung an den Auff&uuml;hrungen einerseits und an den verschiedenen Proben andererseits getroffen worden sind. Ursache hierf&uuml;r war offenkundig, dass die Vertragspartner unterschiedliche Stundens&auml;tze f&uuml;r die Mitwirkungen an den Auff&uuml;hrungen, Generalproben und sonstigen Proben vereinbaren wollten. Daraus kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass die Proben aus Sicht der Vertragspartner einen eigenst&auml;ndigen, &uuml;ber die Vorbereitung der jeweiligen Opernauff&uuml;hrungen hinausgehenden Zweck gehabt haben. Solches ergibt sich auch nicht aus dem vom Kl&auml;ger hervorgehobenen Umstand, dass er auch dann einen Anspruch auf die Verg&uuml;tung der Probent&auml;tigkeit gehabt h&auml;tte, wenn er an der Mitwirkung an der sp&auml;teren Auff&uuml;hrung gehindert gewesen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der geschilderte enge Bezug der Proben zu den jeweiligen Opernauff&uuml;hrungen reicht aus, um den f&uuml;r Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 erforderlichen Auftrittsbezug zu bejahen (vgl. Kempermann in Flick\/Wassermeyer\/Kempermann, a.a.O., Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;16 und Rz&nbsp;22 Stichwort &quot;Proben\/Training&quot;). Daf&uuml;r sprechen auch Sinn und Zweck der Zuweisung des Besteuerungsrechts f&uuml;r die K&uuml;nstler- und Sportlerentgelte an den T&auml;tigkeitsstaat. Diese Zuweisung wurde geschaffen, um das Besteuerungsrecht f&uuml;r bestimmte Berufsgruppen, die aufgrund der mit der Berufst&auml;tigkeit typischerweise verbundenen Mobilit&auml;t und vielfachen Einnahmem&ouml;glichkeiten im Wohnsitzstaat hinsichtlich der Eink&uuml;nfte aus der Auslandst&auml;tigkeit oftmals nur schwer steuerlich erfasst werden k&ouml;nnen, dem T&auml;tigkeitsstaat zuzuweisen, f&uuml;r den die praktischen Schwierigkeiten der steuerlichen Erfassung dieser Eink&uuml;nfte in der Regel geringer sind (vgl. Senatsurteil in BFHE 196, 135, BStBl II 2002, 410). Es w&auml;re vor diesem Hintergrund nicht zweckgerecht, dass die Verg&uuml;tungsteile, die der K&uuml;nstler f&uuml;r die am Auff&uuml;hrungsort absolvierten Proben erh&auml;lt, abkommensrechtlich anders behandelt werden als die auf die eigentlichen Auftritte entfallenden Verg&uuml;tungsteile.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat setzt sich mit diesem Abkommensverst&auml;ndnis nicht in Widerspruch zu dem Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts in L\/M\/vS\/K, B&nbsp;17.1 Nr.&nbsp;60, auf welches sich das FG f&uuml;r seine Sichtweise gest&uuml;tzt hat. Dieses Urteil betrifft einen in der Schweiz ans&auml;ssigen Radsportler, der bei einem niederl&auml;ndischen Sport-Team angestellt war und von diesem u.a. ein leistungsunabh&auml;ngiges Jahres-Grundgehalt erhielt. Nach Auffassung des Schweizerischen Bundesgerichts ist dieses Grundgehalt nicht nach Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk anteilig auch jenen Drittstaaten (u.a. Deutschland) zuzuweisen, in denen der Radsportler unabh&auml;ngig von konkreten Rennveranstaltungen Trainingseinheiten ohne Publikum absolviert hatte. Der wesentliche Unterschied dieses Sachverhalts zu dem hier zu beurteilenden Fall liegt darin, dass die Trainingseinheiten des Radsportlers gerade keinen Bezug zu bestimmten Rennveranstaltungen gehabt haben, w&auml;hrend vorliegend aus den dargelegten Gr&uuml;nden ein direkter Zusammenhang der Proben mit den ebenfalls im T&auml;tigkeitsstaat stattfindenden Opernauff&uuml;hrungen gegeben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die zwischen dem Kl&auml;ger und dem BMF streitige Frage, inwiefern f&uuml;r die Auslegung des Art.&nbsp;17 DBA-Schweiz 1971\/2010 in Bezug auf das Streitjahr auch auf das erst im Rahmen der Revision 2014 in den OECD-Musterkommentar zu Art.&nbsp;17 OECD-MustAbk unter Nr.&nbsp;9.1 aufgenommene Beispiel zur&uuml;ckgegriffen werden kann, in welchem u.a. die Entgelte f&uuml;r im T&auml;tigkeitsstaat durchgef&uuml;hrte Proben von K&uuml;nstlern &#8211;ausdr&uuml;cklich genannt werden Operns&auml;nger, die vertraglich zur Teilnahme an Proben verpflichtet sind&#8211; unabh&auml;ngig davon zum Anwendungsbereich des Art.&nbsp;17 OECD-MustAbk gerechnet werden, ob es sich um Proben f&uuml;r spezifische Auftritte handelt oder nicht, bedarf keiner Er&ouml;rterung durch den Senat. Im Streitfall handelt es sich &#8211;wie erl&auml;utert&#8211; um auftrittsbezogene Proben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Rechtswirkungen des Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2010 werden im Streitfall nicht durch die Grenzg&auml;ngerregelung des Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 verdr&auml;ngt. Zwar geb&uuml;hrt Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2010 bei Steuerpflichtigen mit Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit Vorrang gegen&uuml;ber Art.&nbsp;17 DBA-Schweiz 1971\/2010 (vgl. Brandis in Wassermeyer, Schweiz Art.&nbsp;15a Rz&nbsp;25; Kempermann in Flick\/Wassermeyer\/Kempermann, a.a.O., Art.&nbsp;15a Rz&nbsp;14). Doch liegen die Voraussetzungen der Bestimmung im Streitfall nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2010 k&ouml;nnen ungeachtet des Art.&nbsp;15 des Abkommens Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen, die ein Grenzg&auml;nger aus unselbst&auml;ndiger Arbeit bezieht, in dem Vertragstaat besteuert werden, in dem dieser ans&auml;ssig ist. Grenzg&auml;nger in diesem Sinne ist gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2010 jede in einem Vertragstaat ans&auml;ssige Person, die in dem anderen Vertragstaat ihren Arbeitsort hat und von dort regelm&auml;&szlig;ig an ihren Wohnsitz zur&uuml;ckkehrt (Satz&nbsp;1). Kehrt diese Person nicht jeweils nach Arbeitsende an ihren Wohnsitz zur&uuml;ck, entf&auml;llt die Grenzg&auml;ngereigenschaft nur dann, wenn die Person bei einer Besch&auml;ftigung w&auml;hrend des gesamten Kalenderjahres an mehr als 60&nbsp;Arbeitstagen auf Grund ihrer Arbeitsaus&uuml;bung nicht an ihren Wohnsitz zur&uuml;ckkehrt (Satz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den f&uuml;r den Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz, gegen die die Beteiligten keine Einwendungen erhoben haben, war der Kl&auml;ger im Streitjahr durchgehend kein Grenzg&auml;nger im vorstehend beschriebenen Sinne, weil er an mehr als 60 &#8211;n&auml;mlich an 85&#8211; Arbeitstagen aufgrund seiner Arbeitsaus&uuml;bung nicht an seinen Wohnsitz zur&uuml;ckgekehrt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zutreffend ist auch die Rechtsauffassung des FG, der zufolge es f&uuml;r die Berechnung der Nichtr&uuml;ckkehrtage gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2010 keine Rolle spielt, ob der Arbeitnehmer in dem betreffenden Kalenderjahr f&uuml;r einen oder f&uuml;r mehrere Arbeitgeber t&auml;tig gewesen ist (ebenso Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 15.&nbsp;Oktober 2015&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;2913\/13, EFG 2016, 1061 &#8211;Revision unter I&nbsp;R&nbsp;22\/16&#8211;; Brandis in Wassermeyer, Schweiz Art.&nbsp;15a Rz&nbsp;49; Kempermann in Flick\/Wassermeyer\/Kempermann, a.a.O., Art.&nbsp;15a Rz&nbsp;49; f&uuml;r die Zeit ab 1.&nbsp;Januar 2015 auch BMF-Schreiben vom 18.&nbsp;Dezember 2014, BStBl I 2015, 22 &#8211;beruhend auf einer Verst&auml;ndigungsvereinbarung zwischen den deutschen Finanzbeh&ouml;rden und der Eidgen&ouml;ssischen Steuerverwaltung vom 28.&nbsp;November 2014&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit es demgegen&uuml;ber in Rz&nbsp;15 des Einf&uuml;hrungsschreibens des BMF zur Neuregelung der Grenzg&auml;ngerbesteuerung des DBA-Schweiz 1971 vom 19.&nbsp;September 1994 (BStBl I 1994, 683) hei&szlig;t, im Falle eines Arbeitgeberwechsels im T&auml;tigkeitsstaat innerhalb eines Kalenderjahrs sei die 60-Tages-Grenze bezogen auf das jeweilige Arbeitsverh&auml;ltnis zu teilen, ist dem nicht zu folgen, da der Wortlaut des Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2010 f&uuml;r eine gesonderte Berechnung der Nichtr&uuml;ckkehrtage eines Kalenderjahrs nach einzelnen Arbeitgebern keinerlei Anhalt bietet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das BMF-Schreiben in BStBl I 1994, 683 auf einer Vereinbarung zwischen den zust&auml;ndigen deutschen Beh&ouml;rden mit der Eidgen&ouml;ssischen Steuerverwaltung &quot;zur einheitlichen Anwendung und Auslegung&quot; des Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971 (i.d.F. des &Auml;nderungsprotokolls vom 21.&nbsp;Dezember 1992, BGBl II 1993, 1888, BStBl I 1993, 928) beruht, f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis. Der Senat misst einer zwischenstaatlichen Konsultationsvereinbarung &#8211;in Einklang mit den Grunds&auml;tzen zur Auslegung von Vertr&auml;gen nach Art.&nbsp;31 W&Uuml;RV&#8211; zwar Bedeutung f&uuml;r die Auslegung der Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (DBA) bei. Nach st&auml;ndiger Senatsrechtsprechung kann jedoch die &quot;Grenzmarke&quot; f&uuml;r das richtige Abkommensverst&auml;ndnis immer nur der Abkommenswortlaut sein; wird das in der Konsultationsvereinbarung gefundene Abkommensverst&auml;ndnis durch den Wortlaut nicht gedeckt, dann kann die Vereinbarung die Abkommensauslegung durch die Gerichte nicht beeinflussen oder die Gerichte gar binden (Senatsurteile vom 2.&nbsp;September 2009 I&nbsp;R&nbsp;111\/08, BFHE 226, 276, BStBl II 2010, 387; vom 10.&nbsp;Juni 2015 I&nbsp;R&nbsp;79\/13, BFHE 250, 110, BStBl II 2016, 326). So liegt der Fall hier in Bezug auf die Rz&nbsp;15 des BMF-Schreibens in BStBl I 1994, 683, die mit dem Wortlaut des Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2010 nicht in Einklang zu bringen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An diesem Befund &auml;ndert es nichts, dass die oben zitierte Passage aus Rz&nbsp;15 des BMF-Schreibens in BStBl I 1994, 683 in die Bestimmung des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 der Verordnung zur Umsetzung von Konsultationsvereinbarungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Deutsch-Schweizerische Konsultationsvereinbarungsverordnung &#8211;KonsVerCHEV&#8211;) vom 20.&nbsp;Dezember 2010 (BGBl I 2010, 2187, BStBl I 2010, 146) aufgenommen worden ist. Der Senat hat mit Urteil in BFHE 250, 110, BStBl II 2016, 326 entschieden, dass &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 KonsVerCHEV, der die Besteuerung von Arbeitnehmer-Abfindungen betrifft, keine Rechtswirkungen entfaltet, weil die Erm&auml;chtigungsgrundlage des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 AO i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2010 (JStG 2010) vom 8.&nbsp;Dezember 2010 (BGBl I 2010, 1768, BStBl I 2010, 1394) insoweit nicht den Bestimmtheitsanforderungen gen&uuml;gt, die nach Art.&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) an eine Verordnungserm&auml;chtigung zu stellen sind. Entsprechendes muss auch f&uuml;r &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 KonsVerCHEV gelten. Denn auch im Hinblick auf die Grenzg&auml;ngervorschrift des Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2010 enth&auml;lt &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 AO i.d.F. des JStG 2010 keine n&auml;heren Vorgaben zu Inhalt, Zweck und Ausma&szlig; der erteilten Verordnungserm&auml;chtigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>IV. Das FG ist von einer anderen Rechtsauffassung ausgegangen. Sein Urteil ist daher aufzuheben. Der Rechtsstreit ist entscheidungsreif; die Klage ist abzuweisen. Anderweitige M&auml;ngel der Steuerfestsetzung hat der Kl&auml;ger nicht geltend gemacht und sind auch f&uuml;r den Senat nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>V. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.5.2018, I R 62\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.300518.IR62.16.0 Besteuerungsrecht f&uuml;r Eink&uuml;nfte eines in der Schweiz auftretenden Chors&auml;ngers &#8211; &quot;Nichtr&uuml;ckkehrtage&quot; von Grenzg&auml;ngern Leits&auml;tze 1. Das Mitglied eines Opernchors ist &quot;K&uuml;nstler&quot; i.S. von Art. 17 Abs. 1 Satz 1 DBA-Schweiz 1971\/2010. 2. Das Besteuerungsrecht des T&auml;tigkeitsstaats nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 DBA-Schweiz 1971\/2010 umfasst auch die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-62-16-besteuerungsrecht-fuer-einkuenfte-eines-in-der-schweiz-auftretenden-chorsaengers-nichtrueckkehrtage-von-grenzgaengern\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;62\/16 &#8211; Besteuerungsrecht f&uuml;r Eink&uuml;nfte eines in der Schweiz auftretenden Chors&auml;ngers &#8211; &quot;Nichtr&uuml;ckkehrtage&quot; von Grenzg&auml;ngern<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70038","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70038"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70038\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}