{"id":70042,"date":"2018-12-06T18:29:25","date_gmt":"2018-12-06T16:29:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70042"},"modified":"2018-12-06T18:29:25","modified_gmt":"2018-12-06T16:29:25","slug":"v-r-63-17-voraussetzungen-der-umsatzsteuerbefreiung-bei-der-vermietung-von-sportanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-63-17-voraussetzungen-der-umsatzsteuerbefreiung-bei-der-vermietung-von-sportanlagen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;63\/17 &#8211; Voraussetzungen der Umsatzsteuerbefreiung bei der Vermietung von Sportanlagen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.6.2018, V R 63\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.210618.VR63.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Voraussetzungen der Umsatzsteuerbefreiung bei der Vermietung von Sportanlagen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Da das Betreiben einer Sportanlage im Allgemeinen nicht nur die passive Zurverf&uuml;gungstellung des Grundst&uuml;cks umfasst, ist die entgeltliche &Uuml;berlassung einer Sporthalle regelm&auml;&szlig;ig keine blo&szlig;e Raum&uuml;berlassung und deshalb nicht gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 12 Buchst. a UStG steuerfrei.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Ob besondere Umst&auml;nde vorliegen, die bei der &Uuml;berlassung einer Sporthalle ausnahmsweise die Annahme einer blo&szlig;en Raum&uuml;berlassung rechtfertigen, ist im Wesentlichen eine tats&auml;chliche Feststellung, die das FG anhand der konkreten Umst&auml;nde des einzelnen Falles zu treffen hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Die Steuerbefreiung setzt keinen langfristigen Vertrag mit mehrj&auml;hriger Laufzeit ohne K&uuml;ndigungsm&ouml;glichkeit voraus.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 08. November 2017 5 K 5122\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts. Sie betreibt ein Fitness- und Freizeitcenter auf eigenem Grundst&uuml;ck und vermietete mit zwei Mietvertr&auml;gen einen Sport- und Gymnastikraum f&uuml;r Rehabilitationssport und eine Sporthalle f&uuml;r Kampfsport an einen Sportverein, der sich u.a. in die Abteilungen Rehasport und Kampfsport gliedert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vertragsgegenstand des Vertrags &quot;Rehasport&quot; vom 30.&nbsp;April 2007 war die &Uuml;berlassung eines Sport- und Gymnastikraums nebst Umkleide, Toiletten, Sauna und Ruheraum. Zudem wurde dem Verein gestattet, die Sportger&auml;te in den anderen R&auml;umlichkeiten des Vermieters unter dessen Aufsicht zu nutzen. Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung legte die Kl&auml;gerin einen weiteren Mietvertrag vom 21.&nbsp;Mai 2007 vor, in dem vereinbart wurde, dass der &quot;Vertrag vom 30.&nbsp;April 2007 nicht mehr g&uuml;ltig&quot; sei. Gegenstand dieses Vertrags war die &Uuml;berlassung eines leeren Raums ohne Betriebsvorrichtungen von 90&nbsp;qm und eines Lagerraums ohne Inventar von ca. 40&nbsp;qm gegen eine Monatsmiete von 4.680&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenstand des Vertrags &quot;Kampfsport&quot; vom 10.&nbsp;Juni 2007 war die &Uuml;berlassung einer Sporthalle von 150&nbsp;qm an zwei Tagen w&ouml;chentlich f&uuml;r jeweils drei Stunden nach Absprache, ebenso wie die Nutzung von Duschen und Umkleiden an den Nutzungstagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der Vertragslaufzeit wurde in den Vertr&auml;gen gleichlautend vereinbart: &quot;Die Mietzeit beginnt am [Datum]. Er verl&auml;ngert sich um jeweils ein Jahr, wenn er nicht von einem der beiden Vertragsparteien einen Monat vor Ablauf gek&uuml;ndigt wird&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine steuerliche Au&szlig;enpr&uuml;fung behandelte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Vermietungen als einheitliche, steuerpflichtige sonstige Leistung eigener Art, unterwarf sie dem Regelsteuersatz und setzte die Umsatzsteuer f&uuml;r die Streitjahre (2006 bis 2008) mit Bescheiden vom 9.&nbsp;November 2012 entsprechend ge&auml;ndert fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg (ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2018, 587). Die entgeltliche &Uuml;berlassung der Sporthalle sei nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a des Umsatzsteuergesetzes (UStG) steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht die Kl&auml;gerin Verletzung materiellen Rechts geltend (&sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG). Das Finanzgericht (FG) habe die Vermietung des Gymnastikraumes und der Sporthalle zu Unrecht der Umsatzsteuer unterworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich des Vertrags vom 21.&nbsp;Mai 2007 (Rehasport) l&auml;gen besondere Umst&auml;nde i.S. der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vor. Dieser Vertrag sei im Interesse des Mieters unbefristet mit einer K&uuml;ndigungsfrist von vier Wochen geschlossen worden, weil die Refinanzierung der Mietkosten &uuml;ber die Krankenkassen bei den Rehama&szlig;nahmen ungewiss gewesen sei. Im &Uuml;brigen seien beide Mietvertr&auml;ge insoweit auf Dauer angelegt gewesen, als nicht ein bestimmtes Ende der Mietzeit, sondern lediglich eine fr&uuml;hestm&ouml;gliche K&uuml;ndigung vereinbart worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Duschen, Umkleidekabinen und &#8211;r&auml;ume, Toiletten, Saunen, bewegliche Trennw&auml;nde und Schwingb&ouml;den seien keine Betriebsvorrichtungen; ihre &Uuml;berlassung sei im Hinblick auf die Frage, ob eine Vermietung vorliege, unsch&auml;dlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide 2006 bis 2008 vom 9.&nbsp;November 2012 sowie die Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;Mai 2015 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer 2006 um 5.198,57&nbsp;EUR, die Umsatzsteuer 2007 um 8.685,37&nbsp;EUR und die Umsatzsteuer 2008 um 9.516,10&nbsp;EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Vermietungsleistungen der Kl&auml;gerin wurden nicht von der Umsatzsteuerbefreiung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a UStG umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Steuerfrei ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a UStG die Vermietung und Verpachtung von Grundst&uuml;cken. Nach der Rechtsprechung des EuGH und des Bundesfinanzhofs (BFH) liegt eine steuerfreie Grundst&uuml;cksvermietung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a UStG vor, wenn dem Vertragspartner gegen Zahlung eines Mietzinses f&uuml;r eine vereinbarte Dauer das Recht einger&auml;umt wird, ein Grundst&uuml;ck in Besitz zu nehmen und andere von ihm auszuschlie&szlig;en (EuGH-Urteile Varenne vom 22.&nbsp;Januar 2015 C-55\/14, EU:C:2015:29, Rz&nbsp;22; Medicom und Maison Patrice Alard vom 18.&nbsp;Juli 2013 C-210\/11, C-211\/11, EU:C:2013:479, Rz&nbsp;26; BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Juni 2017 V&nbsp;R&nbsp;3\/17, BFHE 259, 140, BStBl II 2018, 372; vom 24.&nbsp;September 2015 V&nbsp;R&nbsp;30\/14, BFHE 251, 456, BStBl II 2017, 132; vom 13.&nbsp;Februar 2014 V&nbsp;R&nbsp;5\/13, BFHE 245, 92, BStBl II 2017, 846). Werden Betriebsvorrichtungen mit&uuml;berlassen, kommt es f&uuml;r die Annahme einer steuerfreien Vermietung oder einer steuerpflichtigen sonstigen Leistung darauf an, welche Leistung pr&auml;gend ist (BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Mai 2014 V&nbsp;B&nbsp;94\/13, BFH\/NV 2014, 1242).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die entgeltliche &Uuml;berlassung einer Sporthalle ist regelm&auml;&szlig;ig keine blo&szlig;e Raum&uuml;berlassung und deshalb nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Buchst.&nbsp;a UStG steuerfrei (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 28.&nbsp;Juni 2017 XI&nbsp;R&nbsp;12\/15, BFHE 258, 532, Rz&nbsp;62; vom 12.&nbsp;Oktober 2016 XI&nbsp;R&nbsp;5\/14, BFHE 255, 457, BStBl II 2017, 500, Rz&nbsp;28; vom 10.&nbsp;November 2011 V&nbsp;R&nbsp;41\/10, BFHE 235, 554, BStBl II 2017, 869, Rz&nbsp;28 und 35; vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2009 XI&nbsp;R&nbsp;71\/07, BFHE 227, 200, BStBl II 2010, 209, Rz&nbsp;21; vom 31.&nbsp;Mai 2001 V&nbsp;R&nbsp;97\/98, BFHE 194, 555, BStBl II 2001, 658, Rz&nbsp;38). Denn das Betreiben einer Sportanlage umfasst im Allgemeinen nicht nur die passive Zurverf&uuml;gungstellung des Grundst&uuml;cks, sondern au&szlig;erdem eine Vielzahl gesch&auml;ftlicher T&auml;tigkeiten wie Aufsicht, Verwaltung und st&auml;ndige Unterhaltung sowie Zurverf&uuml;gungstellung anderer Anlagen (vgl. EuGH-Urteil Stockholm Lind&ouml;park vom 18.&nbsp;Januar 2001 C-150\/99, EU:C:2001:34, Rz&nbsp;26, zur &Uuml;berlassung eines Golfplatzes; BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Dezember 2008 XI&nbsp;R&nbsp;23\/08, BFHE 224, 162, BStBl II 2010, 208, Rz&nbsp;21; in BFHE 194, 555, BStBl II 2001, 658).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Urteil des FG entspricht diesen Ma&szlig;st&auml;ben. Ausgehend von der Rechtsprechung des EuGH und des BFH zur Vermietung von Sportanlagen ist es im Rahmen einer revisionsrechtlich nicht zu beanstandenden W&uuml;rdigung der gesamten Umst&auml;nde des Einzelfalls zu dem rechtlich vertretbaren Ergebnis gelangt, dass die Voraussetzungen einer Grundst&uuml;cksvermietung i.S. von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 UStG nicht erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ob besondere Umst&auml;nde vorliegen, die bei der &Uuml;berlassung einer Sporthalle ausnahmsweise die Annahme einer blo&szlig;en Raum&uuml;berlassung rechtfertigen, ist im Wesentlichen eine tats&auml;chliche Feststellung, die das FG anhand der konkreten Umst&auml;nde des einzelnen Falles zu treffen hat. Sofern &#8211;wie hier&#8211; keine zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen erhoben worden sind und die Sachverhaltsw&uuml;rdigung nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t, ist der BFH als Revisionsgericht nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO daran gebunden, selbst wenn die Wertung des FG nicht zwingend, sondern lediglich m&ouml;glich ist (vgl. BFH-Urteile vom 12.&nbsp;Juli 2017 VI&nbsp;R&nbsp;59\/15, BFHE 258, 444; vom 11.&nbsp;November 2015 V&nbsp;R&nbsp;3\/15, BFH\/NV 2016, 795; vom 27.&nbsp;Januar 2011 V&nbsp;R&nbsp;21\/09, BFHE 233, 77, BStBl II 2011, 524, Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat sowohl hinsichtlich der &Uuml;berlassung einer Sporthalle zur Aus&uuml;bung von Kampfsport als auch der eines Sport- und Gymnastikraums zur Durchf&uuml;hrung von Rehasport festgestellt, dass die Kl&auml;gerin neben der reinen Raum&uuml;berlassung weitere Leistungen erbracht hat (verg&uuml;nstigte Saunanutzung, Bereitstellung von Umkleider&auml;umen und Sanit&auml;ranlagen, Pflege der Sportanlage) und dies dahingehend gew&uuml;rdigt, dass damit keine blo&szlig; passive Zurverf&uuml;gungstellung des Grundst&uuml;cks vorliege. Diese W&uuml;rdigung ist verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen und weist weder Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze auf noch vernachl&auml;ssigt sie wesentliche Umst&auml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auf die vom FG in den Vordergrund gestellte Frage, ob bei der &Uuml;berlassung von Sportanlagen das Vermietungselement der Leistung &#8211;wie das FG meint&#8211; nur im Rahmen eines langfristigen (mehrj&auml;hrigen) Vertrags ohne K&uuml;ndigungsm&ouml;glichkeit pr&auml;gend sein kann, kommt es im vorliegenden Fall nicht an. Zwar hat der BFH in BFHE 224, 162, BStBl II 2010, 208 entschieden, dass bei der &Uuml;berlassung eines Turnhallengeb&auml;udes samt Betriebsvorrichtungen an einen einzigen Vertragspartner f&uuml;r die Dauer von 15 Jahren die Raum&uuml;berlassung der Leistung das Gepr&auml;ge gebe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraus l&auml;sst sich aber nicht im Umkehrschluss herleiten, dass bei der &Uuml;berlassung von Sportanlagen eine Steuerbefreiung nur bei einem derart langfristigen Vertrag ohne K&uuml;ndigungsm&ouml;glichkeit in Betracht kommt. Im &Uuml;brigen lag der Entscheidung des XI. Senats ein anderer, mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbarer Sachverhalt zugrunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.6.2018, V R 63\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.210618.VR63.17.0 Voraussetzungen der Umsatzsteuerbefreiung bei der Vermietung von Sportanlagen Leits&auml;tze 1. NV: Da das Betreiben einer Sportanlage im Allgemeinen nicht nur die passive Zurverf&uuml;gungstellung des Grundst&uuml;cks umfasst, ist die entgeltliche &Uuml;berlassung einer Sporthalle regelm&auml;&szlig;ig keine blo&szlig;e Raum&uuml;berlassung und deshalb nicht gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 12 Buchst. a UStG steuerfrei. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-63-17-voraussetzungen-der-umsatzsteuerbefreiung-bei-der-vermietung-von-sportanlagen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;63\/17 &#8211; Voraussetzungen der Umsatzsteuerbefreiung bei der Vermietung von Sportanlagen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70042","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70042","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70042"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70042\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70042"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70042"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70042"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}