{"id":70043,"date":"2018-12-06T18:29:28","date_gmt":"2018-12-06T16:29:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70043"},"modified":"2018-12-06T18:29:28","modified_gmt":"2018-12-06T16:29:28","slug":"x-k-3-6-17-ueberlange-verfahrensdauer-bei-komplexem-sachverhalt-und-miteinander-verwobenen-parallelverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-k-3-6-17-ueberlange-verfahrensdauer-bei-komplexem-sachverhalt-und-miteinander-verwobenen-parallelverfahren\/","title":{"rendered":"X&nbsp;K&nbsp;3-6\/17 &#8211; &Uuml;berlange Verfahrensdauer bei komplexem Sachverhalt und miteinander verwobenen Parallelverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.6.2018, X K 3-6\/17; X K 3\/17; X K 4\/17; X K 5\/17; X K 6\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.270618.XK3.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">&Uuml;berlange Verfahrensdauer bei komplexem Sachverhalt und miteinander verwobenen Parallelverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ohne ausdr&uuml;cklichen Hinweis des Beteiligten muss das Gericht die Akten nicht darauf durchsehen, ob sich darin Anhaltspunkte daf&uuml;r finden, dass der Beteiligte bereits ein hohes Alter erreicht hat, aus dem ggf. ein besonderes Beschleunigungsbed&uuml;rfnis folgen k&ouml;nnte.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Der dem Ausgangsgericht zukommende Gestaltungsspielraum umfasst auch die Befugnis, eines von mehreren anh&auml;ngigen Parallelverfahren als Leitverfahren zu behandeln und vordringlich zu f&ouml;rdern, wenn zu erwarten ist, dass die dort gewonnenen Erkenntnisse f&uuml;r die &uuml;brigen Verfahren ebenfalls von Bedeutung sind. Solange das Leitverfahren bearbeitet wird, ist es vertretbar, die Parallelverfahren jedenfalls faktisch auszusetzen (Anschluss an das BVerwG-Urteil vom 14. November 2016&nbsp;&nbsp;5 C 10\/15 D, BVerwGE 156, 229, Rz 155).<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Bei einer objektiven Klageh&auml;ufung vervielfacht sich der Entsch&auml;digungsanspruch nicht. Wird im Fall der objektiven Klageh&auml;ufung ein Streitgegenstand abgetrennt, kann ein zus&auml;tzlicher Entsch&auml;digungsanspruch in Bezug auf das abgetrennte Verfahren nur f&uuml;r solche Zeitr&auml;ume bestehen, die nach der Abtrennung liegen.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. NV: Erkennt der Anspruchsgegner einen Entsch&auml;digungsanspruch bereits vorgerichtlich an, erf&uuml;llt er die Forderung aber zun&auml;chst nicht, hat der Anspruchsteller nach &Uuml;bermittlung einer Mahnung einen Anspruch auf Verzugszinsen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Verfahren X K 3-6\/17 werden zu gemeinsamer Entscheidung verbunden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Beklagte wird im Verfahren X K 3\/17 verurteilt, an die Kl&auml;gerin Verzugszinsen in H&ouml;he von f&uuml;nf Prozentpunkten &uuml;ber dem Basiszinssatz f&uuml;r die Zeit vom 8. bis zum 14. Juli 2017 auf einen Betrag von 800 EUR zu zahlen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen werden die Klagen abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten der Verfahren hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin begehrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) Entsch&auml;digung wegen der von ihr als unangemessen angesehenen Dauer von vier finanzgerichtlichen Verfahren, die seit dem 7.&nbsp;Mai 2013 (4&nbsp;K&nbsp;1412\/13) bzw. dem 20.&nbsp;Juni 2013 (4&nbsp;K&nbsp;1870, 1878, 1879\/13) vor dem Finanzgericht (FG) K&ouml;ln anh&auml;ngig waren. Die Verfahren wurden &#8211;nach einigen Abtrennungen&#8211; in den Monaten Mai bzw.&nbsp;Juli 2017 durch Kostenbeschl&uuml;sse nach Erledigung der Hauptsache bzw. durch Urteile beendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Ausgangsverfahren liegt der folgende Sachverhalt zugrunde: Die im Jahr 1934 geborene Kl&auml;gerin bezog seit 1994 Altersrente. Sie wurde bis zum Tod ihres Ehemanns (E) im Jahr 2007 mit diesem zur Einkommensteuer zusammenveranlagt. Seit 1995 f&uuml;hrten die Eheleute bei einer Luxemburger Tochtergesellschaft der X-Bank ein Nummernkonto und -depot als Oder-Konto. Die entsprechenden Konto- und Depotausz&uuml;ge wurden postlagernd an eine Stelle in Luxemburg &uuml;bermittelt. Die Eheleute beauftragten einen luxemburgischen Verm&ouml;gensverwalter und erteilten ihm Empfangsvollmacht f&uuml;r Mitteilungen der Bank. Die Ertr&auml;ge aus den Luxemburger Kapitalanlagen gaben sie in ihren Einkommensteuererkl&auml;rungen nicht an. Sie f&uuml;hrten auch Konten und Depots bei der deutschen Tochtergesellschaft der X-Bank; diese Ertr&auml;ge erkl&auml;rten sie gegen&uuml;ber dem Finanzamt (FA).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 23.&nbsp;Juni 2007 verstarb E. Am 16.&nbsp;August 2007 lie&szlig; die Kl&auml;gerin &uuml;ber eine panamesische Anwaltskanzlei eine Kapitalgesellschaft in Panama gr&uuml;nden (P-S.A.), deren Alleingesellschafterin sie wurde. Sie &uuml;bertrug das gesamte in Luxemburg verwahrte Verm&ouml;gen auf die P-S.A., die seither Inhaberin des dortigen Kontos und Depots war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2011 begann eine Steuerfahndungspr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin. Die Kl&auml;gerin legte &#8211;mit Ausnahme einiger nicht f&uuml;r steuerliche Zwecke erstellter Ertr&auml;gnisaufstellungen&#8211; keine Unterlagen &uuml;ber die H&ouml;he der Kapitalertr&auml;ge und der Depotbest&auml;nde der Luxemburger Geldanlagen vor. Daher sch&auml;tzten die Fahndungspr&uuml;fer die Eink&uuml;nfte anhand einzelner ihnen vorliegender Dokumente. Hinsichtlich der P-S.A. erlie&szlig; ein anderes FA am 15.&nbsp;Oktober 2012 f&uuml;r die Jahre 2007 bis 2011 einen negativen Feststellungsbescheid nach &sect;&nbsp;18 des Au&szlig;ensteuergesetzes (AStG). Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, die Ertr&auml;ge der P-S.A. seien der Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;42 der Abgabenordnung (AO) unmittelbar zuzurechnen, da diese Gesellschaft inaktiv sei. Dieser Feststellungsbescheid wurde in Bezug auf die Jahre 2007 sowie 2009 bis 2011 mit Ablauf der Einspruchsfrist bestandskr&auml;ftig. F&uuml;r das Jahr 2008 legte die Kl&auml;gerin hingegen Einspruch ein, weil sie insoweit die Feststellung von Verlusten begehrte. Die hierzu ergangene &#8211;den Einspruch zur&uuml;ckweisende&#8211; Einspruchsentscheidung vom 3.&nbsp;Juli 2014 wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 14.&nbsp;November 2012 erlie&szlig; das FA die im Ausgangsverfahren angegriffenen, nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 1996 bis 2009 sowie erstmalige Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2010 und 2011. Darin setzte es die Sch&auml;tzungen der Fahndungspr&uuml;fer um und rechnete f&uuml;r die Jahre 2007 bis 2011 die von der P-S.A. erzielten Ertr&auml;ge direkt der Kl&auml;gerin zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin legte am 23.&nbsp;November 2012 Einspruch ein. Zur Begr&uuml;ndung berief sie sich auf das Fehlen geeigneter Beweismittel, auf ein Mitwirkungsverweigerungsrecht sowie den Eintritt von Festsetzungsverj&auml;hrung. Ferner behauptete sie, E habe zu seinen Lebzeiten alle Bankgesch&auml;fte allein erledigt; sie selbst habe keinen Einblick gehabt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 7.&nbsp;Mai 2013 &#8211;noch vor Ablauf der in &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Sechs-Monats-Frist&#8211; erhob die Kl&auml;gerin zur Einkommensteuer 2008 Unt&auml;tigkeitsklage beim FG (4&nbsp;K&nbsp;1412\/13), die sie bereits in der Klageschrift begr&uuml;ndete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; am 13.&nbsp;Juni 2013 die Einspruchsentscheidung zur Einkommensteuer 1996 bis 2006. Darin vertrat es die Auffassung, die Festsetzungsfrist habe sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO auf zehn Jahre verl&auml;ngert, weil der Kl&auml;gerin eine Steuerhinterziehung zur Last falle. Zwar sei deren Einlassung, bis zum Tod des E gutgl&auml;ubig gewesen zu sein, nicht zu widerlegen. Sp&auml;testens nach dem Tod des E habe die &#8211;steuerlich beratene&#8211; Kl&auml;gerin aber von den Kapitalanlagen und ihrer bisherigen Nichtversteuerung Kenntnis erlangt. Sie sei daher im Jahr 2007 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;153 AO zur Berichtigung der Steuererkl&auml;rungen verpflichtet gewesen, was sie unterlassen habe. Hinsichtlich der H&ouml;he der Sch&auml;tzung sei das Beweisma&szlig; wegen der fehlenden Mitwirkung der Kl&auml;gerin reduziert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 20.&nbsp;Juni 2013 erhob die Kl&auml;gerin Klagen wegen der Einkommensteuer 1996, 1997 und 1999 bis 2004 (4&nbsp;K&nbsp;1879\/13), der Einkommensteuer 2005 (4&nbsp;K&nbsp;1878\/13) und der Einkommensteuer 2006 (4&nbsp;K&nbsp;1870\/13). Ferner erhob sie am 21.&nbsp;Juni 2013 eine Unt&auml;tigkeitsklage wegen der Einkommensteuer f&uuml;r die Jahre 2007 sowie 2009 bis 2011 (4&nbsp;K&nbsp;1890\/13), die aber nicht Gegenstand der vorliegend zu beurteilenden Entsch&auml;digungsklagen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Schriftsatzaustausch im Verfahren 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13 endete mit einer am 17.&nbsp;Juli 2013 beim FG eingegangenen Stellungnahme der Kl&auml;gerin, der Schriftsatzaustausch in den Verfahren 4&nbsp;K&nbsp;1878\/13, 4&nbsp;K&nbsp;1870\/13 und 4&nbsp;K&nbsp;1890\/13 endete am 31.&nbsp;Juli 2013 mit dem Eingang von Stellungnahmen des FA, und im Verfahren 4&nbsp;K&nbsp;1412\/13 mit dem Eingang einer weiteren Stellungnahme der Kl&auml;gerin am 30.&nbsp;Januar 2014.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 14.&nbsp;Juli 2015 erhob die Kl&auml;gerin &#8211;in den f&uuml;nf Verfahren jeweils getrennt&#8211; Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen. Sie verwies darin auf die Rechtsprechung des erkennenden Senats, wonach ein FG im Regelfall gut zwei Jahre nach Klageeingang mit Ma&szlig;nahmen beginnen m&uuml;sse, die das Verfahren einer Erledigung zuf&uuml;hrten. Das FG &uuml;bermittelte die Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen zun&auml;chst weder dem FA noch wurde es anderweitig t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 28.&nbsp;August 2015 &uuml;bersandte das FA dem FG &#8211;ausdr&uuml;cklich auf die Verfahren betreffend Einkommensteuer 2007 bis 2011 beschr&auml;nkt&#8211; umfangreiche neue Unterlagen der Steuerfahndung. Das FG leitete diesen Schriftsatz samt den Unterlagen am 9.&nbsp;September 2015 an die Kl&auml;gerin weiter, gab dabei aber irrig an, dass die Einkommensteuer 1996, 1997, 1999 bis 2004 und 2008 betroffen sei. Am selben Tage &uuml;bermittelte es dem FA auch die Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen. Am 16.&nbsp;September 2015 stellte das zust&auml;ndige Amtsgericht das gegen die Kl&auml;gerin gef&uuml;hrte Steuerstrafverfahren vorl&auml;ufig gegen Zahlung einer Geldauflage ein (&sect;&nbsp;153a der Strafprozessordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 12.&nbsp;Oktober 2015 nahm die Kl&auml;gerin zu dem Schreiben des FA vom 28.&nbsp;August 2015 Stellung und gab dabei s&auml;mtliche Streitjahre an. Das FA wies am 26.&nbsp;November 2015 &#8211;neben Erl&auml;uterungen zur Sache&#8211; darauf hin, dass die &uuml;bersandten Unterlagen sich nur auf die Jahre ab 2007 (P-S.A.) bez&ouml;gen. Die Kl&auml;gerin erwiderte am 7.&nbsp;Dezember 2015 u.a., zwar betr&auml;fen die Unterlagen tats&auml;chlich nur die Jahre ab 2007; das FG habe sie aber unter Angabe der Streitjahre ab 1996 zur Stellungnahme aufgefordert. Das FG sei verpflichtet, die entstandene Verwirrung durch einen Hinweis aufzukl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 12.&nbsp;Januar 2016 kam es zu einem Telefongespr&auml;ch zwischen dem beim FG zust&auml;ndigen Senatsvorsitzenden und einem Vertreter des FA. Der Vorsitzende erkl&auml;rte, er halte wegen der neuen Sch&auml;tzungsunterlagen eine Er&ouml;rterung mit der Kl&auml;gerin f&uuml;r sinnvoll. Im Ergebnis sei mit einer wesentlich geringeren Steuerfestsetzung zu rechnen; ggf. sei eine Einigung m&ouml;glich. In einem Schreiben vom 25.&nbsp;Januar 2016 erl&auml;uterte er gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin, die Angabe der Streitjahre im gerichtlichen &Uuml;bersendungsschreiben vom 9.&nbsp;September 2015 habe auf einem Versehen beruht. Er werde sich der Lekt&uuml;re der Akten widmen und auf die Sache zur&uuml;ckkommen, sobald es seine Arbeitsbelastung zulasse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 8.&nbsp;Juli 2016 forderte der Vorsitzende die Steuerakten beim FA an. Am 18.&nbsp;Juli 2016 richtete er ein &#8211;mit 18&nbsp;Seiten sehr ausf&uuml;hrliches&#8211; Hinweisschreiben an die Beteiligten, das s&auml;mtliche Streitjahre betraf. Darin vertrat er vorl&auml;ufig die Auffassung, f&uuml;r die Jahre 1996 bis 2005 k&ouml;nne eine Steuerhinterziehung nicht nachgewiesen werden, so dass insoweit Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten sei. Dem FA stehe es aber frei, im Wege der Amtshilfe zus&auml;tzliche Unterlagen aus Luxemburg anzufordern und vorzulegen. F&uuml;r 2006 ergebe sich nach den neuen Erkenntnissen des FA eine Steuer von 0&nbsp;EUR. F&uuml;r die Jahre 2007 bis 2011 sei die Entscheidung im Feststellungsverfahren nach &sect;&nbsp;18 AStG abzuwarten; bis dahin seien diese Klageverfahren auszusetzen oder zum Ruhen zu bringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin wies das FG am 22.&nbsp;August 2016 auf die bereits eingetretene Bestandskraft der negativen Feststellungsbescheide nach &sect;&nbsp;18 AStG hin und erkl&auml;rte, sie stimme daher einem Ruhen oder einer Aussetzung der Klageverfahren nicht zu. Das FA regte mit Schreiben vom 8.&nbsp;September 2016 die Durchf&uuml;hrung eines Er&ouml;rterungstermins an. Es k&uuml;ndigte an, in diesem Termin die Sch&auml;tzungsgrundlagen darzulegen. Die Kl&auml;gerin lehnte dies im Schriftsatz vom 15.&nbsp;September 2016 ab und erkl&auml;rte, dem rechtlichen Hinweis des FG f&uuml;r die Streitjahre 1996 bis 2006 sei nichts hinzuzuf&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 22.&nbsp;September 2016 &#8211;zugestellt am 26.&nbsp;September 2016&#8211; setzte das FG der Kl&auml;gerin in den Verfahren wegen Einkommensteuer 2007 bis 2011 eine dreimonatige Frist nach &sect;&nbsp;79b Abs.&nbsp;2 FGO zur Vorlage umfangreicher Unterlagen. Die Kl&auml;gerin reichte am 15. bzw. 19.&nbsp;Dezember 2016 einen Teil der angeforderten Unterlagen ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 20.&nbsp;Dezember 2016 reichte das FA einen umfangreichen (achtseitigen) Schriftsatz mit zahlreichen Anlagen beim FG ein. Darin nahm es eine neue Sch&auml;tzung vor, die f&uuml;r die Jahre 1999, 2000 sowie 2004 bis 2006 keine Mehrsteuern im Vergleich zu denjenigen Steuerfestsetzungen auswies, die vor den &Auml;nderungen durch die Steuerfahndung bestanden hatten. Ferner wies es darauf hin, dass Luxemburg &#8211;entgegen der vom FG ge&auml;u&szlig;erten Einsch&auml;tzung&#8211; bei einfacher Steuerhinterziehung keine Amtshilfe leiste und die Ermittlungsm&ouml;glichkeiten der Finanzverwaltung daher ausgesch&ouml;pft seien. Die Kl&auml;gerin bat am 20.&nbsp;Januar 2017 um den Erlass von Abhilfebescheiden f&uuml;r die Jahre 1999, 2000 sowie 2004 bis 2006. Am 30.&nbsp;Januar 2017 erhob sie zur Einkommensteuer 2005 und 2006 eine weitere Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 14.&nbsp;M&auml;rz 2017 erlie&szlig; das FA ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 1996, 1997, 1999 bis 2004, 2006 bis 2008 und 2011, in denen es die Steuer jeweils herabsetzte. Da die Einkommensteuer f&uuml;r 2006 und 2011 nunmehr jeweils 0&nbsp;EUR betrug, erkl&auml;rte das FA am 14.&nbsp;M&auml;rz 2017 insoweit den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt. Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte am 21.&nbsp;M&auml;rz 2017 den Rechtsstreit f&uuml;r die Jahre 2004, 2006 und 2011 in der Hauptsache f&uuml;r erledigt und erhob im &Uuml;brigen inhaltliche Einwendungen gegen die Richtigkeit der &Auml;nderungsbescheide. Das FG, das die f&uuml;r die Jahre 2006 und 2011 bereits vorliegende Erledigungserkl&auml;rung des FA offenbar &uuml;bersehen hatte, bat das FA am 23.&nbsp;M&auml;rz 2017 um Erledigungserkl&auml;rungen f&uuml;r die Jahre 2004, 2006 und 2011, die das FA am 25.&nbsp;April 2017 abgab. Zugleich wies das FA darauf hin, es erwarte hinsichtlich der weiteren Streitjahre zu zwei Fragenkreisen noch eine Antwort der Steuerfahndung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschl&uuml;ssen vom 2.&nbsp;Mai 2017, die der Kl&auml;gerin am 8.&nbsp;Mai 2017 &uuml;bermittelt wurden, trennte das FG das Verfahren wegen Einkommensteuer 2004 aus dem wegen Einkommensteuer 1996, 1997, 1999 bis 2004 gef&uuml;hrten Verfahren 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13 ab und legte die Kosten insoweit dem FA auf. Ebenso legte es die Kosten des wegen Einkommensteuer 2006 gef&uuml;hrten Verfahrens 4&nbsp;K&nbsp;1870\/13 dem FA auf. Aus dem wegen Einkommensteuer 2007 sowie 2009 bis 2011 gef&uuml;hrten Verfahren 4&nbsp;K&nbsp;1890\/13 trennte es das Verfahren wegen Einkommensteuer 2011 ab und legte die Kosten insoweit der Kl&auml;gerin auf. Aufgrund einer Anh&ouml;rungsr&uuml;ge der Kl&auml;gerin &auml;nderte das FG diese Kostenentscheidung mit Beschluss vom 21.&nbsp;Juli 2017 und legte nun auch die Kosten dieses Verfahrens dem FA auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 16.&nbsp;Mai 2017 erhob die Kl&auml;gerin in den noch anh&auml;ngigen Verfahren erneut Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen. Am 18.&nbsp;Mai 2017 lud das FG in allen noch anh&auml;ngigen Verfahren f&uuml;r den 5.&nbsp;Juli 2017 zur m&uuml;ndlichen Verhandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 21.&nbsp;Juni 2017 wies das FG das FA darauf hin, dass sich nach den neuen Sch&auml;tzungsgrundlagen auch f&uuml;r die Einkommensteuer 2005 eine Steuer von 0&nbsp;EUR ergeben d&uuml;rfte. Das FA k&uuml;ndigte am 26.&nbsp;Juni 2017 den Erlass eines entsprechenden Abhilfebescheids an und erkl&auml;rte den Rechtsstreit insoweit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt. Am 3.&nbsp;Juli 2017 erkl&auml;rte auch die Kl&auml;gerin im Vertrauen auf den zugesagten Abhilfebescheid den Rechtsstreit insoweit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt. Das FG legte daraufhin mit Beschluss vom 3.&nbsp;Juli 2017 (den Beteiligten &uuml;bermittelt am 4.&nbsp;Juli 2017) die Kosten des Verfahrens 4&nbsp;K&nbsp;1878\/13 dem FA auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 26.&nbsp;Juni 2017 erteilte das FG den Beteiligten weitere umfangreiche rechtliche Hinweise. Daraufhin erkl&auml;rte das FA, auch hinsichtlich der Einkommensteuer 1997, 1999, 2003 und 2008 Abhilfebescheide erlassen zu wollen. Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte am 3. bzw. 4.&nbsp;Juli 2017 f&uuml;r die Einkommensteuer 1999 und 2008 den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt. Das FG trennte am 3.&nbsp;Juli 2017 den Rechtsstreit wegen Einkommensteuer 1999 aus dem Verfahren wegen Einkommensteuer 1996, 1997 und 1999 bis 2003 (4&nbsp;K&nbsp;1879\/13) ab und legte die Kosten insoweit dem FA auf. Nach Eingang der Erledigungserkl&auml;rung des FA zur Einkommensteuer 2008 legte es die Kosten des entsprechenden Verfahrens (4&nbsp;K&nbsp;1412\/13) mit Beschluss vom 21.&nbsp;Juli 2017 der Kl&auml;gerin auf. Hiergegen erhob die Kl&auml;gerin am 8.&nbsp;August 2017 Anh&ouml;rungsr&uuml;ge, die das FG am 28.&nbsp;September 2017 zur&uuml;ckwies.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der m&uuml;ndlichen Verhandlung am 5.&nbsp;Juli 2017 gab das FG der Klage im Verfahren 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13 (Einkommensteuer 1996, 1997, 2000 bis 2003) statt, da die regul&auml;re Festsetzungsfrist bei Erlass der angefochtenen &Auml;nderungsbescheide abgelaufen gewesen sei. Die verl&auml;ngerte Festsetzungsfrist sei mangels Nachweises einer Steuerhinterziehung nicht anwendbar. Im Verfahren 4&nbsp;K&nbsp;1890\/13 (Einkommensteuer 2009 und 2010) setzte das FG die Einkommensteuer 2009 herab und wies die Klage wegen der Einkommensteuer 2010 ab, da die Ertr&auml;ge der P-S.A. gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;42 AO unmittelbar der Kl&auml;gerin zuzurechnen seien. Die Urteile wurden den Beteiligten am 26.&nbsp;Juli 2017 zugestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits am 16.&nbsp;Mai 2017 hatte die Kl&auml;gerin beim FG wegen der Verfahren zur Einkommensteuer 2004 und 2006 Anspr&uuml;che auf Geldentsch&auml;digung wegen &uuml;berlanger Verfahrensdauer in H&ouml;he von jeweils 2.200&nbsp;EUR (22&nbsp;Monate Verz&ouml;gerung je Verfahren) geltend gemacht. Im Rubrum und in der Begr&uuml;ndung des Schreibens wegen Einkommensteuer 2004 gab sie die Aktenzeichen 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13 und 4&nbsp;K&nbsp;1195\/17 an. Ferner begehrte sie die Verzinsung der Anspr&uuml;che ab dem Zeitpunkt ihrer Geltendmachung sowie die Erstattung der Anwaltskosten f&uuml;r die au&szlig;ergerichtliche Geltendmachung der Anspr&uuml;che (144,47&nbsp;EUR je Verfahren). Das FG erwiderte am 17.&nbsp;Mai 2017, es sei f&uuml;r die Festsetzung von Entsch&auml;digungen nicht zust&auml;ndig. Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne ihr Begehren durch Klage beim Bundesfinanzhof (BFH) verfolgen. Nach einem Hinweis der Kl&auml;gerin auf die Senatsrechtsprechung zum Bestehen der M&ouml;glichkeit der au&szlig;ergerichtlichen Geltendmachung eines Entsch&auml;digungsanspruchs erkannte das FG am 13.&nbsp;Juni 2017 f&uuml;r die genannten Verfahren jeweils einen Entsch&auml;digungsanspruch von 1.100&nbsp;EUR f&uuml;r elf Monate (August 2015 bis Juni 2016) sowie die anteiligen Rechtsanwaltskosten (72,24&nbsp;EUR je Verfahren) an und zahlte diese Betr&auml;ge an die Kl&auml;gerin aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 15.&nbsp;August 2017 machte die Kl&auml;gerin zudem Entsch&auml;digungsanspr&uuml;che wegen des Verfahrens zur Einkommensteuer 2008 f&uuml;r 21&nbsp;Monate (Juli 2015 bis Juni 2016 sowie August 2016 bis April 2017) in H&ouml;he von 2.100&nbsp;EUR zzgl. vorgerichtlicher Anwaltskosten geltend. Das FG erkannte am 19.&nbsp;September 2017 einen Betrag von 1.200&nbsp;EUR f&uuml;r die Monate Juli 2015 bis Juni 2016 sowie anteilige Anwaltskosten von 114,38&nbsp;EUR an und zahlte diese Betr&auml;ge an die Kl&auml;gerin aus. Auch wegen des Verfahrens zur Einkommensteuer 2005 hat der Beklagte einen Entsch&auml;digungsbetrag von 1.100&nbsp;EUR vorgerichtlich anerkannt und gezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihren Entsch&auml;digungsklagen, die sich auf die Ausgangsverfahren wegen Einkommensteuer 2006 (4&nbsp;K&nbsp;1870\/13&nbsp;\/&nbsp;X&nbsp;K&nbsp;3\/17), Einkommensteuer 2005 (4&nbsp;K&nbsp;1878\/13&nbsp;\/&nbsp;X&nbsp;K&nbsp;4\/17), Einkommensteuer 1996, 1997, 2000 bis 2003 (4&nbsp;K&nbsp;1879\/13&nbsp;\/&nbsp;X&nbsp;K&nbsp;5\/17) sowie Einkommensteuer 2008 (4&nbsp;K&nbsp;1412\/13&nbsp;\/&nbsp;X&nbsp;K&nbsp;6\/17) beziehen, begehrt die Kl&auml;gerin weitere Entsch&auml;digungsbetr&auml;ge. Sie ist zun&auml;chst der Auffassung, &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG sei aufgrund der Verwendung zahlreicher unbestimmter Rechtsbegriffe nicht hinreichend bestimmt und daher verfassungswidrig. Die gesetzliche Regelung diene mehr der Abschreckung als dem verfassungs- und menschenrechtlich gebotenen Schutz der B&uuml;rger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen h&auml;tte das FG bei Zugrundelegung der Senatsrechtsprechung gut zwei Jahre nach Klageeingang mit der Bearbeitung beginnen m&uuml;ssen, im Hinblick auf das fortgeschrittene Alter der Kl&auml;gerin, das dem FG von Beginn an bekannt gewesen sei, auch wohl schon fr&uuml;her. Zudem wirke der gegen eine 78-J&auml;hrige erhobene Vorwurf der Steuerhinterziehung so schwer, dass sie an einem z&uuml;gigen Verfahrensabschluss interessiert gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dem FA im gerichtlichen Hinweisschreiben vom 18.&nbsp;Juli 2016 gesetzte Frist von gut zwei Monaten sei angesichts des hohen Alters der Kl&auml;gerin zu lang gewesen. Auch reiche es nicht aus, dass das FG nach Erteilung seines rechtlichen Hinweises nur die von den Beteiligten eingereichten Schrifts&auml;tze weitergeleitet habe, selbst aber weitere neun Monate lang nicht t&auml;tig geworden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die H&ouml;he der Entsch&auml;digung sollte im Hinblick auf das hohe Alter der Kl&auml;gerin und das objektiv mangelhaft durchgef&uuml;hrte Einspruchsverfahren den gesetzlichen Regelbetrag von 1.200&nbsp;EUR pro Jahr der Verz&ouml;gerung &uuml;bersteigen. Auch wegen der Zusammenveranlagung mit E erscheine eine Verdoppelung als angemessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein zus&auml;tzlicher, ebenfalls auszugleichender materieller Schaden liege in den Kosten, die der Kl&auml;gerin f&uuml;r die &#8211;teilweise erfolglose&#8211; vorgerichtliche Geltendmachung der Entsch&auml;digungsanspr&uuml;che entstanden seien. Zinsen seien nicht erst ab Rechtsh&auml;ngigkeit, sondern bereits ab der vorgerichtlichen Geltendmachung der Anspr&uuml;che zu zahlen, zumal der Beklagte auf einer derartigen vorgerichtlichen Geltendmachung bestehe. Aus menschenrechtlichen Gr&uuml;nden m&uuml;sse die Kostenentscheidung in Entsch&auml;digungsklageverfahren jedenfalls dann, wenn eine unangemessene Verfahrensdauer festgestellt werde, stets in vollem Umfang zu Lasten des Beklagten ergehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Bezug auf das Ausgangsverfahren 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13 (urspr&uuml;nglich wegen Einkommensteuer 1996, 1997 und 1999 bis 2004; am 2.&nbsp;Mai 2017 Abtrennung des Verfahrens wegen Einkommensteuer 2004; am 3.&nbsp;Juli 2017 Abtrennung des Verfahrens wegen Einkommensteuer 1999) tr&auml;gt die Kl&auml;gerin erg&auml;nzend vor, auch wenn die Abtrennungen erst kurz vor der Erledigung des gesamten Verfahrens vorgenommen worden seien, sei sie so zu stellen, als seien die Verfahren von Anfang an getrennt gef&uuml;hrt worden. Die vom Beklagten vorgerichtlich bereits anerkannte Entsch&auml;digung f&uuml;r das Verfahren wegen Einkommensteuer 2004 (1.100&nbsp;EUR) sei daher nicht auf den Entsch&auml;digungsanspruch wegen des beim FG verbliebenen und durch ein Urteil abgeschlossenen Ausgangsverfahrens wegen Einkommensteuer 1996, 1997 und 2000 bis 2003 anzurechnen. Ohnehin sei es ausgeschlossen, dass sich das vom Beklagten bereits am 13.&nbsp;Juni 2017 ausgesprochene Anerkenntnis auf das erst im Juli 2017 durch Urteil beendete Verfahren wegen Einkommensteuer 1996, 1997 und 2000 bis 2003 bezogen haben k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Bezug auf das Ausgangsverfahren wegen Einkommensteuer 2008 bringt die Kl&auml;gerin erg&auml;nzend vor, hier h&auml;tte das FG bereits ein Jahr nach Einlegung des Einspruchs t&auml;tig werden m&uuml;ssen, da es sich um eine Unt&auml;tigkeitsklage gehandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">den Beklagten zu verurteilen, an die Kl&auml;gerin<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;3\/17 wegen unangemessener Dauer des vor dem FG K&ouml;ln gef&uuml;hrten Verfahrens 4&nbsp;K&nbsp;1870\/13 (Einkommensteuer 2006) eine weitere Entsch&auml;digung von 900&nbsp;EUR,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;4\/17 wegen unangemessener Dauer des vor dem FG K&ouml;ln gef&uuml;hrten Verfahrens 4&nbsp;K&nbsp;1878\/13 (Einkommensteuer 2005) eine weitere Entsch&auml;digung von 900&nbsp;EUR,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;5\/17 wegen unangemessener Dauer des vor dem FG K&ouml;ln gef&uuml;hrten Verfahrens 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13 (Einkommensteuer 1996, 1997 und 2000 bis 2003) eine Entsch&auml;digung von 2.000&nbsp;EUR und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;6\/17 wegen unangemessener Dauer des vor dem FG K&ouml;ln gef&uuml;hrten Verfahrens 4&nbsp;K&nbsp;1412\/13 (Einkommensteuer 2008) eine weitere Entsch&auml;digung von 1.000&nbsp;EUR,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">jeweils zuz&uuml;glich Zinsen ab dem Zeitpunkt der vorgerichtlichen Geltendmachung, zu zahlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erg&auml;nzend f&uuml;hrt die Kl&auml;gerin aus, das Gericht m&ouml;ge &quot;bei Bedarf&quot; entscheiden, ob der gesetzliche Regelbetrag der Entsch&auml;digung zu verdoppeln sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte beantragt,<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; die Klagen abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ausgangsverfahren seien rechtlich komplex gewesen, da sie die Feststellung einer Steuerhinterziehung zum Gegenstand gehabt h&auml;tten. Da die Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen im Juli 2015 erhoben worden seien, k&ouml;nne der Verz&ouml;gerungszeitraum erst im August 2015 beginnen. Die vom FG im Hinweisschreiben vom 18.&nbsp;Juli 2016 gesetzte Zwei-Monats-Frist sei angesichts des erheblichen Umfangs dieser Hinweise angemessen gewesen. Seit diesem Hinweisschreiben sei keine Verz&ouml;gerung der Verfahren mehr eingetreten, da sich ein umfangreicher Schriftwechsel zwischen den Beteiligten entwickelt habe. Auch wenn das Gericht solche Schrifts&auml;tze nur weitergeleitet habe, habe dies der Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs gedient. Zudem sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Ausgangsverfahren jeweils mit Parallelverfahren verkn&uuml;pft gewesen seien, in denen sowohl eine Aktivit&auml;t des FG als auch weitere Aktivit&auml;ten der Beteiligten zu verzeichnen gewesen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die zum Verfahren wegen Einkommensteuer 2004 gezahlte Entsch&auml;digung beziehe sich auf das gesamte Ausgangsverfahren 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13. Der Entsch&auml;digungsanspruch sei auf das jeweilige Ausgangsverfahren, nicht aber auf dessen einzelne Streitgegenst&auml;nde bezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verfahren wegen Einkommensteuer 2008 sei es f&uuml;r die Angemessenheit der Verfahrensdauer irrelevant, dass es sich um eine Unt&auml;tigkeitsklage gehandelt habe. Insoweit werde allerdings f&uuml;r den Monat &quot;Juni 2017&quot; (so Bl.&nbsp;5 des Schriftsatzes des Beklagten vom 8.&nbsp;Dezember 2017; auf Bl.&nbsp;7 dieses Schriftsatzes ist von &quot;Juni 2016&quot; die Rede) ein weiterer Entsch&auml;digungsanspruch von 100&nbsp;EUR anerkannt und der Rechtsstreit insoweit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt. Die Kosten seien allerdings insoweit der Kl&auml;gerin aufzuerlegen, da sie f&uuml;r diesen Monat vorgerichtlich keine Entsch&auml;digung begehrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat in Hinblick auf die Einkommensteuer 2008 den Rechtsstreit ebenfalls f&uuml;r den Monat &quot;Juni 2017&quot; f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt. Sie ist der Auffassung, der Beklagte habe insoweit die Kosten zu tragen, da er den Anspruch zwar mit der Klageerwiderung (Schreiben vom 8.&nbsp;Dezember 2017) anerkannt, aber die daraus folgende Zahlung nicht sofort, sondern erst am 26.&nbsp;Januar 2018 geleistet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorsitzende des erkennenden Senats hat die Beteiligten darauf hingewiesen, die Erledigungserkl&auml;rung des Beklagten d&uuml;rfte nach dem Gesamtinhalt des Schriftsatzes vom 8.&nbsp;Dezember 2017 dahingehend auszulegen sein, dass sie sich auf den &quot;Juni 2015&quot; bezieht. Der Beklagte hat dieser Auslegung ausdr&uuml;cklich zugestimmt. Die Kl&auml;gerin hat demgegen&uuml;ber darauf bestanden, den Rechtsstreit nur f&uuml;r den Monat Juni 2017 f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vier Entsch&auml;digungsklageverfahren werden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO zu gemeinsamer Entscheidung verbunden. Die Verbindung entspricht wegen der im Wesentlichen gleichgelagerten Sachverhalte dem Gebot der Prozess&ouml;konomie.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;6\/17 ist es w&auml;hrend des Klageverfahrens nicht zu einer Teilerledigung des Rechtsstreits gekommen. Die Erledigungserkl&auml;rungen der Kl&auml;gerin und des Beklagten beziehen sich ausdr&uuml;cklich auf unterschiedliche Monate; sie stimmen daher nicht &uuml;berein. Der Senat entscheidet daher auch &uuml;ber diese Klage einheitlich durch Urteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">IV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klagen sind &#8211;mit Ausnahme eines geringf&uuml;gigen Zinsanspruchs im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;3\/17&#8212;- unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar war die Dauer der Ausgangsverfahren unangemessen (dazu unten&nbsp;1. bis&nbsp;3.). Der Kl&auml;gerin steht aber in keinem der Verfahren ein h&ouml;herer als der vom Beklagten bereits vor- bzw. au&szlig;ergerichtlich anerkannte und erf&uuml;llte Entsch&auml;digungsanspruch zu (unten 4.). Auch die geltend gemachten Anspr&uuml;che auf Rechtsh&auml;ngigkeits- und Verzugszinsen bestehen &#8211;mit Ausnahme eines geringf&uuml;gigen Anspruchs auf Verzugszinsen im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;3\/17&#8211; nicht (unten 5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG richtet sich die Angemessenheit der Verfahrensdauer nach den Umst&auml;nden des Einzelfalles, insbesondere nach der Schwierigkeit und Bedeutung des Verfahrens und nach dem Verhalten der Verfahrensbeteiligten und Dritter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Diese gesetzlichen Ma&szlig;st&auml;be beruhen auf der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte (EGMR) und des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG). Zur Vermeidung von Wiederholungen wird hierzu und zum Folgenden auf das Senatsurteil vom 7.&nbsp;November 2013 X&nbsp;K&nbsp;13\/12 (BFHE 243, 126, BStBl II 2014, 179, Rz&nbsp;48&nbsp;ff.) Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Entscheidung ist der Begriff der &quot;Angemessenheit&#8221; f&uuml;r Wertungen offen, die dem Spannungsverh&auml;ltnis zwischen dem Interesse an einem m&ouml;glichst z&uuml;gigen Abschluss des Rechtsstreits einerseits und anderen, ebenfalls hochrangigen sowie verfassungs- und menschenrechtlich verankerten prozessualen Grunds&auml;tzen &#8211;wie dem Anspruch auf Gew&auml;hrung eines effektiven Rechtsschutzes durch inhaltlich m&ouml;glichst zutreffende und qualitativ m&ouml;glichst hochwertige Entscheidungen, der Unabh&auml;ngigkeit der Richter und dem Anspruch auf den gesetzlichen Richter&#8211; Rechnung tragen. Danach darf die zeitliche Grenze bei der Bestimmung der Angemessenheit der Dauer des Ausgangsverfahrens nicht zu eng gezogen werden; dem Ausgangsgericht ist ein erheblicher Spielraum f&uuml;r die Gestaltung seines Verfahrens &#8211;auch in zeitlicher Hinsicht&#8211; einzur&auml;umen. Zwar schlie&szlig;t es die nach der Konzeption des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG vorzunehmende Einzelfallbetrachtung aus, im Rahmen der Auslegung der genannten Vorschrift konkrete Fristen zu bezeichnen, innerhalb der ein Verfahren im Regelfall abschlie&szlig;end erledigt sein sollte. Gleichwohl kann f&uuml;r ein finanzgerichtliches Klageverfahren, das im Vergleich zu dem typischen in dieser Gerichtsbarkeit zu bearbeitenden Verfahren keine wesentlichen Besonderheiten aufweist, die Vermutung aufgestellt werden, dass die Dauer des Verfahrens angemessen ist, wenn das Gericht gut zwei Jahre nach dem Eingang der Klage mit Ma&szlig;nahmen beginnt, die das Verfahren einer Entscheidung zuf&uuml;hren sollen, und die damit begonnene (&quot;dritte&quot;) Phase des Verfahrensablaufs nicht durch nennenswerte Zeitr&auml;ume unterbrochen wird, in denen das Gericht die Akte unbearbeitet l&auml;sst. Dies gilt nicht, wenn der Verfahrensbeteiligte rechtzeitig und in nachvollziehbarer Weise auf Umst&auml;nde hinweist, aus denen eine besondere Eilbed&uuml;rftigkeit des Verfahrens folgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat kann die &#8211;ohnehin mangels Auswertung der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des BVerfG nicht substantiiert vorgebrachte&#8211; Auffassung der Kl&auml;gerin, &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG sei mangels hinreichender inhaltlicher Bestimmtheit verfassungswidrig, nicht teilen. Wie die bisherige Rechtsentwicklung gezeigt hat, ist die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung in der Lage, die dort verwendeten Rechtsbegriffe auszulegen, zu konkretisieren und sie sowohl typisierend als auch einzelfallbezogen anzuwenden. In solchen F&auml;llen sind die verfassungsrechtlichen Bestimmtheitserfordernisse regelm&auml;&szlig;ig erf&uuml;llt (vgl. BVerfG-Beschluss vom 26.&nbsp;Juni 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2067\/07, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2008, 3346, unter III.2.b&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall liegen keine Besonderheiten vor, die dazu f&uuml;hren k&ouml;nnten, von der Anwendung der genannten Regelvermutung f&uuml;r die Angemessenheit der Dauer finanzgerichtlicher Verfahren abzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Anwendung der in &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG beispielhaft genannten Kriterien vermittelt im Streitfall kein einheitliches Bild.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin weist zwar zutreffend darauf hin, dass Verfahren, bei denen es um den Vorwurf der Steuerhinterziehung geht, grunds&auml;tzlich eine besondere Bedeutung f&uuml;r den davon betroffenen Steuerpflichtigen haben. Dies gilt vorliegend umso mehr, als bis September 2015 parallel auch ein Steuerstrafverfahren gegen die Kl&auml;gerin betrieben wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenl&auml;ufig ist aber zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Ausgangsverfahren durch einen deutlich &uuml;berdurchschnittlichen Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet waren. Zum einen waren zahlreiche schwierige rechtliche Wertungen vorzunehmen. Vor allem aber war die Feststellung des Sachverhalts &#8211;gerade auch angesichts der weitestgehend unterbliebenen Mitwirkung der Kl&auml;gerin an der Sachaufkl&auml;rung&#8211; besonders schwierig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der nur sehr reduzierten Mitwirkung der Kl&auml;gerin in den Ausgangsverfahren hat auch ihr eigenes Verhalten &#8211;ein weiteres der in &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG genannten Kriterien&#8211; nicht dazu beigetragen, die Verfahren zu f&ouml;rdern und zu einem z&uuml;gigen Abschluss zu bringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Besondere Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Eilbed&uuml;rftigkeit hat die Kl&auml;gerin weder innerhalb der zweij&auml;hrigen Regelfrist noch mit ihren nach gut zwei Jahren angebrachten Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen dem FG gegen&uuml;ber geltend gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Allerdings bringt die Kl&auml;gerin nunmehr vor, das FG h&auml;tte die Verfahren im Hinblick auf ihr hohes Alter beschleunigen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar kann das hohe Alter eines Verfahrensbeteiligten oder Zeugen durchaus ein Grund sein, ein Verfahren besonders zu beschleunigen und im Entsch&auml;digungsklageverfahren von der Anwendung der Regelvermutung f&uuml;r die Angemessenheit der Verfahrensdauer finanzgerichtlicher Klageverfahren abzusehen. Voraussetzung hierf&uuml;r ist aber &#8211;wie auch aus &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 GVG folgt&#8211;, dass das Ausgangsgericht diese besonderen Umst&auml;nde kennt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend hat die Kl&auml;gerin weder auf ein besonderes &#8211;altersbedingtes&#8211; Beschleunigungsbed&uuml;rfnis hingewiesen noch dem FG ihr Alter ausdr&uuml;cklich mitgeteilt. Zwar war das Geburtsdatum der Kl&auml;gerin in der &uuml;bersandten Prozessvollmacht erw&auml;hnt. Ein weiterer Anhaltspunkt, der R&uuml;ckschl&uuml;sse auf ein hohes Alter der Kl&auml;gerin zugelassen h&auml;tte, war die Angabe in der &#8211;trotz Verwendung einer kleinen Schrifttype immerhin zw&ouml;lfseitigen&#8211; Einspruchsentscheidung, die Kl&auml;gerin beziehe seit 1994 Altersrente. Das FG ist aber jedenfalls ohne einen besonderen Hinweis nicht verpflichtet, die im Rahmen der Klageerhebung und -begr&uuml;ndung &uuml;bersandten Unterlagen sofort von Amts wegen darauf durchzusehen, ob sich daraus Anhaltspunkte f&uuml;r ein besonders hohes Alter des Verfahrensbeteiligten und eine damit eventuell verbundene Beschleunigungsnotwendigkeit ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ob f&uuml;r die Bearbeitung einer Unt&auml;tigkeitsklage generell ein besonderes Beschleunigungsgebot besteht, kann der Senat im Rahmen der vorliegend zu treffenden Entscheidung offenlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein solches Gebot besteht n&auml;mlich jedenfalls dann nicht, wenn die Unt&auml;tigkeitsklage noch vor Ablauf der gesetzlichen Sechs-Monats-Frist des &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO erhoben wird &#8211;die Sachentscheidungsvoraussetzungen also gar nicht erf&uuml;llt sind (vgl. hierzu BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2006 VI&nbsp;B&nbsp;78\/04, BFHE 211, 433, BStBl II 2006, 430, unter 3.)&#8211; und sich dem FG keine Anhaltspunkte f&uuml;r ein besonderes Beschleunigungsbed&uuml;rfnis aufdr&auml;ngen. So liegt es hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Daher ist eine Betrachtung der konkreten Verfahrensabl&auml;ufe unter Ber&uuml;cksichtigung der Regelvermutung f&uuml;r die Angemessenheit der Dauer finanzgerichtlicher Klageverfahren vorzunehmen. Diese f&uuml;hrt zu dem Ergebnis, dass im Entsch&auml;digungsklageverfahren X&nbsp;K&nbsp;3\/17 (Ausgangsverfahren 4&nbsp;K&nbsp;1870\/13 wegen Einkommensteuer 2006) eine unangemessene Verfahrensdauer von acht Monaten anzunehmen ist. In den Entsch&auml;digungsklageverfahren X&nbsp;K&nbsp;4\/17 (Ausgangsverfahren 4&nbsp;K&nbsp;1878\/13 wegen Einkommensteuer 2005), X&nbsp;K&nbsp;5\/17 (Ausgangsverfahren 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13 wegen Einkommensteuer 1996, 1997 und 2000 bis 2003) und X&nbsp;K&nbsp;6\/17 (Ausgangsverfahren 4&nbsp;K&nbsp;1412\/13 wegen Einkommensteuer 2008) bel&auml;uft sich die unangemessene Verfahrensdauer auf jeweils sieben Monate.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In dem seit dem 7.&nbsp;Mai 2013 beim FG anh&auml;ngigen Verfahren wegen Einkommensteuer 2008 endete der Wechsel der vorbereitenden Schrifts&auml;tze am 30.&nbsp;Januar 2014. In den seit dem 20.&nbsp;Juni 2013 anh&auml;ngigen weiteren Ausgangsverfahren endete der Schriftsatzaustausch am 17. bzw. 31.&nbsp;Juli 2013.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Geht man nach den vorstehend unter 1.a dargelegten Grunds&auml;tzen davon aus, dass die Angemessenheit der Verfahrensdauer zu vermuten ist, wenn das Gericht gut zwei Jahre nach dem Eingang der Klage mit Ma&szlig;nahmen beginnt, die das Verfahren einer Entscheidung zuf&uuml;hren sollen, h&auml;tte das FG die Verfahren ab Juni 2015 (Einkommensteuer 2008) bzw.&nbsp;Juli 2015 (die &uuml;brigen Ausgangsverfahren) aufgreifen und durch kontinuierliches T&auml;tigwerden zur Entscheidung f&uuml;hren m&uuml;ssen. Tats&auml;chlich ist es aber in allen Verfahren &#8211;trotz Erhebung ordnungsgem&auml;&szlig;er Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen im Juli 2015&#8211; zun&auml;chst nicht t&auml;tig geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Monats Juli 2015 &#8211;im Verfahren wegen Einkommensteuer 2008 auch w&auml;hrend des Monats Juni 2015&#8211; sind daher s&auml;mtliche Ausgangsverfahren unangemessen verz&ouml;gert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin ist aber allein aus dem Umstand, dass das FG auf die Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen nicht reagiert hat, kein zus&auml;tzlicher Verz&ouml;gerungszeitraum abzuleiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Von August bis Dezember 2015 ist es sodann durchg&auml;ngig zu einem neuen Schriftsatzaustausch zwischen den Beteiligten gekommen. Gerichtliche Aktivit&auml;ten haben in diesem Zeitraum allerdings &#8211;abgesehen von der &Uuml;bermittlung der eingehenden Schrifts&auml;tze an den jeweils anderen Beteiligten&#8211; nicht stattgefunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dieser Schriftsatzaustausch wurde dadurch ausgel&ouml;st, dass das FA am 28.&nbsp;August 2015 umfangreiche neue Unterlagen der Steuerfahndung in das Verfahren eingef&uuml;hrt hatte. Im entsprechenden &Uuml;bersendungsschreiben hatte es allerdings nur die Streitjahre 2007 bis 2011 bezeichnet. Jedenfalls auf diese Jahre &#8211;und damit auch auf die Einkommensteuer 2008, die Gegenstand des Entsch&auml;digungsklageverfahrens X&nbsp;K&nbsp;6\/17 ist&#8211; bezog sich der bis einschlie&szlig;lich Dezember 2015 ununterbrochen andauernde weitere Schriftsatzaustausch zwischen den Beteiligten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter den besonderen Umst&auml;nden des Streitfalls ist die Dauer dieses Schriftsatzaustausches f&uuml;r das Verfahren wegen Einkommensteuer 2008 ungeachtet dessen, dass diese Phase des Verfahrens durch das FG nicht begleitet, gelenkt oder gef&ouml;rdert wurde, als angemessen zu w&uuml;rdigen. Der Beklagte hat hierzu die Auffassung vertreten, auch ein Schriftsatzaustausch, der ohne F&ouml;rderung durch das Ausgangsgericht stattfinde, diene der Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs; eine Entscheidung des Gerichts sei daher vor Ablauf der letzten Stellungnahmefrist ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>69<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ist im Ausgangspunkt zutreffend. Allerdings verdichtet sich mit zunehmender Verfahrensdauer die Pflicht des Gerichts, sich nachhaltig um eine F&ouml;rderung, Beschleunigung und Beendigung des Verfahrens zu bem&uuml;hen (BVerfG-Beschluss vom 27.&nbsp;Juli 2004&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1196\/04, NJW 2004, 3320, unter II.2.a, m.w.N.; Senatsurteil in BFHE 243, 126, BStBl II 2014, 179, Rz&nbsp;55). Daher darf sich das Gericht jedenfalls in einem Verfahren, dessen Dauer bereits als deutlich unangemessen anzusehen ist, nicht mehr auf die blo&szlig;e Weiterleitung eingehender Schrifts&auml;tze beschr&auml;nken, sondern muss das Verfahren aktiv f&ouml;rdern. Das vorliegende Verfahren weist indes die Besonderheit auf, dass das FA im August 2015 umfassende neue Sch&auml;tzungsgrundlagen vorgelegt hat. Da die Kl&auml;gerin an der Sachverhaltsaufkl&auml;rung nicht mitgewirkt, sondern schlicht abgewartet hatte, ob das FA durch eigene Ermittlungen im nicht kooperierenden Ausland weitere Beweismittel w&uuml;rde erlangen k&ouml;nnen, kann sich die hierdurch verursachte Verfahrensverz&ouml;gerung im sp&auml;teren Entsch&auml;digungsprozess nicht zu Gunsten der &#8211;insoweit bewusst unt&auml;tig gebliebenen&#8211; Kl&auml;gerin auswirken. Der erneute Schriftwechsel war also unter den besonderen Umst&auml;nden des vorliegenden Verfahrens sachgerecht und bedeutet daher keine unangemessene Verfahrensdauer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>70<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat kann auch nicht feststellen, dass der von August bis Dezember 2015 dauernde Schriftsatzaustausch k&uuml;rzer ausgefallen w&auml;re, wenn das FG lenkende Hinweise gegeben h&auml;tte. Die Schrifts&auml;tze der Beteiligten folgten recht schnell aufeinander und waren inhaltlich zielgerichtet. Zudem waren die Ausgangsverfahren in diesem Zeitraum &#8211;in Bezug auf die Einkommensteuer 2008 zwei Monate nach Beginn der objektiven Verz&ouml;gerung&#8211; noch nicht allzu stark verz&ouml;gert. Da sich die Pflicht des FG zur Verfahrensf&ouml;rderung mit zunehmender Verfahrensdauer immer mehr verdichtet, ist sie zu Beginn des objektiven Verz&ouml;gerungszeitraums weniger stark ausgepr&auml;gt als in einem Verfahren, dessen Dauer bereits als deutlich unangemessen zu bewerten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>71<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dar&uuml;ber hinaus entfaltet dieser &#8211;unmittelbar nur f&uuml;r die Einkommensteuer 2007 bis 2011 eingeleitete&#8211; Schriftsatzaustausch aufgrund der Besonderheiten des zugrunde liegenden Sachverhalts aber auch Wirkungen f&uuml;r die &uuml;brigen Ausgangsverfahren, so dass deren Dauer in den Monaten August bis Dezember 2015 ebenfalls nicht als unangemessen angesehen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>72<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies folgt allerdings nicht bereits daraus, dass das FG bei der Weiterleitung der vom FA am 28.&nbsp;August 2015 &uuml;bermittelten Unterlagen an die Kl&auml;gerin aufgrund eines Versehens zus&auml;tzliche Streitjahre angegeben hatte. Allein ein solches Versehen des Gerichts k&ouml;nnte f&uuml;r objektiv nicht von einem Schriftsatzaustausch betroffene Jahre nicht dazu f&uuml;hren, dass die Verfahrensdauer auch insoweit als angemessen anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>73<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei wertender Betrachtung waren aber objektiv s&auml;mtliche Ausgangsverfahren von den neuen Sch&auml;tzungsgrundlagen des FA betroffen. Im Vermerk der Steuerfahndung vom 30.&nbsp;April 2015 wurde mitgeteilt, dass nunmehr erstmals &quot;belastbare Werte&quot; des Verm&ouml;gens zum 31.&nbsp;Dezember 2004 und auch die Struktur des angelegten Verm&ouml;gens bekannt geworden waren. Im erg&auml;nzenden Vermerk der Steuerfahndung vom 27.&nbsp;August 2015 waren erstmals Kontost&auml;nde des Nummernkontos ab 1998 ermittelt worden. Die vom FA im August 2015 &uuml;bersandten Unterlagen haben sich auch tats&auml;chlich f&ouml;rdernd auf s&auml;mtliche Ausgangsverfahren &#8211;nicht nur auf die im &Uuml;bersendungsschreiben bezeichneten Veranlagungszeitr&auml;ume 2007 bis 2011&#8211; ausgewirkt. Zun&auml;chst hat der Senatsvorsitzende des FG in seinem Hinweisschreiben vom 18.&nbsp;Juli 2016 (dort bezogen auf das Jahr 2006) eine Auswirkung dieser Unterlagen auch auf Vorjahre bejaht, insbesondere im Hinblick auf die nunmehr erstmals bekannt gewordene Struktur des angelegten Kapitalverm&ouml;gens. Auch die sp&auml;teren, s&auml;mtliche Streitjahre betreffenden (Teil-)Abhilfebescheide des FA beruhten auf den Erkenntnissen, die das FA im August 2015 in die Verfahren eingef&uuml;hrt hatte und die den neuen Schriftsatzaustausch ausgel&ouml;st hatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>74<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Januar 2016 ist das FG &#8211;in Gestalt des dortigen Senatsvorsitzenden&#8211; mehrfach t&auml;tig geworden. Der Vorsitzende hat zun&auml;chst mit dem FA telefoniert und anschlie&szlig;end einen entsprechenden Hinweis an die Kl&auml;gerin erteilt. Die Verfahrensdauer ist daher in Bezug auf den Januar 2016 f&uuml;r s&auml;mtliche Ausgangsverfahren als angemessen zu werten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>75<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Von Februar bis Juni 2016 ist hingegen keine Aktivit&auml;t des FG festzustellen, obwohl s&auml;mtliche Ausgangsverfahren bereits verz&ouml;gert waren. In Bezug auf diese Monate ist die Verfahrensdauer als unangemessen anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>76<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) In den Monaten Juli bis September 2016 ist keine weitere Verz&ouml;gerung eingetreten. Der Vorsitzende hat am 18.&nbsp;Juli 2016 einen umfangreichen rechtlichen Hinweis an die Verfahrensbeteiligten gerichtet. Anders als die Kl&auml;gerin meint, war die darin gesetzte zweimonatige Stellungnahmefrist angesichts des erheblichen Umfangs der Hinweisverf&uuml;gung keinesfalls zu lang. Im &Uuml;brigen haben weder die Kl&auml;gerin noch das FA die Zwei-Monats-Frist ausgesch&ouml;pft, so dass diese objektiv nicht zu einer weiteren Verz&ouml;gerung des Verfahrens gef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>77<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Monaten August und September 2016 kam es &#8211;ausgel&ouml;st durch die Hinweisverf&uuml;gung des FG&#8211; zu weiterem Schriftwechsel der Beteiligten. Am 22.&nbsp;September 2016 richtete der Senatsvorsitzende zudem in den Verfahren wegen Einkommensteuer 2007 bis 2011 eine umfangreiche Aufkl&auml;rungsanordnung nach &sect;&nbsp;79b Abs.&nbsp;2 FGO an die Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>78<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) In den Monaten Oktober und November 2016 sind zwar keine weiteren Aktivit&auml;ten in den Ausgangsverfahren zu verzeichnen. Allerdings war hier die Beantwortung der vom FG an die Kl&auml;gerin gerichteten Aufkl&auml;rungsverf&uuml;gung abzuwarten. Die gesetzte Frist von drei Monaten war angesichts des erheblichen Umfangs der angeforderten Unterlagen noch angemessen und zudem im eigenen Interesse der Kl&auml;gerin. Sie hat diese Frist auch tats&auml;chlich ausgesch&ouml;pft und die Unterlagen nicht etwa vorfristig eingereicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>79<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Aufkl&auml;rungsverf&uuml;gung bezog sich indes unmittelbar nur auf die Jahre 2007 bis 2011. Daher ist die Zeit des entsprechenden Fristenlaufs zun&auml;chst nur in Bezug auf das Entsch&auml;digungsklageverfahren X&nbsp;K&nbsp;6\/17 (Einkommensteuer 2008) als angemessen anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>80<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dar&uuml;ber hinaus ist aber in Bezug auf diese Zeit des Fristenlaufs auch f&uuml;r die &uuml;brigen &#8211;nicht unmittelbar von der Aufkl&auml;rungsanordnung ber&uuml;hrten&#8211; Ausgangsverfahren ebenfalls keine Verz&ouml;gerung anzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>81<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat bereits entschieden, dass der dem Gericht zukommende Gestaltungsspielraum auch die Befugnis umfasst, eines von mehreren anh&auml;ngigen Parallelverfahren als Leitverfahren zu behandeln und vordringlich zu f&ouml;rdern, wenn zu erwarten ist, dass die dort gewonnenen Erkenntnisse auch f&uuml;r die &uuml;brigen Verfahren von Bedeutung sind. Solange das Leitverfahren bearbeitet wird, ist es vertretbar, die Parallelverfahren faktisch auszusetzen (BVerwG-Urteil vom 14.&nbsp;November 2016&nbsp;&nbsp;5&nbsp;C&nbsp;10\/15&nbsp;D, BVerwGE 156, 229, Rz&nbsp;155).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>82<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So liegt es hier. Es war jedenfalls nicht ausgeschlossen, von der Aufkl&auml;rung der Verh&auml;ltnisse f&uuml;r die Jahre ab 2007 auch R&uuml;ckschl&uuml;sse f&uuml;r die Vorjahre bis 2006 zu erwarten, da in allen Jahren letztlich dasselbe Kapitalverm&ouml;gen ertragbringend angelegt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>83<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) In den Monaten Dezember 2016 und Januar 2017 kam es aufgrund der Vorlage einer neuen Sch&auml;tzung des FA, die s&auml;mtliche Streitjahre betraf, zu einem weiteren Schriftsatzaustausch zwischen den Beteiligten. Auch wenn das FG in diesem Stadium erneut nicht lenkend und f&ouml;rdernd t&auml;tig geworden ist, sind diese zwei Monate als Teil der angemessenen Verfahrensdauer anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>84<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>h) Demgegen&uuml;ber ist im Monat Februar 2017 keine Aktivit&auml;t in den Ausgangsverfahren erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>85<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In dem Verfahren 4&nbsp;K&nbsp;1412\/13 liefen allerdings f&uuml;r beide Beteiligte noch Stellungnahmefristen, die das FG jeweils bis zum 5.&nbsp;M&auml;rz 2017 gesetzt hatte. In Bezug auf die Einkommensteuer 2008 war das FA um Stellungnahme zu den von der Kl&auml;gerin am 15. bzw. 19.&nbsp;Dezember 2016 eingereichten Unterlagen gebeten worden. Angesichts des Umfangs dieser Unterlagen war die Dauer der gesetzten Frist angemessen. Dieses Verfahren ist daher im Februar 2017 nicht unangemessen verz&ouml;gert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>86<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Anders ist die Situation in Bezug auf die anderen Verfahren zu beurteilen. Zwar hatte das FG der Kl&auml;gerin eine Frist bis zum 5.&nbsp;M&auml;rz 2017 zur Stellungnahme auf den Schriftsatz des FA vom 20.&nbsp;Dezember 2016 einger&auml;umt. Die Kl&auml;gerin hatte aber bereits mit Schreiben vom 20. und 30.&nbsp;Januar 2017 deutlich zu erkennen gegeben, dass sie die Verfahren f&uuml;r entscheidungsreif hielt und keine weitere Stellungnahme abgeben m&ouml;chte. Daher h&auml;tte das FG diese Verfahren z&uuml;gig weiter f&ouml;rdern m&uuml;ssen. Hinzu kommt, dass das FG schon in den Vormonaten (seit September 2016) nicht mehr selbst t&auml;tig geworden war, sondern sich auf die blo&szlig;e Weiterleitung der von den Beteiligten eingereichten Schrifts&auml;tze beschr&auml;nkt hatte. Zudem hatte sich die Pflicht des FG zur F&ouml;rderung der bereits verz&ouml;gerten Verfahren in diesem Zeitpunkt bereits in st&auml;rkerem Ma&szlig;e verdichtet als beispielsweise noch im Zeitraum August bis Dezember 2015 (dazu oben&nbsp;b&nbsp;aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>87<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>i) Im M&auml;rz 2017 hat das FA Teilabhilfebescheide f&uuml;r s&auml;mtliche Streitjahre mit Ausnahme des Jahres 2005 erlassen. Schon wegen der Notwendigkeit, diese Bescheide &#8211;als neue Gegenst&auml;nde der Ausgangsverfahren (&sect;&nbsp;68 FGO)&#8211; pr&uuml;fen zu m&uuml;ssen, ist die Verfahrensdauer in Bezug auf diesen Monat als angemessen anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>88<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt auch im Hinblick auf das Verfahren wegen Einkommensteuer 2005. Zwar ist hier aufgrund der Regelungen der Kleinbetragsverordnung kein &Auml;nderungsbescheid ergangen. Dies hatte das FA am 3.&nbsp;M&auml;rz 2017 aber ausdr&uuml;cklich mitgeteilt, so dass auch insoweit eine &Uuml;berpr&uuml;fungsnotwendigkeit des FG gegeben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>89<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>j) Im April 2017 ist es in Bezug auf das Verfahren wegen Einkommensteuer 2006 zu einer Verz&ouml;gerung gekommen, da die &uuml;bereinstimmenden Erledigungserkl&auml;rungen der Beteiligten bereits am 14. bzw. 21.&nbsp;M&auml;rz 2017 abgegeben, vom FG aber zun&auml;chst &uuml;bersehen wurden. Das FG h&auml;tte den einfachen Kostenbeschluss ohne Weiteres sp&auml;testens im April 2017 treffen k&ouml;nnen, ist tats&auml;chlich aber erst im Mai 2017 t&auml;tig geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>90<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den &uuml;brigen Verfahren war das FG im April 2017 noch an einer Entscheidung gehindert, da das FA angek&uuml;ndigt hatte, die Steuerfahndung werde zu zwei &#8211;n&auml;her bezeichneten&#8211; Punkten noch Stellung nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>91<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>k) Ab Mai 2017 ist das FG in s&auml;mtlichen Ausgangsverfahren bis zu deren abschlie&szlig;ender Erledigung ununterbrochen t&auml;tig geworden. So hat es im Mai 2017 die Verfahren wegen der Einkommensteuer 2004 und 2006 erledigt und in allen &uuml;brigen Verfahren zur m&uuml;ndlichen Verhandlung geladen. Im Juni 2017 hat es in allen noch anh&auml;ngigen Verfahren umfangreiche rechtliche Hinweise erteilt. Im Juli 2017 hat es die m&uuml;ndlichen Verhandlungen durchgef&uuml;hrt und auch die Urteile abgefasst und zugestellt. Soweit in den Monaten August und September 2017 im Verfahren wegen Einkommensteuer 2008 noch eine Anh&ouml;rungsr&uuml;ge der Kl&auml;gerin zu bearbeiten war, ist auch dies ohne Verz&ouml;gerung geschehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>92<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>l) Im Ergebnis ist die Verfahrensdauer damit f&uuml;r s&auml;mtliche Verfahren in den Monaten Juli 2015 sowie Februar bis Juni 2016 als unangemessen anzusehen. F&uuml;r die Einkommensteuer 2008 kommt zus&auml;tzlich der Monat Juni 2015 hinzu, f&uuml;r die &uuml;brigen Verfahren der Monat Februar 2017 (insgesamt sieben Monate je Ausgangsverfahren). F&uuml;r das Verfahren wegen Einkommensteuer 2006 ist zus&auml;tzlich noch der Monat April 2017 der unangemessenen Verfahrensdauer zuzurechnen (insoweit acht Monate unangemessene Verfahrensdauer).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>93<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Beklagte hat vor- und au&szlig;ergerichtlich in den Entsch&auml;digungsklageverfahren X&nbsp;K&nbsp;3-5\/17 jeweils Geldentsch&auml;digungen von 1.100&nbsp;EUR (f&uuml;r je elf Monate) und im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;6\/17 eine Geldentsch&auml;digung von 1.300&nbsp;EUR (f&uuml;r 13&nbsp;Monate) anerkannt und geleistet. Da sich die tats&auml;chlich unangemessenen Teile der Verfahrensdauern im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;3\/17 auf acht Monate und in den Verfahren X&nbsp;K&nbsp;4-6\/17 auf sieben Monate belaufen (dazu oben&nbsp;3.), der gesetzliche Regelbetrag der Geldentsch&auml;digung vorliegend nicht zu erh&ouml;hen ist (unten&nbsp;a) und der f&uuml;r das abgetrennte Verfahren zur Einkommensteuer 2004 vorgerichtlich gezahlte Entsch&auml;digungsbetrag auf das gesamte Ausgangsverfahren wegen Einkommensteuer 1996, 1997 und 1999 bis 2004 anzurechnen ist (unten&nbsp;b), steht der Kl&auml;gerin keine weitere Entsch&auml;digung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>94<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Vorliegend sind keine Umst&auml;nde daf&uuml;r gegeben, dass der in &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 GVG genannte Regelbetrag von 1.200&nbsp;EUR f&uuml;r jedes Jahr der Verz&ouml;gerung unbillig (&sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz 4 GVG) sein k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>95<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin macht in diesem Zusammenhang geltend, der Regelbetrag der Geldentsch&auml;digung f&uuml;r Nichtverm&ouml;genssch&auml;den sei wegen ihres hohen Alters, des mangelhaft gef&uuml;hrten Verwaltungsverfahrens und der Zusammenveranlagung mit E zu verdoppeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>96<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem ist zu entgegnen, dass &#8211;gerade angesichts der nahezu vollst&auml;ndig fehlenden Mitwirkung der Kl&auml;gerin und der Notwendigkeit, Ermittlungen im Ausland durchf&uuml;hren zu m&uuml;ssen&#8211; keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine Mangelhaftigkeit des Verwaltungsverfahrens bestehen. Zudem hat die Dauer des Verwaltungsverfahrens ohnehin keinen Einfluss auf die Beurteilung der Angemessenheit der Dauer des gerichtlichen Verfahrens (Senatsbeschluss vom 26.&nbsp;Juli 2012 X&nbsp;S&nbsp;18\/12 (PKH), BFH\/NV 2012, 1822, Rz&nbsp;4&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>97<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf ihr hohes Alter hat die Kl&auml;gerin in den Ausgangsverfahren weder hingewiesen noch musste sich dies dem FG aus den Unterlagen, die die Kl&auml;gerin dem FG vorgelegt hatte, aufdr&auml;ngen (dazu oben 2.b&nbsp;aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>98<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zusammenveranlagung mit E kann schon deshalb nicht zu einer Verdoppelung des Entsch&auml;digungsbetrags f&uuml;hren, weil E &#8211;der bereits vor Erlass der in den Ausgangsverfahren angefochtenen Bescheide verstorben war&#8211; an den verz&ouml;gerten Ausgangsverfahren gar nicht beteiligt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>99<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der f&uuml;r das abgetrennte Verfahren zur Einkommensteuer 2004 vorgerichtlich gezahlte Entsch&auml;digungsbetrag ist auf das gesamte wegen der Einkommensteuer 1996, 1997 und 1999 bis 2004 gef&uuml;hrte Ausgangsverfahren 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13 anzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>100<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Dauer dieses Ausgangsverfahrens war in Bezug auf die Monate Juli 2015, Februar bis Juni 2016 sowie Februar 2017 als unangemessen anzusehen (siehe oben 3.l). In all diesen Monaten ist das verz&ouml;gerte Ausgangsverfahren noch einheitlich gef&uuml;hrt worden. Erst am 2.&nbsp;Mai 2017 &#8211;nachdem die gesamte Verz&ouml;gerung bereits eingetreten war&#8211; ist das Verfahren wegen Einkommensteuer 2004 unter dem neuen Aktenzeichen 4&nbsp;K&nbsp;1195\/17 aus dem Verfahren 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13 abgetrennt und mit Kostenbeschluss vom selben Tage beendet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>101<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor der Abtrennung war in Bezug auf die Einkommensteuer 1996, 1997 und 1999 bis 2004 nur ein einziges Verfahren beim FG anh&auml;ngig. Hierf&uuml;r entsteht bei einer unangemessenen Verfahrensdauer nur ein einziger &#8211;einheitlicher&#8211; Entsch&auml;digungsanspruch. In F&auml;llen der objektiven Klageh&auml;ufung vervielfacht sich der Entsch&auml;digungsanspruch &#8211;im Gegensatz zur subjektiven Klageh&auml;ufung&#8211; nicht (so bereits Senatsurteil vom 12.&nbsp;Juli 2017 X&nbsp;K&nbsp;3-7\/16, BFHE 259, 393, BStBl II 2018, 103, Rz&nbsp;57).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>102<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach deckt die vom Beklagten vorgerichtlich insoweit gezahlte Entsch&auml;digung nicht allein isoliert die im Verfahren wegen Einkommensteuer 2004 eingetretene Verz&ouml;gerung, sondern die gesamte Verz&ouml;gerung der Ausgangsverfahren 4&nbsp;K&nbsp;1879\/13 und 4&nbsp;K&nbsp;1195\/17 ab. Hierf&uuml;r sprechen schon die von der Kl&auml;gerin selbst in dem Schriftsatz, mit dem sie ihren Entsch&auml;digungsanspruch vorgerichtlich geltend gemacht hatte, gew&auml;hlten Formulierungen. Darin hatte sie beide Aktenzeichen angegeben, den geltend gemachten Anspruch also selbst ausdr&uuml;cklich auch auf das urspr&uuml;ngliche Verfahren bezogen. Auch das Antwortschreiben des Beklagten vom 13.&nbsp;Juni 2017, mit dem er den Anspruch teilweise anerkannt hatte, bezog sich eindeutig auf das gesamte Verfahren wegen Einkommensteuer 1996, 1997 sowie 1999 bis 2004, nicht aber ausschlie&szlig;lich auf das sp&auml;ter abgetrennte Verfahren wegen Einkommensteuer 2004.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>103<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nicht &uuml;berzeugen kann demgegen&uuml;ber die Argumentation der Kl&auml;gerin, ein Anerkenntnis vom 13.&nbsp;Juni 2017 k&ouml;nne sich nicht auf ein Verfahren beziehen, das erst im Juli 2017 beendet worden sei. Denn ein Anspruch auf Entsch&auml;digung wegen &uuml;berlanger Verfahrensdauer kann bereits vor dem rechtskr&auml;ftigen Abschluss des Ausgangsverfahrens geltend gemacht &#8211;und damit auch erf&uuml;llt&#8211; werden, wie &sect;&nbsp;201 Abs.&nbsp;3 GVG zweifelsfrei zeigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>104<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Danach kann offenbleiben, ob die Anwaltskosten f&uuml;r die teilweise vergebliche au&szlig;ergerichtliche Geltendmachung des Entsch&auml;digungsanspruchs einen materiellen Schaden darstellen, der im Rahmen der Entsch&auml;digungsklage auszugleichen sein k&ouml;nnte. Diese Frage w&uuml;rde sich nur stellen, wenn der Kl&auml;gerin eine h&ouml;here Entsch&auml;digung zust&uuml;nde als bisher vom Beklagten anerkannt worden ist. Dies ist aber nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>105<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unabh&auml;ngig davon neigt der Senat aber zu der Auffassung, dass die Erstattung vorgerichtlicher Rechtsverfolgungskosten &#8211;wie auch in allen anderen Verfahrensarten&#8211; nicht dem Entsch&auml;digungsklageverfahren als solchem, sondern dem nachgehenden Kostenfestsetzungsverfahren zuzuordnen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>106<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auch soweit die Kl&auml;gerin vorgerichtlich erfolgreich war, steht ihr nur ein geringf&uuml;giger Teil des geltend gemachten Zinsanspruchs zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>107<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Anspruch auf Geldentsch&auml;digung ist auch in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Gerichtsbarkeiten ab Eintritt der Rechtsh&auml;ngigkeit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;291 i.V.m. &sect;&nbsp;288 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) mit f&uuml;nf Prozentpunkten &uuml;ber dem Basiszinssatz zu verzinsen (Senatsurteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2014 X&nbsp;K&nbsp;8\/13, BFHE 244, 521, BStBl II 2014, 584, Rz&nbsp;39&nbsp;ff.). Da die Entsch&auml;digungsklagen indes erfolglos geblieben sind, kommen Rechtsh&auml;ngigkeitszinsen nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>108<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein weitergehender Zinsanspruch k&ouml;nnte sich nur unter dem Gesichtspunkt des Verzugs ergeben (&sect;&nbsp;288 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB). Dies setzt aber grunds&auml;tzlich eine vorherige Mahnung voraus, die nach dem Eintritt der F&auml;lligkeit der Schuld ausgesprochen worden sein muss (&sect;&nbsp;286 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>109<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Mahnung l&auml;sst sich den von den Beteiligten vorgelegten Unterlagen nur in Bezug auf den vom Beklagten anerkannten Entsch&auml;digungsanspruch zur Einkommensteuer 2006 entnehmen (Schreiben der Kl&auml;gerin vom 7.&nbsp;Juli 2017). Da der Beklagte die Hauptforderung am 14.&nbsp;Juli 2017 erf&uuml;llt hat, sind Verzugszinsen in H&ouml;he von f&uuml;nf Prozentpunkten &uuml;ber dem Basiszinssatz (&sect;&nbsp;288 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BGB) f&uuml;r die Zeit vom 8. bis zum 14.&nbsp;Juli 2017 entstanden. Die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Zinsen beschr&auml;nkt sich allerdings auf den tats&auml;chlich bestehenden Entsch&auml;digungsanspruch zur Einkommensteuer 2006 (800&nbsp;EUR); der h&ouml;here vom Beklagten anerkannte Betrag (1.100&nbsp;EUR) ist insoweit nicht ma&szlig;geblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>110<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die Kl&auml;gerin auch in Bezug auf die &uuml;brigen Entsch&auml;digungsanspr&uuml;che vorgerichtliche Mahnungen ausgesprochen h&auml;tte, ist demgegen&uuml;ber weder von ihr selbst vorgetragen worden noch den Akten zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>111<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kosten der Verfahren sind der Kl&auml;gerin aufzuerlegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>112<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Senat die Klagen abgewiesen hat (Verfahren X&nbsp;K&nbsp;4-6\/17), beruht die Kostenentscheidung auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>113<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als die Kl&auml;gerin meint, folgt aus der Europ&auml;ischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) nicht, dass der Beklagte auch dann stets die gesamten Kosten eines Entsch&auml;digungsklageverfahrens zu tragen hat, wenn er ganz oder teilweise obsiegt. Zu einer Kostentragungspflicht f&uuml;r den eine &uuml;berlange Verfahrensdauer R&uuml;genden kommt es in Entsch&auml;digungsklageverfahren im Regelfall nur dann, wenn die geltend gemachte Menschenrechtsverletzung gerade nicht stattgefunden hat. Wenn es aber nicht zu einer Menschenrechtsverletzung gekommen ist, ist nicht nachvollziehbar, weshalb aus menschenrechtlichen Gr&uuml;nden von der Anwendung der allgemeinen Kostentragungsregelungen abzusehen sein sollte. Auch die Kl&auml;gerin hat ihr entsprechendes Begehren nicht durch Hinweise auf Normen der EMRK oder die Rechtsprechung des EGMR substantiiert. Die Erw&auml;gungen in Rz&nbsp;74&nbsp;ff. des von ihr genannten Senatsurteils vom 17.&nbsp;April 2013 X&nbsp;K&nbsp;3\/12 (BFHE 240, 516, BStBl II 2013, 547), die sich ausschlie&szlig;lich mit der Kostenentscheidung in F&auml;llen eines Feststellungsausspruchs ohne Anspruch auf Geldentsch&auml;digung befassen, sind ebensowenig einschl&auml;gig wie die Ausf&uuml;hrungen in Rz&nbsp;201 des in der vorgenannten Entscheidung zitierten Urteils des EGMR vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2006&nbsp;&nbsp;36813\/97 &#8211;Scordino\/Italien&#8211; (NJW 2007, 1259), die allein den Fall einer begr&uuml;ndeten Entsch&auml;digungsklage betreffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>114<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;3\/17, bei dem die Kl&auml;gerin nur mit einem geringf&uuml;gigen Teil des von ihr geltend gemachten Zinsanspruchs obsiegt hat, beruht die Kostenentscheidung auf &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3, weil das Unterliegen des Beklagten geringf&uuml;gig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.6.2018, X K 3-6\/17; X K 3\/17; X K 4\/17; X K 5\/17; X K 6\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.270618.XK3.17.0 &Uuml;berlange Verfahrensdauer bei komplexem Sachverhalt und miteinander verwobenen Parallelverfahren Leits&auml;tze 1. NV: Ohne ausdr&uuml;cklichen Hinweis des Beteiligten muss das Gericht die Akten nicht darauf durchsehen, ob sich darin Anhaltspunkte daf&uuml;r finden, dass der Beteiligte bereits ein &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-k-3-6-17-ueberlange-verfahrensdauer-bei-komplexem-sachverhalt-und-miteinander-verwobenen-parallelverfahren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;K&nbsp;3-6\/17 &#8211; &Uuml;berlange Verfahrensdauer bei komplexem Sachverhalt und miteinander verwobenen Parallelverfahren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70043","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70043","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70043"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70043\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70043"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70043"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70043"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}