{"id":70049,"date":"2018-12-06T18:31:33","date_gmt":"2018-12-06T16:31:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70049"},"modified":"2018-12-06T18:31:33","modified_gmt":"2018-12-06T16:31:33","slug":"ix-r-6-15-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-20072018-ix-r-5-15-veraeusserung-von-anteilen-an-kapitalgesellschaften-nachtraegliche-anschaffungskosten-nach-aufhebung-des-eigenkapitalersatzrechts-einzahlu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-6-15-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-20072018-ix-r-5-15-veraeusserung-von-anteilen-an-kapitalgesellschaften-nachtraegliche-anschaffungskosten-nach-aufhebung-des-eigenkapitalersatzrechts-einzahlu\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;6\/15 &#8211; Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 20.07.2018&nbsp;&nbsp;IX R 5\/15 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften &#8211; Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten nach Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts &#8211; Einzahlung in die Kapitalr&uuml;cklage zur Vermeidung einer B&uuml;rgschaftsinanspruchnahme"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.7.2018, IX R 6\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.200718.IXR6.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 20.07.2018&nbsp;&nbsp;IX R 5\/15 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften &#8211; Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten nach Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts &#8211; Einzahlung in die Kapitalr&uuml;cklage zur Vermeidung einer B&uuml;rgschaftsinanspruchnahme<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Mit der Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts durch das MoMiG ist die gesetzliche Grundlage f&uuml;r die bisherige Rechtsprechung zur Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen des Gesellschafters aus eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten im Rahmen des &sect; 17 EStG entfallen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Aufwendungen des Gesellschafters aus einer Einzahlung in die Kapitalr&uuml;cklage zur Vermeidung einer B&uuml;rgschaftsinanspruchnahme f&uuml;hren zu nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten auf seine Beteiligung.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 18. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;11 K 3614\/13 E aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Einkommensteuerbescheid des Beklagten f&uuml;r 2010 vom 9. August 2013 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 13. September 2013 wird mit der Ma&szlig;gabe ge&auml;ndert, dass bei den Eink&uuml;nften aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen aus Kapitalgesellschaften zus&auml;tzlich nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten in H&ouml;he von 44.354,40 EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Steuer wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist die Ber&uuml;cksichtigung von nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten im Rahmen der Ermittlung eines Ver&auml;u&szlig;erungsverlusts nach &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der f&uuml;r das Streitjahr ma&szlig;geblichen Fassung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die im Streitjahr (2010) vom Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger war seit 2003 neben seinen drei Br&uuml;dern (L, E und F) mit einem Anteil von je 12.782,30&nbsp;EUR (25.000&nbsp;DM) an der von seinem Vater im Jahr 1989 gegr&uuml;ndeten A-GmbH beteiligt. Der Kl&auml;ger und sein Bruder E waren als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bestellt. Das Stammkapital der A-GmbH betrug 51.640,48&nbsp;EUR. Der Vater des Kl&auml;gers war zun&auml;chst noch mit einem Anteil von 511,28&nbsp;EUR (1.000&nbsp;DM) an der GmbH beteiligt. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 2004 ging dessen Anteil auf die Mutter des Kl&auml;gers &uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits im Jahr 1999 hatte der Kl&auml;ger eine B&uuml;rgschaft f&uuml;r Verbindlichkeiten der A-GmbH gegen&uuml;ber einer Bank &uuml;bernommen. Zum 31.&nbsp;Dezember 2003 beliefen sich die Verbindlichkeiten der A-GmbH gegen&uuml;ber der Bank auf 207.921,83&nbsp;EUR. Dar&uuml;ber hinaus stand der Bank eine Grundschuld auf einem der Mutter des Kl&auml;gers geh&ouml;renden Grundst&uuml;ck von 177.418,28&nbsp;EUR als Sicherheit zur Verf&uuml;gung. Die Verbindlichkeiten der A-GmbH gegen&uuml;ber der Bank waren bis zum 31.&nbsp;Dezember 2009 auf 348.786,43&nbsp;EUR angestiegen. In den Jahren 2008 und 2009 hat die A-GmbH lediglich Verluste in H&ouml;he von 308.425&nbsp;EUR bzw. 91.989&nbsp;EUR erzielt. Zum Ende des Jahres 2009 stellte die A-GmbH ihren Gesch&auml;ftsbetrieb ein und ver&auml;u&szlig;erte ihr gesamtes Anlageverm&ouml;gen sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und unfertige Erzeugnisse an die I-GmbH. An dieser waren neben dem Kl&auml;ger sein Bruder E und ein Dritter zu gleichen Teilen beteiligt. Durch den Tod der Mutter im Februar 2010 ging deren Anteil an der A-GmbH ebenso wie das Grundst&uuml;ck im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf den Kl&auml;ger und seine Br&uuml;der als Erbengemeinschaft zu gleichen Teilen &uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Laufe des Jahres 2010 leisteten der Kl&auml;ger und seine drei Br&uuml;der Zuf&uuml;hrungen in die Kapitalr&uuml;cklage der A-GmbH in H&ouml;he von insgesamt 281.800&nbsp;EUR, um eine ansonsten drohende Liquidation der Gesellschaft zu vermeiden. Ein Teil der Einzahlung in H&ouml;he von 222.000&nbsp;EUR stammte aus der mit der Bank abgestimmten Ver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks an den Bruder F. Nachdem die Bank Ende 2010 einen Teilverzicht auf ihre gegen&uuml;ber der A-GmbH bestehenden Forderungen in Aussicht gestellt hatte, zahlte die A-GmbH an die Bank einen Betrag von insgesamt 275.000&nbsp;EUR. Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 14.&nbsp;Dezember 2010 ver&auml;u&szlig;erten der Kl&auml;ger und seine Br&uuml;der schlie&szlig;lich ihre Anteile an der A-GmbH zu einem Kaufpreis von 0&nbsp;EUR an die I-GmbH. Die Grundschuld zugunsten der Bank wurde im Januar 2011 im Grundbuch gel&ouml;scht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2010 machten die Kl&auml;ger einen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust nach &sect;&nbsp;17 EStG in H&ouml;he von 83.232,30&nbsp;EUR geltend, den sie aus einem anteiligen Verlust der Stammeinlage in H&ouml;he von 12.782,30&nbsp;EUR und anteiligen nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten aus der Kapitalzuf&uuml;hrung in H&ouml;he von 70.450&nbsp;EUR errechneten. Im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr ber&uuml;cksichtigte das FA lediglich den anteiligen Verlust der eingezahlten Stammeinlage als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden Einspruchsverfahren beantragten die Kl&auml;ger zus&auml;tzlich, auch den auf den Kl&auml;ger im Wege der Erbfolge &uuml;bergegangenen Anteil der Mutter an der fr&uuml;heren Stammeinlage in H&ouml;he von 127,82&nbsp;EUR im Rahmen der nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Im &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr vom 9.&nbsp;August 2013 erkannte das FA nunmehr einen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust des Kl&auml;gers in H&ouml;he von (gerundet) 39.006&nbsp;EUR an. Diesen ermittelte es, indem es die von allen Gesellschaftern geltend gemachten Anschaffungskosten in H&ouml;he von insgesamt 333.440,48&nbsp;EUR (281.800&nbsp;EUR Kapitalr&uuml;cklage zzgl. 51.640,48&nbsp;EUR Stammkapital) um die zugunsten der Bank eingetragene verzinsliche Grundschuld von 177.418,29&nbsp;EUR minderte und die verbleibenden 156.022,19&nbsp;EUR auf den Kl&auml;ger und seine Br&uuml;der verteilte. Mit Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;September 2013 wies das FA den gegen den &Auml;nderungsbescheid gerichteten Einspruch der Kl&auml;ger als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 480 ver&ouml;ffentlichten Urteil, dass dem Kl&auml;ger aus den Einzahlungen in die Kapitalr&uuml;cklage letztlich nur in H&ouml;he von 1.700&nbsp;EUR nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten entstanden seien. Denn die weitere Zuf&uuml;hrung in die Kapitalr&uuml;cklage in H&ouml;he von insgesamt 275.000&nbsp;EUR habe wirtschaftlich betrachtet der Abl&ouml;sung der von Gesellschafterseite gew&auml;hrten Sicherheiten (Grundschuld und B&uuml;rgschaften des Bruders E und des Kl&auml;gers) gedient. Soweit die Zahlung der A-GmbH an die Bank der Abl&ouml;sung der Grundschuld gedient habe, seien dem Kl&auml;ger bereits deshalb keine nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten entstanden, weil ihm zu keinem Zeitpunkt ein werthaltiger R&uuml;ckgriffsanspruch gegen die A-GmbH zugestanden habe. Soweit die Zahlung an die Bank zur Abl&ouml;sung der B&uuml;rgschaft erfolgt sei, seien im Streitfall die Grunds&auml;tze des Eigenkapitalersatzrechts weiterhin anzuwenden. Nach diesen Grunds&auml;tzen sei davon auszugehen, dass die B&uuml;rgschaft des Kl&auml;gers erst durch &quot;Stehenlassen&quot; bei Kriseneintritt im Jahr 2008 eigenkapitalersetzend geworden sei und daher die R&uuml;ckgriffsforderung mit ihrem gemeinen Wert im Zeitpunkt des Kriseneintritts anzusetzen sei. Nach Auffassung des FG k&ouml;nne im Ergebnis offenbleiben, ob dieser R&uuml;ckgriffsanspruch bei Kriseneintritt &uuml;berhaupt noch werthaltig gewesen sei. Jedenfalls fehlten Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass sich hieraus weitere nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten ergeben k&ouml;nnten, die die vom FA bereits anerkannten Anschaffungskosten &uuml;bersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG). Die Grunds&auml;tze des Eigenkapitalersatzrechts seien entgegen der Auffassung des FG nicht auf die streitgegenst&auml;ndlichen Finanzierungshilfen des Kl&auml;gers anzuwenden. Denn mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bek&auml;mpfung von Missbr&auml;uchen (MoMiG) vom 23.&nbsp;Oktober 2008 (BGBl I 2008, 2026) mit Wirkung zum 1.&nbsp;November 2008 seien die diesen Grunds&auml;tzen zugrunde liegenden Regelungen des Zivilrechts aufgehoben worden. Ein sogenannter Altfall, in dem nach dem vom FG zitierten Urteil des Bundesgerichtshofs vom 26.&nbsp;Januar 2009 II&nbsp;ZR&nbsp;260\/07 (BGHZ 179, 249) zivilrechtlich die alte Rechtslage zum Eigenkapitalersatzrecht weiterhin Geltung beanspruche, liege vorliegend nicht vor. Aufgrund des nunmehr geltenden gesetzlichen Rangr&uuml;cktritts aller Finanzierungshilfen der Gesellschafter seien s&auml;mtliche Gesellschaftersicherheiten bei Ausfall steuerlich als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten zu qualifizieren und mit dem Nennwert zu bewerten. Im &Uuml;brigen seien vorliegend die Einzahlungen in die Kapitalr&uuml;cklage durch die Gesellschafter als solche als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten zu ber&uuml;cksichtigen, unabh&auml;ngig davon, dass die A-GmbH sie zur Tilgung ihrer Bankverbindlichkeiten und damit gleichzeitig zur Abl&ouml;sung der Gesellschaftersicherheiten verwendet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG vom 18.&nbsp;Dezember 2014 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2010 vom 9.&nbsp;August 2013 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;September 2013 dahingehend zu &auml;ndern, dass bei den Eink&uuml;nften aus Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften zus&auml;tzlich nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten in H&ouml;he von 44.354,40&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das FG hat die Einzahlungen in die Kapitalr&uuml;cklage zu Unrecht nicht als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten des Kl&auml;gers bei der Berechnung seines Ver&auml;u&szlig;erungsverlusts ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn (oder Verlust) aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ver&auml;u&szlig;erung ist die &Uuml;bertragung von Anteilen gegen Entgelt. Entgeltlich ist die &Uuml;bertragung von Gesellschaftsanteilen, wenn ihr eine gleichwertige Gegenleistung gegen&uuml;bersteht. Das Gegenst&uuml;ck zur entgeltlichen Ver&auml;u&szlig;erung ist die unentgeltliche &Uuml;bertragung von Anteilen (s. &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4, Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;5 und 6 Buchst.&nbsp;a EStG), die dadurch gekennzeichnet ist, dass der &Uuml;bertragende dem Empf&auml;nger eine freigiebige Zuwendung machen will. Letzteres ist bei Vertr&auml;gen unter fremden Dritten im Allgemeinen nicht anzunehmen, sofern nicht Anhaltspunkte f&uuml;r eine Schenkungsabsicht des &uuml;bertragenden Vertragspartners bestehen. Deshalb spricht insoweit eine (widerlegbare) Vermutung f&uuml;r das Vorliegen eines entgeltlichen Gesch&auml;fts. Bei einander nahestehenden Personen wird demgegen&uuml;ber der Nachweis der Unentgeltlichkeit erleichtert; denn bei ihnen kann nicht unterstellt werden, dass sie Leistung und Gegenleistung im Regelfall nach kaufm&auml;nnischen Gesichtspunkten ausgehandelt haben. Eine Ver&auml;u&szlig;erung kann auch vorliegen, wenn ein Entgelt nicht oder lediglich in symbolischer H&ouml;he vereinbart und geleistet wird. Das ist der Fall, wenn der &uuml;bertragene Anteil sowohl in den Augen der Vertragsparteien als auch objektiv wertlos ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;August 2016 IX&nbsp;R&nbsp;23\/15, BFH\/NV 2017, 289; vom 9.&nbsp;Mai 2017 IX&nbsp;R&nbsp;1\/16, BFHE 259, 36, BStBl II 2018, 94, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ob im Einzelfall unter Anwendung dieser Grunds&auml;tze eine entgeltliche oder unentgeltliche &Uuml;bertragung vorliegt, ist Tatfrage und als solche vom FG zu beurteilen. Die revisionsrechtliche Pr&uuml;fung beschr&auml;nkt sich darauf, ob das FG im Rahmen der Gesamtw&uuml;rdigung von zutreffenden Kriterien ausgegangen ist, alle ma&szlig;geblichen Beweisanzeichen in seine Beurteilung einbezogen und dabei nicht gegen Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG ist gem&auml;&szlig; Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Vorschrift der Betrag, um den der Ver&auml;u&szlig;erungspreis nach Abzug der Ver&auml;u&szlig;erungskosten die Anschaffungskosten &uuml;bersteigt. Anschaffungskosten sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs (HGB) die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Verm&ouml;gensgegenstand einzeln zugeordnet werden k&ouml;nnen. Zu den Anschaffungskosten geh&ouml;ren auch die Nebenkosten sowie die nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten (&sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten einer Beteiligung f&uuml;hrten nach bisheriger Rechtsprechung des BFH neben offenen und verdeckten Einlagen auch nachtr&auml;gliche Aufwendungen auf die Beteiligung, wenn sie durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst und weder Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen noch Ver&auml;u&szlig;erungs- oder Aufl&ouml;sungskosten waren. F&uuml;r die Beurteilung, ob eine Finanzierungshilfe des Gesellschafters durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst war, hat der BFH in seiner bisherigen Rechtsprechung (eingehend hierzu Urteil vom 11.&nbsp;Juli 2017 IX&nbsp;R&nbsp;36\/15, BFHE 258, 427, m.w.N.) darauf abgestellt, ob sie eigenkapitalersetzend war. Er hat dies bejaht, wenn der Gesellschafter der Gesellschaft zu einem Zeitpunkt, in dem ihr die Gesellschafter als ordentliche Kaufleute nur noch Eigenkapital zugef&uuml;hrt h&auml;tten (Krise der Gesellschaft), stattdessen ein Darlehen gew&auml;hrt, eine B&uuml;rgschaft zur Verf&uuml;gung gestellt oder eine wirtschaftlich entsprechende andere Rechtshandlung i.S. des &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 und 3 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung a.F. (GmbHG a.F.) vorgenommen hatte (sogenanntes funktionelles Eigenkapital). Lagen diese Voraussetzungen nicht vor, hatte die Finanzierungshilfe (auch gesellschaftsrechtlich) nicht die Funktion von Eigenkapital und der Gesellschafter war insofern wie jeder Drittgl&auml;ubiger zu behandeln (Fremdkapital).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Blick auf die Aufhebung des in &sect;&nbsp;32a GmbHG a.F. kodifizierten Eigenkapitalersatzrechts durch das MoMiG und der Einf&uuml;hrung eines gesetzlichen Nachrangs s&auml;mtlicher Gesellschafterfinanzierungen im Insolvenzfall (vgl. Art.&nbsp;9 MoMiG, &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 der Insolvenzordnung) hat der Senat neue Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen des Gesellschafters aus bisher eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten i.S. des &sect;&nbsp;17 EStG entwickelt (s. im Einzelnen BFH-Urteil in BFHE 258, 427). Der Senat hat u.a. darauf abgehoben, dass die Fortgeltung der bisherigen Grunds&auml;tze mit dem Wortlaut des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG nicht zu vereinbaren sei, sich &#8211;auch aus &uuml;bergeordneten rechtlichen Gr&uuml;nden&#8211; nicht mit einer normspezifischen steuerrechtlichen Auslegung des Anschaffungskostenbegriffs rechtfertigen lasse und &#8211;ungeachtet der in der Praxis eingespielten Fallgruppen&#8211; eine erhebliche Rechtsunsicherheit bewirken w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Ma&szlig;st&auml;be (BFH-Urteil in BFHE 258, 427) ist der handelsrechtliche Begriff der Anschaffungskosten in Ermangelung einer abweichenden Definition im Einkommensteuergesetz auch der Beurteilung nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG zugrunde zu legen. Danach k&ouml;nnen den nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten der Beteiligung grunds&auml;tzlich nur solche Aufwendungen des Gesellschafters zugeordnet werden, die nach handels- und bilanzsteuerrechtlichen Grunds&auml;tzen zu einer offenen oder verdeckten Einlage in das Kapital der Gesellschaft f&uuml;hren. Darunter fallen insbesondere Nachsch&uuml;sse i.S. der &sect;&sect;&nbsp;26&nbsp;ff. GmbHG, sonstige Zuzahlungen nach &sect;&nbsp;272 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 HGB wie Einzahlungen in die Kapitalr&uuml;cklage, Barzusch&uuml;sse oder der Verzicht auf eine werthaltige Forderung (s. im Einzelnen BFH-Urteil in BFHE 258, 427, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die &#8211;freiwillige und ohne Gew&auml;hrung von Vorz&uuml;gen seitens der Kapitalgesellschaft erbrachte&#8211; Einzahlung eines Gesellschafters in die Kapitalr&uuml;cklage ist handelsbilanzrechtlich als Zuzahlung i.S. des &sect;&nbsp;272 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 HGB zu qualifizieren (vgl. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;August 2010 I&nbsp;R&nbsp;103\/09, BFHE 231, 57, BStBl II 2011, 215). Steuerrechtlich handelt es sich um eine Einlage des Gesellschafters in das Gesellschaftsverm&ouml;gen; hierdurch erh&ouml;hen sich auch die Anschaffungskosten des Gesellschafters f&uuml;r seine Beteiligung (BFH-Urteile vom 27.&nbsp;April 2000 I&nbsp;R&nbsp;58\/99, BFHE 192, 428, BStBl II 2001, 168, und vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2011 I&nbsp;R&nbsp;40\/10, BFHE 233, 393, BStBl II 2012, 281).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kapitalr&uuml;cklage ist Bestandteil des Eigenkapitals der Gesellschaft; es steht allein der Gesellschaft (und nicht dem Gesellschafter) zu. Der Gesellschafter kann einen Einlagebetrag, den die Gesellschaft im Rahmen eines rein gesellschaftsinternen Vorgangs &#8211;welcher die Stellung des Gesellschafters gegen&uuml;ber der Gesellschaft als solche nicht ber&uuml;hrt&#8211; in die Kapitalr&uuml;cklage eingestellt hat, weder nutzen noch verwerten. Vor diesem Hintergrund ist es steuerrechtlich auch nicht von Bedeutung, wie die Kapitalgesellschaft den vom Gesellschafter eingezahlten Betrag verwendet (vgl. BFH-Urteil in BFHE 192, 428, BStBl II 2001, 168).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Bei Anwendung dieser Ma&szlig;st&auml;be der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung sind die vom Kl&auml;ger geleisteten Zuf&uuml;hrungen in die Kapitalr&uuml;cklage der A-GmbH bei der Berechnung des Ver&auml;u&szlig;erungsverlusts als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Das FG ist bei der Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen; sein Urteil kann deshalb keinen Bestand haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ohne Rechtsversto&szlig; ist das FG zwar zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass der Kl&auml;ger im Streitfall seine Anteile an der A-GmbH zum Kaufpreis von 0&nbsp;EUR entgeltlich ver&auml;u&szlig;ert hat, da die &uuml;bertragenen Gesch&auml;ftsanteile objektiv wertlos waren. Das FG hat dies insbesondere aus dem Umstand geschlossen, dass die A-GmbH im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung eine leere H&uuml;lle ohne Arbeitnehmer und ohne Anlageverm&ouml;gen gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Gewerbebetrieb i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG ist die Einzahlung in die Kapitalr&uuml;cklage der A-GmbH zu ber&uuml;cksichtigen; sie erh&ouml;hte die Anschaffungskosten des Kl&auml;gers f&uuml;r seine Beteiligung (BFH-Urteile in BFHE 192, 428, BStBl II 2001, 168).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Ber&uuml;cksichtigung der Einzahlung in die Kapitalr&uuml;cklage als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten des Kl&auml;gers steht auch nicht der Umstand entgegen, dass die der Kapitalr&uuml;cklage zugef&uuml;hrten Mittel von der A-GmbH dazu verwendet wurden, eigene (betriebliche) Verbindlichkeiten abzul&ouml;sen, f&uuml;r die der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber dem Gl&auml;ubiger Sicherheiten gew&auml;hrt hatte. Denn es spielt insoweit keine Rolle, wie die A-GmbH den vom Gesellschafter eingezahlten Betrag verwendet (BFH-Urteil in BFHE 192, 428, BStBl II 2001, 168).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) In diesem Zusammenhang ist es auch nicht von Bedeutung, ob dem Kl&auml;ger auch dann nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten auf die Beteiligung an der A-GmbH erwachsen w&auml;ren, wenn er ein anderes Vorgehen gew&auml;hlt h&auml;tte. Insbesondere spielt es &#8211;unter wirtschaftlicher Betrachtung&#8211; keine Rolle, mit welchem Wert ein R&uuml;ckgriffsanspruch des Kl&auml;gers gegen die A-GmbH zu bewerten gewesen w&auml;re, wenn die Gl&auml;ubiger in die von ihm gegebenen Sicherheiten vollstreckt oder ihn im Rahmen seiner B&uuml;rgschaftsverpflichtung in Anspruch genommen h&auml;tten. Im Streitfall hat der Kl&auml;ger der A-GmbH Eigenkapital zugef&uuml;hrt; diesem Vorgang kann nicht die (gesellschafts-)rechtliche Veranlassung mit Blick auf eine &quot;&uuml;bergreifende wirtschaftliche Betrachtungsweise&quot; genommen werden. Denn bei dem Gesellschaftsanteil des Kl&auml;gers, auf den gezahlt wurde, auf der einen Seite und den Darlehensschulden der Gesellschaft auf der anderen Seite handelt es sich um unterschiedliche Wirtschaftsg&uuml;ter und damit auch um unterschiedliche Veranlassungsbereiche, auf die zu leisten dem Gesellschafter in eigener Entscheidungsverantwortung obliegt. Die genannten unterschiedlichen Veranlassungsbereiche ber&uuml;hren sich &uuml;berhaupt erst dann, wenn die Gesellschaft, wor&uuml;ber sie selbst entscheiden kann, auf gerade jene Gesellschaftsforderung zahlt, welche durch die B&uuml;rgschaft des Gesellschafters abgesichert ist. Dies reicht f&uuml;r einen wirtschaftlichen Zusammenhang, der die Annahme nachtr&auml;glicher Anschaffungskosten ausschlie&szlig;en k&ouml;nnte, nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Entgegen der Auffassung des FA liegt in dieser Handhabung auch kein Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten des Rechts i.S. des &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung. Ein Gestaltungsmissbrauch ist gegeben, wenn eine rechtliche Gestaltung gew&auml;hlt wird, die &#8211;gemessen an dem erstrebten Ziel&#8211; unangemessen ist, der Steuerminderung dienen soll und durch wirtschaftliche oder sonst beachtliche nichtsteuerliche Gr&uuml;nde nicht zu rechtfertigen ist. Das Motiv, Steuern zu sparen, macht eine steuerliche Gestaltung noch nicht unangemessen. Eine rechtliche Gestaltung ist erst dann unangemessen, wenn der Steuerpflichtige die vom Gesetzgeber vorausgesetzte Gestaltung zum Erreichen eines bestimmten wirtschaftlichen Ziels nicht gebraucht, sondern daf&uuml;r einen ungew&ouml;hnlichen Weg w&auml;hlt, auf dem nach den Wertungen des Gesetzgebers das Ziel nicht erreichbar sein soll (BFH-Urteile vom 7.&nbsp;Dezember 2010 IX&nbsp;R&nbsp;40\/09, BFHE 232, 1, BStBl II 2011, 427, und vom 29.&nbsp;Mai 2008 IX&nbsp;R&nbsp;77\/06, BFHE 221, 231, BStBl II 2008, 789, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall haben der Kl&auml;ger und die weiteren beteiligten Gesellschafter der A-GmbH Einzahlungen in das Gesellschaftsverm&ouml;gen in jeweils gleicher H&ouml;he geleistet. Sie haben es dadurch der Kapitalgesellschaft, an der sie gemeinschaftlich im gleichen Umfang beteiligt waren, erm&ouml;glicht, ihre betrieblichen Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber verschiedenen Gl&auml;ubigern abzul&ouml;sen. Dieses vom Gesellschaftsrecht auch so vorgesehene Vorgehen widerspricht nicht den Wertungen des Rechts; es entspricht ihnen (vgl. etwa zur Nachschusspflicht des GmbH-Gesellschafters &sect;&nbsp;26&nbsp;ff. GmbHG). Denn durch die Leistungen weiterer Einzahlungen &uuml;ber die Stammeinlage hinaus erm&ouml;glicht es der Gesellschafter seiner Gesellschaft, wechselnde Kapitalbed&uuml;rfnisse durch Eigen- statt durch Fremdkapital zu decken. In einem dahingehenden, gesellschaftsrechtskonformen Vorgehen kann aber nicht zugleich ein Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten des (Steuer-)Rechts liegen, zumal das Steuerrecht die Verwendung von Eigenkapital beg&uuml;nstigt, w&auml;hrend es die Verwendung von Fremdkapital in bestimmten F&auml;llen sanktioniert (vgl. etwa &sect;&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4a, 4h EStG, &sect;&nbsp;8a des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes und &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a des Gewerbesteuergesetzes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist spruchreif. Die H&ouml;he der vom Kl&auml;ger geleisteten Stammeinlage ist ebenso unstreitig wie die der von ihm geleisteten Einzahlung in die Kapitalr&uuml;cklage. Danach waren im Zuge der Ermittlung des Verlusts des Kl&auml;gers nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG zus&auml;tzliche nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten in H&ouml;he von 44.354,40&nbsp;EUR zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.7.2018, IX R 6\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.200718.IXR6.15.0 Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 20.07.2018&nbsp;&nbsp;IX R 5\/15 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften &#8211; Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten nach Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts &#8211; Einzahlung in die Kapitalr&uuml;cklage zur Vermeidung einer B&uuml;rgschaftsinanspruchnahme Leits&auml;tze 1. NV: Mit der Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts durch das MoMiG ist die gesetzliche Grundlage f&uuml;r die bisherige Rechtsprechung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-6-15-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-20072018-ix-r-5-15-veraeusserung-von-anteilen-an-kapitalgesellschaften-nachtraegliche-anschaffungskosten-nach-aufhebung-des-eigenkapitalersatzrechts-einzahlu\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;6\/15 &#8211; Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 20.07.2018&nbsp;&nbsp;IX R 5\/15 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften &#8211; Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten nach Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts &#8211; Einzahlung in die Kapitalr&uuml;cklage zur Vermeidung einer B&uuml;rgschaftsinanspruchnahme<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70049","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70049","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70049"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70049\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70049"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70049"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70049"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}