{"id":70052,"date":"2018-12-06T18:29:32","date_gmt":"2018-12-06T16:29:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70052"},"modified":"2018-12-06T18:29:32","modified_gmt":"2018-12-06T16:29:32","slug":"viii-r-9-16-ablaufhemmung-nach-erstattung-einer-selbstanzeige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-9-16-ablaufhemmung-nach-erstattung-einer-selbstanzeige\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;9\/16 &#8211; Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.7.2018, VIII R 9\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.030718.VIIIR9.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 9 AO schlie&szlig;t den Eintritt der Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO nicht generell aus, wenn die Ermittlungen der Steuerfahndung vor dem Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist beginnen und die Steuerfestsetzung auf den Ermittlungen der Steuerfahndung beruht (Best&auml;tigung der Senatsrechtsprechung im BFH-Urteil vom 17. November 2015 VIII R 68\/13, BFHE 252, 210, BStBl II 2016, 571).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ein solches &quot;Beruhen&quot; der Steuerfestsetzungen auf rechtzeitig begonnenen Ermittlungen setzt voraus, dass die Steuerfahndung vor Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist Ermittlungshandlungen vornimmt, die konkret der &Uuml;berpr&uuml;fung der nacherkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen dienen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 25. Februar 2016&nbsp;&nbsp;13 K 2818\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden f&uuml;r die Streitjahre (1996 und 1997) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend der Streitjahre unterhielten die Kl&auml;ger bei einer Stiftung liechtensteinischen Rechts mit eigener Rechtspers&ouml;nlichkeit (sog. &#8230; Foundation, im Folgenden: N-Foundation) ein Stiftungsunterkonto (Konto Septo, Konto Nr.&nbsp;&#8230;) mit einem gemeinschaftlichen Depot. F&uuml;r dieses Depot hatten sie nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) bis zum Tod des L&auml;ngerlebenden jeweils die Stellung als Erstbeg&uuml;nstigte und die volle wirtschaftliche Berechtigung, was die M&ouml;glichkeit einschloss, &uuml;ber das Verm&ouml;gen frei zu verf&uuml;gen und Weisungen an den Stiftungsrat erteilen zu k&ouml;nnen. In den Streitjahren z&auml;hlten zum Depot der Kl&auml;ger im Wesentlichen festverzinsliche Unternehmensanleihen und Wertpapiere.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger reichten die Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 1996 am 19.&nbsp;Januar 1998 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein. F&uuml;r das Streitjahr 1996 wurden keine Kapitaleink&uuml;nfte erkl&auml;rt. F&uuml;r das Streitjahr 1997 gaben die Kl&auml;ger die Erkl&auml;rung am 30.&nbsp;November 1998 beim FA ab. Hierin erkl&auml;rten sie zwar inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen, gaben aber die Kapitalertr&auml;ge aus dem Depot bei der N-Foundation sowie weitere &#8211;nicht mehr im Streit stehende&#8211; ausl&auml;ndische Kapitalertr&auml;ge nicht an. Die Kapitalertr&auml;ge aus der N-Foundation wurden vom FA daher in den Einkommensteuerfestsetzungen f&uuml;r die Streitjahre nicht erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Wege der Amtshilfe erhielt das Finanzamt f&uuml;r Strafsachen und Steuerfahndung &#8230; (im Folgenden: Steuerfahndung &#8211;Steufa&#8211;) im Jahr 2007 Unterlagen (eine &quot;Steuer-CD&quot;), aus denen sich die Existenz und die wirtschaftliche Berechtigung der Kl&auml;ger an dem bei der N-Foundation gef&uuml;hrten gemeinschaftlichen Depot ergaben. In einem Verdachtspr&uuml;fungsvermerk vom 30.&nbsp;September 2007 hielt die mit dem Fall der Kl&auml;ger befasste Pr&uuml;ferin die aus den &uuml;bermittelten Unterlagen und die durch die Auswertung der Steuerakten gewonnenen Erkenntnisse als Vorermittlungsergebnis fest. Der Vermerk umfasste u.a. die Anschriften der Kl&auml;ger, deren Steuernummer beim FA, die H&ouml;he sonstiger erkl&auml;rter Eink&uuml;nfte, die erkl&auml;rten Kapitalertr&auml;ge, eine Sch&auml;tzung zur H&ouml;he der voraussichtlich nachzuzahlenden Steuer, den Eintritt der steuerlichen Festsetzungsverj&auml;hrung und der strafrechtlichen Verj&auml;hrung sowie &Uuml;berlegungen zur Mittelherkunft und zum weiteren Vorgehen, insbesondere zur Durchf&uuml;hrung einer Durchsuchung bei den Kl&auml;gern. Am 2.&nbsp;Oktober 2007 fand eine Erkundung des Anwesens der Kl&auml;ger zur Vorbereitung einer Durchsuchung statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 21.&nbsp;Februar 2008 stellten die Kl&auml;ger beim FA einen Antrag auf &Auml;nderung der Bescheide f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2000 bis 2006. Sie gaben an, bei der N-Foundation ein Depot unterhalten zu haben. Einzahlungen auf das Depot seien 1995 von einem bereits bestehenden Konto in Liechtenstein erfolgt. Die im Depot gehaltenen Kapitalanlagen bestanden im Wesentlichen aus sog. &quot;schwarzen&quot; Fonds i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 des Auslandinvestmentgesetzes bzw. ab 2004 i.S. des &sect;&nbsp;6 des Investmentsteuergesetzes. Die Kl&auml;ger sch&auml;tzten die nicht erkl&auml;rten Kapitalertr&auml;ge auf Grundlage der R&uuml;cknahmepreise der Fondsanteile zum jeweiligen Jahresende. Mit der Nacherkl&auml;rung legten die Kl&auml;ger auch Kopien des Statuts und der Beistatuten der N-Foundation vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 4.&nbsp;Januar 2008 leitete die Steufa ein Strafverfahren wegen der Abgabe unrichtiger Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Jahre 2002 bis 2006 gegen die Kl&auml;ger ein (vgl. den Einleitungsvermerk gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;397 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211; vom April 2008). Am 2.&nbsp;April 2008 erging ein Pr&uuml;fungsauftrag der Steufa gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;208 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO und &sect;&nbsp;404 AO an die Pr&uuml;ferin X, die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Kl&auml;ger durchzuf&uuml;hren und die Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r den Zeitraum 1996 bis 2006 zu ermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Pr&uuml;ferin wurde am 7.&nbsp;April 2008 vom steuerlichen Vertreter der Kl&auml;ger angerufen. Sie gab ihm die Einleitung des Steuerstrafverfahrens wegen Einkommensteuerhinterziehung 2002 bis 2006 gegen die Kl&auml;ger bekannt. Die M&ouml;glichkeiten einer sofortigen Nachzahlung der Steuern dieser Veranlagungszeitr&auml;ume und die Wirksamkeit der Selbstanzeige vom Februar 2008 sowie die Ermittlung der nacherkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r den Zeitraum 2002 bis 2006 wurden im Telefonat ebenfalls er&ouml;rtert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 13.&nbsp;Mai 2008 erkl&auml;rten die Kl&auml;ger beim FA u.a. f&uuml;r die Streitjahre Ertr&auml;ge aus dem Depot bei der N-Foundation nach. In einer Anlage zu diesem Schreiben waren die einzelnen Kapitalanlagen des Depots aufgeschl&uuml;sselt. Es handelte sich um Obligationen, die jeweils mit den Ertr&auml;gen, dem Zinssatz, den Geb&uuml;hren und den Nettoertr&auml;gen offengelegt wurden. F&uuml;r das Streitjahr 1996 gingen die Kl&auml;ger von Nettoertr&auml;gen in H&ouml;he von 62.233,17&nbsp;DM, abzuziehenden St&uuml;ckzinsen in H&ouml;he von 3.766,64&nbsp;DM und damit Einnahmen in H&ouml;he von 58.466,53&nbsp;DM aus. Hiervon zogen sie weitere Konto-, Depot- und Verwaltungsgeb&uuml;hren in H&ouml;he von insgesamt 2.159,46&nbsp;DM ab und gelangten zu steuerpflichtigen Eink&uuml;nften in H&ouml;he von 56.307,07&nbsp;DM. F&uuml;r 1997 beliefen sich die nach der gleichen Methode ermittelten Nettoertr&auml;ge auf 106.266,69&nbsp;DM, die St&uuml;ckzinsen auf 19.413,61&nbsp;DM, die Einnahmen mithin auf 86.853,08&nbsp;DM, die weiteren Konto-, Depot- und Verwaltungsgeb&uuml;hren auf 3.302,72&nbsp;DM und die steuerpflichtigen Eink&uuml;nfte aus Sicht der Kl&auml;ger auf insgesamt 83.550,36&nbsp;DM. Mit dem Schreiben der Kl&auml;ger vom 13.&nbsp;Mai 2008 wurden f&uuml;r die Streitjahre Depotbewertungen (Depotbest&auml;nde) zum 31.&nbsp;Dezember 1996 und zum 31.&nbsp;Dezember 1997 beim FA eingereicht, aus denen sich die Kurswerte, St&uuml;ckzahlen und Kapitalertr&auml;ge der einzelnen Anleihen\/Wertpapiere ergaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vertreter der Kl&auml;ger im Strafverfahren beantragte mit Schreiben vom 27.&nbsp;Mai 2008 Einsicht in die strafrechtlichen Ermittlungsakten bei der Staatsanwaltschaft. Diese wurde gew&auml;hrt. In den Akten enthalten waren zum Zeitpunkt der Einsicht nach den Feststellungen des FG jedenfalls der Verdachtspr&uuml;fungsvermerk, der Einleitungsvermerk und der Pr&uuml;fungsauftrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Eintrag eines Wiedervorlagetermins zu Anmahnung fehlender Unterlagen beim steuerlichen Vertreter der Kl&auml;ger im Kalender der Pr&uuml;ferin f&uuml;r den 5.&nbsp;Januar 2009 und deren Vernehmung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung als Zeugin zog das FG die Schlussfolgerung, die Pr&uuml;ferin habe zu einem nicht n&auml;her konkretisierbaren Zeitpunkt zwischen dem 7.&nbsp;April 2008 und dem 31.&nbsp;Dezember 2008 beim steuerlichen Vertreter &quot;Unterlagen zur Verm&ouml;gensanlage bei der N-Foundation&quot; angefordert, auch wenn diese Ma&szlig;nahme in den Akten der Steufa nicht dokumentiert worden sei. Die Pr&uuml;fung der nacherkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen fand erst in 2009 statt. Aus einem vom FG inhaltlich festgestellten Vermerk der Steufa vom 19.&nbsp;Februar 2009 geht ferner die damalige Beurteilung der Pr&uuml;ferin hervor, die als Werbungskosten geltend gemachten Stiftungskosten seien als Kosten des Rechtsmissbrauchs nicht abzugsf&auml;hig und die von den Kl&auml;gern bislang eingereichten Unterlagen seien zudem unvollst&auml;ndig. Fazit der Pr&uuml;ferin war nach dem Vermerk, sie m&uuml;sse mit dem steuerlichen Vertreter der Kl&auml;ger Kontakt aufnehmen, um von diesem &quot;vollst&auml;ndige Kontounterlagen der &#8230;-Stiftung (Gutschriften, B&ouml;rsenabrechnungen, Couponsabrechnungen) f&uuml;r den Zeitraum vom 1.&nbsp;Januar 1996 bis 31.&nbsp;Dezember 2006&quot; zu erhalten und um ihm mitzuteilen, dass die Stiftungskosten keine abzugsf&auml;higen Werbungskosten seien. Das FG stellte weiter fest, dass die Pr&uuml;ferin am 20.&nbsp;Februar 2009 beim Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger telefonisch Unterlagen f&uuml;r die Streitjahre anforderte und einen Besprechungstermin f&uuml;r den 10.&nbsp;M&auml;rz 2009 vereinbarte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Abschlussbericht der Steufa vom 26.&nbsp;April 2010 wird in Tz.&nbsp;8 festgehalten, angeforderte Unterlagen seien von den Kl&auml;gern eingereicht und Ausk&uuml;nfte zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung erteilt worden, sodass eine vollst&auml;ndige Sachverhaltsermittlung m&ouml;glich gewesen sei. Die Steufa ermittelte f&uuml;r die Streitjahre nicht erkl&auml;rte Einnahmen der Kl&auml;ger aus der N-Foundation &#8211;wie in der Nacherkl&auml;rung der Kl&auml;ger vom 13.&nbsp;Mai 2008 angegeben&#8211; in H&ouml;he von 58.466,53&nbsp;DM (1996) und von 86.853,08&nbsp;DM (1997). Die in der Nacherkl&auml;rung geltend gemachten Werbungskosten aus Treuhandgeb&uuml;hren, Stiftungsrat- und Repr&auml;sentanzhonoraren sowie Pauschalsteuern wurden gek&uuml;rzt, da es sich um &quot;Kosten des Rechtsmissbrauchs&quot; handele (Tz.&nbsp;10.3 und Anlage&nbsp;II des Berichts). F&uuml;r das Streitjahr 1996 betrugen die bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen abzugsf&auml;higen allgemeinen Werbungskosten damit 411,24&nbsp;DM, davon entfielen auf die Kapitalertr&auml;ge aus der N-Foundation 146,86&nbsp;DM; f&uuml;r das Streitjahr 1997 betrugen sie 485,81&nbsp;DM, davon entfielen auf die Kapitalertr&auml;ge aus der N-Foundation 163,42&nbsp;DM. Anrechenbare ausl&auml;ndische Steuern waren laut Tz.&nbsp;10.4 des Berichts nicht zu ber&uuml;cksichtigen, da von den Kl&auml;gern keine Originalsteuerbescheinigungen vorgelegt worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Abschluss der Fahndungspr&uuml;fung &auml;nderte das FA jeweils mit Bescheid vom 11.&nbsp;Juni 2010 die Einkommensteuerfestsetzungen f&uuml;r die Streitjahre gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der anschlie&szlig;end erhobene Einspruch, mit dem sich die Kl&auml;ger f&uuml;r die Streitjahre auf den Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung zum 31.&nbsp;Dezember 2008 beriefen, wurde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der nachfolgenden Klage teilweise statt. Hinsichtlich der nacherkl&auml;rten Kapitalertr&auml;ge aus der N-Foundation hielt es die Klage jedoch f&uuml;r unbegr&uuml;ndet. Die &Auml;nderungsbescheide vom 11.&nbsp;Juni 2010 seien vor Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung ergangen. Die Steufa habe vor Eintritt der regul&auml;ren Festsetzungsverj&auml;hrung am 31.&nbsp;Dezember 2008 mit Ermittlungen der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Streitjahre begonnen. Die dadurch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO eingetretene Ablaufhemmung werde nicht aufgrund der Nacherkl&auml;rung durch die einj&auml;hrige Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO verdr&auml;ngt. Die Entscheidung des FG vom 25.&nbsp;Februar 2016&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;2818\/13 ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1225 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Bundesrechts und machen Verfahrensfehler geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe verkannt, dass im Streitfall nur eine einj&auml;hrige Ablaufhemmung aufgrund der Regelung des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO gelte. Die Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO werde verdr&auml;ngt, wenn vor Ablauf der Festsetzungsfrist f&uuml;r die gleiche Steuerart und den gleichen Veranlagungszeitraum gleichzeitig Ermittlungen der Steuerfahndung erfolgten und der Steuerpflichtige eine Nacherkl&auml;rung abgebe, die erst nach au&szlig;en erkennbare Ermittlungsma&szlig;nahmen gegen&uuml;ber dem Steuerpflichtigen ausl&ouml;se. Halte man beide Regelungen nebeneinander f&uuml;r anwendbar, d&uuml;rften Ermittlungsma&szlig;nahmen, die eine Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO ausl&ouml;sen k&ouml;nnten, nur solche sein, die auf eigenen Erkenntnissen der Steuerfahndung beruhten und nicht durch die Nacherkl&auml;rung des Steuerpflichtigen ausgel&ouml;st w&uuml;rden. Sonst werde die Jahresfrist des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO unterlaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil der Vorinstanz, die Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;August 2013 und die ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide 1996 und 1997, jeweils vom 11.&nbsp;Juni 2010, aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;ger ist begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die W&uuml;rdigung des FG, im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen &Auml;nderungsbescheide vom 11.&nbsp;Juni 2010 f&uuml;r die Streitjahre sei der Ablauf der Festsetzungsverj&auml;hrung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO gehemmt gewesen, ist rechtsfehlerhaft (siehe unter II.1. bis II.3.). Die Vorentscheidung wird aufgehoben. Die Sache ist nicht spruchreif (siehe unter II.4.). Der Senat verweist den Streitfall zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ck (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat geht mit den Beteiligten davon aus, dass die Festsetzungsfrist f&uuml;r beide Streitjahre aufgrund der jeweils im Jahr 1998 eingereichten Steuererkl&auml;rungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO mit Ablauf des Jahres 1998 begann. Aufgrund der vors&auml;tzlichen Nichtangabe der Kapitalertr&auml;ge aus der N-Foundation in den Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO f&uuml;r jedes Streitjahr eine zehnj&auml;hrige Festsetzungsfrist. Die regul&auml;re Festsetzungsfrist beider Streitjahre endete damit mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2008. Es ist zwischen den Beteiligten zudem nicht streitig und bedarf hier keiner Vertiefung, dass f&uuml;r die Kapitalertr&auml;ge der Streitjahre aus der N-Foundation aufgrund der Nacherkl&auml;rung vom 13.&nbsp;Mai 2008 eine einj&auml;hrige Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO ausgel&ouml;st wurde, die mit Ablauf des 13.&nbsp;Mai 2009 und damit vor Erlass der angefochtenen &Auml;nderungsbescheide der Streitjahre vom 11.&nbsp;Juni 2010 endete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat im Ergebnis rechtsfehlerhaft angenommen, dass bei Erlass der &Auml;nderungsbescheide vom 11.&nbsp;Juni 2010 eine Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO bestand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Beginnen die Zollfahndungs&auml;mter oder die mit der Steuerfahndung betrauten Dienststellen der Landesfinanzbeh&ouml;rden vor Ablauf der Festsetzungsfrist beim Steuerpflichtigen &#8211;wie im Streitfall durch die Steufa im Jahr 2007&#8211; mit Ermittlungen der Besteuerungsgrundlagen, so l&auml;uft die Festsetzungsfrist insoweit nicht ab, bevor die aufgrund der Ermittlungen zu erlassenden Steuerbescheide unanfechtbar geworden sind (&sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Halbsatz AO). Es muss aber f&uuml;r den Steuerpflichtigen erkennbar sein, dass in seinen Steuerangelegenheiten ermittelt wird (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9.&nbsp;M&auml;rz 1999 VIII&nbsp;R&nbsp;19\/97, BFH\/NV 1999, 1186, unter II.1.a) und welcher Sachverhaltskomplex den Gegenstand der Ermittlungen bildet (BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Juni 2010 VIII&nbsp;B&nbsp;2\/10, BFH\/NV 2010, 2001). Die Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO endet erst, wenn aufgrund der Pr&uuml;fung Steuerbescheide ergehen und diese unanfechtbar werden (zur zeitlichen Begrenzung durch den Eintritt der Verwirkung siehe BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Juli 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;5\/07, BFHE 226, 198, BStBl II 2010, 583, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat teilt im Ausgangspunkt die Beurteilung des FG, dass die &#8211;vor Eingang der Nacherkl&auml;rungen vom 21.&nbsp;Februar 2008 und 13.&nbsp;Mai 2008&#8211; im Jahr 2007 durchgef&uuml;hrte Aktenauswertung der Steufa und die Erkundung von Durchsuchungsm&ouml;glichkeiten des Anwesens der Kl&auml;ger keine Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO bewirkten. Die durch den Beginn der Ermittlungen grunds&auml;tzlich ausgel&ouml;ste Ablaufhemmung f&uuml;r die Streitjahre ist aufgrund einer Unterbrechung der Pr&uuml;fung unmittelbar nach Beginn r&uuml;ckwirkend entfallen (&sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz i.V.m. &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Vom FG wurde bei Aufnahme der Pr&uuml;fung eine Aktenauswertung (der Steuer-CD) durch die Steufa festgestellt, deren Ergebnis sich im Verdachtspr&uuml;fungsvermerk vom 30.&nbsp;September 2007 niederschlug. Die Steufa sah wegen der im Raum stehenden Hinterziehung auch von Erbschaft- und Verm&ouml;gensteuern und der m&ouml;glichen T&auml;terschaft weiterer Personen den Streitfall als &quot;herausgehobenen Fall&quot; und eine Durchsuchung bei den Kl&auml;gern als geboten an. F&uuml;r die Kl&auml;ger war aufgrund der Akteneinsicht des Prozessbevollm&auml;chtigten Mitte 2008 auch zumindest im Nachhinein erkennbar, dass die Steufa die Kapitalertr&auml;ge aus der N-Foundation f&uuml;r den Zeitraum 1996 bis 2006 ermitteln wollte. Diese sp&auml;tere Kenntnisnahme von den internen Ma&szlig;nahmen gen&uuml;gt den Anforderungen an die Erkennbarkeit der Ermittlungen, da die Ermittlungshandlungen der Steufa i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO auch bereits vor dem Zeitpunkt ihrer Erkennbarkeit durch den Steuerpflichtigen liegen d&uuml;rfen (BFH-Urteil in BFH\/NV 1999, 1186, unter II.1.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Unterbrechung der Fahndungspr&uuml;fung unmittelbar nach Beginn der Pr&uuml;fung i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 AO ist jedoch anzunehmen, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; der Pr&uuml;fer nach Beginn der Pr&uuml;fung &uuml;ber Vorbereitungshandlungen wie das Einholen allgemeiner Informationen &uuml;ber die betrieblichen Verh&auml;ltnisse, das Rechnungswesen und die Buchf&uuml;hrung und\/oder die Sichtung der Unterlagen des zu pr&uuml;fenden Steuerfalls bzw. ein allgemeines Aktenstudium nicht hinauskommt (BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Juni 2014 IV&nbsp;R&nbsp;51\/11, BFH\/NV 2014, 1716, Rz&nbsp;34). Dies ist hier der Fall. Nach den Feststellungen des FG gingen die Ma&szlig;nahmen der Steufa nicht &uuml;ber reine Vorbereitungshandlungen hinaus. Die Aktenauswertung und Vorermittlung der Steufa bildeten nur die Entscheidungsgrundlage f&uuml;r den Umfang des zu erteilenden eigentlichen Pr&uuml;fungsauftrags und dienten der Entscheidung dar&uuml;ber, ob eine Durchsuchung bei den Kl&auml;gern notwendig sei. Das FG hat auch nicht festgestellt, dass die Vorpr&uuml;fung der Steufa erste verwertbare Ergebnisse zu den Kapitalertr&auml;gen aus der N-Foundation gezeitigt h&auml;tte, an die von der Pr&uuml;ferin sp&auml;ter angekn&uuml;pft werden konnte und die eine Unterbrechung ausschlie&szlig;en w&uuml;rden (zu den Anforderungen an solche verwertbaren Erkenntnisse siehe BFH-Urteile vom 24.&nbsp;April 2003 VII&nbsp;R&nbsp;3\/02, BFHE 202, 32, BStBl II 2003, 739, unter II.4.b; in BFH\/NV 2014, 1716, Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG ist ferner zutreffend davon ausgegangen, dass eine Nacherkl&auml;rung von Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO eine auf Ermittlungshandlungen der Steuerfahndung beruhende Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO hinsichtlich derselben Besteuerungsgrundlagen nicht ausschlie&szlig;t (BFH-Urteile in BFHE 226, 198, BStBl II 2010, 583, unter II.2.c&nbsp;dd; vom 17.&nbsp;November 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;68\/13, BFHE 252, 210, BStBl II 2016, 571, Rz&nbsp;20 bis 22). Nach Abgabe einer Nacherkl&auml;rung muss das Finanzamt nicht abwarten, ob der Steuerpflichtige zu den hinterzogenen Eink&uuml;nften bis zum Ablauf der einj&auml;hrigen Hemmungsfrist des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO ausreichende Angaben macht. Vielmehr hat das Finanzamt die M&ouml;glichkeit, vor Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist eigene Ermittlungen durch die Steuerfahndung anzustellen, um die Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO herbeizuf&uuml;hren (BFH-Urteile in BFHE 252, 210, BStBl II 2016, 571, Rz&nbsp;22; vom 17.&nbsp;Dezember 2015 V&nbsp;R&nbsp;58\/14, BFHE 252, 5, BStBl II 2016, 574, Rz&nbsp;22). Voraussetzung f&uuml;r deren Eintritt ist jedoch, dass die Steuerfestsetzung auf den Ermittlungen der Steuerfahndung beruht (BFH-Urteile in BFHE 252, 210, BStBl II 2016, 571, Rz&nbsp;22; in BFHE 252, 5, BStBl II 2016, 574, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ist danach im Spannungsverh&auml;ltnis der &sect;&sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9, 171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO neben dem Zeitkriterium (der Aufnahme der Ermittlungen vor Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist) f&uuml;r eine Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO weiter erforderlich, dass die sp&auml;tere Steuerfestsetzung auf den rechtzeitig aufgenommenen Ermittlungen der Steuerfahndung beruht, so setzt ein solches &quot;Beruhen&quot; voraus, dass die vor Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist vorgenommenen Ermittlungshandlungen konkret der &Uuml;berpr&uuml;fung der nacherkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen dienen. Ausreichend f&uuml;r den Beginn der Ablaufhemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;9 AO ist, dass die angezeigte Steuerverk&uuml;rzung dem Grunde nach individualisiert werden kann (BFH-Urteil in BFHE 252, 210, BStBl II 2016, 571, Rz&nbsp;22). F&uuml;r die weitergehende Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO kann im Anschluss an eine solche Nacherkl&auml;rung individualisierter Besteuerungsgrundlagen verlangt werden, dass die Steuerfahndung rechtzeitig konkrete und zielgerichtete Ermittlungshandlungen entfaltet, da der Steuerpflichtige ihr mit der Nacherkl&auml;rung konkrete Ankn&uuml;pfungspunkte f&uuml;r die Ermittlungen gibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ergeben sich nach rechtzeitiger Vornahme solcher Ermittlungshandlungen in den sp&auml;teren Steuerfestsetzungen gegen&uuml;ber den Angaben in der Nacherkl&auml;rung keine &Auml;nderungen, beruhen die Steuerfestsetzungen gleichwohl auf den rechtzeitig durchgef&uuml;hrten Ermittlungshandlungen der Steuerfahndung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die sp&auml;tere Steuerfestsetzung der nacherkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen eines bestimmten Veranlagungszeitraums beruht demgegen&uuml;ber nicht mehr auf einer rechtzeitigen Ermittlungshandlung, wenn die Steuerfahndung nach Er&ouml;ffnung der Pr&uuml;fung vor Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist dieses Veranlagungszeitraums (hier: der Streitjahre 1996 und 1997) zwar Ermittlungshandlungen hinsichtlich der Besteuerungsgrundlagen eines anderen Veranlagungszeitraums des Pr&uuml;fungszeitraums (hier: etwa f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2006) vornimmt, mit der Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen des betrachteten Veranlagungszeitraums (hier: der Streitjahre 1996 und 1997) aber erst nach Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist f&uuml;r diesen (hier: nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008) tats&auml;chlich beginnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die W&uuml;rdigung des FG beachtet diese Anforderungen nicht vollst&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Anfordern von Unterlagen zur &Uuml;berpr&uuml;fung nacherkl&auml;rter Besteuerungsgrundlagen durch die Steufa stellt &#8211;wie vom FG zutreffend erkannt&#8211; grunds&auml;tzlich eine hinreichend konkrete Ermittlungshandlung dar (BFH-Urteil in BFHE 226, 198, BStBl II 2010, 583, unter II.2.c&nbsp;bb). Das Anfordern dieser Unterlagen w&auml;re auch ausreichend, um die im Streitfall unterbrochene Fahndungspr&uuml;fung wieder aufzunehmen und die Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO auszul&ouml;sen (siehe zur Wiederaufnahme als Beginn einer neuen Pr&uuml;fung BFH-Urteil in BFHE 202, 32, BStBl II 2003, 739, unter II.4.d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat es f&uuml;r den Eintritt der Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO aber zu Unrecht gen&uuml;gen lassen, dass die Steufa in 2008 irgendeine Ermittlungshandlung hinsichtlich der Besteuerungsgrundlagen des Pr&uuml;fungszeitraums 1996 bis 2006 (in Form der festgestellten Anforderung von &quot;Unterlagen zur Verm&ouml;gensanlage bei der N-Foundation&quot;) entfaltet hat, weil sich die Pr&uuml;fung erst in ihrem weiteren Verlauf w&auml;hrend des Jahres 2009 bis zum Abschlussbericht vom 26.&nbsp;April 2010 auf die nacherkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen der Streitjahre erstreckt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erforderlich f&uuml;r den Eintritt der Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO f&uuml;r die Streitjahre ist nach den unter II.2.d dargelegten Anforderungen n&auml;mlich, dass die Steufa noch im Jahr 2008 Ermittlungshandlungen (z.B. durch die Anforderung detaillierter Konto- und Depotausz&uuml;ge) vorgenommen hat, die der &Uuml;berpr&uuml;fung der nacherkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen der Streitjahre dienten. Nur dann beruhen die sp&auml;teren Steuerfestsetzungen f&uuml;r die Streitjahre auf einer vor Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist durchgef&uuml;hrten Ermittlungshandlung der Steufa. Die Feststellungen des FG erm&ouml;glichen diesen Schluss nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus den Feststellungen l&auml;sst sich der Gegenstand der angeforderten Unterlagen nicht ableiten. Die Anforderung der Unterlagen im Jahr 2008 ist in den Akten der Steufa nicht dokumentiert. Auch das FG hat zum Gegenstand der angeforderten Unterlagen anhand des Kalendereintrags und der Zeugenaussage nur feststellen k&ouml;nnen, es habe sich um &quot;Unterlagen zur Verm&ouml;gensanlage bei der N-Foundation&quot; gehandelt. Zudem hat die Zeugin X ausgesagt, ihr sei es wegen einer mutma&szlig;lichen Hinterziehung von Verm&ouml;gen- und Erbschaftsteuern und der m&ouml;glichen T&auml;terschaft weiterer Familienmitglieder zun&auml;chst vordringlich um die Aufkl&auml;rung der Mittelherkunft bei der Errichtung des Depots der Kl&auml;ger gegangen. Ob die in 2008 angeforderten Unterlagen der Ermittlung von Besteuerungsgrundlagen zur Verm&ouml;gen- und Erbschaftsteuer oder der Einkommensteuer des Pr&uuml;fungszeitraums und falls ja, welcher Veranlagungszeitr&auml;ume dienten, ist v&ouml;llig ungewiss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist zudem angesichts des vom FG im &Uuml;brigen festgestellten Geschehensablaufs eher zweifelhaft, dass die in 2008 angeforderten Unterlagen die nacherkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen der Streitjahre betrafen. Die Kl&auml;ger hatten mit der Nacherkl&auml;rung vom 13.&nbsp;Mai 2008 Depotausz&uuml;ge zum 31.&nbsp;Dezember jedes der Streitjahre &uuml;bersandt. Aus diesen und der Auswertung der beigef&uuml;gten Anlagen waren die Einnahmen und Aufwendungen zu den einzelnen Kapitalanlagen ersichtlich. Die so nacherkl&auml;rten Einnahmen f&uuml;r die Streitjahre wurden nach den Feststellungen des FG &quot;von der Steuerfahndung zun&auml;chst &uuml;bernommen und erst im Folgejahr 2009 festgestellt (ermittelt)&quot;. Nach dem Vermerk der Pr&uuml;ferin vom 19.&nbsp;Februar 2009 fehlten ihr zu diesem Zeitpunkt u.a. noch vollst&auml;ndige Kontounterlagen der Kl&auml;ger zu den Kapitalertr&auml;gen aus den Streitjahren. Diese wurden von der Steufa nach der Feststellung des FG ankn&uuml;pfend daran einen Tag sp&auml;ter, am 20.&nbsp;Februar 2009, beim Prozessbevollm&auml;chtigten angefordert. Der festgestellte Geschehensablauf spricht damit insgesamt eher daf&uuml;r, dass die Pr&uuml;ferin zu den nacherkl&auml;rten Kapitaleink&uuml;nften der Streitjahre erstmals im Februar 2009 eine Ermittlungshandlung vornahm, indem sie sich mit der Nacherkl&auml;rung n&auml;her befasste und ausgehend davon zielgerichtet Unterlagen f&uuml;r die weitere Pr&uuml;fung anforderte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Entscheidung des FG erweist sich auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden als richtig (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO). Eine Ablaufhemmung f&uuml;r die Streitjahre ergibt sich nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Steuerstrafverfahren gegen die Kl&auml;ger wurde wegen des Ablaufs der Strafverfolgungsverj&auml;hrung erst f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume ab 2002 eingeleitet. Diese Ma&szlig;nahme beeinflusste nur den Fristenlauf f&uuml;r die Steueranspr&uuml;che der betreffenden Jahre, nicht aber f&uuml;r die streitgegenst&auml;ndlichen Steueranspr&uuml;che f&uuml;r 1996 und 1997. Bereits deshalb ist die Vorschrift des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO tatbestandlich nicht erf&uuml;llt. Sie greift nur in Bezug auf denjenigen konkreten Steueranspruch ein, der durch eine im Ermittlungsverfahren n&auml;her aufzukl&auml;rende Straftat verletzt worden sein soll (vgl. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;April 2005 XI&nbsp;R&nbsp;83\/03, BFH\/NV 2005, 1961, unter II.3.b). Verj&auml;hrungsrechtlich will das Gesetz sicherstellen, dass die im Zuge des eingeleiteten Steuerstrafverfahrens gewonnenen Erkenntnisse bei der Festsetzung des betroffenen Steueranspruchs Ber&uuml;cksichtigung finden. Erkenntnisgewinn in diesem Sinne verspricht aber nicht irgendein Steuerstrafverfahren, sondern nur ein solches, das gerade wegen der vermeintlichen Verletzung eines bestimmten Steueranspruchs eingeleitet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. Der Senat kann die notwendigen Feststellungen, ob vor dem 31.&nbsp;Dezember 2008 Unterlagen von der Steufa zur Pr&uuml;fung der nacherkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen der Streitjahre angefordert wurden und ob die sp&auml;teren Steuerfestsetzungen der Streitjahre auf dieser Unterlagenanforderung beruhen, nicht selbst treffen. Der Streitfall wird zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckverwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie die erhobene Verfahrensr&uuml;ge verdeutlicht, halten auch die Kl&auml;ger es f&uuml;r aufkl&auml;rbar, &quot;ob&quot; noch im Jahr 2008 und &quot;welche&quot; Unterlagen zur Pr&uuml;fung der nacherkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen der Streitjahre beim steuerlichen Vertreter der Kl&auml;ger angefordert wurden, indem der damalige steuerliche Vertreter der Kl&auml;ger dazu als Zeuge befragt wird. Sollte das FG im zweiten Rechtsgang nicht feststellen k&ouml;nnen, dass eine Anforderung von Unterlagen zur Pr&uuml;fung der nacherkl&auml;rten Kapitalertr&auml;ge der Streitjahre durch die Steufa vor dem 31.&nbsp;Dezember 2008 stattgefunden hat, beruhen die sp&auml;teren Steuerfestsetzungen der Streitjahre nicht auf einer rechtzeitigen Ermittlungshandlung der Steufa. Die Klage w&auml;re begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nicht zu beanstanden ist schlie&szlig;lich der rechtliche Ausgangspunkt des FG, die im Depot bei der N-Foundation gehaltenen und zivilrechtlich der Stiftung geh&ouml;renden Kapitalanlagen und Eink&uuml;nfte seien den Kl&auml;gern aufgrund ihrer wirtschaftlichen Verf&uuml;gungsmacht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 AO unmittelbar zuzurechnen. Eine Hinzurechnung von Eink&uuml;nften gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 des Au&szlig;ensteuergesetzes in der in den Streitjahren anzuwendenden Fassung kommt auf dieser tats&auml;chlichen Grundlage nicht in Betracht (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Dezember 2010 I&nbsp;R&nbsp;84\/09, BFHE 232, 352, BStBl II 2014, 361).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auf die Verfahrensr&uuml;ge der Kl&auml;ger kam es f&uuml;r die Entscheidung nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.7.2018, VIII R 9\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.030718.VIIIR9.16.0 Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige Leits&auml;tze 1. Die Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 9 AO schlie&szlig;t den Eintritt der Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 5 Satz 1 AO nicht generell aus, wenn die Ermittlungen der Steuerfahndung vor dem Ablauf der ungehemmten Festsetzungsfrist beginnen und die Steuerfestsetzung auf den &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-9-16-ablaufhemmung-nach-erstattung-einer-selbstanzeige\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;9\/16 &#8211; Ablaufhemmung nach Erstattung einer Selbstanzeige<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70052","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70052","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70052"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70052\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70052"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70052"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70052"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}