{"id":70058,"date":"2018-12-06T18:32:03","date_gmt":"2018-12-06T16:32:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70058"},"modified":"2018-12-06T18:32:03","modified_gmt":"2018-12-06T16:32:03","slug":"viii-r-2-15-tarifbeguenstigte-veraeusserung-einer-freiberuflichen-einzelpraxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-2-15-tarifbeguenstigte-veraeusserung-einer-freiberuflichen-einzelpraxis\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;2\/15 &#8211; Tarifbeg&uuml;nstigte Ver&auml;u&szlig;erung einer freiberuflichen Einzelpraxis"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.8.2018, VIII R 2\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.210818.VIIIR2.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Tarifbeg&uuml;nstigte Ver&auml;u&szlig;erung einer freiberuflichen Einzelpraxis<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die tarifbeg&uuml;nstigte Ver&auml;u&szlig;erung einer freiberuflichen Einzelpraxis (&sect; 18 Abs. 3 i.V.m. &sect; 34 EStG) setzt voraus, dass der Steuerpflichtige die wesentlichen verm&ouml;gensm&auml;&szlig;igen Grundlagen entgeltlich und definitiv auf einen anderen &uuml;bertr&auml;gt. Hierzu muss der Ver&auml;u&szlig;erer seine freiberufliche T&auml;tigkeit in dem bisherigen &ouml;rtlichen Wirkungskreis wenigstens f&uuml;r eine gewisse Zeit einstellen (Anschluss an BFH-Urteile vom 10. Juni 1999 IV R 11\/99, BFH\/NV 1999, 1594; vom 29. Juni 1994 I R 105\/93, BFH\/NV 1995, 109; vom 18. Mai 1994 I R 109\/93, BFHE 175, 249, BStBl II 1994, 925).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die &quot;definitive&quot; &Uuml;bertragung des Mandantenstamms l&auml;sst sich erst nach einem gewissen Zeitablauf abschlie&szlig;end beurteilen. Sie h&auml;ngt von den objektiven Umst&auml;nden des Einzelfalls ab, die das FG als Tatsacheninstanz zu w&uuml;rdigen hat. Neben der Dauer der Einstellung der freiberuflichen T&auml;tigkeit sind insbesondere die r&auml;umliche Entfernung einer wieder aufgenommenen Berufst&auml;tigkeit zur ver&auml;u&szlig;erten Praxis, die Vergleichbarkeit der Bet&auml;tigungen, die Art und Struktur der Mandate, eine zwischenzeitliche T&auml;tigkeit des Ver&auml;u&szlig;erers als Arbeitnehmer oder freier Mitarbeiter des Erwerbers sowie die Nutzungsdauer des erworbenen Praxiswerts zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 3. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;13 K 2231\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) seine Steuerberatungskanzlei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 sowie &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr (2008) geltenden Fassung (EStG) tarifbeg&uuml;nstigt ver&auml;u&szlig;ert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist Steuerberater und &uuml;bte seine freiberufliche T&auml;tigkeit seit dem Jahr 2003 in einer Einzelpraxis aus. Die Praxisr&auml;ume lagen zun&auml;chst in der B Innenstadt, ab 1.&nbsp;April 2004 in B-C.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 24.&nbsp;Januar 2008 ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger seine Steuerberatungskanzlei mit Wirkung zum 1.&nbsp;April 2008 f&uuml;r einen Kaufpreis in H&ouml;he von 750.000&nbsp;EUR an eine in B-D ans&auml;ssige Steuerberatungsgesellschaft (S-KG). Gegenstand des Kaufvertrags war neben dem mobilen Praxisinventar auch der gesamte Mandantenstamm des Kl&auml;gers. Der Kl&auml;ger verpflichtete sich, an der Mandats&uuml;berleitung mitzuwirken und dar&uuml;ber hinaus neue Mandate f&uuml;r die S-KG zu akquirieren. S&auml;mtliche Lieferungs- und Leistungsvertr&auml;ge sowie die Rechte und Pflichten gegen&uuml;ber den Arbeitnehmern gingen auf die erwerbende S-KG &uuml;ber. Gleichzeitig schloss der Kl&auml;ger mit der S-KG eine freiberufliche T&auml;tigkeitsvereinbarung, die bis zum 31.&nbsp;Dezember 2010 befristet war. Danach sollte der Kl&auml;ger seine bisherigen und neu akquirierten Mandanten im Namen und f&uuml;r Rechnung der S-KG beraten. F&uuml;r 32&nbsp;Wochenstunden war ein monatliches Pauschalhonorar in H&ouml;he von 5.000&nbsp;EUR netto sowie eine Umsatzbeteiligung an den Neuakquisitionen vereinbart. Am 9.&nbsp;Mai 2009 legten der Kl&auml;ger und die S-KG den endg&uuml;ltigen Kaufpreis f&uuml;r die Steuerberatungskanzlei auf 700.000&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 10.&nbsp;November 2009 sch&auml;tzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die laufenden Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus selbst&auml;ndiger Arbeit im Streitjahr auf 130.000&nbsp;EUR. Im Anschluss an die Mitteilung des Kl&auml;gers, er habe aus der Ver&auml;u&szlig;erung seiner Steuerberatungskanzlei einen Gewinn in H&ouml;he von 685.000&nbsp;EUR erzielt, erging am 14.&nbsp;Juni 2010 ein nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderter Bescheid, der zus&auml;tzlich diesen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn ber&uuml;cksichtigte und hierf&uuml;r die Tarifbeg&uuml;nstigung des &sect;&nbsp;34 EStG gew&auml;hrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend einer Au&szlig;enpr&uuml;fung gab der Kl&auml;ger f&uuml;r das Streitjahr erstmals eine Einkommensteuererkl&auml;rung ab. Daraufhin &auml;nderte das FA den Einkommensteuerbescheid erneut gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO. In dem &Auml;nderungsbescheid vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2011 &uuml;bernahm das FA die vom Kl&auml;ger erkl&auml;rten Betr&auml;ge (laufende Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Steuerberatert&auml;tigkeit in H&ouml;he von 17.574&nbsp;EUR sowie einen tarifbeg&uuml;nstigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 687.856&nbsp;EUR) und setzte eine Einkommensteuer in H&ouml;he von 243.873&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Au&szlig;enpr&uuml;fung kam zu dem Ergebnis, dass der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Steuerberatungskanzlei als nicht beg&uuml;nstigter, laufender Gewinn zu erfassen sei. Denn der Kl&auml;ger habe seine T&auml;tigkeit f&uuml;r die S-KG zum 28.&nbsp;Februar 2010 aufgegeben und unter Mitnahme des &uuml;berwiegenden Teils seiner Mandanten wieder eine Beratungst&auml;tigkeit im Rahmen einer Einzelpraxis aufgenommen. Dass dies zum Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung nicht vorhersehbar gewesen sei, f&uuml;hre zu keinem anderen Ergebnis. Dem entsprechend erh&ouml;hte das FA die Einkommensteuer des Kl&auml;gers in dem wiederum nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO ge&auml;nderten Bescheid vom 19.&nbsp;Januar 2012 auf 294.333&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) urteilte, nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) setze die tarifbeg&uuml;nstigte Ver&auml;u&szlig;erung einer Einzelpraxis voraus, dass der Ver&auml;u&szlig;erer seine freiberufliche T&auml;tigkeit in dem bisherigen &ouml;rtlichen Wirkungskreis wenigstens f&uuml;r eine gewisse Zeit einstelle. Werde der Ver&auml;u&szlig;erer als Angestellter oder als freier Mitarbeiter im Auftrag und f&uuml;r Rechnung des Erwerbers t&auml;tig, sei dies nur dann unsch&auml;dlich, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer die wesentlichen Grundlagen seiner Praxis einschlie&szlig;lich des Mandantenstamms &quot;definitiv&quot; auf den Erwerber &uuml;bertragen habe. Daran fehle es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die urspr&uuml;ngliche &Uuml;bertragung der wesentlichen Praxisgrundlagen stelle sich im Nachhinein als eine blo&szlig;e Unterbrechung der bisherigen freiberuflichen T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers dar, so dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine tarifbeg&uuml;nstigte Praxis&uuml;bertragung nachtr&auml;glich entfielen. Dies folge daraus, dass der Kl&auml;ger nach 22&nbsp;Monaten in derselben Stadt unter Mitnahme des wesentlichen Teils seines ehemaligen Mandantenstamms (ca. 50 bis 60&nbsp;% des ehemaligen Umsatzvolumens) und teilweiser Wiedereinstellung des vor der Praxis&uuml;bertragung besch&auml;ftigten Personals wieder im Rahmen einer Einzelpraxis als Steuerberater t&auml;tig geworden sei. Sowohl der Gegenstand und der Inhalt der Bet&auml;tigung des Kl&auml;gers als auch die Art und Struktur seiner Mandate stimmten mit seiner fr&uuml;heren Praxis &uuml;berein, wenn auch personell und umsatzm&auml;&szlig;ig verkleinert. Hinzu komme, dass er in der Zwischenzeit als freier Mitarbeiter der S-KG t&auml;tig gewesen sei und im Rahmen dieser T&auml;tigkeit seine urspr&uuml;nglichen Mandanten weiter beraten habe. Unter diesen Umst&auml;nden sei eine Karenzzeit von 22&nbsp;Monaten nicht ausreichend. Die Gr&uuml;nde sind in den Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 556 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht der Kl&auml;ger geltend, das FG habe das Tatbestandsmerkmal &quot;Ver&auml;u&szlig;erung des Verm&ouml;gens&quot; (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG) rechtswidrig ausgelegt. Zwar sei hierf&uuml;r eine definitive Ver&auml;u&szlig;erung des Mandantenstamms erforderlich. Da die &Uuml;bertragung solcher Beziehungen vom Willen der Mandanten abh&auml;nge, reiche es aber aus, wenn der Erwerber in die Lage versetzt werde, die Beziehungen des Ver&auml;u&szlig;erers zu seinen Mandanten zu verwerten. Diese Voraussetzung sei im Streitfall erf&uuml;llt. Das FG habe dies ebenfalls bejaht, sei dann aber trotz der weiteren Feststellung, dass der Kl&auml;ger zum Zeitpunkt des Verkaufs keine Wiederer&ouml;ffnung seiner Einzelpraxis geplant habe, davon ausgegangen, dass die tats&auml;chliche Wiederer&ouml;ffnung im Februar 2010 zu einem r&uuml;ckwirkenden Wegfall der Tatbestandsvoraussetzung der Ver&auml;u&szlig;erung gef&uuml;hrt habe. Eine solche Sperrfrist sei in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 EStG nicht vorgesehen. Dar&uuml;ber hinaus seien die von der Rechtsprechung entwickelten Merkmale &quot;f&uuml;r eine gewisse Zeit eingestellt&quot; und &quot;&ouml;rtlich begrenzter Wirkungskreis&quot; keine Tatbestandsmerkmale (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes), sondern lediglich Indizien, um die Vorg&auml;nge im Streitjahr qualifizieren zu k&ouml;nnen. Deshalb d&uuml;rften sie nicht ber&uuml;cksichtigt werden, wenn es &#8211;wie im Streitfall durch das sp&auml;tere Zerw&uuml;rfnis des Kl&auml;gers mit der S-KG und dem daraus resultierenden Entschluss zur Wiederer&ouml;ffnung der Einzelpraxis&#8211; um neue, planwidrige Umst&auml;nde gehe, die nichts mit den Vorg&auml;ngen im Streitjahr zu tun h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2008 vom 19.&nbsp;Januar 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;Juni 2012 dahin zu &auml;ndern, dass die Einkommensteuer auf 248.454&nbsp;EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision des Kl&auml;gers als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die sp&auml;tere Wiederaufnahme der freiberuflichen T&auml;tigkeit planwidrig gewesen sei, spiele keine Rolle, da es nicht auf die Motive des Steuerpflichtigen, sondern allein darauf ankomme, ob die objektiven Ma&szlig;nahmen ausreichten, eine Praxisver&auml;u&szlig;erung anzunehmen. Die von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien des &quot;Einstellens der freiberuflichen T&auml;tigkeit in dem bisherigen &ouml;rtlichen Wirkungskreis f&uuml;r eine gewisse Zeit&quot; erg&auml;ben sich aus einer systematischen und teleologischen Gesetzesauslegung unter Ber&uuml;cksichtigung der besonderen Personenbezogenheit freiberuflicher Eink&uuml;nfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;ger nicht die Voraussetzungen f&uuml;r eine tarifbeg&uuml;nstigte Ver&auml;u&szlig;erung seiner Steuerberatungskanzlei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 sowie &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG erf&uuml;llt. Die W&uuml;rdigung des FG, wegen der Wiederer&ouml;ffnung einer Einzelpraxis im Februar 2010 handele es sich unter Ber&uuml;cksichtigung der weiteren Umst&auml;nde des Streitfalls um nicht beg&uuml;nstigte laufende Eink&uuml;nfte, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit auch der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung des ganzen Verm&ouml;gens, das der selbst&auml;ndigen Arbeit dient (Praxisver&auml;u&szlig;erung). F&uuml;r diesen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn sieht &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 EStG eine Tarifbeg&uuml;nstigung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH setzt die Ver&auml;u&szlig;erung einer Praxis voraus, dass der Steuerpflichtige die f&uuml;r die Aus&uuml;bung der selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit wesentlichen verm&ouml;gensm&auml;&szlig;igen Grundlagen entgeltlich auf einen anderen &uuml;bertr&auml;gt. Hierzu geh&ouml;ren insbesondere die immateriellen Wirtschaftsg&uuml;ter der Praxis wie Mandantenstamm bzw. Praxiswert (BFH-Urteile vom 10.&nbsp;Juni 1999 IV&nbsp;R&nbsp;11\/99, BFH\/NV 1999, 1594; vom 29.&nbsp;Juni 1994 I&nbsp;R&nbsp;105\/93, BFH\/NV 1995, 109; vom 18.&nbsp;Mai 1994 I&nbsp;R&nbsp;109\/93, BFHE 175, 249, BStBl II 1994, 925, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus muss der Ver&auml;u&szlig;erer nach der Rechtsprechung des BFH seine freiberufliche T&auml;tigkeit in dem bisherigen &ouml;rtlichen Wirkungskreis wenigstens f&uuml;r eine gewisse Zeit einstellen (BFH-Urteile in BFH\/NV 1999, 1594; in BFH\/NV 1995, 109; in BFHE 175, 249, BStBl II 1994, 925, jeweils m.w.N.; gl.A. Schmidt\/Wacker, EStG, 37.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;225; kritisch Siewert in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;117). Diese Forderung nach einer zeitweiligen Einstellung der freiberuflichen T&auml;tigkeit beruht auf der &Uuml;berlegung, dass bei fortdauernder T&auml;tigkeit des Freiberuflers in seinem bisherigen &ouml;rtlichen Wirkungskreis eine weitere Nutzung der pers&ouml;nlichen Beziehungen zu den fr&uuml;heren Mandanten auf eigene Rechnung des &quot;Ver&auml;u&szlig;erers&quot; nahe liegt und es dadurch nicht zu einer definitiven &Uuml;bertragung der wesentlichen Betriebsgrundlagen der Praxis auf den Erwerber kommt (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Juli 2008 X&nbsp;R&nbsp;40\/07, BFHE 222, 433, BStBl II 2009, 43; in BFH\/NV 1995, 109; in BFHE 175, 249, BStBl II 1994, 925). Sie dient somit der Abgrenzung zwischen den tarifbeg&uuml;nstigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen und den nicht beg&uuml;nstigten laufenden Eink&uuml;nften (Senatsbeschluss vom 29.&nbsp;Mai 2008 VIII&nbsp;B&nbsp;166\/07, BFH\/NV 2008, 1478).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &quot;definitive&quot; &Uuml;bertragung der wesentlichen Betriebsgrundlagen, insbesondere des Mandantenstamms, h&auml;ngt letztlich von den Umst&auml;nden des Einzelfalls ab, die das FG als Tatsacheninstanz zu w&uuml;rdigen hat. Neben der Dauer der Einstellung der freiberuflichen T&auml;tigkeit sind insbesondere die r&auml;umliche Entfernung einer wieder aufgenommenen Berufst&auml;tigkeit zur ver&auml;u&szlig;erten Praxis, die Vergleichbarkeit der Bet&auml;tigungen, die Art und Struktur der Mandate sowie die Nutzungsdauer des erworbenen Praxiswerts zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 1999, 1594; BFH-Beschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;November 2006 XI&nbsp;B&nbsp;177\/05, BFH\/NV 2007, 431; vom 1.&nbsp;Dezember 2005 IV&nbsp;B&nbsp;69\/04, BFH\/NV 2006, 298).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird der Ver&auml;u&szlig;erer als Arbeitnehmer oder als freier Mitarbeiter im Auftrag und f&uuml;r Rechnung des Erwerbers t&auml;tig, ist dies grunds&auml;tzlich unsch&auml;dlich, da der Erwerber trotzdem zivilrechtlich und wirtschaftlich in der Lage ist, die Beziehungen zu den fr&uuml;heren Mandanten des Ver&auml;u&szlig;erers zu verwerten. Zwischen dem Ver&auml;u&szlig;erer und seinen fr&uuml;heren Mandanten bestehen keine Rechtsbeziehungen mehr (BFH-Urteile in BFH\/NV 1995, 109; in BFHE 175, 249, BStBl II 1994, 925; offen gelassen f&uuml;r die Weiterbesch&auml;ftigung des Ver&auml;u&szlig;erers als freier Mitarbeiter im BFH-Urteil in BFH\/NV 1999, 1594). Dar&uuml;ber hinaus ist es auch unsch&auml;dlich, wenn der Steuerpflichtige seine bisherige freiberufliche T&auml;tigkeit nur in einem geringen Umfang fortf&uuml;hrt (vgl. Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;Januar 2009 VIII&nbsp;B&nbsp;58\/08, BFH\/NV 2009, 756; zum Streitstand Brandt in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat h&auml;lt an dieser Rechtsprechung fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insbesondere widerspricht das Kriterium der Einstellung der freiberuflichen T&auml;tigkeit im bisherigen &ouml;rtlichen Wirkungskreis f&uuml;r eine gewisse Zeit nicht dem Grundsatz der Tatbestandsm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung. Vielmehr handelt es sich um eine Auslegung des Begriffs der &quot;Ver&auml;u&szlig;erung des Verm&ouml;gens&quot; in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 EStG unter Ber&uuml;cksichtigung der besonderen Natur des Wirtschaftsguts Mandantenstamm. Die f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung des gesamten Verm&ouml;gens erforderliche definitive &Uuml;bertragung des Mandantenstamms kann letztlich nur nach einem gewissen Zeitablauf abschlie&szlig;end beurteilt werden. Dies gilt insbesondere f&uuml;r freiberufliche T&auml;tigkeiten, die in einem besonderen Ma&szlig; personenbezogen sind und bei denen sich deshalb die pers&ouml;nlichen Beziehungen des Erwerbers zu den bisherigen Mandanten des Ver&auml;u&szlig;erers erst entwickeln bzw. festigen m&uuml;ssen. Dadurch ist der Mandantenstamm ein &quot;fl&uuml;chtiges&quot; Wirtschaftsgut, dessen dauerhafte und endg&uuml;ltige &Uuml;bertragung auf den Erwerber verhindert werden kann, indem der Ver&auml;u&szlig;erer seine freiberufliche T&auml;tigkeit fortf&uuml;hrt bzw. wieder aufnimmt. Dies gilt unabh&auml;ngig davon, dass es in jedem Fall die Entscheidung der Mandanten bleibt, von wem sie sich weiter beraten lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nimmt der Ver&auml;u&szlig;erer seine freiberufliche T&auml;tigkeit nach einer gewissen Zeit wieder auf, kann dies im &Uuml;brigen auch dann sch&auml;dlich sein, wenn die Wiederaufnahme zum Zeitpunkt der &Uuml;bertragung der Praxis nicht geplant war. Ma&szlig;gebend ist allein, ob es objektiv zu einer definitiven &Uuml;bertragung der wesentlichen Praxisgrundlagen gekommen ist. Daran kann es allein durch die tats&auml;chliche Wiederaufnahme der freiberuflichen T&auml;tigkeit fehlen, auch wenn diese urspr&uuml;nglich nicht geplant war. Ma&szlig;nahmen des Ver&auml;u&szlig;erers, die wegen einer von Anfang an geplanten Wiederaufnahme dazu dienen sollen, die sp&auml;tere Zur&uuml;ckgewinnung der Mandanten zu erleichtern, k&ouml;nnen eine definitive &Uuml;bertragung des Mandantenstamms von vorneherein ausschlie&szlig;en bzw. die erforderliche Zeitspanne f&uuml;r die Einstellung der T&auml;tigkeit verl&auml;ngern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Grunds&auml;tze ist die W&uuml;rdigung des FG, im Streitfall sei es wegen der Wiederer&ouml;ffnung der Einzelpraxis nach 22&nbsp;Monaten nicht zu einer definitiven &Uuml;bertragung des Mandantenstamms auf den Erwerber und damit auch nicht zu einer tarifbeg&uuml;nstigten Praxisver&auml;u&szlig;erung gekommen, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zutreffend ber&uuml;cksichtigt, dass der Kl&auml;ger seine Einzelpraxis in derselben Stadt mit einem Teil seiner fr&uuml;heren Mitarbeiter wiederer&ouml;ffnet hat und seine T&auml;tigkeit sowie die Art und Struktur der Mandate gleich geblieben sind. Dar&uuml;ber hinaus hat das FG zutreffend hervorgehoben, dass der Kl&auml;ger seine fr&uuml;heren Mandanten auch w&auml;hrend der 22&nbsp;Monate bis zur Wiederer&ouml;ffnung seiner Einzelpraxis als freier Mitarbeiter der S-KG beraten hatte. Zwar war dies f&uuml;r die Verwirklichung des Tatbestands einer Praxisver&auml;u&szlig;erung grunds&auml;tzlich unsch&auml;dlich. Der fortdauernde Kontakt des Kl&auml;gers zu seinen bisherigen Mandanten hatte aber zur Folge, dass die definitive &Uuml;bertragung des Mandantenstamms auf die S-KG i.S. einer Festigung der pers&ouml;nlichen Mandatsbeziehungen l&auml;ngere Zeit in Anspruch nahm. Jedenfalls unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Besonderheit reichte die Zeitspanne von 22&nbsp;Monaten bis zur Wiederer&ouml;ffnung der Einzelpraxis im Streitfall nicht aus, um zu einer definitiven &Uuml;bertragung des Mandantenstamms zu f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass der Kl&auml;ger im Streitfall allein deshalb wieder im Rahmen einer Einzelpraxis t&auml;tig geworden ist, weil es im Januar 2010 zu einem Zerw&uuml;rfnis mit der S-KG kam, spielt entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers keine Rolle. Ma&szlig;gebend ist allein, dass die Zeitspanne von 22&nbsp;Monaten im konkreten Streitfall nicht ausreichte, um zu einer definitiven &Uuml;bertragung des Mandantenstamms zu f&uuml;hren. Allerdings sind die Tatbestandsmerkmale des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 EStG &#8211;abweichend zur Begr&uuml;ndung des FG&#8211; nicht nachtr&auml;glich entfallen, sondern die Verwirklichung des Tatbestands des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 EStG lie&szlig; sich erst nach einem gewissen Zeitablauf abschlie&szlig;end beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus spielt im Streitfall auch die vom BFH entwickelte Geringf&uuml;gigkeitsgrenze keine Rolle. Nach den eigenen Angaben des Kl&auml;gers erreichte er mit denjenigen Mandanten, die nach der Wiederer&ouml;ffnung der Einzelpraxis zu ihm zur&uuml;ckkehrten, mehr als 50&nbsp;% seines ehemaligen Umsatzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.8.2018, VIII R 2\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.210818.VIIIR2.15.0 Tarifbeg&uuml;nstigte Ver&auml;u&szlig;erung einer freiberuflichen Einzelpraxis Leits&auml;tze 1. Die tarifbeg&uuml;nstigte Ver&auml;u&szlig;erung einer freiberuflichen Einzelpraxis (&sect; 18 Abs. 3 i.V.m. &sect; 34 EStG) setzt voraus, dass der Steuerpflichtige die wesentlichen verm&ouml;gensm&auml;&szlig;igen Grundlagen entgeltlich und definitiv auf einen anderen &uuml;bertr&auml;gt. Hierzu muss der Ver&auml;u&szlig;erer seine freiberufliche T&auml;tigkeit in dem bisherigen &ouml;rtlichen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-2-15-tarifbeguenstigte-veraeusserung-einer-freiberuflichen-einzelpraxis\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;2\/15 &#8211; Tarifbeg&uuml;nstigte Ver&auml;u&szlig;erung einer freiberuflichen Einzelpraxis<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70058","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70058","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70058"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70058\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70058"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70058"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70058"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}