{"id":70059,"date":"2018-12-06T18:31:54","date_gmt":"2018-12-06T16:31:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70059"},"modified":"2018-12-06T18:31:54","modified_gmt":"2018-12-06T16:31:54","slug":"vii-r-20-17-zur-einreihung-von-rundstaeben-aus-cermets","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-20-17-zur-einreihung-von-rundstaeben-aus-cermets\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;20\/17 &#8211; Zur Einreihung von Rundst&auml;ben aus Cermets"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.8.2018, VII R 20\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.070818.VIIR20.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Einreihung von Rundst&auml;ben aus Cermets<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Die Formulierung &quot;St&auml;bchen &#8230; f&uuml;r Werkzeuge&quot; umfasst sowohl die Herstellung eines Werkzeugs mit dem St&auml;bchen, die Herstellung eines Werkzeugs hieraus als auch die Verwendung des noch weiter verarbeiteten St&auml;bchens als Werkzeug.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 19. April 2017&nbsp;&nbsp;4 K 1821\/15 Z aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht D&uuml;sseldorf zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrte in den Jahren 2008 bis 2010 Rundst&auml;be aus Hartmetall in das Zollgebiet der Union ein. Sie meldete die in den Handelsrechnungen als &quot;cemented carbide rods&quot; bezeichneten Waren mit der Unterpos.&nbsp;8209&nbsp;00&nbsp;80 der Kombinierten Nomenklatur (KN) an; die Zollstellen fertigten die Waren antragsgem&auml;&szlig; zum freien Verkehr ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rundst&auml;be bestanden aus einer Mischung von Wolframcarbid mit einem Anteil von Kobalt als Bindemittel. Sie wurden gesintert und anschlie&szlig;end feingeschliffen. Die St&auml;be hatten unterschiedliche L&auml;ngen, meist zwischen 100 und 300 mm, und unterschiedliche Durchmesser zwischen 2 und 40&nbsp;mm. Sie verf&uuml;gten &uuml;ber einen gleich bleibenden runden Querschnitt mit flachen Stabenden und besa&szlig;en in einigen F&auml;llen einen bis drei K&uuml;hlkan&auml;le. Die Kl&auml;gerin verkaufte die Rundst&auml;be verschiedenen Werkzeugherstellern, die die St&auml;be in weiteren Bearbeitungsprozessen zu Werkzeugen f&uuml;r die spanabhebende Bearbeitung von Metallen weiterverarbeiteten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung kam der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) zu dem Ergebnis, die Rundst&auml;be seien in die Unterpos.&nbsp;8113&nbsp;00&nbsp;90&nbsp;KN einzureihen. In die Pos.&nbsp;8209&nbsp;KN geh&ouml;rten ausschlie&szlig;lich Waren, die als Formst&uuml;cke f&uuml;r Werkzeuge einsetzbar seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA erhob Zoll mit Bescheiden vom 17.&nbsp;Januar 2011 und vom 26.&nbsp;Mai 2011 nach. Einspruch und Klage blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, das HZA habe die Kl&auml;gerin zu Recht in Anspruch genommen. Der Pos.&nbsp;8113 KN seien Cermets und Waren daraus zuzuweisen. Eine Einreihung der streitgegenst&auml;ndlichen Hartmetallst&auml;be in die Pos.&nbsp;8209&nbsp;KN sei nicht m&ouml;glich, weil die in der Pos.&nbsp;8209&nbsp;KN genannten Waren aus Cermets f&uuml;r Werkzeuge bestimmt sein m&uuml;ssten, d.h. sie m&uuml;ssten bei der Herstellung von Werkzeugen verwendet werden, auf die sie aufgeschwei&szlig;t, aufgel&ouml;tet oder in die sie eingespannt w&uuml;rden. Eine Verwendung zur Herstellung als Werkzeug sei jedoch nicht gegeben, wenn dazu aus den Hartmetallst&auml;ben aus Cermets selbst Werkzeuge hergestellt w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, die Hartmetallst&auml;be entspr&auml;chen dem Wortlaut der Pos.&nbsp;8209&nbsp;KN, weil es sich um ungefasste Cermets-Rundst&auml;be handele, die f&uuml;r Werkzeuge bestimmt seien. Weder dem Wortlaut der Pos.&nbsp;8209 KN noch den Erl&auml;uterungen zum Harmonisierten System (ErlHS) zu Pos.&nbsp;8209 sei zu entnehmen, die in Pos.&nbsp;8209&nbsp;KN einzureihenden Waren w&uuml;rden ausschlie&szlig;lich bei der Herstellung von Werkzeugen verwendet und d&uuml;rften nicht selbst Werkzeug sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Beschaffenheitsmerkmale sei alleiniger Verwendungszweck der Waren die Bestimmung als Werkzeug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil verletzt Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Die Einreihung der eingef&uuml;hrten Waren in die Pos.&nbsp;8113 KN unter Ausschluss der Pos.&nbsp;8209 KN h&auml;lt einer rechtlichen Pr&uuml;fung nicht stand. Zwar weisen die Hartmetallst&auml;be die Merkmale der als Auffangposition ausgestalteten Pos.&nbsp;8113&nbsp;KN auf, weil es sich nach den Feststellungen des FG um Waren aus Cermets handelt. Doch hat das FG im zweiten Rechtsgang zu pr&uuml;fen, ob unter Ber&uuml;cksichtigung der Rechtsauffassung des Senats auch die Merkmale der spezielleren Pos.&nbsp;8209 KN vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das entscheidende Kriterium f&uuml;r die zollrechtliche Tarifierung von Waren ist allgemein in deren objektiven Merkmalen und Eigenschaften zu suchen, wie sie im Wortlaut der Positionen und Unterpositionen der KN und den Anmerkungen zu den Abschnitten oder Kapiteln festgelegt sind, und nach den Allgemeinen Vorschriften (AV) f&uuml;r die Auslegung der KN. Daneben gibt es nach dem &Uuml;bereinkommen zum Harmonisierten System Erl&auml;uterungen und Einreihungsavise (Tarifavise), die ebenso wie die Erl&auml;uterungen zur KN ein wichtiges, wenn auch nicht verbindliches Erkenntnismittel f&uuml;r die Auslegung der einzelnen Tarifpositionen sind (vgl. Senatsurteile vom 21.&nbsp;Februar 2017 VII&nbsp;R&nbsp;2\/15, BFH\/NV 2017, 1066, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2017, 275; vom 26.&nbsp;September 2017 VII&nbsp;R&nbsp;17\/16, BFH\/NV 2018, 249, ZfZ 2018, 139; Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; GROFA vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2017 C-435\/15 und C-666\/15, EU:C:2017:232, ZfZ 2017, 163; Vario Tek vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2015 C-178\/14, EU:C:2015:152; Metherma vom 27.&nbsp;November 2008 C-403\/07, EU:C:2008:657, ZfZ 2009, 15). Auf den Verwendungszweck einer Ware darf abgestellt werden, wenn im Wortlaut der Bestimmungen oder in den Erl&auml;uterungen auf dieses Kriterium Bezug genommen wird (Senatsurteile in BFH\/NV 2018, 249, ZfZ 2018, 139; vom 8.&nbsp;November 2016 VII&nbsp;R&nbsp;9\/15, BFHE 256, 286, ZfZ 2017, 103). Entscheidend ist dabei, ob sich der Verwendungszweck in den objektiven Eigenschaften und Merkmalen der Ware niedergeschlagen hat und er der Ware innewohnt (Senatsurteile in BFH\/NV 2018, 249, ZfZ 2018, 139, und in BFHE 256, 286, ZfZ 2017, 103; EuGH-Urteil GROFA, EU:C:2017:232, ZfZ 2017, 163).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Pos.&nbsp;8209 KN erfasst u.a. &quot;St&auml;bchen (&#8230;) und &auml;hnliche Formst&uuml;cke (&#8230;), nicht gefasst, aus Cermets&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei den streitgegenst&auml;ndlichen Hartmetallst&auml;ben handelt es sich nach den Feststellungen des FG um ungefasste Waren aus Cermets.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die eingef&uuml;hrten Waren sind auch St&auml;be i.S. des Zolltarifs. St&auml;be sind nach der Unterpositionsanmerkung&nbsp;1 des Kapitels&nbsp;81 i.V.m. Anmerkung&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d zu Kapitel&nbsp;74 (&#8230;) massive Erzeugnisse, nicht in Rollen, mit &uuml;ber die gesamte L&auml;nge gleich bleibendem Querschnitt. Als Stangen (St&auml;be) gelten auch gegossene oder gesinterte Erzeugnisse (&#8230;). Diese Voraussetzungen erf&uuml;llen die eingef&uuml;hrten Waren nach den Feststellungen des FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach dem Wortlaut der Pos.&nbsp;8209 KN muss es sich um &quot;St&auml;bchen (&#8230;) f&uuml;r Werkzeuge&quot; handeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Diese Formulierung in Pos.&nbsp;8209 KN umfasst sowohl die Herstellung eines Werkzeugs mit dem St&auml;bchen, die Herstellung eines Werkzeugs aus dem St&auml;bchen und auch die Verwendung des noch weiter verarbeiteten St&auml;bchens als Werkzeug. Aus dem Wortlaut folgt nicht, die St&auml;bchen m&uuml;ssten zur Herstellung von Werkzeugen dienen. Die Formulierung &quot;f&uuml;r&quot; ein Werkzeug im Positionswortlaut schr&auml;nkt den Verwendungszweck in keine Richtung ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den ErlHS zu Pos.&nbsp;8209&nbsp;KN. Die Erl&auml;uterungen sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH und des Senats lediglich ein nicht rechtsverbindliches Hilfsmittel (Senatsurteil in BFH\/NV 2018, 249, ZfZ 2018, 139; EuGH-Urteil GROFA, EU:C:2017:232, ZfZ 2017, 163).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem folgt aus den Erl&auml;uterungen nicht die vom FG angenommene Beschr&auml;nkung des Verwendungszwecks. Zwar werden nach den ErlHS zu Pos.&nbsp;8209&nbsp;KN die Formst&uuml;cke &quot;in sehr gro&szlig;em Ma&szlig;e bei der Herstellung von Werkzeugen verwendet, auf die sie aufgeschwei&szlig;t, aufgel&ouml;tet oder in die sie eingespannt werden&quot; und k&ouml;nnen auch &quot;auf andere Weise f&uuml;r ihre Verwendung als Werkzeugbelag zugerichtet sein&quot; (ErlHS zu Pos.&nbsp;8209&nbsp;KN, Rz&nbsp;02.0). Allerdings ist dies nach dem Wortlaut nicht die einzige in Betracht kommende Verwendungsm&ouml;glichkeit, sondern auch eine andere Verwendung denkbar und m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Im zweiten Rechtsgang hat das FG zu pr&uuml;fen, ob aus den objektiven Eigenschaften und Merkmalen der eingef&uuml;hrten Ware ihr Verwendungszweck als Werkzeug im oben dargestellten weiten Sinn folgt und ihr i.S. der EuGH-Rechtsprechung innewohnt. Dabei hat das FG sowohl das Material, die Form, die erfolgte Bearbeitung durch Sintern und Schleifen, die H&auml;rte und die Biegefestigkeit der eingef&uuml;hrten Waren zu ber&uuml;cksichtigen, also u.a. die in den ErlHS zu Pos.&nbsp;8209 KN, Rz&nbsp;01.0 und 02.0 aufgef&uuml;hrten ma&szlig;geblichen Kriterien. Unklar ist geblieben, ob das FG festgestellt hat, die eingef&uuml;hrten Waren k&ouml;nnten auf Grund ihrer Materialbeschaffenheit nur f&uuml;r die sp&auml;tere Herstellung von Werkzeugen verwendet werden, oder ob dies lediglich die Wiedergabe des kl&auml;gerischen Vortrags ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch hat das FG ausgehend von seinem Verst&auml;ndnis des Positionswortlauts der Pos.&nbsp;8209 KN keine Feststellungen getroffen, ob sich aus dem teilweisen Vorhandensein von K&uuml;hlkan&auml;len der Verwendungszweck der Rundst&auml;be als Werkzeug ergibt. Das FG hat die K&uuml;hlkan&auml;le nur hinsichtlich der Rechtsfrage gepr&uuml;ft, ob insoweit die Beschaffenheitsmerkmale einer fertigen Ware der Pos.&nbsp;8209 KN erkennbar sind. Die Anwendung der AV&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a ist nicht erforderlich, wenn nach der im zweiten Rechtsgang durchzuf&uuml;hrenden Pr&uuml;fung aus den K&uuml;hlkan&auml;len unmittelbar auf den Verwendungszweck der Hartmetallst&auml;be &quot;f&uuml;r Werkzeug&quot; geschlossen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.8.2018, VII R 20\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.070818.VIIR20.17.0 Zur Einreihung von Rundst&auml;ben aus Cermets Leits&auml;tze NV: Die Formulierung &quot;St&auml;bchen &#8230; f&uuml;r Werkzeuge&quot; umfasst sowohl die Herstellung eines Werkzeugs mit dem St&auml;bchen, die Herstellung eines Werkzeugs hieraus als auch die Verwendung des noch weiter verarbeiteten St&auml;bchens als Werkzeug. Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-20-17-zur-einreihung-von-rundstaeben-aus-cermets\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;20\/17 &#8211; Zur Einreihung von Rundst&auml;ben aus Cermets<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70059","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70059","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70059"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70059\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70059"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70059"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70059"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}