{"id":70063,"date":"2018-12-06T18:31:51","date_gmt":"2018-12-06T16:31:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70063"},"modified":"2018-12-06T18:31:51","modified_gmt":"2018-12-06T16:31:51","slug":"v-r-33-17-eugh-vorlage-zur-steuersatzermaessigung-fuer-die-vermietung-von-bootsliegeplaetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-33-17-eugh-vorlage-zur-steuersatzermaessigung-fuer-die-vermietung-von-bootsliegeplaetzen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;33\/17 &#8211; EuGH-Vorlage zur Steuersatzerm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Vermietung von Bootsliegepl&auml;tzen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss (EuGH-Vorlage) vom 2.8.2018, V R 33\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:VE.020818.VR33.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">EuGH-Vorlage zur Steuersatzerm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Vermietung von Bootsliegepl&auml;tzen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Umfasst die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Vermietung von Campingpl&auml;tzen und Pl&auml;tzen f&uuml;r das Abstellen von Wohnwagen nach Art. 98 Abs. 2 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28. November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) in Verbindung mit Anhang III Nr. 12 MwStSystRL auch die Vermietung von Bootsliegepl&auml;tzen?<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>A. Dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union wird folgende Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/p>\n<\/p>\n<p>Umfasst die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Vermietung von Campingpl&auml;tzen und Pl&auml;tzen f&uuml;r das Abstellen von Wohnwagen nach Art. 98 Abs. 2 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28. November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) in Verbindung mit Anhang III Nr. 12 MwStSystRL auch die Vermietung von Bootsliegepl&auml;tzen?<\/p>\n<\/p>\n<p>B. Das Verfahren wird bis zur Entscheidung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union ausgesetzt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob die Ums&auml;tze aus der Vereinnahmung von Hafengeldern dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist ein eingetragener, gemeinn&uuml;tziger Verein, dessen Zweck die F&ouml;rderung des Segel- und Motorwassersports ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er unterh&auml;lt in seinem Hafen etwa 300&nbsp;Liegepl&auml;tze, die in den Streitjahren zu ca.&nbsp;50&nbsp;Prozent fest an Mitglieder vergeben wurden. Die Mitglieder sind verpflichtet, bei Abwesenheit die Nutzung ihrer Liegepl&auml;tze durch G&auml;ste zu dulden. Die &uuml;brigen 50&nbsp;Prozent der Liegepl&auml;tze stehen den G&auml;sten uneingeschr&auml;nkt zur Verf&uuml;gung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entgelte aus der &Uuml;berlassung der Liegepl&auml;tze an G&auml;ste unterwarf der Kl&auml;ger in den Streitjahren (2010 bis 2012) dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz. Im Anschluss an eine beim Kl&auml;ger durchgef&uuml;hrte Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung &auml;nderte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt) die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2010 bis 2012 und unterwarf die streitigen Ums&auml;tze dem Regelsteuersatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1481 ver&ouml;ffentlichten Urteil ab. Die kurzfristige &Uuml;berlassung von Bootsliegepl&auml;tzen k&ouml;nne nicht unter die Formulierung &quot;kurzfristige Vermietung von Campingfl&auml;chen&quot; nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 UStG subsumiert werden. Ein Boot sei in erster Linie ein Bef&ouml;rderungsmittel. Dem stehe nicht entgegen, dass viele Boote auch Einrichtungen zum &Uuml;bernachten (Kaj&uuml;ten) h&auml;tten und diese auf den Gastliegepl&auml;tzen entsprechend genutzt werden k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vielmehr werde die kurzfristige &Uuml;berlassung von Bootsliegepl&auml;tzen von der Formulierung &quot;Vermietung von Pl&auml;tzen f&uuml;r das Abstellen von Fahrzeugen&quot; des auf Art.&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) beruhenden &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 UStG umfasst. Dieses anhand der grammatikalischen und systematischen Auslegung gewonnene Ergebnis werde zudem durch die Entstehungsgeschichte des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 UStG sowie dessen Sinn und Zweck gest&uuml;tzt. Der allgemeine Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) stehe diesem Ergebnis nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit der Revision, mit der er die Verletzung materiellen Rechts geltend macht. Die Besteuerung mit dem Regelsteuersatz verletze den allgemeinen Gleichheitssatz, weil die &Uuml;berlassung von Fl&auml;chen f&uuml;r Wohnmobile und Wohnwagen dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterl&auml;ge. Damit werde ein vergleichbarer wirtschaftlicher Vorgang beg&uuml;nstigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Argumentation des FG, dass es bei einer &Uuml;berlassung von Pl&auml;tzen f&uuml;r das Abstellen von Fahrzeugen keine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 UStG geben k&ouml;nne, d&uuml;rfe es auch keinen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz f&uuml;r die Vermietung von Pl&auml;tzen f&uuml;r das Abstellen von Wohnmobilen geben. Das stehe offenkundig im Widerspruch zu den gesetzlichen Regelungen und zum Willen des Gesetzgebers, der grunds&auml;tzlich alle kurzfristigen Beherbergungen in wie auch immer gearteten Einrichtungen mit dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz habe besteuern wollen. Zudem stelle er, der Kl&auml;ger, keine Pl&auml;tze f&uuml;r das Abstellen von Fahrzeugen zur Verf&uuml;gung, sondern f&uuml;hre Beherbergungsleistungen aus. Der Schwerpunkt der von ihm ausgef&uuml;hrten Leistungen sei die &Uuml;berlassung von Liegepl&auml;tzen f&uuml;r Zwecke der Beherbergung von Seglern. Voraussetzung f&uuml;r das Entstehen eines Umsatzes sei nicht das Abstellen eines Fahrzeugs, sondern das l&auml;ngere Verweilen mit mindestens einer &Uuml;bernachtung; das sogenannte Hafengeld falle ausschlie&szlig;lich bei &Uuml;bernachtungen an. Die M&ouml;glichkeit das Fahrzeug abzustellen, sei von untergeordneter Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat legt dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) die im Tenor unter&nbsp;A. bezeichnete Frage zur Auslegung der MwStSystRL vor und setzt das Verfahren bis zur Entscheidung des EuGH aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>1. Rechtlicher Rahmen<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>a) Unionsrecht<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;20 der Charta der Grundrechte der Europ&auml;ischen Union (EUGrdRCh) sind alle Personen vor dem Gesetz gleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach Art.&nbsp;52 Abs.&nbsp;1 EUGrdRCh ist garantiert, dass jede Einschr&auml;nkung der Aus&uuml;bung der in dieser Charta anerkannten Rechte und Freiheiten gesetzlich vorgesehen sein muss und den Wesensgehalt dieser Rechte und Freiheiten achtet. Unter Wahrung des Grundsatzes der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit d&uuml;rfen Einschr&auml;nkungen nur vorgenommen werden, wenn sie notwendig sind und den von der Union anerkannten dem Gemeinwohl dienenden Zielsetzungen oder den Erfordernissen des Schutzes der Rechte und Freiheiten anderer tats&auml;chlich entsprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten einen oder zwei erm&auml;&szlig;igte Steuers&auml;tze anwenden. Die erm&auml;&szlig;igten Steuers&auml;tze sind gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL nur auf die Lieferungen und Dienstleistungen der in Anhang&nbsp;III genannten Kategorien anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Anhang III Nr.&nbsp;12 MwStSystRL sieht unter anderem die M&ouml;glichkeit einer Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Vermietung von Campingpl&auml;tzen und Pl&auml;tzen f&uuml;r das Abstellen von Wohnwagen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>b) Nationales Recht<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Buchst.&nbsp;a UStG ist steuerfrei die Vermietung und die Verpachtung von Grundst&uuml;cken, von Berechtigungen, f&uuml;r die die Vorschriften des b&uuml;rgerlichen Rechts &uuml;ber Grundst&uuml;cke gelten, und von staatlichen Hoheitsrechten, die Nutzungen von Grund und Boden betreffen. Nicht befreit sind die Vermietung von Wohn- und Schlafr&auml;umen, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden bereith&auml;lt, die Vermietung von Pl&auml;tzen f&uuml;r das Abstellen von Fahrzeugen, die kurzfristige Vermietung auf Campingpl&auml;tzen und die Vermietung und die Verpachtung von Maschinen und sonstigen Vorrichtungen aller Art, die zu einer Betriebsanlage geh&ouml;ren (Betriebsvorrichtungen), auch wenn sie wesentliche Bestandteile eines Grundst&uuml;cks sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 Satz&nbsp;1 UStG erm&auml;&szlig;igt sich die Steuer auf sieben Prozent f&uuml;r die Vermietung von Wohn- und Schlafr&auml;umen, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden bereith&auml;lt, sowie die kurzfristige Vermietung von Campingfl&auml;chen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>2. Zur Rechtslage nach Unionsrecht<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten einen oder zwei erm&auml;&szlig;igte Steuers&auml;tze anwenden. Die erm&auml;&szlig;igten Steuers&auml;tze sind gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;2 MwStSystRL nur auf die Lieferungen und Dienstleistungen der in Anhang&nbsp;III genannten Kategorien anwendbar (vgl. auch EuGH-Urteil Kommission\/ Frankreich vom 6.&nbsp;Mai 2010 C-94\/09 EU:C:2010:253, Randziffer &#8211;Rz&#8211;&nbsp;22). Anhang&nbsp;III Nr.&nbsp;12 MwStSystRL sieht unter anderem die M&ouml;glichkeit einer Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Vermietung von Campingpl&auml;tzen und Pl&auml;tzen f&uuml;r das Abstellen von Wohnwagen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese unionsrechtlichen Regelungen geben Anlass zu Zweifeln, ob von einer Erm&auml;chtigung der Mitgliedstaaten zur Anwendung eines erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes auf die &Uuml;berlassung von Bootsliegepl&auml;tzen ausgegangen werden kann. Denn es ist fraglich, ob die Begriffe &quot;Campingpl&auml;tze&quot; und &quot;Pl&auml;tze f&uuml;r das Abstellen von Wohnwagen&quot; auch Bootsliegepl&auml;tze umfassen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinzu kommt, dass Bestimmungen, die &#8211;wie Steuererm&auml;&szlig;igungen&#8211; Ausnahmen von einem allgemeinen Grundsatz darstellen, eng, das hei&szlig;t (d.h.) nach ihrer gew&ouml;hnlichen Bedeutung, auszulegen sind (EuGH-Urteile, Erotic Center vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2010 C-3\/09, EU:C:2010:149, Rz&nbsp;15 und 16; Kommission\/Spanien vom 18.&nbsp;Januar 2001 C-83\/99, EU:C:2001:31, Rz&nbsp;19; Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10.&nbsp;August 2016 V&nbsp;R&nbsp;11\/15, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs &#8211;BFHE&#8211;&nbsp;255, 293, Bundessteuerblatt, Teil&nbsp;II &#8211;BStBl&#8211; II&nbsp;2018, 113, Rz&nbsp;22). Danach stellen Bootsliegepl&auml;tze weder Campingpl&auml;tze dar noch Pl&auml;tze f&uuml;r das Abstellen von Wohnwagen. Denn der Ursprung von &quot;Camping&quot; (Kampieren) liegt im lateinischen &quot;campus&quot;-Feld. Ferner k&ouml;nnte zu ber&uuml;cksichtigen sein, dass einem Hafen gegen&uuml;ber einem Campingplatz im Allgemeinen zus&auml;tzliche Funktionen zukommen, zum Beispiel (z.B.) die Eigenschaft als Umschlagplatz f&uuml;r Wirtschaftsg&uuml;ter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Andererseits geh&ouml;rt der in Art.&nbsp;20 EUGrdRCh verankerte allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz zu den Grundprinzipien des Unionsrechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Er verlangt &#8211;ebenso wie im nationalen Recht Art.&nbsp;3 GG&#8211;, dass vergleichbare Sachverhalte nicht unterschiedlich und unterschiedliche Sachverhalte nicht gleich behandelt werden, es sei denn, dass eine solche Behandlung objektiv gerechtfertigt ist (EuGH-Urteile Ruckdeschel und Hansa-Lagerhaus Str&ouml;h und&nbsp;Co. vom 19.&nbsp;Oktober 1977&nbsp;&nbsp;117\/76 und 16\/77, EU:C:1977:160, Rz&nbsp;7; Jetair und BTWE Travel4you vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 C-599\/12, EU:C:2014:144, Rz&nbsp;53; bpost vom 11.&nbsp;Februar 2015 C-340\/13, EU:C:2015:77, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Mehrwertsteuerrecht kommt der Grundsatz der Gleichbehandlung zudem im Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t zum Ausdruck (EuGH-Urteile Zimmermann vom 15.&nbsp;November 2012 C-174\/11, EU:C:2012:716, Rz&nbsp;46 fortfolgende; Jetair und BTWE Travel4you, EU:C:2014:144, Rz&nbsp;53). Auch dieser Grundsatz l&auml;sst es nicht zu, dass Wirtschaftsteilnehmer, die gleichartige Ums&auml;tze ausf&uuml;hren, bei der Erhebung der Umsatzsteuer unterschiedlich behandelt werden (EuGH-Urteile JP Morgan u.a. vom 28.&nbsp;Juni 2007 C-363\/05, EU:C:2007:391, Rz&nbsp;29; A vom 19.&nbsp;Juli 2012 C-33\/11, EU:C:2012:482, Rz&nbsp;32; EuGH-Vorlage des BFH vom 22.&nbsp;Juni 2016 V&nbsp;R&nbsp;42\/15, BFHE 254, 264, Rz&nbsp;36).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat h&auml;lt es deshalb f&uuml;r denkbar, dass die funktionale und wirtschaftliche Identit&auml;t der Leistungen zur Vermeidung einer gegen den allgemeinen Gleichheitssatz und das Neutralit&auml;tsprinzip versto&szlig;enden Ungleichbehandlung eine Gleichbehandlung beider Sachverhalte bei der Steuererm&auml;&szlig;igung gebietet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn einem reinen Freizeithafen kann im Gegensatz zu einem Industriehafen dieselbe Funktion zukommen wie einem Campingplatz. Diese funktionale und wirtschaftliche Identit&auml;t kommt zum Ausdruck, wenn man auch bei Fl&auml;chen f&uuml;r Wohnmobile von &quot;Wohnmobilh&auml;fen&quot; spricht. Sowohl der Wohnmobilist als auch der Bootsf&uuml;hrer nutzen mit ihren auch zur &Uuml;bernachtung ausgelegten Fahrzeugen einen &quot;Wohnmobilhafen&quot; oder einen (Boots-)Hafen, der zur Versorgung der Passagiere und Fahrzeuge Strom, Wasser, Entsorgungseinrichtungen und Sanit&auml;ranlagen zur Verf&uuml;gung stellt. Nicht der Untergrund, auf dem das Fahrzeug steht oder schwimmt, kennzeichnet die ausgef&uuml;hrte Leistung, sondern die Infrastruktur. Im Kern gew&auml;hrt der Kl&auml;ger ebenso wie der Betreiber eines Wohnmobilhafens seinen Kunden eine Beherbergung mit &Uuml;bernachtungsm&ouml;glichkeit im eigenen Fahrzeug. Dass der Wohnmobilist sein Ziel &uuml;ber das &ouml;ffentliche Stra&szlig;ennetz erreicht, der Bootsf&uuml;hrer demgegen&uuml;ber hierzu Wasserstra&szlig;en nutzt, ist f&uuml;r die Qualifizierung der Leistung ohne Bedeutung. Das erschlie&szlig;t sich schon daraus, dass Camping nicht durch die Form der Anreise, sondern durch das Verhalten am Zielort gekennzeichnet ist. Ein Unterschied zwischen beiden Leistungen besteht allerdings darin, dass sich das Fahrzeug in einem Fall auf einer Wasserfl&auml;che befindet und im anderen Fall auf einem wie auch immer gearteten festen Untergrund.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>3. Zur Rechtslage nach nationalem Recht<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 Satz&nbsp;1 UStG erm&auml;&szlig;igt sich die Steuer auf sieben Prozent f&uuml;r die Vermietung von Wohn- und Schlafr&auml;umen, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden bereith&auml;lt, sowie f&uuml;r die kurzfristige Vermietung von Campingfl&auml;chen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Auslegung nach dem Wortlaut erm&ouml;glicht die Einbeziehung von Bootsliegepl&auml;tzen in den Begriff &quot;Campingfl&auml;che&quot;. Zwar m&ouml;gen Bootsliegepl&auml;tze von dem bundesrechtlich nicht definierten Begriff des Campingplatzes (vergleiche &#8211;vgl.&#8211; hierzu Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 22.&nbsp;Januar 2014&nbsp;&nbsp;4&nbsp;B&nbsp;48\/13, nicht ver&ouml;ffentlicht, Rz&nbsp;3) nicht umfasst sein. Denn in Anlehnung an die Campingplatzverordnungen der meisten Bundesl&auml;nder (vgl. z.B. jeweils &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 der Campingplatzverordnungen &#8211;CPlVO&#8211; f&uuml;r Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, &sect;&nbsp;1 in Verbindung mit &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 CPlVO Baden-W&uuml;rttemberg) kann als Campingplatz ein Platz definiert werden, der &#8211;zumindest w&auml;hrend bestimmter Zeiten des Jahres&#8211; zum Aufstellen von mehr als drei Wohnwagen oder Zelten bestimmt ist, wobei als Wohnwagen auch ein Wohnmobil gilt (Verwaltungsgerichtshof Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 7.&nbsp;Juni 2016&nbsp;&nbsp;3&nbsp;S&nbsp;250\/16, Baurecht &#8211;BauR&#8211;&nbsp;2016, 1744, Rz&nbsp;42; Oberverwaltungsgericht L&uuml;neburg, Urteil vom 24.&nbsp;Juli 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;LB&nbsp;245\/10, BauR&nbsp;2014, 229, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat die Steuererm&auml;&szlig;igung in &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 UStG aber nicht auf Campingpl&auml;tze beschr&auml;nkt, sondern, obwohl er in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;2 UStG eine Regelung &uuml;ber die kurzfristige Vermietung auf Camping<span style=\"text-decoration:underline\">pl&auml;tzen<\/span> vorsieht, auf die kurzfristige Vermietung von Camping<span style=\"text-decoration:underline\">fl&auml;chen<\/span> erweitert. Damit er&ouml;ffnet der Gesetzgeber die M&ouml;glichkeit, auch andere Fl&auml;chen in die Steuererm&auml;&szlig;igung einzubeziehen. Denn der Begriff Fl&auml;che umfasst auch Wasserfl&auml;chen. Demgegen&uuml;ber tritt der Wortursprung &quot;campus&quot; &#8211;das Feld&#8211; zur&uuml;ck. So wie es f&uuml;r den Begriff des Grundst&uuml;ckes unerheblich ist, ob das Grundst&uuml;ck von Wasser &uuml;bersp&uuml;lt ist oder nicht (BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Oktober 1991 V&nbsp;R&nbsp;46\/88, BFHE 167, 200, BStBl II 1992, 368), ist es f&uuml;r den Begriff der Campingfl&auml;che unerheblich, ob diese aus Rasen, Beton oder eben aus Wasser besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Einbeziehung der Vermietung von Bootsliegepl&auml;tzen in die Steuererm&auml;&szlig;igung steht auch im Einklang mit dem gesetzgeberischen Willen und wird zudem dem Zweck der Vorschrift gerecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 UStG ist durch das Gesetz zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums (Wachstumsbeschleunigungsgesetz) vom 22.&nbsp;Dezember 2009 (Bundesgesetzblatt &#8211;BGBl&#8211; I&nbsp;2009, 3950) in das UStG eingef&uuml;gt worden. Mit der Regelung sollten neben den Ums&auml;tzen des klassischen Hotelgewerbes auch die kurzfristigen Beherbergungen in Pensionen, Fremdenzimmern und vergleichbaren Einrichtungen beg&uuml;nstigt werden (Bericht des Finanzausschusses, Drucksachen des Deutschen Bundestages &#8211;BTDrucks&#8211; 17\/147, Seite&nbsp;9, 10 zu Art.&nbsp;5 zu Nr.&nbsp;1). Die &quot;vergleichbaren Einrichtungen&quot; sind dann im Gesetz durch den Begriff der &quot;Campingfl&auml;chen&quot; definiert worden. Darunter versteht der Gesetzgeber &quot;z.B. Fl&auml;chen zum Aufstellen von Zelten, und Fl&auml;chen zum Abstellen von Wohnwagen und Caravans&quot; (BTDrucks 17\/147, Seite&nbsp;9, 10). Mit dieser beispielhaften Aufz&auml;hlung verdeutlicht der Gesetzgeber, dass die Aufz&auml;hlung nicht abschlie&szlig;end sondern offen sein soll f&uuml;r alle vergleichbaren Formen der kurzfristigen Beherbergung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch der Zweck der Vorschrift, kurzfristige Beherbergungsleistungen zu beg&uuml;nstigen, gebietet die Einbeziehung der vom Kl&auml;ger ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze. Denn wenn der Gesetzgeber Wohnmobilh&auml;fen als &quot;vergleichbare Einrichtungen&quot; ansieht, gibt es keinen sachlich rechtfertigenden Grund, Bootsliegepl&auml;tze nicht als &quot;vergleichbare Einrichtung&quot; anzusehen. Denn entscheidend ist nicht der Aggregatzustand der &uuml;berlassenen Fl&auml;che sondern ihre Funktion, d.h. es kommt darauf an, ob die Fl&auml;che zum Camping vorgesehen ist und &uuml;berlassen wird. Der Begriff <em>Camping<\/em> aber umfasst eine breite Spanne von Aktivit&auml;ten, denen gemeinsam ist, dass nicht in Geb&auml;uden &uuml;bernachtet, sondern die Zeit in der freien Natur oder auf f&uuml;r das Campen vorgesehenen Einrichtungen verbracht wird. Das trifft auf den Bootsf&uuml;hrer und den Wohnmobilisten gleicherma&szlig;en zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die an sich gebotene, an Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG orientierte verfassungskonforme Auslegung kommt vorliegend nicht in Betracht. Denn unionsrechtlich determinierte Bestimmungen des nationalen Rechts werden grunds&auml;tzlich nicht am Ma&szlig;stab der Grundrechte des Grundgesetzes &uuml;berpr&uuml;ft, solange die Europ&auml;ische Union einen wirksamen Schutz der Grundrechte, der dem vom Grundgesetz gebotenen Grundrechtsschutz im Wesentlichen gleich zu achten ist, generell gew&auml;hrleistet (Beschl&uuml;sse des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 19.&nbsp;Juli 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1916\/09, Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfGE&#8211; 129, 78, 90; vom 7.&nbsp;Juni 2000&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/97, BVerfGE 102, 147&nbsp;folgende; vom 22.&nbsp;Oktober 1986&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;197\/83, BVerfGE 73, 339; BVerfG-Urteil vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;256, 263, 586\/08, BVerfGE 125, 260; BFH-Urteile vom 21.&nbsp;September 2016 V&nbsp;R&nbsp;43\/15, BFHE 255, 449, BStBl II 2017, 1203, Rz&nbsp;34; vom 22.&nbsp;Juli 2015 V&nbsp;R&nbsp;23\/14, BFHE 250, 559, BStBl II 2015, 914, Rz&nbsp;25). Das ist im Hinblick auf den allgemeinen Gleichheitssatz in Art.&nbsp;20 EUGrdRCh der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>4. Zur Entscheidungserheblichkeit der Vorlagefrage<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Unionsrecht ist bei der Auslegung von &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 UStG zu beachten (BFH-Urteil in BFHE 255, 293, BStBl II 2018, 113, Rz&nbsp;18 zu &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;8 Buchst.&nbsp;a UStG). Die Vorlagefrage ist entscheidungserheblich f&uuml;r die Frage, ob Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;1 in Verbindung mit Anhang&nbsp;III Nr.&nbsp;12 MwStSystRL der Auslegung einer nationalen Vorschrift entgegensteht, die zur Anwendung eines erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes auf die Vermietung von Bootsliegepl&auml;tzen f&uuml;hren w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>5. Zur Rechtsgrundlage der Vorlage<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einleitung des Vorabentscheidungsersuchens an den EuGH beruht auf Art.&nbsp;267 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>6. Zur Verfahrensaussetzung<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Aussetzung des Verfahrens beruht auf &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 in Verbindung mit &sect;&nbsp;74 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss (EuGH-Vorlage) vom 2.8.2018, V R 33\/17ECLI:DE:BFH:2018:VE.020818.VR33.17.0 EuGH-Vorlage zur Steuersatzerm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Vermietung von Bootsliegepl&auml;tzen Leits&auml;tze Umfasst die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Vermietung von Campingpl&auml;tzen und Pl&auml;tzen f&uuml;r das Abstellen von Wohnwagen nach Art. 98 Abs. 2 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28. November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) in Verbindung mit Anhang &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-33-17-eugh-vorlage-zur-steuersatzermaessigung-fuer-die-vermietung-von-bootsliegeplaetzen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;33\/17 &#8211; EuGH-Vorlage zur Steuersatzerm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Vermietung von Bootsliegepl&auml;tzen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70063","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70063","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70063"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70063\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70063"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70063"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70063"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}