{"id":70064,"date":"2018-12-06T18:32:00","date_gmt":"2018-12-06T16:32:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70064"},"modified":"2018-12-06T18:32:00","modified_gmt":"2018-12-06T16:32:00","slug":"xi-b-2-18-berechtigung-zur-hinzuschaetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-2-18-berechtigung-zur-hinzuschaetzung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;2\/18 &#8211; Berechtigung zur Hinzusch&auml;tzung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.8.2018, XI B 2\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.140818.XIB2.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Berechtigung zur Hinzusch&auml;tzung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Werden Stornierungen in Tagessummenbons (Z-Bons) nicht ausgewiesen, sondern allein die verbleibende Differenz, fehlt es an einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Kassenf&uuml;hrung, die das Finanzamt dazu berechtigt, Hinzusch&auml;tzungen vorzunehmen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 5. Dezember 2017 5 K 4033\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) betreibt ein Restaurant. Im Jahr 2009 und im Streitjahr 2010 ermittelte er den Gewinn aus dem Betrieb des Restaurants gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes. Seine Einnahmen erwirtschaftete er ausschlie&szlig;lich im Bargesch&auml;ft. F&uuml;r die Aufzeichnung der Kasseneinnahmen nutzte der Kl&auml;ger eine Registrierkasse, welche gedruckte Tagessummenbons (Z-Bons) erstellte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer Betriebspr&uuml;fung war der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) der Ansicht, dass die Kassenf&uuml;hrung des Kl&auml;gers u.a. im Streitjahr 2010 nicht ordnungsgem&auml;&szlig; gewesen sei. Die Kasse sei so eingestellt gewesen, dass Tageseinnahmen &uuml;ber Stornierungen und Retouren ohne Darstellung in den Z-Bons gemindert werden konnten. Zudem seien die Z-Bons nicht t&auml;glich ausgedruckt worden. Dies erm&auml;chtige zur Sch&auml;tzung, die auf der Grundlage der amtlichen Richtsatzsammlung vorgenommen wurde. Daraufhin &auml;nderte das FA die Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr 2010 mit Bescheid vom 28.&nbsp;Juli 2015.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger legte daraufhin gegen den ge&auml;nderten Bescheid erfolglos Einspruch ein (Einspruchsentscheidung vom 19.&nbsp;Dezember 2015).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab und lie&szlig; die Revision nicht zu. Es entschied, dass die Kassenf&uuml;hrung nicht ordnungsgem&auml;&szlig; sei. Es habe eine Sch&auml;tzungsbefugnis bestanden, da insbesondere aufgrund der fehlenden Erfassung der Stornierungen und Retouren durch die Registrierkasse schwerwiegende formelle Kassenf&uuml;hrungsfehler vorl&auml;gen. Die H&ouml;he der vorgenommenen Sch&auml;tzung sei auch nicht zu beanstanden. Das FG nahm eine eigene Sch&auml;tzung auf der Grundlage der Sch&auml;tzung des FA vor und hielt die Anwendung der amtlichen Richtsatzsammlung im Streitfall f&uuml;r rechtm&auml;&szlig;ig. Auf den vom FA zur St&uuml;tzung der Sch&auml;tzung angef&uuml;hrten Zeitreihenvergleich komme es daher nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision macht der Kl&auml;ger geltend, die Revision sei wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache, zur Sicherung der Rechtseinheit und wegen Verfahrensfehler zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist &#8211;bei Zweifeln an ihrer Zul&auml;ssigkeit&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet. Der Rechtssache kommt aufgrund der vorhandenen Rechtsprechung keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu. Die weiteren Revisionsgr&uuml;nde sind entweder nicht entsprechend &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) hinreichend dargetan oder liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO kommt einer Rechtssache zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rbar sein (vgl. z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;August 2017 XI&nbsp;B&nbsp;57\/17, BFH\/NV 2018, 22, Rz&nbsp;11; vom 2.&nbsp;Januar 2018 XI&nbsp;B&nbsp;81\/17, BFH\/NV 2018, 457, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger sieht es als kl&auml;rungsbed&uuml;rftig an, &quot;ob bei Verwendung einer Registrierkasse der Ausdruck von Z-Bons als Kassenabschluss, der nicht t&auml;glich erfolgt und etwaig vorgenommene Stornierungs- und Retourenbuchungen nicht aufzeichnet, in einem Gastronomiebetrieb, der seinen Gewinn durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung ermittelt und an den daher geringere Aufzeichnungspflichten zu stellen sind, einen derart schwerwiegenden formellen Kassenf&uuml;hrungsfehler darstellt, dass f&uuml;r eine Hinzusch&auml;tzung zur Besteuerungsgrundlage zur Umsatzsteuer nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 [Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO)] bereits ein &auml;u&szlig;erer Betriebsvergleich unter Anwendung der branchenspezifischen Richts&auml;tze ausreichend ist&quot; (Rechtsfrage&nbsp;1). Damit sind kl&auml;rungsbed&uuml;rftige und im Streitfall kl&auml;rbare Rechtsfragen nicht dargetan.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Durch die Rechtsprechung des BFH ist bereits gekl&auml;rt, welche Anforderungen erf&uuml;llt sein m&uuml;ssen, damit eine Hinzusch&auml;tzung erfolgen kann. F&uuml;r die Pr&uuml;fung der formellen Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Buchf&uuml;hrung ist das Gesamtbild aller Umst&auml;nde im Einzelfall ma&szlig;gebend (BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Dezember 2011 XI&nbsp;R&nbsp;5\/10, BFH\/NV 2012, 1921, Rz&nbsp;22). Formelle Buchf&uuml;hrungsm&auml;ngel berechtigen nur zur Sch&auml;tzung, soweit sie Anlass geben, die sachliche Richtigkeit des Buchf&uuml;hrungsergebnisses anzuzweifeln (vgl. BFH-Urteile vom 17.&nbsp;November 1981 VIII&nbsp;R&nbsp;174\/77, BFHE 135, 11, BStBl II 1982, 430; vom 26.&nbsp;Oktober 1994 X&nbsp;R&nbsp;114\/92, BFH\/NV 1995, 373; vom 7.&nbsp;Juni 2000 III&nbsp;R&nbsp;82\/97, BFH\/NV 2000, 1462; in BFH\/NV 2012, 1921, Rz&nbsp;22; BFH-Beschluss vom 9.&nbsp;Januar 2008 X&nbsp;B&nbsp;144\/07, Zeitschrift f&uuml;r Steuern und Recht 2008, R645). Ob ggf. nur unwesentliche formelle Buchf&uuml;hrungsm&auml;ngel vorliegen, unterliegt den Regeln der freien Beweisw&uuml;rdigung (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1921, Rz&nbsp;22, m.w.N.). Bezogen auf die Kassenf&uuml;hrung hat der BFH zu erkennen gegeben, dass das Fehlen einer l&uuml;ckenlosen Dokumentation zur Kassenprogrammierung in seinen Auswirkungen auf die Beurteilung der formellen Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Buchf&uuml;hrung und der Er&ouml;ffnung der Sch&auml;tzungsbefugnis dem Fehlen von Tagesendsummenbons bei einer Registrierkasse bzw. dem Fehlen t&auml;glicher Protokolle &uuml;ber das Ausz&auml;hlen einer offenen Ladenkasse gleichsteht. In allen drei F&auml;llen l&auml;sst der formelle Mangel zwar keinen sicheren Schluss auf die Verk&uuml;rzung von Einnahmen zu. Gleichwohl gibt es systembedingt keine Gew&auml;hr mehr f&uuml;r die Vollst&auml;ndigkeit der Erfassung der Bareinnahmen, ohne dass eine nachtr&auml;gliche Erg&auml;nzung der Dokumentation bzw. eine anderweitige Heilung des Mangels m&ouml;glich w&auml;re (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2015 X&nbsp;R&nbsp;20\/13, BFHE 249, 390, BStBl II 2015, 743). Ma&szlig;geblich f&uuml;r eine Hinzusch&auml;tzung ist somit, dass die Verletzung der formellen Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Kassenf&uuml;hrung dazu f&uuml;hrt, dass keine Gew&auml;hr mehr f&uuml;r die Vollst&auml;ndigkeit der Erfassung der Bareinnahmen geboten wird. Dies ist &#8211;wie das FG zu Recht erkannt hat&#8211; bei Stornierungen der Fall, wenn diese in Z-Bons nicht ausgewiesen werden, sondern allein die verbleibende Differenz aus ihnen hervorgeht (ebenso FG Hamburg, Beschluss vom 26.&nbsp;August 2016&nbsp;&nbsp;6&nbsp;V&nbsp;81\/16, juris, Rz&nbsp;72; Nieders&auml;chsisches FG, Beschluss vom 2.&nbsp;September 2004&nbsp;&nbsp;10&nbsp;V&nbsp;52\/04, juris, Rz&nbsp;34). Infolge der fehlenden Stornobuchungen l&auml;sst sich nicht mehr feststellen, ob lediglich Fehlbuchungen oder auch Einnahmebuchungen gel&ouml;scht worden sind. Die erforderliche Vollst&auml;ndigkeit der Buchungen ist infolge dieser Ver&auml;nderungen nicht gew&auml;hrleistet und diese Unvollst&auml;ndigkeit ergreift die gesamte Buchf&uuml;hrung (Nieders&auml;chsisches FG, Beschluss vom 2.&nbsp;September 2004&nbsp;&nbsp;10&nbsp;V&nbsp;52\/04, juris, Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach fehlt es an der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der aufgeworfenen Rechtsfrage. Denn diese kann anhand der bereits vorliegenden Rechtsprechung beantwortet werden. Neue Gesichtspunkte, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung der Rechtsfrage durch den BFH geboten erscheinen lassen, sind nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im &Uuml;brigen kann im Streitfall nicht gekl&auml;rt werden, nach welcher Sch&auml;tzungsmethode das FG im Fall einer Hinzusch&auml;tzungsbefugnis wegen Nichterfassung von Stornierungen im Kassensystem verfahren darf. Dies ist eine Frage, die nur f&uuml;r den Einzelfall entschieden werden kann, so dass sie einer allgemeing&uuml;ltigen Kl&auml;rung nicht zug&auml;nglich ist (BFH-Beschl&uuml;sse vom 29.&nbsp;Februar 2012 I&nbsp;B&nbsp;88\/11, BFH\/NV 2012, 1089, Rz&nbsp;26; vom 21.&nbsp;September 2016 VI&nbsp;B&nbsp;34\/16, BFH\/NV 2017, 26, Rz&nbsp;5; vom 26.&nbsp;April 2018 XI&nbsp;B&nbsp;117\/17, BFH\/NV 2018, 953, Rz&nbsp;51). Denn es ist allein Sache der Tatsacheninstanz, welcher Sch&auml;tzungsmethode sie sich bei Beachtung der Umst&auml;nde des Einzelfalls bedienen will, wenn diese geeignet ist, ein vern&uuml;nftiges und der Wirklichkeit entsprechendes Ergebnis zu erzielen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;November 1988 IV&nbsp;R&nbsp;150\/86, BFH\/NV 1989, 416; vom 28.&nbsp;Juni 1989 I&nbsp;R&nbsp;89\/85, BFHE 157, 408, BStBl II 1989, 854; vom 5.&nbsp;Oktober 1994 I&nbsp;R&nbsp;50\/94, BFHE 176, 523, BStBl II 1995, 549, unter II.2.b; BFH-Beschl&uuml;sse vom 1.&nbsp;September 2004 X&nbsp;B&nbsp;162\/03, BFH\/NV 2005, 224, unter 3.c; vom 26.&nbsp;Juni 2008 X&nbsp;B&nbsp;143\/07, juris, Rz&nbsp;4; vom 21.&nbsp;Juli 2017 X&nbsp;B&nbsp;167\/16, BFH\/NV 2017, 1447).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Kl&auml;ger sieht es des Weiteren als kl&auml;rungsbed&uuml;rftig an, &quot;ob nach Verwerfung einer formell nicht ordnungsgem&auml;&szlig;en Buchf&uuml;hrung ein Zeitreihenvergleich in Form einer Quantilssch&auml;tzung eine geeignete und vern&uuml;nftige Sch&auml;tzungsmethode darstellt &#8230;&quot; (Rechtsfrage&nbsp;2). Diese Rechtsfrage ist im Streitfall ebenfalls nicht kl&auml;rbar, da das FG ausdr&uuml;cklich auf Grundlage seiner eigenen Sch&auml;tzung hervorgehoben hat, dass es auf den vom FA zur St&uuml;tzung der Sch&auml;tzung angef&uuml;hrten Zeitreihenvergleich nicht ankommt (s. FG-Urteil, S.&nbsp;7). Da die Wahl der Sch&auml;tzungsmethode der Tatsacheninstanz obliegt und das FG auf diese Methode des Zeitreihenvergleichs nicht zur&uuml;ckgegriffen hat, ist diese Rechtsfrage im Streitfall nicht kl&auml;rbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die anderen Revisionszulassungsgr&uuml;nde liegen entweder nicht vor oder sind nicht ausreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Kl&auml;ger der Ansicht ist, dass die Revision zur Fortbildung des Rechts zuzulassen sei (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO), fehlt es an der erforderlichen Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (s. oben unter II.1.; BFH-Beschluss vom 3.&nbsp;November 2011 IV&nbsp;B&nbsp;62\/10, BFH\/NV 2012, 369, Rz&nbsp;7; Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;38, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ebenso ist die Revision nicht wegen Divergenz (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) zuzulassen. Da aufgrund der Umst&auml;nde des Einzelfalls die Wahl der Sch&auml;tzungsmethode der Tatsacheninstanz obliegt (s. oben unter unter II.1.b&nbsp;bb), kann es in vermeintlich vergleichbaren Streitf&auml;llen zu unterschiedlicher Anwendung von Sch&auml;tzungsmethoden kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Einen schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehler, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zur Zulassung der Revision f&uuml;hren k&ouml;nnte, hat der Kl&auml;ger nicht in der durch &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gebotenen Form dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Zulassung der Revision wegen fehlerhafter Rechtsanwendung oder fehlerhafter Beweisw&uuml;rdigung durch das FG kommt nur bei offensichtlichen materiellen oder formellen Fehlern des FG i.S. einer objektiv willk&uuml;rlichen und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbaren Entscheidung in Betracht (vgl. dazu BFH-Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;B&nbsp;176\/08, BFH\/NV 2010, 1455; vom 9.&nbsp;November 2011 II&nbsp;B&nbsp;105\/10, BFH\/NV 2012, 254; vom 25.&nbsp;Juli 2012 X&nbsp;B&nbsp;144\/11, BFH\/NV 2012, 1982; vom 10.&nbsp;Juli 2013 IX&nbsp;B&nbsp;25\/13, BFH\/NV 2013, 1604; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2014 XI&nbsp;B&nbsp;144\/13, BFH\/NV 2014, 1064, Rz&nbsp;37). In der Beschwerdebegr&uuml;ndung muss bei Geltendmachung dieses Zulassungsgrundes substantiiert dargelegt werden, weshalb die Vorentscheidung unter keinem denkbaren Aspekt rechtlich vertretbar ist (vgl. dazu BFH-Beschl&uuml;sse vom 3.&nbsp;November 2005 V&nbsp;B&nbsp;9\/04, BFH\/NV 2006, 248; in BFH\/NV 2012, 1982; in BFH\/NV 2013, 1604; in BFH\/NV 2014, 1064, Rz&nbsp;37).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Derartig schwerwiegende Rechtsfehler wurden vom Kl&auml;ger nicht substantiiert vorgetragen. Soweit er sich darauf beruft, dass es &#8211;nach seiner Ansicht&#8211; wirtschaftlich unm&ouml;glich und offensichtlich realit&auml;tsfremd sei, dass er im streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum den gesch&auml;tzten Umsatz erzielt habe, fehlt es bereits an einem substantiierten Sachverhaltsvortrag, wonach die Vorentscheidung unter keinem denkbaren Aspekt rechtlich vertretbar ist. Sie sind im &Uuml;brigen ebenso wenig ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der behauptete Verfahrensmangel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) liegt nicht vor. Soweit der Kl&auml;ger der Ansicht ist, der Senat h&auml;tte statt der Anwendung der amtlichen Richtwertsammlung eine &quot;eigene Sch&auml;tzung&quot; vornehmen m&uuml;ssen, verkennt der Kl&auml;ger, dass die Anwendung der amtlichen Richtsatzsammlung eine anerkannte Sch&auml;tzungsmethode ist, die sich das FG zu eigen gemacht hat. Es ist nicht zu erkennen, dass das FG hierbei Rechtsfehler begangen hat; sie sind auch nicht substantiiert vorgetragen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.8.2018, XI B 2\/18ECLI:DE:BFH:2018:B.140818.XIB2.18.0 Berechtigung zur Hinzusch&auml;tzung Leits&auml;tze NV: Werden Stornierungen in Tagessummenbons (Z-Bons) nicht ausgewiesen, sondern allein die verbleibende Differenz, fehlt es an einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Kassenf&uuml;hrung, die das Finanzamt dazu berechtigt, Hinzusch&auml;tzungen vorzunehmen. Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 5. Dezember &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-2-18-berechtigung-zur-hinzuschaetzung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;2\/18 &#8211; Berechtigung zur Hinzusch&auml;tzung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70064","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70064","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70064"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70064\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70064"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70064"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70064"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}