{"id":70065,"date":"2018-12-06T18:32:06","date_gmt":"2018-12-06T16:32:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70065"},"modified":"2018-12-06T18:32:06","modified_gmt":"2018-12-06T16:32:06","slug":"x-s-23-18-bindungswirkung-eines-verweisungsbeschlusses-fehlendes-rechtsschutzbeduerfnis-bei-antrag-auf-aenderung-eines-adv-beschlusses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-s-23-18-bindungswirkung-eines-verweisungsbeschlusses-fehlendes-rechtsschutzbeduerfnis-bei-antrag-auf-aenderung-eines-adv-beschlusses\/","title":{"rendered":"X&nbsp;S&nbsp;23\/18 &#8211; Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses; fehlendes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis bei Antrag auf &Auml;nderung eines AdV-Beschlusses"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.8.2018, X S 23\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.210818.XS23.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses; fehlendes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis bei Antrag auf &Auml;nderung eines AdV-Beschlusses<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die gesetzlich angeordnete Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses entf&auml;llt ausnahmsweise dann, wenn ein solcher Beschluss auf einem offensichtlichen Irrtum beruht (bzw. offensichtlich fehlerhaft ist) und zu einem mit Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG nicht zu vereinbarenden &#8211;d.h. im Ergebnis willk&uuml;rlichen&#8211; Ausschluss des gesetzlichen Richters f&uuml;hren w&uuml;rde.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Zu den ungeschriebenen Sachentscheidungsvoraussetzungen einer jeden Anrufung eines Gerichts geh&ouml;rt das Vorhandensein eines Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses. Dies fehlt u.a. dann, wenn es f&uuml;r den Rechtsbehelfsf&uuml;hrer einen verfahrensm&auml;&szlig;ig einfacheren und\/oder schnelleren Weg gibt, das angestrebte Rechtsschutzziel zu erreichen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Hat ein Gericht AdV f&uuml;r die Dauer des Einspruchsverfahrens gew&auml;hrt, fehlt einem auf &sect; 69 Abs. 6 Satz 2 FGO gest&uuml;tzten Antrag des FA auf Aufhebung der AdV das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis, wenn der Einspruch entscheidungsreif ist und das FA die AdV auch ohne Anrufung des Gerichts schneller und einfacher durch Erlass der Einspruchsentscheidung beenden k&ouml;nnte.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Der Antrag wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Verfahrens hat der Antragsteller zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hatte dem Antragsgegner (dem Steuerpflichtigen und damaligen Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer) mit Beschluss vom 12.&nbsp;Juli 2017 X&nbsp;B&nbsp;16\/17 (BFHE 257, 523) hinsichtlich der streitgegenst&auml;ndlichen Steuernachforderungen in &uuml;berwiegendem Umfang Aussetzung der Vollziehung (AdV) ab F&auml;lligkeit bis einen Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung oder einen Monat nach anderweitiger Erledigung des Einspruchsverfahrens gew&auml;hrt. Dies beruhte insbesondere darauf, dass der Senat den Sachverhalt seinerzeit als noch nicht hinreichend aufgekl&auml;rt angesehen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 14.&nbsp;September 2017 forderte der Antragsteller des vorliegenden Verfahrens (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Antragsgegner zur Vorlage zahlreicher Unterlagen auf. In einer Besprechung mit den Prozessbevollm&auml;chtigten (P) des Antragsgegners am 18.&nbsp;Dezember 2017 wiederholte das FA diese Aufforderung. P entgegnete, es seien bereits 141&nbsp;Arbeitsstunden auf das Verfahren verwendet worden; das entsprechende Honorar sei &quot;in den Sand gesetzt&quot; worden, da der Antragsgegner es nicht bezahlen k&ouml;nne. Aus wirtschaftlichen Gr&uuml;nden k&ouml;nne P daher die vom FA beabsichtigte erneute Pr&uuml;fung der Aufzeichnungen des Antragsgegners nicht begleiten. Die vom FA angeforderten Unterlagen w&uuml;rden daher nicht vorgelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 14.&nbsp;Mai 2018 stellte das FA beim Finanzgericht (FG) den vorliegend streitgegenst&auml;ndlichen Antrag auf &Auml;nderung des AdV-Beschlusses des Senats in BFHE 257, 523 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) wegen ver&auml;nderter Umst&auml;nde. Diese Umst&auml;nde seien hier darin zu sehen, dass der Antragsgegner die Mitwirkung verweigere, die f&uuml;r die Aufkl&auml;rung der vom Senat im angef&uuml;hrten Beschluss aufgezeigten offenen Sachverhaltsfragen erforderlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG verwies das Verfahren &#8211;nach Anh&ouml;rung der Beteiligten&#8211; mit Beschluss vom 13.&nbsp;Juni 2018 an den Bundesfinanzhof (BFH). Hierf&uuml;r st&uuml;tzte es sich auf &sect;&nbsp;70 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;17a Abs.&nbsp;2 Satz 1 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) und f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, es sei sachlich unzust&auml;ndig. Gericht der Hauptsache sei vorliegend nicht das FG, sondern der BFH, da dieser in seinem Beschluss &uuml;ber die Beschwerde eine eigenst&auml;ndige, von derjenigen des FG abweichende Entscheidung &uuml;ber die AdV f&uuml;r die Dauer des Einspruchsverfahrens getroffen habe. Da das FG noch nicht mit der Hauptsache befasst sei, wirke die Beschlusszust&auml;ndigkeit (Ab&auml;nderungsbefugnis) des BFH fort (BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;September 2010 I&nbsp;B&nbsp;27\/10, BFHE 230, 208, BStBl II 2010, 935). Zwar beziehe sich diese Entscheidung nur auf &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 FGO. Allerdings werde die &Auml;nderungsbefugnis im Streitfall ma&szlig;gebend durch den eigenst&auml;ndigen Tenor des vorangegangenen BFH-Beschlusses &uuml;ber die Beschwerde vorgegeben. Eine B&uuml;ndelung der Zust&auml;ndigkeit beim Beschwerdegericht sei auch zur Vermeidung widerspr&uuml;chlicher Entscheidungen geboten. Au&szlig;erdem erhalte das Beschwerdegericht auf diese Weise Kenntnis von den zur Pr&uuml;fung erforderlichen Umst&auml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>den Senatsbeschluss in BFHE 257, 523 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Gew&auml;hrung von AdV r&uuml;ckwirkend ab dem 18.&nbsp;Dezember 2017 aufgehoben werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner beantragt,<br \/>den Antrag als unzul&auml;ssig zu verwerfen, hilfsweise, ihn als unbegr&uuml;ndet abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Verweisungsbeschluss des FG hat in bindender Weise die Zust&auml;ndigkeit des BFH f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber den Antrag des FA begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei kann offen bleiben, ob der Senat der vom FG vertretenen Auffassung zur Zust&auml;ndigkeitsfrage in der Sache folgen k&ouml;nnte (vgl. &sect;&nbsp;35 FGO). Denn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 GVG ist ein Verweisungsbeschluss f&uuml;r das Gericht, an das der Rechtsstreit verwiesen worden ist, bindend. Diese Regelung betrifft zwar unmittelbar nur die Rechtswegzust&auml;ndigkeit. &sect;&nbsp;70 Satz&nbsp;1 FGO erstreckt den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;17a GVG f&uuml;r die Finanzgerichtsbarkeit aber auch auf die sachliche (instanzielle) Zust&auml;ndigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar entf&auml;llt die in &sect;&nbsp;17a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 GVG vorbehaltlos gesetzlich angeordnete Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung ausnahmsweise dann, wenn ein solcher Beschluss auf einem offensichtlichen Irrtum beruht (bzw. offensichtlich fehlerhaft ist) und zu einem mit Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Grundgesetzes (GG) nicht zu vereinbarenden &#8211;d.h. im Ergebnis willk&uuml;rlichen&#8211; Ausschluss des gesetzlichen Richters f&uuml;hren w&uuml;rde, weil dann das einfache Gesetz hinter den Rechtsgedanken des Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GG zur&uuml;cktreten muss (BFH-Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;M&auml;rz 1993 I&nbsp;S&nbsp;4\/93, BFH\/NV 1993, 676, unter II.3.d, m.w.N., und vom 11.&nbsp;Mai 2000 I&nbsp;S&nbsp;1\/00, BFH\/NV 2000, 1350, unter II.2.). Dasselbe gilt, wenn ein Verweisungsbeschluss auf einem schweren Verfahrensfehler beruht, insbesondere eine erforderliche Anh&ouml;rung der Beteiligten unterblieben ist (Beschluss des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2006 L&nbsp;1&nbsp;B 77\/06&nbsp;KR&nbsp;ER).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Verfahrensfehler oder eine offensichtliche Fehlerhaftigkeit des Verweisungsbeschlusses im Sinne eines objektiv willk&uuml;rlichen Handelns des FG ist hier nicht erkennbar, zumal das FG &#8211;nach Anh&ouml;rung der Beteiligten&#8211; seine Auffassung zur Zust&auml;ndigkeitsfrage ausf&uuml;hrlich begr&uuml;ndet hat. Damit bleibt es bei der in &sect;&nbsp;17a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 GVG angeordneten Bindungswirkung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag ist unzul&auml;ssig, da es dem FA an dem hierf&uuml;r erforderlichen Rechtsschutzbed&uuml;rfnis fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu den ungeschriebenen Sachentscheidungsvoraussetzungen einer jeden Anrufung eines Gerichts geh&ouml;rt das Vorhandensein eines Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses (vgl. BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;M&auml;rz 1996 III&nbsp;B&nbsp;173\/95, BFHE 180, 217, BStBl II 1996, 506, unter II.1.b). Das anf&auml;ngliche Fehlen oder der sp&auml;tere Wegfall des Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses bewirkt die Unzul&auml;ssigkeit des gew&auml;hlten gerichtlichen Rechtsbehelfs (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Juni 1994 IX&nbsp;R&nbsp;141\/89, BFHE 174, 446, BStBl II 1994, 756, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das erforderliche Rechtsschutzbed&uuml;rfnis fehlt u.a. dann, wenn es f&uuml;r den Rechtsbehelfsf&uuml;hrer einen verfahrensm&auml;&szlig;ig einfacheren und\/oder schnelleren Weg gibt, das angestrebte Rechtsschutzziel zu erreichen (vgl. u.a. BFH-Entscheidungen vom 11.&nbsp;Januar 1984 II&nbsp;B&nbsp;35\/83, BFHE 139, 508, BStBl II 1984, 210; vom 13.&nbsp;Dezember 1985 III&nbsp;B&nbsp;84\/85, BFH\/NV 1986, 476, unter 2., und vom 3.&nbsp;Juli 2014 III&nbsp;R&nbsp;53\/13, BFHE 246, 437, BStBl II 2015, 282, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dies ist hier der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinem Beschluss in BFHE 257, 523 hatte der Senat die AdV bis einen Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung befristet. Das Einspruchsverfahren ist auch gegenw&auml;rtig noch beim FA anh&auml;ngig. Das FA hat w&auml;hrend des Einspruchsverfahrens die Verfahrensherrschaft (vgl. &sect;&nbsp;365 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;367 der Abgabenordnung) und ist jederzeit in der Lage, eine Einspruchsentscheidung zu erlassen. Da die dem Antragsgegner vom Senat gew&auml;hrte AdV einen Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung automatisch endet, k&ouml;nnte das FA sein mit dem gerichtlichen &Auml;nderungsantrag erstrebtes Ziel auch auf anderem Wege &#8211;durch Gebrauchmachen von seiner eigenen Verfahrensherrschaft&#8211; erreichen, ohne dass es eines aufw&auml;ndigen gerichtlichen Verfahrens bed&uuml;rfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner hat schon mit Schreiben vom 1.&nbsp;Juni 2017 &#8211;also vor &uuml;ber einem Jahr&#8211; um eine Entscheidung &uuml;ber den Einspruch gebeten. Er hat mehrfach ausdr&uuml;cklich erkl&auml;rt, im Einspruchsverfahren keine Unterlagen mehr vorlegen zu wollen. Damit ist das FA &#8211;da andere M&ouml;glichkeiten der Sachaufkl&auml;rung als die nochmalige Einsichtnahme in die Aufzeichnungen des Antragsgegners nicht ersichtlich sind&#8211; an der weiteren Sachaufkl&auml;rung gehindert. Es ist daher nicht erkennbar, welche Umst&auml;nde dem Erlass einer Einspruchsentscheidung aus Sicht des FA gegenw&auml;rtig noch entgegenstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der kurzfristige Erlass der &#8211;vom Antragsgegner ohnehin bereits erbetenen&#8211; Einspruchsentscheidung w&auml;re f&uuml;r das FA deutlich einfacher und schneller durchf&uuml;hrbar als das von ihm eingeschlagene Verfahren, auf dem Umweg eines Antrags auf &Auml;nderung des AdV-Beschlusses des Senats eventuell eine inhaltliche &Auml;u&szlig;erung des BFH zum Umfang der Mitwirkungspflichten des Antragsgegners zu erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.8.2018, X S 23\/18ECLI:DE:BFH:2018:B.210818.XS23.18.0 Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses; fehlendes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis bei Antrag auf &Auml;nderung eines AdV-Beschlusses Leits&auml;tze 1. NV: Die gesetzlich angeordnete Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses entf&auml;llt ausnahmsweise dann, wenn ein solcher Beschluss auf einem offensichtlichen Irrtum beruht (bzw. offensichtlich fehlerhaft ist) und zu einem mit Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-s-23-18-bindungswirkung-eines-verweisungsbeschlusses-fehlendes-rechtsschutzbeduerfnis-bei-antrag-auf-aenderung-eines-adv-beschlusses\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;S&nbsp;23\/18 &#8211; Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses; fehlendes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis bei Antrag auf &Auml;nderung eines AdV-Beschlusses<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70065","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70065"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70065\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}