{"id":70071,"date":"2018-12-06T18:40:12","date_gmt":"2018-12-06T16:40:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70071"},"modified":"2018-12-06T18:40:12","modified_gmt":"2018-12-06T16:40:12","slug":"v-r-55-17-pauschallandwirte-in-der-umsatzsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-55-17-pauschallandwirte-in-der-umsatzsteuer\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;55\/17 &#8211; Pauschallandwirte in der Umsatzsteuer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.9.2018, V R 55\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.060918.VR55.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Pauschallandwirte in der Umsatzsteuer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Zur normalen Ausstattung eines landwirtschaftlichen Betriebs geh&ouml;rt der einzige M&auml;hdrescher eines Landwirts auch dann, wenn er &#8211;bei nicht unerheblichem Eigennutzungsanteil (hier: 20 %)&#8211; &uuml;ber die Anforderungen des eigenen Betriebs hinausgeht und vom Landwirt bei Erntearbeiten f&uuml;r andere Landwirte eingesetzt wird.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 21. Dezember 2016&nbsp;&nbsp;14 K 3821\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) betrieb in den Streitjahren 2007 bis 2010 mit dem Anbau von Mais und Getreide ein landwirtschaftliches Unternehmen. Zus&auml;tzlich erbrachte er Dienstleistungen an andere Landwirte, f&uuml;r die er Getreide und Mais erntete. Daf&uuml;r verwendete er einen auch im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb eingesetzten M&auml;hdrescher. Am 29.&nbsp;September <span style=\"text-decoration:underline\">2009<\/span> erwarb er einen neuen M&auml;hdrescher und gab am gleichen Tag seinen bis dahin verwendeten M&auml;hdrescher in Zahlung. Weitere Erntemaschinen besa&szlig; er nicht. Er besch&auml;ftigte keine Arbeitnehmer. Das Verh&auml;ltnis der eigenen gedroschenen Fl&auml;che zu der f&uuml;r die Kunden gedroschenen Fl&auml;che lag bei ca.&nbsp;20 zu 80.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger unterwarf die Ums&auml;tze aus seiner landwirtschaftlichen Urproduktion ebenso wie die Ums&auml;tze aus den Dienstleistungen an andere Landwirte der Durchschnittssatzbesteuerung nach &sect;&nbsp;24 des Umsatzsteuergesetzes (UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass der Kl&auml;ger aufgrund des Umfangs der Lohndrescharbeiten ab dem 1.&nbsp;Juli 2007 ertragsteuerlich einen eigenst&auml;ndigen gewerblichen Lohnbetrieb neben seinem landwirtschaftlichen Unternehmen gef&uuml;hrt habe. Die Dienstleistungen f&uuml;r andere Landwirte fielen nicht in den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;24 UStG, da der Kl&auml;ger den M&auml;hdrescher nicht weit &uuml;berwiegend f&uuml;r die eigene Produktion verwendet habe und er damit die Dienstleistungen nicht mit der &quot;normalen Ausr&uuml;stung&quot; des Betriebs erbracht habe. Die landwirtschaftlichen Dienstleistungen seien daher der Regelbesteuerung zu unterwerfen. Der hiergegen eingelegte Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt. Nach seinem Urteil unterliegen Ums&auml;tze eines Land- und Forstwirts aus M&auml;hdrescharbeiten mit einem M&auml;hdrescher, der zur normalen Ausr&uuml;stung seines landwirtschaftlichen Betriebs geh&ouml;rt, gegen&uuml;ber anderen Land- und Forstwirten der Durchschnittssatzbesteuerung. Der Kl&auml;ger habe den f&uuml;r die Dienstleistungen eingesetzten M&auml;hdrescher auch im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb verwendet. F&uuml;r seine eigene Fl&auml;che von ca.&nbsp;170&nbsp;ha habe er eine Erntemaschine ben&ouml;tigt. Der Kl&auml;ger habe nur einen einzigen M&auml;hdrescher besessen. Daher sei dieser nicht ausschlie&szlig;lich zur Erbringung von sonstigen Leistungen an Dritte vorgehalten worden. Es handele sich auch nicht um einen betriebsuntypischen &Uuml;berbestand. Der M&auml;hdrescher habe zur normalen Ausr&uuml;stung seines landwirtschaftlichen Betriebs geh&ouml;rt. Das Verh&auml;ltnis der f&uuml;r andere Landwirte gedroschenen Fl&auml;che zu der eigenen Fl&auml;che &auml;ndere nichts am Bedarf des M&auml;hdreschers f&uuml;r seinen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb. Eine Beschr&auml;nkung derart, dass die normale Ausr&uuml;stung &uuml;berwiegend zur eigenen landwirtschaftlichen Erzeugung verwendet werden m&uuml;sse, sei gesetzlich nicht vorgesehen. Dies ergebe sich auch aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) und des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) und zur Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision. Das FG sei rechtsfehlerhaft davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger seine landwirtschaftlichen Dienstleistungen mit Hilfe der normalen Ausr&uuml;stung seines landwirtschaftlichen Betriebs erbracht habe. Der konkret erworbene M&auml;hdrescher sei f&uuml;r den eigenen Betrieb zu gro&szlig; gewesen. Aufgrund der Verwendung des Adjektivs normal m&uuml;sse der Ausr&uuml;stungsgegenstand &uuml;blicherweise f&uuml;r die eigene landwirtschaftliche Produktion verwendet werden. Ein eigenbetrieblicher Einsatz von 20&nbsp;% gen&uuml;ge nicht. Durch die Anwendung der Pauschalregelung komme es zu erheblichen Vorteilen gegen&uuml;ber den Unternehmen, die der Regelbesteuerung unterliegen. Der Kl&auml;ger k&ouml;nne seine Leistungen billiger anbieten. Die Anwendung der Pauschalregelung sei f&uuml;r den Kl&auml;ger auch nicht belastend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe zutreffend entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass die Dienstleistungen des Kl&auml;gers bei den Erntearbeiten f&uuml;r andere Landwirte als landwirtschaftliche Dienstleistungen der Durchschnittssatzbesteuerung nach &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;3 UStG unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;3 UStG wird die Steuer f&uuml;r die im Rahmen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ausgef&uuml;hrten Lieferungen und sonstigen Leistungen, bei denen es sich nicht um die in Satz&nbsp;1 dieser Vorschrift n&auml;her bezeichnete Lieferung von forstwirtschaftlichen Erzeugnissen oder andere Leistungen mit Getr&auml;nken handelt, auf 10,7&nbsp;% festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;24 UStG ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH richtlinienkonform entsprechend Art.&nbsp;295&nbsp;ff. MwStSystRL auszulegen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Januar 2013 V&nbsp;R&nbsp;34\/11, BFHE 239, 552, BStBl II 2013, 460, unter II.1.b, und vom 21.&nbsp;Januar 2015 XI&nbsp;R&nbsp;13\/13, BFHE 248, 462, BStBl II 2015, 730, unter II.1.b). Danach finden die sog. Pauschalausgleich-Prozents&auml;tze gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;300&nbsp;f. MwStSystRL auf landwirtschaftliche Erzeugnisse und landwirtschaftliche Dienstleistungen Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Landwirtschaftliche Dienstleistungen sind nach Art.&nbsp;295 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 MwStSystRL Dienstleistungen, die von einem landwirtschaftlichen Erzeuger mithilfe seiner Arbeitskr&auml;fte oder der normalen Ausr&uuml;stung seines landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder Fischereibetriebs erbracht werden und die normalerweise zur landwirtschaftlichen Produktion beitragen. Hierzu z&auml;hlen insbesondere die in Anhang&nbsp;VIII der MwStSystRL aufgef&uuml;hrten Dienstleistungen wie z.B. &quot;Arbeiten des Anbaus, der Ernte, des Dreschens, des Pressens, des Lesens und Einsammelns, einschlie&szlig;lich des S&auml;ens und Pflanzens&quot;. &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG ist bei richtlinienkonformer Auslegung auf landwirtschaftlichen Dienstleistungen i.S. von Art.&nbsp;295 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 MwStSystRL, nicht aber auch auf andersartige sonstige Leistungen anzuwenden (BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Februar 2018 V&nbsp;R&nbsp;55\/16, BFHE 261, 181, unter II.1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zwischen den Beteiligten ist das Erbringen landwirtschaftlicher Dienstleistungen, die der Durchschnittssatzbesteuerung nach &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG unterliegen, nur im Hinblick auf die Frage streitig, ob der Kl&auml;ger seine landwirtschaftlichen Dienstleistungen mit der normalen Ausr&uuml;stung seines landwirtschaftlichen Betriebs erbracht hat. Dies hat das FG entgegen der Auffassung des FA zu Recht bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Streitjahre 2007, 2008 und die Besteuerungszeitr&auml;ume bis einschlie&szlig;lich September 2009 folgt dies bereits daraus, dass die grunds&auml;tzliche Berechtigung des Kl&auml;gers zur Besteuerung nach Durchschnittss&auml;tzen im Revisionsverfahren dem Grunde nach unstreitig ist, da das FA diese nur in Bezug auf eine nach seiner Auffassung &uuml;berdimensionierte Ger&auml;tschaft bezweifelt. Dies st&uuml;tzt das FA auf den Erwerb eines Ende September 2009 erworbenen M&auml;hdreschers, den das FA als f&uuml;r den eigenen Betrieb des Kl&auml;gers zu gro&szlig; ansieht, so dass er mit dem Einsatz dieses M&auml;hdreschers keine landwirtschaftlichen Dienstleistungen erbringe. Damit ist die Revision f&uuml;r die Besteuerungszeitr&auml;ume vor diesem Erwerb von vornherein unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger erbrachte auch in den restlichen Zeitr&auml;umen des Jahres 2009 sowie im Streitjahr 2010 mit dem Einsatz des neuen M&auml;hdreschers landwirtschaftliche Dienstleistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Mit dem Begriff der normalen Ausr&uuml;stung eines landwirtschaftlichen Betriebs stellt die Richtlinie auf die gew&ouml;hnliche Ausr&uuml;stung derartiger Betriebe ab. Im Hinblick auf die auf landwirtschaftliche Dienstleistungen anzuwendenden Regelungen in &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Satz&nbsp;2 UStG, nach denen die Mehrwertsteuer-Vorbelastung der Steuer auf die Ausgangsleistung des Pauschallandwirts exakt entspricht, kommt es nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats darauf an, dass es sich bei der landwirtschaftlichen Dienstleistung um eine Leistung handelt, bei der jedenfalls typisierend davon auszugehen ist, dass ihre Erbringung zu einer (entsprechenden) Mehrwertsteuer-Vorbelastung f&uuml;hrt oder zumindest f&uuml;hren kann (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;August 2017 V&nbsp;R&nbsp;8\/17, BFH\/NV 2018, 65, unter II.2.). Dies trifft auf den Erwerb eines M&auml;hdreschers anders als beim Einsatz der eigenen Arbeitskraft des Betriebsinhabers (vgl. hierzu BFH-Urteil in BFH\/NV 2018, 65) oder seines Personals zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Weitergehende Wirtschaftlichkeitsberechnungen oder Angemessenheitsbetrachtungen in Bezug auf die eigenbetriebliche Verwendung sind nicht anzustellen. Insbesondere besteht nach dem EuGH-Urteil Shields &#038; Sons Partnership vom 12.&nbsp;Oktober 2017 C-262\/16 (EU:C:2017:756) keine Befugnis, landwirtschaftliche Erzeuger von der Pauschalbesteuerung auszuschlie&szlig;en, nur weil sie als Teilnehmer an der Pauschalregelung erheblich mehr erstattet erhalten, als sie bei Anwendung der normalen oder vereinfachten Steuerregelung erstattet bek&auml;men.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der erkennende Senat ber&uuml;cksichtigt dabei auch, dass der Kl&auml;ger &uuml;ber nur einen, nicht aber &uuml;ber mehrere M&auml;hdrescher im Fremdeinsatz verf&uuml;gte und dass ein Eigennutzungsanteil von 20&nbsp;% nicht unerheblich ist. Im Rahmen einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung, der auch das unionsrechtlich harmonisierte Mehrwertsteuersystem zugrunde liegt, kann dem Landwirt bei der Inanspruchnahme der Durchschnittss&auml;tze nach &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 UStG entgegen der Auffassung des FA nicht vorgehalten werden, er k&ouml;nne im Hinblick auf seine eigene Betriebsgr&ouml;&szlig;e vom Erwerb eines eigenen M&auml;hdreschers und der Erbringung von Dienstleistungen an Fremdbetriebe absehen, um stattdessen selbst Fremdleistungen bei der Ernte zu beziehen. Sich hieraus m&ouml;glicherweise ergebende Wettbewerbsnachteile zu Lasten gewerblicher Konkurrenten sind im Hinblick auf den Einsatz nur einer Ger&auml;tschaft hinzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat geht somit davon aus, dass &quot;ein Maschinen- und Ausr&uuml;stungsbestand, der &uuml;ber die Anforderungen des eigenen Betriebs hinausgeht&quot; (Abschn.&nbsp;24.3 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;6 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses i.d.F. vom 27.&nbsp;Oktober 2010), der zur Annahme einer T&auml;tigkeit au&szlig;erhalb der Land- und Forstwirtschaft f&uuml;hren soll, bei Erstmaschinen im Allgemeinen nicht vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.9.2018, V R 55\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.060918.VR55.17.0 Pauschallandwirte in der Umsatzsteuer Leits&auml;tze NV: Zur normalen Ausstattung eines landwirtschaftlichen Betriebs geh&ouml;rt der einzige M&auml;hdrescher eines Landwirts auch dann, wenn er &#8211;bei nicht unerheblichem Eigennutzungsanteil (hier: 20 %)&#8211; &uuml;ber die Anforderungen des eigenen Betriebs hinausgeht und vom Landwirt bei Erntearbeiten f&uuml;r andere Landwirte eingesetzt wird. Tenor Die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-55-17-pauschallandwirte-in-der-umsatzsteuer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;55\/17 &#8211; Pauschallandwirte in der Umsatzsteuer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70071","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70071"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70071\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}