{"id":70072,"date":"2018-12-06T18:40:22","date_gmt":"2018-12-06T16:40:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70072"},"modified":"2018-12-06T18:40:22","modified_gmt":"2018-12-06T16:40:22","slug":"vii-r-3-18-zolltarif-einreihung-sog-katzenkratzbaeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-3-18-zolltarif-einreihung-sog-katzenkratzbaeume\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;3\/18 &#8211; Zolltarif: Einreihung sog. Katzenkratzb&auml;ume"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.9.2018, VII R 3\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.180918.VIIR3.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zolltarif: Einreihung sog. Katzenkratzb&auml;ume<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Soweit eine Einreihungsverordnung der Kommission auf der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung der Beschaffenheitsmerkmale der einzureihenden Ware beruht, ist sie f&uuml;r die Tarifierung &auml;hnlicher Waren nicht verbindlich, wenn sich diese hinsichtlich der seitens der Kommission gew&uuml;rdigten Beschaffenheitsmerkmale deutlich von der Ware der Einreihungsverordnung unterscheiden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Hauptzollamts und die Anschlussrevision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 7. Dezember 2017&nbsp;&nbsp;14 K 2162\/15 werden als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;gerin und das Hauptzollamt je zur H&auml;lfte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin, Revisionskl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) meldete im Juli 2014 jeweils in Einzelteile zerlegte und in einem Karton zusammen mit Montagematerial verpackte Katzenkratzb&auml;ume unter Angabe der Unterpos. 4421&nbsp;90&nbsp;97 (andere Waren aus Holz, Zollsatz &quot;frei&quot;) der Kombinierten Nomenklatur (KN) zur Abfertigung zum freien Verkehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Ware mit der Art.-Nr.&nbsp;X handelt es sich (nach dem Zusammenbau der Teile) um eine dreist&ouml;ckige, ca. 108 cm hohe Konstruktion bestehend aus einem f&uuml;nfeckigen, aus Holzspanplatten gefertigten, au&szlig;en mit Pl&uuml;schgewirken beklebten und mit einem runden Einstieg versehenen Kasten, auf dem mit Seilen aus Sisal umwickelte Papps&auml;ulen befestigt sind, die zwei &uuml;bereinander liegende, quadratische, ebenfalls mit Pl&uuml;schgewirken beklebte Holzspanplatten tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Ware mit der Art.-Nr.&nbsp;Y handelt es sich (nach der Montage) um eine mehrst&ouml;ckige, ca. 170 cm hohe Konstruktion, ebenfalls bestehend aus unterschiedlich hohen, zum Teil mit Pl&uuml;sch beklebten, zum Teil mit Seilen aus Sisal umwickelten Papps&auml;ulen, die auf einer quadratischen, mit Pl&uuml;sch beklebten Holzspanplatte befestigt sind und in den verschiedenen Stockwerken wiederum mit Pl&uuml;sch beklebte, teilweise mit einer befestigten Spielzeugmaus versehene Holzspanplatten sowie aus solchen Platten bestehende K&auml;sten mit Einstiegs&ouml;ffnungen tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Waren zun&auml;chst mit nicht abschlie&szlig;ender Festsetzung wie angemeldet abgefertigt und entnommene Proben sp&auml;ter mit dem Einreihungsergebnis Unterpos.&nbsp;6307&nbsp;90&nbsp;10&nbsp;KN (andere konfektionierte Waren, Zollsatz 12&nbsp;%) gepr&uuml;ft worden waren, erhob der Beklagte, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die sich daraus ergebenden Einfuhrabgaben nach. Der Einspruch der Kl&auml;gerin wurde zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobene Klage hatte teilweise Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, die Einfuhrwaren seien in die Pos.&nbsp;5609 KN (Waren aus Seilen, anderweit weder genannt noch inbegriffen, Zollsatz: 5,8&nbsp;%) einzureihen, und hob den angefochtenen Abgabenbescheid auf, soweit mit diesem Einfuhrabgaben nach einem h&ouml;heren Zollsatz festgesetzt worden waren (Das Urteil ist in der Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2018, Beilage 3, S.&nbsp;37, ver&ouml;ffentlicht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht das HZA geltend, das FG-Urteil lasse sich nicht mit der Durchf&uuml;hrungsverordnung (EU) Nr.&nbsp;350\/2014 (VO&nbsp;Nr.&nbsp;350\/2014) der Kommission vom 3.&nbsp;April 2014 zur Einreihung bestimmter Waren in die Kombinierte Nomenklatur (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2014, Nr.&nbsp;L 104\/4) vereinbaren. Diese Verordnung sei im Streitfall analog anzuwenden, weil sich die im Anhang dieser Verordnung beschriebene Ware nur unerheblich von den Einfuhrwaren des Streitfalls unterscheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist der Ansicht, das verarbeitete Holz verleihe den Einfuhrwaren des Streitfalls ihren wesentlichen Charakter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sowohl die Revision des HZA als auch die Anschlussrevision der Kl&auml;gerin sind unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Einfuhrwaren des Streitfalls zu Recht in die Pos.&nbsp;5609&nbsp;KN eingereiht und deshalb den angefochtenen Abgabenbescheid zu Recht insoweit aufgehoben, als Einfuhrabgaben nach einem h&ouml;heren Zollsatz als f&uuml;r Waren der Pos. 5609 KN nacherhoben worden sind. Insoweit ist der angefochtene Abgabenbescheid rechtswidrig und verletzt die Kl&auml;gerin in ihren Rechten (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Die dar&uuml;ber hinaus gehende Klage hat das FG zu Recht abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ein Katzenkratzbaum, der in seinen objektiven Beschaffenheitsmerkmalen denjenigen des Streitfalls in mancherlei Hinsicht gleicht, wird im Anhang der VO&nbsp;Nr.&nbsp;350\/2014 beschrieben, die am 28.&nbsp;April 2014 in Kraft getreten ist und somit auf die Einfuhrwaren des Streitfalls &#8211;jedenfalls in zeitlicher Hinsicht&#8211; angewendet werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG, an die der erkennende Senat mangels zul&auml;ssiger und begr&uuml;ndeter Revisionsgr&uuml;nde gebunden ist (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), stimmen die Beschaffenheitsmerkmale der Einfuhrwaren des Streitfalls in einigen Punkten mit denen des im Anhang der VO&nbsp;Nr.&nbsp;350\/2014 beschriebenen Katzenkratzbaums &uuml;berein. Soweit solche &Uuml;bereinstimmungen der Beschaffenheitsmerkmale bestehen, lassen sich der VO&nbsp;Nr.&nbsp;350\/2014 rechtliche Aussagen f&uuml;r die zutreffende zolltarifliche Einreihung der im vorliegenden Fall eingef&uuml;hrten Waren entnehmen, auch wenn die Ware der VO&nbsp;Nr.&nbsp;350\/2014 und diejenigen des Streitfalls nicht in jeder Hinsicht identisch sind. Damit wird dem mit einer verbindlichen Einreihungsverordnung verbundenen Ziel der koh&auml;renten Auslegung der KN und der Gleichbehandlung der Wirtschaftsteilnehmer Rechnung getragen (vgl. Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; GROFA vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2017 C-435\/15 und C-666\/15, EU:C:2017:232, Rz&nbsp;37, ZfZ&nbsp;2017, 163).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso wie der im Anhang der VO&nbsp;Nr.&nbsp;350\/2014 beschriebene Katzenkratzbaum bestehen die Kratzb&auml;ume des Streitfalls aus mit Stoff &uuml;berzogenen Holzk&auml;sten mit Einstiegs&ouml;ffnungen bzw. mit Stoff &uuml;berzogenen Holzplatten sowie darauf befindlichen, mit Sisalseil umwickelten Pappr&ouml;hren, die wiederum mehrere mit Stoff &uuml;berzogene Holzplattformen tragen. In beiden F&auml;llen handelt es sich um Konstruktionen, die nach ihren objektiven Beschaffenheitsmerkmalen so gestaltet sind, &quot;dass sie f&uuml;r Katzen attraktiv [sind] und diese von M&ouml;beln fern [halten], die andernfalls von ihnen beansprucht und zerkratzt w&uuml;rden&quot; (vgl. Wortlaut des Anhangs der VO Nr.&nbsp;350\/2014). Solche Waren sind &#8211;was sich aus der VO&nbsp;Nr.&nbsp;350\/2014 ergibt und was das FG daher zutreffend auch f&uuml;r die Einfuhrwaren des Streitfalls entschieden hat&#8211; weder als M&ouml;bel in die Pos.&nbsp;9403 KN noch als Spielzeug (trotz vorhandener Spielzeugmaus) in die Pos.&nbsp;9503 KN einzureihen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Waren des Streitfalls, die in ihrer vorstehend beschriebenen Funktion von keiner speziellen Unterposition der KN erfasst werden, sind aus verschiedenen Stoffen (Holz, Pappe, Spinnstoffe) und Bestandteilen zusammengesetzte Waren, die &#8211;auch das folgt aus der rechtlichen Begr&uuml;ndung der Einreihung gem&auml;&szlig; der VO Nr.&nbsp;350\/2014 sowie den zutreffenden Ausf&uuml;hrungen des FG&#8211; gem&auml;&szlig; den Allgemeinen Vorschriften f&uuml;r die Auslegung der Kombinierten Nomenklatur (AV) Nr.&nbsp;3&nbsp;Buchst.&nbsp;b nach dem Stoff bzw. Bestandteil einzureihen sind, der ihnen ihren wesentlichen Charakter verleiht. Dabei sind als ein wichtiges Erkenntnismittel die Erl&auml;uterungen zum Harmonisierten System (ErlHS) zur AV&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b Rz&nbsp;19.1 zu ber&uuml;cksichtigen, denen zufolge sich das charakterbestimmende Merkmal einer Ware aus der Art und Beschaffenheit der Bestandteile, aus ihrem Umfang, Menge, Gewicht, dem Wert oder der Bedeutung f&uuml;r die Verwendung der Ware sowie auch aus dem Erscheinungsbild der Ware ergeben kann; welches dieser nicht abschlie&szlig;end aufz&auml;hlbaren Merkmale im Einzelfall zu ber&uuml;cksichtigen ist, h&auml;ngt von der Art der Ware ab (vgl. Senatsurteil vom 19.&nbsp;Dezember 2006 VII&nbsp;R&nbsp;8\/06, BFH\/NV 2007, 1368, ZfZ 2007, 192).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r einen Katzenkratzbaum der im Anhang der VO&nbsp;Nr.&nbsp;350\/2014 beschriebenen Art hat die Kommission auf seinen erkennbaren und nach seinen Beschaffenheitsmerkmalen innewohnenden Verwendungszweck abgestellt, hat deshalb diejenigen Stoffe und Bestandteile des Kratzbaums als charakterbestimmend angesehen, welche diesen f&uuml;r Katzen attraktiv machen, und hat insoweit das Gewebe aus Spinnstoff und die Sisalschnur, nicht jedoch das Holz oder die Pappe als wesentlich angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Um dem Ziel einer koh&auml;renten Auslegung der KN und der Gleichbehandlung der Wirtschaftsteilnehmer Rechnung zu tragen, ist diese in Form einer Einreihungsverordnung gefasste tats&auml;chliche W&uuml;rdigung der Kommission &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; auch f&uuml;r die Tarifierung anderer Katzenkratzb&auml;ume verbindlich, soweit nicht eine Ware tariflich einzureihen ist, die sich in ihrer Beschaffenheit v&ouml;llig von derjenigen des Anhangs der VO&nbsp;Nr.&nbsp;350\/2014 unterscheidet. Anders als die Kl&auml;gerin im Streitfall meint, hat das FG daher das f&uuml;r die Kratzb&auml;ume verarbeitete Holz zu Recht als nicht charakterbestimmend f&uuml;r die Ware angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Kommission hingegen mit der VO Nr.&nbsp;350\/2014 die f&uuml;r Katzen attraktiven Stoffe und Bestandteile des Kratzbaums dahin gew&uuml;rdigt hat, dass sich eine h&ouml;here Attraktivit&auml;t f&uuml;r Katzen weder f&uuml;r den &Uuml;berzugstoff noch f&uuml;r die Sisalseile feststellen lasse, und deshalb gemeint hat, das in gr&ouml;&szlig;erer Menge vorhandene Gewebe aus Spinnstoff sei charakterbestimmend, war das FG an diese tats&auml;chliche W&uuml;rdigung nicht gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum einen ist das f&uuml;r die W&uuml;rdigung der Kommission ma&szlig;gebliche Kriterium der &quot;gr&ouml;&szlig;eren Menge&quot; zu unbestimmt, da nicht erkennbar ist, ob insoweit die Fl&auml;che, das Volumen oder das Gewicht entscheidend sein soll. Zum anderen war im Streitfall nach den Feststellungen des FG eine &quot;hinreichende &Auml;hnlichkeit&quot; (vgl. EuGH-Urteil GROFA, EU:C:2017:232, Rz&nbsp;38, ZfZ 2017, 163) der Einfuhrwaren mit dem im Anhang der VO Nr.&nbsp;350\/2014 beschriebenen Kratzbaum nicht gegeben. Vielmehr unterschieden sich jene gerade hinsichtlich des optisch erkennbaren Mengenverh&auml;ltnisses von Pl&uuml;schgewirken zu Sisalseilen deutlich von diesem, zumal bei den Waren des Streitfalls die mit Sisalseilen umwickelten Pappr&ouml;hren in gr&ouml;&szlig;erer Anzahl vorhanden waren als bei der Ware der VO Nr.&nbsp;350\/2014.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit es danach dem FG &#8211;insofern ohne rechtliche Bindung an die VO Nr.&nbsp;350\/2014&#8211; oblag, f&uuml;r die Waren des Streitfalls zu entscheiden, ob den vorhandenen Pl&uuml;schgewirken oder den verarbeiteten Sisalseilen ein f&uuml;r die Waren h&ouml;herer charakterbestimmender Einfluss zukam, ist seine Entscheidung rechtlich nicht zu beanstanden, denn der charakterbestimmende Stoff oder Bestandteil einer aus verschiedenen Stoffen oder Bestandteilen zusammengesetzten Ware ist anhand einer dem Tatsachengericht vorbehaltenen, revisionsrechtlich nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;fbaren tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung auf der Grundlage der festgestellten objektiven Beschaffenheitsmerkmale der Ware zu ermitteln (Senatsbeschluss vom 23.&nbsp;September 2014 VII&nbsp;B&nbsp;202\/13, BFH\/NV 2015, 69). Dem FG insoweit unterlaufene Rechtsfehler sind weder seitens der Beteiligten ger&uuml;gt worden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) noch ersichtlich, zumal das FG die Kriterien der ErlHS zur AV&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b bei seiner Entscheidung ber&uuml;cksichtigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die aus dieser tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung gezogene zolltarifrechtliche Folgerung, die Einfuhrwaren seien in die Pos.&nbsp;5609 KN (Waren aus Seilen, anderweit weder genannt noch inbegriffen) einzureihen, ist rechtlich zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die darauf beruhende Berechnung der festzusetzenden Einfuhrabgaben greift weder die Revision noch die Anschlussrevision an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.9.2018, VII R 3\/18ECLI:DE:BFH:2018:U.180918.VIIR3.18.0 Zolltarif: Einreihung sog. Katzenkratzb&auml;ume Leits&auml;tze NV: Soweit eine Einreihungsverordnung der Kommission auf der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung der Beschaffenheitsmerkmale der einzureihenden Ware beruht, ist sie f&uuml;r die Tarifierung &auml;hnlicher Waren nicht verbindlich, wenn sich diese hinsichtlich der seitens der Kommission gew&uuml;rdigten Beschaffenheitsmerkmale deutlich von der Ware der Einreihungsverordnung unterscheiden. Tenor &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-3-18-zolltarif-einreihung-sog-katzenkratzbaeume\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;3\/18 &#8211; Zolltarif: Einreihung sog. 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