{"id":70073,"date":"2018-12-06T18:32:27","date_gmt":"2018-12-06T16:32:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70073"},"modified":"2018-12-06T18:32:27","modified_gmt":"2018-12-06T16:32:27","slug":"ii-r-57-15-feststellung-der-ausgangslohnsumme-und-der-zahl-der-beschaeftigten-fuer-zwecke-der-schenkungsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-57-15-feststellung-der-ausgangslohnsumme-und-der-zahl-der-beschaeftigten-fuer-zwecke-der-schenkungsteuer\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;57\/15 &#8211; Feststellung der Ausgangslohnsumme und der Zahl der Besch&auml;ftigten f&uuml;r Zwecke der Schenkungsteuer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.9.2018, II R 57\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.050918.IIR57.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Feststellung der Ausgangslohnsumme und der Zahl der Besch&auml;ftigten f&uuml;r Zwecke der Schenkungsteuer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Feststellung der Ausgangslohnsumme und die Feststellung der Anzahl der Besch&auml;ftigten i.S. des &sect; 13a Abs. 1a Satz 1 ErbStG sind zwei getrennte Feststellungen, die jeweils eigenst&auml;ndig einer &Uuml;berpr&uuml;fung im Einspruchs- und Klageverfahren zug&auml;nglich sind.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Allein aus der Feststellung einer Ausgangslohnsumme l&auml;sst sich regelm&auml;&szlig;ig nicht herleiten, ob der Betrieb mehr als 20 Besch&auml;ftigte hat und die Steuerbefreiung daher nach &sect; 13a Abs. 1 ErbStG der Lohnsummenbeschr&auml;nkung unterliegt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 28. Oktober 2015&nbsp;&nbsp;4 K 269\/15 F aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;gerin und der Beigeladene zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH, die nach ihren Angaben im Kalenderjahr 2012 weniger als 20&nbsp;Besch&auml;ftigte hatte. Sie war zu jeweils mehr als 25&nbsp;% an verschiedenen Kapitalgesellschaften mit Sitz im Inland und in anderen Mitgliedstaaten der Europ&auml;ischen Union (EU) beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 18.&nbsp;Oktober 2012 &uuml;bertrug der Beigeladene einen Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 97.000&nbsp;EUR an der Kl&auml;gerin auf seine Tochter. Der Beigeladene &uuml;bernahm f&uuml;r diese Zuwendung die Schenkungsteuer. Auf Aufforderung des Beklagten und Revisionskl&auml;gers (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &uuml;bersandte der Beigeladene eine Erkl&auml;rung zur Feststellung des Bedarfswerts f&uuml;r den &uuml;bertragenen Gesch&auml;ftsanteil. Er vertrat die Auffassung, dass eine Ausgangslohnsumme wegen der geringen Anzahl der Besch&auml;ftigten der Kl&auml;gerin nicht festzustellen sei. F&uuml;r den Fall, dass das FA dies anders sehe, sei die Ausgangslohnsumme unter Ber&uuml;cksichtigung der Besch&auml;ftigten der Gesellschaften, an denen die Kl&auml;gerin beteiligt ist, festzustellen. Das FA stellte mit Bescheid vom 5.&nbsp;Dezember 2013 den Wert des &uuml;bertragenen Gesch&auml;ftsanteils auf den 18.&nbsp;Oktober 2012 &#8211;der H&ouml;he nach erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;&#8211; auf 6.867.600&nbsp;EUR und die Ausgangslohnsumme auf 47.608.821&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen diesen Bescheid legten die Kl&auml;gerin und der Beigeladene Einspruch ein mit der Begr&uuml;ndung, eine Ausgangslohnsumme sei mangels Bedeutung f&uuml;r die Schenkungsteuer nicht festzustellen. Nach dem klaren Wortlaut des &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der im Streitfall anzuwendenden Fassung des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 vom 1.&nbsp;November 2011 (BGBl I 2011, 2131) &#8211;ErbStG&#8211;, sei bei Unternehmen mit weniger als 20&nbsp;Besch&auml;ftigten keine Mindestlohnsumme einzuhalten. Eine Hinzurechnung von Besch&auml;ftigten nachgeordneter Gesellschaften sehe das Gesetz f&uuml;r den streitigen Besteuerungszeitpunkt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA wies die Einspr&uuml;che mit Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;Januar 2015 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Seiner Auffassung nach ist eine Ausgangslohnsumme festzustellen. &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 ErbStG sei bei der Pr&uuml;fung der Frage, ob die Mindestarbeitnehmerzahl erreicht werde, entsprechend anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) hat den Bescheid &uuml;ber die Feststellung der Ausgangslohnsumme aufgehoben. Zwar sei nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ErbStG Voraussetzung f&uuml;r die Inanspruchnahme des Verschonungsabschlags, dass die Summe der ma&szlig;gebenden j&auml;hrlichen Lohnsummen des Betriebs innerhalb von f&uuml;nf Jahren nach dem Erwerb insgesamt 400&nbsp;% der Ausgangslohnsumme nicht unterschreite. Das Erfordernis des Nichtunterschreitens dieser Mindestlohnsumme gelte nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 ErbStG jedoch nicht, wenn der Betrieb nicht mehr als 20&nbsp;Besch&auml;ftigte habe. &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 ErbStG k&ouml;nne nicht entsprechend angewendet werden. Das Urteil wurde in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 125, ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des FA. Seiner Ansicht nach muss &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 ErbStG &uuml;ber seinen Wortlaut hinaus dahingehend ausgelegt werden, dass die Anzahl der Arbeitnehmer, die bei nachgeordneten Beteiligungsgesellschaften besch&auml;ftigt seien, einbezogen werde. Dies folge aus einer systematischen Auslegung im Zusammenhang mit dem Verweis in &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ErbStG auf &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 ErbStG. Entgegen der Auffassung des FG sei eine solche Auslegung trotz des Wortlauts des &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 ErbStG m&ouml;glich und teleologisch geboten. Mit &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 ErbStG habe der Gesetzgeber die Einbeziehung der Lohnsummen der nachgeordneten Beteiligungsgesellschaften geregelt. Damit habe der Gesetzgeber insgesamt eine Konzernbetrachtung beabsichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und der Beigeladene beantragen, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist im Ergebnis begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Auffassung des FG ist der Bescheid &uuml;ber die Feststellung der Ausgangslohnsumme rechtm&auml;&szlig;ig. Das FA hat die Ausgangslohnsumme sowohl dem Grunde als auch der H&ouml;he nach zutreffend festgestellt. Da der Feststellungsbescheid keine Feststellung zur Anzahl der Besch&auml;ftigten im Betrieb der Kl&auml;gerin enth&auml;lt, kann dahinstehen, ob bei dieser Feststellung auch die Anzahl der Besch&auml;ftigten im Betrieb von Gesellschaften, an denen die Kl&auml;gerin beteiligt ist, einzubeziehen w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ErbStG bleibt der Wert von Betriebsverm&ouml;gen, land- und forstwirtschaftlichem Verm&ouml;gen und Anteilen an Kapitalgesellschaften i.S. des &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;4 ErbStG insgesamt au&szlig;er Ansatz (Verschonungsabschlag). Nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ErbStG ist Voraussetzung f&uuml;r die Inanspruchnahme des Verschonungsabschlags, dass die Summe der ma&szlig;gebenden j&auml;hrlichen Lohnsummen (Abs.&nbsp;4) des Betriebs, bei Beteiligungen an einer Personengesellschaft oder Anteilen an einer Kapitalgesellschaft des Betriebs der jeweiligen Gesellschaft, innerhalb von f&uuml;nf Jahren nach dem Erwerb (Lohnsummenfrist) insgesamt 400&nbsp;% der Ausgangslohnsumme nicht unterschreitet (Mindestlohnsumme). &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ErbStG ist nicht anzuwenden, wenn die Ausgangslohnsumme 0&nbsp;EUR betr&auml;gt oder der Betrieb nicht mehr als 20&nbsp;Besch&auml;ftigte hat (&sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie die Lohnsumme zu berechnen ist, folgt im Einzelnen aus &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 ErbStG. Geh&ouml;ren zum Betriebsverm&ouml;gen des Betriebs, bei Beteiligungen an einer Personengesellschaft und Anteilen an einer Kapitalgesellschaft des Betriebs der jeweiligen Gesellschaft, unmittelbar oder mittelbar Beteiligungen an Personengesellschaften, die ihren Sitz oder ihre Gesch&auml;ftsleitung im Inland, einem Mitgliedstaat der EU oder in einem Staat des Europ&auml;ischen Wirtschaftsraums (EWR) haben, oder Anteile an Kapitalgesellschaften, die ihren Sitz oder ihre Gesch&auml;ftsleitung im Inland, einem Mitgliedstaat der EU oder in einem Staat des EWR haben, wenn die unmittelbare oder mittelbare Beteiligung mehr als 25&nbsp;% betr&auml;gt, sind die Lohnsummen dieser Gesellschaften einzubeziehen zu dem Anteil, zu dem die unmittelbare und mittelbare Beteiligung besteht (&sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 ErbStG). Im Gegensatz zu &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 ErbStG, der Ausnahmen von der Einhaltung der Mindestlohnsumme regelt, sieht &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 ErbStG f&uuml;r die Ermittlung der Ausgangslohnsumme die Einbeziehung von Lohnsummen bestimmter Beteiligungsgesellschaften ausdr&uuml;cklich vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 ErbStG, stellt das f&uuml;r die Bewertung der wirtschaftlichen Einheit &ouml;rtlich zust&auml;ndige Finanzamt die Ausgangslohnsumme, die Anzahl der Besch&auml;ftigten und die Summe der ma&szlig;gebenden j&auml;hrlichen Lohnsummen gesondert fest, wenn diese Angaben f&uuml;r die Schenkungsteuer von Bedeutung sind. Die Entscheidung &uuml;ber die Bedeutung trifft gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;2 ErbStG das Finanzamt, das f&uuml;r die Festsetzung der Schenkungsteuer oder die Feststellung nach &sect;&nbsp;151 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 3 des Bewertungsgesetzes zust&auml;ndig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 ErbStG hat das Finanzamt, das die Feststellungen trifft, sowohl die Ausgangslohnsumme als auch die Anzahl der Besch&auml;ftigten festzustellen. Dabei handelt es sich um zwei getrennte Feststellungen, die jeweils eigenst&auml;ndig einer &Uuml;berpr&uuml;fung im Einspruchs- und Klageverfahren zug&auml;nglich sind. Die Feststellung einer Ausgangslohnsumme enth&auml;lt nicht inzident die Anzahl der Besch&auml;ftigten und macht daher die Feststellung der Anzahl der Besch&auml;ftigten nicht entbehrlich. Das f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndige Finanzamt muss anhand der Feststellungen zweifelsfrei erkennen k&ouml;nnen, ob und wenn ja in welcher H&ouml;he die Lohnsumme der weiteren Beobachtung bedarf. Allein aus der Feststellung einer Ausgangslohnsumme l&auml;sst sich aber regelm&auml;&szlig;ig nicht herleiten, ob der Betrieb mehr als 20&nbsp;Besch&auml;ftigte hat und die Steuerbefreiung daher nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 ErbStG der Lohnsummenbeschr&auml;nkung unterliegt. Das gilt selbst dann, wenn eine hohe Ausgangslohnsumme festgestellt wird; denn es ist m&ouml;glich, dass diese auch mit wenigen Besch&auml;ftigten erreicht wird. Fehlt die Feststellung der Anzahl der Besch&auml;ftigten, w&auml;ren Nachfragen oder weitere Ermittlungen des f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndigen Finanzamts erforderlich. Diese sollen durch die Feststellung jedoch gerade vermieden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen war die Vorentscheidung aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Die Feststellung der Ausgangslohnsumme ist zutreffend und verletzt die Kl&auml;gerin nicht in ihren Rechten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Streitfall ist die Ausgangslohnsumme nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 ErbStG erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; festgestellt worden. Die H&ouml;he der Ausgangslohnsumme ist zwischen den Beteiligten unstreitig. Das FA konnte die Feststellung wegen der Bedeutung f&uuml;r die Schenkungsteuer treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Feststellungsbescheid enth&auml;lt keine Feststellung der Anzahl der im Betrieb der Kl&auml;gerin Besch&auml;ftigten. Unter der &Uuml;berschrift &quot;D. Feststellung der Ausgangslohnsumme und der Anzahl der Besch&auml;ftigten (&sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1a ErbStG)&quot; findet sich in einer Zeile nur die Feststellung der Ausgangslohnsumme. Diese Feststellung beinhaltet nicht zugleich die Feststellung, dass die Anzahl der Besch&auml;ftigten der Kl&auml;gerin &uuml;ber 20 betr&auml;gt und damit der Verschonungsabschlag von der Einhaltung der Mindestlohnsumme abh&auml;ngig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Feststellung der Ausgangslohnsumme kann auch nicht im konkreten Fall dahin ausgelegt werden, dass mit ihr zugleich eine Besch&auml;ftigtenanzahl von mehr als 20 festgestellt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hohe Ausgangslohnsumme von 47.608.821&nbsp;EUR ist insbesondere bei einer Holdinggesellschaft wie der Kl&auml;gerin kein sicheres Indiz daf&uuml;r, dass der Betrieb der Kl&auml;gerin jedenfalls mehr als 20&nbsp;Besch&auml;ftigte hat und dies auch so festgestellt werden sollte. Die Ausgangslohnsumme umfasst Verg&uuml;tungen an Besch&auml;ftigte der Kl&auml;gerin (vgl. &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 ErbStG) und anteilig die Lohnsummen der nachgeordneten Beteiligungsgesellschaften (vgl. &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 ErbStG). Da gerade bei Holdinggesellschaften Verg&uuml;tungen an deren Besch&auml;ftigte hoch sein k&ouml;nnen, kann allein aus der Ausgangslohnsumme nicht auf die Anzahl der Besch&auml;ftigten geschlossen werden. Zudem h&auml;tte das FA die Ausgangslohnsumme auch feststellen m&uuml;ssen, wenn es davon ausgegangen w&auml;re, dass die Anzahl der Besch&auml;ftigten im Betrieb der Kl&auml;gerin nicht mehr als 20 betr&auml;gt und diese Angabe f&uuml;r die Schenkungsteuer von Bedeutung ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Feststellungen der Ausgangslohnsumme und der Anzahl der Besch&auml;ftigten sind Grundlage f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Verschonungsabschlags und m&uuml;ssen daher klar und eindeutig dem Feststellungsbescheid zu entnehmen sein. Aus diesem Grund kann trotz des Umstands, dass die Kl&auml;gerin &#8211;mangels Feststellung der Anzahl der Besch&auml;ftigten&#8211; die Feststellung der Ausgangslohnsumme angefochten hat, obwohl sie diese der H&ouml;he nach f&uuml;r zutreffend h&auml;lt, nicht von einer Feststellung der Anzahl der Besch&auml;ftigten ausgegangen werden. Die von der Kl&auml;gerin und dem Beigeladenen begehrte Feststellung, dass der Betrieb der Kl&auml;gerin nicht mehr als 20&nbsp;Besch&auml;ftigte hat, kann mit der erforderlichen Klarheit f&uuml;r die nachfolgende Steuerfestsetzung nur durch eine entsprechende Feststellung zur Zahl der Besch&auml;ftigten erreicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.9.2018, II R 57\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.050918.IIR57.15.0 Feststellung der Ausgangslohnsumme und der Zahl der Besch&auml;ftigten f&uuml;r Zwecke der Schenkungsteuer Leits&auml;tze 1. Die Feststellung der Ausgangslohnsumme und die Feststellung der Anzahl der Besch&auml;ftigten i.S. des &sect; 13a Abs. 1a Satz 1 ErbStG sind zwei getrennte Feststellungen, die jeweils eigenst&auml;ndig einer &Uuml;berpr&uuml;fung im Einspruchs- und Klageverfahren zug&auml;nglich &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-57-15-feststellung-der-ausgangslohnsumme-und-der-zahl-der-beschaeftigten-fuer-zwecke-der-schenkungsteuer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;57\/15 &#8211; Feststellung der Ausgangslohnsumme und der Zahl der Besch&auml;ftigten f&uuml;r Zwecke der Schenkungsteuer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70073","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70073","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70073"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70073\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70073"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70073"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70073"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}