{"id":70074,"date":"2018-12-06T18:40:24","date_gmt":"2018-12-06T16:40:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70074"},"modified":"2018-12-06T18:40:24","modified_gmt":"2018-12-06T16:40:24","slug":"xi-r-30-16-zur-abzinsung-nach-par-6-abs-1-nr-3-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-30-16-zur-abzinsung-nach-par-6-abs-1-nr-3-estg\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;30\/16 &#8211; Zur Abzinsung nach &sect; 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.9.2018, XI R 30\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.180918.XIR30.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Abzinsung nach &sect; 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Wird ein bisher bedingt verzinstes Darlehen ohne Bedingungseintritt in ein die Restlaufzeit umfassendes unbedingt verzinstes Darlehen mit einem Zinssatz, der dem effektiven Zinssatz eines bei einer Landesbank refinanzierten Darlehens entspricht, umgewandelt, so liegt auch dann ein verzinsliches Darlehen i.S. des &sect; 6 Abs. 1 Nr. 3 Satz 2 EStG vor, wenn die Verzinsungsabrede zwar vor dem Bilanzstichtag erfolgte, der Zinslauf aber erst danach begann.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 10. Februar 2016&nbsp;&nbsp;11 K 12058\/13 sowie die &Auml;nderungsbescheide zur K&ouml;rperschaftsteuer 2010 und zum Gewerbesteuermessbetrag 2010 vom 2. Juli 2012 und insoweit die diesbez&uuml;gliche Einspruchsentscheidung vom 22. Januar 2013 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Abzinsung von Darlehensverbindlichkeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Dezember 2009 gegr&uuml;ndete Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin &#8211; seit 13.&nbsp;Juni 2016 firmiert sie unter &#8230;) ist eine Unternehmergesellschaft. Sie betreibt das Halten und Ver&auml;u&szlig;ern von Beteiligungen sowie die Verm&ouml;gensverwaltung. Alleingesellschafter ist X.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 22.&nbsp;Januar sowie am 25.&nbsp;Februar 2010 erwarb die Kl&auml;gerin im Rahmen einer Kapitalerh&ouml;hung Inhaberaktien an der &#8230;&nbsp;AG (AG) in H&ouml;he von insgesamt 750.000&nbsp;EUR zum Nominalwert. Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Aktien nahm die Kl&auml;gerin bei ihrem Alleingesellschafter Darlehen in H&ouml;he von 750.000&nbsp;EUR auf. Eine Laufzeit dieser Darlehen war nicht ausdr&uuml;cklich vereinbart; die Darlehen waren jedoch jederzeit mit einer Frist von 30&nbsp;Tagen k&uuml;ndbar. Die Kl&auml;gerin beabsichtigte zun&auml;chst, die erworbenen Aktien bis Mitte des Jahres 2010 weiter zu ver&auml;u&szlig;ern und die Darlehen aus dem Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s zu tilgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Darlehensvertr&auml;ge sahen vor, dass die Darlehensforderungen ab dem Tage des Geldeingangs bis zur R&uuml;ckzahlung mit 3&nbsp;% p.a. &quot;aus den erhaltenen Dividenden der [AG]&quot; zu verzinsen seien; die Verzinsung falle nur an, wenn die AG Dividenden zahle. Eine garantierte Mindestverzinsung sei ausgeschlossen, ebenso die Kumulation der in einem Jahr nicht gezahlten Zinsen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu der beabsichtigten kurzfristigen Weiterver&auml;u&szlig;erung der Aktien kam es in der Folgezeit aufgrund einer nicht erwarteten negativen Entwicklung im Umfeld der AG nicht. Dementsprechend kam es auch nicht zu der beabsichtigten Tilgung der Darlehen. Auch Dividendenzahlungen seitens der AG blieben zun&auml;chst aus. Daraufhin wurden die Bedingungen der streitgegenst&auml;ndlichen Darlehensvertr&auml;ge am 24.&nbsp;November 2010 angepasst und eine Mindestverzinsung mit Wirkung ab dem 1.&nbsp;Januar 2011 festgelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrem Jahresabschluss zum 31.&nbsp;Dezember 2010 passivierte die Kl&auml;gerin die Darlehensverbindlichkeiten in voller H&ouml;he. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte f&uuml;r 2010 zun&auml;chst mit Bescheiden vom 20.&nbsp;Februar 2012 die K&ouml;rperschaftsteuer und den Gewerbesteuermessbetrag erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; &#8211;auf der Grundlage eines Jahresfehlbetrags in H&ouml;he von 366&nbsp;EUR&#8211; fest. Nach einer &Uuml;berpr&uuml;fung der Darlehensvertr&auml;ge gelangte das FA zu der Auffassung, die bei der Kl&auml;gerin passivierte Darlehensverbindlichkeit sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) unter Annahme einer Darlehenslaufzeit von zw&ouml;lf Jahren mit einem Faktor von 0,503 um 372.750&nbsp;EUR abzuzinsen. Das Jahresergebnis der Kl&auml;gerin erh&ouml;hte sich dementsprechend auf einen Jahres&uuml;berschuss von &#8230;&nbsp;EUR. Auf dieser Grundlage erlie&szlig; das FA am 2.&nbsp;Juli 2012 &Auml;nderungsbescheide zur K&ouml;rperschaftsteuer sowie zum Gewerbesteuermessbetrag und zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur K&ouml;rperschaftsteuer und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes jeweils auf den 31.&nbsp;Dezember 2010, gegen die die Kl&auml;gerin am 12.&nbsp;Juli 2012 jeweils Einspruch erhob.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA wies die Einspr&uuml;che mit Einspruchsentscheidung vom 22.&nbsp;Januar 2013 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Hierbei stellte es auf die urspr&uuml;ngliche (dividendenabh&auml;ngige) Verzinsungsvereinbarung ab und f&uuml;hrte aus, die streitgegenst&auml;ndlichen Darlehen seien &quot;unstreitig unverzinslich&quot; gewesen. Auf die vom Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin angesprochene nachtr&auml;gliche Vereinbarung einer (dividendenunabh&auml;ngigen) Mindestverzinsung ging das FA nicht weiter ein. Die Kl&auml;gerin hat daraufhin Klage erhoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) entschied, dass die Klage hinsichtlich der gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur K&ouml;rperschaftsteuer und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2010 vom 2.&nbsp;Juli 2012 unzul&auml;ssig und im &Uuml;brigen unbegr&uuml;ndet sei. Die Darlehensverbindlichkeiten seien zum 31.&nbsp;Dezember 2010 nicht mit ihrem Nominalbetrag, sondern gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG in abgezinster Form zu passivieren. Es liege keine der Voraussetzungen f&uuml;r eine der drei Ausnahmen nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG vor. Insbesondere k&ouml;nne nicht am Bilanzstichtag 31.&nbsp;Dezember 2010 von einer verzinslichen Verbindlichkeit ausgegangen werden. Die Vereinbarung vom 24.&nbsp;November 2010 &uuml;ber eine dividendenunabh&auml;ngige Mindestverzinsung beinhalte eine Verzinsung, die erst am 1.&nbsp;Januar 2011 und mithin nach dem Bilanzstichtag beginne. Es handele sich nicht um ein wertaufhellendes, sondern wertbegr&uuml;ndendes Ereignis, das nicht auf den abgelaufenen Bilanzstichtag zur&uuml;ckwirke. Auch sei der Abzinsungsfaktor nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1161 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision greift die Kl&auml;gerin die Vorentscheidung an, soweit das FG die Klage als unbegr&uuml;ndet abgewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts und macht geltend, es handele sich bei den Verbindlichkeiten um verzinsliche Darlehen. Bereits ab dem 24.&nbsp;November 2010 sei unstreitig eine unbedingte Verzinslichkeit der Darlehen vereinbart worden. Die Tatsache, dass nur wegen der unterbliebenen Dividendenzahlung zeitweise eine Verzinsung nicht erfolgt sei, k&ouml;nne nicht zu einer Qualifizierung als generell unverzinsliches Darlehen mit einer Laufzeit von zw&ouml;lf&nbsp;Jahren f&uuml;hren. Dies widerspreche der Rz&nbsp;17 des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 26.&nbsp;Mai 2005 IV&nbsp;B&nbsp;2 -S&nbsp;2175- 7\/05 (BStBl I 2005, 699), wonach auch bei einem Darlehen, bei dem teilweise keine Verzinsung erfolgen soll, eine Abzinsung zu unterbleiben habe. Dies m&uuml;sse auch bei einer nachtr&auml;glich vereinbarten Verzinsung gelten. Der Streitfall sehe &uuml;berdies lediglich einen relativ kurzen Zeitraum einer (potentiellen) Unverzinslichkeit vor, w&auml;hrend in den Beispielsf&auml;llen des BMF sehr kurze Zeitr&auml;ume der Verzinsung vorgesehen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG, die Bescheide f&uuml;r 2010 &uuml;ber die K&ouml;rperschaftsteuer und den Gewerbesteuermessbetrag sowie die diesbez&uuml;gliche Einspruchsentscheidung vom 22.&nbsp;Januar 2013 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es tritt der Revision der Kl&auml;gerin entgegen und verteidigt die Vorentscheidung. Die von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrte Verzinslichkeit des Darlehens sei davon abh&auml;ngig gewesen, dass Dividenden aus dem erworbenen Aktienpaket gezahlt werden. Die Bedingung sei jedoch nicht eingetreten. Letztlich sei auch eine garantierte Mindestverzinsung ausgeschlossen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt im Umfang des Revisionsbegehrens zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Klagestattgabe (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Durch die Sitzverlegung der Kl&auml;gerin hat kein gesetzlicher Beteiligtenwechsel stattgefunden. Der infolge der Sitzverlegung der Kl&auml;gerin erfolgte &Uuml;bergang der &ouml;rtlichen Zust&auml;ndigkeit vom beklagten FA auf ein anderes Finanzamt wirkte sich nicht auf das bereits anh&auml;ngig gewordene Revisionsverfahren aus. Das nach &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 FGO beklagte FA blieb passiv legitimiert (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25.&nbsp;November 1986 VIII&nbsp;R&nbsp;200\/82, BFH\/NV 1987, 281; vom 2.&nbsp;Dezember 2015 I&nbsp;R&nbsp;3\/15, BFH\/NV 2016, 939; BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Dezember 2013 IX&nbsp;R&nbsp;33\/12, BFH\/NV 2014, 557; Schallmoser in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;63 FGO Rz&nbsp;39).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die &Auml;nderungsbescheide zur K&ouml;rperschaftsteuer 2010 und zum Gewerbesteuermessbetrag 2010 vom 2.&nbsp;Juli 2012 sowie insoweit die diesbez&uuml;gliche Einspruchsentscheidung vom 22.&nbsp;Januar 2013 sind rechtswidrig und verletzen die Kl&auml;gerin in ihren Rechten. Im Gegensatz zur Ansicht der Vorinstanz liegen am Bilanzstichtag 31.&nbsp;Dezember 2010 verzinsliche Darlehen vor, so dass die Darlehensverbindlichkeiten zum 31.&nbsp;Dezember 2010 mit ihrem Nominalbetrag von insgesamt 750.000&nbsp;EUR und nicht mit 377.250&nbsp;EUR zu passivieren sind. Eine Abzinsung nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin ermittelt ihren Gewinn f&uuml;r das Streitjahr nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;hinsichtlich der Gewerbesteuer i.V.m. &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes&#8211; i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG. Sie muss dabei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG f&uuml;r den Schluss eines jeden Wirtschaftsjahres das Betriebsverm&ouml;gen ansetzen, das nach den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung auszuweisen ist. Dabei sind die steuerrechtlichen Vorschriften &uuml;ber die Bewertung von Wirtschaftsg&uuml;tern zu befolgen (&sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 EStG); sie gehen insoweit den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung vor, so dass die Bewertung jenes Betriebsverm&ouml;gens nach &sect;&nbsp;6 EStG vorzunehmen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG sind Verbindlichkeiten unter sinngem&auml;&szlig;er Anwendung des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG anzusetzen und mit einem Zinssatz von 5,5&nbsp;% abzuzinsen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausgenommen von der Abzinsung sind Verbindlichkeiten, deren Laufzeit am Bilanzstichtag weniger als zw&ouml;lf Monate betr&auml;gt, und Verbindlichkeiten, die verzinslich sind oder auf einer Anzahlung oder Vorausleistung beruhen (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG, die nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Revisionsr&uuml;gen angegriffen worden und deshalb f&uuml;r den Senat bindend sind (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), liegen die Voraussetzungen f&uuml;r den Ausnahmetatbestand einer Verbindlichkeit, deren Laufzeit weniger als zw&ouml;lf Monate betr&auml;gt, im Streitfall nicht vor. Gleiches gilt f&uuml;r den Ausnahmefall einer Verbindlichkeit, die auf einer Anzahlung oder Vorauszahlung beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die streitbefangenen Darlehen sind Verbindlichkeiten, die i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG verzinslich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine verzinsliche Verbindlichkeit in diesem Sinne liegt vor, wenn das Darlehen mit einer Zinsvereinbarung verbunden ist (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Januar 2010 I&nbsp;R&nbsp;35\/09, BFHE 228, 250, BStBl II 2010, 478, Rz&nbsp;15). Dabei steht die Nichtzahlung der vereinbarten Zinsen einer Verzinslichkeit nicht entgegen (BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;Juni 2009 I&nbsp;B&nbsp;57\/09, BFH\/NV 2009, 1804).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Abzinsung nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG gr&uuml;ndet auf der typisierenden Vorstellung, dass eine erst in der Zukunft zu erf&uuml;llende Verpflichtung den Schuldner weniger belastet als eine sofortige Leistungspflicht (BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;Oktober 2009 I&nbsp;R&nbsp;4\/08, BFHE 226, 347, BStBl II 2010, 177, mit Anm.&nbsp;Buciek, Finanz-Rundschau 2010, 341; BFH-Urteile in BFHE 228, 250, BStBl II 2010, 478; vom 8.&nbsp;November 2016 I&nbsp;R&nbsp;35\/15, BFHE 256, 253, BStBl II 2017, 768, Rz&nbsp;28&nbsp;f.; vom 13.&nbsp;Juli 2017 VI&nbsp;R&nbsp;62\/15, BFHE 259, 91, BStBl II 2018, 15; s.a. BTDrucks 14\/23, 171). Sie beruht auf dem Faktor &quot;Zeit&quot; und folgt demgem&auml;&szlig; dem Grundsatz, dass erst in Zukunft zu erbringende Zahlungen gegenw&auml;rtig mit ihrem Barwert abzubilden sind (BFH-Urteile vom 5.&nbsp;Mai 2011 IV&nbsp;R&nbsp;32\/07, BFHE 233, 524, BStBl II 2012, 98; in BFHE 256, 253, BStBl II 2017, 768; in BFHE 259, 91, BStBl II 2018, 15). Ist jedoch das Darlehen verzinst, ist der Darlehensnehmer mit einer in der Zukunft zu erf&uuml;llenden Verpflichtung nicht weniger belastet als mit einer sofortigen Leistungspflicht. Nach dem Gesetzeswortlaut ist daher f&uuml;r die Ausnahme von dem Abzinsungsgebot Voraussetzung, dass eine verzinsliche Verbindlichkeit vorliegt, ohne dass jedoch bez&uuml;glich der H&ouml;he der Verzinsung weitere Anforderungen bestehen (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 1804, unter II.4., Rz&nbsp;16; BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 699, Rz&nbsp;13 &quot;Zinssatz von mehr als 0&nbsp;%&quot;; Schmidt\/Kulosa, 37.&nbsp;Aufl. &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;461; K&ouml;ster in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;6 EStG Anm.&nbsp;R&nbsp;50; HHR\/ Kiesel, &sect;&nbsp;6 EStG Rz&nbsp;711, es gen&uuml;gt &quot;jeder wirtschaftliche Nachteil&quot;; offen gelassen BFH-Beschluss in BFHE 226, 347, BStBl II 2010, 177).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es besteht daher im Ergebnis ein &quot;Wahlrecht&quot; (Groh, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2007, 2275, 2277), eine Verzinsungsabrede mit dem Darlehensgeber zu treffen, mit der Folge, dass eine Abzinsung des Darlehens nicht zu erfolgen hat oder auf eine Verzinsung generell zu verzichten, so dass eine gesetzliche Abzinsung vorzunehmen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Wird eine kurzzeitige Verzinsung von vornherein vereinbart, so ist nach Ansicht des BMF eine verzinsliche Verbindlichkeit gegeben. Eine Abzinsung soll dann unterbleiben (BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 699, Rz&nbsp;17; offen gelassen BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;Juli 2013 I&nbsp;B&nbsp;183\/12, BFH\/NV 2013, 1779, Rz&nbsp;7; zweifelnd Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;461). Wird zun&auml;chst ein unverzinsliches Darlehen hingegeben und eine Verzinsung sp&auml;ter vereinbart, so ist nach Ansicht des BMF ebenfalls von einer verzinslichen Verbindlichkeit auszugehen (BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 699, Rz&nbsp;18). Auch das FG Berlin-Brandenburg (Beschluss vom 6.&nbsp;Januar 2009&nbsp;&nbsp;12&nbsp;V&nbsp;12283\/07, EFG 2009, 564) hat die Auffassung vertreten, dass ab dem Zeitpunkt der Abrede einer Verzinsung von einer verzinslichen Verbindlichkeit i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG auszugehen sei. Ebenso wird in der Literatur dies vertreten (s. HHR\/Kiesel, &sect;&nbsp;6 EStG Rz&nbsp;711; Groh, DB 2007, 2275, 2277; Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;461). Ob diese Aussagen auch dann gelten, wenn vor dem Bilanzstichtag eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde, die aber erst f&uuml;r Zeitr&auml;ume nach diesem Bilanzstichtag eine Verzinsung vorsieht, ist offen. Das BMF scheint auch in diesem Fall von einer verzinslichen Verbindlichkeit auszugehen (BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 699, Rz&nbsp;18 i.V.m. Rz&nbsp;17; ebenso Tiede, Steuern und Bilanzen 2016, 708).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der Senat l&auml;sst im Streitfall offen, ob nicht schon vom Zeitpunkt der urspr&uuml;nglichen Darlehensvereinbarungen an eine verzinsliche Verbindlichkeit vorlag (vgl. dazu Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;461). Daf&uuml;r spricht, dass auch eine bedingte Verzinsung (im Streitfall 3&nbsp;% im Falle einer Dividendenzahlung der AG) eine Zinsvereinbarung ist. Jedenfalls folgt er der Ansicht, dass eine sp&auml;tere unbedingte Verzinsungsabrede zu einer verzinslichen Verbindlichkeit i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG f&uuml;hrt, die zum Zeitpunkt des folgenden Bilanzstichtages zu ber&uuml;cksichtigen ist (s. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2013, 1779, Rz&nbsp;7, zu dem umgekehrten Fall eines zun&auml;chst verzinslichen Darlehens, das sp&auml;ter durch eine Vereinbarung in ein unverzinsliches Darlehen umgewandelt wurde). Dies gilt aufgrund des Zwecks der Vorschrift auch dann, wenn die Verzinsung erst nach dem Bilanzstichtag erfolgt. Eine Abzinsung hat dann zu unterbleiben, wenn die Vertragspartner eine Verzinsung vereinbaren, da der Ansatz eines Abzinsungsgewinns den wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht entspricht (s. oben). &Uuml;berdies sollte nach den Gesetzesmaterialien eine Abzinsung nur deshalb erfolgen, um einen Zinsvorteil zu verhindern und den Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit zu verwirklichen (BTDrucks 14\/23, 172). Bei Vereinbarung einer unbedingten Verzinsung entf&auml;llt dieser Zinsvorteil. Da bereits bei der Ermittlung des anzusetzenden Betrags f&uuml;r die Verbindlichkeit (=&nbsp;Zeitpunkt des Bilanzstichtages) Zinsaspekte der Zukunft zu ber&uuml;cksichtigen sind, greift zu diesem Zeitpunkt auch die Befreiung vom Abzinsungsgebot (HHR\/K&ouml;ster, &sect;&nbsp;6 EStG Anm.&nbsp;R&nbsp;50).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Im Streitfall liegt daher nach den Feststellungen des FG, die nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Revisionsr&uuml;gen angegriffen worden und deshalb f&uuml;r den Senat bindend sind (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), aufgrund der getroffenen Vereinbarung vom 24.&nbsp;November 2010 sp&auml;testens ab diesem Zeitpunkt eine verzinsliche Verbindlichkeit vor, deren Verzinsungsbeginn nur nach dem Bilanzstichtag erfolgte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat kann offen lassen, ob auch f&uuml;r F&auml;lle einer kurzfristigen Verzinsung oder einer minimalen Verzinsung eine &quot;verzinsliche Verbindlichkeit&quot; i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG angenommen werden kann. Im Streitfall ist eine solche Niedrigverzinsung jedenfalls nicht gegeben. Sie sollte der H&ouml;he des effektiven Zinssatzes des bei der A-Bank aufgenommenen Refinanzierungsdarlehens entsprechen und die restliche Laufzeit der Darlehen erfassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die nachtr&auml;gliche Vereinbarung einer Verzinsung erfolgte auch nicht aufgrund missbr&auml;uchlicher Gestaltung. Wegen der ge&auml;nderten Lage bei den Vertragsverhandlungen war mit einer kurzfristigen R&uuml;ckzahlung der Darlehen nicht mehr zu rechnen, so dass man sich zu der Verzinsungsabrede am 24.&nbsp;November 2010 entschloss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Soweit die Kl&auml;gerin auch Bedenken gegen die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der H&ouml;he des Zinssatzes von 5,5&nbsp;% hat (s. hierzu das beim Bundesverfassungsgericht anh&auml;ngige Verfahren 2&nbsp;BvR&nbsp;2706\/17), kommt es hierauf nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Es stellt sich auch hinsichtlich der Verzinsung nicht die Frage &#8211;wie die Vorinstanz dies angenommen hat&#8211;, ob ein wertaufhellendes oder wertbegr&uuml;ndendes Ereignis vorlag; denn die ma&szlig;gebliche Vereinbarung vom 24.&nbsp;November 2010 war am Bilanzstichtag 31.&nbsp;Dezember 2010 bekannt. Nur bei Tatsachen, die nach dem Bilanzstichtag und bis zur Bilanzaufstellung eingetreten sind oder bekannt bzw. erkennbar werden, ist die Differenzierung zwischen wertaufhellenden und wertbegr&uuml;ndenden Tatsachen beachtlich (st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH, s. z.B. Urteil vom 4.&nbsp;April 1973 I&nbsp;R&nbsp;130\/71, BFHE 109, 55, BStBl II 1973, 485, unter 1., m.w.N.; Beschluss vom 12.&nbsp;Dezember 2012 I&nbsp;B&nbsp;27\/12, BFH\/NV 2013, 545, Rz&nbsp;8, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.9.2018, XI R 30\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.180918.XIR30.16.0 Zur Abzinsung nach &sect; 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG Leits&auml;tze Wird ein bisher bedingt verzinstes Darlehen ohne Bedingungseintritt in ein die Restlaufzeit umfassendes unbedingt verzinstes Darlehen mit einem Zinssatz, der dem effektiven Zinssatz eines bei einer Landesbank refinanzierten Darlehens entspricht, umgewandelt, so liegt auch dann ein verzinsliches &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-30-16-zur-abzinsung-nach-par-6-abs-1-nr-3-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;30\/16 &#8211; Zur Abzinsung nach &sect; 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70074","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70074","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70074"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70074\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70074"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70074"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70074"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}