{"id":70079,"date":"2018-12-06T18:40:15","date_gmt":"2018-12-06T16:40:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70079"},"modified":"2018-12-06T18:40:15","modified_gmt":"2018-12-06T16:40:15","slug":"v-r-30-17-umsatzsteuerfreier-zusammenschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-30-17-umsatzsteuerfreier-zusammenschluss\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;30\/17 &#8211; Umsatzsteuerfreier Zusammenschluss"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.9.2018, V R 30\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.060918.VR30.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Umsatzsteuerfreier Zusammenschluss<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Zur Wettbewerbsverzerrung bei der Steuerfreiheit nach Art. 132 Abs. 1 Buchst. f MwStSystRL: Sind nicht-&ouml;ffentliche Stellen gem&auml;&szlig; &sect; 80 Abs. 5 Nr. 2 SGB X von der Speicherung des gesamten Datenbestandes ausgeschlossen, kann dies nur die Steuerfreiheit der Leistungen begr&uuml;nden, die mit einer derartigen Speicherung direkt, unmittelbar und notwendig zusammenh&auml;ngen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 14. Februar 2017 15 K 33\/14 U aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nster zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer eingetragenen Genossenschaft. Bei dieser handelte es sich um eine Arbeitsgemeinschaft nach &sect;&nbsp;94 des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch (SGB X). Mitglieder waren gesetzliche Krankenkassen sowie Verb&auml;nde und andere Arbeitsgemeinschaften, deren Mitglieder wiederum gesetzliche Krankenkassen waren. Mitglieder waren auch nat&uuml;rliche Personen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei den von der Genossenschaft erbrachten Leistungen handelte es sich um Bereitstellung, Betrieb und Administration von (Fach-)Anwendungen und Infrastruktur, Betreuung von IT- und Kommunikationsinfrastruktur, Fach- und Anwendungsberatung, Anwendungsentwicklung und Integration von Fallmanagementverfahren, Beschaffungsmanagement sowie Beratung zu IT-Infrastruktur, IT-Sicherheit und Datenschutz. Die Arbeitsgemeinschaft verarbeitete f&uuml;r ihre Mitglieder dabei auch Daten und speicherte den gesamten Datenbestand ihrer Mitgliedskrankenkassen. Die Daten waren von den Mitgliedskrankenkassen erhoben worden und wurden von diesen genutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Verg&uuml;tung der Arbeitsgemeinschaft erfolgte auf der Grundlage eines Wirtschaftsplans. Die sich hieraus ergebenden Kosten wurden auf die Mitglieder nach der Anzahl der Versicherten bei den Mitgliedskrankenkassen verteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Arbeitsgemeinschaft sah die Leistungen an ihre Mitglieder zun&auml;chst als steuerpflichtig an. Gegen die Aufhebung des Vorbehalts der Nachpr&uuml;fung f&uuml;r die Steuerfestsetzungen der Streitjahre 2001 bis 2009 legte sie Einspruch ein und begehrte erfolglos die Steuerfreiheit ihrer Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber hatte die Klage zum Finanzgericht (FG) Erfolg. Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 617 ver&ouml;ffentlichten Urteil sind die Leistungen zwar nach nationalem Recht steuerpflichtig, aber nach der Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f der Richtlinie des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG (MwStSystRL) sowie zuvor Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage (Richtlinie 77\/388\/EWG) steuerfrei. Der Kl&auml;ger k&ouml;nne sich hierauf nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) berufen. Unter Ber&uuml;cksichtigung der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) bestehe im Streitfall keine Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen. Dies sei nach &sect;&nbsp;80 SGB&nbsp;X ausgeschlossen. Ein w&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens ergangener &Auml;nderungsbescheid wurde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Verfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit der Revision. Nach nationalem Recht seien die Leistungen nicht steuerfrei. Es sei h&ouml;chstrichterlich nicht entschieden, ob der nationale Gesetzgeber verpflichtet sei, &uuml;ber den Anwendungsbereich von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;d des Umsatzsteuergesetzes hinaus weitere Dienstleistungen von der Steuer zu befreien. Mitglieder seien auch nichtunternehmerisch t&auml;tige nat&uuml;rliche Personen gewesen, die keine Leistungen bezogen h&auml;tten. Zwar m&uuml;sse der Zusammenschluss seine Leistungen nicht an alle Mitglieder erbringen. Ein Zusammenschluss, der nicht nur aus den im Befreiungstatbestand genannten Mitgliedern bestehe, k&ouml;nne aber bereits dem Grunde nach die Steuerfreiheit nicht in Anspruch nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Arbeitsgemeinschaft sei in der Rechtsform einer Genossenschaft gef&uuml;hrt worden. Mitglieder des Vorstands m&uuml;ssten (auch) nat&uuml;rliche Personen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist aus anderen als den geltend gemachten Gr&uuml;nden begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO). Das FG hat zu Unrecht eine Steuerfreiheit nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f MwStSystRL bejaht. Verneint das FG eine Wettbewerbsverzerrung, die der Steuerfreiheit nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f MwStSystRL entgegensteht, da nicht-&ouml;ffentliche Stellen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 SGB&nbsp;X von der Speicherung des gesamten Datenbestandes ausgeschlossen sind, kann dies nur die Steuerfreiheit der Leistungen begr&uuml;nden, die mit einer derartigen Speicherung direkt, unmittelbar und notwendig zusammenh&auml;ngen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Unionsrechtlich befreien die Mitgliedstaaten nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f MwStSystRL (ebenso zuvor: Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f der Richtlinie 77\/388\/EWG) Dienstleistungen, die selbst&auml;ndige Zusammenschl&uuml;sse von Personen, die eine T&auml;tigkeit aus&uuml;ben, die von der Steuer befreit ist oder f&uuml;r die sie nicht Steuerpflichtige sind, an ihre Mitglieder f&uuml;r unmittelbare Zwecke der Aus&uuml;bung dieser T&auml;tigkeit erbringen, soweit diese Zusammenschl&uuml;sse von ihren Mitgliedern lediglich die genaue Erstattung des jeweiligen Anteils an den gemeinsamen Kosten fordern, vorausgesetzt, dass diese Befreiung nicht zu einer Wettbewerbsverzerrung f&uuml;hrt. Das nationale Recht setzt diesen Befreiungstatbestand nur ungen&uuml;gend um, wie der EuGH bereits ausdr&uuml;cklich entschieden hat (vgl. EuGH-Urteil Kommission\/Deutschland vom 21.&nbsp;September 2017 C-616\/15, EU:C:2017:721, Umsatzsteuer-Rundschau 2017, 792).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f MwStSystRL darf die sich aus dieser Bestimmung ergebende Steuerfreiheit nicht zu einer Wettbewerbsverzerrung f&uuml;hren. Hierzu hat der erkennende Senat zu IT-Dienstleistungen von Arbeitsgemeinschaften, die wie im Streitfall von Sozialversicherungstr&auml;gern gegr&uuml;ndet wurden, entschieden, dass bei der Pr&uuml;fung, ob eine Wettbewerbsverzerrung vorliegt, &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 SGB&nbsp;X zu ber&uuml;cksichtigen ist (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;April 2009 V&nbsp;R&nbsp;5\/07, BFHE 226, 116, m.w.N. zur Rechtsprechung des EuGH). Nach der in den Streitjahren geltenden Fassung dieser Vorschrift ist die Verarbeitung oder Nutzung von Sozialdaten im Auftrag durch nicht-&ouml;ffentliche Stellen nur zul&auml;ssig, wenn die &uuml;bertragenen Arbeiten beim Auftragnehmer erheblich kosteng&uuml;nstiger besorgt werden k&ouml;nnen und der Auftrag nicht die Speicherung des gesamten Datenbestandes des Auftraggebers umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der Senat bereits entschieden hat, enthielt &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 SGB&nbsp;X in seiner in den Streitjahren geltenden Fassung kein Verbot einer Auftragsvergabe an nicht-&ouml;ffentliche Stellen, sondern kn&uuml;pfte die Vergabe eines Auftrages im Zusammenhang mit der Verarbeitung oder Nutzung von Sozialdaten, die einen Zugriff auf Sozialdaten voraussetzt, nur an bestimmte Voraussetzungen. So k&ouml;nnen auch nicht-&ouml;ffentliche Stellen nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 SGB&nbsp;X Sozialdaten verarbeiten, wenn die &uuml;bertragenen Arbeiten beim Auftragnehmer erheblich kosteng&uuml;nstiger besorgt werden k&ouml;nnen und der Auftrag nicht die Speicherung des gesamten Datenbestandes des Auftraggebers umfasste (BFH-Urteil in BFHE 226, 116, unter II.3.d&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat im Streitfall die Wettbewerbsverzerrung auf der Grundlage von &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 SGB&nbsp;X mit der Erw&auml;gung verneint, dass die T&auml;tigkeiten der Genossenschaft den uneingeschr&auml;nkten Zugriff auf s&auml;mtliche Sozialdaten der Mitgliedskrankenkassen voraussetzten. Damit hat das FG die Bedeutung von &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 SGB&nbsp;X bei der f&uuml;r die Steuerfreiheit erforderlichen Wettbewerbspr&uuml;fung verkannt. Diese Vorschrift erlaubt entgegen dem FG-Urteil grunds&auml;tzlich den uneingeschr&auml;nkten Zugriff auf Sozialdaten auch durch nicht-&ouml;ffentliche Stellen. Ein derartiger Zugriff durch nicht-&ouml;ffentliche Stellen wird von der Vorschrift nur untersagt, wenn die nicht-&ouml;ffentliche Stelle dabei die Speicherung des gesamten Datenbestandes der Auftraggeber &uuml;bernimmt. Zwar hat das FG im Tatbestand seines Urteils erw&auml;hnt, dass die Arbeitsgemeinschaft im Rahmen ihres Auftrags den gesamten Datenbestand (Beitrags-, Leistungs- und Mitgliederdaten) der Mitgliedskrankenkassen speicherte. Das FG hat bei seiner Entscheidung aber nicht ber&uuml;cksichtigt, dass es auf das Verbot der Speicherung des gesamten Datenbestandes durch nicht-&ouml;ffentliche Stellen nur f&uuml;r die Leistungen der Kl&auml;gerin ankommen konnte, die mit einer derartigen Speicherung direkt, unmittelbar und notwendig zusammenhingen. Dies kann z.B. auf die miteinander verbundene Datenverarbeitung und Datenspeicherung in einem Rechenzentrum zutreffen (vgl. zu einer &auml;hnlichen Fallgestaltung FG D&uuml;sseldorf vom 20.&nbsp;September 2017&nbsp; 5&nbsp;K&nbsp;1616\/15&nbsp;U, EFG 2018, 1320).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber ist dem Urteil des FG nicht zu entnehmen, ob und inwieweit die Speicherung des gesamten Datenbestandes f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin erbrachten Leistungen in Bezug auf Bereitstellung, Betrieb und Administration von (Fach-)Anwendungen und Infrastruktur, Betreuung von IT- und Kommunikationsinfrastruktur, Fach- und Anwendungsberatung, Anwendungsentwicklung und Integration von Fallmanagementverfahren, Beschaffungsmanagement sowie Beratung zu IT-Infrastruktur, IT-Sicherheit und Datenschutz von Bedeutung war. Auf der Grundlage der bisher getroffenen Feststellungen ist in keiner Weise erkennbar, in welcher Verbindung die Speicherung des gesamten Datenbestandes zu diesen Leistungen stand. Ein nur loser oder sogar fehlender Zusammenhang dieser Leistungen zur Speicherung des gesamten Datenbestandes gen&uuml;gt nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif. Da andere Befreiungstatbest&auml;nde, insbesondere solche des nationalen Rechts, nicht in Betracht kommen, wie das FG zutreffend entschieden hat, ist &uuml;ber die Wettbewerbspr&uuml;fung bei Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f MwStSystRL in einem zweiten Rechtsgang neu zu entscheiden. F&uuml;r die Pr&uuml;fung der Steuerfreiheit ist dabei &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Genossenschaftsgesetzes und die sich hieraus ergebende Mitgliederstruktur ohne Bedeutung. Danach m&uuml;ssen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats Mitglieder der Genossenschaft und nat&uuml;rliche Personen sein. Diese Vorschrift steht der Steuerfreiheit nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f MwStSystRL nicht entgegen, selbst wenn sich hieraus ergibt, dass Mitglieder des Zusammenschlusses Personen sein m&uuml;ssen, die die weiteren Voraussetzungen dieser Richtlinienbestimmung nicht erf&uuml;llen. Es ist kein Sachgrund ersichtlich, der es rechtfertigen k&ouml;nnte, dass die hier vorliegende Besonderheit des Genossenschaftsrechts einer Inanspruchnahme der Steuerfreiheit entgegenstehen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.9.2018, V R 30\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.060918.VR30.17.0 Umsatzsteuerfreier Zusammenschluss Leits&auml;tze NV: Zur Wettbewerbsverzerrung bei der Steuerfreiheit nach Art. 132 Abs. 1 Buchst. f MwStSystRL: Sind nicht-&ouml;ffentliche Stellen gem&auml;&szlig; &sect; 80 Abs. 5 Nr. 2 SGB X von der Speicherung des gesamten Datenbestandes ausgeschlossen, kann dies nur die Steuerfreiheit der Leistungen begr&uuml;nden, die mit einer derartigen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-30-17-umsatzsteuerfreier-zusammenschluss\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;30\/17 &#8211; Umsatzsteuerfreier Zusammenschluss<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70079","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70079","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70079"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70079\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70079"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70079"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70079"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}