{"id":70080,"date":"2018-12-06T18:40:47","date_gmt":"2018-12-06T16:40:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70080"},"modified":"2018-12-06T18:40:47","modified_gmt":"2018-12-06T16:40:47","slug":"v-r-45-16-forderungsvereinnahmung-in-der-insolvenz-bei-eigenverwaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-45-16-forderungsvereinnahmung-in-der-insolvenz-bei-eigenverwaltung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;45\/16 &#8211; Forderungsvereinnahmung in der Insolvenz bei Eigenverwaltung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.9.2018, V R 45\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.270918.VR45.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Forderungsvereinnahmung in der Insolvenz bei Eigenverwaltung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Vereinnahmt der Insolvenzschuldner im Rahmen der Eigenverwaltung das Entgelt f&uuml;r eine vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens ausgef&uuml;hrte Leistung, begr&uuml;ndet dies eine Masseverbindlichkeit i.S. von &sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 InsO (Fortf&uuml;hrung des BFH-Urteils vom 9. Dezember 2010 V R 22\/10, BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 15. Juni 2016&nbsp;&nbsp;9 K 2564\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Insolvenzverwalter in einem zweiten Insolvenzverfahren der I-GmbH (GmbH), die ihre Ums&auml;tze nach vereinbarten Entgelten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a des Umsatzsteuergesetzes (UStG) versteuerte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr 2012 wurde am 1.&nbsp;August 2012 &uuml;ber das Verm&ouml;gen der GmbH ein erstes Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet und Eigenverwaltung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;270 der Insolvenzordnung (InsO) angeordnet. Im er&ouml;ffneten Verfahren vereinnahmte die GmbH Entgelte f&uuml;r Leistungen, die sie bereits zuvor erbracht hatte. Sie ging davon aus, dass die Steuer f&uuml;r diese Leistungen bei der Berechnung der sich f&uuml;r dieses Jahr ergebenden Insolvenzforderung zu ber&uuml;cksichtigen sei. Mit Beschluss vom 24.&nbsp;Januar 2013 wurde ein Insolvenzplan best&auml;tigt und das Insolvenzverfahren mit Beschluss vom 12.&nbsp;Februar 2013 aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass die Steuer f&uuml;r die Leistungen, die die GmbH bereits vor Insolvenzer&ouml;ffnung erbracht hatte, f&uuml;r die die GmbH die Entgelte aber erst nach Insolvenzer&ouml;ffnung im Verfahren vereinnahmt hatte, nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9.&nbsp;Dezember 2010 V&nbsp;R&nbsp;22\/10 (BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996) zur sog. Berichtigungssequenz entsprechend &sect;&nbsp;17 UStG bei der Berechnung der sich f&uuml;r das Streitjahr ergebenden Masseverbindlichkeit zu ber&uuml;cksichtigen sei und &auml;nderte die Steuerfestsetzung f&uuml;r den Voranmeldungszeitraum August 2012 entsprechend. Der hiergegen eingelegte Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens erging der Umsatzsteuerjahresbescheid 2012 vom 16.&nbsp;November 2015, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Verfahrens wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Klage zum Finanzgericht (FG) hatte keinen Erfolg. Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1565 ver&ouml;ffentlichten Urteil kommt es unter Ber&uuml;cksichtigung der BFH-Rechtsprechung zu vor Insolvenzer&ouml;ffnung erbrachten Leistungen, f&uuml;r die das Entgelt erst nach Insolvenzer&ouml;ffnung vereinnahmt wird, auch im Fall der Eigenverwaltung zur Berichtigung nach &sect;&nbsp;17 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger, der im Revisionsverfahren mit Beschluss des zust&auml;ndigen Amtsgerichts vom 1.&nbsp;April 2017 zum Insolvenzverwalter im zweiten Insolvenzverfahren der GmbH bestellt wurde und der nach &sect;&nbsp;240 der Zivilprozessordnung i.V.m. &sect;&nbsp;155 FGO die Aufnahme des Verfahrens erkl&auml;rt hat, mit der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtsprechung begr&uuml;nde die Uneinbringlichkeit mit ge&auml;nderten rechtlichen Verh&auml;ltnissen beim Leistenden. Zu diesen komme es im Verfahren der Eigenverwaltung aber nicht. Ein Forderungs&uuml;bergang k&ouml;nne nicht unterstellt werden. Im Rahmen der Eigenverwaltung behalte der Schuldner seine Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis, sie werde ihm nicht neu erteilt. Nach der amtlichen Gesetzesbegr&uuml;ndung sei &quot;dem Schuldner seine Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis nach Verfahrenser&ouml;ffnung zu belassen&quot; (BTDrucks 17\/5712, S.&nbsp;17). Es komme zu keinem &Uuml;bergang der Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis. &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 InsO sei nicht anzuwenden. Die Schuldner des Insolvenzschuldners k&ouml;nnten weiter schuldbefreiend an den Insolvenzschuldner selbst leisten. F&uuml;r die Berichtigung sei nur auf die Leistungsf&auml;higkeit des Entgeltschuldners abzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Unternehmen sei nicht fiktiv aufzuteilen. Dies gelte auch f&uuml;r die Eigenverwaltung. Die Z&auml;sur f&uuml;r den Umgang mit Verbindlichkeiten des Insolvenzschuldners ergebe sich aus der insolvenzrechtlichen Regelungssystematik bei einem zugleich unver&auml;ndert fortbestehenden Unternehmen. Diese Regelungssystematik k&ouml;nne im Steuerrecht nicht zu einer fiktiven Aufteilung f&uuml;hren. Der Insolvenzverwalter sei f&uuml;r das gesamte Unternehmen und damit f&uuml;r die vor- und nachinsolvenzrechtlichen Verm&ouml;genswerte verwaltungs- und verf&uuml;gungsbefugt. Im Fall der Eigenverwaltung verbleibe diese Befugnis beim Schuldner. Die Annahme einer &Uuml;bertragung von Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis sei dogmatisch unhaltbar. F&uuml;r den Rechtsverkehr &auml;ndere sich nichts. Mit einer Doppelberichtigung werde der Anwendungsbereich von &sect;&nbsp;17 UStG unzul&auml;ssig erweitert. Beim Unternehmen komme es nicht zu einer Uneinbringlichkeit. Die Aufteilung des Unternehmens sei mit der Unternehmenseinheit nicht zu vereinbaren. Bei der Eigenverwaltung fehle ein Wechsel in der Empfangszust&auml;ndigkeit. Die Doppelberichtigung sei unionsrechtswidrig. Die erforderliche Gleichbehandlung mit der Beurteilung in anderen Mitgliedstaaten bestehe nicht. Es komme dazu, dass Steuerzahlungen f&uuml;r Leistungen vor Insolvenzer&ouml;ffnung aus der Masse geschuldet werden. Nach der insolvenzrechtlichen Systematik seien diese aber nur mit der Insolvenzquote zu bedienen. Dies beeintr&auml;chtige die anderen Insolvenzgl&auml;ubiger. Die Mitgliedstaaten seien auch zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Insolvenzrechts verpflichtet. Dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) seien Fragen zur Aufspaltung in mehrere fiktive Unternehmensteile, zur unterschiedlichen Behandlung von vor- und nachinsolvenzrechtlichem Unternehmensteil, zur Aufteilung bei Eigenverwaltung, zur Berichtigung nach Art.&nbsp;90 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (MwStSystRL) und zur Ungleichbehandlung vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und den Umsatzsteuerbescheid 2012 vom 16.&nbsp;November 2015 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer 2012 auf 46.352,91&nbsp;EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Eigenverwaltung erm&ouml;gliche es dem Schuldner, die Insolvenzmasse unter Aufsicht selbst zu verwalten. Die von der Rechtsprechung f&uuml;r das Regelinsolvenzverfahren gezogenen Folgerungen seien auf den Fall der Eigenverwaltung zu &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Vereinnahmt der Insolvenzschuldner im Rahmen der Eigenverwaltung das Entgelt f&uuml;r eine vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens ausgef&uuml;hrte Leistung, begr&uuml;ndet dies eine Masseverbindlichkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Hat ein Unternehmer, der der Besteuerung nach vereinbarten Entgelten als sog. Sollbesteuerung unterliegt (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a UStG), eine Leistung vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens erbracht, f&uuml;r die erst der Insolvenzverwalter die Gegenleistung vereinnahmt, f&uuml;hrt die Vereinnahmung durch den Insolvenzverwalter nach nunmehr st&auml;ndiger Rechtsprechung der beiden f&uuml;r Umsatzsteuerrecht zust&auml;ndigen Senate des BFH zu einer Berichtigung nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG, die insolvenzrechtlich eine Masseverbindlichkeit i.S. von &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InsO begr&uuml;ndet, w&auml;hrend die zuvor f&uuml;r Leistungserbringung vorgenommene Besteuerung f&uuml;r das Jahr der Insolvenzer&ouml;ffnung zu berichtigen (&sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG) und bei der Berechnung der sich f&uuml;r dieses Jahr ergebenden Umsatzsteuerjahresinsolvenzforderung zu ber&uuml;cksichtigen ist (BFH-Urteil in BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996, Rz&nbsp;30&nbsp;ff.; ebenso f&uuml;r das Insolvenzer&ouml;ffnungsverfahren BFH-Urteile vom 24.&nbsp;September 2014 V&nbsp;R&nbsp;48\/13, BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz&nbsp;26&nbsp;f., und vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2016 XI&nbsp;R&nbsp;21\/14, BFHE 253, 445, BStBl II 2016, 756, Rz&nbsp;15&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der erkennende Senat h&auml;lt hieran unter Ber&uuml;cksichtigung der unionsrechtlichen Vorgaben fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grundlage der BFH-Rechtsprechung ist der sich aus &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung ergebende Vorrang des Insolvenzrechts. Danach k&ouml;nnen Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens nur unter den Bedingungen des Insolvenzrechts geltend gemacht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies wirkt sich auf das Steuerrecht in unterschiedlicher Weise aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zum einen erfordert die insolvenzrechtlich vorgegebene Aufteilung in Insolvenzforderung (&sect;&nbsp;38 InsO) und Masseverbindlichkeit (&sect;&nbsp;55 InsO), dass der sich f&uuml;r den Besteuerungszeitraum (&sect;&nbsp;16 UStG) ergebende Steueranspruch diesen Bereichen entsprechend aufgeteilt wird. Hierzu sind die Steueranspr&uuml;che aus erbrachten Leistungen, die abziehbaren Vorsteuerbetr&auml;ge aus bezogenen Leistungen ebenso wie die Berichtigungsanspr&uuml;che und die weiteren bei der Steuerberechnung zu ber&uuml;cksichtigenden Besteuerungsgrundlagen den jeweiligen Bereichen der &sect;&sect;&nbsp;38, 55 InsO zuzuordnen, so dass sich hieraus eine Umsatzsteuerjahresinsolvenzforderung und eine Umsatzsteuerjahresmasseverbindlichkeit ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zum anderen hat die Insolvenzer&ouml;ffnung auch materiell-rechtliche Rechtsfolgen, wie das Beispiel der Vorsteuerberichtigung f&uuml;r bis zur Insolvenzer&ouml;ffnung unbezahlt gebliebene Leistungsbez&uuml;ge zeigt (vgl. bereits BFH-Urteil vom 13.&nbsp;November 1986 V&nbsp;R&nbsp;59\/79, BFHE 148, 346, BStBl II 1987, 226, und vom 16.&nbsp;Juli 1987 V&nbsp;R&nbsp;80\/82, BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Zu diesen materiellen Wirkungen geh&ouml;rt auch das R&uuml;ckg&auml;ngigmachen einer wegen unterbliebener Vereinnahmung erfolglosen Sollbesteuerung. Diese beruht auf der gesetzgeberischen Erwartung, dass der Unternehmer die Gegenleistung f&uuml;r die von ihm erbrachte Leistung alsbald vereinnahmen kann (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Juli 2010 V&nbsp;R&nbsp;4\/09, BFHE 231, 260, BStBl II 2013, 590, Rz&nbsp;43). Trifft dies zu, hat der Unternehmer die f&uuml;r seine Leistungen geschuldete Steuer aber bis zur Insolvenzer&ouml;ffnung &#8211;nach Steuerberechnung (&sect;&nbsp;16 UStG)&#8211; nicht an das FA abgef&uuml;hrt, ist das FA als Insolvenzgl&auml;ubiger zu behandeln, da sich hier das normale Gl&auml;ubigerrisiko einer Schuldnerinsolvenz verwirklicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders ist es, wenn es zu einer &Uuml;berschneidung von Insolvenzbereich (&sect;&nbsp;38 InsO) und Massebereich (&sect;&nbsp;55 InsO) kommt und erst der Insolvenzverwalter die Gegenleistung f&uuml;r die vor der Insolvenzer&ouml;ffnung erbrachte Leistung vereinnahmt. Die hier erforderliche Abgrenzung der Verm&ouml;gensbereiche der &sect;&sect;&nbsp;38, 55 InsO zwingt zu der Entscheidung, ob es bei der Einordnung der f&uuml;r die Leistung geschuldeten Steuer als Insolvenzforderung bleibt oder ob es zum Entstehen einer Masseverbindlichkeit kommt. Letzteres ist nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH der Fall, da kein Grund besteht, eine vom Insolvenzverwalter vereinnahmte Umsatzsteuer als Teil einer Insolvenzforderung zu behandeln. Vielmehr ergibt sich aus &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG, dass auch im Rahmen der Sollbesteuerung eine vollst&auml;ndige Tatbestandsverwirklichung erst mit der Vereinnahmung der Gegenleistung vorliegt. Dies rechtfertigt die Berichtigung einer zuvor vorgenommenen Sollbesteuerung nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG, die aufgrund der Insolvenzer&ouml;ffnung im Insolvenzbereich (&sect;&nbsp;38 InsO) vorzunehmen ist und die nachfolgende zweite Berichtigung (&sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz 2 und Abs.&nbsp;1 Satz 1 UStG) im Massebereich (&sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InsO) bei Vereinnahmung der Gegenleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Unionsrechtliche Zweifel hieran bestehen nicht. F&uuml;r die dieser Rechtsprechung zugrunde liegende Berichtigungsvorschrift des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG besteht mit Art.&nbsp;90 MwStSystRL eine eindeutige Grundlage. Der EuGH hat dabei auch die gesetzliche Anordnung einer zweiten Berichtigung, wie sie sich aus &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG ergibt, ausdr&uuml;cklich gebilligt (EuGH-Urteil Di&nbsp;Maura vom 23.&nbsp;November 2017 C-246\/16, EU:C:2017:887, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2018, 37, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da f&uuml;r den Insolvenzfall keine unionsrechtliche Harmonisierung der sich hierf&uuml;r im Mehrwertsteuerrecht ergebenden Rechtsfolgen besteht, obliegt es den Mitgliedstaaten im Rahmen der ihnen durch Art.&nbsp;90 und Art.&nbsp;273 MwStSystRL einger&auml;umten Regelungsbefugnisse diese zu bestimmen, wobei die Entscheidung &uuml;ber die dabei zu treffenden Auslegungsfragen des geltenden Rechts der Rechtsprechung obliegt. In Aus&uuml;bung dieser Befugnis ist es nicht zweifelhaft, dass es das Unionsrecht nicht verlangt, eine vom Insolvenzverwalter als Bestandteil der Gegenleistung vereinnahmte Umsatzsteuer nach den Kategorien des nationalen Insolvenzrechts als Insolvenzforderung (&sect;&nbsp;38 InsO) zu behandeln. Der erkennende Senat ber&uuml;cksichtigt dabei, dass Art.&nbsp;273 MwStSystRL auch dazu dient, die genaue Erhebung der Steuer und damit die zutreffende Berechnung der Mehrwertsteuer-Eigenmittel der EU nach Art.&nbsp;3 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;1553\/89 vom 29.&nbsp;Mai 1989 &uuml;ber die endg&uuml;ltige einheitliche Regelung f&uuml;r die Erhebung der Mehrwertsteuereigenmittel (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;155 vom 7.&nbsp;Juni 1989, 9) in Insolvenzf&auml;llen sicherzustellen (BFH-Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz&nbsp;38). Dem tr&auml;gt auch die EuGH-Rechtsprechung Rechnung (EuGH-Urteil Marco Identi vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2017 C-493\/15, EU:C:2017:219, UR 2017, 310, Rz&nbsp;24, zur wirksamen Erhebung der Eigenmittel der Union).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daher bestehen f&uuml;r den erkennenden Senat keine Zweifel an der Auslegung des Unionsrechts, so dass die Einleitung eines Vorabentscheidungsersuchens an den EuGH nicht in Betracht kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vereinnahmung von Entgelten nach Insolvenzer&ouml;ffnung f&uuml;r bereits vor Verfahrenser&ouml;ffnung erbrachte Leistungen f&uuml;hrt auch im Verfahren der Eigenverwaltung zu einer zweiten Berichtigung als Masseverbindlichkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu der insolvenzrechtlichen Trennung in Insolvenzforderung und Masseverbindlichkeit und den sich hieraus weiter ergebenden Folgen f&uuml;r die Anspruchsdurchsetzung kommt es auch im Verfahren der Eigenverwaltung nach &sect;&nbsp;270 InsO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem steht die fehlende Bestellung eines Insolvenzverwalters nicht entgegen. Denn im Verfahren der Eigenverwaltung &uuml;bt der Schuldner die Funktion des Verwalters aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der Eigenverwaltung ist der Schuldner gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;270 Abs.&nbsp;1 InsO berechtigt, unter der Aufsicht eines Sachwalters die Insolvenzmasse zu verwalten und &uuml;ber sie zu verf&uuml;gen. F&uuml;r das Verfahren gelten die allgemeinen Vorschriften, soweit nichts anderes bestimmt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dabei beh&auml;lt der Schuldner zwar im Ergebnis die Befugnis, nach &sect;&nbsp;270 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO, die Insolvenzmasse zu verwalten und &uuml;ber sie zu verf&uuml;gen (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2017 IX&nbsp;ZR&nbsp;177\/15, Wertpapier-Mitteilungen 2017, 673, Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings beruht dies darauf, dass bei dieser Art des Insolvenzverfahrens die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis auf den Schuldner in seiner Funktion als Amtswalter &uuml;bertragen wird. Als solcher wird der Schuldner wie ein Insolvenzverwalter &#8211;dabei aber in eigener Sache&#8211; t&auml;tig. Er beh&auml;lt somit nicht seine &quot;alte&quot;, vor Verfahrenser&ouml;ffnung bestehende Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber sein Verm&ouml;gen, da er nur so nach Verfahrenser&ouml;ffnung die dem Insolvenzverwalter zugewiesenen Rechte wahrnehmen kann (Tetzlaff, in M&uuml;nchener Kommentar zur Insolvenzordnung, Band&nbsp;3, 3.&nbsp;Aufl. 2014, &sect;&nbsp;270 InsO Rz&nbsp;141). Der Schuldner ist dabei nicht mehr kraft eigener Privatautonomie t&auml;tig, sondern &uuml;bt die ihm verbliebenen Befugnisse im Insolvenzverfahren als Amtswalter innerhalb der in &sect;&sect;&nbsp;270&nbsp;ff. InsO geregelten Rechte und Pflichten aus (Tetzlaff, a.a.O., &sect;&nbsp;270 InsO Rz&nbsp;143).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem kommt es nach dem ausdr&uuml;cklichen Wortlaut von &sect;&nbsp;270 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO auch im eigenverwalteten Insolvenzverfahren zur Bildung einer Insolvenzmasse und damit zu einer haftungsrechtlichen Verm&ouml;gensabsonderung. Die sich hieraus ergebende Beschlagnahme des insolvenzbefangenen Verm&ouml;gens ist erforderlich, um den Schuldner zur gleichm&auml;&szlig;igen und bestm&ouml;glichen Gl&auml;ubigerbefriedigung zu verpflichten (Zipperer, in Uhlenbruck, Insolvenzordnung, 14.&nbsp;Aufl. 2015, &sect;&nbsp;270 Rz&nbsp;12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die vom historischen Gesetzgeber (BTDrucks 17\/5712, S.&nbsp;17) gewollte Belassung der Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis sagt demgegen&uuml;ber nichts &uuml;ber die Grundlagen dieser Befugnisse aus. Diese &quot;verbleibt&quot; nur vordergr&uuml;ndig beim Schuldner, w&auml;hrend er nach Insolvenzrecht die Befugnisse eines Insolvenzverwalters bei der Forderungseinziehung verliehen erh&auml;lt. Nur deshalb k&ouml;nnen seine Schuldner im Rahmen der Eigenverwaltung schuldbefreiend an ihn leisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Durch den Schuldner begr&uuml;ndete Verbindlichkeiten der Insolvenzmasse werden im &Uuml;brigen auch bei der Eigenverwaltung Masseverbindlichkeiten i.S. von &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 InsO (Tetzlaff, a.a.O., &sect;&nbsp;270 InsO Rz&nbsp;160).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.9.2018, V R 45\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.270918.VR45.16.0 Forderungsvereinnahmung in der Insolvenz bei Eigenverwaltung Leits&auml;tze Vereinnahmt der Insolvenzschuldner im Rahmen der Eigenverwaltung das Entgelt f&uuml;r eine vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens ausgef&uuml;hrte Leistung, begr&uuml;ndet dies eine Masseverbindlichkeit i.S. von &sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 InsO (Fortf&uuml;hrung des BFH-Urteils vom 9. 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