{"id":70092,"date":"2018-12-06T18:41:02","date_gmt":"2018-12-06T16:41:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70092"},"modified":"2018-12-06T18:41:02","modified_gmt":"2018-12-06T16:41:02","slug":"xi-b-29-18-steuerbescheid-als-grundlagenbescheid-fuer-zinsbescheid-verzinsung-bei-berichtigung-eines-unrichtigen-steuerausweises","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-29-18-steuerbescheid-als-grundlagenbescheid-fuer-zinsbescheid-verzinsung-bei-berichtigung-eines-unrichtigen-steuerausweises\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;29\/18 &#8211; Steuerbescheid als Grundlagenbescheid f&uuml;r Zinsbescheid; Verzinsung bei Berichtigung eines unrichtigen Steuerausweises"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.10.2018, XI B 29\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.121018.XIB29.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerbescheid als Grundlagenbescheid f&uuml;r Zinsbescheid; Verzinsung bei Berichtigung eines unrichtigen Steuerausweises<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: &sect; 233a AO sieht keine hilfsweisen Nebenberechnungen zur Ermittlung einer von der festgesetzten Steuer abweichenden fiktiven Steuer und der danach zu berechnenden Zinsen vor.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Einwendungen dagegen, dass ein Unternehmer die in einem Dokument offen ausgewiesene Umsatzsteuer gem&auml;&szlig; &sect; 14c Abs. 1 Satz 1 UStG, Art. 203 MwStSystRL geschuldet hat, k&ouml;nnen nicht im Verfahren wegen Zinsen zur Umsatzsteuer vorgebracht werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 22. Februar 2018 6 K 2046\/16 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, erbrachte u.a. in den Jahren 2006 bis 2009 (Streitjahre) sowie 2010 Leistungen im Rahmen der rechtlichen Betreuung Vollj&auml;hriger i.S. der &sect;&sect;&nbsp;1896&nbsp;ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs, wof&uuml;r sie Verg&uuml;tungen erhielt. Gegen&uuml;ber den zust&auml;ndigen Amtsgerichten (AG) erteilte die Kl&auml;gerin als &quot;Rechnung&quot; bezeichnete Dokumente, in denen jeweils u.a. eine Rechnungsnummer, das Aktenzeichen des AG, der Name und das Geburtsdatum der betreuten Person, eine Addition der im Abrechnungszeitraum erbrachten Betreuungsleistungen nach Stundens&auml;tzen, eine als &quot;Rechnungsbetrag&quot; bezeichnete Summe sowie folgender Satz enthalten waren: &quot;Der Rechnungsbetrag enth&auml;lt &#8230;&nbsp;% Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. Nettobetrag &#8230;&nbsp;EUR.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;168 Satz 1 der Abgabenordnung (AO) als Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung wirkenden Umsatzsteuererkl&auml;rungen f&uuml;r das Jahr 2006 vom 21.&nbsp;Dezember 2007, f&uuml;r das Jahr 2007 vom 23.&nbsp;Dezember 2008, f&uuml;r das Jahr 2008 vom 21.&nbsp;Januar 2010 und f&uuml;r das Jahr 2009 vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2011 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin die Betreuungsleistungen als steuerpflichtig zum Regelsteuersatz. Diese Bescheide (sowie sp&auml;tere &Auml;nderungsbescheide f&uuml;r die Jahre 2006 und 2007, mit denen u.a. der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung aufgehoben wurde) blieben unangefochten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 7.&nbsp;Juli 2010 reichte die Kl&auml;gerin eine berichtigte Umsatzsteuer-Voranmeldung f&uuml;r das 1.&nbsp;Vierteljahr 2010 ein und trug vor, ihre Leistungen als Berufsbetreuerin seien nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) umsatzsteuerfrei. Im Dezember 2010 teilte sie den AG u.a. mit, dass die in den beigef&uuml;gten Zusammenstellungen genannten Betreuungsleistungen umsatzsteuerfrei seien, was in den beigef&uuml;gten Sammelberichtigungen klargestellt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2010 vom 3.&nbsp;Februar 2012 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin in Zeile&nbsp;102 (unter &quot;in Rechnungen unrichtig oder unberechtigt ausgewiesene Steuerbetr&auml;ge &#8230;&quot;) einen Betrag von .\/.&nbsp;61.971,36&nbsp;EUR. Dem folgte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zun&auml;chst nicht und lie&szlig; den Betrag im Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2010 vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2012 unber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheide vom 11.&nbsp;Dezember 2013 und 10.&nbsp;M&auml;rz 2014 setzte das FA die Umsatzsteuer f&uuml;r das Jahr 2010 unter Ber&uuml;cksichtigung eines Betrages von zuletzt .\/.&nbsp;61.471,36&nbsp;EUR auf zuletzt .\/.&nbsp;60.354,68&nbsp;EUR herab. Gleichzeitig setzte es Zinsen zur Umsatzsteuer 2010 in H&ouml;he von .\/.&nbsp;6.138&nbsp;EUR fest. Die Zinsen auf den Unterschiedsbetrag berechnete es ab dem 1.&nbsp;April 2012.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2014 legte die Kl&auml;gerin u.a. Einspruch gegen die Zinsfestsetzung im Bescheid vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2014 ein und machte geltend, die in den Abrechnungen der Jahre 2006 bis 2009 enthaltenen Steuerbetr&auml;ge seien in diesen Jahren entstanden. Der Zinslauf beginne 15&nbsp;Monate nach Ablauf der Kalenderjahre (&sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO). Sie legte im Laufe des Einspruchsverfahrens eine Berechnung vor, wonach Zinsen zur Umsatzsteuer in H&ouml;he von 14.275,14&nbsp;EUR festzusetzen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2015, dem keine Rechtsbehelfsbelehrung beigef&uuml;gt war, teilte das FA der Kl&auml;gerin mit, eine vom Bescheid vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2014 abweichende Zinsfestsetzung komme nicht in Betracht. Die Kl&auml;gerin erwiderte mit Schreiben vom 6.&nbsp;Juli 2015, unionsrechtswidrig erhobene Steuern seien abweichend von &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO ab dem Zeitpunkt ihrer Zahlung zu verzinsen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA wies durch Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;Oktober 2016 den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck und f&uuml;hrte aus, der Beginn des Zinslaufs folge aus &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO. Dies stehe in Einklang mit dem Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab und lie&szlig; die Revision nicht zu. Es nahm an, die Klage sei zwar zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet. Hinsichtlich der Zinsen zur Umsatzsteuer 2006 bis 2009 nahm das FG auf Seite&nbsp;16&nbsp;ff. des Urteils an, eine Zinsfestsetzung komme nicht in Betracht, da f&uuml;r diese Besteuerungszeitr&auml;ume keine Steuerfestsetzungen als Grundlagenbescheide existierten, aus denen sich zugunsten der Kl&auml;gerin Erstattungsanspr&uuml;che erg&auml;ben. Der Grundsatz, dass unionsrechtswidrig erhobene Steuern ab ihrer Zahlung zu verzinsen seien, sei schon deshalb nicht anwendbar, weil das FA der Kl&auml;gerin antragsgem&auml;&szlig; nicht eine unionsrechtswidrig erhobene Umsatzsteuer f&uuml;r die Jahre 2006 bis 2009, sondern in Folge einer Rechnungskorrektur nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) im Jahr 2010 entstandene Minderungsbetr&auml;ge erstattet habe. Bis zur Berichtigung sei &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG eine eigenst&auml;ndige Rechtsgrundlage f&uuml;r die Besteuerung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, die Revision sei zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung und wegen greifbarer Gesetzeswidrigkeit der Vorentscheidung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) sowie wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Die Kl&auml;gerin hat die von ihr geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht in der von &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz 3 FGO gebotenen Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ist das Urteil des FG kumulativ auf mehrere Begr&uuml;ndungen gest&uuml;tzt, von denen jede f&uuml;r sich das Entscheidungsergebnis tr&auml;gt, muss f&uuml;r jede dieser Begr&uuml;ndungen ein Zulassungsgrund i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO schl&uuml;ssig dargelegt werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2014 XI&nbsp;B&nbsp;97\/13, BFH\/NV 2014, 1062, Rz&nbsp;9; vom 15.&nbsp;April 2016 XI&nbsp;B&nbsp;109\/15, BFH\/NV 2016, 1306, Rz&nbsp;17; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Hieran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin wirft zwar in ihrer umfangreichen Beschwerdebegr&uuml;ndung mehrere Rechtsfragen zur Auslegung der &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG, Art.&nbsp;203 MwStSystRL auf, behauptet au&szlig;erdem zahlreiche Abweichungen von der Rechtsprechung des BFH, anderer Finanzgerichte und des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union und r&uuml;gt dar&uuml;ber hinaus in diesem Zusammenhang die vermeintlich greifbare Gesetzeswidrigkeit der Vorentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sie setzt sich allerdings nicht hinreichend mit der selbst&auml;ndig tragendenden Begr&uuml;ndung des FG auseinander, dass &#8211;wie das FG zutreffend erkannt hat&#8211; nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH (vgl. Beschl&uuml;sse vom 31.&nbsp;M&auml;rz 1998 I&nbsp;S&nbsp;8\/97, BFH\/NV 1998, 1318, unter II.5., Rz&nbsp;26; vom 23.&nbsp;Dezember 2002 IV&nbsp;B&nbsp;13\/02, BFH\/NV 2003, 737, unter 1., Rz&nbsp;5; vom 14.&nbsp;Juli 2008 VIII&nbsp;B&nbsp;176\/07, BFHE 222, 36, BStBl II 2009, 117, unter II.1.c&nbsp;bb, Rz&nbsp;26; Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;233a AO Rz&nbsp;66; Klein\/R&uuml;sken, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;233a Rz&nbsp;41; s. zur Akzessoriet&auml;t der Zinsfestsetzung auch BFH-Urteil vom 16.&nbsp;November 2016 V&nbsp;R&nbsp;1\/16, BFHE 256, 542, BStBl II 2017, 1079, Rz&nbsp;30) f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin beantragten Zinsbescheide der Jahre 2006 bis 2009 die Umsatzsteuerbescheide der Jahre 2006 bis 2009 Grundlagenbescheide sind. &sect;&nbsp;233a AO sieht keine hilfsweisen Nebenberechnungen zur Ermittlung einer von der festgesetzten Steuer abweichenden fiktiven Steuer und der danach zu berechnenden Zinsen vor, wie sie die Kl&auml;gerin begehrt (vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Juli 2004 V&nbsp;R&nbsp;76\/01, BFHE 207, 1, BStBl II 2005, 236, unter II.3.a, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin h&auml;tte daher ihre Einwendungen dagegen, dass sie aufgrund der (als &quot;Rechnung&quot; bezeichneten) Dokumente in den Jahren 2006 bis 2009 Umsatzsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG, Art.&nbsp;203 MwStSystRL geschuldet hat (vgl. dazu BFH-Urteile vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 V&nbsp;R&nbsp;48\/07, BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92; vom 12.&nbsp;Oktober 2016 XI&nbsp;R&nbsp;43\/14, BFHE 255, 474, BFH\/NV 2017, 408, Rz&nbsp;36 und 37; vom 8.&nbsp;November 2016 VII&nbsp;R&nbsp;34\/15, BFHE 256, 6, BStBl II 2017, 496, Rz&nbsp;14 und 18; BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;Mai 2017 V&nbsp;B&nbsp;5\/17, BFH\/NV 2017, 1202, Rz&nbsp;5 und 7), mit einem Antrag auf &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzungen f&uuml;r diese Jahre geltend machen m&uuml;ssen. W&uuml;rden die Festsetzungen der genannten Jahre ge&auml;ndert, z&ouml;ge dies eine &Auml;nderung der betreffenden Zinsfestsetzungen nach sich (vgl. BFH-Urteil in BFHE 256, 542, BStBl II 2017, 1079, Rz&nbsp;30). Im Verfahren gegen die Zinsbescheide als Folgebescheide hingegen kann sie ihre Einwendungen nicht mit Erfolg vorbringen (&sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;2 AO, &sect;&nbsp;42 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Beschluss ergeht nach &sect;&nbsp;116&nbsp;Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz 2 FGO ohne weitere Begr&uuml;ndung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.10.2018, XI B 29\/18ECLI:DE:BFH:2018:B.121018.XIB29.18.0 Steuerbescheid als Grundlagenbescheid f&uuml;r Zinsbescheid; Verzinsung bei Berichtigung eines unrichtigen Steuerausweises Leits&auml;tze 1. NV: &sect; 233a AO sieht keine hilfsweisen Nebenberechnungen zur Ermittlung einer von der festgesetzten Steuer abweichenden fiktiven Steuer und der danach zu berechnenden Zinsen vor. 2. NV: Einwendungen dagegen, dass ein Unternehmer die in einem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-29-18-steuerbescheid-als-grundlagenbescheid-fuer-zinsbescheid-verzinsung-bei-berichtigung-eines-unrichtigen-steuerausweises\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;29\/18 &#8211; Steuerbescheid als Grundlagenbescheid f&uuml;r Zinsbescheid; Verzinsung bei Berichtigung eines unrichtigen Steuerausweises<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70092","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70092\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}