{"id":70166,"date":"2019-01-04T12:35:08","date_gmt":"2019-01-04T10:35:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70166"},"modified":"2019-01-04T12:35:08","modified_gmt":"2019-01-04T10:35:08","slug":"x-r-17-17-tatsaechliche-verstaendigung-beteiligung-des-fuer-die-steuerfestsetzung-zustaendigen-amtstraegers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-17-17-tatsaechliche-verstaendigung-beteiligung-des-fuer-die-steuerfestsetzung-zustaendigen-amtstraegers\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;17\/17 &#8211; Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &#8211; Beteiligung des f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndigen Amtstr&auml;gers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.6.2018, X R 17\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.270618.XR17.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &#8211; Beteiligung des f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndigen Amtstr&auml;gers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung zwischen einer Finanzbeh&ouml;rde und dem Steuerpflichtigen setzt voraus, dass auf Seiten der Finanzbeh&ouml;rde an der Vereinbarung ein Amtstr&auml;ger beteiligt ist, der f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Steuerfestsetzung zust&auml;ndig ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 19. September 2016&nbsp;&nbsp;15 K 4018\/13 E,G aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht D&uuml;sseldorf zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die in den Streitjahren 2006 und 2007 zur Einkommensteuer zusammenveranlagt wurden. Der Kl&auml;ger erzielte gewerbliche Eink&uuml;nfte (&sect;&nbsp;15 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) aus der &quot;Vermittlung&quot; bestimmter Stoffe. Seinen Gewinn ermittelte er durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;5 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Beginn des Jahres 2012 wurde durch den Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine veranlagende Au&szlig;enpr&uuml;fung beim Kl&auml;ger f&uuml;r den Zeitraum 2006 bis 2008 angeordnet. Im Mai 2012 leitete die Steuerfahndung des Finanzamts (Steufa) ein Steuerstrafverfahren gegen den Kl&auml;ger wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steufa war der Ansicht, der Kl&auml;ger habe die Firmen X GmbH und Y GmbH im Jahr 2006 mit 72&nbsp;t und im Jahr 2007 mit 3,3&nbsp;t beliefert, ohne den Warenverkauf in der Buchf&uuml;hrung zu erfassen. Im Rahmen der Schlussbesprechung der Steuerfahndungspr&uuml;fung am 28.&nbsp;August 2012 unterzeichneten der Kl&auml;ger, sein Prozessbevollm&auml;chtigter und der Sachgebietsleiter der Steufa einen Aktenvermerk, wonach beide Seiten hinsichtlich der nicht verbuchten Lieferungen an die Firmen X GmbH und Y GmbH eine Gewinnmarge von 2&nbsp;EUR pro kg f&uuml;r angemessen hielten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Steufa dem Kl&auml;ger ihren Teilbericht &uuml;ber die Steuerfahndungspr&uuml;fung zur Stellungnahme &uuml;bersandte, wandte dieser ein, die Gewinnerh&ouml;hung f&uuml;r 2006 m&uuml;sse von 216.000&nbsp;EUR (72&nbsp;t * 3&nbsp;EUR) auf 144.000&nbsp;EUR (72&nbsp;t * 2&nbsp;EUR) reduziert werden. Die Steufa vertrat hingegen die Auffassung, die Gewinnmarge sei wie am 28.&nbsp;August 2012 vereinbart mit 2&nbsp;EUR je kg angesetzt worden. Die Gewinnmarge ermittele sich aus der Differenz zwischen Verkaufspreis abz&uuml;glich Einkaufspreis. Da in der bisherigen Gewinnermittlung f&uuml;r das Jahr 2006 bereits der Einkaufspreis in H&ouml;he von 1&nbsp;EUR pro kg als Aufwand verbucht worden sei, werde in dem Teilbericht 3&nbsp;EUR je kg als Erl&ouml;s angesetzt. Hieraus erg&auml;ben sich Gewinnauswirkungen in H&ouml;he von 216.000&nbsp;EUR f&uuml;r das Jahr 2006 und in H&ouml;he von 6.600&nbsp;EUR f&uuml;r das Jahr 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA &uuml;bernahm den Teilbericht der Steufa unver&auml;ndert in den Bericht der Betriebspr&uuml;fung und &auml;nderte die Einkommensteuerbescheide 2006 und 2007 mit Bescheiden vom 22.&nbsp;Januar 2013 sowie die Gewerbesteuermessbescheide 2006 und 2007 mit Bescheiden vom 12.&nbsp;Februar 2013 entsprechend dem Pr&uuml;fungsergebnis der Steufa.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1635 ver&ouml;ffentlichten Urteil hinsichtlich der streitigen Gewinnerh&ouml;hungen der Steufa ab. Die Vereinbarung vom 28.&nbsp;August 2012 sei steuerrechtlich als sogenannte tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung einzuordnen und demgem&auml;&szlig; bindend. Die Abrede f&uuml;hre auch nicht zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung. Die Gesamtumst&auml;nde lie&szlig;en nicht die Feststellung zu, dass die Abrede unter Drohung oder Druck zustande gekommen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Deren Einordnung als tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung scheitere auch nicht daran, dass an ihrem Zustandekommen nicht die zust&auml;ndigen entscheidungsberechtigten Amtstr&auml;ger beteiligt gewesen w&auml;ren. Grunds&auml;tzlich m&uuml;sse auf Seiten der Finanzbeh&ouml;rde ein entscheidungsbefugter Beamter mitwirken. Dies sei im Streitfall bei der Schlussbesprechung am 28.&nbsp;August 2012 nicht der Fall gewesen. Die Rechtsfrage, ob eine Vertretung des entscheidungsberechtigten Amtstr&auml;gers m&ouml;glich ist oder ob dieser die Erkl&auml;rung eines anderen Amtstr&auml;gers, der an der Vereinbarung mitgewirkt habe, genehmigen k&ouml;nne, sei streitig. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) komme dann, wenn ein entscheidungsbefugter Beamter an der Schlussbesprechung nicht teilgenommen habe, eine Vertretung und auch eine nachtr&auml;gliche Genehmigung nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Letztlich k&ouml;nne die (Rechts-)Frage der Genehmigungsf&auml;higkeit im Streitfall dahinstehen. Der Fall des Kl&auml;gers stelle eine Sondersituation bzw. einen Einzelfall mit Besonderheiten dar: Die Feststellungen der Steufa seien einvernehmlich als &quot;Teilbericht&quot; in die Auswertungen der veranlagenden Betriebspr&uuml;fung des FA eingegangen. Hier sei die Ausgangslage nicht vergleichbar mit F&auml;llen der Beteiligung konkurrierender Zust&auml;ndigkeitsbereiche (etwa nichtveranlagende Betriebspr&uuml;fung\/Sachbearbeiter Veranlagung). Vielmehr stellten sich die Umst&auml;nde dergestalt dar, dass die Steufa &quot;im Auftrag&quot; des FA bzw. arbeitsteilig t&auml;tig geworden sei; quasi so, als h&auml;tte das FA selbst gehandelt. Das FA habe (nach interner Handhabung) keine Pr&uuml;fungsbefugnis bzw. auch keinen Pr&uuml;fungsbedarf dahingehend gehabt, ob es die Feststellungen der Steufa &uuml;bernimmt oder nicht; die &Uuml;bernahme sei ohne Weiteres erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger das Vorliegen von Verfahrensfehlern sowie die Verletzung materiellen Rechts. Insbesondere weiche das Urteil des FG von der Rechtsprechung des BFH ab, wonach beim Abschluss einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung ein f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Steuerfestsetzung zust&auml;ndiger Amtstr&auml;ger mitwirken m&uuml;sse und eine Vertretung oder Genehmigung nicht m&ouml;glich sei. Entgegen der Auffassung des FG liege kein Sonderfall vor, der es rechtfertigen k&ouml;nnte, diese Grunds&auml;tze der BFH-Rechtsprechung nicht anzuwenden. Zudem sei die Entscheidung des FG insoweit &uuml;berraschend und verletze den Anspruch des Kl&auml;gers auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Dar&uuml;ber hinaus w&uuml;rden die Feststellungen eines Sonderfalls vom Akteninhalt nicht getragen (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide 2006 und 2007 vom 22.&nbsp;Januar 2013 und die Gewerbesteuermessbescheide 2006 und 2007 vom 12.&nbsp;Februar 2013, jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidungen vom 14.&nbsp;Oktober 2013, dahingehend zu &auml;ndern, dass die Gewinnerh&ouml;hungen von 216.000&nbsp;EUR f&uuml;r 2006 und 6.600&nbsp;EUR f&uuml;r 2007 nicht vorgenommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im vorliegenden Fall geschlossene tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung sei bereits deshalb wirksam, weil das FA den Inhalt des Aktenvermerks in die Steuerfestsetzungen uneingeschr&auml;nkt &uuml;bernommen und damit zum Ausdruck gebracht habe, dass die Vereinbarung des Kl&auml;gers mit der anderen Beh&ouml;rde genehmigt werde. Ein etwaiger Fehler der sachlichen Zust&auml;ndigkeit sei in Anwendung des Rechtsgedankens der &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) durch nachtr&auml;gliche Zustimmung geheilt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass der Kl&auml;ger und das FA eine sie bindende tats&auml;chliche Verst&auml;ndigungsvereinbarung abgeschlossen haben. Eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung setzt voraus, dass auf Seiten der Finanzbeh&ouml;rde an der Vereinbarung ein Amtstr&auml;ger beteiligt ist, der f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Steuerfestsetzung zust&auml;ndig ist (unter a). Im Streitfall liegt entgegen der Auffassung des FG keine Sondersituation vor, die es rechtfertigen w&uuml;rde, von diesem Grundsatz abzuweichen (unter b&nbsp;aa). Eine Genehmigung der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung durch den f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndigen Amtstr&auml;ger kommt vorliegend ebenfalls nicht in Betracht (unter b&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der BFH hat die Zul&auml;ssigkeit tats&auml;chlicher Verst&auml;ndigungen grunds&auml;tzlich anerkannt (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;September 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;78\/06, BFH\/NV 2010, 593, Rz&nbsp;14, und vom 11.&nbsp;April 2017 IX&nbsp;R&nbsp;24\/15, BFHE 258, 199, BStBl II 2017, 1155, Rz&nbsp;15, jeweils m.w.N.). Zweck der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung ist es, zu jedem Zeitpunkt des Besteuerungsverfahrens hinsichtlich bestimmter Sachverhalte, deren Kl&auml;rung schwierig, aber zur Festsetzung der Steuer notwendig ist, den m&ouml;glichst zutreffenden Besteuerungssachverhalt i.S. des &sect;&nbsp;88 der Abgabenordnung (AO) einvernehmlich festzulegen (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Juni 2001 IV&nbsp;R&nbsp;40\/00, BFHE 196, 87, BStBl II 2001, 714, unter 2.b) und insoweit Unsicherheiten und Ungenauigkeiten zu beseitigen (BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Juli 1996 XI&nbsp;R&nbsp;78\/95, BFHE 181, 103, BStBl II 1996, 625, unter II.2.a). Die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung dient insbesondere zur Behebung eines Beweisnotstandes des Steuerpflichtigen anstelle einer andernfalls nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO regelm&auml;&szlig;ig gebotenen Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen (BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 593, Rz&nbsp;14). Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigungen zwischen Finanzbeh&ouml;rde und Steuerpflichtigen k&ouml;nnen grunds&auml;tzlich sowohl bei der Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen im Veranlagungs-, Au&szlig;enpr&uuml;fungs- oder Rechtsbehelfsverfahren als auch im Rahmen von Steuerfahndungsverfahren sowie nach Einleitung eines Steuerstrafverfahrens getroffen werden (v.&nbsp;Wedelst&auml;dt, AO-Steuerberater 2001, 190, 191).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unabh&auml;ngig davon, ob man mit der ganz herrschenden Meinung im Schrifttum in der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung einen &ouml;ffentlich-rechtlichen Vertrag erblickt (vgl. Klein\/R&uuml;sken, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;30a; Offerhaus, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2001, 2093, 2098; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, Vorbemerkungen zu &sect;&sect;&nbsp;118 bis 129 AO Rz&nbsp;15; v.&nbsp;Wedelst&auml;dt in K&uuml;hn\/v.&nbsp;Wedelst&auml;dt, 21.&nbsp;Aufl., AO, Vor &sect;&sect;&nbsp;204 bis 207 Rz&nbsp;29, jeweils m.w.N.) oder eine anderweitige, am Grundsatz von Treu und Glauben zu messende &Uuml;bereinkunft (s. BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Februar 1991 I&nbsp;R&nbsp;13\/86, BFHE 164, 168, BStBl II 1991, 673, unter II.2.d; vom 12.&nbsp;August 1999 XI&nbsp;R&nbsp;27\/98, BFH\/NV 2000, 537, unter II.3., und Senatsurteil vom 7.&nbsp;Juli 2004 X&nbsp;R&nbsp;24\/03, BFHE 206, 292, BStBl II 2004, 975, unter II.B.1.), kommt der Verst&auml;ndigung unter bestimmten Voraussetzungen Bindungswirkung zu (BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 593, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach ist erforderlich, dass sich die Vereinbarung auf Sachverhaltsfragen &#8211;nicht aber auf Rechtsfragen&#8211; bezieht, der Sachverhalt die Vergangenheit betrifft, die Sachverhaltsermittlung erschwert ist und die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung nicht zu einem offensichtlich unzutreffenden Ergebnis f&uuml;hrt (vgl. Senatsurteil in BFHE 206, 292, BStBl II 2004, 975, unter II.B.1., m.w.N.). Dar&uuml;ber hinaus setzt eine wirksame Sachverhaltsvereinbarung voraus, dass auf Seiten der Finanzbeh&ouml;rde an der Vereinbarung ein Amtstr&auml;ger beteiligt ist, der f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Steuerfestsetzung zust&auml;ndig ist (BFH-Urteile vom 5.&nbsp;Oktober 1990 III&nbsp;R&nbsp;19\/88, BFHE 162, 211, BStBl II 1991, 45, unter 2.a; vom 28.&nbsp;Juli 1993 XI&nbsp;R&nbsp;68\/92, BFH\/NV 1994, 290, unter II.1.; vom 22.&nbsp;September 2004 III&nbsp;R&nbsp;9\/03, BFHE 207, 549, BStBl II 2005, 160, unter II.2.e&nbsp;aa; Offerhaus, DStR 2001, 2093, 2095; Seer, Verst&auml;ndigungen in Steuerverfahren, 1996, S.&nbsp;334&nbsp;ff.). Dies ist nach der innerbeh&ouml;rdlichen Organisation in der Regel bei dem Amtsleiter, dem Sachgebietsleiter oder dem Leiter der Rechtsbehelfsstelle anzunehmen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 1994, 290, unter II.1.). Nur im Falle einer veranlagenden Au&szlig;enpr&uuml;fung ist auch der Sachgebietsleiter der Betriebspr&uuml;fungsstelle ebenfalls entscheidungsbefugt (BFH-Urteil in BFHE 207, 549, BStBl II 2005, 160, unter II.2.e&nbsp;aa). Zwar handelt auch ein Pr&uuml;fer, soweit er ermittelnd t&auml;tig wird, f&uuml;r die Finanzbeh&ouml;rde; er hat aber &#8211;von den F&auml;llen der veranlagenden Au&szlig;enpr&uuml;fung abgesehen&#8211; keine Entscheidungsbefugnis. Das von ihm Ermittelte dient lediglich als Grundlage f&uuml;r die Festsetzung der Steuer durch die Veranlagungsbeamten (BFH-Urteil in BFHE 162, 211, BStBl II 1991, 45, unter 2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall wurde eine Einigung im Rahmen der Schlussbesprechung der Steuerfahndungspr&uuml;fung am 28.&nbsp;August 2012 lediglich zwischen dem Kl&auml;ger, seinem Prozessbevollm&auml;chtigten und dem Sachgebietsleiter der &#8211;noch dazu einem anderen Bundesland als das FA angeh&ouml;renden&#8211; Steufa erzielt, also ohne Beteiligung eines f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndigen Amtstr&auml;gers. Dies reicht nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat im Streitfall eine &quot;Sondersituation&quot; angenommen, da die Steufa &quot;im Auftrag&quot; des FA bzw. &quot;arbeitsteilig&quot; t&auml;tig geworden sei. Dieser Auffassung kann der erkennende Senat nicht folgen. Zwar ist die Steuerfahndung nach &sect; 208 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO in F&auml;llen der Erforschung von Steuerstraftaten und Steuerordnungswidrigkeiten f&uuml;r die Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen zust&auml;ndig. Die Steuerfahndung hat jedoch grunds&auml;tzlich keine Entscheidungsbefugnis hinsichtlich der Steuerfestsetzung. Nach &sect;&nbsp;208 Abs.&nbsp;3 AO bleiben die Aufgaben und Befugnisse der Finanz&auml;mter unber&uuml;hrt. Das Finanzamt hat die Ermittlungsergebnisse der Fahndung steuerrechtlich selbst&auml;ndig zu w&uuml;rdigen (vgl. Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;208 Rz&nbsp;57, 58).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesetzlich geregelte Zust&auml;ndigkeiten k&ouml;nnen zudem grunds&auml;tzlich nicht durch Beauftragung ver&auml;ndert werden (vgl. Klein\/ R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;195 Rz&nbsp;10). Zwar k&ouml;nnen die f&uuml;r die Besteuerung zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rden im Einzelfall andere Finanzbeh&ouml;rden mit der Au&szlig;enpr&uuml;fung beauftragen (&sect;&nbsp;195 Satz&nbsp;2 AO). In diesem Fall kann die beauftragte Finanzbeh&ouml;rde im Namen der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde die Steuerfestsetzung vornehmen (&sect;&nbsp;195 Satz&nbsp;3 AO). Im Streitfall hat das FA die Steufa indes nicht mit der Durchf&uuml;hrung der gesamten Au&szlig;enpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;195 Satz&nbsp;2 AO beauftragt. Die Steufa hat die Besteuerungsgrundlagen hinsichtlich eines bestimmten Sachverhalts ermittelt, welcher lediglich einen Teilaspekt der Au&szlig;enpr&uuml;fung betraf. F&uuml;r die Steuerfestsetzung bzw. den Erlass der angegriffenen Bescheide war ausschlie&szlig;lich das FA zust&auml;ndig. Das FA hatte damit im Streitfall die Befugnis und die Pflicht zur Pr&uuml;fung des Teilberichts der Steufa und war nicht &#8211;wie das FG meint&#8211; an dessen Ergebnis gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem Erfordernis der Beteiligung eines f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndigen Amtstr&auml;gers konnte im Streitfall ferner nicht dadurch Rechnung getragen werden, dass dieser die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung in entsprechender Anwendung von &sect;&sect;&nbsp;177, 184 BGB nachtr&auml;glich genehmigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach der bisherigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung kommt eine Vertretung eines entscheidungsbefugten Beamten bei einer Schlussbesprechung nicht in Betracht, da gerade durch dessen pers&ouml;nliche Anwesenheit den Beteiligten die besondere Bedeutung ihrer Erkl&auml;rungen im Rahmen einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung vor Augen gef&uuml;hrt werden soll (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 1994, 290; ebenso BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Juni 2014 IX&nbsp;B&nbsp;6\/14, BFH\/NV 2014, 1496, Rz&nbsp;3; in den BFH-Entscheidungen vom 25.&nbsp;November 1997 IX&nbsp;R&nbsp;47\/94, BFH\/NV 1998, 580, unter 2.b; in BFHE 206, 292, BStBl II 2004, 975, unter II.B.1., und vom 13.&nbsp;Februar 2008 I&nbsp;R&nbsp;63\/06, BFHE 220, 415, BStBl II 2009, 414, unter II.3.c wurde die Frage offengelassen). Demzufolge k&ouml;nnten die Erkl&auml;rungen von Vertretern mit oder ohne Vollmacht nicht ber&uuml;cksichtigt, also auch nicht nachtr&auml;glich genehmigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der erkennende Senat h&auml;lt eine Genehmigung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung durch den zust&auml;ndigen Amtstr&auml;ger zwar durchaus f&uuml;r bedenkenswert, um den Bed&uuml;rfnissen der Praxis entgegen zu kommen (f&uuml;r eine Genehmigungsm&ouml;glichkeit auch Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 30.&nbsp;Juli 2008, BStBl I 2008, 831, Rz&nbsp;5.3; Urteile des FG Hamburg vom 4.&nbsp;Dezember 1991 II&nbsp;125\/89, EFG 1992, 379; FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1992&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;132\/86, EFG 1992, 706; FG Saarland vom 30.&nbsp;September 1992&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;8\/92, EFG 1993, 279; Baum, Neue Wirtschaftsbriefe &#8211;NWB&#8211;, Fach&nbsp;2, 9957, 9959; Buciek, Deutsche Steuer-Zeitung 1999, 389, 397; Greite, NWB, Fach&nbsp;2, 8407; Brinkmann, Sch&auml;tzungen im Steuerrecht, 4.&nbsp;Aufl. 2017, unter 5.2.2.1; Frotscher in Schwarz\/Pahlke, AO\/FGO, &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;178; Offerhaus, DStR 2001, 2093, 2095; Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;32; Seer, Verst&auml;ndigungen in Steuerverfahren, 1996, S.&nbsp;340; vgl. Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., Vorbemerkungen zu &sect;&sect;&nbsp;118 bis 129 AO Rz&nbsp;25; S&ouml;hn in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;78 AO Rz&nbsp;135&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings ist das von diesen Stimmen gesehene Bed&uuml;rfnis einer Lockerung der bisher von der Rechtsprechung geforderten verfahrensrechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r die Wirksamkeit einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung abzuw&auml;gen mit der erheblichen Bedeutung dieser Erkl&auml;rung f&uuml;r den Steuerpflichtigen. Diesem steht sofort nach Abschluss der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung materiell keinerlei Rechtsschutzm&ouml;glichkeit gegen die Steuerbescheide, die das Ergebnis der Verst&auml;ndigung umsetzen, mehr zu; eine &Uuml;berpr&uuml;fung des Inhalts der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung durch die Gerichte ist ausgeschlossen. Es ist daher vor dem Hintergrund der &#8211;insoweit erheblich eingeschr&auml;nkten&#8211; Garantie des Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 des Grundgesetzes nach Auffassung des erkennenden Senats zwingend, f&uuml;r die Wirksamkeit einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung verfahrensrechtliche Sicherungen vorzusehen, die eine Warnfunktion haben und dem Steuerpflichtigen deutlich machen, welche einschneidenden Wirkungen seine Zustimmung zu der Verst&auml;ndigung haben wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn daher auf das Erfordernis der pers&ouml;nlichen Anwesenheit des f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndigen Amtstr&auml;gers verzichtet w&uuml;rde, m&uuml;ssten im Gegenzug andere verfahrensrechtliche Sicherungen vorgesehen werden, um die erforderliche Warnfunktion zu gew&auml;hrleisten. So sieht etwa die Finanzverwaltung vor, dass der Inhalt einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung schriftlich dokumentiert und von den Beteiligten unterschrieben werden muss; ferner ist in der &uuml;ber die Verst&auml;ndigung aufgenommenen Urkunde ein ausdr&uuml;cklicher Hinweis auf die Bindungswirkung erforderlich (BMF-Schreiben in BStBl I 2008, 831, Tz.&nbsp;5.5). Auch der erkennende Senat w&uuml;rde diese Konzeption, erg&auml;nzt um einen zwingenden Hinweis auf die schwebende Unwirksamkeit der Verst&auml;ndigung bis zu ihrer Genehmigung durch den zust&auml;ndigen Amtstr&auml;ger, f&uuml;r grunds&auml;tzlich geeignet halten, um &#8211;auch anstelle des bisherigen Erfordernisses der pers&ouml;nlichen Anwesenheit des zust&auml;ndigen Amtstr&auml;gers&#8211; die erforderliche Warnfunktion zu gew&auml;hrleisten. Einer Neuausrichtung der Ausgestaltung dieser verfahrensrechtlichen Gew&auml;hrleistungen steht jedoch die bisherige BFH-Rechtsprechung entgegen, die insbesondere einen Schriftformzwang ablehnt (z.B. BFH-Urteil in BFHE 181, 103, BStBl II 1996, 625, unter II.2.a), so dass die Gefahr besteht, dass auch Vereinbarungen unterhalb einer gewissen F&ouml;rmlichkeitsschwelle zur Versagung jeglicher materiellen Rechtsschutzm&ouml;glichkeit f&uuml;hren k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Im Streitfall f&uuml;hren beide Auffassungen zum selben Ergebnis, so dass die Frage, welcher Konzeption der Vorzug zu geben ist, nicht entscheidungserheblich ist. Bei Zugrundelegung der bisherigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung scheitert die Wirksamkeit der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung an der fehlenden Beteiligung eines f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndigen Amtstr&auml;gers. Folgt man hingegen der aufgezeigten Alternativkonzeption, w&auml;re die Verst&auml;ndigung wegen des Fehlens der erforderlichen ausdr&uuml;cklichen Hinweise auf ihre Bindungswirkung und die schwebende Unwirksamkeit ohne rechtliche Wirkung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist nicht spruchreif und deshalb an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Der Senat kann mangels ausreichender Feststellungen des FG nicht selbst beurteilen, ob die vom FA zugrunde gelegten Besteuerungsgrundlagen rechtm&auml;&szlig;ig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar vertritt das FA im Rahmen seiner Revisionserwiderung die Auffassung, es k&ouml;nne dahingestellt bleiben, ob zwischen den Beteiligten eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung vorliege, da sich das FG den von der Steufa zugrunde gelegten Sachverhalt zu Eigen gemacht habe. Sowohl der Kl&auml;ger als auch sein Prozessbevollm&auml;chtigter h&auml;tten den Aktenvermerk vom 28.&nbsp;August 2012 unterzeichnet, daher habe das Gericht dem Dokument eine hohe Beweiskraft zumessen d&uuml;rfen. Diese widerspruchsfrei getroffenen Tatsachenfeststellungen seien f&uuml;r das Revisionsgericht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Rechtsansicht kann indes nicht geteilt werden. Es ist nicht erkennbar, dass das FG den der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung zugrunde liegenden Sachverhalt ermittelt und gew&uuml;rdigt h&auml;tte. Das Gericht hat keine Tatsachen festgestellt, sondern lediglich im Rahmen einer Evidenzkontrolle gepr&uuml;ft, ob die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da die Revision des Kl&auml;gers bereits aufgrund der materiellen M&auml;ngel des finanzgerichtlichen Urteils in der Sache Erfolg hat, bed&uuml;rfen die geltend gemachten Verfahrensfehler keiner weiteren Er&ouml;rterung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.6.2018, X R 17\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.270618.XR17.17.0 Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &#8211; Beteiligung des f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndigen Amtstr&auml;gers Leits&auml;tze NV: Eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung zwischen einer Finanzbeh&ouml;rde und dem Steuerpflichtigen setzt voraus, dass auf Seiten der Finanzbeh&ouml;rde an der Vereinbarung ein Amtstr&auml;ger beteiligt ist, der f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Steuerfestsetzung zust&auml;ndig ist. Tenor Auf die Revision &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-17-17-tatsaechliche-verstaendigung-beteiligung-des-fuer-die-steuerfestsetzung-zustaendigen-amtstraegers\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;17\/17 &#8211; Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &#8211; Beteiligung des f&uuml;r die Steuerfestsetzung zust&auml;ndigen Amtstr&auml;gers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70166","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70166"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70166\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}