{"id":70168,"date":"2019-01-04T12:34:51","date_gmt":"2019-01-04T10:34:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70168"},"modified":"2019-01-04T12:34:51","modified_gmt":"2019-01-04T10:34:51","slug":"i-r-58-16-wohnsitz-eines-piloten-bei-mehrjaehriger-auslandsabordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-58-16-wohnsitz-eines-piloten-bei-mehrjaehriger-auslandsabordnung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;58\/16 &#8211; Wohnsitz eines Piloten bei mehrj&auml;hriger Auslandsabordnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.7.2018, I R 58\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.240718.IR58.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Wohnsitz eines Piloten bei mehrj&auml;hriger Auslandsabordnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ein Steuerpflichtiger kann gleichzeitig mehrere Wohnsitze i.S. des &sect; 8 AO haben. Diese k&ouml;nnen im Inland und\/oder Ausland belegen sein.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Ein Wohnsitz i.S. des &sect; 8 AO setzt nicht voraus, dass der Steuerpflichtige sich w&auml;hrend einer Mindestzahl von Tagen oder Wochen im Jahr tats&auml;chlich in der Wohnung aufh&auml;lt. Auch unregelm&auml;&szlig;ige Aufenthalte in einer Wohnung k&ouml;nnen zur Aufrechterhaltung eines dortigen Wohnsitzes f&uuml;hren.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Ein inl&auml;ndischer Wohnsitz f&uuml;hrt auch dann zur unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht, wenn er nicht den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Steuerpflichtigen bildet.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 29. Juli 2015&nbsp;&nbsp;1 K 1016\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Einkommensteuerbescheide 2008, 2009 und 2010 jeweils vom 16. Mai 2013 werden unter Aufhebung der Einspruchsentscheidung vom 19. M&auml;rz 2014 dahingehend abge&auml;ndert, dass die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung in 2008 um &#8230; EUR, in 2009 um &#8230; EUR und in 2010 um &#8230; EUR vermindert werden. Im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der festzusetzenden Steuer wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) in den Streitjahren (2008 bis 2011) in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) einen Wohnsitz hatte und daher unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger, ein Pilot, war vom 1.&nbsp;Oktober 2008 bis 30.&nbsp;September 2011 von seinem deutschen Arbeitgeber mit Entsendungsvertrag vom 18.&nbsp;Juni 2008 ins Ausland abgeordnet. Diese Abordnung beendete der Kl&auml;ger zum 30.&nbsp;Juni 2011 und kehrte mit seiner Familie nach Deutschland zur&uuml;ck. Vor der Abordnung und nach der R&uuml;ckkehr wohnte der Kl&auml;ger mit seiner Ehefrau, der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin), und seinen zwei T&ouml;chtern im eigenen Einfamilienhaus in der A-Stra&szlig;e in B-Stadt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beauftragten einen Makler mit Allein-Auftrag vom 25.&nbsp;September 2008 mit dem Verkauf des Einfamilienhauses. Dieser bot das Haus auf einer Immobilienb&ouml;rse im Internet zum Verkauf an. Zu einer Besichtigung kam es jedoch nicht. Des Weiteren lie&szlig;en die Kl&auml;ger im Rahmen des Umzugs in 2008 einen Teil des Hausrats in das Abordnungsland verbringen, der &uuml;berwiegende Teil der M&ouml;bel blieb jedoch im Haus in B-Stadt. Lediglich im ersten Stock wurde ein Zimmer freiger&auml;umt. Dieses war von Oktober 2008 bis Januar 2009 und von M&auml;rz 2010 bis Juni 2011 vermietet, wobei die Mieter das restliche Haus teilweise mitbenutzen durften. Die monatliche (Warm-)Miete betrug &#8230;&nbsp;EUR und wurde zum Teil &uuml;berwiesen und zum Teil bar gezahlt. Daneben erzielte der Kl&auml;ger Vermietungseink&uuml;nfte aus zwei weiteren Objekten in B-Stadt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hielt sich im Zeitraum der Abordnung in 2008 nicht mehr, in 2009 an 22 Tagen, in 2010 an 26 Tagen und in 2011 (bis zum 30.&nbsp;Juni 2011) an einem Tag im Einfamilienhaus in B-Stadt auf. Die Kl&auml;gerin, die inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte aus einer T&auml;tigkeit als &#8230; erzielte, und die T&ouml;chter hielten sich h&auml;ufiger in B-Stadt auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging nach Ermittlungen der Steuerfahndung davon aus, dass die Kl&auml;ger den Wohnsitz in B-Stadt nicht aufgegeben h&auml;tten. Das FA erlie&szlig; daher am 16.&nbsp;Mai 2013 entsprechende Einkommensteuerbescheide, in denen es von einer unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht der Kl&auml;ger ausging und die Einkommensteuer im Wege der Zusammenveranlagung festsetzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspr&uuml;che gegen die Einkommensteuerbescheide wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2014 zur&uuml;ck. Die dagegen erhobene Klage hatte teilweise Erfolg (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; M&uuml;nchen, Urteil vom 29.&nbsp;Juli 2015&nbsp; 1&nbsp;K&nbsp;1016\/14, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2016, 268). Das FG sah zwar einen Wohnsitz der Kl&auml;gerin in B-Stadt als gegeben an, nicht aber des Kl&auml;gers selbst. Dar&uuml;ber hinaus war das FG der Auffassung, dass sich der &quot;Familienwohnsitz&quot; in das Abordnungsland verlagert h&auml;tte. Zudem minderte das FG hinsichtlich der Streitjahre 2008 bis 2010 die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG richtet sich die &#8211;vom Bundesfinanzhof (BFH) nach Nichtzulassungsbeschwerde des FA zugelassene&#8211; Revision des FA, die es auf eine Verletzung materiellen Rechts st&uuml;tzt. Es beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Einkommensteuer f&uuml;r die Streitjahre 2008 bis 2010 bez&uuml;glich der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung wie vom FG festgestellt festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung. Die Einkommensteuerbescheide 2008, 2009 und 2010 jeweils vom 16.&nbsp;Mai 2013 sind unter Aufhebung der Einspruchsentscheidung vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2014 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung entsprechend der Ansicht der Vorinstanz gemindert werden. Im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sind nat&uuml;rliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt haben, unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 und Nr.&nbsp;6 EStG erfasst die unbeschr&auml;nkte Einkommensteuerpflicht auch Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit sowie aus Vermietung und Verpachtung. Dies gilt unabh&auml;ngig davon, ob die T&auml;tigkeiten im In- oder Ausland ausge&uuml;bt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Frage, ob eine nat&uuml;rliche Person im Inland einen Wohnsitz hat, beurteilt sich nach &sect;&nbsp;8 der Abgabenordnung (AO). Danach kommt es darauf an, ob die betroffene Person im Inland eine Wohnung unter Umst&auml;nden innehat, die darauf schlie&szlig;en lassen, dass sie die Wohnung beibehalten und benutzen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beurteilung, ob die Umst&auml;nde auf eine Beibehaltung und Nutzung der Wohnung schlie&szlig;en lassen, liegt weitgehend auf tats&auml;chlichem Gebiet. Insoweit ist der BFH als Revisionsgericht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO an die vom FG festgestellten Tatsachen und deren W&uuml;rdigung durch das FG gebunden. Er kann die Schlussfolgerungen des FG nur auf Verst&ouml;&szlig;e gegen die Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze hin &uuml;berpr&uuml;fen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 1997 I&nbsp;R&nbsp;69\/96, BFHE 182, 296, BStBl II 1997, 447).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Grunds&auml;tzen war die Entscheidung der Vorinstanz aufzuheben. Der Kl&auml;ger hatte im Streitzeitraum einen Wohnsitz i.S. des &sect;&nbsp;8 AO in der A-Stra&szlig;e in B-Stadt und war daher unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar ist das FG zutreffend davon ausgegangen, dass f&uuml;r jede Person gesondert zu pr&uuml;fen ist, ob an einem bestimmten Ort ein Wohnsitz besteht oder nicht (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;April 2011 III&nbsp;R&nbsp;77\/09, BFH\/NV 2011, 1351).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des FG hatte der Kl&auml;ger im Streitzeitraum aber einen Wohnsitz im Inland, da er diesen vor seiner Abordnung ins Ausland bereits begr&uuml;ndet und auch w&auml;hrend seiner Abordnungszeit nicht wieder aufgegeben hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat ist nicht nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO an die Beurteilung des FG, die Umst&auml;nde reichten im Streitfall nicht aus, um einen Wohnsitz des Kl&auml;gers im Inland zu begr&uuml;nden, gebunden. Diese Tatsachenw&uuml;rdigung des FG bezieht sich nur auf die Frage, ob der Kl&auml;ger im Zeitraum seiner Abordnung ins Ausland durch seine Aufenthaltszeiten im Inland &#8211;erneut&#8211; einen Wohnsitz begr&uuml;ndet hat. Dagegen hat das FG nicht gepr&uuml;ft, ob der Kl&auml;ger seinen bereits vorher im Inland begr&uuml;ndeten Wohnsitz durch die Abordnung &uuml;berhaupt aufgegeben hatte. Hat das FG aber eine notwendige W&uuml;rdigung unterlassen, so kann der BFH als Revisionsgericht sie auf der Grundlage der tats&auml;chlichen Feststellungen des FG selbst vornehmen, auch wenn mehrere M&ouml;glichkeiten der Deutung des Sachverhalts bestehen (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;August 2007 III&nbsp;R&nbsp;89\/06, BFH\/NV 2008, 351, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat der Kl&auml;ger vor seiner Abordnung einen Wohnsitz i.S. des &sect;&nbsp;8 AO begr&uuml;ndet, da er vor diesem Zeitpunkt das Haus in der A-Stra&szlig;e bewohnt hat. Der Wohnsitz bestand auch w&auml;hrend seiner Abordnung ins Ausland fort; er wird erst dann aufgegeben, wenn die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;8 AO nicht mehr erf&uuml;llt sind. Ob dies der Fall ist, richtet sich ebenfalls nach den objektiv erkennbaren Umst&auml;nden (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 351, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Begriff des Wohnsitzes setzt voraus, dass der Steuerpflichtige die Wohnung innehat. Danach muss die Wohnung in objektiver Hinsicht dem Steuerpflichtigen jederzeit (wann immer er es w&uuml;nscht) als Bleibe zur Verf&uuml;gung stehen und zudem in subjektiver Hinsicht von ihm zu einer entsprechenden Nutzung &#8211;d.h. f&uuml;r einen jederzeitigen Wohnaufenthalt&#8211; bestimmt sein. In dieser zur objektiven Eignung hinzutretenden subjektiven Bestimmung liegt der Unterschied zwischen dem blo&szlig;en Aufenthaltnehmen in einer Wohnung einerseits und dem Wohnsitz andererseits (st&auml;ndige Rechtsprechung, Senatsurteile vom 10.&nbsp;April 2013 I&nbsp;R&nbsp;50\/12, BFH\/NV 2013, 1909; in BFHE 182, 296, BStBl II 1997, 447; BFH-Urteile vom 23.&nbsp;November 2000 VI&nbsp;R&nbsp;107\/99, BFHE 193, 558, BStBl II 2001, 294; vom 22.&nbsp;April 1994 III&nbsp;R&nbsp;22\/92, BFHE 174, 523, BStBl II 1994, 887; vom 26.&nbsp;Februar 1986 II&nbsp;R&nbsp;200\/82, BFH\/NV 1987, 301).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Ansicht der Vorinstanz, der Kl&auml;ger habe in B-Stadt deshalb keine Wohnung innegehabt, weil er sich im Zeitraum seiner Abordnung nur w&auml;hrend geringer Aufenthaltszeiten dort aufgehalten hat, kann sich der Senat nicht anschlie&szlig;en. Es ist nicht erforderlich, dass der Steuerpflichtige sich w&auml;hrend einer Mindestzahl von Tagen oder Wochen im Jahr tats&auml;chlich in der Wohnung aufh&auml;lt. Auch unregelm&auml;&szlig;ige Aufenthalte in einer Wohnung k&ouml;nnen zur Aufrechterhaltung eines dortigen Wohnsitzes f&uuml;hren (Senatsurteile vom 28.&nbsp;Januar 2004 I&nbsp;R&nbsp;56\/02, BFH\/NV 2004, 917; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2002 I&nbsp;R&nbsp;15\/01, BFH\/NV 2002, 1411; Senatsbeschluss vom 27.&nbsp;September 1999 I&nbsp;B&nbsp;83\/98, BFH\/NV 2000, 673). Nach den bindenden Feststellungen des FG hielt sich der Kl&auml;ger w&auml;hrend seiner gesamten Abordnungszeit unregelm&auml;&szlig;ig in vorstehendem Sinne in seiner Wohnung in B-Stadt auf (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO). Zwar kam er zu Beginn seiner Abordnung im letzten Quartal 2008 nicht mehr nach B-Stadt; jedoch hielt er sich in 2009 an 22 Tagen, in 2010 an 26 Tagen und in 2011 (bis zum Ende der Abordnung) an einem Tag in seiner Wohnung in B-Stadt auf. Dies gen&uuml;gt auch in zeitlicher Hinsicht f&uuml;r die Annahme, dass der Kl&auml;ger w&auml;hrend der Dauer seiner Abordnung die Wohnung in der A-Stra&szlig;e innegehabt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dem steht nicht entgegen, dass der Kl&auml;ger daneben &#8211;auch&#8211; einen Wohnsitz im Abordnungsland hatte. Ein Steuerpflichtiger kann gleichzeitig mehrere Wohnsitze i.S. des &sect;&nbsp;8 AO haben. Diese k&ouml;nnen im In- und\/oder Ausland belegen sein (Senatsurteile in BFH\/NV 2004, 917; in BFH\/NV 2002, 1411; in BFHE 182, 296, BStBl II 1997, 447). Da diese Vorschrift ohne weitere Unterscheidung nur das Vorliegen &quot;eines&quot; Wohnsitzes verlangt, geht sie erkennbar von der Gleichwertigkeit aller Wohnsitze einer Person aus. Insbesondere enth&auml;lt &sect;&nbsp;8 AO keinen Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r eine Differenzierung zwischen &quot;Hauptwohnsitz&quot; und &quot;Nebenwohnsitz&quot;. Vor diesem Hintergrund verbietet sich die Annahme, dass nur ein &#8211;in welcher Weise auch immer&#8211; &quot;qualifizierter&quot; Wohnsitz zur unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht f&uuml;hrt. Entscheidend ist allein, ob objektiv erkennbare Umst&auml;nde daf&uuml;r sprechen, dass der Steuerpflichtige die Wohnung f&uuml;r Zwecke des eigenen Wohnens beibeh&auml;lt. In diesem Zusammenhang kommt es auf einen Vergleich der Wohnung mit einer anderen nach Gr&ouml;&szlig;e und Ausstattung nicht an. Ein Wohnsitz i.S. des &sect;&nbsp;8 AO setzt auch nicht voraus, dass der Steuerpflichtige von dort seiner t&auml;glichen Arbeit nachgeht (Senatsurteile in BFH\/NV 2004, 917; in BFH\/NV 2002, 1411; in BFHE 182, 296, BStBl II 1997, 447).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Schlie&szlig;lich ist dem Wortlaut des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG nicht zu entnehmen, dass nur derjenige Wohnsitz zur unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht f&uuml;hrt, der zugleich den Mittelpunkt der Lebensinteressen der betreffenden Person darstellt. Dementsprechend hat der Senat wiederholt entschieden, dass ein inl&auml;ndischer Wohnsitz auch dann zur unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht eines Steuerpflichtigen f&uuml;hrt, wenn der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen sich im Ausland befindet (Senatsurteile in BFH\/NV 2004, 917; in BFH\/NV 2002, 1411; in BFHE 182, 296, BStBl II 1997, 447). Der Streitfall bietet keine Veranlassung, hiervon abzuweichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch gibt es keinen &quot;allgemeinen Grundsatz des internationalen Steuerrechts&quot;, nach dem jede Person nur von demjenigen Staat als unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig behandelt werden darf, in dem sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen befindet (Senatsurteile in BFH\/NV 2004, 917; vom 24.&nbsp;Januar 2001 I&nbsp;R&nbsp;100\/99, BFH\/NV 2001, 1402). Die Frage der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht im Inland ist zu trennen von der Frage, in welchem Vertragsstaat eine Person im Sinne eines &#8211;ggf. vorhandenen&#8211; Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung als ans&auml;ssig gilt. Demgem&auml;&szlig; ist es entgegen der Ansicht der Vorinstanz auch ohne Bedeutung, ob es sich bei dem Wohnsitz der Kl&auml;ger im Abordnungsland um den &quot;Familienwohnsitz&quot; handelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Eine Wohnsitzaufgabe ergibt sich schlie&szlig;lich auch nicht aus der Beauftragung des Maklers zum Verkauf des Einfamilienhauses. Zwar k&ouml;nnen Bem&uuml;hungen um die Ver&auml;u&szlig;erung eines eigenen Hauses grunds&auml;tzlich f&uuml;r eine Aufgabe des Wohnsitzes sprechen (vgl. Buciek in Gosch, AO &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;38; Musil in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;8 AO Rz&nbsp;45). Vorliegend hat das FG allerdings bindend festgestellt, dass die Beauftragung des Maklers nur von einem steuerlichen Gestaltungswillen getragen war. Es lag somit keine ernsthafte Verkaufsabsicht vor, die eine Wohnsitzaufgabe h&auml;tte begr&uuml;nden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Diese Beurteilung steht im Einklang mit der st&auml;ndigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger ist das Senatsurteil vom 17.&nbsp;Mai 1995 I&nbsp;R&nbsp;8\/94 (BFHE 178, 294, BStBl II 1996, 2) f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls nicht einschl&auml;gig. Es betrifft zwar die Aufgabe eines Wohnsitzes durch Eheleute infolge einer Versetzung ins Ausland. Im Urteilsfall war aber nur dar&uuml;ber zu entscheiden, ob die Wohnsitzaufgabe f&uuml;r beide Eheleute zeitlich einheitlich zu beurteilen ist oder ob es denkbar ist, dass die Eheleute ihren jeweiligen Wohnsitz zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgeben. Der erkennende Senat hat Letzteres f&uuml;r m&ouml;glich gehalten, jedoch gefordert, dass die Steuerpflichtigen die Umst&auml;nde darlegen m&uuml;ssen, die f&uuml;r eine Wohnsitzaufgabe zu unterschiedlichen Zeitpunkten sprechen. In der Regel wird eine solche Darlegung nur dann schl&uuml;ssig m&ouml;glich sein, wenn der Ehepartner sich nicht mit nur kurzem zeitlichen Abstand ebenfalls ins Ausland begibt. So ist der Streitfall jedoch nicht gelagert. Er ist durch die Beibehaltung einer Wohnung gekennzeichnet, die auch vor und nach dem Auslandsaufenthalt der Kl&auml;ger deren Wohnsitz bildete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;ger berufen sich zudem zu Unrecht auf das Senatsurteil vom 10.&nbsp;April 2013 I&nbsp;R&nbsp;50\/12 (BFH\/NV 2013, 1909). Zwar hat der Senat in dem Urteilsfall, in dem es um ein &quot;Standby-Zimmer&quot; eines Piloten im Inland ging, ausgef&uuml;hrt, dass f&uuml;r eine Wohnnutzung eine Nutzung erforderlich ist, die &uuml;ber blo&szlig;e Besuche, kurzfristige Ferienaufenthalte und das Aufsuchen der Wohnung zu Verwaltungszwecken hinausgeht. Der Hinweis diente jedoch insbesondere der Abgrenzung zu sog. &quot;Ferienwohnungen&quot; oder &quot;Wochenendh&auml;usern&quot; (vgl. hierzu auch BFH-Urteile vom 26.&nbsp;Januar 2001 VI&nbsp;R&nbsp;89\/00, BFH\/NV 2001, 1018; vom 12.&nbsp;Januar 2001 VI&nbsp;R&nbsp;64\/98, BFH\/NV 2001, 1231, zum gelegentlichen besuchsweisen Aufenthalt im Inland bei dauerndem bzw. langfristigem Wegzug mit der Familie ins Ausland). Ein solcher R&uuml;ckschluss ist jedoch dann nicht m&ouml;glich, wenn eine Wohnung &#8211;wie im Streitfall&#8211; unver&auml;ndert beibehalten wird und vor und nach einem Auslandsaufenthalt des Steuerpflichtigen dessen einzigen Wohnsitz bildet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die H&ouml;he der vom FG ermittelten &#8211;und von den Beteiligten im Revisionsverfahren nicht streitig gestellten&#8211; Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Entscheidungsgr&uuml;nde des angefochtenen Urteils enthalten insoweit keine Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat zwar nicht ausdr&uuml;cklich die Einkunftserzielungsabsicht des vermieteten Zimmers in der A-Stra&szlig;e festgestellt. Die Behandlung der Vermietungseink&uuml;nfte als steuerpflichtige Eink&uuml;nfte impliziert allerdings, dass der Kl&auml;ger auch insoweit &#8211;von Oktober 2008 bis Januar 2009 und von M&auml;rz 2010 bis Juni 2011&#8211; nach Auffassung des FG mit Einkunftserzielungsabsicht gehandelt habe. Dies ist nicht zu beanstanden. Zwar handelte es sich bei der Vermietung des Zimmers in der A-Stra&szlig;e um keine auf Dauer angelegte Vermietungst&auml;tigkeit, bei der grunds&auml;tzlich davon auszugehen ist, dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, einen Einnahmen&uuml;berschuss zu erzielen (vgl. st&auml;ndige Rechtsprechung seit BFH-Urteil vom 30.&nbsp;September 1997 IX&nbsp;R&nbsp;80\/94, BFHE 184, 406, BStBl II 1998, 771). Vielmehr stand im Streitfall aufgrund der zeitlich befristeten Abordnung ins Ausland von vornherein fest, dass die Vermietung nur auf die Abordnungsdauer begrenzt sein sollte. Unter diesen Umst&auml;nden bedarf es der Prognose, ob ein Total&uuml;berschuss erzielt werden soll (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Juli 2002 IX&nbsp;R&nbsp;57\/00, BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695). Dies wiederum ist f&uuml;r die Dauer der Abordnung nach den Feststellungen des FG jedoch zu bejahen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zudem ist die einkommensteuerliche Beurteilung des FG, wonach die Werbungskosten insoweit w&auml;hrend des Abordnungszeitraums des Kl&auml;gers nur raum- und zeitanteilig zu ber&uuml;cksichtigen sind &#8211;was von den Beteiligten ebenfalls nicht in Frage gestellt wurde&#8211;, nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Wird ein Geb&auml;ude zum Teil fremdvermietet, zum Teil zu eigenen Wohnzwecken genutzt, sind geb&auml;udebezogene Aufwendungen nur insoweit als Werbungskosten abziehbar, als sie auf den vermieteten Teil entfallen (BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Juni 2008 IX&nbsp;R&nbsp;26\/06, BFH\/NV 2008, 1482; vom 16.&nbsp;April 2002 IX&nbsp;R&nbsp;65\/98, BFH\/NV 2002, 1154; vgl. auch Pfirrmann in Herrmann\/Heuer\/ Raupach, &sect;&nbsp;21 EStG Rz&nbsp;90, m.w.N.). Soweit die Aufwendungen den verschieden genutzten Geb&auml;udeteilen nicht eindeutig zugeordnet werden k&ouml;nnen, werden sie regelm&auml;&szlig;ig nach dem Verh&auml;ltnis der eigengenutzten Wohn-\/Nutzfl&auml;chen des Geb&auml;udes zu denen, die der Vermietung und damit der Einkunftserzielung dienen, als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1482, m.w.N.). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die Aufteilung nach Wohn-\/Nutzfl&auml;chen typischerweise auch die anteiligen Investitionskosten des Objekts abbildet. Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen hat das FG eine entsprechende Zuordnung und Aufteilung der Werbungskosten vorgenommen; sie l&auml;sst keinen Rechtsfehler erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Schlie&szlig;lich ist auch nicht zu beanstanden, dass das FG hinsichtlich des vermieteten Zimmers in der A-Stra&szlig;e einen Werbungskostenabzug w&auml;hrend des Leerstands von Februar 2009 bis Februar 2010 versagt hat. Das FG hat f&uuml;r diesen Zeitraum keine ernsthaften und nachhaltigen Vermietungsbem&uuml;hungen des Kl&auml;gers &#8211;z.B. durch Vermietungsinserate&#8211; festgestellt. Es verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze, dass das FG deshalb insoweit von fehlender Einkunftserzielungsabsicht ausgegangen ist (s. hierzu auch Pfirrmann in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;21 EStG Rz&nbsp;95, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung sind daher in den Einkommensteuerbescheiden 2008 bis 2010 in der vom FG ermittelten H&ouml;he zu vermindern. Einer vom FG festgestellten Erh&ouml;hung der Vermietungseink&uuml;nfte im Einkommensteuerbescheid 2011 steht das Verbot der Schlechterstellung entgegen (&sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Das FG ist teilweise von einer anderen Rechtsauffassung ausgegangen. Sein Urteil ist daher aufzuheben. Die angefochtenen Bescheide werden nach Ma&szlig;gabe der Entscheidungsgr&uuml;nde ge&auml;ndert. Die Berechnung der festzusetzenden Steuer wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz 2 FGO dem FA &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1, 137 Satz&nbsp;1 FGO. Die Kl&auml;ger haben die Tatsachen, auf denen die Herabsetzung der Vermietungseink&uuml;nfte in den Jahren 2008, 2009 und 2010 beruht, erst im finanzgerichtlichen Verfahren vorgebracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.7.2018, I R 58\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.240718.IR58.16.0 Wohnsitz eines Piloten bei mehrj&auml;hriger Auslandsabordnung Leits&auml;tze 1. NV: Ein Steuerpflichtiger kann gleichzeitig mehrere Wohnsitze i.S. des &sect; 8 AO haben. Diese k&ouml;nnen im Inland und\/oder Ausland belegen sein. 2. NV: Ein Wohnsitz i.S. des &sect; 8 AO setzt nicht voraus, dass der Steuerpflichtige sich w&auml;hrend einer Mindestzahl &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-58-16-wohnsitz-eines-piloten-bei-mehrjaehriger-auslandsabordnung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;58\/16 &#8211; Wohnsitz eines Piloten bei mehrj&auml;hriger Auslandsabordnung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70168","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70168"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70168\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}