{"id":70169,"date":"2019-01-04T12:35:05","date_gmt":"2019-01-04T10:35:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70169"},"modified":"2019-01-04T12:35:05","modified_gmt":"2019-01-04T10:35:05","slug":"i-r-44-16-auslegung-von-dba-lichtdesigner-als-werkschaffender-kuenstler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-44-16-auslegung-von-dba-lichtdesigner-als-werkschaffender-kuenstler\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;44\/16 &#8211; Auslegung von DBA &#8211; Lichtdesigner als werkschaffender K&uuml;nstler"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2018, I R 44\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.110718.IR44.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Auslegung von DBA &#8211; Lichtdesigner als werkschaffender K&uuml;nstler<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Zum Einfluss einer &Auml;nderung des OECD-Musterkommentars auf die Auslegung von Doppelbesteuerungsabkommen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ein Lichtdesigner ist werkschaffend t&auml;tig, wenn er das sp&auml;ter zur Auff&uuml;hrung gebrachte Lichtdesign vorab entwickelt und sein Werk sodann vor der eigentlichen Auff&uuml;hrung lediglich an die lokalen Verh&auml;ltnisse anpasst, ohne noch im Rahmen der (sp&auml;teren) Auff&uuml;hrungen auf das Werk Einfluss zu nehmen. Anders ist es dann, wenn er sein Werk &#8211;nach Art eines Performance-K&uuml;nstlers&#8211; vor dem Publikum schafft.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 16. Juli 2015&nbsp;&nbsp;15 K 1093\/10 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (Vollsenat) zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) waren in den Jahren 2002 bis 2005 und 2007 (Streitjahre) unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig und wurden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger war in dieser Zeit als Lichtdesigner an verschiedenen Opernh&auml;usern im Ausland (Belgien, D&auml;nemark, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Schweiz, Japan) t&auml;tig. Die Honorare wurden nach Abzug von Quellensteuern ausbezahlt. In Arbeitgeber-Bescheinigungen aus Frankreich (2002 und 2003), Schweden (2003) und der Schweiz (2007) sind insoweit nichtselbst&auml;ndige Eink&uuml;nfte ausgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) qualifizierte die ausl&auml;ndischen Einnahmen des Kl&auml;gers insgesamt als Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit und unterwarf sie mit den f&uuml;r die Streitjahre ergangenen Einkommensteuerbescheiden der inl&auml;ndischen Besteuerung, ohne die einbehaltenen Quellensteuerbetr&auml;ge anzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer nach erfolglosem Einspruch erhobenen Klage haben die Kl&auml;ger geltend gemacht, dass die Eink&uuml;nfte aus Frankreich (2002 und 2003), Schweden (2003) und der Schweiz (2007) aufgrund der ausl&auml;ndischen Qualifikation als solche aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit steuerfrei seien und lediglich dem Progressionsvorbehalt unterl&auml;gen. Zudem sei die Einkommensteuer, soweit sie auf ausl&auml;ndische Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit entfallen sei, unter Anrechnung der im Ausland einbehaltenen Quellensteuer festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil vom 16.&nbsp;Juli 2015&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;1093\/10 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2017, 1936) gab das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg der Klage teilweise statt. Das FG vertrat die Auffassung, die Einnahmen des Kl&auml;gers in Frankreich (2002 und 2003), Schweden (2003) und Schweiz (2007) seien ausweislich der vorgelegten ausl&auml;ndischen Bescheinigungen als solche aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu qualifizieren. Das FA habe hingegen zu Recht die f&uuml;r die selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers einbehaltenen Quellensteuern nicht angerechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des FA, mit welcher dieses Verletzung von Bundesrecht geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 16.&nbsp;Juli 2015&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;1093\/10 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet, sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an den zust&auml;ndigen Vollsenat des FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Feststellungen des FG reichen nicht aus, um beurteilen zu k&ouml;nnen, ob das innerstaatliche Besteuerungsrecht hinsichtlich der vom Kl&auml;ger f&uuml;r die in Frankreich (2002 und 2003), Schweden (2003) und der Schweiz (2007) bezogenen Eink&uuml;nfte nach den einschl&auml;gigen Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (DBA) ausgeschlossen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung (EStG) sind nat&uuml;rliche Personen, die &#8211;wie die Kl&auml;ger in den Streitjahren&#8211; im Inland einen Wohnsitz oder ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt haben, unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig. Die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht erstreckt sich nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 und Nr.&nbsp;4 EStG grunds&auml;tzlich auch auf ausl&auml;ndische Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger oder aber nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Hierzu geh&ouml;ren die vom Kl&auml;ger erzielten Eink&uuml;nfte aus seinen Gastauftritten an ausl&auml;ndischen B&uuml;hnen. Auch besteht &#8211;ungeachtet der Qualifikationsunterschiede zwischen den Beteiligten&#8211; Einvernehmen &uuml;ber deren H&ouml;he. Der Senat teilt diese Ansicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ob das innerstaatliche Besteuerungsrecht hinsichtlich der vom Kl&auml;ger in Frankreich (2002 und 2003), Schweden (2003) und der Schweiz (2007) erzielten Eink&uuml;nfte nach dem jeweils einschl&auml;gigen DBA ausgeschlossen wird, l&auml;sst sich aufgrund der bisherigen Feststellungen des FG nicht abschlie&szlig;end beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Kl&auml;ger nicht ausnahmsweise als K&uuml;nstler i.S. des Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Franz&ouml;sischen Republik zur Vermeidung von Doppelbesteuerungen und &uuml;ber gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuern und der Grundsteuern vom 21.&nbsp;Juli 1959 (BGBl II 1961, 398, BStBl I 1961, 343) &#8211;DBA-FRA&#8211; oder des Art.&nbsp;17 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem K&ouml;nigreich Schweden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung bei den Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie bei den Erbschaft- und Schenkungsteuern und zur Leistung gegenseitigen Beistands bei den Steuern (Deutsch-schwedisches Steuerabkommen) vom 14.&nbsp;Juli 1992 (BGBl II 1994, 687, BStBl I 1994, 423) &#8211;DBA-SWE&#8211; oder des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 11.&nbsp;August 1971 (BGBl II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519) &#8211;DBA-CHE&#8211; t&auml;tig geworden ist (dazu 3.), kommt es entscheidungserheblich darauf an, ob er selbst&auml;ndige oder nichtselbst&auml;ndige Eink&uuml;nfte erzielt hat. Letzteres ergibt sich daraus, dass das Besteuerungsrecht f&uuml;r selbst&auml;ndige Eink&uuml;nfte ohne das Vorhandensein einer festen Einrichtung im Inland (Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-FRA, Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 DBA-SWE, DBA-CHE), hingegen f&uuml;r nichtselbst&auml;ndige Eink&uuml;nfte (Art.&nbsp;13 DBA-FRA, Art.&nbsp;15 DBA-SWE, DBA-CHE) aber nach den vorgelegten Steuerbescheinigungen der ausl&auml;ndischen Arbeitgeber im Ausland l&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist insoweit von nur kurzfristigen und einen Zeitraum von sechs Wochen unterschreitenden Eins&auml;tzen des Kl&auml;gers im Ausland ausgegangen. Es ist aufgrund dieser Feststellungen unter Berufung auf das Senatsurteil vom 2.&nbsp;Dezember 1992 I&nbsp;R&nbsp;77\/91 (BFHE 170, 126) zu der Auffassung gelangt, dass unter den Gegebenheiten des Streitfalls nicht vom Vorliegen einer festen Einrichtung des Kl&auml;gers im jeweiligen Quellenstaat auszugehen sei. Dazu hat das FG die &Uuml;berlegungen des Senats im vorgenannten Urteil w&ouml;rtlich wiedergegeben. Danach korrespondiert das Tatbestandsmerkmal der st&auml;ndigen Einrichtung mit dem Betriebsst&auml;ttenbegriff und fehlt es an der erforderlichen &quot;Verwurzelung&quot; des Steuerpflichtigen mit dem Ort der Aus&uuml;bung seiner unternehmerischen T&auml;tigkeit (keine feste &ouml;rtliche Bindung). Die Kl&auml;ger haben gegen die vorgenannten Tatsachenfeststellungen des FG keine Einwendungen vorgebracht. Der auf dieser Grundlage vom FG gezogene rechtliche Schluss, dass der Kl&auml;ger seine T&auml;tigkeiten nicht unter Benutzung einer festen Einrichtung im Ausland ausge&uuml;bt hat, entspricht den Vorgaben der Senatsrechtsprechung und weist keine Rechtsfehler auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 DBA-FRA, Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 DBA-SWE sowie Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 DBA-CHE k&ouml;nnen dabei Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen, die eine in einem Vertragsstaat ans&auml;ssige Person aus unselbst&auml;ndiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert werden, es sei denn, die Arbeit wird im anderen Vertragsstaat ausge&uuml;bt. Die Abkommensbestimmungen definieren die Begriffe &quot;unselbst&auml;ndige&quot;, &quot;nichtselbst&auml;ndige Arbeit&quot; sowie &quot;Verg&uuml;tungen&quot; nicht. Deshalb ist der Senat bereits im Urteil vom 18.&nbsp;Juli 1973 I&nbsp;R&nbsp;52\/69 (BFHE 110, 43, BStBl II 1973, 757) unter Bezugnahme auf das Senatsurteil vom 26.&nbsp;April 1966 I&nbsp;216\/63 (BFHE 85, 460, BStBl III 1966, 465) und in &Uuml;bereinstimmung mit der Literatur (vgl. etwa Wassermeyer\/Schwenke in Wassermeyer, MA Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;63; Reinhold in Gosch\/Kroppen\/ Grotherr, DBA, Art.&nbsp;15 OECD-MA Rz&nbsp;92&nbsp;ff.; Bourseaux\/Levedag in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, DBA, Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;70; alle m.w.N.; a.A. Prokisch in Vogel\/Lehner, DBA, 6.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;27) davon ausgegangen, dass sie nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD-Musterabkommen &#8211;OECD-MustAbk&#8211;), dem Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 DBA-FRA, Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 DBA-SWE und Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 DBA-CHE aus der Sicht Deutschlands als Anwenderstaat durch R&uuml;ckgriff auf &sect;&nbsp;19 EStG und &sect;&nbsp;2 der Lohnsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (LStDV) auszulegen sind. Bereits zuvor hatte der Senat mit Urteil vom 6.&nbsp;Oktober 1971 I&nbsp;R&nbsp;207\/66 (BFHE 103, 421, BStBl II 1972, 88) entschieden, dass die Frage, ob Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger oder nichtselbst&auml;ndiger Arbeit vorl&auml;gen, sich (auch) f&uuml;r die Auslegung eines DBA nach deutschem Recht bestimme, da die DBA die Abgrenzung der Einkunftsarten nicht regeln. Nichts anderes gilt f&uuml;r die im anh&auml;ngigen Verfahren einschl&auml;gigen Abkommensbestimmungen (vgl. zum DBA-FRA: Kramer in Wassermeyer, Frankreich Art.&nbsp;13 Rz&nbsp;11; Bourseaux\/Levedag, a.a.O., Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;164; zum DBA-SWE: L&uuml;dicke in Wassermeyer, Schweden Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;15 unter Verweis auf die Kommentierung zum OECD-MA; zum DBA-CHE: Brandis in Wassermeyer, Schweiz Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;26; Bourseaux\/Levedag in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, a.a.O., Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;259; Kempermann in Flick\/Wassermeyer\/Kempermann, Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz, Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der hiernach ma&szlig;gebliche &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 LStDV sieht solche Personen als &quot;Arbeitnehmer&quot; an, die im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst angestellt oder besch&auml;ftigt sind oder waren und die aus diesem oder einem fr&uuml;heren Dienstverh&auml;ltnis Arbeitslohn beziehen. Ein &quot;Dienstverh&auml;ltnis&quot; in diesem Sinne liegt vor, wenn der Angestellte (Besch&auml;ftigte) dem Arbeitgeber seine Arbeitskraft schuldet, d.h., wenn die t&auml;tige Person in der Bet&auml;tigung ihres gesch&auml;ftlichen Willens unter der Leitung des Arbeitgebers steht oder im gesch&auml;ftlichen Organismus des Arbeitgebers dessen Weisungen zu folgen verpflichtet ist (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 LStDV). Demgegen&uuml;ber ist eine (nat&uuml;rliche) Person selbst&auml;ndig t&auml;tig, wenn sie auf eigene Rechnung und Gefahr t&auml;tig ist, d.h. wenn sie das Erfolgsrisiko der eigenen Bet&auml;tigung (Unternehmerrisiko) tr&auml;gt und Unternehmerinitiative entfalten kann (vgl. Senatsurteile vom 29.&nbsp;November 1978 I&nbsp;R&nbsp;159\/76, BFHE 126, 457, BStBl II 1979, 182; vom 13.&nbsp;Februar 1980 I&nbsp;R&nbsp;17\/78, BFHE 129, 565, BStBl II 1980, 303; vom 31.&nbsp;Juli 1990 I&nbsp;R&nbsp;173\/83, BFHE 162, 236, BStBl II 1991, 66; vom 20.&nbsp;Dezember 2017 I&nbsp;R&nbsp;98\/15, BFHE 260, 169).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Das FG hat zu diesen Abgrenzungskriterien indes keine Feststellungen getroffen, sondern alleine auf die ausl&auml;ndischen Bescheinigungen abgehoben, weil sich nach seiner Ansicht die Eink&uuml;nftequalifikation i.S. einer Qualifikationsverkettung (siehe dazu die Nachweise im Senatsurteil vom 25.&nbsp;Mai 2011 I&nbsp;R&nbsp;95\/10, BFHE 234, 63, BStBl II 2014, 760) nach den ausl&auml;ndischen Arbeitgeberbescheinigungen richte. Dem ist indes auch mit Blick auf den im OECD-Musterkommentar (OECD-MustKomm) ab dem Jahr 2000 vertretenen sog. new approach (Nr.&nbsp;32.2&nbsp;ff. OECD-MustKomm zu Art.&nbsp;23A OECD-MustAbk; dazu Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 16.&nbsp;April 2010, BStBl I 2010, 354, Tz.&nbsp;4.1.3.3.1; Prokisch in Vogel\/Lehner, a.a.O., Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;16a unter Verweis auf Lehner, ebenda, Grundlagen Rz&nbsp;158 a&nbsp;ff.; Sch&ouml;nfeld\/H&auml;ck in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, a.a.O., Art.&nbsp;23A\/B Rz&nbsp;9) nicht zu folgen (ebenso Brettschneider, EFG 2017, 1939; Bodewaldt, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2017, 124; Schulz-Trieglaff, IStR 2018, 341, 344).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r das DBA-SWE, welches trotz der Neufassung des OECD-Musterkommentars unver&auml;ndert geblieben ist, ergibt sich dies bereits aus der bestehenden Rechtsprechung. Der Senat hat die Annahme einer Qualifikationsverkettung f&uuml;r sog. Alt-DBA ohne entsprechende abkommensrechtliche Anordnung bereits zur&uuml;ckgewiesen (vgl. Senatsurteil in BFHE 234, 63, BStBl II 2014, 760 zu subjektiven Qualifikationskonflikten; Senatsbeschluss vom 13.&nbsp;November 2013 I&nbsp;R&nbsp;67\/12, BFHE 243, 361, BStBl II 2014, 172). Die Tatsache, dass Art.&nbsp;23A Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk im Ans&auml;ssigkeitsstaat die Freistellung f&uuml;r Eink&uuml;nfte verlangt, die &quot;nach diesem Abkommen im anderen Vertragsstaat besteuert werden&quot; k&ouml;nnen, f&uuml;hrt danach nicht zur Bindung des Ans&auml;ssigkeitsstaats an die Qualifikation im Quellenstaat. Vielmehr ist auch im Rahmen dieses Methodenartikels die Frage nach dem &quot;Besteuern-K&ouml;nnen&quot; im Einklang mit Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 OECD-MustAbk und damit nach dem (nationalen) Recht des Ans&auml;ssigkeitsstaats des Steuerpflichtigen &#8211;des sog. Anwenderstaates&#8211; zu beurteilen (Senatsurteile in BFHE 234, 63, BStBl II 2014, 760; vom 26.&nbsp;Juni 2013 I&nbsp;R&nbsp;48\/12, BFHE 242, 195, BStBl II 2014, 367). Ferner widerspricht es der st&auml;ndigen Spruchpraxis des Senats, im Sinne einer dynamischen Abkommensauslegung der sp&auml;teren Fortentwicklung oder &Auml;nderung von OECD-Verlautbarungen eine streitentscheidende Bedeutung f&uuml;r das Verst&auml;ndnis bereits zuvor verhandelter Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung beizumessen (z.B. Senatsurteile vom 23.&nbsp;September 2008 I&nbsp;R&nbsp;57\/07, BFH\/NV 2009, 390; vom 9.&nbsp;Februar 2011 I&nbsp;R&nbsp;54, 55\/10, BFHE 232, 476, BStBl II 2012, 106; in BFHE 234, 63, BStBl II 2014, 760; vom 16.&nbsp;Januar 2014 I&nbsp;R&nbsp;30\/12, BFHE 244, 354, BStBl II 2014, 721; vom 15.&nbsp;April 2015 I&nbsp;R&nbsp;73\/13, BFH\/NV 2015, 1674; vom 10.&nbsp;Juni 2015 I&nbsp;R&nbsp;79\/13, BFHE 250, 110, BStBl II 2016, 326; vom 12.&nbsp;Oktober 2016 I&nbsp;R&nbsp;92\/12, BFHE 256, 32; Senatsbeschl&uuml;sse vom 8.&nbsp;Dezember 2010 I&nbsp;R&nbsp;92\/09, BFHE 232, 137, BStBl II 2011, 488; vom 21.&nbsp;August 2015 I&nbsp;R&nbsp;63\/13, BFH\/NV 2016, 36; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dar&uuml;ber hinaus ist eine Qualifikationsverkettung aber auch f&uuml;r das DBA-FRA und das DBA-CHE abzulehnen. Insbesondere kann sich der Senat nicht der Ansicht der Kl&auml;ger anschlie&szlig;en, diese Abkommen seien bereits deshalb nach Ma&szlig;gabe der Neufassung des OECD-Musterkommentars auszulegen, weil sie &#8211;wenn auch ohne positive Anordnung einer Qualifikationsverkettung&#8211; zeitnah zur Neufassung des Kommentars durch das Gesetz zu dem Zusatzabkommen vom 20.&nbsp;Dezember 2001 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Franz&ouml;sischen Republik zum DBA-FRA (BGBl II 2002, 2370, BStBl I 2002, 891) sowie durch das Gesetz zu dem Revisionsprotokoll vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2002 zum DBA-CHE (BGBl II 2003, 67, BStBl I 2003, 165) modifiziert worden sind (vgl. zum DBA-CHE Kempermann, a.a.O.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Auszugehen ist hierbei von Art.&nbsp;31 des Wiener &Uuml;bereinkommens &uuml;ber das Recht der Vertr&auml;ge vom 23.&nbsp;Mai 1969 &#8211;W&Uuml;RV&#8211; (BGBl II 1985, 927), nach dessen Absatz&nbsp;1 ein Vertrag nach Treu und Glauben in &Uuml;bereinstimmung mit der gew&ouml;hnlichen, seiner Bestimmung in ihrem Zusammenhang zukommenden Bedeutung im Lichte seines Zieles und Zweckes auszulegen ist (vgl. Senatsurteil in BFHE 250, 110, BStBl II 2016, 326). Au&szlig;er dem in Art.&nbsp;31 Abs.&nbsp;2 W&Uuml;RV n&auml;her beschriebenen systematischen &quot;Zusammenhang&quot; sind nach Art.&nbsp;31 Abs.&nbsp;3 W&Uuml;RV in gleicher Weise jede sp&auml;tere &Uuml;bereinkunft zwischen den Vertragsparteien &uuml;ber die Auslegung des Vertrags oder die Anwendung seiner Bestimmungen (Buchst.&nbsp;a) sowie jede sp&auml;tere &Uuml;bung bei der Anwendung des Vertrags, aus der die &Uuml;bereinstimmung der Vertragsparteien &uuml;ber seine Auslegung hervorgeht (Buchst.&nbsp;b), zu ber&uuml;cksichtigen. Demgem&auml;&szlig; kann ein &uuml;bereinstimmendes Abkommensverst&auml;ndnis und eine gemeinsame &quot;&Uuml;bung&quot; der beteiligten Finanzverwaltungen f&uuml;r die Abkommensauslegung bedeutsam sein (s. z.B. Senatsurteile vom 25.&nbsp;Oktober 2006 I&nbsp;R&nbsp;81\/04, BFHE 215, 237, BStBl II 2010, 778, sowie vom 25.&nbsp;Oktober 2006 I&nbsp;R&nbsp;18\/04, BFH\/NV 2007, 875), das aber immer nur insofern, als sie nicht dem Wortlaut des Abkommens zuwiderlaufen (vgl. Senatsurteil vom 27.&nbsp;August 2008 I&nbsp;R&nbsp;64\/07, BFHE 222, 553, BStBl II 2009, 97). Nach Art.&nbsp;31 Abs.&nbsp;4 W&Uuml;RV ist schlie&szlig;lich einem Ausdruck eine besondere Bedeutung i.S. einer Auslegungshilfe beizulegen, wenn feststeht, dass die Vertragsparteien dies beabsichtigt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Der Senat hat bislang die Frage, ob ein ge&auml;nderter OECD-Musterkommentar bei der Abkommensauslegung ber&uuml;cksichtigt werden kann, wenn das konkrete Abkommen sp&auml;ter ge&auml;ndert wird, noch nicht entschieden. Er hat lediglich ausgef&uuml;hrt, dass Empfehlungen der OECD, wie sie sich im sog. Partnership Report niedergeschlagen haben, eine Hilfe f&uuml;r die Abkommensauslegung darstellen, aber &quot;fr&uuml;hestens&quot; ab der entsprechenden Neufassung des OECD-Musterkommentars im Jahre 2000 beachtenswert sein k&ouml;nnen (Senatsurteil in BFHE 234, 63, BStBl II 2014, 760).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Der Senat kann es insoweit offen lassen, ob Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 DBA-CHE, wonach aus der Schweiz stammende Eink&uuml;nfte, die &quot;nach den vorstehenden Artikeln in der Schweiz besteuert werden k&ouml;nnen&quot;, von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ausgenommen werden, &uuml;berhaupt auslegungsf&auml;hig ist. Gleiches gilt f&uuml;r Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a DBA-FRA (&quot;Eink&uuml;nfte, die nach diesem Abkommen in Frankreich besteuert werden k&ouml;nnen&quot;). Er braucht auch nicht zu entscheiden, ob Nr.&nbsp;32.2&nbsp;ff. OECD-MustKomm zu Art.&nbsp;23A OECD-MustAbk &uuml;berhaupt eine bei der Auslegung zu ber&uuml;cksichtigende &quot;&Uuml;bung der Vertragsstaaten&quot; zu begr&uuml;nden vermag (verneinend Senatsurteil in BFHE 244, 354, BStBl II 2014, 721: lediglich Meinungsbild der beteiligten Fisci) oder ob es nicht vielmehr auf die konkrete Abkommensanwendung ankommt, die im Streitfall gerade durch das FA zu einer Verneinung der Bindung Deutschlands an die ausl&auml;ndischen Bescheinigungen gef&uuml;hrt hat. Schlie&szlig;lich kann auch offen bleiben, ob eine ausl&auml;ndische Arbeitgeberbescheinigung zu einer unter Nr.&nbsp;32.2&nbsp;ff. OECD-MustKomm zu Art.&nbsp;23A OECD-MustAbk fallenden &quot;Qualifikation&quot; f&uuml;hren kann. Denn f&uuml;r die Judikative kommt es &#8211;gerade mit Blick auf das Gewaltenteilungsprinzip&#8211; allein auf den Abkommenstext und den Abkommenszusammenhang an (Senatsurteil in BFHE 244, 354, BStBl II 2014, 721) und kann Abweichendes nur gelten, wenn sich die (vermeintlichen) &quot;sp&auml;teren &Uuml;bereink&uuml;nfte der Vertragsstaaten&quot; oder &quot;zwischenstaatlichen &Uuml;bungen&quot; in einem ge&auml;nderten Abkommen sowie einem entsprechenden Transformationsgesetz niedergeschlagen haben (vgl. Wassermeyer in Wassermeyer, Vor Art.&nbsp;1 MA Rz&nbsp;63).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Wie das Bundesverfassungsgericht in seinem Beschluss vom 15.&nbsp;Dezember 2015&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/12 (BVerfGE 141, 1) betont hat, werden Rang und Einordnung eines v&ouml;lkerrechtlichen Vertrags innerhalb der deutschen Rechtsordnung durch das Grundgesetz (GG) bestimmt. W&auml;hrend die allgemeinen Regeln des V&ouml;lkerrechts kraft unmittelbar in der Verfassung erteilten Vollzugsbefehls innerstaatlich wirksam sind und im Rang &uuml;ber dem Gesetz stehen (Art.&nbsp;25 GG), bed&uuml;rfen v&ouml;lkerrechtliche Vertr&auml;ge, die die politischen Beziehungen des Bundes regeln oder sich auf Gegenst&auml;nde der Bundesgesetzgebung beziehen, f&uuml;r ihre innerstaatliche Wirksamkeit gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;59 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GG eines Zustimmungsgesetzes und haben grunds&auml;tzlich nur den Rang eines einfachen (Bundes-)Gesetzes. Zu den allgemeinen Regeln des V&ouml;lkerrechts geh&ouml;ren zwar das V&ouml;lkergewohnheitsrecht und die allgemeinen Rechtsgrunds&auml;tze des V&ouml;lkerrechts, Bestimmungen in v&ouml;lkerrechtlichen Vertr&auml;gen nehmen aber grunds&auml;tzlich nicht an dem in Art.&nbsp;25 Satz&nbsp;2 GG vorgesehenen Vorrang teil. Demgem&auml;&szlig; k&ouml;nnen sie nach dem lex-posterior-Grundsatz durch sp&auml;tere, ihnen widersprechende Bundesgesetze verdr&auml;ngt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Aus diesen Verfassungsgrunds&auml;tzen ergibt sich nicht nur, dass die zwischen den Fisci getroffene Vereinbarung, nach der eine sp&auml;tere &Uuml;bereinkunft der Vertragspartner f&uuml;r die Abkommensauslegung (hier in Form des OECD-Musterkommentars) ma&szlig;gebend sei, nicht dazu f&uuml;hren kann, dass ein v&ouml;lkerrechtlicher Vertrag f&uuml;r das innerstaatliche Recht eine andere Bedeutung erh&auml;lt, als dies dem Zustimmungsgesetz entspricht (Senatsurteil vom 1.&nbsp;Februar 1989 I&nbsp;R&nbsp;74\/86, BFHE 157, 39, BStBl II 1990, 4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Da &#8211;wie erl&auml;utert&#8211; die &Auml;nderung eines v&ouml;lkerrechtlichen Vertrags nur aufgrund eines entsprechenden Zustimmungsgesetzes innerstaatliche Wirksamkeit erlangt, und hierzu ausschlie&szlig;lich der deutsche Gesetzgeber befugt ist, bedarf es keiner weiteren Erl&auml;uterung, dass den die DBA vollziehenden Verwaltungsbeh&ouml;rden eine solche Kompetenz nicht zukommt (vgl. Lang in L&uuml;dicke\/ Mellinghoff\/R&ouml;dder [Hrsg.], Nationale und internationale Unternehmensbesteuerung in der Rechtsordnung, Festschrift f&uuml;r Dietmar Gosch, 2016, S.&nbsp;235, 240). Eine von ihnen getroffene Vereinbarung zur Abkommensauslegung kann, wenn sie keinen Eingang in den ge&auml;nderten Vertragstext sowie das Zustimmungsgesetz gefunden hat, auch die Gerichte nicht binden. Diese haben vielmehr den Abkommensinhalt nach Ma&szlig;gabe des Zustimmungsgesetzes zu ermitteln. Demgem&auml;&szlig; kann es auch unter dem Gesichtspunkt der Gewaltenteilung nicht in Betracht kommen, der blo&szlig;en &Auml;nderung des OECD-Musterkommentars, selbst dann, wenn sie mit Zustimmung der deutschen Verwaltung beschlossen worden sein sollte, eine normative und von den Gerichten zu beachtende Bedeutung beizumessen (gl.A. Lang, a.a.O.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Der OECD-Musterkommentar mag zwar f&uuml;r die Auslegung sp&auml;ter abgeschlossener Abkommen bedeutsam sein, er steht aber keinesfalls auf einer Stufe mit der auszulegenden v&ouml;lkervertraglichen Regelung selbst. Sein Stellenwert ist vielmehr dem der Gesetzesmaterialien bei der Auslegung nationaler Gesetze vergleichbar und es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass sich die Intentionen der &quot;Kommentatoren&quot; nicht im Gesetzestext widerspiegeln oder durch vorrangig einzustufende systematische oder teleologische Erw&auml;gungen verdr&auml;ngt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(5) Kommt es danach auf die Auslegung des Abkommens bzw. des Transformationsgesetzes an, so ist f&uuml;r das anh&auml;ngige Verfahren von ausschlaggebender Bedeutung, dass durch das Gesetz zu dem Zusatzabkommen vom 20.&nbsp;Dezember 2001 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Franz&ouml;sischen Republik zum DBA-FRA (BGBl II 2002, 2370, BStBl I 2002, 891) und durch das Gesetz zu dem Revisionsprotokoll vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2002 zum DBA-CHE (BGBl II 2003, 67, BStBl I 2003, 165) die zuvor bereits existierenden Methodenartikel &#8211;in f&uuml;r die vorliegende Streitfrage relevanten Passagen&#8211; nicht ge&auml;ndert worden sind. Vielmehr wurden die Abkommen nur anderenorts modifiziert. Hinzu kommt, dass die Schweiz in Nr.&nbsp;81 OECD-MustKomm zu Art.&nbsp;23A OECD-MustAbk einen Vorbehalt zur Nr.&nbsp;32 OECD-MustKomm erkl&auml;rt hatte, soweit der Qualifikationskonflikt die &Auml;nderung des innerstaatlichen Rechts nach dem Abschluss des Abkommens betrifft. Beiden &Auml;nderungen lassen sich mithin keine nachpr&uuml;fbaren Hinweise darauf entnehmen, dass die Vertragsstaaten eine Qualifikationsverkettung gewollt h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Hiernach kann nicht fraglich sein, dass die &Auml;nderung des OECD-Musterkommentars zu Fragen der Qualifikationsverkettung keinen Eingang in die vorliegend zu beurteilenden Abkommen gefunden hat und damit aus den dargelegten Gr&uuml;nden auch nicht geeignet ist, ein von der bisherigen tradierten Abkommensauslegung abweichendes Verst&auml;ndnis zu tragen. Hierin kann auch der Grundsatz der Entscheidungsharmonie nichts &auml;ndern. Der Grundsatz schlie&szlig;t keineswegs aus, dass die Vertragsauslegung der Vertragsstaaten zu Qualifikationskonflikten f&uuml;hrt und diese gegebenenfalls im Wege eines Verst&auml;ndigungsverfahrens ausger&auml;umt oder gemildert werden (Sch&ouml;nfeld\/H&auml;ck in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, a.a.O., Art.&nbsp;23A\/B Rz&nbsp;9, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Hiervon ausgehend wird das FG im zweiten Rechtsgang ferner zu pr&uuml;fen haben, ob die vom Kl&auml;ger erzielten Eink&uuml;nfte insgesamt oder teilweise den &#8211;jedenfalls in dem hier verfolgten Zusammenhang&#8211; Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk entsprechenden Bestimmungen der Abkommen mit Frankreich, Schweden und der Schweiz unterfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk k&ouml;nnen ungeachtet der Art.&nbsp;7 und 15 Eink&uuml;nfte, die eine in einem Vertragsstaat ans&auml;ssige Person als K&uuml;nstler aus ihrer im anderen Vertragsstaat ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit bezieht, im anderen Staat besteuert werden. Nach inzwischen gefestigter Rechtsprechung (Senatsurteile vom 8.&nbsp;April 1997 I&nbsp;R&nbsp;51\/96, BFHE 183, 110, BStBl II 1997, 679; vom 18.&nbsp;Juli 2001 I&nbsp;R&nbsp;26\/01, BFHE 196, 135, BStBl II 2002, 410; vom 30.&nbsp;Mai 2018 I&nbsp;R&nbsp;62\/16, zur Ver&ouml;ffentlichung bestimmt) ist der K&uuml;nstlerbegriff der Art.&nbsp;17 OECD-MustAbk nachgebildeten DBA-Bestimmungen, zu denen &#8211;vorbehaltlich des Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des DBA-FRA, der lediglich die selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit von K&uuml;nstlern erfasst&#8211; auch die Abkommen mit den Staaten geh&ouml;ren, in denen der Kl&auml;ger t&auml;tig war (vgl. dazu die Nachweise bei Stockmann in Vogel\/Lehner, a.a.O., Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;64), eigenst&auml;ndig abkommensrechtlich auszulegen, wenn das betreffende DBA daf&uuml;r eine Grundlage bietet. Nationalrechtliche K&uuml;nstlerbegriffe des Anwenderstaats &#8211;wie etwa der Begriff der k&uuml;nstlerischen T&auml;tigkeit in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 und in &sect;&nbsp;50a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG&#8211; sind demgegen&uuml;ber nicht ma&szlig;geblich. Aus einer Gesamtschau der in Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk beispielhaft aufgef&uuml;hrten B&uuml;hnen-, Film-, Rundfunk- oder Fernsehk&uuml;nstler und Musiker sowie der Gleichsetzung mit Sportlern ist insoweit abzuleiten, dass es f&uuml;r die Tatbestandsm&auml;&szlig;igkeit nicht auf ein besonderes k&uuml;nstlerisches Niveau oder eine bestimmte eigensch&ouml;pferische Gestaltungsh&ouml;he ankommt. Ma&szlig;geblich ist vielmehr, dass es sich um eine pers&ouml;nlich ausge&uuml;bte (z.B.) vortragende T&auml;tigkeit handelt, die vornehmlich dem Kunstgenuss oder auch nur der Unterhaltung des Publikums dient (Senatsurteil vom 30.&nbsp;Mai 2018 I&nbsp;R&nbsp;62\/16, zur Ver&ouml;ffentlichung bestimmt, m.w.N.). Eine k&uuml;nstlerische T&auml;tigkeit setzt dabei voraus, dass der K&uuml;nstler unmittelbar oder &uuml;ber Medien mittelbar in der &Ouml;ffentlichkeit auftritt; entscheidend ist danach, dass die verg&uuml;teten T&auml;tigkeiten in direktem Zusammenhang mit einem Auftritt vor Publikum stehen (Senatsurteil vom 30.&nbsp;Mai 2018 I&nbsp;R&nbsp;62\/16). Entsprechend werden Verg&uuml;tungen f&uuml;r B&uuml;hnenmaler (Senatsurteil in BFHE 170, 126) bzw. Regisseure und B&uuml;hnenbildner (Senatsurteil in BFHE 196, 135, BStBl II 2002, 410), die werkschaffend t&auml;tig sind, nicht von Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk erfasst. Die Abgrenzung gegen&uuml;ber einer k&uuml;nstlerischen T&auml;tigkeit i.S. des Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk ist danach vorzunehmen, ob der Schwerpunkt der T&auml;tigkeit des K&uuml;nstlers auf dem Werk selbst oder aber der Entstehung desselben vor dem Publikum liegt (vgl. Stockmann in Vogel\/Lehner, a.a.O., Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;26; Schlotter in Sch&ouml;nfeld\/ Ditz, a.a.O., Art.&nbsp;17 Rz&nbsp;32, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist zwar &#8211;wenn auch bezogen auf die Frage, ob die im Ausland f&uuml;r Verg&uuml;tungen f&uuml;r eine vermeintlich selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers einbehaltenen Quellensteuern auf die deutsche Einkommensteuer der Kl&auml;ger anzurechnen ist&#8211; von den Vorgaben der Senatsrechtsprechung ausgegangen. Es hat allerdings ohne weitere Feststellungen zum Inhalt der vom Kl&auml;ger im Ausland ausge&uuml;bten T&auml;tigkeiten als Lichtdesigner angenommen, es handele sich insoweit um &quot;Kunstaus&uuml;bung, die nicht in der Darstellung vor einem Publikum&quot;, sondern in der &quot;Herstellung eines Werkes&quot; bestanden habe und damit den T&auml;tigkeiten von Malern, Bildhauern, Schriftstellern und Komponisten entspreche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dies h&auml;lt einer revisionsgerichtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand, da die rechtlichen Folgerungen des FG nicht von hinreichenden Tatsachenfeststellungen getragen sind. Das FG hat keine Feststellungen dazu getroffen, ob es sich bei den vom Kl&auml;ger durchgef&uuml;hrten T&auml;tigkeiten an ausl&auml;ndischen Opernh&auml;usern um eine pers&ouml;nlich ausge&uuml;bte vortragende oder unterhaltende T&auml;tigkeit gehandelt hat, bei welcher der Kl&auml;ger unmittelbar oder &uuml;ber Medien mittelbar in der &Ouml;ffentlichkeit aufgetreten ist. Es hat auch nicht festgestellt, ob die erhaltenen Verg&uuml;tungen ganz oder zumindest teilweise in direktem Zusammenhang mit derartigen Auftritten gestanden haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Kl&auml;ger w&auml;re zwar werkschaffend t&auml;tig gewesen, wenn er das sp&auml;ter zur Auff&uuml;hrung gebrachte Lichtdesign vorab &#8211;etwa in seinem im Inland befindlichen B&uuml;ro&#8211; entwickelt und sein Werk sodann vor der eigentlichen Auff&uuml;hrung lediglich an die lokalen Verh&auml;ltnisse angepasst h&auml;tte, ohne aber noch im Rahmen der (sp&auml;teren) Opernauff&uuml;hrungen auf das Werk Einfluss zu nehmen. Der Senat vermag es aber nicht auszuschlie&szlig;en, dass der Kl&auml;ger sein Werk in Form des Lichtdesigns &#8211;nach Art eines Performance-K&uuml;nstlers&#8211; vor dem Publikum geschaffen haben k&ouml;nnte. So l&auml;ge der Fall etwa, wenn er das Lichtdesign &#8211;als Teil der jeweiligen Opernauff&uuml;hrung&#8211; &quot;live&quot; geschaffen und aufgef&uuml;hrt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG-Urteil ist aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, damit das FG die erforderlichen Feststellungen nachholen kann. Der Senat h&auml;lt angesichts der besonderen Schwierigkeiten der Sache in rechtlicher und tats&auml;chlicher Hinsicht eine Zur&uuml;ckverweisung an den beim FG zust&auml;ndigen Vollsenat f&uuml;r sachgerecht (vgl. dazu Urteil des Bundesfinanzhofs vom 27.&nbsp;Juli 2004 IX&nbsp;R&nbsp;64\/01, BFH\/NV 2005, 191).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Blick auf den zweiten Rechtsgang weist der Senat auf Folgendes hin:<\/p>\n<p>&#8211; Sollte der Kl&auml;ger im Rahmen seiner Gastt&auml;tigkeiten im Ausland ganz oder teilweise Eink&uuml;nfte als K&uuml;nstler i.S. des Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk erzielt haben, so h&auml;tte das FG nach Ma&szlig;gabe des jeweils einschl&auml;gigen DBA sowie des &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG der Frage nachzugehen, ob Deutschland die Doppelbesteuerung durch Freistellung oder aber Anrechnung vermeidet.<\/p>\n<p>&#8211; Soweit der Kl&auml;ger bezogen auf die in Frankreich (2002 und 2003), Schweden (2003) und der Schweiz (2007) ausge&uuml;bten T&auml;tigkeiten (auch) nach Ma&szlig;gabe des deutschen Steuerrechts Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit erzielt haben sollte, w&auml;ren diese mit dem FG im Inland freizustellen und lediglich beim Progressionsvorbehalt zu ber&uuml;cksichtigen. Insoweit unterliegt es keinen Bedenken, wenn das FG bei der Berechnung des besonderen Einkommensteuersatzes das nach &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 EStG zu versteuernde Einkommen um die nach den jeweiligen DBA steuerfreien ausl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte vermehrt (&sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG) und die Eink&uuml;nfte als &Uuml;berschuss der Einnahmen &uuml;ber die (pauschalierten) Werbungskosten ermittelt (vgl. Senatsurteil vom 17.&nbsp;Dezember 2003 I&nbsp;R&nbsp;75\/03, BFHE 204, 481, BStBl II 2005, 96).<\/p>\n<p>&#8211; Soweit die Kl&auml;ger die Anrechnung der im Ausland einbehaltenen Quellensteuern auf die deutsche Einkommensteuer begehren, w&auml;re das FG im &Uuml;brigen f&uuml;r den Fall, dass &#8211;wie vom Kl&auml;ger insoweit erkl&auml;rt&#8211; Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit vorliegen sollten, zutreffend davon ausgegangen, dass dies nach &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 EStG i.V.m. den Regelungen der einschl&auml;gigen DBA ausscheidet. Alle die vorgenannten Staaten betreffenden DBA weisen dem Ans&auml;ssigkeitsstaat das ausschlie&szlig;liche Besteuerungsrecht f&uuml;r eine selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit zu, wenn diese nicht unter Benutzung einer festen oder st&auml;ndigen Einrichtung bzw. einer Betriebsst&auml;tte ausge&uuml;bt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Das Urteil ergeht nach &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO im Einverst&auml;ndnis der Beteiligten ohne m&uuml;ndliche Verhandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2018, I R 44\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.110718.IR44.16.0 Auslegung von DBA &#8211; Lichtdesigner als werkschaffender K&uuml;nstler Leits&auml;tze 1. Zum Einfluss einer &Auml;nderung des OECD-Musterkommentars auf die Auslegung von Doppelbesteuerungsabkommen. 2. Ein Lichtdesigner ist werkschaffend t&auml;tig, wenn er das sp&auml;ter zur Auff&uuml;hrung gebrachte Lichtdesign vorab entwickelt und sein Werk sodann vor der eigentlichen Auff&uuml;hrung lediglich an die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-44-16-auslegung-von-dba-lichtdesigner-als-werkschaffender-kuenstler\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;44\/16 &#8211; Auslegung von DBA &#8211; Lichtdesigner als werkschaffender K&uuml;nstler<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70169","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70169","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70169"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70169\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70169"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70169"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70169"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}