{"id":70172,"date":"2019-01-04T12:34:48","date_gmt":"2019-01-04T10:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70172"},"modified":"2019-01-04T12:34:48","modified_gmt":"2019-01-04T10:34:48","slug":"v-r-37-17-zur-steuerbefreiung-von-notaerztlichen-bereitschaftsdiensten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-37-17-zur-steuerbefreiung-von-notaerztlichen-bereitschaftsdiensten\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;37\/17 &#8211; Zur Steuerbefreiung von not&auml;rztlichen Bereitschaftsdiensten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.8.2018, V R 37\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.020818.VR37.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Steuerbefreiung von not&auml;rztlichen Bereitschaftsdiensten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Leistungen eines Arztes im Rahmen eines Notdienstes, die dazu dienen, gesundheitliche Gefahrensituationen fr&uuml;hzeitig zu erkennen, um sofort geeignete Ma&szlig;nahmen einleiten und damit einen gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Erfolg einer (sp&auml;teren) Behandlung sicherstellen zu k&ouml;nnen, sind nach &sect; 4 Nr. 14 Buchst. a UStG steuerfreie Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 3. Juli 2017&nbsp;&nbsp;9 K 1147\/16 insoweit aufgehoben, als es die Klage hinsichtlich der Steuerfreiheit der f&uuml;r den Veranstalter L ausgef&uuml;hrten Leistungen abgewiesen hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Klage wird auch insoweit stattgegeben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Umsatzsteuer wird unter Ab&auml;nderung des Umsatzsteuerbescheids 2009 des Finanzamts vom 29. M&auml;rz 2016 und dessen Einspruchsentscheidung vom 18. April 2016 auf den Betrag festgesetzt, der sich bei der Umsatzsteuerbefreiung auch der f&uuml;r den Veranstalter L ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze ergibt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Steuer wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Steuerfreiheit von Ums&auml;tzen aus dem not&auml;rztlichen Bereitschaftsdienst bei verschiedenen Veranstaltungen durch den Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist Arzt. Er f&uuml;hrte im Streitjahr (2009) sowie im Vorjahr 2008 umsatzsteuerfreie und umsatzsteuerpflichtige Ums&auml;tze aus. Dazu geh&ouml;rte u.a. der Bereitschaftsdienst bei Sport- und &auml;hnlichen Veranstaltungen. Die Aufgaben des Kl&auml;gers umfassten dabei, den Veranstaltungsbereich im Vorfeld zu kontrollieren und die Verantwortlichen im Hinblick auf m&ouml;gliche Gesundheitsgef&auml;hrdungen zu beraten. W&auml;hrend der Veranstaltung sollte der Kl&auml;ger bei kontinuierlichen Rundg&auml;ngen fr&uuml;hzeitig Gefahren und gesundheitliche Probleme der anwesenden Personen erkennen. Bei Bedarf sollte er &auml;rztliche Untersuchungen und Behandlungen von Patienten durchf&uuml;hren. Umsatzsteuer wurde in den Rechnungen nicht ausgewiesen. In Rechnung gestellt wurde die &quot;not&auml;rztliche bzw. sanit&auml;tsdienstliche Betreuung&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 29.&nbsp;M&auml;rz 2016 erlie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den streitgegenst&auml;ndlichen Umsatzsteuerjahresbescheid f&uuml;r 2009 gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger, in dem er u.a. die vom Kl&auml;ger f&uuml;r den Veranstalter L (L) erbrachten Leistungen der Umsatzsteuer unterwarf. Der Kl&auml;ger sei auch kein Kleinunternehmer, da er im Vorjahr 2008 steuerpflichtige Ums&auml;tze in H&ouml;he von 21.328,28&nbsp;EUR ausgef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1760 ver&ouml;ffentlichten Urteil hinsichtlich nicht mehr streitiger Leistungen statt, wies die Klage hinsichtlich der an den L ausgef&uuml;hrten Leistungen aber ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der teilweisen Klageabweisung f&uuml;hrt das FG aus, bei den Leistungen f&uuml;r den L habe der Kl&auml;ger lediglich Anwesenheit und Einsatzbereitschaft geleistet. Das reiche f&uuml;r eine umsatzsteuerfreie Heilbehandlung nicht aus, weil die Anwesenheit des Kl&auml;gers zwar Voraussetzung f&uuml;r eine optimale Versorgung sei, selbst aber nicht der Behandlung einer Krankheit oder Gesundheitsst&ouml;rung diene. Komme es tats&auml;chlich zu einer Behandlung eines Veranstaltungsbesuchers, so komme ein Vertragsverh&auml;ltnis mit dem Besucher oder dessen Krankenkasse zustande, aus dem die Behandlungsleistung des Kl&auml;gers verg&uuml;tet werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit der Revision, mit der er Verletzung materiellen Rechts geltend macht. Er sei dazu verpflichtet, die &ouml;rtlichen Risiken f&uuml;r die Gesundheit der Teilnehmer zu pr&uuml;fen, ggf. beseitigen zu lassen und w&auml;hrend und unmittelbar nach der Veranstaltung den Gesundheitszustand der Teilnehmer zu beobachten. Insoweit handele es sich um Gesundheitsvorsorge i.S. der Vorbeugung, Diagnose und ggf. auch Behandlung von Krankheiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das regelm&auml;&szlig;ige Beobachten der Veranstaltungsteilnehmer sei auch dann eine &auml;rztliche diagnostische T&auml;tigkeit, wenn es zu keinen not&auml;rztlichen Eins&auml;tzen komme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem folge die Steuerfreiheit der von ihm ausgef&uuml;hrten streitigen Leistungen unmittelbar aus Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL). Schlie&szlig;lich sei die &quot;Bereitschaftsleistung&quot; jedenfalls Nebenleistung zu der steuerfreien &auml;rztlichen Heilbehandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das FG-Urteil insoweit aufzuheben, als es dem Klagebegehren nicht entspricht und den Umsatzsteuerbescheid 2009 vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2016 und den Einspruchsbescheid vom 18.&nbsp;April 2016 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von der Steuerbefreiung in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) w&uuml;rden Leistungen nicht umfasst, die nicht Teil eines konkreten, individuellen, der Diagnose, Behandlung, Vorbeugung und Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsst&ouml;rungen dienenden Leistungskonzeptes seien. Hiervon werde die blo&szlig;e Anwesenheit und Leistungsbereitschaft des Kl&auml;gers nicht umfasst. Sie sei auch nicht blo&szlig;e Nebenleistung einer steuerbefreiten Heilbehandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat den not&auml;rztlichen Bereitschaftsdienst des Kl&auml;gers bei Veranstaltungen f&uuml;r den L zu Unrecht nicht als Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin i.S. des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a UStG behandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a UStG sind &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Hebamme oder einer &auml;hnlichen heilberuflichen T&auml;tigkeit durchgef&uuml;hrt werden&quot; steuerfrei. Die Vorschrift beruht auf Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL, wonach Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der von dem betreffenden Mitgliedstaat definierten &auml;rztlichen und arzt&auml;hnlichen Berufe durchgef&uuml;hrt werden, steuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Begriff der Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin ist &quot;nicht besonders eng auszulegen&quot; (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; Dornier vom 6.&nbsp;November 2003 C-45\/01, EU:C:2003:595, Rz&nbsp;42, 48). Er umfasst die Diagnose, die Behandlung und, soweit m&ouml;glich, die Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsst&ouml;rungen. Heilbehandlungen m&uuml;ssen einen therapeutischen Zweck haben. Zu den Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin geh&ouml;ren auch Leistungen, die zum Zweck der Vorbeugung erbracht werden, wie vorbeugende Untersuchungen und &auml;rztliche Ma&szlig;nahmen an Personen, die an keiner Krankheit oder Gesundheitsst&ouml;rung leiden, sowie Leistungen, die zum Schutz einschlie&szlig;lich der Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der menschlichen Gesundheit erbracht werden. Daraus folgt, dass &auml;rztlichen Leistungen, die zu dem Zweck erbracht werden, die menschliche Gesundheit zu sch&uuml;tzen, aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen, die in Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL vorgesehene Steuerbefreiung zugutekommt (vgl. z.B. EuGH-Urteil Klinikum Dortmund vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 C-366\/12, EU:C:2014:143, Rz&nbsp;30, m.w.N.; Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2015 XI&nbsp;R&nbsp;15\/11, BFHE 249, 359, BStBl II 2015, 1058; vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2012 V&nbsp;R&nbsp;30\/09, BFHE 237, 263, BStBl II 2012, 623; vom 26.&nbsp;August 2014 XI&nbsp;R&nbsp;19\/12, BFHE 247, 246, BStBl II 2015, 310; vom 5.&nbsp;November 2014 XI&nbsp;R&nbsp;11\/13, BFHE 248, 389, BFH\/NV 2015, 297, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Allerdings kann der Begriff &quot;&auml;rztliche Heilbehandlung&quot; nicht auf s&auml;mtliche Leistungen, die mit der Behandlung von Patienten zusammenh&auml;ngen, ausgedehnt werden. Denn die bei der Auslegung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a UStG zu ber&uuml;cksichtigende Bestimmung des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL enth&auml;lt &#8211;im Gegensatz zu Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL&#8211; keine Bezugnahme auf Ums&auml;tze, die &quot;mit &auml;rztlichen Heilbehandlungen eng verbunden&quot; sind. Deshalb erfasst Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL mit &auml;rztlichen Heilbehandlungen &quot;eng verbundene Ums&auml;tze&quot; grunds&auml;tzlich nicht (vgl. EuGH-Urteil Klinikum Dortmund, EU:C:2014:143, Rz&nbsp;32; BFH-Urteil in BFHE 249, 359, BStBl II 2015, 1058, Rz&nbsp;21). Keine Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin sind daher &auml;rztliche Leistungen, Ma&szlig;nahmen oder medizinische Eingriffe, die zu anderen Zwecken erfolgen (z.B. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;August 2011 V&nbsp;R&nbsp;27\/10, BFHE 235, 58, BFH\/NV 2011, 2214; vom 30.&nbsp;April 2009 V&nbsp;R&nbsp;6\/07, BFHE 225, 248, BStBl II 2009, 679).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei steht der Steuerbefreiung nicht entgegen, wenn Leistungen nicht gegen&uuml;ber Patienten oder Krankenkassen erbracht werden. Denn f&uuml;r die Steuerfreiheit kommt es nicht auf die Person des Leistungsempf&auml;ngers an, da sich die personenbezogene Voraussetzung der Steuerfreiheit auf den Leistenden bezieht, der Tr&auml;ger eines &auml;rztlichen oder arzt&auml;hnlichen Berufs sein muss (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 249, 359, BStBl II 2015, 1058; in BFHE 235, 58, BFH\/NV 2011, 2214; vom 8.&nbsp;August 2013 V&nbsp;R&nbsp;8\/12, BFHE 242, 548, BFH\/NV 2014, 119).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei Zugrundelegung dieser Grunds&auml;tze handelt es sich bei den vom Kl&auml;ger f&uuml;r den L ausgef&uuml;hrten Diensten um Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin. Jedenfalls der &auml;rztliche Notfalldienst f&uuml;r den L in der vom Kl&auml;ger versehenen Form diente unmittelbar dem Schutz und der Aufrechterhaltung der menschlichen Gesundheit. &Auml;hnlich wie Leistungen, die zum Zweck der Vorbeugung erbracht werden, zielten die Leistungen des Kl&auml;gers darauf ab, gesundheitliche Gefahrensituationen fr&uuml;hzeitig zu erkennen, um sofort entsprechende Ma&szlig;nahmen einleiten und damit einen gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Erfolg einer (sp&auml;teren) Behandlung sicherstellen zu k&ouml;nnen. Das ist eine unmittelbar &auml;rztliche T&auml;tigkeit, die auch nur von einem Arzt geleistet werden kann. Die Einbeziehung dieser T&auml;tigkeit in die Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a UStG steht mit den Zielen im Einklang, die mit dieser Befreiung verfolgt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da die Vorentscheidung diesen Ma&szlig;st&auml;ben nicht entspricht, ist sie aufzuheben. Zu Unrecht hat das FG sein Urteil darauf gest&uuml;tzt, dass der Kl&auml;ger &quot;lediglich Anwesenheit und Einsatzbereitschaft&quot; geleistet habe. Indessen geht aus seinen tats&auml;chlichen Feststellungen hervor, dass der Kl&auml;ger nicht nur den Veranstaltungsbereich im Vorfeld zu kontrollieren und die Verantwortlichen im Hinblick auf m&ouml;gliche Gesundheitsgef&auml;hrdungen zu beraten hatte, sondern w&auml;hrend der Veranstaltung bei kontinuierlichen Rundg&auml;ngen fr&uuml;hzeitig Gefahren und gesundheitliche Probleme der anwesenden Personen erkennen sollte. Der Aufgabenbereich des Kl&auml;gers ging danach weit &uuml;ber eine blo&szlig;e Anwesenheit und Einsatzbereitschaft hinaus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist spruchreif. Der Klage ist aus den Gr&uuml;nden zu II.2. und 3. stattzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.8.2018, V R 37\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.020818.VR37.17.0 Zur Steuerbefreiung von not&auml;rztlichen Bereitschaftsdiensten Leits&auml;tze Leistungen eines Arztes im Rahmen eines Notdienstes, die dazu dienen, gesundheitliche Gefahrensituationen fr&uuml;hzeitig zu erkennen, um sofort geeignete Ma&szlig;nahmen einleiten und damit einen gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Erfolg einer (sp&auml;teren) Behandlung sicherstellen zu k&ouml;nnen, sind nach &sect; 4 Nr. 14 Buchst. a UStG steuerfreie Heilbehandlungen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-37-17-zur-steuerbefreiung-von-notaerztlichen-bereitschaftsdiensten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;37\/17 &#8211; Zur Steuerbefreiung von not&auml;rztlichen Bereitschaftsdiensten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70172","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70172"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70172\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}