{"id":70194,"date":"2019-01-04T12:35:22","date_gmt":"2019-01-04T10:35:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70194"},"modified":"2019-01-04T12:35:22","modified_gmt":"2019-01-04T10:35:22","slug":"ii-b-8-18-keine-anwendung-des-par-6a-satz-1-grestg-auf-erwerbsvorgaenge-is-des-par-1-abs-1-nr-1-grestg-verfassungsmaessigkeit-des-par-23-abs-12-grestg-nicht-ernstlich-zweifelhaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-8-18-keine-anwendung-des-par-6a-satz-1-grestg-auf-erwerbsvorgaenge-is-des-par-1-abs-1-nr-1-grestg-verfassungsmaessigkeit-des-par-23-abs-12-grestg-nicht-ernstlich-zweifelhaft\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;8\/18 &#8211; Keine Anwendung des &sect; 6a Satz 1 GrEStG auf Erwerbsvorg&auml;nge i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 23 Abs. 12 GrEStG nicht ernstlich zweifelhaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.11.2018, II B 8\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:BA.221118.IIB8.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Anwendung des &sect; 6a Satz 1 GrEStG auf Erwerbsvorg&auml;nge i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 23 Abs. 12 GrEStG nicht ernstlich zweifelhaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Den Formwechsel eines Einzelunternehmens in eine Ein-Mann-GmbH sieht &sect; 191 Abs. 1 UmwG nicht vor. Durch die Beurkundung eines solchen Formwechsels eines grundbesitzenden Einzelunternehmens kann die Entstehung von Grunderwerbsteuer nicht vermieden werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Auf nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG steuerbare Erwerbsvorg&auml;nge findet die Steuerverg&uuml;nstigung des &sect; 6a Satz 1 GrEStG keine Anwendung.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 23 Abs. 12 GrEStG, der die r&uuml;ckwirkende Geltung des &sect; 6a Satz 1 GrEStG n.F. f&uuml;r nach dem 6. Juni 2013 verwirklichte Erwerbsvorg&auml;nge anordnet, ist nicht ernstlich zweifelhaft.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Antragstellerin gegen den Beschluss des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 12. Dezember 2017&nbsp;&nbsp;12 V 12223\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Antragstellerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A betrieb unter der Firma AT e.K. ein Einzelunternehmen, zu dem Grundbesitz geh&ouml;rte. Mit notariell beurkundetem &quot;Umwandlungsbeschluss&quot; vom 20.&nbsp;August 2013 erkl&auml;rte er, das Einzelunternehmen werde gem&auml;&szlig; den &sect;&sect;&nbsp;190&nbsp;ff. des Umwandlungsgesetzes (UmwG) formwechselnd in die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin), eine GmbH, umgewandelt. In dem mitbeurkundeten Gesellschaftsvertrag ist bestimmt, dass A s&auml;mtliche Gesch&auml;ftsanteile der GmbH &quot;gegen Einbringung des Einzelunternehmens gem&auml;&szlig; Sachgr&uuml;ndungsbericht&quot; &uuml;bernimmt. Nach dem Sachgr&uuml;ndungsbericht wird das Stammkapital gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;4 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbHG) durch Sacheinlagen erbracht. Aus dem Sachgr&uuml;ndungsbericht geht hervor, dass &quot;durch die Einbringung der Grundst&uuml;cke&quot; das gezeichnete Stammkapital weit &uuml;bertroffen wird und der Sachgr&uuml;ndung ein Sachverst&auml;ndigengutachten zum Grundbesitz zugrunde liegt. Im September 2013 wurde die Antragstellerin mit der Bemerkung &quot;&#8230; entstanden durch formwechselnde Umwandlung der AT e.K. &#8230;&quot; in das Handelsregister eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte mit Bescheid vom 8.&nbsp;August 2017 Grunderwerbsteuer mit der Begr&uuml;ndung fest, die Antragstellerin habe am 20.&nbsp;August 2013 Grundbesitz durch Einbringung erworben. Der Erwerbsvorgang unterliege gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) der Grunderwerbsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Einspruch machte die Antragstellerin geltend, sie sei, wie sich auch dem Handelsregister entnehmen lasse, durch identit&auml;tswahrenden Formwechsel entstanden. Eine grunderwerbsteuerbare Verm&ouml;gens&uuml;bertragung habe nicht stattgefunden. Der Umwandlungsbeschluss enthalte keine Verpflichtung zur &Uuml;bertragung eines Grundst&uuml;cks; ein Erwerbsvorgang nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG liege daher nicht vor. &Uuml;ber den Einspruch ist bislang nicht entschieden worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Aussetzung der Vollziehung (AdV) des Grunderwerbsteuerbescheids lehnte das FA ab. Der beim Finanzgericht (FG) gestellte AdV-Antrag wurde gleicherma&szlig;en abgelehnt. Das FG folgte dem FA darin, dass ein Formwechsel ausscheide, weil ein Einzelkaufmann nicht zu den in &sect;&nbsp;191 Abs.&nbsp;1 UmwG genannten Rechtstr&auml;gern geh&ouml;re. Die Regelung des &sect;&nbsp;202 Abs.&nbsp;3 UmwG bewirke zwar, dass das Unternehmen des A in der Rechtsform der GmbH fortbestehe. Sie gestatte aber nicht, vom Vorliegen eines Formwechsels mit der Folge der Nichtsteuerbarkeit auszugehen. Auch k&ouml;nne &#8211;im Wege der Auslegung oder Umdeutung&#8211; keine nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 GrEStG steuerbare Ausgliederung (&sect;&nbsp;152 UmwG) angenommen werden. Der streitgegenst&auml;ndliche Vorgang sei vielmehr als Einbringung des Einzelunternehmens des A in die Antragstellerin zu beurteilen. Angesichts dessen habe das FA zu Recht einen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG steuerbaren Erwerb, der nicht von &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG erfasst werde, bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer vom FG zugelassenen Beschwerde, der das FG nicht abgeholfen hat, verfolgt die Antragstellerin ihr Begehren weiter. Sie r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts. Grunderwerbsteuer sei nicht entstanden, da der Formwechsel durch Eintragung der Antragstellerin in das Handelsregister tats&auml;chlich vollzogen worden sei. Wenn das FG eine &Uuml;bertragung von Grundbesitz auf einen anderen Rechtstr&auml;ger annehme, gehe es von &quot;st&auml;rkeren&quot; Rechtswirkungen aus, als sie ein Formwechsel zeitige. Nur ein solcher sei aber beurkundet worden. Zudem habe das Gericht den Sinn und Zweck der Steuerverg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;6a GrEStG verkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung die Vollziehung des Grunderwerbsteuerbescheids vom 8.&nbsp;August 2017 bis zum Vorliegen einer rechtskr&auml;ftigen Entscheidung in der Hauptsache auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) statthafte Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen. Eine AdV des Grunderwerbsteuerbescheids ist nicht zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. An der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Grunderwerbsteuerbescheids bestehen keine ernstlichen Zweifel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO kann das Gericht die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts ganz oder teilweise aussetzen. Die AdV soll erfolgen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsakts bestehen (&sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO). Ernstliche Zweifel liegen vor, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Bescheids neben den f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Tatfragen bewirken (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;Februar 2018 II&nbsp;B&nbsp;75\/16, BFH\/NV 2018, 706, Rz&nbsp;31, und vom 5.&nbsp;Juli 2018 II&nbsp;B&nbsp;122\/17, BFH\/NV 2018, 1124, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FA hat zutreffend einen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG steuerbaren Erwerbsvorgang angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG unterliegt der Grunderwerbsteuer ein Kaufvertrag oder ein anderes Rechtsgesch&auml;ft, das den Anspruch auf &Uuml;bereignung begr&uuml;ndet, soweit sich diese Rechtsvorg&auml;nge auf inl&auml;ndische Grundst&uuml;cke beziehen. Ein Vertrag, durch den die Verpflichtung begr&uuml;ndet wird, Grundst&uuml;cke auf eine Gesellschaft gegen Gew&auml;hrung von Gesellschaftsrechten zu &uuml;bertragen, ist im Sinne dieser Vorschrift ein anderes Rechtsgesch&auml;ft, das den Anspruch auf &Uuml;bereignung begr&uuml;ndet (BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Mai 2011 II&nbsp;B&nbsp;151\/10, BFH\/NV 2011, 1395, Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Mit dem &quot;Umwandlungsbeschluss&quot; vom 20.&nbsp;August 2013 und dem mitbeurkundeten Gesellschaftsvertrag hat sich A zur &Uuml;bereignung des zu seinem Einzelunternehmen geh&ouml;renden Grundbesitzes auf die Antragstellerin verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Willenserkl&auml;rungen sind grunds&auml;tzlich Gegenstand der tats&auml;chlichen Feststellungen. Das Tatsachengericht hat insbesondere zu ermitteln, was die Erkl&auml;renden ge&auml;u&szlig;ert haben und was sie bei der Erkl&auml;rungshandlung subjektiv gewollt haben (z.B. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Oktober 2006 XI&nbsp;R&nbsp;42\/04, BFH\/NV 2007, 1283, unter II.2.a&nbsp;aa). Im Beschwerdeverfahren &uuml;ber die Ablehnung eines Antrags auf AdV durch das FG hat der BFH als Tatsachengericht grunds&auml;tzlich selbst die Befugnis und Pflicht zur Tatsachenfeststellung (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2009 X&nbsp;B&nbsp;197\/08, BFH\/NV 2009, 961, unter II.1.b, und vom 10.&nbsp;Januar 2013 XI&nbsp;B&nbsp;33\/12, BFH\/NV 2013, 783, Rz&nbsp;19). Der BFH ist daher auch zur Auslegung von Willenserkl&auml;rungen und Vertr&auml;gen berechtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;133 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ist bei der Auslegung von Willenserkl&auml;rungen der wirkliche Wille zu erforschen und nicht an dem buchst&auml;blichen Sinn des Ausdrucks zu haften. Au&szlig;erdem sind nach &sect;&nbsp;157 BGB Vertr&auml;ge so auszulegen, wie Treu und Glauben mit R&uuml;cksicht auf die Verkehrssitte es erfordern. Zu ber&uuml;cksichtigen sind der sprachliche Zusammenhang der abgegebenen Willenserkl&auml;rungen, die Stellung der auslegungsbed&uuml;rftigen Formulierung im Gesamtzusammenhang des Textes und s&auml;mtliche Begleitumst&auml;nde (z.B. BFH-Urteile in BFH\/NV 2007, 1283, unter II.2.a&nbsp;aa; vom 2.&nbsp;April 2008 X&nbsp;R&nbsp;61\/06, BFH\/NV 2008, 1491, unter II.2.d&nbsp;aa). Im Zweifel ist eine Erkl&auml;rung so auszulegen, dass dasjenige gewollt ist, was nach den Ma&szlig;st&auml;ben der Rechtsordnung vern&uuml;nftig ist und der recht verstandenen Interessenlage des Erkl&auml;renden entspricht (BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 1283, unter II.2.a&nbsp;aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Unter Beachtung dieser Grunds&auml;tze sind die Erkl&auml;rungen des A bei summarischer Pr&uuml;fung dahin zu verstehen, dass er sich zur &Uuml;bertragung u.a. des streitgegenst&auml;ndlichen Grundbesitzes auf die Antragstellerin gegen Gew&auml;hrung von Gesellschaftsrechten verpflichtet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das ergibt sich aus dem Gesellschaftsvertrag der Antragstellerin, der Bestandteil des notariell beurkundeten Umwandlungsbeschlusses ist. Darin verpflichtet sich A, die Gesch&auml;ftsanteile der Antragstellerin &quot;gegen Einbringung des Einzelunternehmens gem&auml;&szlig; Sachgr&uuml;ndungsbericht&quot; zu &uuml;bernehmen. Mit dem Terminus der &quot;Einbringung&quot; ist im Streitfall die &Uuml;bertragung der betrieblichen Aktiva und Passiva auf die Antragstellerin im Wege der Einzelrechtsnachfolge gemeint. Daf&uuml;r spricht der Inhalt des Sachgr&uuml;ndungsberichts, in dem es hei&szlig;t, das Stammkapital werde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;4 GmbHG durch Sacheinlagen erbracht. Zudem ist im Sachgr&uuml;ndungsbericht ausgef&uuml;hrt, dass durch die &quot;Einbringung der Grundst&uuml;cke&quot; das gezeichnete Stammkapital weit &uuml;bertroffen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Auslegung der von A abgegebenen Erkl&auml;rungen als Einbringung steht nicht entgegen, dass laut Umwandlungsbeschluss vom 20.&nbsp;August 2013 die Einzelfirma formwechselnd nach &sect;&sect;&nbsp;190&nbsp;ff. UmwG in die Antragstellerin, eine GmbH, umgewandelt werden sollte. Ein Formwechsel (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4, &sect;&nbsp;190 Abs.&nbsp;1 UmwG) zeichnet sich dadurch aus, dass an ihm nur ein Rechtstr&auml;ger beteiligt ist und demgem&auml;&szlig; keine &Uuml;bertragung von Verm&ouml;gensgegenst&auml;nden auf einen anderen Rechtstr&auml;ger stattfindet (Prinzipien der Identit&auml;t des Rechtstr&auml;gers, der Kontinuit&auml;t seines Verm&ouml;gens und der Diskontinuit&auml;t seiner Verfassung; vgl. BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Dezember 1996 II&nbsp;B&nbsp;116\/96, BFHE 181, 349, BStBl II 1997, 661). Den von A erkl&auml;rten Formwechsel sieht die Rechtsordnung indes nicht vor. Weder ein Einzelunternehmen noch der Einzelunternehmer als nat&uuml;rliche Person geh&ouml;ren zu den in &sect;&nbsp;191 Abs.&nbsp;1 UmwG aufgef&uuml;hrten formwechselnden Rechtstr&auml;gern. Das mit dem &quot;Umwandlungsbeschluss&quot; verfolgte Ziel, das Einzelunternehmen als Ein-Mann-GmbH fortzuf&uuml;hren, konnte A nur auf andere Weise erreichen. M&ouml;glich waren eine Ausgliederung als Unterart der Spaltung (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;123 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;152 Satz&nbsp;1 UmwG) oder eine &Uuml;bertragung s&auml;mtlicher Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde und Schulden des Einzelunternehmens im Wege der Einzelrechtsnachfolge auf eine neu gegr&uuml;ndete GmbH. F&uuml;r eine Ausgliederung sind keine hinreichend deutlichen Anhaltspunkte erkennbar. Lediglich in den Hinweisen des Notars zum Umwandlungsbeschluss wurde als letzter Punkt aufgenommen, dass die Ausgliederung erst mit der Eintragung im Handelsregister entsteht. Die beurkundeten Erkl&auml;rungen und der von A erstellte Sachgr&uuml;ndungsbericht lassen aber nicht auf eine Ausgliederung, sondern auf die Einbringung der Gegenst&auml;nde des Einzelunternehmens schlie&szlig;en. Die rechtswirksame Errichtung der GmbH ist deshalb auf die Einbringung des Einzelunternehmens des A zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der zu &uuml;bertragende Grundbesitz ist auch i.S. des &sect;&nbsp;311b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB hinreichend individualisiert worden. Er l&auml;sst sich dem im Sachgr&uuml;ndungsbericht erw&auml;hnten Sachverst&auml;ndigengutachten entnehmen; auf den Sachgr&uuml;ndungsbericht wird im notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Ohne Bedeutung f&uuml;r die Besteuerung ist der Umstand, dass die Antragstellerin mit der Bemerkung &quot;&#8230; entstanden durch formwechselnde Umwandlung der AT e.K. &#8230;&quot; in das Handelsregister eingetragen wurde. Ma&szlig;geblich ist nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG allein das schuldrechtliche Rechtsgesch&auml;ft, das im Streitfall gerade nicht zu einem wirksamen Formwechsel f&uuml;hren konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenfalls zutreffend hat das FA angenommen, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerverg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Beschwerdeverfahren &uuml;ber die Ablehnung eines AdV-Antrags durch das FG hat der BFH seiner Pr&uuml;fung die Rechtslage im Zeitpunkt der Beschwerdeentscheidung zugrunde zu legen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Mai 2009 IV&nbsp;B&nbsp;24\/09, BFH\/NV 2009, 1402, unter II.1., und vom 12.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;70\/09, BFH\/NV 2012, 229, unter II.2.). Es gilt mithin &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG i.d.F. des Gesetzes zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur &Auml;nderung weiterer steuerlicher Vorschriften (KroatienAnpG vom 25.&nbsp;Juli 2014, BGBl I 2014, 1266) &#8211;GrEStG n.F.&#8211;. Die Vorschrift ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;12 GrEStG n.F. auf Erwerbsvorg&auml;nge anzuwenden, die &#8211;wie der Vorgang im Streitfall&#8211; nach dem 6.&nbsp;Juni 2013 verwirklicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG n.F. wird die Steuer f&uuml;r einen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2, 2a, 3 oder Abs.&nbsp;3a GrEStG steuerbaren Rechtsvorgang aufgrund einer Umwandlung i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 3 UmwG, einer Einbringung oder eines anderen Erwerbsvorgangs auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage nicht erhoben. Gem&auml;&szlig; ihrem &#8211;in dieser Fassung eindeutigen&#8211; Wortlaut ist der sachliche Anwendungsbereich der Verg&uuml;nstigungsnorm auf nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2, 2a, 3 oder Abs.&nbsp;3a GrEStG steuerbare Rechtsvorg&auml;nge beschr&auml;nkt. Ergibt sich die Steuerbarkeit aus &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG, scheidet eine Steuerverg&uuml;nstigung aus. Dieses Verst&auml;ndnis entspricht der Ansicht der Finanzverwaltung (gleichlautende L&auml;ndererlasse vom 9.&nbsp;Oktober 2013, BStBl I 2013, 1375) und der Auffassung in der Literatur (z.B. Viskorf in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6a Rz&nbsp;61; Lieber in Behrens\/Wachter, GrEStG, &sect;&nbsp;6a Rz&nbsp;3, 17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Streitfall ist die Einbringung des Einzelunternehmens in die Antragstellerin nicht nach &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG n.F. steuerbeg&uuml;nstigt. Die Einbringung ist nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG steuerbar und wird damit nicht vom Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG n.F. erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Grunderwerb-steuerbescheids ergeben sich auch nicht daraus, dass &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;12 GrEStG n.F. die Anwendung des &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG n.F. r&uuml;ckwirkend auf Erwerbsvorg&auml;nge anordnet, die nach dem 6.&nbsp;Juni 2013 verwirklicht werden. Die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;12 GrEStG n.F. ist nicht ernstlich zweifelhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) unterscheidet bei r&uuml;ckwirkenden Gesetzen zwischen Gesetzen mit echter R&uuml;ckwirkung, die grunds&auml;tzlich nicht mit der Verfassung vereinbar sind, und solchen mit unechter R&uuml;ckwirkung, die grunds&auml;tzlich zul&auml;ssig sind. Eine Rechtsnorm entfaltet echte R&uuml;ckwirkung, wenn sie nachtr&auml;glich in einen abgeschlossenen Sachverhalt &auml;ndernd eingreift. Dies ist insbesondere der Fall, wenn ihre Rechtsfolge mit belastender Wirkung schon vor dem Zeitpunkt ihrer Verk&uuml;ndung f&uuml;r bereits abgeschlossene Tatbest&auml;nde gelten soll (&quot;R&uuml;ckbewirkung von Rechtsfolgen&quot;). Im Steuerrecht liegt eine echte R&uuml;ckwirkung nur vor, wenn der Gesetzgeber eine bereits entstandene Steuerschuld nachtr&auml;glich ab&auml;ndert (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 17.&nbsp;Dezember 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;39&nbsp;ff., und vom 12.&nbsp;November 2015&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2961\/14, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 2016, 300, Rz&nbsp;40&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;12 GrEStG n.F. entfaltet in formaler Hinsicht R&uuml;ckwirkung, soweit er die Geltung des &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG n.F. f&uuml;r Erwerbsvorg&auml;nge anordnet, die in der Zeit nach dem 6.&nbsp;Juni 2013 bis zum Inkrafttreten des KroatienAnpG am 31.&nbsp;Juli 2014 (vgl. Art.&nbsp;28 KroatienAnpG) verwirklicht worden sind. Insoweit greift die Regelung nachtr&auml;glich in einen abgeschlossenen Sachverhalt ein. Von der R&uuml;ckwirkung ist auch der streitgegenst&auml;ndliche Erwerb betroffen, denn dieser hat am 20.&nbsp;August 2013 und damit im R&uuml;ckwirkungszeitraum stattgefunden; die Steuer w&auml;re mit Beurkundung der &Uuml;bertragungsverpflichtung am 20.&nbsp;August 2013 entstanden (vgl. &sect;&nbsp;38 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) In materiell-rechtlicher Hinsicht liegt bei summarischer Pr&uuml;fung aber keine R&uuml;ckwirkung vor. &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG n.F. bewirkt keine &Auml;nderung der geltenden Rechtslage. &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG n.F. stellt r&uuml;ckwirkend lediglich das klar, was ohnehin bereits geregelt war. Das Vertrauen in das geltende Recht ist von vornherein nicht ber&uuml;hrt, weil das geltende Recht nachtr&auml;glich keine materielle &Auml;nderung erfahren hat (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;45). &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG i.d.F. des Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetzes vom 26.&nbsp;Juni 2013 (BGBl I 2013, 1809) &#8211;GrEStG a.F.&#8211; war auch vor der Klarstellung in &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG n.F. nicht in vertretbarer Weise dahin auszulegen, dass nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG steuerbare Erwerbsvorg&auml;nge von der Steuerverg&uuml;nstigung erfasst werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Nach &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG a.F. wird die Steuer f&uuml;r einen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2, 2a, 3 oder Abs.&nbsp;3a GrEStG steuerbaren Rechtsvorgang aufgrund einer Umwandlung i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 3 UmwG, bei Einbringungen sowie bei anderen Erwerbsvorg&auml;ngen auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage nicht erhoben. Die Formulierung kann dahingehend verstanden werden, dass sich die einleitende Beschr&auml;nkung der Steuerverg&uuml;nstigung auf bestimmte grunderwerbsteuerbare Rechtsvorg&auml;nge lediglich auf Umwandlungen, nicht aber auf Einbringungen und andere Erwerbsvorg&auml;nge auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage bezieht. Durch die Verwendung der Pr&auml;position &quot;bei&quot; und des Plurals der folgenden Substantive wird der Eindruck erweckt, es handele sich bei &quot;Einbringungen&quot; und &quot;anderen Erwerbsvorg&auml;ngen auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage&quot; um jeweils eigenst&auml;ndige und &#8211;hinsichtlich ihrer Voraussetzungen&#8211; abschlie&szlig;ende Befreiungstatbest&auml;nde (Stangl\/ Aichberger, Der Betrieb 2013, 2762, 2763; Behrens, Deutsches Steuerrecht 2013, 2726, 2731, 2733; Gottwald\/Behrens, Grunderwerbsteuer, 5.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;583.2; Heine in Wilms\/Jochum, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, &sect;&nbsp;6a GrEStG Rz&nbsp;18.1 und 21.1; Arnold, Umstrukturierung inl&auml;ndischer Konzerne unter Beachtung des &sect;&nbsp;6a GrEStG, S.&nbsp;221).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Die einleitende Beschr&auml;nkung der Steuerverg&uuml;nstigung auf bestimmte steuerbare Rechtsvorg&auml;nge umfasst aber &#8211;obwohl sprachlich verungl&uuml;ckt&#8211; vom Wortsinn her ebenso F&auml;lle der Einbringung und anderer Erwerbsvorg&auml;nge auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage (so auch Viskorf in Borrutau, a.a.O., &sect;&nbsp;6a Rz 36; Pahlke, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 6.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6a Rz&nbsp;31; Adrian\/Franz, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2013, 1879, 1888; Wischott\/Keller\/Graessner, Neue Wirtschafts-Briefe &#8211;NWB&#8211; 2013, 3460). Gesetzeshistorie, -systematik und -zweck rechtfertigen die restriktive Auslegung der Vorschrift, nach der steuerbare Erwerbsvorg&auml;nge i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG von der Steuerverg&uuml;nstigung ausgenommen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG a.F. geht auf eine Beschlussempfehlung des Vermittlungsausschusses zur&uuml;ck (BTDrucks 17\/13722, S.&nbsp;33). Dieser hat die bereits in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 GrEStG enthaltene Formulierung &quot;bei Einbringungen sowie bei anderen Erwerbsvorg&auml;ngen auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage&quot; in den &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG a.F. &uuml;bernommen. Dass der Gesetzgeber mit &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG a.F. die Steuerverg&uuml;nstigung f&uuml;r Einbringungen und andere Erwerbsvorg&auml;nge auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage &#8211;im Gegensatz zu den Rechtsvorg&auml;ngen aufgrund einer Umwandlung&#8211; ohne jede Einschr&auml;nkung gew&auml;hren wollte, kann indes nicht angenommen werden (Viskorf in Boruttau, a.a.O., &sect;&nbsp;6a Rz 36). F&uuml;r eine Geltung der Beschr&auml;nkung selbst f&uuml;r Einbringungen und andere Erwerbsvorg&auml;nge auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage spricht auch die Regelung der Steuerverg&uuml;nstigung in einem Satz des &sect;&nbsp;6a GrEStG a.F. und der Beginn des &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG a.F. mit den Rechtsvorg&auml;ngen, die offensichtlich beg&uuml;nstigt werden sollten. Deshalb ist davon auszugehen, dass die nicht ganz eindeutige Gesetzesfassung auf einem blo&szlig;en redaktionellen Versehen beruht (vgl. Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6a Rz&nbsp;4, 31; Wischott\/Keller\/Graessner, NWB 2013, 3460). Dies hat zur Folge, dass es sich bei &sect;&nbsp;6a Satz&nbsp;1 GrEStG n.F. lediglich um eine Klarstellung einer bereits bestehenden Rechtslage handelt (so auch Viskorf in Boruttau, a.a.O., &sect;&nbsp;6a Rz 1, 37, 61; Lieber in Behrens\/Wachter, a.a.O., &sect;&nbsp;6a Rz 16; anders Gottwald\/Behrens, a.a.O., Rz&nbsp;583.2; Heine in Wilms\/Jochum, a.a.O., &sect;&nbsp;6a GrEStG Rz&nbsp;19, 21.1; offen Adrian\/Franz, BB 2013, 1879, 1888&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.11.2018, II B 8\/18ECLI:DE:BFH:2018:BA.221118.IIB8.18.0 Keine Anwendung des &sect; 6a Satz 1 GrEStG auf Erwerbsvorg&auml;nge i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 23 Abs. 12 GrEStG nicht ernstlich zweifelhaft Leits&auml;tze 1. Den Formwechsel eines Einzelunternehmens in eine Ein-Mann-GmbH sieht &sect; 191 Abs. 1 UmwG nicht vor. Durch &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-8-18-keine-anwendung-des-par-6a-satz-1-grestg-auf-erwerbsvorgaenge-is-des-par-1-abs-1-nr-1-grestg-verfassungsmaessigkeit-des-par-23-abs-12-grestg-nicht-ernstlich-zweifelhaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;8\/18 &#8211; Keine Anwendung des &sect; 6a Satz 1 GrEStG auf Erwerbsvorg&auml;nge i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 23 Abs. 12 GrEStG nicht ernstlich zweifelhaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70194","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70194","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70194"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70194\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70194"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70194"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70194"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}