{"id":70237,"date":"2019-01-24T19:41:56","date_gmt":"2019-01-24T17:41:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70237"},"modified":"2019-01-24T19:42:41","modified_gmt":"2019-01-24T17:42:41","slug":"xi-r-19-15-eugh-vorlage-zur-umsatzsteuerrechtlichen-behandlung-medizinischer-telefonberatung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-19-15-eugh-vorlage-zur-umsatzsteuerrechtlichen-behandlung-medizinischer-telefonberatung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;19\/15 &#8211; EuGH-Vorlage zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung medizinischer Telefonberatung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss (EuGH-Vorlage) vom 18.9.2018, XI R 19\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:VE.180918.XIR19.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">EuGH-Vorlage zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung medizinischer Telefonberatung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Liegt unter Umst&auml;nden wie denen des Ausgangsverfahrens, in denen ein Steuerpflichtiger im Auftrag von Krankenkassen Versicherte zu verschiedenen Gesundheits- und Krankheitsthemen telefonisch ber&auml;t, eine T&auml;tigkeit vor, die dem Anwendungsbereich des Art. 132 Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 2006\/112\/EG unterf&auml;llt?<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Reicht es unter Umst&auml;nden wie denen des Ausgangsverfahrens in Bezug auf die in Frage 1 genannten Leistungen sowie f&uuml;r Ums&auml;tze im Rahmen von &quot;Patientenbegleitprogrammen&quot; f&uuml;r den erforderlichen beruflichen Bef&auml;higungsnachweis aus, dass die telefonischen Beratungen von &quot;<noindex>Gesundheitscoaches<\/noindex>&quot; (medizinischen Fachangestellten, Krankenschwestern) durchgef&uuml;hrt werden und in circa einem Drittel der F&auml;lle ein Arzt hinzugezogen wird?<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>I. Dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union werden folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/p>\n<\/p>\n<p>1. Liegt unter Umst&auml;nden wie denen des Ausgangsverfahrens, in denen ein Steuerpflichtiger im Auftrag von Krankenkassen Versicherte zu verschiedenen Gesundheits- und Krankheitsthemen telefonisch ber&auml;t, eine T&auml;tigkeit vor, die dem Anwendungsbereich des Art. 132 Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28. November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem unterf&auml;llt?<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Reicht es unter Umst&auml;nden wie denen des Ausgangsverfahrens in Bezug auf die in Frage 1 genannten Leistungen sowie f&uuml;r Ums&auml;tze im Rahmen von &quot;Patientenbegleitprogrammen&quot; f&uuml;r den erforderlichen beruflichen Bef&auml;higungsnachweis aus, dass die telefonischen Beratungen von &quot;<noindex>Gesundheitscoaches<\/noindex>&quot; (medizinischen Fachangestellten, Krankenschwestern) durchgef&uuml;hrt werden und in circa einem Drittel der F&auml;lle ein Arzt hinzugezogen wird?<\/p>\n<\/p>\n<p>II. Das Revisionsverfahren wird bis zur Entscheidung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union ausgesetzt.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">A. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sachverhalt des Ausgangsverfahrens<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine Gesellschaft mit beschr&auml;nkter Haftung, betrieb im Februar 2014 (Streitzeitraum) im Auftrag von gesetzlichen Krankenkassen ein sogenanntes Gesundheitstelefon, bei dem Versicherte in medizinischer Hinsicht beraten wurden, und f&uuml;hrte Patientenbegleitprogramme f&uuml;r an chronischen oder lang andauernden Krankheiten leidenden Patienten durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die telefonischen Beratungsleistungen wurden durch Krankenschwestern und medizinische Fachangestellte erbracht, die gr&ouml;&szlig;tenteils auch als Gesundheitscoach ausgebildet waren. In mehr als einem Drittel der F&auml;lle wurde zudem ein Arzt, regelm&auml;&szlig;ig ein Facharzt, hinzugezogen, der die Beratung &uuml;bernahm bzw. bei R&uuml;ckfragen Anweisungen oder eine zweite Meinung erteilte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Im Rahmen des Gesundheitstelefons richtete die Kl&auml;gerin Informations-Hotlines ein, unter denen Mitarbeiter der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Versicherten regelm&auml;&szlig;ig rund um die Uhr an jedem Tag erreichbar waren. Die Mitarbeiter der Kl&auml;gerin meldeten sich unter dem Namen der jeweiligen Krankenkasse. Soweit eine medizinische Beratung gew&uuml;nscht wurde, erfolgte eine softwaregest&uuml;tzte Befunderhebung, das hei&szlig;t, eine Kontexteinstufung mit gezielten Fragen zur Thematik, und darauf folgend eine Beratung zu der vom Anrufer angegebenen therapeutischen Versorgungssituation. Dabei wurden Diagnosen und m&ouml;gliche Therapien erkl&auml;rt und Ratschl&auml;ge zu Verhaltens- und Behandlungs&auml;nderungen erteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Beispiele:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#9679;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Einer Versicherten mit einem Krampfanfall wurde geraten, sich weiterhin ihrem Neurologen anzuvertrauen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#9679;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Einer Anruferin, die unter Brustkrebs leidet, und sich &uuml;ber den bei der Operation t&auml;tigen An&auml;sthesisten sowie den Operateur beklagte, wurde wegen eines etwaigen Behandlungsfehlers an die Schlichtungsstelle bei der Landes&auml;rztekammer verwiesen, weil die Krankenkasse f&uuml;r diesen Fall nicht zust&auml;ndig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#9679;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Einer Versicherten, die nach operativer Entfernung von Geb&auml;rmutter und Eierst&ouml;cken unter leichten Blutungen leidet und schon bei drei Gyn&auml;kologen war, die ihr nicht helfen konnten, wurden Ausk&uuml;nfte zu m&ouml;glichen postoperativen Therapien nach malignen metastasierenden Unterbauchtumoren gegeben, obwohl die Anruferin mitgeteilt hatte, dass sich der Verdacht auf Krebserkrankung nicht best&auml;tigt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#9679;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Einer Anruferin, die an einer Glukoseintoleranz leidet und Angst vor einer Diabeteserkrankung hat, wurde geraten, einen Diabetologen aufzusuchen. Sie wurde &uuml;ber eine Insulintherapie informiert und zu Diabetes mellitus sowie Pr&auml;diabetes beraten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#9679;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Einem Anrufer mit &#8211;vom Kardiologen unbest&auml;tigten&#8211; Herzrhythmusst&ouml;rungen und einer Lebensmittelunvertr&auml;glichkeit wurden zun&auml;chst die Symptome von Herzrhythmusst&ouml;rungen erl&auml;utert; dann wurde ihm geraten, den Hausarzt nochmals aufzusuchen und sich gegebenenfalls einen anderen Kardiologen zu suchen. Zudem wurden ihm die Kontaktdaten von Kardiologen in seiner N&auml;he mitgeteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#9679;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Eine Anruferin stillt und m&ouml;chte &#8211;ohne Bedenken ihres Hausarztes&#8211; gegen ihre Erk&auml;ltung Echinazea-Tropfen nehmen. Ihr wurde mitgeteilt, dass diese in der Schwangerschaft nicht empfohlen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#9679;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Einer Anruferin, die seit zehn Jahren unter Durchfall und Angstst&ouml;rungen leidet und sich nach Hypnose erkundigt, wurde geraten eine Therapie zu machen, zudem wurden entsprechende &Auml;rzte genannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die abgeschlossenen F&auml;lle wurden dem &auml;rztlichen Leiter stichprobenartig eingespielt und insbesondere auf die medizinisch fachliche Nachvollziehbarkeit der dokumentierten Angaben &uuml;berpr&uuml;ft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Teilnehmer der Patientenbegleitprogramme wurden auf der Basis von Abrechnungsdaten und Krankheitsbildern von den Krankenkassen ermittelt, von diesen angeschrieben und auf Wunsch in das Programm eingeschrieben. Die Teilnehmer, die von Mitarbeitern der Kl&auml;gerin &uuml;ber einen Zeitraum von drei bis zw&ouml;lf Monaten angerufen wurden, konnten bei Fragen jederzeit die medizinische Hotline erreichen und rund um die Uhr situationsbezogene Informationen zu ihrem Krankenbild erhalten. Schwerpunkt der Begleitprogramme war, das Verst&auml;ndnis der Teilnehmer und ihrer Angeh&ouml;rigen f&uuml;r ihre Krankheit und die regel- und vorschriftsm&auml;&szlig;ige Einnahme der Medikamente oder die Teilnahme an anderen Therapien zu verbessern, Fehlmedikationen zu vermeiden und eine ad&auml;quate Reaktion auf Symptomzunahme und soziale Isolation herbeizuf&uuml;hren. Ziel dessen war es, die Kosten bei Versicherten mit chronischen oder psychischen Erkrankungen besser zu managen und insbesondere die Zahl erneuter station&auml;rer Aufnahmen der Teilnehmer deutlich zu verringern. Weitere Ziele waren bei ambulanter Verdachtsdiagnose in Zusammenhang mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom oder der Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit&auml;tsst&ouml;rung, die Eltern zu unterst&uuml;tzen und zur Verringerung von Sekund&auml;rerkrankungen zu entlasten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin stufte ihre Ums&auml;tze aus dem Betrieb des Gesundheitstelefons und der Patientenbegleitprogramme als Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin ein und meldete f&uuml;r den Streitzeitraum insoweit steuerfreie Ums&auml;tze an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beurteilte die betreffenden Ums&auml;tze als steuerpflichtig und setzte die Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r Februar 2014 abweichend von der Voranmeldung fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es f&uuml;hrte aus, die telefonischen Beratungsleistungen der Kl&auml;gerin seien nicht als &auml;rztliche Heilbehandlungen von der Umsatzsteuer befreit. Die im Rahmen des Gesundheitstelefons erteilten Informationen beruhten nicht auf medizinischen Feststellungen, die von entsprechendem Fachpersonal getroffen worden seien, sondern allein auf den Angaben des Anrufers zu dem Krankheitsbild, zu dem dieser sich habe weiter informieren wollen, sei es zur Art der Diagnose, der Behandlungsm&ouml;glichkeiten oder der Pr&auml;ventionsma&szlig;nahmen. Nur rund 60&nbsp;% bis 70&nbsp;% der beim Gesundheitstelefon eingehenden Anfragen seien durch eine vorhergehende Krankheitsdiagnose initiiert worden. Von der Kl&auml;gerin w&uuml;rden keine Ferndiagnosen gestellt, sondern lediglich weitergehende Informationen &uuml;ber eine Erkrankung oder Ausk&uuml;nfte zu Diagnosen erteilt. Auch den Beratungsleistungen des Patientenbegleitprogrammes fehle es am erforderlichen therapeutischen Zweck. Die Leistungen seien weder &auml;rztlich verordnet noch seien sie im Rahmen einer individuellen Vorsorge- oder Rehabilitationsma&szlig;nahme durchgef&uuml;hrt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 2232 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht die Kl&auml;gerin im Wesentlichen geltend, ihre vorbeugenden Beratungsleistungen unterfielen der Steuerbefreiung, da sie einen unmittelbaren Krankheitsbezug h&auml;tten und dazu dienten, sp&auml;tere h&ouml;here Kosten durch &auml;rztliche Heilbehandlungen zu vermeiden. Ebenso wie bei Erst- oder Notfallberatung sei eine vorherige von medizinischem Fachpersonal gestellte Diagnose nicht Voraussetzung. Auch ein (erstmaliger) telefonischer Arzt-Patienten-Kontakt sei Teil einer steuerbefreiten &auml;rztlichen Leistung. Im &Uuml;brigen k&auml;me telemedizinischen Leistungen zunehmende Bedeutung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA verteidigt die angefochtene Vorentscheidung und f&uuml;hrt aus, dass -selbst wenn der individuelle Gesundheitsfall des Anrufers Anlass des Telefonats gewesen sei- aufgrund der fehlenden Krankenunterlagen nur die Bandbreite der allgemein denkbaren medizinischen M&ouml;glichkeiten habe dargestellt werden k&ouml;nnen. Das Telefonat habe neben einer allgemeinen medizinischen Information nur eine Entscheidungshilfe geben k&ouml;nnen, ob der Anrufer zum Beispiel einen (weiteren) Arzt aufsucht oder die von seinem Arzt vorgeschlagene Therapie beziehungsweise Behandlung fortf&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat setzt das Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;74, 121 der Finanzgerichtsordnung (FGO) aus und legt dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) die im Tenor genannten Fragen gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (AEUV) zur Vorabentscheidung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die ma&szlig;geblichen Vorschriften und Bestimmungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">1. Nationales Recht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">F&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls sind die folgenden Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes in der Fassung des Jahressteuergesetzes 2009 vom 19.&nbsp;Dezember 2008 (Bundesgesetzblatt I 2008, 2794) &#8211;UStG&#8211; ma&szlig;gebend:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">a) &sect;&nbsp;1 Steuerbare Ums&auml;tze<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;(1) Der Umsatzsteuer unterliegen die folgenden Ums&auml;tze:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">1. die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausf&uuml;hrt. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">b) &sect;&nbsp;4 Steuerbefreiungen bei Lieferungen und sonstigen Leistungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;Von den unter &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 fallenden Ums&auml;tzen sind steuerfrei: &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">14. a) Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Hebamme oder einer &auml;hnlichen heilberuflichen T&auml;tigkeit durchgef&uuml;hrt werden. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2. Unionsrecht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Unionsrechtlich sind die folgenden Bestimmungen der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (Richtlinie 2006\/112\/EG) von Bedeutung:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">a) Art.&nbsp;2 Steueranwendungsbereich<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;Der Mehrwertsteuer unterliegen folgende Ums&auml;tze:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">a) Lieferungen von Gegenst&auml;nden und Dienstleistungen, die ein Steuerpflichtiger als solcher im Inland gegen Entgelt t&auml;tigt; &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">b) Art.&nbsp;132 Steuerbefreiungen dem Gemeinwohl dienender Ums&auml;tze<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;(1) Die Mitgliedstaaten befreien folgende Ums&auml;tze von der Steuer: &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">c) Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der von dem betreffenden Mitgliedstaat definierten &auml;rztlichen und arzt&auml;hnlichen Berufe durchgef&uuml;hrt werden; &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Zur Anrufung des EuGH<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Leistungen der Kl&auml;gerin im Bereich des Gesundheitstelefons sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG, Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 2006\/112\/EG steuerbar. Fraglich ist, ob es sich hierbei um Heilbehandlungen handelt, f&uuml;r die der Anwendungsbereich der Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG, Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 2006\/112\/EG er&ouml;ffnet ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Begriff &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&quot; ist ein autonomer unionsrechtlicher Begriff (vgl. EuGH-Urteile Unterpertinger vom 20.&nbsp;November 2003 C-212\/01, EU:C:2003:625, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2004, 70, Rz&nbsp;35; D&#8217;Ambrumenil und Dispute Resolution Services vom 20.&nbsp;November 2003 C-307\/01, EU:C:2003:627, UR 2004, 75, Rz&nbsp;53) und &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a UStG ist richtlinienkonform auszulegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;Dezember 2002 V&nbsp;R&nbsp;28\/00, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs &#8211;BFHE&#8211; 201, 330, Bundessteuerblatt &#8211;BStBl&#8211; II 2003, 532; vom 1.&nbsp;April 2004 V&nbsp;R&nbsp;54\/98, BFHE 205, 505, BStBl II 2004, 681; vom 1.&nbsp;Oktober 2014 XI&nbsp;R&nbsp;13\/14, BFHE 248, 367, Sammlung amtlich nicht ver&ouml;ffentlichter Entscheidungen des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH\/NV&#8211; 2015, 451, Rz&nbsp;16; vom 26.&nbsp;Juli 2017 XI&nbsp;R&nbsp;3\/15, BFHE&nbsp;259, 150, BFH\/NV 2017, 1692, Rz&nbsp;16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der hierzu ergangenen Rechtsprechung erfassen sowohl der Begriff &quot;&auml;rztliche Heilbehandlung&quot; als auch der Begriff &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&quot; Leistungen, die zur Diagnose, Behandlung und, so weit wie m&ouml;glich, Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsst&ouml;rungen dienen (vgl. EuGH-Urteile L.u.P. vom 8.&nbsp;Juni 2006 C-106\/05, EU:C:2006:380, UR 2006, 464, Rz&nbsp;27; CopyGene vom 10.&nbsp;Juni 2010 C-262\/08, EU:C:2010:328, UR 2010, 526, Rz&nbsp;28; BFH-Urteile vom 12.&nbsp;August 2004 V&nbsp;R&nbsp;27\/02, BFH\/NV 2005, 583; vom 5.&nbsp;November 2014 XI&nbsp;R&nbsp;11\/13, BFHE 248, 389, BFH\/NV 2015, 297, Rz&nbsp;19; in BFHE 259, 150, BFH\/NV 2017, 1692, Rz&nbsp;17; BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Oktober 2017 XI&nbsp;R&nbsp;23\/15, BFHE 259, 567, BStBl II 2018, 109, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Heilbehandlungen fallen auch Ma&szlig;nahmen, die &#8211;gegebenenfalls auch nur vorbeugend&#8211; dem Schutz einschlie&szlig;lich der Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit dienen (vgl. dazu EuGH-Urteil Klinikum Dortmund vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 C-366\/12, EU:C:2014:143, UR 2014, 271, Rz&nbsp;30, mit weiteren Nachweisen; BFH-Urteile vom 18.&nbsp;August 2011 V&nbsp;R&nbsp;27\/10, BFHE 235, 58, BFH\/NV 2011, 2214, Rz&nbsp;14; vom 26.&nbsp;August 2014 XI&nbsp;R&nbsp;19\/12, BFHE 247, 276, BStBl II 2015, 310, Rz&nbsp;26; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2015 V&nbsp;R&nbsp;60\/14, BFHE 249, 562, BStBl II 2015, 946, Rz&nbsp;12). Insofern werden auch Ma&szlig;nahmen erfasst, die darauf abzielen, die Beobachtung und die Untersuchung der Patienten zu erm&ouml;glichen, noch bevor es erforderlich wird, eine etwaige Krankheit zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu heilen (BFH-Beschluss in BFHE 259, 567, BStBl II 2018, 109, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Heilbehandlung liegt jedoch nur bei therapeutischer Zweckbestimmtheit vor, wobei diese nicht in einem besonders engen Sinne zu verstehen ist. Vielmehr ist der Begriff der therapeutischen Zweckbestimmung unter Ber&uuml;cksichtigung des Zwecks der Steuerbefreiung auszulegen, der darin besteht, die Kosten &auml;rztlicher Heilbehandlungen zu senken (EuGH-Urteile Kommission\/Frankreich vom 11.&nbsp;Januar 2001 C-76\/99, EU:C:2001:12, UR 2001, 62, Rz&nbsp;23; Unterpertinger, EU:C:2003:625, UR 2004, 70, Rz&nbsp;40; D&#8217;Ambrumenil und Dispute Resolution Services, EU:C:2003:627, UR 2004, 75, Rz&nbsp;58; L.u.P., EU:C:2006:380, UR 2006, 464, Rz&nbsp;29; CopyGene, EU:C:2010:328, UR 2010, 526, Rz&nbsp;29; Verigen Transplantation Service International vom 18.&nbsp;November 2010 C-156\/09, EU:C:2010:695, UR 2011, 215, Rz 24, 27; PFC Clinic vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013 C-91\/12, EU:C:2013:198, UR 2013, 335, Rz&nbsp;26; BFH-Urteile in BFHE 235, 58, BFH\/NV 2011, 2214, Rz&nbsp;21; in BFHE 249, 562, BStBl II 2015, 946, Rz&nbsp;13; BFH-Beschl&uuml;sse in BFHE 259, 567, BStBl II 2018, 109, Rz&nbsp;27; vom 27.&nbsp;Februar 2018 XI&nbsp;B&nbsp;97\/17, BFH\/NV 2018, 738, Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit therapeutischem Zweck erfolgen auch Leistungen, die unerl&auml;sslicher, fester und untrennbarer Bestandteil der gesamten Heilbehandlung sind, deren einzelne Abschnitte sinnvollerweise nicht isoliert voneinander durchgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen (EuGH-Urteil Verigen Transplantation Service International, EU:C:2010:695, UR 2011, 215, Rz&nbsp;26). Nicht von der Steuerbefreiung erfasst sind dagegen T&auml;tigkeiten, wenn die Heilbehandlung, mit der diese T&auml;tigkeiten nur eventuell verbunden sind, weder stattgefunden noch begonnen hat oder geplant ist (EuGH-Urteil CopyGene, EU:C:2010:328, UR 2010, 526, Leitsatz&nbsp;1; BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Juli 2015 XI&nbsp;R&nbsp;23\/13, BFHE 251, 86, BStBl II 2017, 733, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Bei Ma&szlig;nahmen, die sowohl Heilbehandlungszwecken als auch blo&szlig; kosmetischen Zwecken oder der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands dienen k&ouml;nnen und insofern einem Grenzbereich zuzuordnen sind, kommt es auf eine Pr&uuml;fung anhand der Umst&auml;nde des Einzelfalls an (vgl. BFH-Urteile in BFHE 248, 367, BFH\/NV 2015, 451, Rz&nbsp;29&nbsp;f.; vom 4.&nbsp;Dezember 2014 V&nbsp;R&nbsp;33\/12, BFHE 248, 424, BFH\/NV 2015, 648, Rz&nbsp;15; BFH-Beschl&uuml;sse vom 6.&nbsp;Juni 2008 XI&nbsp;B&nbsp;11\/08, BFH\/NV 2008, 1547; vom 29.&nbsp;Oktober 2013 V&nbsp;B&nbsp;58\/13, BFH\/NV 2014, 192; vom 11.&nbsp;Dezember 2014 XI&nbsp;B&nbsp;49\/14, BFH\/NV 2015, 363, Rz&nbsp;8; in BFH\/NV&nbsp;2018, 738, Rz&nbsp;13). Insofern ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass es bei der Frage, ob eine Leistung therapeutischen oder anderen Zwecken dient, um die Beurteilung einer medizinischen Frage geht, die auf medizinischen Feststellungen beruhen muss, die von dem entsprechenden Fachpersonal getroffen worden sind (BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Juni 2013 V&nbsp;S&nbsp;20\/13, BFH\/NV 2013, 1643, Rz&nbsp;17; BFH-Urteil in BFHE 248, 367, BFH\/NV 2015, 451, Rz&nbsp;19). Die rein subjektive Vorstellung, die der Patient von der Leistung hat, ist als solche f&uuml;r die Beurteilung, ob diese einem therapeutischen Zweck dient, nicht ma&szlig;geblich (EuGH-Urteil PFC Clinic, EU:C:2013:198, UR 2013, 335, Rz&nbsp;34&nbsp;f.; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2013, 1643, Rz&nbsp;17; BFH-Urteile in BFHE 248, 367, BFH\/NV 2015, 451, Rz&nbsp;19; in BFHE 248, 416, BFH\/NV 2015, 645, Rz&nbsp;12; in BFHE 248, 424, BFH\/NV 2015, 648, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Nach diesen Kriterien fallen bei engem Verst&auml;ndnis die vorliegenden Beratungsleistungen nicht unter den Anwendungsbereich der Steuerbefreiung, da weder feststeht, ob sich an die Beratung eine &auml;rztliche Heilbehandlung anschlie&szlig;t, noch ob sie als &quot;Erstberatung&quot; Bestandteil einer komplexen Heilbehandlung werden. Zudem erfolgt die Information der Anrufenden &#8211;zumindest teilweise&#8211; nicht auf Grundlage vorheriger medizinischer Feststellungen oder Anordnungen und in allen F&auml;llen ohne pers&ouml;nlichen Kontakt zwischen Versicherten und Mitarbeitern der Kl&auml;gerin, sondern am Telefon.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Der Kl&auml;rung durch den EuGH bedarf, ob es sich um eine zutreffende Interpretation seiner Rechtsprechung handelt, wenn telefonische Beratungsleistungen mit medizinischem Inhalt unabh&auml;ngig von einer konkreten &auml;rztlichen Behandlung beziehungsweise m&ouml;glicherweise im Vorfeld einer solchen als noch nicht dem Anwendungsbereich des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 2006\/112\/EG unterfallend eingeordnet werden beziehungsweise ob die vorhandene Rechtsprechung zur Differenzierung zwischen steuerfreien Heilbehandlungen und Behandlungen, die lediglich zur Befriedigung allgemeiner Lebensbed&uuml;rfnisse, zum Beispiel zu Freizeit-\/Wellness- oder kosmetischen Zwecken, vorgenommen wurden, heranzuziehen ist. Anderenfalls w&auml;ren die telefonischen Informationsleistungen, die nicht unter Freizeit- oder Wellnessgesichtspunkten, sondern aufgrund eines konkreten medizinischen Anliegens von den Versicherten in Anspruch genommen wurden, nicht aus dem Anwendungsbereich der Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG, Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 2006\/112\/EG auszuschlie&szlig;en. Hierbei ist aus Sicht des Senats abgrenzend zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Bedeutung von Behandlungen ohne pers&ouml;nlichen Kontakt (zum Beispiel per Internet) aufgrund des technischen Fortschritts und des teilweise bestehenden &Auml;rztemangels zuk&uuml;nftig zunehmen d&uuml;rfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ferner stellt sich f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin im Bereich der Patientenbegleitprogramme sowie, falls die Frage 1 zu bejahen ist, im Bereich des Gesundheitstelefons erbrachten Leistungen die Frage, ob aufgrund des genutzten Mediums eine Zusatzqualifikation der Ausf&uuml;hrenden gefordert werden muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 UStG, Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 2006\/112\/EG steuerbaren Leistungen im Rahmen der Patientenbegleitprogramme ist der Anwendungsbereich der Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG, Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 2006\/112\/EG er&ouml;ffnet. Es handelt sich um Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, da diese als Patientenschulungen im Rahmen der erg&auml;nzenden Leistungen zur Rehabilitation (&sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des F&uuml;nften Buchs Sozialgesetzbuch &#8211;SGB V&#8211;) nur gegen&uuml;ber Teilnehmern mit von &auml;rztlichem Fachpersonal diagnostizierter chronischer Krankheit erbracht werden und damit nachgewiesen einen therapeutischen Zweck haben. Auf das Fehlen einer &auml;rztlichen Anordnung kommt es insoweit nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Heilbehandlungsleistung ist nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 2006\/112\/EG nur dann steuerfrei, wenn sie im Rahmen der Aus&uuml;bung &auml;rztlicher und arzt&auml;hnlicher Berufe erbracht wird. Nicht notwendig ist jedoch, dass jeder Aspekt einer therapeutischen Behandlung von medizinischem Personal durchgef&uuml;hrt wird (vgl. EuGH-Urteil Verigen Transplantation Service International, EU:C:2010:695, UR 2011, 215, Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Definition der &auml;rztlichen oder arzt&auml;hnlichen Berufe obliegt nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 2006\/112\/EG den Mitgliedstaaten. Das insofern bestehende Ermessen bezieht sich nicht nur auf die Festlegung der f&uuml;r die Aus&uuml;bung dieser Berufe erforderlichen Qualifikationen, sondern auch auf die Festlegung der spezifischen Heilt&auml;tigkeiten im Bereich der Humanmedizin, die zu diesen Berufen geh&ouml;ren (EuGH-Urteil Solleveld u.a. vom 27.&nbsp;April 2006 C-443\/04 und C-444\/04, EU:C:2006:257, BFH\/NV 2006, Beilage&nbsp;3, 299, Rz&nbsp;29, 30, mit weiteren Nachweisen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dementsprechend regelt &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a UStG, dass Leistungen im Rahmen der Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Hebamme oder einer &auml;hnlichen heilberuflichen T&auml;tigkeit erfasst werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r die nicht unter einen der genannten Katalogberufe fallenden Unternehmer kann sich die erforderliche Berufsqualifikation nach der nationalen Rechtsprechung aus einer berufsrechtlichen Regelung ergeben. Au&szlig;erdem kann &#8211;entsprechend dem Zweck der Regelung, die Sozialversicherungstr&auml;ger von der Umsatzsteuer zu entlasten&#8211; grunds&auml;tzlich vom Vorliegen des Bef&auml;higungsnachweises ausgegangen werden, wenn die Leistungen des Unternehmers durch heilberufliche T&auml;tigkeit in der Regel von den Sozialversicherungstr&auml;gern finanziert werden (BFH-Urteile vom 12.&nbsp;August 2004 V&nbsp;R&nbsp;18\/02, BFHE 207, 381, BStBl II 2005, 227, unter II.B.3.e&nbsp;bb, Rz&nbsp;43; vom 11.&nbsp;November 2004 V&nbsp;R&nbsp;34\/02, BFHE 208, 65, BStBl II 2005, 316, unter II.4.a, Rz&nbsp;21). Eine Kostentragung durch gesetzliche Krankenkassen ist dabei dann von Bedeutung, wenn sie den Charakter eines Bef&auml;higungsnachweises hat. Dies kann sich im Einzelfall aus den Beziehungen der Krankenkassen zu den Leistungserbringern nach den nationalen Regelungen nach dem Vierten Kapitel des SGB&nbsp;V und damit aus den &sect;&sect;&nbsp;69 ff. SGB&nbsp;V ergeben. So ist zum Beispiel die Aufnahme der betreffenden Leistungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen nach &sect;&nbsp;92 SGB&nbsp;V, der Abschluss eines Versorgungsvertrags nach &sect;&nbsp;111 SGB&nbsp;V oder die Zulassung nach &sect;&nbsp;124 SGB&nbsp;V als Indiz f&uuml;r das Vorliegen der erforderlichen Berufsqualifikation anzusehen (BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;Oktober 2010 V&nbsp;B&nbsp;152\/09, BFH\/NV 2011, 326, Rz&nbsp;4, mit weiterem Nachweis). Auch aus der Kostentragung nach &sect;&nbsp;43 SGB&nbsp;V in Verbindung mit einer Gesamtvereinbarung kann sich der erforderliche Qualifikationsnachweis ergeben (BFH-Urteil vom 30.&nbsp;April 2009 V&nbsp;R&nbsp;6\/07, BFHE 225, 248, BStBl II 2009, 679, unter II.3.b, Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im vorliegenden Fall waren Krankenschwestern und medizinische Fachangestellte, die gr&ouml;&szlig;tenteils auch als Gesundheitscoach ausgebildet waren und in mehr als einem Drittel der F&auml;lle von Fach&auml;rzten unterst&uuml;tzt wurden, t&auml;tig. Die Kosten wurden vollst&auml;ndig von gesetzlichen Krankenkassen getragen, da diese Auftraggeber der Ma&szlig;nahmen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die fachlichen Anforderungen f&uuml;r die Erbringung von telefonischen medizinischen Beratungsleistungen bestehen in der Bundesrepublik Deutschland keine Regelungen. Lediglich f&uuml;r Patientenschulungen haben die Verb&auml;nde der Krankenkassen auf Bundesebene in Gemeinsamen Empfehlungen (Gemeinsame Empfehlungen zur F&ouml;rderung und Durchf&uuml;hrung von Patientenschulungen auf der Grundlage von &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 SGB&nbsp;V vom 2.&nbsp;Dezember 2013 in der Fassung vom 8.&nbsp;Februar 2017), denen keine Bindungswirkung zukommt, dargelegt, dass das Schulungsprogramm von einem qualifizierten und interdisziplin&auml;r zusammengesetzten Schulungsteam unter Beteiligung eines Facharztes der jeweiligen Indikation durchzuf&uuml;hren sei. F&uuml;r die nicht&auml;rztlichen Teammitglieder seien ein Berufsabschluss im Handlungsfeld mit indikationsspezifischer Zusatzqualifikation und mehrj&auml;hriger Berufserfahrung in der Arbeit mit chronisch Kranken und psychologische und p&auml;dagogische F&auml;higkeiten entsprechend der Indikation und Zielgruppe nachzuweisen. Die darin als &quot;Regelbeispiele&quot; angef&uuml;hrten Berufsabschl&uuml;sse umfassen Krankenschwestern oder medizinische Fachangestellte nicht. Dabei ist jedoch zu ber&uuml;cksichtigen, dass nur &quot;Regelbeispiele&quot; aufgef&uuml;hrt sind, so dass der Katalog nicht als abschlie&szlig;end betrachtet werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Fraglich ist, ob die f&uuml;r herk&ouml;mmliche Heilbehandlungen von dem betreffenden Mitgliedstaat definierten Qualifikationsmerkmale eines &auml;rztlichen und arzt&auml;hnlichen Berufs im Sinne des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 2006\/112\/EG auch f&uuml;r solche Heilbehandlungen gelten, die g&auml;nzlich ohne pers&ouml;nlichen Kontakt (zum Beispiel telefonisch oder &uuml;ber das Internet) erbracht werden, oder ob es &#8211;zum Beispiel f&uuml;r Leistungen im Bereich der Telemedizin&#8211; insofern zus&auml;tzlicher Anforderungen bedarf. Diesbez&uuml;glich erscheint es relevant, dass das Ermessen der Mitgliedstaaten hinsichtlich der Regelung der Berufsqualifikation dadurch begrenzt wird, dass nicht alle Heilbehandlun-gen im Bereich der Humanmedizin von der Mehrwertsteuer befreit werden sollen, sondern nur diejenigen, die unter Ber&uuml;cksichtigung der beruflichen Ausbildung der Behandelnden eine ausreichende Qualit&auml;t aufweisen (EuGH-Urteil Solleveld&nbsp;u.a., EU:C:2006:257, BFH\/NV 2006, Beilage&nbsp;3, 299, Rz&nbsp;37; BFH-Urteil vom 23.&nbsp;August 2007 V&nbsp;R&nbsp;38\/04, BFHE 217, 323, BStBl II 2008, 37, unter II.a&nbsp;bb, Rz&nbsp;19&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Beide Vorlagefragen sind entscheidungserheblich. Wird die Frage&nbsp;1 verneint, sind die Leistungen des Gesundheitstelefons steuerpflichtig. Wird sie bejaht, wird die Frage&nbsp;2 entscheidungserheblich. Unabh&auml;ngig davon ist die Frage&nbsp;2 aber f&uuml;r die Patientenbegleitprogramme entscheidungserheblich, da es sich dabei fraglos um Heilbehandlungen handelt. Gegebenenfalls k&ouml;nnten auch nur die Ums&auml;tze steuerfrei sein, zu denen ein Arzt hinzugezogen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Rechtsgrundlage f&uuml;r die Anrufung des EuGH ist Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Aussetzung des Revisionsverfahrens bis zu einer Entscheidung des EuGH beruht auf &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 in Verbindung mit &sect;&nbsp;74 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss (EuGH-Vorlage) vom 18.9.2018, XI R 19\/15ECLI:DE:BFH:2018:VE.180918.XIR19.15.0 EuGH-Vorlage zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung medizinischer Telefonberatung Leits&auml;tze 1. Liegt unter Umst&auml;nden wie denen des Ausgangsverfahrens, in denen ein Steuerpflichtiger im Auftrag von Krankenkassen Versicherte zu verschiedenen Gesundheits- und Krankheitsthemen telefonisch ber&auml;t, eine T&auml;tigkeit vor, die dem Anwendungsbereich des Art. 132 Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 2006\/112\/EG &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-19-15-eugh-vorlage-zur-umsatzsteuerrechtlichen-behandlung-medizinischer-telefonberatung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;19\/15 &#8211; EuGH-Vorlage zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung medizinischer Telefonberatung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70237","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70237"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70237\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}