{"id":70242,"date":"2019-01-24T19:42:02","date_gmt":"2019-01-24T17:42:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70242"},"modified":"2019-01-24T19:42:46","modified_gmt":"2019-01-24T17:42:46","slug":"ii-r-51-15-kein-ausschluss-der-berichtigung-des-kapitalwerts-eines-vorerwerbs-nach-par-14-abs-2-bewg-durch-die-fiktion-nach-par-10-abs-3-erbstg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-51-15-kein-ausschluss-der-berichtigung-des-kapitalwerts-eines-vorerwerbs-nach-par-14-abs-2-bewg-durch-die-fiktion-nach-par-10-abs-3-erbstg\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;51\/15 &#8211; Kein Ausschluss der Berichtigung des Kapitalwerts eines Vorerwerbs nach &sect; 14 Abs. 2 BewG durch die Fiktion nach &sect; 10 Abs. 3 ErbStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.8.2018, II R 51\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.220818.IIR51.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Ausschluss der Berichtigung des Kapitalwerts eines Vorerwerbs nach &sect; 14 Abs. 2 BewG durch die Fiktion nach &sect; 10 Abs. 3 ErbStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die unverzinsliche lebensl&auml;ngliche Stundung einer Zugewinnausgleichsforderung ist im Hinblick auf den gew&auml;hrten Nutzungsvorteil eine der Schenkungsteuer unterliegende freigebige Zuwendung.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wird der ausgleichsverpflichtete Ehegatte beim Tod des ausgleichsberechtigten Ehegatten dessen Alleinerbe, steht der fingierte Fortbestand von Zugewinnausgleichsforderung und -verbindlichkeit nach &sect; 10 Abs. 3 ErbStG der Berichtigung des Kapitalwerts des als Vorerwerb anzusetzenden Nutzungsvorteils nicht entgegen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 10. September 2015&nbsp;&nbsp;3 K 1870\/13 Erb wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kl&auml;ger und Revisionsbeklagter (Kl&auml;ger) ist ein Testamentsvollstrecker. Ihm obliegt die Verwaltung und Vertretung einer unselbst&auml;ndigen Stiftung in der Stiftergemeinschaft der Sparkasse. Das Stiftungsverm&ouml;gen besteht aus dem Nachlass des urspr&uuml;nglichen Kl&auml;gers X, der w&auml;hrend des Revisionsverfahrens verstorben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im M&auml;rz 1940 geborene X und seine Ehefrau, die sp&auml;tere Erblasserin Y, lebten im G&uuml;terstand der Zugewinngemeinschaft. Am 7.&nbsp;Dezember 2004 beendeten sie durch notariell beurkundeten Ehe- und Erbvertrag diesen G&uuml;terstand und vereinbarten den G&uuml;terstand der G&uuml;tertrennung. Die Zugewinnausgleichsforderung der Erblasserin in H&ouml;he von 375.823,95&nbsp;EUR wurde auf Lebenszeit des zur Zahlung verpflichteten X gestundet; eine Vereinbarung zur Verzinsung der Forderung wurde nicht getroffen. Zudem setzten sich die Eheleute gegenseitig zu Alleinerben ein. Y verstarb am 26.&nbsp;November 2009.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfasste die Zugewinnausgleichsforderung mit Bescheid vom 27.&nbsp;September 2010 als Erwerb des X mit dem Nennwert. Mit &Auml;nderungsbescheid vom 17.&nbsp;Februar 2012 setzte das FA zus&auml;tzlich den Vorteil aus der zinslosen Stundung der Zugewinnausgleichsforderung mit dem Kapitalwert einer lebensl&auml;nglichen Nutzung in H&ouml;he von 192.499&nbsp;EUR als Vorschenkung an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA folgte einem Einspruch des X insoweit, als es durch &Auml;nderungsbescheid vom 13.&nbsp;September 2012 die Vorschenkung nur noch mit einem Kapitalwert einer wiederkehrenden Nutzung in H&ouml;he von 90.866&nbsp;EUR erfasste. Mit Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;Mai 2013 setzte das FA aus anderen Gr&uuml;nden die Steuer herab und wies den Einspruch im &Uuml;brigen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage des X hatte Erfolg. Nach Auffassung des Finanzgerichts (FG) war die Zugewinnausgleichsforderung nur mit einem abgezinsten Wert in H&ouml;he von 177.107&nbsp;EUR und die aus der zinslosen Stundung der Zugewinnausgleichsforderung resultierende Vorschenkung nur mit einem laufzeitbezogenen Kapitalwert in H&ouml;he von 90.522&nbsp;EUR anzusetzen. Das Urteil ist ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 45.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Bewertung der Vorschenkung nur mit einem laufzeitabh&auml;ngigen Kapitalwert wendet sich das FA mit der Revision. Es r&uuml;gt die Verletzung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 des Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und den Erbschaftsteuerbescheid vom 13.&nbsp;September 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;Mai 2013 dergestalt abzu&auml;ndern, dass die Zugewinnausgleichsforderung in H&ouml;he von 177.107&nbsp;EUR und die Vorschenkung wegen der zinslosen Stundung der Zugewinnausgleichsforderung in H&ouml;he von 192.502&nbsp;EUR angesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die der Erblasserin zustehende Zugewinnausgleichsforderung, die mit ihrem Tod auf den X als Alleinerben &uuml;bergegangen und wegen &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 ErbStG als Erwerb des X zu erfassen ist, hat das FG zutreffend mit einem nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 des Bewertungsgesetzes (BewG) abgezinsten Wert in H&ouml;he von 177.107&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt. Dieser Ansatz wird vom FA nicht bestritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat ebenso zutreffend entschieden, dass die aus der zinslosen Stundung resultierende Vorschenkung nur mit einem Kapitalwert in H&ouml;he von 90.522&nbsp;EUR zu besteuern ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger ist als Testamentsvollstrecker prozessf&uuml;hrungsbefugt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelung zur Gesamtrechtsnachfolge in &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) verweist f&uuml;r die aus dem Nachlass zu entrichtenden abgabenrechtlichen Schulden auf die b&uuml;rgerlich-rechtlichen Vorschriften. Nach &sect;&nbsp;2213 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) k&ouml;nnen Anspr&uuml;che, die sich gegen den Nachlass richten, wenn und solange der Testamentsvollstrecker den ganzen Nachlass verwaltet, sowohl gegen die Erben als auch gegen den Testamentsvollstrecker geltend gemacht werden. &sect;&nbsp;2213 BGB betrifft dabei alle Nachlassverbindlichkeiten und die Passivlegitimation f&uuml;r alle Verfahren, gleich welcher Verfahrensart oder welcher Gerichtsbarkeit (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30.&nbsp;September 1987 II&nbsp;R&nbsp;42\/84, BFHE 151, 460, BStBl II 1988, 120).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die streitige Steuerschuld aus dem Erwerb des X als Alleinerbe seiner verstorbenen Ehefrau Y ist Teil seines Nachlasses. Alle angefochtenen Erbschaftsteuerbescheide sind noch gegen&uuml;ber X vor dessen Tod ergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die zinslose Stundung einer Zugewinnausgleichsforderung ist wegen des gew&auml;hrten Nutzungsvorteils regelm&auml;&szlig;ig eine freigebige Zuwendung i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Schenkungsteuer unterliegt als Schenkung unter Lebenden (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 ErbStG) jede freigebige Zuwendung, soweit der Bedachte durch sie auf Kosten des Zuwendenden bereichert wird (&sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG, vgl. auch &sect;&nbsp;516 Abs.&nbsp;1 BGB). Erforderlich hierf&uuml;r ist eine Verm&ouml;gensverschiebung, d.h. eine Verm&ouml;gensminderung auf der Seite des Zuwendenden und eine Verm&ouml;gensmehrung auf der Seite des Zuwendungsempf&auml;ngers (BFH-Urteil vom 30.&nbsp;August 2017 II&nbsp;R&nbsp;46\/15, BFHE 259, 370, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der Rechtsprechung des BFH kann in der unentgeltlichen &Uuml;berlassung einer Kapitalsumme auf Zeit eine Schenkung i.S. des ErbStG liegen (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Oktober 2010 II&nbsp;R&nbsp;37\/09, BFHE 231, 223, BStBl II 2011, 134, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gegenstand der Schenkung bzw. freigebigen Zuwendung ist nicht ein konkreter Ertrag, der dem Zuwendenden entgeht, sondern die dem Verzicht auf die eigene Nutzungsm&ouml;glichkeit seitens des Zuwendenden korrespondierende Gew&auml;hrung der Nutzungsm&ouml;glichkeit durch den Zuwendungsempf&auml;nger (BFH-Urteile vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2010 II&nbsp;R&nbsp;22\/09, BFHE 229, 374, BStBl II 2010, 806, Rz&nbsp;12, und vom 27.&nbsp;November 2013 II&nbsp;R&nbsp;25\/12, BFH\/NV 2014, 537, Rz&nbsp;13&nbsp;f., m.w.N.). Ob eine Kapital&uuml;berlassung aus schenkungsteuerrechtlicher Sicht unentgeltlich erfolgt, beurteilt sich nach zivilrechtlichen Kriterien. Danach ist eine Kapital&uuml;berlassung unentgeltlich, wenn der Erwerb nicht von einer ihn ausgleichenden Gegenleistung abh&auml;ngt (Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 27.&nbsp;November 1991 IV&nbsp;ZR&nbsp;164\/90, BGHZ 116, 167, unter II.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die zivilrechtlich vereinbarte Unverzinslichkeit einer Forderung f&uuml;hrt zur steuerrechtlichen Ber&uuml;cksichtigung eines fiktiven Zinsanteils.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 BewG ist der Wert unverzinslicher Forderungen, deren Laufzeit mehr als ein Jahr betr&auml;gt und die zu einem bestimmten Zeitpunkt f&auml;llig sind, der Betrag, der vom Nennwert nach Abzug von Zwischenzinsen unter Ber&uuml;cksichtigung von Zinseszinsen verbleibt. Danach ist der gestundete Anteil einer Forderung in einen Barwert und in einen Zinsanteil umzurechnen. &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 BewG beruht darauf, dass bei identischem Nominalbetrag eine auf Jahre gestundete Forderung einen niedrigeren gegenw&auml;rtigen Wert hat als die sofort f&auml;llige Forderung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die fehlende Vereinbarung zu der Verzinsung steht dem ausdr&uuml;cklichen Ausschluss der Verzinsung gleich (BFH-Urteile vom 25.&nbsp;Juni 1974 VIII&nbsp;R&nbsp;163\/71, BFHE 114, 463, BStBl II 1975, 431, und vom 26.&nbsp;Januar 1999 VIII&nbsp;R&nbsp;32\/96, BFH\/NV 1999, 922, unter II.2.e&nbsp;cc). Denn die Parteien k&ouml;nnen zwar einen Sachverhalt vertraglich gestalten, nicht aber die steuerrechtlichen Folgen bestimmen, die das Steuergesetz an die vorgegebene Gestaltung kn&uuml;pft (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7.&nbsp;Juni 1993&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;335\/93, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1993, 542, zu einer zinslos gestundeten Kaufpreisforderung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wird ein Geldbetrag als Darlehen auf Lebenszeit zinslos &uuml;berlassen, ist der nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 ErbStG i.V.m. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 BewG zu ermittelnde Kapitalwert des Nutzungsvorteils als schenkungsteuerrechtliche Bereicherung anzusetzen. Hierzu ist der Jahreswert des Nutzungsvorteils (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 BewG, Zinssatz 5,5&nbsp;%) &#8211;bezogen auf den Zeitpunkt der &Uuml;berlassung des Kapitals (&sect;&nbsp;11 ErbStG i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 ErbStG)&#8211; entsprechend zu kapitalisieren (BFH-Urteile vom 12.&nbsp;Juli 1979 II&nbsp;R&nbsp;26\/78, BFHE 128, 266, BStBl II 1979, 631, und vom 7.&nbsp;Oktober 1998 II&nbsp;R&nbsp;64\/96, BFHE 187, 53, BStBl II 1999, 25, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die vorstehenden Grunds&auml;tze f&uuml;r die Gew&auml;hrung eines zinslosen Darlehens gelten f&uuml;r die zinslose Stundung einer Zugewinnausgleichsforderung entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn auch in diesem Fall hat sich der ausgleichsberechtigte Ehegatte der Nutzungsm&ouml;glichkeit des Kapitals aus der Forderung f&uuml;r die Zeit der Stundung begeben (vgl. BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;70\/09, BFH\/NV 2012, 229, Rz&nbsp;17) und die Nutzung dem ausgleichsverpflichteten Ehegatten &uuml;berlassen. Eine Verzinsung der Ausgleichsforderung ist nicht generell ausgeschlossen. Dies zeigt sich schon darin, dass bei einer Stundung der Ausgleichsforderung durch das Familiengericht die gestundete Forderung durch den Schuldner zu verzinsen w&auml;re (&sect;&nbsp;1382 Abs.&nbsp;2 BGB). Die zinslose Stundung der Ausgleichsforderung ist deshalb nicht mit der zinslosen Stundung eines nicht geltend gemachten Pflichtteilsanspruchs (vgl. BFH-Urteil in BFHE 229, 374, BStBl II 2010, 806, Rz&nbsp;11) vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Nutzungsvorteil aufgrund der zinslosen Stundung der Zugewinnausgleichsforderung ist zutreffend mit einem Kapitalwert in H&ouml;he von 90.522&nbsp;EUR als Vorschenkung ber&uuml;cksichtigt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 ErbStG werden mehrere innerhalb von zehn Jahren von derselben Person anfallende Verm&ouml;gensvorteile in der Weise zusammengerechnet, dass dem letzten Erwerb die fr&uuml;heren Erwerbe nach ihrem fr&uuml;heren Wert zugerechnet werden und von der Steuer f&uuml;r den Gesamtbetrag die Steuer abgezogen wird, die f&uuml;r die fr&uuml;heren Erwerbe zur Zeit des letzten Erwerbs zu erheben gewesen w&auml;re. Diese Vorschrift will verhindern, dass durch die Aufteilung einer beabsichtigten Zuwendung in mehrere zeitlich folgende Teil&uuml;bertragungen durch mehrfache Gew&auml;hrung der pers&ouml;nlichen Freibetr&auml;ge und die Vermeidung der Steuerprogression Steuervorteile erlangt werden (vgl. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Juli 2017 II&nbsp;R&nbsp;45\/15, BFHE 258, 232, BStBl II 2017, 1120, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ErbStG &auml;ndert nichts daran, dass die einzelnen Erwerbe als selbst&auml;ndige steuerpflichtige Vorg&auml;nge jeweils f&uuml;r sich der Steuer unterliegen (vgl. BFH-Urteil vom 3.&nbsp;November 2010 II&nbsp;R&nbsp;65\/09, BFHE 231, 233, BStBl II 2011, 123, Rz&nbsp;11). Weder werden die fr&uuml;heren Steuerfestsetzungen mit der Steuerfestsetzung f&uuml;r den letzten Erwerb zusammengefasst noch werden die einzelnen Erwerbe innerhalb eines Zehnjahreszeitraums zu einem einheitlichen Erwerb verbunden. Die Vorschrift trifft lediglich eine besondere Anordnung f&uuml;r die Berechnung der Steuer, die f&uuml;r den jeweils letzten Erwerb innerhalb des Zehnjahreszeitraums festzusetzen ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 231, 233, BStBl II 2011, 123, Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei der Berechnung der Erbschaftsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 ErbStG sind mehrere Verm&ouml;gensvorteile, die innerhalb von zehn Jahren von derselben Person dadurch anfallen, dass jemand zun&auml;chst das Recht auf unentgeltliche Nutzung eines Gegenstands und danach den der Nutzung unterliegenden Gegenstand selbst erwirbt, bei der Zusammenrechnung der Erwerbe mit den ihnen jeweils zukommenden Werten anzusetzen (BFH-Urteil in BFHE 187, 53, BStBl II 1999, 25, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Aufgrund der Selbst&auml;ndigkeit der Besteuerung der einzelnen Erwerbe ist der in die Zusammenrechnung nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ErbStG einzubeziehende Vorerwerb dem letzten Erwerb mit dem materiell-rechtlich zutreffenden Wert hinzuzurechnen (BFH-Urteil in BFHE 258, 232, BStBl II 2017, 1120, Rz&nbsp;19). Dies gilt auch, wenn bei der vorangegangenen Steuerfestsetzung f&uuml;r den Vorerwerb ein materiell-rechtlich nicht zutreffender Wert ber&uuml;cksichtigt wurde (BFH-Urteil in BFHE 258, 232, BStBl II 2017, 1120, Rz&nbsp;19) oder keine Steuerfestsetzung f&uuml;r den Vorerwerb erfolgt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Im Streitfall ist der dem X zugewendete Nutzungsvorteil aufgrund der zinslosen Stundung der Ausgleichsforderung nicht wie eine lebensl&auml;ngliche Nutzung, sondern wie eine Nutzung auf bestimmte Zeit zu bewerten. Mit dem Ableben der Erblasserin&nbsp;Y als Gl&auml;ubigerin der Ausgleichsforderung endete der Nutzungsvorteil des Alleinerben X aus der zinslosen Stundung, mit der Folge, dass der Kapitalwert nach der wirklichen Dauer der Nutzung zu berichtigen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Hat eine nach dem Leben bewertete Nutzung i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 BewG bei einem bestimmten Alter jeweils eine bestimmte Zeit nicht &uuml;berschritten und beruht der Wegfall auf dem Tod des Verpflichteten, so ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BewG die Festsetzung der nicht laufend veranlagten Steuern auf Antrag nach der wirklichen Dauer der Nutzung oder Leistung zu berichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Danach ist f&uuml;r den auf der zinslosen Stundung der Ausgleichsforderung beruhenden Vorerwerb des X eine Korrektur des Wertansatzes vorzunehmen. Abzustellen ist auf das Alter des X, da dieses Alter auch nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 BewG f&uuml;r die Berechnung des Kapitalwerts bei lebensl&auml;nglicher Nutzung ma&szlig;geblich w&auml;re. Der Nutzungsvorteil f&uuml;r X, der im Zeitpunkt des Vorerwerbs am 7.&nbsp;Dezember 2004 beim Abschluss des Ehe- und Erbvertrags 64&nbsp;Jahre alt war, endete mit dem Tod der Y am 26.&nbsp;November 2009. Mit einer Zeitdauer von knapp f&uuml;nf Jahren hat die Nutzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 BewG nicht mehr als sieben Jahre bestanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Den Steuerwert der Zuwendung hat das FG mit 90.522&nbsp;EUR errechnet; dies entspricht einer Abzinsung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1, &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 BewG i.V.m. Anlage&nbsp;9a \/ Tabelle&nbsp;7 (Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder vom 7.&nbsp;Dezember 2001, BStBl I 2001, 1041). Die Beteiligten haben die Berechnung nicht beanstandet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Die Berichtigung des Kapitalwerts des Nutzungsvorteils aus der zinslosen Stundung der Zugewinnausgleichsforderung nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BewG ist nicht durch &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 ErbStG ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 ErbStG gelten die infolge des Anfalls durch Vereinigung von Recht und Verbindlichkeit oder von Recht und Belastung erloschenen Rechtsverh&auml;ltnisse nicht als erloschen. Nach der Gesetzesbegr&uuml;ndung zur gleichlautenden Vorschrift des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 ErbStG 1974 (BTDrucks VI\/3418, S.&nbsp;66) gew&auml;hrleistet die Regelung den Abzug von Schulden und Lasten, die durch Vereinigung von Recht und Verbindlichkeit bzw. Recht und Belastung erloschen sind. Durch diese Vorschrift wird nicht nur der Fortbestand der Gl&auml;ubigerstellung, sondern auch der Fortbestand der Schuldnerstellung fingiert, so dass dem zivilrechtlich eintretenden Wegfall von Forderung und Schuld bei der Berechnung der Erbschaft- und Schenkungsteuer keine Bedeutung zukommt (BFH-Urteil in BFHE 187, 53, BStBl II 1999, 25). Das Erbschaftsteuerrecht folgt insoweit nicht der zivilrechtlichen Beurteilung, nach der bei einer nachtr&auml;glichen Vereinigung von Forderung und Schuld in einer Person (Konfusion) das Schuldverh&auml;ltnis in der Regel erlischt (vgl. BGH-Urteil vom 23.&nbsp;April 2009 IX&nbsp;ZR&nbsp;19\/08, Der Betrieb 2009, 1234).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 ErbStG gilt f&uuml;r den jeweils zu besteuernden Erwerb, der zivilrechtlich das Recht und die Verbindlichkeit durch Konfusion zum Erl&ouml;schen bringt. Dies ergibt sich unmittelbar aus dem Wortlaut der Vorschrift, nach dem erbschaftsteuerrechtlich die Fiktion des Nichterl&ouml;schens f&uuml;r die &quot;infolge des Anfalls&quot; eintretende Vereinigung von Recht und Verbindlichkeit eintritt. Dies l&auml;sst die Ber&uuml;cksichtigung des Vorerwerbs unber&uuml;hrt. Der Vorerwerb ist &#8211;wie sich aus &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ErbStG ergibt&#8211; dem Letzterwerb mit dem fr&uuml;heren Wert hinzuzurechnen. Dabei ist &#8211;wie bereits ausgef&uuml;hrt&#8211; der materiell-rechtlich zutreffende Wertansatz ma&szlig;gebend. Sp&auml;tere Ereignisse, wie z.B. ein Erwerb von Todes wegen, sind bei der Ermittlung des zutreffenden Wertansatzes des Vorerwerbs nur zu ber&uuml;cksichtigen, wenn dies gesetzlich vorgesehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Handelt es sich bei dem Vorerwerb um eine lebensl&auml;ngliche Nutzung oder Leistung, die nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 BewG zu bewerten und deren Wert nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 BewG zu berichtigen ist, ist der berichtigte Wert der materiell-rechtlich zutreffende Wertansatz des Vorerwerbs. Die speziell f&uuml;r lebensl&auml;ngliche Nutzungen und Leistungen getroffene Regelung in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;1 BewG geht insoweit der allgemein ein Erl&ouml;schen von Rechtsverh&auml;ltnissen ausschlie&szlig;enden Fiktion in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 ErbStG vor. Die Berichtigung des Kapitalwerts des Vorerwerbs in Form einer lebensl&auml;nglichen Nutzung oder Leistung nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 BewG ist auch m&ouml;glich, wenn infolge des Todes des Berechtigten oder Verpflichteten eine Vereinigung von Recht und Verbindlichkeit in der Person des Erben eintritt. Ein Ausschluss derartiger Fallgestaltungen l&auml;sst sich weder dem Wortlaut noch dem Zweck der Vorschrift entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diesem Verst&auml;ndnis des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 ErbStG steht das BFH-Urteil in BFHE 187, 53, BStBl II 1999, 25 nicht entgegen. Diesem Urteil lag ein anderer Sachverhalt, n&auml;mlich die nicht von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 BewG erfasste Anpassung einer von vornherein zeitlich begrenzten Nutzungs&uuml;berlassung an einen anderen Zeitraum zugrunde, w&auml;hrend es im Streitfall um die &Auml;nderung einer lebensl&auml;nglichen Nutzung in eine solche auf bestimmte Zeit geht. Sollte sich wegen der Ausf&uuml;hrungen am Ende des BFH-Urteils in BFHE 187, 53, BStBl II 1999, 25 eine Nichtanwendung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 BewG auf Vorerwerbe im Fall des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 ErbStG ableiten lassen, so h&auml;lt der Senat hieran nicht mehr fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.8.2018, II R 51\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.220818.IIR51.15.0 Kein Ausschluss der Berichtigung des Kapitalwerts eines Vorerwerbs nach &sect; 14 Abs. 2 BewG durch die Fiktion nach &sect; 10 Abs. 3 ErbStG Leits&auml;tze 1. Die unverzinsliche lebensl&auml;ngliche Stundung einer Zugewinnausgleichsforderung ist im Hinblick auf den gew&auml;hrten Nutzungsvorteil eine der Schenkungsteuer unterliegende freigebige Zuwendung. 2. Wird der ausgleichsverpflichtete &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-51-15-kein-ausschluss-der-berichtigung-des-kapitalwerts-eines-vorerwerbs-nach-par-14-abs-2-bewg-durch-die-fiktion-nach-par-10-abs-3-erbstg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;51\/15 &#8211; Kein Ausschluss der Berichtigung des Kapitalwerts eines Vorerwerbs nach &sect; 14 Abs. 2 BewG durch die Fiktion nach &sect; 10 Abs. 3 ErbStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70242","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70242","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70242"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70242\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70242"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}