{"id":70243,"date":"2019-01-24T19:41:24","date_gmt":"2019-01-24T17:41:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70243"},"modified":"2019-01-24T19:42:15","modified_gmt":"2019-01-24T17:42:15","slug":"x-r-37-17-kein-anspruch-auf-altersvorsorgezulage-waehrend-des-sonderurlaubs-nach-par-28-tvoed","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-37-17-kein-anspruch-auf-altersvorsorgezulage-waehrend-des-sonderurlaubs-nach-par-28-tvoed\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;37\/17 &#8211; Kein Anspruch auf Altersvorsorgezulage w&auml;hrend des Sonderurlaubs nach &sect; 28 TV&ouml;D"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.8.2018, X R 37\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.080818.XR37.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Anspruch auf Altersvorsorgezulage w&auml;hrend des Sonderurlaubs nach &sect; 28 TV&ouml;D<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ein Steuerpflichtiger, der Sonderurlaub nach &sect; 28 TV&ouml;D in Anspruch nimmt, hat keinen Anspruch auf eine Altersvorsorgezulage nach &sect; 79 Satz 1 i.V.m. &sect; 10a EStG.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die Nichtgew&auml;hrung der Altersvorsorgezulage verst&ouml;&szlig;t nicht gegen die Grundrechte des Art. 3 GG und des Art. 6 GG.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 5. September 2017&nbsp;&nbsp;10 K 10237\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist als Angestellte des &Ouml;ffentlichen Dienstes besch&auml;ftigt. Der Ehemann der Kl&auml;gerin erzielt Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit als Rechtsanwalt. W&auml;hrend der Erziehungszeit f&uuml;r ihren im Juli 2011 geborenen Sohn schloss die Kl&auml;gerin einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag ab. Nach Ablauf der dreij&auml;hrigen Elternzeit wurde ihr entsprechend ihrem Antrag Sonderurlaub nach &sect;&nbsp;28 des Tarifvertrags f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst (TV&ouml;D) wegen Kinderbetreuung bewilligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2016 beantragte die Kl&auml;gerin &uuml;ber die Anbieterin ihres Altersvorsorgevertrags die Gew&auml;hrung der Altersvorsorgezulage in H&ouml;he von 639&nbsp;EUR f&uuml;r das Streitjahr 2015. Die zun&auml;chst ausgezahlte Zulage (Grundzulage und Kinderzulage f&uuml;r zwei Kinder) wurde im Zuge des nachtr&auml;glichen &Uuml;berpr&uuml;fungsverfahrens wieder zur&uuml;ckgefordert, da eine unmittelbare Zulageberechtigung im Datenabgleich mit dem zust&auml;ndigen Rentenversicherungstr&auml;ger nicht festgestellt werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin beantragte die Kl&auml;gerin die f&ouml;rmliche Festsetzung der Altersvorsorgezulage nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) f&uuml;r das Beitragsjahr 2015. Mit Bescheid vom 11.&nbsp;Mai 2016 lehnte die Beklagte und Revisionsbeklagte (Deutsche Rentenversicherung Bund, Zentrale Zulagenstelle f&uuml;r Altersverm&ouml;gen &#8211;ZfA&#8211;) dies ab. Sie f&uuml;hrte aus, die Kl&auml;gerin habe keinen Anspruch auf Altersvorsorgezulage, da sie in dem genannten Beitragsjahr nicht zum beg&uuml;nstigten Personenkreis nach &sect;&nbsp;10a EStG geh&ouml;re. Nach Mitteilung des Tr&auml;gers der inl&auml;ndischen gesetzlichen Rentenversicherung bestehe f&uuml;r sie im Kalenderjahr 2015 keine Pflichtversicherung in der inl&auml;ndischen gesetzlichen Rentenversicherung. Auch geh&ouml;re sie nicht zu dem in &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 EStG genannten, mit den Pflichtversicherten in der inl&auml;ndischen gesetzlichen Rentenversicherung vergleichbaren f&ouml;rderf&auml;higen Personenkreis. Ein Anspruch wegen mittelbarer Zulageberechtigung scheide ebenfalls aus, weil der Ehegatte der Kl&auml;gerin im Beitragsjahr 2015 nicht zum unmittelbar zulageberechtigten Personenkreis geh&ouml;rt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglos durchgef&uuml;hrtem Einspruchsverfahren hat das Finanzgericht (FG) die Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1790 ver&ouml;ffentlichten Urteil abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung ihrer Revision tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, die Auslegung von &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG ergebe, dass nach &sect;&nbsp;28 TV&ouml;D zum Zwecke der Kindererziehung beurlaubte Angestellte unmittelbar zulageberechtigt seien. Unter Ber&uuml;cksichtigung der Grundrechte nach Art.&nbsp;3 und Art.&nbsp;6 des Grundgesetzes (GG) d&uuml;rfe der Kl&auml;gerin kein Nachteil dadurch erwachsen, dass sie sich der Kindererziehung wegen habe beurlauben lassen. Die Zulageberechtigten seien nicht enumerativ definiert worden, der Gesetzeswortlaut enthalte Wertungsspielr&auml;ume. Die Kl&auml;gerin sei eine den Pflichtversicherten gleichgestellte Person.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jedenfalls sei eine analoge Anwendung des &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG geboten, da eine planwidrige Regelungsl&uuml;cke bestehe. Den Gesetzesmaterialien zu &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG sei zu entnehmen, dass die F&ouml;rderung Familien mit Kindern dienen solle. Dieses Ziel werde konterkariert, wenn die F&ouml;rderung nur gew&auml;hrt werde, wenn ein kindererziehender Elternteil weiter arbeite oder seine Stelle k&uuml;ndige. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs m&uuml;sse der Kreis der Beg&uuml;nstigten sachgerecht abgegrenzt sein (Verweis auf das Senatsurteil vom 6.&nbsp;April 2016 X&nbsp;R&nbsp;42\/14, BFH\/NV 2016, 1157). Der Gesetzgeber habe die Gruppe der nach &sect;&nbsp;28 TV&ouml;D Beurlaubten mutma&szlig;lich &uuml;bersehen. Diese Gesetzesl&uuml;cke gelte es zu schlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil und den Bescheid &uuml;ber die Festsetzung der Altersvorsorge f&uuml;r das Beitragsjahr 2015 vom 11.&nbsp;Mai 2016 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;September 2016 aufzuheben und die ZfA zu verpflichten, ihr die Altersvorsorgezulage 2015 in H&ouml;he von 639&nbsp;EUR zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ZfA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin w&auml;hrend der Inanspruchnahme ihres Sonderurlaubs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;28 TV&ouml;D im Streitjahr 2015 nicht nach &sect;&nbsp;79 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;10a EStG unmittelbar zulageberechtigt war (unter 1.). Der Kl&auml;gerin steht ferner kein mittelbarer Anspruch auf die Altersvorsorgezulage nach &sect;&nbsp;79 Satz&nbsp;2 EStG zu (unter 2.). Die Nichtgew&auml;hrung der Zulage verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art.&nbsp;3, 6 GG (unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin ist nicht unmittelbar zulageberechtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79 Satz&nbsp;1 EStG haben die in &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 EStG genannten Personen Anspruch auf eine Altersvorsorgezulage (Zulage). Nach &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG sind grunds&auml;tzlich Pflichtversicherte in der inl&auml;ndischen gesetzlichen Rentenversicherung beg&uuml;nstigt. Die Vorschrift umfasst allerdings nur diejenigen Steuerpflichtigen, die in dem konkreten Veranlagungszeitraum in der gesetzlichen Rentenversicherung aktiv pflichtversichert sind; eine fr&uuml;here Pflichtmitgliedschaft reicht nicht aus (vgl. Senatsurteil vom 29.&nbsp;Juli 2015 X&nbsp;R&nbsp;11\/13, BFHE 250, 531, BStBl II 2016, 18, Rz&nbsp;17&nbsp;f., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;gerin hat im Beitragsjahr 2015 Sonderurlaub in Anspruch genommen. Nach &sect;&nbsp;28 TV&ouml;D k&ouml;nnen Besch&auml;ftigte bei Vorliegen eines wichtigen Grundes unter Verzicht auf die Fortzahlung des Entgelts Sonderurlaub erhalten. Als wichtiger Grund i.S. des &sect;&nbsp;28 TV&ouml;D kommt insbesondere die Betreuung oder Pflege eines Kindes unter 18&nbsp;Jahren in Betracht (vgl. Conze\/ Karb\/W&ouml;lk, Personalbuch Arbeits- und Tarifrecht &ouml;ffentlicher Dienst, 5.&nbsp;Auflage 2017, Sonderurlaub Rz&nbsp;2717).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Vereinbarung von Sonderurlaub nach &sect;&nbsp;28 TV&ouml;D f&uuml;hrt zu einem zeitweiligen Ruhen des Arbeitsverh&auml;ltnisses hinsichtlich der Hauptpflichten. Daher wird sowohl die Pflicht des Besch&auml;ftigten zur Arbeitsleistung als auch die Pflicht des Arbeitgebers zur Zahlung der Bez&uuml;ge suspendiert (vgl. Burger\/Nollert-Borasio, Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst 3.&nbsp;Auflage 2015, &sect;&nbsp;28, Rz&nbsp;10). Das sozialversicherungsrechtliche Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis besteht bis zu einer Dauer des Sonderurlaubs von einem Monat fort (vgl. &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch &#8211;SGB&nbsp;IV&#8211;). Danach endet die Versicherungs- und Beitragspflicht in der Sozialversicherung (vgl. Conze\/Karb\/W&ouml;lk, a.a.O., Sonderurlaub Rz&nbsp;2726).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Kl&auml;gerin war folglich im Streitjahr 2015 unstreitig nicht mehr aktiv in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, da der erste Monat des Sonderurlaubs bereits im Jahr 2014 abgelaufen war. Es bestand auch keine Versicherungspflicht wegen der Anrechnung von Kindererziehungszeiten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;VI) i.V.m. &sect;&nbsp;56 SGB&nbsp;VI, da die Kindererziehungszeit von drei Jahren f&uuml;r das im Juli 2011 geborene Kind beendet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat zutreffend entschieden, dass sich eine Zulageberechtigung der Kl&auml;gerin auch nicht aus &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG ergibt. Danach stehen Versicherungspflichtige nach dem Gesetz &uuml;ber die Alterssicherung der Landwirte den Pflichtversicherten gleich; dies gilt auch f&uuml;r Personen, die eine Anrechnungszeit nach &sect;&nbsp;58 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 oder Nr.&nbsp;6 SGB&nbsp;VI in der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten und unmittelbar vor einer Anrechnungszeit nach &sect;&nbsp;58 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 oder Nr.&nbsp;6 SGB&nbsp;VI einer der im ersten Halbsatz, in Satz&nbsp;1 oder in Satz&nbsp;4 genannten beg&uuml;nstigten Personengruppen angeh&ouml;rten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen dieser Norm sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt. Die Kl&auml;gerin ist weder nach dem Gesetz &uuml;ber die Alterssicherung der Landwirte versicherungspflichtig noch hat sie eine Anrechnungszeit nach &sect;&nbsp;58 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 oder Nr.&nbsp;6 SGB&nbsp;VI in der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin enth&auml;lt &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG nach seinem Gesetzeswortlaut auch keine Wertungsspielr&auml;ume; vielmehr handelt es sich um eine abschlie&szlig;ende Aufz&auml;hlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine analoge Anwendung von &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG scheidet nach der Gesetzessystematik und dem Sinn und Zweck der Vorschrift ebenfalls aus. Die analoge Anwendung einer Norm setzt eine planwidrige Regelungsl&uuml;cke sowie die Vergleichbarkeit der Interessenlage in dem geregelten wie in dem nicht geregelten Fall voraus (vgl. Wernsmann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;4 AO Rz&nbsp;692). Im Streitfall sind beide Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Gesetzessystematik geh&ouml;ren Kindererziehende zum beg&uuml;nstigten Personenkreis i.S. von &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 EStG, sofern ihnen Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung anzurechnen sind. Dies sind Zeiten der Erziehung eines Kindes in dessen ersten drei Lebensjahren (&sect;&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;VI). Der Gesetzgeber hat sich bewusst daf&uuml;r entschieden, ein Elternteil in dieser Phase der Kindererziehung steuerlich zu f&ouml;rdern (vgl. BTDrucks 14\/4595, 62). Daraus folgt im Umkehrschluss, dass Kindererziehende nach dem Ablauf der Kindererziehungszeit nach &sect;&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;56 SGB&nbsp;VI nicht mehr erfasst werden. Rentenrechtliche Folgen f&uuml;r Zeiten, w&auml;hrend der das Elternteil wegen der Kinderbetreuung nicht (mehr) rentenversichert ist, sollen nach dem Willen des Gesetzgebers nicht im Wege der steuerlichen F&ouml;rderung ausgeglichen werden, sondern z.B. durch die M&ouml;glichkeit, in der Ehezeit erworbene Rentenanspr&uuml;che partnerschaftlich aufteilen zu k&ouml;nnen (vgl. BTDrucks 14\/4595, 38, unter II.5.). Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass der Gesetzgeber die Gruppe der nach &sect;&nbsp;28 TV&ouml;D Beurlaubten unbewusst nicht bedacht hat. Eine planwidrige Regelungsl&uuml;cke ist folglich zu verneinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Vorschriften &uuml;ber die steuerlich gef&ouml;rderte Altersvorsorge kn&uuml;pfen zudem nicht an die Kinderbetreuung an, sondern grunds&auml;tzlich an die Pflichtversicherung in der inl&auml;ndischen gesetzlichen Rentenversicherung. Nach der Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung und zur F&ouml;rderung eines kapitalgedeckten Altersvorsorgeverm&ouml;gens &#8211;Altersverm&ouml;gensgesetz&#8211; (BTDrucks 14\/4595, 62&nbsp;f.) handelt es sich bei den nach &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 EStG beg&uuml;nstigten steuerpflichtigen Personen um solche, bei denen das Rentenniveau zur Stabilisierung der Beitr&auml;ge zur gesetzlichen Rentenversicherung abgesenkt wurde und f&uuml;r die ein Anreiz geschaffen werden sollte, zus&auml;tzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung eine freiwillige kapitalgedeckte private Altersvorsorge aufzubauen. Nach &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG werden in den Kreis der beg&uuml;nstigten Personengruppen auch die nach dem Gesetz &uuml;ber die Alterssicherung der Landwirte Pflichtversicherten einbezogen. Die in der gesetzlichen Rentenversicherung vorgenommenen Ma&szlig;nahmen wurden mit gleicher Wirkung auf das Alterssicherungssystem der Landwirte &uuml;bertragen, so dass auch bei dieser Personengruppe die steuerliche F&ouml;rderung einer zus&auml;tzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge gerechtfertigt ist (BTDrucks 14\/4595, 62). Da sich die Kl&auml;gerin ohne Fortzahlung des Entgelts und ohne Zahlung von Beitr&auml;gen in die gesetzliche Rentenversicherung beurlauben lie&szlig;, ist sie w&auml;hrend dieser Zeit von der Absenkung des Rentenniveaus nicht betroffen und geh&ouml;rt deshalb nicht zum Kreis der nach diesem Zweck Beg&uuml;nstigten (vgl. Pf&uuml;tzenreuter, EFG 2017, 1792; Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 37.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10a Rz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Den Pflichtversicherten stehen Personen gleich, die eine Anrechnungszeit nach &sect;&nbsp;58 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 oder Nr.&nbsp;6 SGB&nbsp;VI in der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten und unmittelbar vor einer Anrechnungszeit nach &sect;&nbsp;58 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 oder Nr.&nbsp;6 SGB&nbsp;VI zum beg&uuml;nstigten Personenkreis nach &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, Satz&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;1 oder Satz&nbsp;4 EStG geh&ouml;rten. Anrechnungszeiten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;58 SGB&nbsp;VI erfassen als Element des sozialen Ausgleichs Tatbest&auml;nde, in denen eine Person wegen besonderer Umst&auml;nde keine Beitr&auml;ge zahlen konnte und bei denen rentenrechtlich ausgeglichen werden soll, dass sie in dieser Zeit ohne ihr Verschulden gehindert war, einer versicherungspflichtigen Besch&auml;ftigung oder T&auml;tigkeit nachzugehen und Pflichtbeitr&auml;ge zu zahlen (vgl. Kasseler Kommentar Sozialversicherungsrecht\/G&uuml;rtner, &sect;&nbsp;58 SGB&nbsp;VI Rz&nbsp;2). Anrechnungszeiten nach &sect;&nbsp;58 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 SGB&nbsp;VI erhalten Personen, die wegen Arbeitslosigkeit bei einer deutschen Agentur f&uuml;r Arbeit als Arbeitsuchende gemeldet waren und eine &ouml;ffentlich-rechtliche Leistung bezogen oder nur wegen des zu ber&uuml;cksichtigenden Einkommens oder Verm&ouml;gens nicht bezogen haben. Anrechnungszeiten nach &sect;&nbsp;58 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 SGB&nbsp;VI erhalten Personen, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2010 Arbeitslosengeld&nbsp;II bezogen haben (vgl. Bundesministerium der Finanzen vom 21.&nbsp;Dezember 2017 IV&nbsp;C&nbsp;3-S&nbsp;2015\/17\/10001:005, BStBl I 2018, 93, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat es als angemessen angesehen, diesem Personenkreis die steuerliche Beg&uuml;nstigung zum Aufbau der Zusatzversicherung zu gew&auml;hren, obwohl keine Rentenversicherungspflicht besteht (Bl&uuml;mich\/Lindberg, &sect;&nbsp;10a EStG Rz&nbsp;35) und ihn ausdr&uuml;cklich den pflichtversicherten Lohnersatzleistungsbeziehern gleichgestellt. Bei den nach &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG Beg&uuml;nstigten handelt es sich nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut um einen eng begrenzten, abschlie&szlig;end aufgez&auml;hlten Personenkreis. H&auml;tte der Gesetzgeber weitere Personen in die steuerliche F&ouml;rderung einbeziehen wollen, die nicht pflichtversichert sind, w&auml;re dies in &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG gesondert normiert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Situation der Kl&auml;gerin ist mit den in &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;2 EStG geregelten Tatbest&auml;nden auch nicht vergleichbar. Die Kl&auml;gerin steht anders als die den Pflichtversicherten gleichgestellten Personen des &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;2 EStG dem Arbeitsmarkt nicht zur Verf&uuml;gung. Ihre Annahme, sie sei gezwungen gewesen, ihren Arbeitsvertrag zu k&uuml;ndigen und sich arbeitslos zu melden, um die Altersvorsorgezulage zu erhalten, ist unzutreffend. Zwar sind Bezieher von Arbeitslosengeld grunds&auml;tzlich in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und geh&ouml;ren damit zum beg&uuml;nstigten Personenkreis (vgl. Braun in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;10a EStG Rz&nbsp;6). Die Kl&auml;gerin erf&uuml;llt jedoch nicht die Anspruchsvoraussetzungen f&uuml;r den Bezug von Arbeitslosengeld nach &sect;&sect;&nbsp;137, 138 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch, da sie nicht arbeitssuchend und auf dem Arbeitsmarkt verf&uuml;gbar ist, sondern sich bewusst der Kindererziehung widmen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine mittelbare Zulageberechtigung der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;79 Satz&nbsp;2 EStG kommt ebenfalls nicht in Betracht. Dies w&uuml;rde nach &sect;&nbsp;79 Satz&nbsp;2 EStG die unmittelbare Zulageberechtigung ihres Ehemanns gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 EStG voraussetzen. Dieser z&auml;hlt als selbst&auml;ndiger Rechtsanwalt jedoch nicht zu dem in &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 EStG genannten Personenkreis (vgl. Senatsurteil in BFH\/NV 2016, 1157, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kl&auml;gerin wird nicht dadurch in ihren Grundrechten gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;3 GG (unter a und b) und Art.&nbsp;6 GG (unter c) verletzt, dass ihr die Zulage verwehrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Verfolgt ein Steuergesetz Lenkungsziele, so muss der Lenkungszweck von einer erkennbaren gesetzgeberischen Entscheidung getragen und gleichheitsgerecht ausgestaltet sein. Will der Gesetzgeber ein bestimmtes Verhalten der B&uuml;rger f&ouml;rdern, das aus wirtschafts-, sozial-, umwelt- oder gesellschaftspolitischen Gr&uuml;nden erw&uuml;nscht ist, hat er eine gro&szlig;e Gestaltungsfreiheit. In der Entscheidung dar&uuml;ber, welche Personen durch finanzielle Zuwendungen des Staates gef&ouml;rdert werden sollen, ist der Gesetzgeber weitgehend frei. Zwar bleibt er auch hier an den Gleichheitssatz gebunden. Das bedeutet nur, dass er seine Leistungen nicht nach unsachlichen Gesichtspunkten, also nicht willk&uuml;rlich verteilen darf. Sachbezogene Gesichtspunkte aber stehen ihm im weitesten Umfang zu Gebote. Solange die Regelung sich auf eine der Lebenserfahrung nicht geradezu widersprechende W&uuml;rdigung der jeweiligen Lebensverh&auml;ltnisse st&uuml;tzt, insbesondere der Kreis der von der Ma&szlig;nahme Beg&uuml;nstigten sachgerecht abgegrenzt ist, kann sie nicht beanstandet werden. Diese Erw&auml;gungen gelten auch, wenn der Gesetzgeber eine Subvention steuerrechtlich &uuml;berbringt, statt sie direkt finanziell zuzuwenden (st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211;, vgl. statt vieler Urteil des BVerfG vom 20.&nbsp;April 2004&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;905\/00, 1&nbsp;BvR&nbsp;1748\/99, BVerfGE 110, 274, unter C.I.4., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser verfassungsrechtlichen Ma&szlig;st&auml;be stellt die gesetzliche Einschr&auml;nkung der Zulageberechtigung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 EStG auf aktiv Pflichtversicherte keinen Versto&szlig; gegen das Gleichbehandlungsgebot dar. Der Regelungszweck dieser Vorschriften besteht darin, den Steuerpflichtigen, die wegen einer bestehenden Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung gezwungen sind, auch gegenw&auml;rtig und zuk&uuml;nftig Beitr&auml;ge in eine gesetzliche Rentenversicherung zu leisten, obwohl sie hierdurch nur gek&uuml;rzte Anwartschaften aufbauen k&ouml;nnen, als Ausgleich eine steuerliche F&ouml;rderung zukommen zu lassen (vgl. Senatsurteil in BFHE 250, 531, BStBl II 2016, 18, Rz&nbsp;24). Hierf&uuml;r kn&uuml;pft der Gesetzgeber zur Bestimmung des f&ouml;rderf&auml;higen Personenkreises folgerichtig an die sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften an. Der Ausschluss derjenigen, die (vor&uuml;bergehend) nicht pflichtversichert sind, kann deshalb nicht als willk&uuml;rlich angesehen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG kann die Kl&auml;gerin keinen Anspruch auf eine Altersvorsorgezulage im Streitjahr ableiten. Zwar gebietet es dieses Grundrecht u.a., die wirtschaftliche Belastung durch Unterhaltsverpflichtungen gegen&uuml;ber Kindern bei der Einkommensbesteuerung zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;September 1999 X&nbsp;B&nbsp;54\/99, BFH\/NV 2000, 316, unter 4.). Die Entscheidung des Gesetzgebers, bestimmte Tatbest&auml;nde &#8211;wie den Aufbau einer zus&auml;tzlichen privaten Altersvorsorge&#8211; steuerlich zu f&ouml;rdern, ber&uuml;hrt das Grundrecht des Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG jedoch nicht. Konkrete Anspr&uuml;che des Einzelnen auf bestimmte Leistungen des Staates lassen sich daraus nicht herleiten, insbesondere keine Verpflichtung des Staates, alle finanziellen Belastungen von Familien auszugleichen (vgl. BVerfG-Beschluss vom 8.&nbsp;Juni 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;5\/00, BVerfGE 110, 412, unter C.III.; Senatsbeschluss in BFH\/NV 2000, 316, unter 4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.8.2018, X R 37\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.080818.XR37.17.0 Kein Anspruch auf Altersvorsorgezulage w&auml;hrend des Sonderurlaubs nach &sect; 28 TV&ouml;D Leits&auml;tze 1. NV: Ein Steuerpflichtiger, der Sonderurlaub nach &sect; 28 TV&ouml;D in Anspruch nimmt, hat keinen Anspruch auf eine Altersvorsorgezulage nach &sect; 79 Satz 1 i.V.m. &sect; 10a EStG. 2. NV: Die Nichtgew&auml;hrung der Altersvorsorgezulage verst&ouml;&szlig;t nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-37-17-kein-anspruch-auf-altersvorsorgezulage-waehrend-des-sonderurlaubs-nach-par-28-tvoed\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;37\/17 &#8211; Kein Anspruch auf Altersvorsorgezulage w&auml;hrend des Sonderurlaubs nach &sect; 28 TV&ouml;D<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70243","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70243"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70243\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}