{"id":70285,"date":"2019-02-09T10:24:45","date_gmt":"2019-02-09T08:24:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70285"},"modified":"2019-02-09T10:24:45","modified_gmt":"2019-02-09T08:24:45","slug":"i-r-13-16-massgeblicher-zeitpunkt-fuer-den-ausschluss-des-verlustabzugs-nach-par-8-abs-4-kstg-2002-af-zulaessigkeit-der-klage-gegen-einen-folgebescheid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-13-16-massgeblicher-zeitpunkt-fuer-den-ausschluss-des-verlustabzugs-nach-par-8-abs-4-kstg-2002-af-zulaessigkeit-der-klage-gegen-einen-folgebescheid\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;13\/16 &#8211; Ma&szlig;geblicher Zeitpunkt f&uuml;r den Ausschluss des Verlustabzugs nach &sect; 8 Abs. 4 KStG 2002 a.F. &#8211; Zul&auml;ssigkeit der Klage gegen einen Folgebescheid"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.6.2018, I R 13\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.270618.IR13.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ma&szlig;geblicher Zeitpunkt f&uuml;r den Ausschluss des Verlustabzugs nach &sect; 8 Abs. 4 KStG 2002 a.F. &#8211; Zul&auml;ssigkeit der Klage gegen einen Folgebescheid<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. &sect; 8 Abs. 4 Satz 1 KStG 2002 a.F. versagt den Verlustabzug auch dann vom Zeitpunkt der sch&auml;dlichen Anteils&uuml;bertragung an, wenn die Zuf&uuml;hrung des neuen Betriebsverm&ouml;gens dieser zeitlich nachfolgt (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 5. Juni 2007 I R 9\/06, BFHE 218, 207, BStBl II 2008, 988).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Verlustabzug ist (ggf. r&uuml;ckwirkend) in dem Feststellungsbescheid zum 31. Dezember desjenigen Veranlagungszeitraums zu versagen, in welchem die sch&auml;dliche Anteilsver&auml;u&szlig;erung stattgefunden hat. Eine Versagung des Verlustabzugs erst in dem Bescheid zum 31. Dezember des nachfolgenden Veranlagungszeitraums ist nicht m&ouml;glich.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die Klage gegen einen Folgebescheid ist nicht allein deswegen unzul&auml;ssig, weil sie ausschlie&szlig;lich mit Einwendungen begr&uuml;ndet wird, die den Grundlagenbescheid betreffen (&Auml;nderung der Senatsrechtsprechung).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 16. September 2015&nbsp;&nbsp;3 K 450\/12 wird im Hinblick auf die Bescheide zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31. Dezember 2006 und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31. Dezember 2006 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts auf die Revision des Beklagten aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>In Bezug auf die Bescheide zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31. Dezember 2007 und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31. Dezember 2007 wird die Klage als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Bescheide zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31. Dezember der Jahre 2008 bis 2010 und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31. Dezember der Jahre 2008 bis 2010 wird die Sache an das Th&uuml;ringer Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, wurde im Jahr 2003 gegr&uuml;ndet. Gesellschafter der mit einem Stammkapital von 25.000&nbsp;EUR ausgestatteten Kl&auml;gerin waren zun&auml;chst Y mit einem Anteil von 51,2&nbsp;%, R mit einem Anteil von 24,8&nbsp;% sowie W und H mit Anteilen von jeweils 12&nbsp;%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 9.&nbsp;November 2004 ver&auml;u&szlig;erte R seinen Anteil an Y, die nunmehr zu 76&nbsp;% an der Kl&auml;gerin beteiligt war. W und H &uuml;bertrugen ihre Anteile am gleichen Tag an F, der dadurch eine Beteiligung von 24&nbsp;% hielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 30.&nbsp;Mai 2005 teilte Y ihren Anteil und &uuml;bertrug einen Teilgesch&auml;ftsanteil von &#8230;&nbsp;EUR auf F; dadurch waren Y zu 60&nbsp;% und F zu 40&nbsp;% an der Kl&auml;gerin beteiligt. Ebenfalls am 30.&nbsp;Mai 2005 erh&ouml;hten die Gesellschafter das Stammkapital der Kl&auml;gerin auf 50.000&nbsp;EUR. Den daraus entstehenden neuen Gesch&auml;ftsanteil von 25.000&nbsp;EUR zuz&uuml;glich eines ratierlich zu leistenden Aufgelds (Agio) von &#8230;&nbsp;EUR &uuml;bernahm eine Schweizer Aktiengesellschaft (Holding-AG). Damit waren die Holding-AG zu 50&nbsp;%, Y zu 30&nbsp;% und F zu 20&nbsp;% an der Kl&auml;gerin beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) kam nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung zu der Auffassung, in den Beteiligungserwerben der Jahre 2004 und 2005 &#8211;verbunden mit der Zuf&uuml;hrung &uuml;berwiegend neuen Betriebsverm&ouml;gens in Form der Agio-Zahlungen der Holding-AG in den Jahren 2005 und 2006&#8211; sei eine &quot;sch&auml;dliche&quot; Anteilsver&auml;u&szlig;erung i.S. von &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 2002 i.d.F. bis zur &Auml;nderung durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 (UntStRefG 2008) vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912, BStBl I 2007, 630) &#8211;KStG 2002 a.F.&#8211;, hinsichtlich der Gewerbesteuer i.V.m. &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;8 des Gewerbesteuergesetzes 2002 in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2006 geltenden Fassung (GewStG 2002 a.F.) zu sehen. Er versagte unter Berufung auf &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 2002 a.F. unter dem 14.&nbsp;M&auml;rz 2011 in dem &Auml;nderungsbescheid zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2006 den Verlustabzug in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und in dem &Auml;nderungsbescheid zur gesonderten Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2006 den Verlustvortrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. Ausweislich der Feststellungsbescheide handelt es sich bei den zum 31.&nbsp;Dezember 2006 nicht ber&uuml;cksichtigten Verlusten um den jeweils zum 31.&nbsp;Dezember 2005 gesondert festgestellten verbleibenden Verlustabzug zur K&ouml;rperschaftsteuer sowie um den vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust. Gleichzeitig erlie&szlig; das FA unter dem 14.&nbsp;M&auml;rz 2011 entsprechend ge&auml;nderte Folgebescheide jeweils zum bzw. auf den 31.&nbsp;Dezember der Jahre 2007 bis 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist der Auffassung, es habe keine sch&auml;dliche Anteilsver&auml;u&szlig;erung vorgelegen; au&szlig;erdem l&auml;gen die Voraussetzungen des Ausnahmetatbestands nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 KStG 2002 a.F. vor, weil die Zuf&uuml;hrung neuen Betriebsverm&ouml;gens durch die Holding-AG allein der Sanierung des Gesch&auml;ftsbetriebs gedient habe, der den Verlust verursacht habe. Die Klage richtet sich sowohl gegen die ge&auml;nderten Verlustfeststellungsbescheide auf den 31.&nbsp;Dezember 2006 als auch gegen die ge&auml;nderten Folgebescheide auf den 31.&nbsp;Dezember der Jahre 2007 bis 2010. W&auml;hrend des Klageverfahrens &#8211;am 3.&nbsp;Juli 2015&#8211; &auml;nderte das FA die Verlustfeststellungsbescheide zum 31.&nbsp;Dezember der Jahre 2008 bis 2010 aufgrund der Ergebnisse einer die Jahre 2008 bis 2012 betreffenden Au&szlig;enpr&uuml;fung. Die Kl&auml;gerin erhob gegen die &Auml;nderungsbescheide vom 3.&nbsp;Juli 2015 Einspruch und brachte dagegen auch Einwendungen vor, die nichts mit der Versagung des Verlustabzugs zum 31.&nbsp;Dezember 2006 zu tun hatten. Das FA verwarf die Einspr&uuml;che als unzul&auml;ssig, weil die &Auml;nderungsbescheide gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des vorliegenden Klageverfahrens geworden seien. Das Th&uuml;ringer Finanzgericht (FG) wurde von den Beteiligten nicht &uuml;ber den Erlass der &Auml;nderungsbescheide vom 3.&nbsp;Juli 2015 und das anschlie&szlig;ende Einspruchsverfahren unterrichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das FG &auml;nderte die Verlustfeststellungsbescheide &quot;in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10.05.2012&quot; dahingehend, &quot;dass keine nicht zu ber&uuml;cksichtigenden Verluste nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG bzw. &sect;&nbsp;10a GewStG i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG beschieden werden&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das FG-Urteil richtet sich die auf Verletzung sowohl materiellen Rechts als auch Verfahrensrechts gest&uuml;tzte Revision des FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist im Hinblick auf die Bescheide zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2006 und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2006 unbegr&uuml;ndet und daher insoweit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO zur&uuml;ckzuweisen (dazu unten 1.). Hinsichtlich der weiteren Bescheide ist die Revision im Ergebnis begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils: In Bezug auf die Bescheide zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2007 und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2007 ist die Klage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO als unbegr&uuml;ndet abzuweisen (dazu unten 2.). Hinsichtlich der Bescheide zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31.&nbsp;Dezember der Jahre 2008 bis 2010 und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember der Jahre 2008 bis 2010 ist die Sache gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (dazu unten 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Klage gegen die Bescheide zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2006 und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2006 hat das FG im Ergebnis zu Recht stattgegeben. Eine Versagung des Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer und des gewerbesteuerlichen Verlustvortrags f&uuml;r Verluste der Kl&auml;gerin, die vor der vom FA angenommenen sch&auml;dlichen Anteilsver&auml;u&szlig;erung vom 30.&nbsp;Mai 2005 entstanden waren, h&auml;tte in den Verlustfeststellungsbescheiden zum 31.&nbsp;Dezember 2005 vorgenommen werden m&uuml;ssen; die Versagung eines diesbez&uuml;glichen Verlustabzugs\/Verlustvortrags in den Verlustfeststellungsbescheiden zum bzw. auf den 31.&nbsp;Dezember 2006 ist ausgeschlossen. Auf die von der Vorinstanz er&ouml;rterten und zwischen den Beteiligten streitigen materiell-rechtlichen Fragen kommt es somit f&uuml;r die Entscheidung des Rechtsstreits nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei K&ouml;rperschaften ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG 2002 a.F. Voraussetzung f&uuml;r den Verlustabzug nach &sect;&nbsp;10d des Einkommensteuergesetzes 2002 (EStG 2002), dass die K&ouml;rperschaft nicht nur rechtlich, sondern auch wirtschaftlich mit der K&ouml;rperschaft identisch ist, die den Verlust erlitten hat (Satz&nbsp;1). Wirtschaftliche Identit&auml;t liegt insbesondere dann nicht vor, wenn mehr als die H&auml;lfte der Anteile an einer Kapitalgesellschaft &uuml;bertragen werden und die Kapitalgesellschaft ihren Gesch&auml;ftsbetrieb mit &uuml;berwiegend neuem Betriebsverm&ouml;gen fortf&uuml;hrt oder wieder aufnimmt (Satz&nbsp;2). Auf die gewerbesteuerlichen Fehlbetr&auml;ge ist &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 KStG 2002 a.F. entsprechend anzuwenden (&sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;8 GewStG 2002 a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der den angefochtenen Feststellungsbescheiden zugrunde liegenden Auffassung des FA liegt im Streitfall die in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 2002 a.F. beschriebene Konstellation vor, weil mit der Kapitalerh&ouml;hung um nominal 25.000&nbsp;EUR und der &Uuml;bernahme des neu entstandenen Gesch&auml;ftsanteils durch die Holding-AG am 30.&nbsp;Mai 2005 &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung der vorangegangenen Ver&auml;nderungen im Beteiligungsstand der Altgesellschafter&#8211; eine sch&auml;dliche Anteilsver&auml;u&szlig;erung von mehr als der H&auml;lfte der Gesch&auml;ftsanteile vollendet worden sei und die Kl&auml;gerin ihren Gesch&auml;ftsbetrieb mit &uuml;berwiegend neuem Betriebsverm&ouml;gen &#8211;in Form der bis in das Jahr 2006 hinein geleisteten ratierlichen Zahlungen der Holding-AG auf das &uuml;bernommene Agio&#8211; fortgesetzt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Tr&auml;fe diese Beurteilung zu &#8211;und h&auml;tten entsprechend der Auffassung des FA nicht die Voraussetzungen der sog. Sanierungsklausel des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 KStG 2002 a.F. vorgelegen&#8211;, h&auml;tte dies zur Rechtsfolge, dass der Verlustabzug f&uuml;r jene Verluste, die bis zum Zeitpunkt der sch&auml;dlichen Anteilsver&auml;u&szlig;erung entstanden waren, ausgeschlossen ist. Vom Abzugsausschluss umfasst w&auml;ren zum einen der zum 31.&nbsp;Dezember 2004 festgestellte verbleibende Verlustabzug zur K&ouml;rperschaftsteuer (vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust) als auch die vom Beginn des Wirtschaftsjahrs 2005 bis zum 30.&nbsp;Mai 2005 &#8211;dem Zeitpunkt der sch&auml;dlichen Anteilsver&auml;u&szlig;erung&#8211; entstandenen Verluste (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 KStG 2002 a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Zeitpunkt der sch&auml;dlichen Anteilsver&auml;u&szlig;erung ist auch in jenen F&auml;llen der f&uuml;r den Ausschluss des Verlustabzugs ma&szlig;gebliche Zeitpunkt, in denen &#8211;wie hier nach Auffassung des FA der Fall&#8211; die Zuf&uuml;hrung des neuen Betriebsverm&ouml;gens der sch&auml;dlichen Anteilsver&auml;u&szlig;erung zeitlich nachfolgt. Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urteil vom 5.&nbsp;Juni 2007 I&nbsp;R&nbsp;9\/06, BFHE 218, 207, BStBl II 2008, 988; dem folgend Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 4.&nbsp;Dezember 2008, BStBl I 2008, 1033), an der festzuhalten ist, sieht &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG a.F. den Ausschluss des Verlustabzugs nicht erst ab dem Zeitpunkt der Verwirklichung s&auml;mtlicher Tatbestandsmerkmale und dem damit eintretenden Verlust der wirtschaftlichen Identit&auml;t vor. Vielmehr versagt &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG a.F. den Verlustabzug vom Zeitpunkt der sch&auml;dlichen Anteils&uuml;bertragung an, ggf. also r&uuml;ckwirkend. In der Interimsphase zwischen sch&auml;dlichem Anteilseignerwechsel und sch&auml;dlicher Betriebsverm&ouml;genszuf&uuml;hrung entstandene Verluste bleiben abzugsf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Verfahrensrechtlich folgt aus dem Vorstehenden, dass der Ausschluss des Verlustabzugs stets im Feststellungsbescheid zum 31.&nbsp;Dezember desjenigen Veranlagungszeitraums vorzunehmen ist, in welchem die sch&auml;dliche Anteilsver&auml;u&szlig;erung stattgefunden hat. Denn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG 2002 (i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 2002 a.F.) ist der am Schluss eines Veranlagungszeitraums verbleibende Verlustvortrag gesondert festzustellen. Entsprechendes gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;4 GewStG 2002 a.F. f&uuml;r den gewerbesteuerlichen Fehlbetrag. Tritt der Verlust der wirtschaftlichen Identit&auml;t erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt ein, sind jene Verlustfeststellungsbescheide im Rahmen der daf&uuml;r bestehenden verfahrensrechtlichen M&ouml;glichkeiten ggf. r&uuml;ckwirkend zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) F&uuml;r den Streitfall ergibt sich daraus, dass eine Versagung des Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes aus den vom FA angef&uuml;hrten Gr&uuml;nden nicht in den verfahrensgegenst&auml;ndlichen Bescheiden zum Feststellungszeitpunkt 31.&nbsp;Dezember 2006 vorzunehmen gewesen w&auml;re, sondern in den Feststellungsbescheiden zum Feststellungszeitpunkt 31.&nbsp;Dezember 2005. Eine zeitliche Verlagerung der Versagung des Verlustabzugs bzw. Verlustvortrags in die zum 31.&nbsp;Dezember 2006 zu erlassenden Feststellungsbescheide ist ausgeschlossen. Denn der verbleibende Verlustvortrag ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG 2002 definiert als die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte nicht ausgeglichenen negativen Eink&uuml;nfte, vermindert um die nach Abs.&nbsp;1 der Vorschrift abgezogenen und die nach Abs.&nbsp;2 der Vorschrift abziehbaren Betr&auml;ge, vermehrt um den auf den Schluss des vorangegangenen Veranlagungszeitraums festgestellten verbleibenden Verlustvortrag. Da das Gesetz hinsichtlich der in fr&uuml;heren Veranlagungszeitr&auml;umen entstandenen Verluste auf den auf den Schluss des vorangegangenen Veranlagungszeitraums &quot;festgestellten&quot; Verlustvortrag abstellt, ist der Feststellungsbescheid auf den Schluss des vorangegangenen Veranlagungszeitraums insoweit Grundlagenbescheid f&uuml;r den Feststellungsbescheid auf den Schluss des nachfolgenden Veranlagungszeitraums (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21.&nbsp;Januar 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;2\/02, BFHE 205, 117, BStBl II 2004, 551; Pfirrmann in Kirchhof, EStG, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10d Rz&nbsp;22). Der in dem Vorjahresbescheid festgestellte Verlustvortrag ist damit im Rahmen des Erlasses des Folgebescheids nicht auf seine materielle Richtigkeit hin zu pr&uuml;fen. Entsprechendes gilt f&uuml;r den vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10a Satz&nbsp;4 GewStG 2002 a.F. jeweils gesondert festzustellen ist (vgl. Senatsurteil vom 28.&nbsp;Februar 2001 I&nbsp;R&nbsp;77\/00, BFH\/NV 2001, 1293).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Hinblick auf die Bescheide zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2007 und zur gesonderten Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2007 ist die Revision im Ergebnis begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt insoweit zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Abweisung der Klage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin wendet sich insoweit gegen die vom FA in den Verlustfeststellungsbescheiden zum 31.&nbsp;Dezember 2006 vorgenommene Anwendung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 2002 a.F. auf bestimmte Verlustabz&uuml;ge bzw. Verlustvortr&auml;ge, woraus im Ergebnis auch f&uuml;r den Feststellungszeitpunkt 31.&nbsp;Dezember 2007 niedrigere Feststellungsbetr&auml;ge resultieren. Da nach den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen jedoch die Vorjahres-Verlustfeststellungsbescheide insoweit Grundlagenbescheide f&uuml;r die Verlustfeststellungsbescheide des Folgejahrs sind, kann die Kl&auml;gerin mit ihren diesbez&uuml;glichen Einwendungen nur in den Rechtsbehelfsverfahren gegen jene Grundlagenbescheide, nicht aber auch in den Rechtsbehelfsverfahren gegen die Folgebescheide geh&ouml;rt werden (&sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der vorgenannte Umstand f&uuml;hrt indessen nicht dazu, dass die Klage gegen den Folgebescheid als unzul&auml;ssig anzusehen ist. Der Senat h&auml;lt in diesem Punkt nicht an seiner in j&uuml;ngerer Zeit vertretenen gegenteiligen Auffassung (vgl. Senatsurteile vom 12.&nbsp;Juli 2012 I&nbsp;R&nbsp;23\/11, BFHE 238, 344; vom 11.&nbsp;September 2013 I&nbsp;R&nbsp;26\/12, BFH\/NV 2014, 728; vom 26.&nbsp;April 2017 I&nbsp;R&nbsp;76\/15, BFHE 258, 210, BStBl II 2017, 1159 &#8211;jeweils Klagen gegen die Festsetzung des Solidarit&auml;tszuschlags&#8211;, sowie Senatsurteil vom 18.&nbsp;Dezember 2013 I&nbsp;R&nbsp;25\/12, BFH\/NV 2014, 904 &#8211;Klage gegen Verlustfeststellungs- und andere Folgebescheide&#8211;) fest. Vielmehr kehrt er zu seiner fr&uuml;heren Rechtsprechung (z.B. Senatsurteile vom 2.&nbsp;September 1987 I&nbsp;R&nbsp;162\/84, BFHE 151, 104, BStBl II 1988, 142; vom 9.&nbsp;November 2005 I&nbsp;R&nbsp;10\/05, BFH\/NV 2006, 750) zur&uuml;ck, die im Einklang mit der Spruchpraxis anderer Senate des BFH steht (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 5.&nbsp;November 2015 III&nbsp;R&nbsp;12\/13, BFHE 252, 304, BStBl II 2016, 420; vom 12.&nbsp;Oktober 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;2\/10, BFH\/NV 2012, 776; vom 1.&nbsp;Juli 2010 IV&nbsp;R&nbsp;100\/06, BFH\/NV 2010, 2056; vom 15.&nbsp;Oktober 2003 X&nbsp;R&nbsp;48\/01, BFHE 204, 1, BStBl II 2004, 169) und der zufolge es in einem solchen Fall nicht an der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO f&uuml;r die Erhebung der Anfechtungsklage erforderlichen Geltendmachung einer Rechtsverletzung durch den Erlass des angefochtenen Verwaltungsakts fehlt (vgl. zur Begr&uuml;ndung und zur Auseinandersetzung mit der Gegenauffassung insbesondere Senatsurteil in BFHE 151, 104, BStBl II 1988, 142, sowie Gr&auml;ber\/Levedag, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;42 Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Jedoch ist die Klage insoweit unbegr&uuml;ndet, weil die Verlustfeststellungen zum 31.&nbsp;Dezember 2005 aus den genannten Gr&uuml;nden Bindungswirkung f&uuml;r die angefochtenen Folgebescheide haben und daher im Klageverfahren gegen die Folgebescheide nicht mehr auf ihre materielle Richtigkeit hin gepr&uuml;ft werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Ergebnis begr&uuml;ndet ist die Revision auch in Bezug auf die Bescheide zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31.&nbsp;Dezember der Jahre 2008 bis 2010 und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember der Jahre 2008 bis 2010. Im Hinblick auf jene Bescheide ist das angefochtene Urteil aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorentscheidung kann insoweit keinen Bestand haben, weil das FG &#8211;infolge fehlender Kenntnis von der am 3.&nbsp;Juli 2015 vorgenommenen erneuten &Auml;nderung jener Bescheide&#8211; &uuml;ber im Zeitpunkt der Entscheidung materiell nicht mehr wirksame Verwaltungsakte entschieden hat (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 25.&nbsp;Oktober 1972 GrS&nbsp;1\/72, BFHE 108, 1, BStBl II 1973, 231). Wenn der angefochtene Verwaltungsakt nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung ge&auml;ndert oder ersetzt wird, wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO der neue Bescheid Gegenstand des Klageverfahrens. So lag der Fall hier, nachdem das FA die urspr&uuml;nglichen &Auml;nderungsbescheide vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2011 w&auml;hrend des erstinstanzlichen Klageverfahrens durch die &Auml;nderungsbescheide vom 3.&nbsp;Juli 2015 ersetzt hat. &Uuml;ber die demnach zum Gegenstand der Klage gewordenen Bescheide vom 3.&nbsp;Juli 2015 hat das FG nicht entschieden, was im zweiten Rechtsgang nachzuholen ist. Eine in einer solchen Verfahrenssituation ausnahmsweise denkbare Beschr&auml;nkung des Revisionsgerichts auf eine blo&szlig;e Richtigstellung (vgl. z.B. Senatsurteil vom 19.&nbsp;Mai 2010 I&nbsp;R&nbsp;62\/09, BFHE 230, 18) ist hier ausgeschlossen, weil die &Auml;nderungsbescheide vom 3.&nbsp;Juli 2015 nach dem Vorbringen beider Beteiligten neue Streitpunkte enthalten haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO. Auch bei einer nur teilweisen Zur&uuml;ckverweisung der Sache ist dem FG im Hinblick auf den Grundsatz der Einheitlichkeit der Kostenentscheidung die Entscheidung &uuml;ber die gesamten Kosten des Revisionsverfahrens zu &uuml;bertragen (z.B. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Juni 2015 X&nbsp;R&nbsp;14\/14, BFHE 250, 19, BStBl II 2015, 931).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.6.2018, I R 13\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.270618.IR13.16.0 Ma&szlig;geblicher Zeitpunkt f&uuml;r den Ausschluss des Verlustabzugs nach &sect; 8 Abs. 4 KStG 2002 a.F. &#8211; Zul&auml;ssigkeit der Klage gegen einen Folgebescheid Leits&auml;tze 1. &sect; 8 Abs. 4 Satz 1 KStG 2002 a.F. versagt den Verlustabzug auch dann vom Zeitpunkt der sch&auml;dlichen Anteils&uuml;bertragung an, wenn die Zuf&uuml;hrung des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-13-16-massgeblicher-zeitpunkt-fuer-den-ausschluss-des-verlustabzugs-nach-par-8-abs-4-kstg-2002-af-zulaessigkeit-der-klage-gegen-einen-folgebescheid\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;13\/16 &#8211; Ma&szlig;geblicher Zeitpunkt f&uuml;r den Ausschluss des Verlustabzugs nach &sect; 8 Abs. 4 KStG 2002 a.F. &#8211; Zul&auml;ssigkeit der Klage gegen einen Folgebescheid<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70285","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70285","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70285"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70285\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}