{"id":70321,"date":"2019-02-19T12:33:18","date_gmt":"2019-02-19T10:33:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70321"},"modified":"2019-02-19T12:33:18","modified_gmt":"2019-02-19T10:33:18","slug":"ix-b-79-18-einkommensteuer-entrichtungspflicht-des-zwangsverwalters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-79-18-einkommensteuer-entrichtungspflicht-des-zwangsverwalters\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;79\/18 &#8211; Einkommensteuer: Entrichtungspflicht des Zwangsverwalters"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.1.2019, IX B 79\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:BA.070119.IXB79.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Einkommensteuer: Entrichtungspflicht des Zwangsverwalters<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Der Zwangsverwalter hat die Einkommensteuer des Vollstreckungsschuldners zu entrichten, soweit sie aus der Vermietung der im Zwangsverwaltungsverfahren beschlagnahmten Grundst&uuml;cke herr&uuml;hrt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde des Antragsgegners wird der Beschluss des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 10. Juli 2018&nbsp;&nbsp;3 V 1143\/18 A (E) aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Antrag auf Aussetzung der Vollziehung des Einkommensteuerbescheides vom 20. November 2017 wird abgelehnt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Antragsteller zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob der Antragsteller und Beschwerdegegner (Antragsteller) als Zwangsverwalter verpflichtet ist, die auf die Eink&uuml;nfte aus einem vermieteten, der Zwangsverwaltung unterliegenden Grundst&uuml;ck entfallende (und durch materiell bestandskr&auml;ftigen Bescheid festgesetzte) Einkommensteuer an den Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) abzuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller wurde durch Beschluss vom 24.&nbsp;August 2015 durch das Amtsgericht (AG) in dem Zwangsverwaltungsverfahren &uuml;ber ein Grundst&uuml;ck in X zum Zwangsverwalter bestellt. Mit Bescheid vom 20.&nbsp;November 2017 setzte der Antragsgegner die anteilige Einkommensteuer 2016 gegen&uuml;ber dem Antragsteller &quot;als Zwangsverwalter des Grundst&uuml;cks (Grundst&uuml;ckseigent&uuml;merin: Frau Z)&quot; fest. Die Einkommensteuer wurde auf der Grundlage einer vom Antragsteller eingereichten Einkommensteuererkl&auml;rung (&quot;Anlage V&quot;) in H&ouml;he von 360,19&nbsp;EUR, der Solidarit&auml;tszuschlag in H&ouml;he von 19,81&nbsp;EUR und Kirchensteuer in H&ouml;he von 32,42&nbsp;EUR festgesetzt. Der Antragsgegner st&uuml;tzte die Festsetzung gegen&uuml;ber dem Antragsteller auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 10.&nbsp;Februar 2015 IX&nbsp;R&nbsp;23\/14 (BFHE 249, 202, BStBl II 2017, 367) und die Ausf&uuml;hrungen im Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 3.&nbsp;Mai 2017 IV&nbsp;A&nbsp;3-S&nbsp;0550\/15\/10028, 2017\/0384389 (BStBl I 2017, 718).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 18.&nbsp;Dezember 2017 legte der Antragsteller gegen den Einkommensteuerbescheid vom 20.&nbsp;November 2017 Einspruch ein, den er u.a. damit begr&uuml;ndete, er sei vom AG durch Beschluss vom 8.&nbsp;Januar 2018 angewiesen worden, keine Zahlung auf die private Einkommensteuer der Schuldnerin zu leisten. Der Einspruch wurde vom FA mit Einspruchsentscheidung vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2018 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die vom Antragsteller beantragte Aussetzung der Vollziehung (AdV) des angefochtenen Einkommensteuerbescheides lehnte das FA ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die gegen den Einkommensteuerbescheid vom 20.&nbsp;November 2017 gerichtete Anfechtungsklage des Antragstellers, die beim Finanzgericht (FG) unter dem Az.&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;1129\/18 anh&auml;ngig ist, ist noch nicht entschieden. Ein beim FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gestellter AdV-Antrag hatte indes Erfolg; das FG vertrat die Auffassung, an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des an den Antragsteller als Zwangsverwalter adressierten Einkommensteuerbescheides best&uuml;nden ernstliche Zweifel. Zwar habe der BFH in seinem Urteil in BFHE 249, 202, BStBl II 2017, 367 entschieden, dass der Zwangsverwalter die Einkommensteuer des Vollstreckungsschuldners zu entrichten habe, soweit sie aus der Vermietung der im Zwangsverwaltungsverfahren beschlagnahmten Grundst&uuml;cke herr&uuml;hre, jedoch sei der Antragsteller durch Beschluss des AG vom 8.&nbsp;Januar 2018 angewiesen worden, keine Zahlungen auf die Einkommensteuer zu leisten. Dieser Beschluss sei nicht erkennbar nichtig; auch von anderen Amtsgerichten werde die &#8211;vom Bundesgerichtshof (BGH) noch nicht abschlie&szlig;end beurteilte&#8211; Rechtsfrage, ob der Zwangsverwalter die steuerlichen Pflichten des Schuldners als eigene zu erf&uuml;llen habe, anders beurteilt als vom BFH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Beschwerde das FA, der das FG nicht abgeholfen hat. Das FA vertritt die Auffassung, an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Einkommensteuerbescheides vom 20.&nbsp;November 2017 best&uuml;nden keine ernstlichen Zweifel. Der Bescheid entspreche den von der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (BFH-Urteil in BFHE 249, 202, BStBl II 2017, 367) aufgestellten Grunds&auml;tzen. Der Beschluss des AG, mit dem der Antragsteller angewiesen wurde, keine Zahlung auf die private Einkommensteuer des Schuldners zu leisten, sei mangels Erm&auml;chtigungsgrundlage erkennbar nichtig und damit unwirksam. Auch der BGH habe in den Gr&uuml;nden seines Urteils vom 19.&nbsp;Oktober 2017 IX&nbsp;ZR&nbsp;289\/14 (Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2018, 706) keinen Zweifel daran gelassen, dass die Rechtsprechung des BFH zutreffend sei. Selbst wenn man den Beschluss des AG als wirksam ansehen wollte, k&ouml;nne dessen Inhalt die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Steuerfestsetzung nicht infrage stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>den Beschluss des FG vom 10.&nbsp;Juli 2018&nbsp; 3&nbsp;V&nbsp;1143\/18&nbsp;A&nbsp;(E) aufzuheben und den Antrag auf AdV des Einkommensteuerbescheides vom 20.&nbsp;November 2017 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller hat keine Stellungnahme abgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Der angefochtene Beschluss des FG ist aufzuheben; der Antrag, die Vollziehung des angefochtenen Einkommensteuerbescheides vom 20.&nbsp;November 2017 auszusetzen, wird abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz 1 i.V.m. Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 bis 6 FGO kann das Gericht der Hauptsache die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts ganz oder teilweise aussetzen. Die Vollziehung soll ausgesetzt werden, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsakts bestehen (&sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO). Das ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH der Fall, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des Verwaltungsakts gewichtige Umst&auml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit in der Beurteilung der entscheidungserheblichen Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Tatfragen bewirken (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;April 2018 IX&nbsp;B&nbsp;21\/18, BFHE 260, 431, BStBl II 2018, 415, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach der im vorliegenden Verfahren erforderlichen, aber auch ausreichenden summarischen Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Verwaltungsakts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zutreffend ist das FA im Einklang mit der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (BFH-Urteil in BFHE 249, 202, BStBl II 2017, 367) davon ausgegangen, dass der Antragsteller &#8211;als Zwangsverwalter&#8211; die (anteilige) Einkommensteuer der Grundst&uuml;ckseigent&uuml;merin (Frau Z) zu entrichten hat, soweit sie aus der Vermietung des im Zwangsverwaltungsverfahren beschlagnahmten Grundst&uuml;cks herr&uuml;hrt. Denn der Zwangsverwalter hat &#8211;als Verm&ouml;gensverwalter i.S. von &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO)&#8211; nicht nur die im Gesetz &uuml;ber die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung (ZVG) geregelten Pflichten, sondern daneben &#8211;im Rahmen seiner Verwaltungsbefugnisse&#8211; auch die steuerlichen Pflichten des Vollstreckungsschuldners zu erf&uuml;llen. Als Verm&ouml;gensverwalter tritt der Zwangsverwalter mithin als weiterer Steuerpflichtiger (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 AO) neben den Steuerschuldner; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 AO enth&auml;lt insoweit eine au&szlig;erhalb des ZVG stehende Verpflichtungsgrundlage (BFH-Urteil in BFHE 249, 202, BStBl II 2017, 367).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar bleibt der Vollstreckungsschuldner auch nach Anordnung der Zwangsverwaltung Steuersubjekt und damit Schuldner der auf seine steuerpflichtigen Eink&uuml;nfte entfallenden Einkommensteuer. Ihm sind auch die Eink&uuml;nfte aus der Verwaltung des beschlagnahmten Verm&ouml;gens pers&ouml;nlich zuzurechnen, obwohl er infolge der Beschlagnahme den Besitz an dem vermieteten Grundst&uuml;ck und die Verwaltungs- und Nutzungsbefugnis dar&uuml;ber verloren hat. Der Zwangsverwalter hat indes &#8211;unbeschadet der weiterhin bestehenden Steuerschuldnerschaft des Vollstreckungsschuldners&#8211; die steuerlichen Pflichten des Schuldners als eigene zu erf&uuml;llen, soweit seine Aufgaben und Befugnisse reichen (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;33 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der steuerlichen Pflichten, die der Zwangsverwalter zu erf&uuml;llen hat, verweist der Wortlaut des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 (&quot;&#8230; <em>soweit ihre Verwaltung reicht<\/em> &#8230;&quot;) vorrangig auf die Vorschriften des ZVG; inhaltlich ergeben sich die steuerlichen Pflichten aus den Steuergesetzen. Der Anspruch des Fiskus aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis richtet sich insoweit (nur) gegen das liquide Verwaltungsverm&ouml;gen; die Einkommensteuer ist, soweit sie aus der T&auml;tigkeit des Verwalters herr&uuml;hrt, von diesem aus den erzielten Nutzungen des Grundst&uuml;cks (vgl. &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;1 ZVG) zu entrichten (BFH-Urteil in BFHE 249, 202, BStBl II 2017, 367).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die vorstehenden (ge&auml;nderten) Grunds&auml;tze der h&ouml;chstrichterlichen Finanzrechtsprechung haben in der h&ouml;chstrichterlichen Zivilrechtsprechung sowie im Schrifttum Zustimmung erfahren (BGH-Urteil in NJW 2018, 706, unter B.I.3.b&nbsp;cc der Gr&uuml;nde; Kahlert\/Schmidt, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2015, 596; Kahlert, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht &#8211;ZIP&#8211; 2015, 2488; Hilbert, Betriebs-Berater 2015, 1763, 1764; Bauhaus, AO-Steuerberater 2015, 222, 223; Schmittmann, Zeitschrift f&uuml;r Immobilienrecht &#8211;ZfIR&#8211; 2015, 545), andererseits aber auch Kritik hervorgerufen (Brandau\/Darga, ZfIR 2016, 700; Cranshaw, Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht 2015, 581; Drasdo, NJW 2015, 2528; ders., Neue Zeitschrift f&uuml;r Miet- und Wohnungsrecht 2016, 518; ders., Neue Zeitschrift f&uuml;r das Recht der Insolvenz und Sanierung 2017, 889; Onusseit, Deutsches Steuerrecht 2016, 1297, 1300&nbsp;f.; ders., ZfIR 2015, 577; Schmidberger, Zeitschrift f&uuml;r Miet- und Raumrecht 2015, 739; Carl&eacute;, Deutsche Steuer-Zeitung 2015, 587; Engels, Rechtspfleger 2015, 525).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat h&auml;lt die im Schrifttum ge&auml;u&szlig;erte Kritik f&uuml;r nicht durchgreifend und h&auml;lt an seiner im BFH-Urteil in BFHE 249, 202, BStBl II 2017, 367 ge&auml;u&szlig;erten Rechtsauffassung fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ohne Erfolg beruft sich der Antragsteller darauf, dass er das im angefochtenen Einkommensteuerbescheid vom 20.&nbsp;November 2017 enthaltene Leistungsgebot nicht befolgen und mithin die festgesetzte Einkommensteuer nicht zahlen d&uuml;rfe, da dem eine gegenl&auml;ufige Weisung des AG entgegenstehe und eine Missachtung dieser Weisung zu Schadenersatz, Zwangsgeld und Entlassung f&uuml;hren k&ouml;nne. Der Senat entscheidet im finanzgerichtlichen Verfahren lediglich &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen, gegen&uuml;ber dem Antragsteller ergangenen Steuerfestsetzung. Diese h&auml;ngt nicht davon ab, ob dem Antragsteller die zur Steuerentrichtung ben&ouml;tigten Zahlungsmittel zur Verf&uuml;gung stehen (vgl. FG M&uuml;nchen, Urteil vom 24.&nbsp;August 1989&nbsp; 14&nbsp;K&nbsp;116\/89, ZIP 1990, 1606).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da der angefochtene Beschluss des FG den vorstehenden, unter II.2.a) der Gr&uuml;nde genannten Ma&szlig;st&auml;ben der h&ouml;chstrichterlichen Finanzrechtsprechung nicht entspricht, ist er aufzuheben. Die Sache ist spruchreif; der Senat kann in der Sache selbst entscheiden. Da nach den vorstehend genannten Erw&auml;gungen ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Verwaltungsakts nicht bestehen, ist der Antrag des Antragstellers auf AdV des Einkommensteuerbescheides vom 20.&nbsp;November 2017 abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Gr&uuml;nde daf&uuml;r, dass die Vollziehung f&uuml;r den Antragsteller eine unbillige, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte zur Folge h&auml;tte (&sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO), sind weder im erstinstanzlichen Verfahren noch im Beschwerdeverfahren behauptet worden und sind auch nach Aktenlage nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.1.2019, IX B 79\/18ECLI:DE:BFH:2019:BA.070119.IXB79.18.0 Einkommensteuer: Entrichtungspflicht des Zwangsverwalters Leits&auml;tze NV: Der Zwangsverwalter hat die Einkommensteuer des Vollstreckungsschuldners zu entrichten, soweit sie aus der Vermietung der im Zwangsverwaltungsverfahren beschlagnahmten Grundst&uuml;cke herr&uuml;hrt. Tenor Auf die Beschwerde des Antragsgegners wird der Beschluss des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 10. Juli 2018&nbsp;&nbsp;3 V 1143\/18 A (E) aufgehoben. Der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-79-18-einkommensteuer-entrichtungspflicht-des-zwangsverwalters\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;B&nbsp;79\/18 &#8211; Einkommensteuer: Entrichtungspflicht des Zwangsverwalters<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70321","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70321"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70321\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}