{"id":70345,"date":"2019-02-27T18:33:29","date_gmt":"2019-02-27T16:33:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70345"},"modified":"2019-02-27T18:33:29","modified_gmt":"2019-02-27T16:33:29","slug":"xi-r-32-16-zur-passivierung-stornobehafteter-vermittlungsprovisionen-und-aktivierung-des-diesen-leistungen-zuzuordnenden-aufwands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-32-16-zur-passivierung-stornobehafteter-vermittlungsprovisionen-und-aktivierung-des-diesen-leistungen-zuzuordnenden-aufwands\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;32\/16 &#8211; Zur Passivierung stornobehafteter Vermittlungsprovisionen und Aktivierung des diesen Leistungen zuzuordnenden Aufwands"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.8.2018, XI R 32\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.290818.XIR32.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Passivierung stornobehafteter Vermittlungsprovisionen und Aktivierung des diesen Leistungen zuzuordnenden Aufwands<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Aufwendungen, die im wirtschaftlichen Zusammenhang mit Provisionsvorsch&uuml;ssen stehen, sind nicht zu aktivieren, wenn kein Wirtschaftsgut entstanden ist (Anschluss an das BFH-Urteil vom 26. April 2018 III R 5\/16, BFHE 261, 326, BStBl II 2018, 536).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 28. April 2016 9 K 843\/14 <noindex>K,G,F<\/noindex>, Zerl, soweit die Klage als unbegr&uuml;ndet abgewiesen wurde, und die Einspruchsentscheidung des Beklagten vom 24. September 2008, soweit sie die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2003 bis 2005, Gewerbesteuermessbetr&auml;ge f&uuml;r 2003 bis 2005, gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31. Dezember 2003 bis 2005 und gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31. Dezember 2003 bis 2005 betrifft, sowie die die jeweilige Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes betreffenden Aufhebungsbescheide vom 7. und 18. August 2008 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2003 bis 2005 und Gewerbesteuermessbetr&auml;ge f&uuml;r 2003 bis 2005 betreffenden &Auml;nderungsbescheide vom 7. und 18. August 2008 und die am 20. August 2008 bekanntgegebenen Bescheide sowie die den jeweiligen verbleibenden Verlustabzug und vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust betreffenden (aufgehobenen) urspr&uuml;nglichen Feststellungsbescheide vom 12. August 2005 und vom 2. Oktober 2007 (Bescheide auf den 31. Dezember 2003 bis 2005 &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer) und vom 23. August 2005 und vom 12. Oktober 2007 (Bescheide auf den 31. Dezember 2003 bis 2005 &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes) sind nach Ma&szlig;gabe der Entscheidungsgr&uuml;nde zu &auml;ndern.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der jeweiligen Steuer und des jeweils verbleibenden Verlustabzugs und vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens einschlie&szlig;lich des ersten Rechtsgangs bis zum 21. Dezember 2011 haben die Kl&auml;gerin zu 1\/10 und der Beklagte zu 9\/10 zu tragen, im &Uuml;brigen tr&auml;gt der Beklagte die Kosten allein.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten in der Sache &uuml;ber die Gewinnrealisierung von stornobehafteten Provisionsanspr&uuml;chen eines Versicherungsmaklers und &#8211;soweit dies der Fall ist&#8211; ob und in welcher H&ouml;he f&uuml;r diese Betr&auml;ge R&uuml;ckstellungen zu bilden waren. Der Rechtsstreit befindet sich im zweiten Rechtsgang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, vermittelte in den Jahren 2003 bis 2005 (Streitjahre) R&uuml;ckdeckungsversicherungen im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge der X sowie &#8211;ab 2004&#8211; der Versicherung Y.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie aktivierte in den jeweils auf den 31.&nbsp;Dezember erstellten Jahresabschl&uuml;ssen die aus der Vermittlung von Versicherungsvertr&auml;gen erzielten Umsatzerl&ouml;se von X und Y in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR (2003), &#8230;&nbsp;EUR und &#8230;&nbsp;EUR (2004) sowie &#8230;&nbsp;EUR und &#8230;&nbsp;EUR (2005). Zugleich bildete die Kl&auml;gerin f&uuml;r die aus ihrer Sicht stornobehafteten Anteile der von X und Y geleisteten Vermittlungsprovisionen R&uuml;ckstellungen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR (2003), &#8230;&nbsp;EUR und &#8230;&nbsp;EUR (2004) sowie &#8230;&nbsp;EUR und &#8230;&nbsp;EUR (2005). F&uuml;r die Streitjahre 2003 und 2004 ergaben sich jeweils Fehlbetr&auml;ge in H&ouml;he von .\/.&nbsp;&#8230;&nbsp;EUR bzw. .\/.&nbsp;&#8230;&nbsp;EUR. Dagegen wies die Kl&auml;gerin f&uuml;r das Streitjahr 2005 &#8211;wie sich aus ihrem Jahresabschluss zum 31.&nbsp;Dezember 2005 ergibt&#8211; einen Jahres&uuml;berschuss in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR aus, den das Finanzgericht (FG) irrt&uuml;mlich als Jahresfehlbetrag bezeichnet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Kl&auml;gerin zun&auml;chst entsprechend den von ihr f&uuml;r die Streitjahre abgegebenen Erkl&auml;rungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung, die die Streitjahre umfasste, gelangte der Pr&uuml;fer dagegen zu der Auffassung, dass keine erh&ouml;hte Stornogefahr ersichtlich bzw. hinreichend nachgewiesen sei. Insgesamt sei eine R&uuml;ckstellung lediglich in H&ouml;he eines Betrags von 10&nbsp;% der stornobehafteten Betr&auml;ge gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA folgte der Ansicht der Au&szlig;enpr&uuml;fung und setzte demgem&auml;&szlig; mit &Auml;nderungsbescheiden vom 7. und 18.&nbsp;August 2008 und mit den am 20.&nbsp;August 2008 bekanntgegebenen &Auml;nderungsbescheiden die K&ouml;rperschaftsteuer und Gewerbesteuermessbetr&auml;ge f&uuml;r die Streitjahre sowie den Zerlegungsanteil des Gewerbesteuermessbetrags f&uuml;r 2005 fest und hob die jeweiligen Feststellungen zum verbleibenden Verlustabzug auf. Bez&uuml;glich der Feststellungen nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) 2002 ergab sich gegen&uuml;ber den zun&auml;chst ergangenen Bescheiden keine &Auml;nderung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen von der Kl&auml;gerin jeweils eingelegten Einspr&uuml;che blieben ohne Erfolg. Sie wurden mit Einspruchsentscheidung des FA vom 24.&nbsp;September 2008 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der anschlie&szlig;enden Klage mit Urteil vom 21.&nbsp;Dezember 2011&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;3802\/08&nbsp;K,G,F,&nbsp;Zerl (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2012, 1286) teilweise statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend das FG &#8211;von der Kl&auml;gerin unwidersprochen&#8211; im Hinblick auf die von Y bezogenen Umsatzerl&ouml;se von einer sofortigen Gewinnrealisierung ausgegangen ist, hat es f&uuml;r die von X bezogenen Verg&uuml;tungen angenommen, dass mit der Kl&auml;gerin ratierlich entstehende Provisionsanspr&uuml;che vereinbart worden seien. Eine erfolgswirksame Aktivierung dieser aufschiebend bedingten Provisionsteilbetr&auml;ge, die X vorsch&uuml;ssig geleistet habe, scheide aus; sie seien als erhaltene Anzahlungen zu passivieren. Allerdings seien die Aufwendungen der Kl&auml;gerin im Zusammenhang mit der Vermittlung von Versicherungen, f&uuml;r die sie aufschiebend bedingte Provisionen erhalten habe, als unfertige Leistungen i.S. von &sect;&nbsp;266 Abs.&nbsp;2 B.I.2. des Handelsgesetzbuches (HGB) zu aktivieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Revisionen der Kl&auml;gerin und des FA hob der I.&nbsp;Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) das im ersten Rechtsgang ergangene Urteil des FG in EFG 2012, 1286 durch Urteil vom 9.&nbsp;Oktober 2013 I&nbsp;R&nbsp;15\/12 (BFH\/NV 2014, 907) auf und verwies die Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ck. Das vom FG gefundene Ergebnis beruhe auf unzureichenden Tatsachenfeststellungen, weshalb die W&uuml;rdigung der zwischen der Kl&auml;gerin und X getroffenen Vereinbarung nicht i.S. von &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bindend sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch im zweiten Rechtsgang hatte die Klage der Kl&auml;gerin teilweise Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG entschied, dass die Klage unzul&auml;ssig sei, soweit die Kl&auml;gerin die Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 zum 31.&nbsp;Dezember 2003, 2004 und 2005 vom 7.&nbsp;August 2008 angefochten habe. Insoweit habe die Kl&auml;gerin keine Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Beschwer i.S. von &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO vorgebracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen sei die Klage &#8211;wie zuvor im ersten Rechtsgang&#8211; teilweise begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG im zweiten Rechtsgang ist in EFG 2016, 1284 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts und macht im Wesentlichen geltend, das FG habe unfertige Leistungen i.S. von &sect;&nbsp;266 Abs.&nbsp;2 B.I.2. HGB zu Unrecht angesetzt und die zu aktivierenden Betr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) gesch&auml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei den von ihr, der Kl&auml;gerin, entfalteten T&auml;tigkeiten habe es sich um Vertriebst&auml;tigkeiten i.S. von &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 HGB gehandelt. Nach dem Grundsatz der Ma&szlig;geblichkeit der Handelsbilanz seien Bewertungen demnach nicht vorzunehmen; die Aktivierung dieser T&auml;tigkeiten sei rechtsfehlerhaft. Durch solche Aufwendungen w&uuml;rden lediglich Gewinnaussichten erworben, nicht aber ein handelsrechtlicher und damit auch steuerrechtlich aktivierbarer Gegenstand geschaffen oder hergestellt. Zudem sei die Sch&auml;tzung des FG der zu aktivierenden Betr&auml;ge nicht nachvollziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Vorentscheidung, soweit die Klage als unbegr&uuml;ndet abgewiesen wurde, und die Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;September 2008, soweit sie die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2003 bis 2005, Gewerbesteuermessbetr&auml;ge f&uuml;r 2003 bis 2005, gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2003 bis 2005 und gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2003 bis 2005 betrifft, sowie die die jeweilige Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs und vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes betreffenden Aufhebungsbescheide vom 7. und 18.&nbsp;August 2008 und die die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2003 bis 2005 und Gewerbesteuermessbetr&auml;ge f&uuml;r 2003 bis 2005 betreffenden &Auml;nderungsbescheide vom 7. und 18.&nbsp;August 2008 und die am 20.&nbsp;August 2008 bekanntgegebenen &Auml;nderungsbescheide sowie die den jeweiligen verbleibenden Verlustabzug und den vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust betreffenden (aufgehobenen) urspr&uuml;nglichen Feststellungsbescheide vom 12.&nbsp;August 2005 und vom 2.&nbsp;Oktober 2007 (Bescheide auf den 31.&nbsp;Dezember 2003 bis 2005 &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer) und vom 23.&nbsp;August 2005 und vom 12.&nbsp;Oktober 2007 (Bescheide auf den 31.&nbsp;Dezember 2003 bis 2005 &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes) dahingehend zu &auml;ndern, dass es bez&uuml;glich der streitigen Provisionen der X bei der Behandlung laut Steuererkl&auml;rungen verbleibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es tritt der Revision der Kl&auml;gerin entgegen und verteidigt die angefochtene Vorentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus bringt das FA vor, dass die Kl&auml;gerin keinen Versicherungsschutz gew&auml;hre, sondern Versicherungsvertr&auml;ge vermittle, mithin kein Versicherungsprodukt vertreibe, so dass insoweit auch keine Vertriebskosten entstehen k&ouml;nnten. Die Aufwendungen k&ouml;nnten als Einzelkosten dem jeweils vermittelten Vertrag zugerechnet werden und seien als unfertige Leistungen zu aktivieren. Hierbei handele es sich nicht um die teilweise Aktivierung einer Provisionsforderung, weshalb die Vorentscheidung nicht von dem BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Oktober 2009 I&nbsp;R&nbsp;28\/08 (BFH\/NV 2010, 432) abweiche. Da sich der zu aktivierende Aufwand auf bereits abgeschlossene Vertr&auml;ge beziehe, handele es sich ebenso wenig um reine Gewinnaussichten, sondern um eine ausreichende Verfestigung der Vertragsbeziehungen, die die Aufwandsneutralisierung im Rahmen des schwebenden Gesch&auml;ftes rechtfertige.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der angegriffenen Sch&auml;tzung der zu aktivierenden Betr&auml;ge bringt das FA vor, dass sich die Kl&auml;gerin insoweit gegen die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen wende, gegen die sie zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Revisionsgr&uuml;nde nicht vorgebracht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zust&auml;ndigkeit des erkennenden Senats f&uuml;r das vorliegende Verfahren ergibt sich aus Teil&nbsp;A XI.&nbsp;Senat Nr.&nbsp;2 (betreffend K&ouml;rperschaftsteuer) und Nr.&nbsp;3 (betreffend Gewerbesteuer) des Gesch&auml;ftsverteilungsplans des BFH f&uuml;r das Jahr 2018.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt, soweit die Klage als unbegr&uuml;ndet abgewiesen wurde, zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur teilweisen Klagestattgabe (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;September 2008, soweit sie die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2003 bis 2005, Gewerbesteuermessbetr&auml;ge f&uuml;r 2003 bis 2005, gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2003 bis 2005 und gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2003 bis 2005 betrifft, sowie die die jeweilige Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs und vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes betreffenden Aufhebungsbescheide vom 7. und 18.&nbsp;August 2008 sind aufzuheben. Die den jeweiligen verbleibenden Verlustabzug und den vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust betreffenden (aufgehobenen) urspr&uuml;nglichen Feststellungsbescheide sind nach Ma&szlig;gabe der Entscheidungsgr&uuml;nde zu &auml;ndern. Im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Feststellungsbescheide hinsichtlich der gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 zum 31.&nbsp;Dezember 2003, 2004 und 2005 jeweils vom 7.&nbsp;August 2008 sind bereits aufgrund des Urteils des FG im ersten Rechtsgang bestandskr&auml;ftig. Der I.&nbsp;Senat des BFH hat im ersten Rechtsgang &#8211;was unwidersprochen blieb&#8211; den Revisionsantrag der Kl&auml;gerin rechtsschutzgew&auml;hrend dahin ausgelegt, dass dieser sich mangels Auswirkung auf die Feststellungen zum Bestand des Einlagekontos sowie des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens nur gegen die Festsetzung der K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuermessbetr&auml;ge sowie die Verlustfeststellungen richtet (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2014, 907, Rz&nbsp;13). Danach waren diese besonderen Feststellungsbescheide nicht mehr Streitgegenstand des zweiten Rechtsgangs. Das FG durfte daher im zweiten Rechtsgang zur gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 zum 31.&nbsp;Dezember 2003, 2004 und 2005 nicht mehr entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Bescheid &uuml;ber die Zerlegung des Gewerbesteuermessbetrags f&uuml;r 2005 vom 18.&nbsp;August 2008 ist gleichfalls bestandskr&auml;ftig. Die Klage der Kl&auml;gerin hat sich &#8211;wie sich schon aus dem ersten Rechtsgang ergab&#8211; nicht darauf bezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat zu Recht entschieden, dass &#8211;was im vorliegenden Revisionsverfahren zwischen den Beteiligten nicht mehr im Streit steht&#8211; mit den von der Kl&auml;gerin vereinnahmten Vermittlungsprovisionen der X im Umfang der stornobehafteten Betr&auml;ge keine Gewinne realisiert wurden. Diese Betr&auml;ge sind nach seiner nunmehr im zweiten Rechtsgang revisionsrechtlich nicht zu beanstandenden und i.S. von &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO den Senat bindenden W&uuml;rdigung der vorliegenden Vertragsgestaltung als Provisionsvorsch&uuml;sse zu werten und als &quot;geleistete Anzahlungen&quot; nach &sect;&nbsp;266 Abs.&nbsp;3 C.3. HGB zu passivieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Streitjahre ergeben sich &#8211;wie das FG von den Beteiligten unwidersprochen festgestellt hat&#8211; die als &quot;erhaltene Anzahlungen&quot; zu passivierenden Betr&auml;ge aus den Best&auml;tigungen der X f&uuml;r die einzelnen Jahre in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR (2003), &#8230;&nbsp;EUR (2004) sowie &#8230;&nbsp;EUR (2005). Gewinnmindernd ist jedoch nur &#8211;wie die Vorinstanz zu Recht erkannt hat&#8211; die jeweilige Differenz zum Ansatz des jeweiligen Vorjahres in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR (2003), &#8230;&nbsp;EUR (2004) und &#8230;&nbsp;EUR (2005).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dagegen hat das FG, soweit bez&uuml;glich der erhaltenen Provisionen noch keine Gewinnrealisierung eingetreten ist, verkannt, dass die damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen nicht als &quot;unfertige Leistungen&quot; i.S. von &sect;&nbsp;266 Abs.&nbsp;2 B.I.2. HGB aktiviert werden k&ouml;nnen. Die Vorentscheidung ist deshalb aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Aktivierung von Aufwendungen &#8211;von Rechnungsabgrenzungsposten abgesehen&#8211; setzt grunds&auml;tzlich das Vorliegen eines Wirtschaftsguts voraus, dass also Aufwendungen zum Erwerb eines Wirtschaftsguts durch Anschaffung oder Herstellung gef&uuml;hrt haben m&uuml;ssen (vgl. dazu BFH-Urteil vom 26.&nbsp;April 2018 III&nbsp;R&nbsp;5\/16, BFHE 261, 326, BStBl II 2018, 536, Rz&nbsp;18, m.w.N.). Auch der Bilanzposten &quot;unfertige Leistungen&quot; i.S. von &sect;&nbsp;266 Abs.&nbsp;2 B.I.2. HGB setzt die Wirtschaftsguteigenschaft voraus (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 261, 326, BStBl II 2018, 536, Rz&nbsp;19, m.w.N.). Der III.&nbsp;Senat des BFH hat mit Urteil in BFHE 261, 326, BStBl II 2018, 536 entschieden, dass der Bilanzposten der &quot;unfertigen Leistungen&quot; nicht vorrangig der Aufwandsstornierung im Rahmen der Erstellung von Dienstleistungen dient, weil nicht Aufwendungen zu aktivieren sind, sondern lediglich das durch die Aufwendungen erlangte Wirtschaftsgut (Rz&nbsp;20&nbsp;f.). Dem schlie&szlig;t sich der erkennende Senat aus den dort genannten Gr&uuml;nden, auf die er zur Vermeidung von Wiederholungen verweist, an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen hat sich im Streitfall &#8211;anders als das FG meint&#8211; durch die laufenden Betriebsausgaben kein Wirtschaftsgut herausgebildet, das als &quot;unfertige Leistung&quot; zu aktivieren w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Es fehlt jedenfalls an der f&uuml;r die Aktivierung als &quot;unfertige Leistung&quot; erforderlichen Voraussetzung, dass die Aufwendungen dem Kaufmann einen objektiv werthaltigen (greifbaren) Verm&ouml;genswert verschaffen. Nicht jede Ausgabe ist geeignet, ein Wirtschaftsgut oder einen Verm&ouml;gensgegenstand zu begr&uuml;nden. Es sind vielmehr ins Gewicht fallende, eindeutig und klar abgrenzbare Ausgaben erforderlich, die sich von laufenden Ausgaben erkennbar unterscheiden (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 261, 326, BStBl II 2018, 536, Rz&nbsp;23, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein solcher aktivierungsf&auml;higer Vorteil, der sich bereits verselbst&auml;ndigt hat, ist durch die hier vom FG in Bezug genommenen Aufwandspositionen (L&ouml;hne und Geh&auml;lter, Sofortabschreibung GWG, Fahrzeugkosten, Werbe- und Reisekosten, verschiedene betriebliche Kosten) nicht begr&uuml;ndet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Diese Aufwendungen sind laufende Ausgaben, die ihrer Natur nach regelm&auml;&szlig;ig wiederkehren und sich auch in ihrer H&ouml;he, wenn auch mit gewissen Schwankungen, im Wesentlichen gleichm&auml;&szlig;ig entwickeln. Ihre Auswirkungen auf einen m&ouml;glicherweise aktivierungsf&auml;higen Vorteil sind nicht hinreichend objektivierbar. Sie lassen sich &#8211;wie auch die Sch&auml;tzung der aus Sicht des FG als &quot;unfertige Leistungen&quot; zu aktivierenden Betr&auml;ge zeigt&#8211; weder den einzelnen Vermittlungsleistungen zuordnen noch sind sie selbst&auml;ndig bewertungsf&auml;hig. Laufende Betriebsausgaben, die sich aber &#8211;wie hier&#8211; nicht eindeutig bestimmten Vermittlungen zurechnen lassen und sich nicht von den laufenden Aufwendungen abheben, sind nicht geeignet, ein selbst&auml;ndig bewertungsf&auml;higes Wirtschaftsgut zu begr&uuml;nden (vgl. dazu BFH-Urteile vom 6.&nbsp;M&auml;rz 1970 III&nbsp;R&nbsp;20\/66, BFHE 99, 50, BStBl II 1970, 489; vom 2.&nbsp;Juni 1978 III&nbsp;R&nbsp;8\/75, BFHE 126, 478, BStBl II 1979, 235; jeweils m.w.N.; in BFHE 261, 326, BStBl II 2018, 536, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Unabh&auml;ngig von der Entstehung eines Wirtschaftsguts sind Aufwendungen zudem nur dann aktivierungsf&auml;hig, wenn sie &#8211;anders als die betreffenden Aufwendungen im Streitfall&#8211; unmittelbar mit den einzelnen Gesch&auml;ften zusammenh&auml;ngen (vgl. dazu bereits BFH-Urteile vom 25.&nbsp;August 1955 IV&nbsp;510\/53&nbsp;U, BFHE 61, 284, BStBl III 1955, 307, Rz&nbsp;10; in BFHE 261, 326, BStBl II 2018, 536, Rz&nbsp;25), von einigem Gewicht sind und sich einem bestimmten Auftrag eindeutig zurechnen lassen (vgl. dazu bereits BFH-Urteile vom 28.&nbsp;Januar 1960 IV&nbsp;226\/58&nbsp;S, BFHE 71, 111, BStBl III 1960, 291, unter II., Rz&nbsp;23; in BFHE 261, 326, BStBl II 2018, 536, Rz&nbsp;25; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Au&szlig;erdem hat sich aufgrund der get&auml;tigten Aufwendungen keine objektiv werthaltige Position f&uuml;r den Betrieb der Kl&auml;gerin gebildet. Den Aufwendungen steht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;92 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;87d HGB im Falle der Stornierung einer vermittelten Versicherung kein Aufwendungsersatzanspruch nach &sect;&nbsp;670 oder &sect;&sect;&nbsp;677, 683 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs gegen&uuml;ber (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 261, 326, BStBl II 2018, 536, Rz&nbsp;26, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Danach konnte die Vorentscheidung des FG, das von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen ist, keinen Bestand haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Hinsichtlich der Provisionen der Y hat das FG dagegen zu Recht entschieden, dass von einer unmittelbaren Gewinnrealisierung in H&ouml;he der von der Kl&auml;gerin verbuchten Umsatzerl&ouml;se in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r 2004 und &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r 2005 auszugehen ist. Die Kl&auml;gerin hatte schon im ersten Rechtsgang zur Frage des Entstehungszeitpunkts dieser Provisionen nicht substantiiert Stellung genommen und keine Einwendungen gegen die Annahme einer unmittelbaren Gewinnrealisierung mit der Auszahlung erhoben. Zudem hat sie im zweiten Rechtsgang Einwendungen dazu sowie zu der Frage, ob Teile dieser Provisionen stornobehaftet sind, weder im ersten noch im zweiten Rechtszug geltend gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Gleichfalls zu Recht hat das FG erkannt, dass f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin zun&auml;chst gebildeten R&uuml;ckstellungen auch in H&ouml;he des vom FA belassenen Pauschalbetrags von 10&nbsp;% der stornobehafteten Betr&auml;ge keine Grundlage besteht. Sie sind &#8211;wovon das FG zutreffend ausgegangen ist&#8211; gewinnerh&ouml;hend aufzul&ouml;sen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Sache ist spruchreif. Der Klage ist im Umfang des Tenors stattzugeben. Im &Uuml;brigen ist sie als unbegr&uuml;ndet abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Berechnung der festzusetzenden Steuern und festzustellenden Verluste wird nach &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO dem FA &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 3 FGO, &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 FGO. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r angemessen, &uuml;ber die Kosten nach Verfahrensabschnitten zu entscheiden. Auch eine solche Entscheidung wahrt den Grundsatz der Einheitlichkeit der Kostenentscheidung (vgl. dazu BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Juli 1999 VIII&nbsp;R&nbsp;17\/97, BFHE 189, 302, BStBl II 2000, 306, unter II.4., Rz&nbsp;24; vom 30.&nbsp;April 2003 II&nbsp;R&nbsp;6\/01, BFH\/NV 2004, 341, unter II.3., Rz&nbsp;13; vom 10.&nbsp;Dezember 2009 V&nbsp;R&nbsp;13\/08, BFH\/NV 2010, 960, Rz&nbsp;19; vom 4.&nbsp;August 2011 III&nbsp;R&nbsp;71\/10, BFHE 235, 203, BStBl II 2013, 380, Rz&nbsp;15; jeweils m.w.N.; vom 24.&nbsp;Juli 2013 XI&nbsp;R&nbsp;24\/12, BFH\/NV 2013, 1920, Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.8.2018, XI R 32\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.290818.XIR32.16.0 Zur Passivierung stornobehafteter Vermittlungsprovisionen und Aktivierung des diesen Leistungen zuzuordnenden Aufwands Leits&auml;tze NV: Aufwendungen, die im wirtschaftlichen Zusammenhang mit Provisionsvorsch&uuml;ssen stehen, sind nicht zu aktivieren, wenn kein Wirtschaftsgut entstanden ist (Anschluss an das BFH-Urteil vom 26. 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