{"id":70362,"date":"2019-02-27T18:34:58","date_gmt":"2019-02-27T16:34:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70362"},"modified":"2019-02-27T18:34:58","modified_gmt":"2019-02-27T16:34:58","slug":"v-r-65-16-zu-den-materiellen-merkmalen-des-vorsteuerabzugs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-65-16-zu-den-materiellen-merkmalen-des-vorsteuerabzugs\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;65\/16 &#8211; Zu den materiellen Merkmalen des Vorsteuerabzugs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2018, V R 65\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.131218.VR65.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zu den materiellen Merkmalen des Vorsteuerabzugs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: F&uuml;r das Vorliegen der materiellen Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs tr&auml;gt der Unternehmer, der den Vorsteuerabzug geltend macht, die Darlegungslast.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen geh&ouml;rt zu den tats&auml;chlichen Feststellungen, an die der BFH nach &sect; 118 Abs. 2 FGO gebunden ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Zu einem ordnungsgem&auml;&szlig;en Beweisantrag geh&ouml;rt die Angabe einer ladungsf&auml;higen Anschrift des Zeugen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 8. Dezember 2015&nbsp;&nbsp;2 K 82\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), der im Streitzeitraum (2001, 2002, 2004 bis 2006) hauptberuflich als Angestellter t&auml;tig war, hat f&uuml;r sein nebenberuflich betriebenes Unternehmen (&quot;Import u. Export S&quot;) in den Umsatzsteuervoranmeldungen 07\/04 bis 12\/04 Vorsteuer aus insgesamt zw&ouml;lf Rechnungen der EA-GmbH (EA) in H&ouml;he von insgesamt 168.642&nbsp;EUR geltend gemacht. In den Rechnungen der EA wird &uuml;ber die Lieferung von Sportbekleidung und Schuhen abgerechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen eines von der Steuerfahndungsstelle des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen den Kl&auml;ger durchgef&uuml;hrten Steuerstrafverfahrens wegen des Verdachts der Hinterziehung von Umsatzsteuer 07\/04 bis 12\/04 wurde u.a. der Laptop-Rechner des Kl&auml;gers sichergestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen der Steuerfahndung hatte der Kl&auml;ger in den Jahren 2001 bis 2004 Betr&auml;ge f&uuml;r Schuhe und T-Shirts in bar vereinnahmt, jedoch keine Bareinnahmen im Kassenbuch eingetragen. Es handelte sich um Bareinnahmen in H&ouml;he von 1.820&nbsp;DM (2001), 2.442&nbsp;EUR (2002), 395&nbsp;EUR (2003) und 1.815&nbsp;EUR (2004).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem hatte die Steuerfahndung handschriftliche Aufzeichnungen f&uuml;r Bestellungen gefunden. F&uuml;r diese Bestellungen waren in der Buchhaltung f&uuml;r 2003 keine korrespondierenden Rechnungen als Betriebseinnahmen verbucht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der &Uuml;berpr&uuml;fung der Warenein- und -ausg&auml;nge wurde festgestellt, dass der Kl&auml;ger (lt. Wareneingangs- und -ausgangsrechnungen) mehr verkauft als er eingekauft hat. Auf dem privaten Girokonto des Kl&auml;gers waren keine Barauszahlungen feststellbar, obwohl dieses das Gehaltskonto der Ehegatten darstellte. Au&szlig;er f&uuml;r 2003 (Privatentnahmen in H&ouml;he von 33.000&nbsp;EUR) sind in den Streitjahren keine Entnahmen gebucht worden, obwohl private Rechnungen durch Barzahlungen beglichen worden sind. Weiterhin unterst&uuml;tzte der Kl&auml;ger seine Mutter mit monatlichen Barzahlungen in H&ouml;he von 500&nbsp;EUR. Der Kl&auml;ger hat im Jahr 2004&nbsp;&nbsp;40.250&nbsp;EUR von einer Kassenstelle seines Arbeitgebers bar ausbezahlt bekommen, auf seinem Konto hingegen Bareinzahlungen in H&ouml;he von 42.350&nbsp;EUR geleistet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf dem privaten Girokonto des Kl&auml;gers wurde am 13.&nbsp;Februar 2006 ein Scheck in H&ouml;he von 326.372,96&nbsp;EUR gutgeschrieben. Scheckaussteller war die Firma Z-KG (Z). Der Zahlungsempf&auml;nger lt. Scheckkopie war hingegen die Firma Y-GmbH (Y). Von der Gutschrift wurde vom Kl&auml;ger am 14.&nbsp;Februar 2006 eine Teilsumme von 276.000&nbsp;EUR auf ein Termingeldkonto &uuml;bertragen und ein weiterer Teilbetrag in H&ouml;he von 9.532,50&nbsp;EUR per &Uuml;berweisung an den X e.V. bezahlt. Am 22.&nbsp;Februar 2006 wurde von dem genannten Termingeldkonto ein Betrag von 260.000&nbsp;EUR auf das Girokonto des Kl&auml;gers zur&uuml;ckgebucht. Am 23.&nbsp;Februar 2006 &uuml;berwies der Kl&auml;ger mittels zweier &Uuml;berweisungsauftr&auml;gen 40.000&nbsp;EUR an &quot;P-Spielertr.\/PL.&quot; und 220.000&nbsp;EUR an &quot;Q-Spielertr.\/PL.&quot;. Als Verwendungszweck ist jeweils &quot;Spielertransfer Polen&quot; angegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &Uuml;berzeugung der Pr&uuml;ferin verblieb dem Kl&auml;ger nach dieser Gesch&auml;ftsabwicklung ein Nettobetrag von 49.000&nbsp;EUR, den sie als Provisionseinnahme f&uuml;r die Vermittlungsleistung im Rahmen eines Spielertransfers ansah und als Umsatz zum Regelsteuersatz erfasste. Wegen der Einreichung des Schecks ist der Kl&auml;ger wegen Hehlerei zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Fahndungspr&uuml;ferin sch&auml;tzte in den Streitjahren Ums&auml;tze zum Regelsteuersatz in folgendem Umfang zu: 34.000&nbsp;DM (2001), 26.000&nbsp;EUR (2002), 25.850&nbsp;EUR (2004), 17.250&nbsp;EUR (2005), 17.250&nbsp;EUR (2006). Des Weiteren hat die Pr&uuml;ferin die Ums&auml;tze aus unentgeltlichen Wertabgaben in 2004 geringf&uuml;gig erh&ouml;ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erkannte den Vorsteuerabzug aus den Rechnungen der EA nicht an und &auml;nderte auch im &Uuml;brigen die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre entsprechend den Feststellungen der Fahndungspr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage nach erfolglosem Einspruchsverfahren ab. Dem Kl&auml;ger stehe aus den Rechnungen der EA kein Vorsteuerabzug zu. Es best&uuml;nden Zweifel, ob die streitigen Lieferungen tats&auml;chlich ausgef&uuml;hrt worden seien. Selbst wenn das der Fall gewesen sein sollte, sei jedenfalls der Kl&auml;ger nicht Leistungsempf&auml;nger und EA nicht Lieferer gewesen. Darauf komme es im Ergebnis aber nicht an, weil die auf den Rechnungen ausgewiesene Anschrift der EA zum Zeitpunkt der angeblichen Lieferung nicht korrekt gewesen sei. Die Rechnungen berechtigten daher nicht zum Vorsteuerabzug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die erfolgten Zusch&auml;tzungen verletzten den Kl&auml;ger ebenfalls nicht in seinen Rechten. Die Buchhaltung des Kl&auml;gers sei offensichtlich unrichtig, da er Einnahmen nicht aufgezeichnet habe. Die Buchhaltung des Kl&auml;gers sei auch deshalb zu verwerfen, weil die vom FA durchgef&uuml;hrten Geldverkehrsrechnungen belegten, dass der Kl&auml;ger &uuml;ber weitere Einnahmen zur Deckung seines Lebensbedarfs verf&uuml;gt haben m&uuml;sse. Nach Ansicht des FG seien zwar wesentlich h&ouml;here Zusch&auml;tzungen angebracht gewesen; dies bleibe aber im finanzgerichtlichen Verfahren ohne Auswirkung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der Besteuerung der aus der Scheckeinl&ouml;sung verbliebenen Summe macht sich das FG die tats&auml;chlichen Feststellungen des Amtsgerichts in seinem Urteil zu eigen. Da der Kl&auml;ger bereits aufgrund seines Handelsgesch&auml;fts Unternehmer gewesen sei, falle auch die ggf. ohne konkrete Wiederholungsabsicht durch ihn begangene Hehlerei in den unternehmerischen Bereich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der Erh&ouml;hung der unentgeltlichen Wertabgabe sei kein Rechtsfehler erkennbar; der Kl&auml;ger habe hierzu auch nichts vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich der Kl&auml;ger mit der Revision, mit der er Verletzung materiellen Rechts und Verfahrensfehler geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechnungen der EA seien formal korrekt. Angesichts der Eintragung im Handelsregister sei die Feststellung des FG, dass die Anschrift nicht korrekt sei, nicht nachvollziehbar. Im &Uuml;brigen komme es nicht darauf an, ob an der vom Lieferer angegebenen Anschrift gesch&auml;ftliche Aktivit&auml;ten stattf&auml;nden. Die Zweifel des FG an der Durchf&uuml;hrung der Lieferungen teile er, der Kl&auml;ger, nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe zu Unrecht die Buchf&uuml;hrung verworfen. Die bar vereinnahmten, aber nicht erfassten Betr&auml;ge seien nicht der betrieblichen Sph&auml;re zuzurechnen. Im &Uuml;brigen habe das FG mit Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 2013&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;1260\/11 entschieden, dass eine Zusch&auml;tzung wegen Festsetzungsverj&auml;hrung f&uuml;r die Einkommensteuerbescheide 2001 und 2002 ausscheide. Das m&uuml;sse auch hier gelten. Zudem gehe das FG von falschen Sch&auml;tzungsgrundlagen aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger macht Verfahrensm&auml;ngel geltend, indem er r&uuml;gt, das FG sei seinem Antrag auf Vernehmung des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der EA als Zeugen nicht nachgekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Umsatzsteuerbescheide 2001, 2002 und 2004 bis 2006 vom 28.&nbsp;April 2009 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 9.&nbsp;August 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer 2001 um 5.440&nbsp;DM, 2002 um 4.160&nbsp;EUR, 2004 um 172.778&nbsp;EUR, 2005 um 2.760&nbsp;EUR und 2006 um 10.600&nbsp;EUR niedriger festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hatte mit Beschluss vom 6.&nbsp;September 2017 das Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bis zur Entscheidung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) in den Rechtssachen Geissel und Butin C-374\/16 und C-375\/16 ausgesetzt. Der EuGH hat &uuml;ber die Sachen C-374\/16 und C-375\/16 mit Urteil vom 15.&nbsp;November 2017 (EU:C:2017:867) entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat zu Recht sowohl die Umsatzhinzusch&auml;tzungen als auch die umsatzsteuerliche Erfassung der Scheckeinl&ouml;sung best&auml;tigt. Das FG hat dem Kl&auml;ger im Ergebnis auch zu Recht den Vorsteuerabzug aus den Rechnungen der EA versagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Vorsteuerabzug aus den angeblichen Lieferungen der EA ist aus anderen als den Urteilsgr&uuml;nden zu versagen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes in der f&uuml;r die Streitjahre ma&szlig;geblichen Fassung (UStG) kann der Unternehmer die gesetzlich geschuldete Steuer f&uuml;r Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Ausgeschlossen ist der Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG f&uuml;r Leistungen, die der Unternehmer f&uuml;r steuerfreie Ums&auml;tze verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Vorschriften beruhen auf Art.&nbsp;168 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL), wonach der Steuerpflichtige, der Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen f&uuml;r Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze verwendet, befugt ist, die im Inland geschuldete oder entrichtete Mehrwertsteuer f&uuml;r Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen, die ihm von einem anderen Steuerpflichtigen geliefert oder erbracht werden, von der von ihm geschuldeten Steuer abzuziehen. &sect;&nbsp;15 UStG ist entsprechend dieser Bestimmung richtlinienkonform auszulegen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6.&nbsp;April 2016 V&nbsp;R&nbsp;6\/14, BFHE 253, 456, BStBl II 2017, 577, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei Zugrundelegung dieser Grunds&auml;tze hat das FG zwar zu Unrecht entschieden, dass dem Kl&auml;ger der Vorsteuerabzug bereits deshalb zu versagen sei, weil an der auf den Rechnungen ausgewiesenen Anschrift der EA zum Zeitpunkt der angeblichen Lieferungen keine gesch&auml;ftlichen Aktivit&auml;ten mehr stattgefunden h&auml;tten. Nach dem EuGH-Urteil Geissel und Butin (EU:C:2017:867), das das FG bei seiner Entscheidung noch nicht ber&uuml;cksichtigen konnte, ist f&uuml;r die Aus&uuml;bung des Rechts auf Vorsteuerabzug nicht erforderlich, dass die wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten des leistenden Unternehmers unter der Anschrift ausge&uuml;bt werden, die in der von ihm ausgestellten Rechnung angegeben ist. Beide Umsatzsteuersenate des BFH haben sich dem EuGH-Urteil Geissel und Butin (EU:C:2017:867) bereits angeschlossen (BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Juni 2018 XI&nbsp;R&nbsp;20\/14, BFHE 262, 174, BStBl II 2018, 800; vom 21.&nbsp;Juni 2018 V&nbsp;R&nbsp;25\/15, BFHE 262, 248, BStBl II 2018, 809).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Vorsteuerabzug steht dem Kl&auml;ger aber dennoch nicht zu, weil es an der materiellen Voraussetzung nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 UStG, einer Lieferung von einem anderen Unternehmer, fehlt: Nach den Feststellungen des FG hat jedenfalls nicht EA die streitigen Lieferungen ausgef&uuml;hrt. Es konnte nicht gekl&auml;rt werden, wer Lieferer gewesen ist und ob die Lieferungen &uuml;berhaupt stattgefunden haben. Hierf&uuml;r tr&auml;gt der Kl&auml;ger die Feststellungslast (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 253, 456, BStBl II 2017, 577; vom 23.&nbsp;Oktober 2014 V&nbsp;R&nbsp;23\/13, BFHE 247, 480, BStBl II 2015, 313, Rz&nbsp;18; vom 1.&nbsp;September 2010 V&nbsp;R&nbsp;39\/08, BFHE 231, 308, BStBl II 2011, 658, Rz&nbsp;31, zu der in &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211; getroffenen Darlegungs- und Beweislastregelung bei Auslandssachverhalten; EuGH-Urteil Evita-K vom 18.&nbsp;Juli 2013 C-78\/12, EU:C:2013:486, Rz&nbsp;37; BFH-Beschl&uuml;sse vom 3.&nbsp;Februar 2016 V&nbsp;B&nbsp;35\/15, BFH\/NV 2016, 794, Rz&nbsp;12; vom 26.&nbsp;Februar 2014 V&nbsp;S&nbsp;1\/14&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2014, 917, Leitsatz&nbsp;1 und Rz&nbsp;6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die W&uuml;rdigung des FG, wonach nicht festgestellt werden konnte, ob die Lieferungen, aus denen der Kl&auml;ger den Vorsteuerabzug geltend macht, &uuml;berhaupt stattgefunden haben und falls dies der Fall gewesen sein sollte, jedenfalls nicht die EA die Lieferungen ausgef&uuml;hrt hat, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Der BFH pr&uuml;ft als Revisionsinstanz nur, ob dem FG bei der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung Rechtsverst&ouml;&szlig;e unterlaufen sind. Er ist an die W&uuml;rdigung des FG gebunden, wenn diese m&ouml;glich war und das FG weder gegen Denkgesetze versto&szlig;en noch wesentliche Umst&auml;nde vernachl&auml;ssigt hat (z.B. BFH-Urteil vom 11.&nbsp;November 2015 V&nbsp;R&nbsp;3\/15, BFH\/NV 2016, 795).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat die festgestellten Umst&auml;nde umfassend in seine W&uuml;rdigung einbezogen und dabei u.a. ber&uuml;cksichtigt, dass auf den Rechnungen der EA als Kontoverbindung eine Sparkasse angegeben war, die nach einer Fusion bereits seit 1995 nicht mehr existierte. Zudem befanden sich auf dem Laptop des Kl&auml;gers Dateifragmente, die den Rechnungen der EA zugewiesen werden konnten. Unterlagen zur Gesch&auml;ftsanbahnung und -durchf&uuml;hrung (Gespr&auml;chsnotizen, Angebote, E-Mails, Telefaxe, Telefon- und Faxnummern, etc.) mit der EA wurden dagegen nicht gefunden. Die EA hatte bereits im April 2004 einen R&auml;umungsverkauf abgehalten und Mitte April ihre Gesch&auml;ftsr&auml;ume aufgegeben. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der EA hat ab dem Voranmeldungszeitraum Mai 2004 keine Voranmeldungen f&uuml;r die EA abgegeben mit der Begr&uuml;ndung, dass keine Ums&auml;tze mehr angefallen seien. Bei einer Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung f&uuml;r den Zeitraum 06-12\/2003 wurden bei der EA keine Einkaufsrechnungen vorgefunden, die sich den vom Kl&auml;ger geltend gemachten Eink&auml;ufen zuordnen lie&szlig;en. Die EA hat auch keine Vorsteuer f&uuml;r entsprechende Eink&auml;ufe geltend gemacht. Das Sortiment der EA wich zu diesem Zeitpunkt substanziell von den auf den strittigen Rechnungen abgerechneten Waren ab. Der letzte im beauftragten Steuerb&uuml;ro gebuchte Stand ist der 29.&nbsp;Februar 2004.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die W&uuml;rdigung, dass danach EA nicht die fraglichen Lieferungen ausgef&uuml;hrt hat, ist verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen und weist weder Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze auf noch vernachl&auml;ssigt sie wesentliche Umst&auml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch die W&uuml;rdigung des FG, die Hinzusch&auml;tzungen des FA seien dem Grunde und der H&ouml;he nach rechtm&auml;&szlig;ig, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen geh&ouml;rt zu den tats&auml;chlichen Feststellungen, an die der BFH als Revisionsinstanz nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden ist. Die Bindung entf&auml;llt nur, wenn bei der Sch&auml;tzung gegen anerkannte Sch&auml;tzungsgrunds&auml;tze, allgemeine Erfahrungss&auml;tze oder die Denkgesetze versto&szlig;en wurde. Die gewonnenen Sch&auml;tzergebnisse m&uuml;ssen schl&uuml;ssig, wirtschaftlich m&ouml;glich und vern&uuml;nftig sein (BFH-Urteile vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2017 X&nbsp;R&nbsp;11\/16, BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992, Rz&nbsp;51; vom 18.&nbsp;Oktober 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;190\/82, BFHE 139, 350, BStBl II 1984, 88, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Pr&uuml;fung der Hinzusch&auml;tzung durch den BFH ist auf Rechtsfehler beschr&auml;nkt. Um die Pr&uuml;fung zu erm&ouml;glichen, ob das FG bei der Tatsachenfeststellung und Beweisw&uuml;rdigung nach sachfremden Erw&auml;gungen oder willk&uuml;rlich verfahren ist, muss das FG darlegen, wie und dass es seine &Uuml;berzeugung in rechtlich zul&auml;ssiger und einwandfreier Weise gewonnen hat (BFH-Urteile in BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992; vom 16.&nbsp;September 2015 X&nbsp;R&nbsp;43\/12, BFHE 251, 37, BStBl II 2016, 48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu sch&auml;tzen ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO u.a. dann, wenn die Buchf&uuml;hrung nach &sect;&nbsp;158 AO der Besteuerung nicht zugrunde gelegt wird. Buchungen und sonst erforderliche Aufzeichnungen sind vollst&auml;ndig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorzunehmen (&sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO). Kasseneinnahmen und Kassenausgaben sollen &uuml;berdies t&auml;glich festgehalten werden (&sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO). Kassenaufzeichnungen m&uuml;ssen so beschaffen sein, dass ein Buchsachverst&auml;ndiger jederzeit in der Lage ist, den Sollbestand mit dem Istbestand der Gesch&auml;ftskasse zu vergleichen (BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Juni 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;54\/10, BFH\/NV 2014, 1501; vom 31.&nbsp;Juli 1974 I&nbsp;R&nbsp;216\/72, BFHE 113, 400, BStBl II 1975, 96; vom 17.&nbsp;November 1981 VIII&nbsp;R&nbsp;174\/77, BFHE 135, 11, BStBl II 1982, 430; vom 20.&nbsp;September 1989 X&nbsp;R&nbsp;39\/87, BFHE 158, 301, BStBl II 1990, 109). Die Aufbewahrung aller Belege ist im Regelfall notwendige Voraussetzung f&uuml;r den Schluss, dass nicht nur die geltend gemachten Betriebsausgaben als durch den Betrieb veranlasst angesehen werden, sondern auch die Betriebseinnahmen vollst&auml;ndig erfasst sind (vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;April 1999 IV&nbsp;R&nbsp;68\/98, BFHE 188, 291, BStBl II 1999, 481; BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Februar 2008 X&nbsp;B&nbsp;189\/07, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG entsprach die Buchf&uuml;hrung des Kl&auml;gers nicht den Ma&szlig;st&auml;ben des &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 AO und hatte sonach nicht die Vermutung sachlicher Richtigkeit f&uuml;r sich (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Dezember 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;5\/14, BFH\/NV 2018, 602; BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;Juli 2017 X&nbsp;B&nbsp;16\/17, BFHE 257, 523).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Pr&uuml;fung der Warenein- und -ausg&auml;nge ergab sich, dass der Kl&auml;ger mehr Sportartikel verkauft als er eingekauft hat. Au&szlig;erdem hat der Kl&auml;ger ausweislich aufgefundener Quittungsbl&ouml;cke in den Jahren 2001 bis 2004 Betr&auml;ge f&uuml;r Schuhe und T-Shirts in bar vereinnahmt, jedoch keine Bareinnahmen im Kassenbuch eingetragen. Zudem hat die Steuerfahndung handschriftliche Aufzeichnungen f&uuml;r Bestellungen gefunden, f&uuml;r die in der Buchhaltung f&uuml;r 2003 keine korrespondierenden Rechnungen als Betriebseinnahmen verbucht waren. Auf dem privaten Girokonto des Kl&auml;gers waren keine Barauszahlungen feststellbar, obwohl dieses das Gehaltskonto der Ehegatten darstellte. Au&szlig;er f&uuml;r 2003 (Privatentnahmen in H&ouml;he von 33.000&nbsp;EUR) sind in den Streitjahren keine Entnahmen gebucht worden, obwohl private Rechnungen durch Barzahlungen beglichen worden sind. Weiterhin unterst&uuml;tzte der Kl&auml;ger seine Mutter mit monatlichen Barzahlungen in H&ouml;he von 500&nbsp;EUR. Der Kl&auml;ger hat im Jahr 2004&nbsp;&nbsp;40.250&nbsp;EUR von einer Kassenstelle seines Arbeitgebers bar ausbezahlt bekommen, auf seinem Konto hingegen Bareinzahlungen in H&ouml;he von 42.350&nbsp;EUR geleistet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Feststellungen lassen erkennen, dass das FG seine &Uuml;berzeugung frei von sachfremden Erw&auml;gungen gewonnen hat und nicht willk&uuml;rlich verfahren ist. Es ist auch kein Versto&szlig; gegen anerkannte Sch&auml;tzungsgrunds&auml;tze, allgemeine Erfahrungss&auml;tze oder die Denkgesetze erkennbar, so dass die W&uuml;rdigung f&uuml;r den Senat bindend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auch die Ausf&uuml;hrungen zu der Scheckeinl&ouml;sung und den unentgeltlichen Wertabgaben sind revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Der Kl&auml;ger hat hierzu auch nichts vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Verfahrensr&uuml;ge greift nicht durch; der geltend gemachte Verfahrensfehler liegt nicht vor. Zwar hat das Gericht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen und dabei die erforderlichen Beweise (&sect;&nbsp;81 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO) zu erheben. Deshalb liegt regelm&auml;&szlig;ig ein Verfahrensmangel vor, wenn das FG einen entscheidungserheblichen Beweisantrag &uuml;bergeht (z.B. BFH-Beschluss vom 1.&nbsp;Juni 2015 X&nbsp;B&nbsp;6\/15, BFH\/NV 2015, 1265). Ein ordnungsgem&auml;&szlig; gestellter Beweisantrag darf nur unber&uuml;cksichtigt bleiben, wenn das Beweismittel f&uuml;r die zu treffende Entscheidung unerheblich, das Beweismittel unerreichbar bzw. unzul&auml;ssig oder absolut untauglich ist oder wenn die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf&uuml;hrenden als wahr unterstellt werden kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 12.&nbsp;Februar 2018 X&nbsp;B&nbsp;64\/17, BFH\/NV 2018, 538; vom 16.&nbsp;Dezember 2016 X&nbsp;B&nbsp;41\/16, BFH\/NV 2017, 310; vom 14.&nbsp;September 2015 VIII&nbsp;B&nbsp;40\/15, n.v.; BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Dezember 2009 VI&nbsp;R&nbsp;58\/07, BFHE 227, 365, BStBl II 2010, 531).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat aber keinen ordnungsgem&auml;&szlig;en Beweisantrag gestellt, denn zur ordnungsgem&auml;&szlig;en Benennung eines zu vernehmenden Zeugen geh&ouml;rt die Angabe einer ladungsf&auml;higen Anschrift (BFH-Beschl&uuml;sse vom 9.&nbsp;Januar 2013 X&nbsp;B&nbsp;71\/12, BFH\/NV 2013, 579; vom 3.&nbsp;Mai 2010 VIII&nbsp;B&nbsp;72\/09, BFH\/NV 2010, 1474; vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2008 VII&nbsp;B&nbsp;214\/06, BFH\/NV 2008, 1291; vom 26.&nbsp;Februar 2004 VII&nbsp;B&nbsp;174\/03, n.v.; vom 4.&nbsp;Juni 1996 I&nbsp;B&nbsp;202\/94, BFH\/NV 1996, 914). Ausweislich des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 8.&nbsp;Dezember 2015 hat der Kl&auml;ger keine ladungsf&auml;hige Anschrift des Zeugen benannt. Dies w&auml;re im Streitfall notwendig gewesen, weil der Aufenthaltsort des Zeugen nach den Feststellungen des FG auf Seite&nbsp;5 seines Urteils nicht bekannt war. Er wurde vom zust&auml;ndigen Einwohnermeldeamt bereits am 20.&nbsp;August 2000 mit dem Vermerk &quot;unbekannt verzogen&quot; von Amts wegen abgemeldet und Steuerbescheide an ihn daher per &ouml;ffentlicher Zustellung bekannt gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2018, V R 65\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.131218.VR65.16.0 Zu den materiellen Merkmalen des Vorsteuerabzugs Leits&auml;tze 1. NV: F&uuml;r das Vorliegen der materiellen Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs tr&auml;gt der Unternehmer, der den Vorsteuerabzug geltend macht, die Darlegungslast. 2. NV: Die Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen geh&ouml;rt zu den tats&auml;chlichen Feststellungen, an die der BFH nach &sect; 118 Abs. 2 FGO &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-65-16-zu-den-materiellen-merkmalen-des-vorsteuerabzugs\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;65\/16 &#8211; Zu den materiellen Merkmalen des Vorsteuerabzugs<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70362","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70362","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70362"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70362\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70362"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70362"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70362"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}