{"id":70369,"date":"2019-02-27T18:35:15","date_gmt":"2019-02-27T16:35:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70369"},"modified":"2019-02-27T18:35:15","modified_gmt":"2019-02-27T16:35:15","slug":"i-r-72-16-zur-anwendbarkeit-des-par-8b-abs-5-kstg-im-rahmen-einer-grenzueberschreitenden-betriebsaufspaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-72-16-zur-anwendbarkeit-des-par-8b-abs-5-kstg-im-rahmen-einer-grenzueberschreitenden-betriebsaufspaltung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;72\/16 &#8211; Zur Anwendbarkeit des &sect; 8b Abs. 5 KStG im Rahmen einer grenz&uuml;berschreitenden Betriebsaufspaltung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.1.2019, I R 72\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.160119.IR72.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Anwendbarkeit des &sect; 8b Abs. 5 KStG im Rahmen einer grenz&uuml;berschreitenden Betriebsaufspaltung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Das BMF wird aufgefordert, dem Verfahren beizutreten und zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen:<\/p>\n<\/p>\n<p>1. Sind die Grunds&auml;tze der Betriebsaufspaltung in grenz&uuml;berschreitenden Sachverhalten nur dann anzuwenden, wenn es zu einer Schm&auml;lerung des inl&auml;ndischen Steueraufkommens kommt?<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Welche Folgerungen ergeben sich hieraus f&uuml;r Sachverhalte, in denen kein Abkommen zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung besteht (Nicht-DBA-F&auml;lle) sowie dann, wenn ein solches Abkommen besteht (DBA-F&auml;lle)? Welche weiteren Folgerungen sind in den vorstehend bezeichneten Varianten jeweils f&uuml;r Inbound- bzw. Outbound-Konstellationen und nach Art und Belegenheit der jeweils &uuml;berlassenen Wirtschaftsg&uuml;ter zu ziehen?<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Das Bundesministerium der Finanzen wird zum Beitritt aufgefordert.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">A. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist die Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) im Rahmen einer vom Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) angenommenen sog. grenz&uuml;berschreitenden Betriebsaufspaltung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine gemeinn&uuml;tzige rechtsf&auml;hige Stiftung mit Sitz im Inland, ist Alleingesellschafterin der A&nbsp;B.V., einer niederl&auml;ndischen Kapitalgesellschaft mit Sitz in X (Niederlande). Die Kl&auml;gerin verpachtet ein in X belegenes Grundst&uuml;ck an die A&nbsp;B.V., das diese zur Aus&uuml;bung ihrer operativen Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit als Betriebsgrundst&uuml;ck nutzt. Im Streitjahr (2012) sch&uuml;ttete die A&nbsp;B.V. eine Dividende in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;EUR an die Kl&auml;gerin aus. Das FA stellte die Gewinnaussch&uuml;ttung bei der Kl&auml;gerin von der Besteuerung frei, rechnete jedoch 5&nbsp;% hiervon (&#8230;&nbsp;EUR) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG als nicht abzugsf&auml;hige Betriebsausgaben dem Gewinn wieder hinzu. Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung &uuml;ber die Revision wird davon abh&auml;ngen, ob die Kl&auml;gerin durch die Verpachtung des Grundst&uuml;cks in X an die A&nbsp;B.V. einen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb i.S. des &sect;&nbsp;14 der Abgabenordnung begr&uuml;ndet hat und insoweit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 KStG steuerpflichtig ist. Sofern die Kl&auml;gerin nicht bereits auf Grund ihrer Beteiligung an der A&nbsp;B.V. planm&auml;&szlig;ig Unternehmenspolitik betreibt oder in anderer Weise entscheidenden Einfluss auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der A&nbsp;B.V. aus&uuml;bt und damit durch sie unmittelbar selbst am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt (vgl. Senatsurteil vom 30.&nbsp;Juni 1971 I&nbsp;R&nbsp;57\/70, BFHE 103, 56, BStBl II 1971, 753), kann ein wirtschaftlicher Gesch&auml;ftsbetrieb im Streitfall nur nach den Grunds&auml;tzen der Betriebsaufspaltung begr&uuml;ndet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Grenz&uuml;berschreitende Betriebsaufspaltung &#8211; Meinungsstand<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Betriebsaufspaltung setzt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) die sachliche und personelle Verflechtung zwischen Besitz- und Betriebsunternehmen voraus (vgl. z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 8.&nbsp;November 1971 GrS&nbsp;2\/71, BFHE 103, 440, BStBl II 1972, 63; BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Juli 1994 VIII&nbsp;R&nbsp;75\/93, BFH\/NV 1995, 597). Im Streitfall liegen die personelle und sachliche Verflechtung nach den bindenden Feststellungen der Vorinstanz (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) auf Grund der 100&nbsp;%-igen Beteiligung der Kl&auml;gerin an der A&nbsp;B.V. sowie der Verpachtung des der A&nbsp;B.V. als Gesch&auml;ftslokal dienenden Grundst&uuml;cks in X durch die Kl&auml;gerin vor. In grenz&uuml;berschreitenden Sachverhalten ist allerdings umstritten, ob die Grunds&auml;tze der Betriebsaufspaltung &uuml;berhaupt anzuwenden sind. Nach &uuml;berwiegender Ansicht ist dies zwar uneingeschr&auml;nkt zu bejahen (z.B. Hessisches Finanzgericht, Urteil vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;2347\/09, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2015, 1454; Bachmann, Die internationale Betriebsaufspaltung, 2004, S.&nbsp;188; Becker\/ G&uuml;nkel in Raupach\/Uelner [Hrsg.], Ertragsbesteuerung, Festschrift f&uuml;r Ludwig Schmidt, 1993, S.&nbsp;483, 485; Gluth in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;785; Haverkamp, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2008, 165, 170; Ku&szlig;maul\/Schwarz, GmbH-Rundschau 2012, 834, 840; Rei&szlig; in Kirchhof, EStG, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;106a; Ruf, IStR 2006, 232, 235; Schulze zur Wiesche, Betriebs-Berater 2013, 2463; Streck\/Binnewies, KStG, 9.&nbsp;Aufl., Beratungs-ABC &quot;Betriebsaufspaltung&quot; Rz&nbsp;16; wohl auch Homuth, NWB Internationales Steuer- und Wirtschaftsrecht &#8211; IWB 2018, 536, 543&nbsp;f.). Nach anderer Ansicht soll hingegen von einer grenz&uuml;berschreitenden Betriebsaufspaltung nur dann auszugehen sein, wenn sie sich auf das inl&auml;ndische Steueraufkommen auswirkt (Bauschatz in Carl&eacute;, Die Betriebsaufspaltung, 2.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;313; Schmidt\/Wacker, EStG, 37.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;855, 862; S&ouml;ffing\/Micker, Die Betriebsaufspaltung, 6.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;942). Schlie&szlig;lich wird eine grenz&uuml;berschreitende Betriebsaufspaltung auch generell abgelehnt, weil es den Regelungen der Abkommen zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung widerspr&auml;che, wenn ausl&auml;ndische Vermietungseink&uuml;nfte zu gewerblichen umqualifiziert w&uuml;rden (Dehmer, Betriebsaufspaltung, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Rechtsfragen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Grenz&uuml;berschreitende Betriebsaufspaltung nur bei Schm&auml;lerung des inl&auml;ndischen Steueraufkommens?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Entscheidung &uuml;ber den vorgenannten Meinungsstreit und damit auch die Beurteilung des dem anh&auml;ngigen Revisionsverfahren zugrunde liegenden Sachverhalts k&ouml;nnte davon abh&auml;ngen, ob die Grunds&auml;tze der Betriebsaufspaltung nur in F&auml;llen der &quot;Missbrauchsvermeidung&quot; und damit nur dann einschl&auml;gig sind, wenn ansonsten das (inl&auml;ndische) Steueraufkommen geschm&auml;lert w&uuml;rde, oder ob die Rechtsgrundlage der Betriebsaufspaltung durch die Rechtsprechung &uuml;ber den Gesichtspunkt der Missbrauchsvermeidung hinaus fortentwickelt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r erstere Auffassung k&ouml;nnte sprechen, dass der Reichsfinanzhof (RFH) das verpachtende Besitzunternehmen urspr&uuml;nglich nicht als Gewerbebetrieb angesehen und hierin auch dann keine Umgehung der Einkommensteuer erkannt hatte, wenn die Konstruktion &quot;zur Ersparung der Einkommensteuer&quot; gew&auml;hlt wurde (z.B. RFH-Urteile vom 3.&nbsp;Dezember 1924 VIe&nbsp;A&nbsp;188\/24, RFHE 16, 15; vom 14.&nbsp;M&auml;rz 1933 VI&nbsp;A&nbsp;1638\/32, RStBl 1933, 1292). Es sollte sich insofern zwar &quot;auch vom Standpunkt des Steuerfiskus aus&quot; um einen &quot;ungesunden Zustand&quot; handeln, der jedoch &quot;nur durch eine &Auml;nderung der Einkommensteuergesetzgebung&quot; beseitigt werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Gesetzes&auml;nderung ist zwar unterblieben, jedoch hat die Reichsfinanzverwaltung die Bildung von Pachtgesellschaften als &quot;beliebtes Mittel der Steuerersparnis&quot; beurteilt, bei dem der Vorteil darin liege, dass der &quot;hohe Steuertarif f&uuml;r Einzelunternehmer vermieden&quot; und die &quot;Gewerbesteuer geschm&auml;lert&quot; werde. Eine solche Steuerschm&auml;lerung werde daher &quot;k&uuml;nftig nicht mehr geduldet&quot; und sei durch Auslegung des jeweiligen gesetzlichen Tatbestands zu vermeiden (Reinhardt, RStBl 1936, 1041)&sup1;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Ansicht hat sich der RFH unter &Auml;nderung seiner Rechtsprechung angeschlossen und das verpachtete Betriebsgrundst&uuml;ck fortan als Betriebsverm&ouml;gen qualifiziert. Dabei hat er die &quot;Einheitlichkeit&quot; von Besitz- und Betriebsunternehmen betont, die dann vorliegen solle, wenn das Besitzunternehmen &quot;in engem wirtschaftlichen Zusammenhang&quot; mit dem Betriebsunternehmen steht bzw. &quot;wirtschaftlich wesensgleich&quot; ist (z.B. RFH-Urteile vom 19.&nbsp;Januar 1938 VI&nbsp;765\/37, RStBl 1938, 316; vom 26.&nbsp;Oktober 1938 VI&nbsp;501\/38, RStBl 1939, 282; vom 2.&nbsp;November 1938 VI&nbsp;585\/38, RStBl 1939, 88; vom 30.&nbsp;November 1939 III&nbsp;37\/38, RStBl 1940, 361; vom 4.&nbsp;Dezember 1940 VI&nbsp;660\/38, RStBl 1941, 26; vom 1.&nbsp;Juli 1942 VI&nbsp;96\/42, RStBl 1942, 1081; vom 6.&nbsp;August 1942 III&nbsp;25\/42, RStBl 1942, 970).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese die Gewerblichkeit der Eink&uuml;nfte des Besitzunternehmens tragenden Erw&auml;gungen k&ouml;nnten jedoch zwischenzeitlich durch die Fortentwicklung der Rechtsprechung &uuml;berholt sein. Zwar hatte der BFH zun&auml;chst die Rechtsprechung des RFH &uuml;bernommen und ebenfalls auf die &quot;Einheitlichkeit des Unternehmens&quot; abgestellt (z.B. Senatsurteile vom 26.&nbsp;August 1952 I&nbsp;38\/52&nbsp;U, BFHE 56, 681, BStBl III 1952, 261; vom 16.&nbsp;Januar 1962 I&nbsp;57\/61&nbsp;S, BFHE 74, 275, BStBl III 1962, 104; BFH-Urteile vom 22.&nbsp;Januar 1954 III&nbsp;232\/52&nbsp;U, BFHE 58, 473, BStBl III 1954, 91; vom 28.&nbsp;Januar 1965 IV&nbsp;179\/64&nbsp;U, BFHE 82, 40, BStBl III 1965, 261). Durch den Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 103, 440, BStBl II 1972, 63 k&ouml;nnte sich die Rechtsprechung jedoch von der urspr&uuml;nglichen Intention der Missbrauchsvermeidung gel&ouml;st und das Institut der Betriebsaufspaltung auf eine neue dogmatische Grundlage gestellt haben. In seinem Beschluss in BFHE 103, 440, BStBl II 1972, 63 geht der Gro&szlig;e Senat des BFH nunmehr von zwei selbst&auml;ndigen Unternehmen aus (vgl. auch Senatsurteil vom 28.&nbsp;Juli 1982 I&nbsp;R&nbsp;196\/79, BFHE 136, 547, BStBl II 1983, 77), bei denen die hinter den beiden Unternehmen stehenden Personen einen &quot;einheitlichen gesch&auml;ftlichen Bet&auml;tigungswillen&quot; entfalten. Zu erw&auml;gen k&ouml;nnte hierbei auch sein, ob dieses weitergehende Verst&auml;ndnis der Betriebsaufspaltung nicht auch den gesetzlichen Regelungen in &sect;&nbsp;50i Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes sowie in &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes zugrunde liegt und damit Eingang in den Willen des Gesetzgebers gefunden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. M&ouml;gliche Folgerungen &#8211; Fallgruppen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Was die Folgerungen aus der dogmatischen Ausdeutung der Betriebsaufspaltung anbelangt, k&ouml;nnte es sich anbieten, die Frage der Gewerblichkeit der Eink&uuml;nfte des Besitzunternehmens fallgruppenbezogen zu pr&uuml;fen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Kennzeichen von Grundkonstellation 1 (Nicht-DBA-F&auml;lle) ist, dass zwischen dem Ans&auml;ssigkeitsstaat von Besitzunternehmen (bzw. der Besitzunternehmer) und demjenigen des Betriebsunternehmens (bzw. der Gesellschafter der Betriebspersonengesellschaft) kein Abkommen zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">In Variante 1 (Outbound) ist die Besitzgesellschaft (bzw. der Besitzunternehmer) im Inland und die Betriebsgesellschaft im Ausland ans&auml;ssig. &Uuml;berlassen werden (jedenfalls z.T. als wesentliche Betriebsgrundlage)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ein unbewegliches Wirtschaftsgut (WG) im Inland und\/oder<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ein unbewegliches WG im Ausland und\/oder<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ein bewegliches WG und\/oder<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ein immaterielles WG (z.B. Lizenzen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">In Variante 2 (Inbound) ist die Besitzgesellschaft (bzw. der Besitzunternehmer) im Ausland und die Betriebsgesellschaft im Inland ans&auml;ssig. &Uuml;berlassen werden wiederum die zu Variante&nbsp;1 genannten WG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In Grundkonstellation 2 (DBA-F&auml;lle) ist &#8211;ebenso wie im anh&auml;ngigen Revisionsverfahren&#8211; die Beschr&auml;nkung der Besteuerungsrechte durch das zwischen den betroffenen Staaten abgeschlossene Abkommen zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch hier bietet es sich wiederum an, die vorstehend bezeichneten Konstellationen nach Variante&nbsp;1 (Outbound) &#8211;d.h., die Besitzgesellschaft (bzw. der Besitzunternehmer) ist im Inland und die Betriebsgesellschaft im Ausland ans&auml;ssig&#8211; sowie deren Umkehrung nach Variante&nbsp;2 (Inbound) in den Blick zu nehmen und nach den vorstehend genannten WG sowie deren Belegenheit zu unterscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">C.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Angesichts der Komplexit&auml;t der angesprochen Fragen erscheint es sachgerecht, das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in den Entscheidungsprozess einzubinden. Das BMF wird deshalb aufgefordert, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO dem Revisionsverfahren beizutreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>______________________<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&sup1; Es handelt sich um einen im Reichssteuerblatt abgedruckten Vortrag des Staatssekret&auml;rs des Reichsfinanzministeriums Fritz Reinhardt, gehalten auf der Dritten Jahrestagung der Akademie f&uuml;r Deutsches Recht am 23.&nbsp;Oktober 1936 in M&uuml;nchen. Der Senat ist sich des nationalsozialistischen Kontexts des Vortrags bewusst. Er h&auml;lt die Wiedergabe des Zitats aber f&uuml;r geboten, um die historische Entwicklung des Instituts der Betriebsaufspaltung aufzuzeigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.1.2019, I R 72\/16ECLI:DE:BFH:2019:B.160119.IR72.16.0 Zur Anwendbarkeit des &sect; 8b Abs. 5 KStG im Rahmen einer grenz&uuml;berschreitenden Betriebsaufspaltung Leits&auml;tze Das BMF wird aufgefordert, dem Verfahren beizutreten und zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen: 1. Sind die Grunds&auml;tze der Betriebsaufspaltung in grenz&uuml;berschreitenden Sachverhalten nur dann anzuwenden, wenn es zu einer Schm&auml;lerung des inl&auml;ndischen Steueraufkommens &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-72-16-zur-anwendbarkeit-des-par-8b-abs-5-kstg-im-rahmen-einer-grenzueberschreitenden-betriebsaufspaltung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;72\/16 &#8211; Zur Anwendbarkeit des &sect; 8b Abs. 5 KStG im Rahmen einer grenz&uuml;berschreitenden Betriebsaufspaltung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70369","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70369","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70369"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70369\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}