{"id":70407,"date":"2019-03-07T19:59:05","date_gmt":"2019-03-07T17:59:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70407"},"modified":"2019-03-07T19:59:05","modified_gmt":"2019-03-07T17:59:05","slug":"iii-r-37-17-gewerbesteuerrechtliche-hinzurechnung-der-schuldzinsen-bei-cash-pooling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-37-17-gewerbesteuerrechtliche-hinzurechnung-der-schuldzinsen-bei-cash-pooling\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;37\/17 &#8211; Gewerbesteuerrechtliche Hinzurechnung der Schuldzinsen bei Cash-Pooling"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.10.2018, III R 37\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.111018.IIIR37.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewerbesteuerrechtliche Hinzurechnung der Schuldzinsen bei Cash-Pooling<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Grunds&auml;tze einer ausnahmsweise zul&auml;ssigen Saldierung von Zinsaufwendungen bei wechselseitig gew&auml;hrten Darlehen gelten bei der Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrages auch f&uuml;r Darlehen innerhalb eines Cash-Pools.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die vielf&auml;ltigen wechselseitigen Schuldverh&auml;ltnisse innerhalb eines Cash-Pools sind im Falle der Saldierung bankarbeitst&auml;glich zusammenzufassen und fortzuschreiben. Nur der f&uuml;r einen dann gegebenenfalls verbleibenden Schuldsaldo entstehende Zins ist hinzurechnungsf&auml;higes Entgelt i.S. des &sect; 8 Nr. 1 Buchst. a Satz 1 GewStG. Dieses hinzurechnungsf&auml;hige Entgelt ist nicht mit danach entstandenen Guthabenzinsen zu verrechnen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 14. September 2017&nbsp;&nbsp;6 K 243\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Nieders&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob bei der Hinzurechnung von Entgelten f&uuml;r Schulden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) in der im Streitjahr 2010 geltenden Fassung Zinsertr&auml;ge und Zinsaufwendungen innerhalb eines Cash-Poolings zu saldieren sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH. Sie ist Teil einer Unternehmensgruppe, deren Konzernmutter die A-AG (AG) mit Sitz im Ausland ist. Unternehmensgegenstand der Kl&auml;gerin ist die Erbringung von Dienstleistungen an andere Unternehmen der Gruppe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Gesellschaften der Gruppe beteiligten sich zur Zins- und Finanzierungsoptimierung an einer Liquidit&auml;tsb&uuml;ndelung ihrer Konten (sog. Cash-Pooling). Grundlage des Cash-Poolings war der zwischen der AG und der Kl&auml;gerin geschlossene Rahmenkreditvertrag vom 1.&nbsp;Juni 2007. Danach gew&auml;hrte die AG der Kl&auml;gerin einen Rahmenkredit, dessen H&ouml;he auf die zum jeweiligen Zeitpunkt erforderlichen Mittel zur Durchf&uuml;hrung der gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin beschr&auml;nkt war. Der Darlehenszins betrug ebenso wie der Guthabenzins 5,5&nbsp;% p.a. Die technische Abwicklung erfolgte im Wege eines automatischen Cash-Management Systems (ACMS) &uuml;ber ein oder mehrere ACMS-Verrechnungskonten. Der Darlehensgeber legte die Kreditinstitute und Konten fest, &uuml;ber die die Abwicklung erfolgen sollte. Es galten die Sondervereinbarungen der Cash-Concentrating Vertr&auml;ge der jeweiligen Kreditinstitute. Zur technischen Abwicklung f&uuml;hrte die AG ein oder mehrere Zielkonten bei verschiedenen Kreditinstituten, die Kl&auml;gerin sowie weitere Tochtergesellschaften f&uuml;hrten Quellkonten. Der Saldo der Quellkonten wurde durch das ACMS bankarbeitst&auml;glich auf Null gestellt, indem entweder ein Guthaben auf dem Quellkonto dem Zielkonto der AG gutgeschrieben oder ein negativer Saldo durch &Uuml;berweisung vom Zielkonto ausgeglichen wurde. Der Kontenausgleich fand unabh&auml;ngig davon statt, ob ein Guthaben einer Tochtergesellschaft ben&ouml;tigt wurde, um einen Debetsaldo einer anderen Tochtergesellschaft auszugleichen. Die Kl&auml;gerin und die AG schlossen mit drei Banken Vertr&auml;ge &uuml;ber die dort errichteten Ziel- und Quellkonten ab. Die Konten wurden in unterschiedlichen W&auml;hrungen (EUR, USD, AUD, GBP) gef&uuml;hrt. Die jeweilige Bank hatte arbeitst&auml;glich die Quellkonten &uuml;ber das Zielkonto auszugleichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin f&uuml;hrte in ihrer Buchhaltung f&uuml;r jedes Quellkonto ein gesondertes Verrechnungskonto, berechnete t&auml;glich die Zinsen und buchte diese monatlich saldiert als Aufwand oder Ertrag. F&uuml;r das Streitjahr 2010 wurden aus dem Cash-Pooling Zinsertr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und Zinsaufwendungen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR gebucht. In ihrem auf den 31.&nbsp;Dezember 2010 aufgestellten Jahresabschluss nahm die Kl&auml;gerin eine Saldierung von Zinsaufwendungen und -ertr&auml;gen vor und erfasste im Ergebnis keine Zinsaufwendungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Gewerbesteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2010 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin Entgelte f&uuml;r Schulden in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR, in denen Zinsaufwendungen aus dem Cash-Pool nicht enthalten waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsgegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) besteuerte die Kl&auml;gerin zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; mit unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Bescheiden (&sect;&nbsp;164 der Abgabenordnung) vom 5.&nbsp;Dezember 2011.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung gelangte der Pr&uuml;fer zu dem Ergebnis, dass eine Saldierung der Zinsaufwendungen und -ertr&auml;ge aus dem Cash-Pool gewerbesteuerrechtlich unzul&auml;ssig sei. Dem folgte das FA und ber&uuml;cksichtigte mit ge&auml;ndertem Bescheid &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag 2010 vom 16.&nbsp;Juli 2013 Entgelte f&uuml;r Schulden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a GewStG in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. Diesem Betrag lagen die vom Au&szlig;enpr&uuml;fer fehlerhaft berechneten Zinsaufwendungen aus dem Cash-Pool in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR zugrunde. Den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2010 hob das FA auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden Einspruchsverfahren wies das FA auf den Berechnungsfehler hin. Es ber&uuml;cksichtigte darauf in der Einspruchsentscheidung vom 22.&nbsp;Juli 2014 Entgelte f&uuml;r Schulden in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR (statt bisher &#8230;&nbsp;EUR), erh&ouml;hte den Gewerbesteuermessbetrag von &#8230;&nbsp;EUR auf &#8230;&nbsp;EUR und wies den Einspruch ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2018, 1381 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und den Bescheid f&uuml;r 2010 &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag sowie den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlusts auf den 31.&nbsp;Dezember 2010 jeweils vom 16.&nbsp;Juli 2013 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 22.&nbsp;Juli 2014 dahingehend zu &auml;ndern, dass bei der Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrages sowie des verbleibenden Gewerbeverlusts die Entgelte f&uuml;r Schulden um &#8230;&nbsp;EUR gemindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Entgegen der Auffassung des FG ist im Rahmen des im Streitfall betriebenen Cash-Poolings bei der Hinzurechnung von Entgelten f&uuml;r Schulden eine Saldierung der Zinsaufwendungen und der Zinsertr&auml;ge nicht ausgeschlossen. Auf Grundlage der vom FG bisher getroffenen Feststellungen l&auml;sst sich allerdings der Umfang der Saldierung und mithin der gegebenenfalls verbleibende Hinzurechnungsbetrag nicht bestimmen. Die Revision f&uuml;hrt daher zur Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG wird nach Ma&szlig;gabe der nachstehenden Rechtsgrunds&auml;tze im zweiten Rechtsgang die dazu erforderlichen Feststellungen zu treffen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 GewStG wird dem Gewinn aus Gewerbebetrieb ein Viertel der Summe aus Entgelten f&uuml;r Schulden wieder hinzugerechnet, soweit sie bei der Ermittlung des Gewinns abgesetzt worden sind und soweit die Summe der nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG vorzunehmenden Hinzurechnungen den Betrag von 100.000&nbsp;EUR &uuml;bersteigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Schuld in diesem Sinne ist eine Belastung des Verm&ouml;gens, die als betrieblich veranlasste Verpflichtung gegen&uuml;ber einem anderen rechtlich entstanden oder wirtschaftlich verursacht ist (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2007 IV&nbsp;R&nbsp;55\/05, BFHE 217, 103, BStBl II 2007, 655, Rz&nbsp;24, m.w.N., und vom 6.&nbsp;Juni 2013 IV&nbsp;R&nbsp;28\/10, BFH\/NV 2013, 1810, Rz&nbsp;27). Abweichend von der Rechtslage vor dem Erhebungszeitraum 2008 ist es unerheblich, ob es sich bei der Schuld um eine langfristige Verbindlichkeit (Dauerschuld) oder eine kurzfristige Verbindlichkeit handelt und f&uuml;r welchen Zweck der Gegenwert der Schuld verwendet wurde (Bl&uuml;mich\/Hofmeister, &sect;&nbsp;8 GewStG Rz&nbsp;36; K&ouml;ster in Lenski\/Steinberg, Gewerbesteuergesetz, &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Rz&nbsp;52). Weiterhin ist die Form der Schuldaufnahme ebenso unerheblich wie der Ausweis in der Bilanz (K&ouml;ster in Lenski\/Steinberg, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Rz&nbsp;55).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei der Pr&uuml;fung, ob die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 GewStG vorliegen, muss grunds&auml;tzlich jedes Schuldverh&auml;ltnis f&uuml;r sich betrachtet werden. Die Zusammenfassung mehrerer Schuldverh&auml;ltnisse ist grunds&auml;tzlich nicht m&ouml;glich (Saldierungsverbot; BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Februar 1991 VIII&nbsp;R&nbsp;422\/83, BFHE 164, 374, BStBl II 1991, 765, Rz&nbsp;28&nbsp;ff.; vom 21.&nbsp;Juli 2010 IV&nbsp;R&nbsp;2\/08, BFH\/NV 2011, 44, Rz&nbsp;23; vom 15.&nbsp;September 2011 I&nbsp;R&nbsp;51\/10, BFH\/NV 2012, 446, Rz&nbsp;19). Dies gilt entsprechend f&uuml;r die Entgelte f&uuml;r Schulden, n&auml;mlich f&uuml;r die Gegenleistungen f&uuml;r die Zurverf&uuml;gungstellung von Fremdkapital. Dazu z&auml;hlen in erster Linie die laufenden Zinsen i.S. des b&uuml;rgerlichen Rechts (BFH-Urteil in BFHE 217, 103, BStBl II 2007, 655, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach ist grunds&auml;tzlich auch eine Saldierung von Schuld- und Habenzinsen ausgeschlossen; dies gilt selbst dann, wenn ein Guthaben- und ein Darlehenskonto in einem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, ohne einander nicht denkbar sind und die Darlehensmittel nur zweckgebunden verwendet werden d&uuml;rfen. Die wirtschaftliche Betrachtungsweise tritt hinter die von den Vertragsparteien gew&auml;hlte b&uuml;rgerlich-rechtliche Gestaltung zur&uuml;ck. Es kommt nicht darauf an, wie die Parteien ihre Beziehungen h&auml;tten gestalten k&ouml;nnen, entscheidend ist, wie sie sie gestaltet haben (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;November 1976 I&nbsp;R&nbsp;133\/75, BFHE 120, 545, BStBl II 1977, 165, unter Bezugnahme auf das BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juni 1973 I&nbsp;R&nbsp;257\/70, BFHE 109, 465, BStBl II 1973, 670, Rz&nbsp;18 bis 20; K&ouml;ster in Lenski\/Steinberg, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Rz&nbsp;65).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Mehrere Verbindlichkeiten sind allerdings ausnahmsweise als eine einheitliche Schuld zu werten, n&auml;mlich dann, wenn die einzelnen Schuldverh&auml;ltnisse wirtschaftlich zusammenh&auml;ngen und es dem Zweck des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a GewStG widerspr&auml;che, diesen Zusammenhang unber&uuml;cksichtigt zu lassen. Dieser Zweck liegt darin, den Ertrag des im Betrieb arbeitenden Kapitals in vollem Umfang der Besteuerung nach dem Gewerbeertrag zu unterwerfen (&quot;objektive Wirtschaftskraft des Gewerbebetriebs&quot;) und im Wesentlichen eine Gleichstellung von Ertr&auml;gen aus eigen- und fremdfinanziertem Kapital herbeizuf&uuml;hren (vgl. BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Juni 1990 I&nbsp;R&nbsp;127\/86, BFHE 161, 568, BStBl II 1990, 915, Rz&nbsp;8; in BFH\/NV 2011, 44, Rz&nbsp;23, m.w.N.; in BFH\/NV 2012, 446, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dementsprechend k&ouml;nnen nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH mehrere bei einem Kreditgeber unterhaltene Konten ebenso wie wechselseitig zwischen zwei Personen gegebene Darlehen gewerbesteuerrechtlich nur dann als einheitliches Darlehensverh&auml;ltnis beurteilt werden, wenn sie gleichartig sind, derselben Zweckbestimmung dienen und regelm&auml;&szlig;ig tats&auml;chlich miteinander verrechnet werden (BFH-Urteile vom 31.&nbsp;Juli 1962 I&nbsp;255\/61&nbsp;U, BFHE 75, 751, BStBl III 1962, 540; in BFHE 109, 465, BStBl II 1973, 670; vom 24.&nbsp;Mai 1989 I&nbsp;R&nbsp;85\/85, BFHE 158, 79, BStBl II 1989, 900; vom 21.&nbsp;Februar 1991 IV&nbsp;R&nbsp;86\/89, BFHE 164, 84, BStBl II 1991, 474; vom 7.&nbsp;September 2005 I&nbsp;R&nbsp;119\/04, BFH\/NV 2006, 606; Deloitte\/Bunzeck, GewStG, &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1a Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r Darlehensgew&auml;hrungen innerhalb eines Cash-Pools hat der BFH bislang keine hiervon abweichenden Grunds&auml;tze aufgestellt (BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Dezember 2001 I&nbsp;B&nbsp;44\/01, BFH\/NV 2002, 536). Die Literatur kn&uuml;pft an die zivilrechtliche Qualifizierung der Kapitalstr&ouml;me im Cash-Pool als Darlehensvertr&auml;ge an (Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 16.&nbsp;Januar 2006 II&nbsp;ZR&nbsp;76\/04, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2006, 477) und folgt dieser im Zweifelsfall bei der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung (K&ouml;ster in Lenski\/Steinberg, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Rz&nbsp;71; Schnitter in Frotscher\/Dr&uuml;en, GewStG, &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;43; G&uuml;roff in Glanegger\/G&uuml;roff, GewStG, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Rz&nbsp;40; Deloitte\/Bunzeck, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1a Rz&nbsp;16; Hidien\/ Pohl\/Schnitter, Gewerbesteuer, 15.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;531). Eine davon abweichende gewerbesteuerrechtliche Behandlung wird allenfalls hinsichtlich der &#8211;hier von der Kl&auml;gerin nicht wahrgenommenen&#8211; Funktion des Cash-Pool-Managers gefordert (s. Franke\/Gageur, Betriebs-Berater 2008, 1704, 1706, und K&ouml;ster, Deutsche Steuer-Zeitung 2008, 703, 706, die die entsprechende Anwendung des Bankenprivilegs nach &sect;&nbsp;19 der Gewerbesteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung bef&uuml;rworten).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die bisherigen Grunds&auml;tze einer m&ouml;glichen Zusammenfassung wechselseitig zwischen zwei Personen gew&auml;hrter Darlehen finden auch auf die im Cash-Pooling wechselseitig gegebenen Darlehen Anwendung. Entscheidend ist danach auch in diesen F&auml;llen, ob die Darlehen gleichartig sind, derselben Zweckbestimmung dienen und regelm&auml;&szlig;ig tats&auml;chlich miteinander verrechnet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Entscheidung des FG entspricht nicht diesen Rechtsgrunds&auml;tzen. Denn zum einen ist entgegen der Auffassung des FG f&uuml;r die Frage der Saldierung allein auf die entgeltausl&ouml;senden Schuldverh&auml;ltnisse abzustellen. Diese Schuldverh&auml;ltnisse bestanden nicht zwischen der Kl&auml;gerin und den Kreditinstituten, sondern allein zwischen der Kl&auml;gerin und der AG. Zum anderen scheidet eine Saldierung von Zinsertr&auml;gen und Schuldzinsen bezogen auf ein Quellkonto nicht allein deshalb aus, weil verschiedene, isoliert voneinander zu erfassende Schuldverh&auml;ltnisse vorliegen. Die Saldierung setzt eigenst&auml;ndige Schuldverh&auml;ltnisse vielmehr voraus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Durch das Cash-Pooling entstand eine Vielzahl von Schuldverh&auml;ltnissen i.S. des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 GewStG zwischen der Kl&auml;gerin und der AG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach den f&uuml;r den Senat mangels zul&auml;ssiger und begr&uuml;ndeter Verfahrensr&uuml;gen bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) wurde im Streitfall zwischen der AG und der Kl&auml;gerin durch den Rahmenkreditvertrag vom 1.&nbsp;Juni 2007 ein als physisches oder echtes Cash-Pooling zu qualifizierendes Verfahren vereinbart, das echte Zahlungsstr&ouml;me zwischen den Quellkonten der Kl&auml;gerin und den Zielkonten der AG ausl&ouml;ste. Inhalt dieser Vereinbarung ist es, dass der Saldo der von der Kl&auml;gerin bei den drei Kreditinstituten gehaltenen Quellkonten bankarbeitst&auml;glich auf Null gestellt wird (Zero-Balancing), indem entweder ein vorhandenes Guthaben auf dem von der AG bei dem jeweiligen Kreditinstitut unterhaltenen Zielkonto gutgeschrieben oder ein negativer Saldo durch &Uuml;berweisung vom Zielkonto der AG ausgeglichen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r jedes der von der Kl&auml;gerin unterhaltenen Quellkonten wurden hierdurch in zivilrechtlicher Hinsicht bankarbeitst&auml;glich entstehende wechselseitige Gelddarlehen i.S. der &sect;&sect;&nbsp;488&nbsp;ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs zwischen der Kl&auml;gerin und der AG begr&uuml;ndet, indem entweder die Kl&auml;gerin f&uuml;r die &Uuml;berweisung eines Guthabensaldos einen Darlehensr&uuml;ckzahlungsanspruch gegen die das Zielkonto f&uuml;hrende AG oder die AG f&uuml;r den Ausgleich eines negativen Saldos einen Darlehensr&uuml;ckzahlungsanspruch gegen die das Quellkonto f&uuml;hrende Kl&auml;gerin erhielt (zur Qualifizierung als Darlehensverh&auml;ltnis s. etwa BGH-Urteile in GmbHR 2006, 477, Rz&nbsp;12 &#8211;Cash&nbsp;Pool&nbsp;I&#8211;; vom 20.&nbsp;Juli 2009 II&nbsp;ZR&nbsp;273\/07, Deutsches Steuerrecht 2009, 1858 &#8211;Cash&nbsp;Pool&nbsp;II&#8211;; BFH-Urteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2007 IX&nbsp;R&nbsp;10\/06, BFHE 217, 531, BStBl II 2007, 645, Rz&nbsp;17; Freitag in Staudinger, &sect;&nbsp;488 BGB Rz&nbsp;92; Pech\/Reiner in Ekkenga\/Schr&ouml;er, Handbuch der AG-Finanzierung, 2014, Kapitel 14, Rz&nbsp;503; Altmeppen, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht &#8211;ZIP&#8211; 2006, 1025&nbsp;f.; Avvento, Das Gebot der Vollwertigkeit im GmbH- und Aktienrecht, 2015, S.&nbsp;95).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Weiter hat das FG festgestellt, dass hinsichtlich der bankarbeitst&auml;glich entstehenden wechselseitigen Darlehensschulden im Rahmenkreditvertrag eine Verzinsung von 5,5&nbsp;% p.a. vorgesehen war und insoweit t&auml;glich f&uuml;r jedes Quellkonto in der Buchf&uuml;hrung der Kl&auml;gerin ein entsprechender Zinsaufwand oder -ertrag gebucht wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese wechselseitig gew&auml;hrten Darlehen waren gleichartig, dienten derselben Zweckbestimmung und wurden auch tats&auml;chlich miteinander verrechnet. Dementsprechend kommt grunds&auml;tzlich eine Zusammenfassung der Schuldverh&auml;ltnisse und eine Saldierung der Zinsen in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die wechselseitig gegebenen Darlehen waren gleichartig. Denn sie wurden jeweils zu identischen Zinss&auml;tzen gew&auml;hrt und unterlagen auch im &Uuml;brigen durchg&auml;ngig denselben Vertragsbedingungen. Insoweit unterscheiden sich die hier im Rahmen des Cash-Pooling wechselseitig gew&auml;hrten Darlehen noch weniger voneinander als etwa der Kontokorrentkredit einerseits und der Trattenkredit andererseits, die zu einem einheitlichen Darlehen zusammengerechnet wurden (BFH-Urteil in BFHE 109, 465, BStBl II 1973, 670). Unerheblich ist insoweit, dass die Konten auch in unterschiedlichen W&auml;hrungen gef&uuml;hrt wurden. Denn auch dann liegen Gelddarlehen vor. Die unterschiedlichen W&auml;hrungen betreffen lediglich deren Wertansatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Darlehen dienten weiter derselben Zweckbestimmung. Denn die Darlehen waren jeweils Instrument der Liquidit&auml;tsb&uuml;ndelung im Rahmen des zur Zins- und Finanzierungsoptimierung im Konzern praktizierten Cash-Poolings. So wurden die Guthaben auf den Quellkonten dem Zielkonto gutgeschrieben, negative Salden der Quellkonten durch &Uuml;berweisungen vom Zielkonto ausgeglichen, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob tats&auml;chlich Guthaben zum Ausgleich von Schuldsalden bei anderen Tochtergesellschaften ben&ouml;tigt wurden. Im Ergebnis sollten mit dem Cash-Pooling die Anspruchsbeziehungen zwischen allen anderen am Cash-Pool beteiligten Tochtergesellschaften und der Bank auf &quot;Null&quot; gestellt werden (hierzu auch Altmeppen, ZIP 2006, 1025, 1026).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Darlehen wurden auch tats&auml;chlich miteinander verrechnet. Denn nach den Feststellungen des FG f&uuml;hrte die Kl&auml;gerin s&auml;mtliche Quellkonten zwar ganzj&auml;hrig getrennt voneinander, verrechnete diese aber buchm&auml;&szlig;ig am Jahresende. So hatte die Kl&auml;gerin im Streitjahr 2010 Zinsertr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und Zinsaufwendungen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR verbucht, aber diese zum Jahresende saldiert und in ihrem Jahresabschluss 2010 aus dem Cash-Pooling dementsprechend auch keine Zinsaufwendungen ausgewiesen. Damit wurden offenkundig sp&auml;testens zum Jahresende die aus zivilrechtlicher Sicht vorliegenden vielf&auml;ltigen ausgereichten und empfangenen Darlehen zusammengefasst und gegeneinander verrechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Saldierung f&uuml;hrt im Ergebnis dazu, dass eine gewerbesteuerrechtliche Hinzurechnung der Entgelte f&uuml;r Schulden nur insoweit in Betracht kommt, als nach der bankarbeitst&auml;glichen Verrechnung s&auml;mtlicher in den Cash-Pool einbezogener Quellkonten ein Schuldsaldo verbleibt. Denn nur dieser spiegelt den bankarbeitst&auml;glichen Fremdfinanzierungsbedarf der Kl&auml;gerin wider. Demgem&auml;&szlig; sind im Rahmen der Saldierung die vielz&auml;hligen Schuldverh&auml;ltnisse, die zwischen der Kl&auml;gerin und der AG entstanden waren, f&uuml;r jeden Bankarbeitstag zusammenzufassen, fortzuschreiben und fortlaufend festzustellen, ob und in welcher H&ouml;he die Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber der AG einen Schuldsaldo aufwies. Nur der f&uuml;r einen dann gegebenenfalls verbleibenden Schuldsaldo entstehende Zins ist hinzurechnungsf&auml;higes Entgelt i.S. des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 GewStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgem&auml;&szlig; f&uuml;hrt die Saldierung s&auml;mtlicher wechselseitig gegebener Darlehen und die Verrechnung der daraus resultierenden Schuld- und Habenzinsen zwar dazu, dass erhaltene Darlehen zun&auml;chst mit einem gegebenenfalls aus diversen vorangegangenen Darlehensausreichungen sich ergebenden positiven Gesamtsaldo zu verrechnen sind. Verbleibt aber durch ein solches empfangenes Darlehen nach der Verrechnung noch immer ein negativer Gesamtsaldo, entf&auml;llt dieser nicht etwa r&uuml;ckwirkend durch einen an einem Folgetag entstandenen positiven Saldo. Denn die Grunds&auml;tze &uuml;ber die gewerbesteuerrechtliche Saldierung wechselseitig gegebener Darlehen k&ouml;nnen nicht bewirken, dass der am Ende eines Tages verwirklichte Tatbestand der Schuld und die daf&uuml;r entstandenen Entgelte nachtr&auml;glich entfallen. Dies gilt umso mehr, als nach der Rechtslage ab dem Erhebungszeitraum 2008 die Hinzurechnungsvorschrift des &sect; 8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 GewStG nicht mehr danach unterscheidet, ob es sich bei der Schuld um eine langfristige Verbindlichkeit (Dauerschuld) oder eine kurzfristige Verbindlichkeit handelt. Dies entspricht dem Regelungszweck des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a GewStG, der darauf abzielt, den Ertrag des im Betrieb arbeitenden Kapitals in vollem Umfang der Besteuerung nach dem Gewerbeertrag zu unterwerfen (&quot;objektive Wirtschaftskraft des Gewerbebetriebs&quot;) und dabei die Ertr&auml;ge aus eigen- und fremdfinanziertem Kapital im Wesentlichen gleichzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgem&auml;&szlig; lassen die Feststellungen, dass die aus dem Cash-Pooling erwirtschafteten Zinsertr&auml;ge der Kl&auml;gerin im Erhebungszeitraum 2010 ihre Zinsaufwendungen in H&ouml;he von rund &#8230;&nbsp;EUR &uuml;berschritten, nicht den Schluss zu, dass tats&auml;chlich an keinem Bankarbeitstag in 2010 die Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber der AG keinen Schuldsaldo aufwies. So ist es nicht ausgeschlossen, dass etwa die Zinsaufwendungen in H&ouml;he von rund &#8230;&nbsp;EUR im Wesentlichen in den ersten Monaten des Jahres aufgelaufen waren und erst in den nachfolgenden Monaten der dar&uuml;ber hinausgehende Zinsertrag von rund &#8230;&nbsp;EUR erwirtschaftet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat auf Grundlage seiner Rechtsauffassung zu Recht bisher noch keine Feststellungen dazu getroffen, ob und gegebenenfalls inwieweit sich die auf den verschiedenen Quellkonten vorhandenen Guthaben- und Schuldsalden am jeweiligen Bankarbeitstag gegenseitig ausgeglichen haben und in welcher H&ouml;he bezogen auf die Bankarbeitstage die Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber der AG jeweils einen Schuldsaldo aufwies. Die entsprechenden Feststellungen sind im zweiten Rechtsgang nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.10.2018, III R 37\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.111018.IIIR37.17.0 Gewerbesteuerrechtliche Hinzurechnung der Schuldzinsen bei Cash-Pooling Leits&auml;tze 1. Die Grunds&auml;tze einer ausnahmsweise zul&auml;ssigen Saldierung von Zinsaufwendungen bei wechselseitig gew&auml;hrten Darlehen gelten bei der Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrages auch f&uuml;r Darlehen innerhalb eines Cash-Pools. 2. Die vielf&auml;ltigen wechselseitigen Schuldverh&auml;ltnisse innerhalb eines Cash-Pools sind im Falle der Saldierung bankarbeitst&auml;glich zusammenzufassen und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-37-17-gewerbesteuerrechtliche-hinzurechnung-der-schuldzinsen-bei-cash-pooling\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;37\/17 &#8211; Gewerbesteuerrechtliche Hinzurechnung der Schuldzinsen bei Cash-Pooling<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70407","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70407"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70407\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}