{"id":70409,"date":"2019-03-07T19:59:12","date_gmt":"2019-03-07T17:59:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70409"},"modified":"2019-03-07T19:59:12","modified_gmt":"2019-03-07T17:59:12","slug":"xi-r-27-16-besteuerung-von-anzahlungen-auf-kuenftige-bestattungsleistungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-27-16-besteuerung-von-anzahlungen-auf-kuenftige-bestattungsleistungen\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;27\/16 &#8211; Besteuerung von Anzahlungen auf k&uuml;nftige Bestattungsleistungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.11.2018, XI R 27\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.141118.XIR27.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerung von Anzahlungen auf k&uuml;nftige Bestattungsleistungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Sind in einem Bestattungsvorsorgevertrag alle ma&szlig;geblichen Elemente der k&uuml;nftigen Bestattungsdienstleistung genau bestimmt, entsteht die Steuer f&uuml;r hierauf geleistete Anzahlungen nach &sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem das Entgelt oder das Teilentgelt vom Dienstleistenden vereinnahmt worden ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 13. Oktober 2016&nbsp;&nbsp;7 K 7077\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) betrieb in den Jahren 2004 bis 2008 (Streitjahre) ein Bestattungsunternehmen und versteuerte seine Ums&auml;tze nach vereinbarten Entgelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seinen Kunden bot er u.a. an, zu deren Lebzeiten einen Bestattungsvorsorgevertrag mit ihm abzuschlie&szlig;en. Danach verpflichtete er sich dem Auftraggeber gegen&uuml;ber, im Falle dessen Todes dessen Erd- oder Feuerbestattung nach Ma&szlig;gabe der als Anlage zu dem Vertrag n&auml;her bezeichneten Einzelleistungen vorzunehmen. Anhaltspunkte, dass solche Anlagen existierten, bestehen nicht. Der Auftraggeber verpflichtete sich und seine Erben, die am Tage der Bestattung g&uuml;ltigen Preise und amtliche Geb&uuml;hren zu verg&uuml;ten bzw. zu erstatten. Die voraussichtlichen Gesamtkosten sollten unter Zugrundelegung der bei Vertragsabschluss geltenden Preise und Geb&uuml;hren aufgef&uuml;hrt werden. Die entsprechenden Leerfelder der Vertr&auml;ge waren jedoch nicht in allen F&auml;llen mit Betr&auml;gen ausgef&uuml;llt. Unter der &Uuml;berschrift &quot;Besondere W&uuml;nsche&quot; war die Art der Bestattung mit Feuerbestattung oder Erdbestattung genannt und &#8211;bis auf eine Ausnahme&#8211; auch der Friedhof ausgew&auml;hlt. Dar&uuml;ber hinaus war in den Auftragsbedingungen auf der R&uuml;ckseite des Vertrags geregelt, dass dem Kl&auml;ger ein Schadensersatzanspruch zustand, falls die Bestattung vertragswidrig von einem anderen Bestattungshaus durchgef&uuml;hrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die nach Unterzeichnung der Vertr&auml;ge von den Kunden an den Kl&auml;ger geleisteten Zahlungen hatte der Kl&auml;ger ein gesondertes Bankkonto mit dem Zusatz &quot;Treuhandkonto&quot; eingerichtet, f&uuml;r das keine Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkungen bestanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinen Umsatzsteuererkl&auml;rungen ber&uuml;cksichtigte der Kl&auml;ger die erhaltenen Zahlungen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Streitjahre kam der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu dem Ergebnis, dass der Kl&auml;ger &uuml;ber die auf dem gesonderten Konto gesammelten Gelder tats&auml;chlich verf&uuml;gt habe und die zugrunde liegenden Ums&auml;tze zum Regelsteuersatz umsatzsteuerpflichtig seien. Daher erh&ouml;hte das FA die steuerpflichtigen Ums&auml;tze um die aus den Zahlungen herausgerechneten Nettobetr&auml;ge und setzte mit Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheiden vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2011 die Umsatzsteuer f&uuml;r die Streitjahre fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen eingelegten Einspr&uuml;che wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;Februar 2013 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die anschlie&szlig;ende Klage wurde vom Finanzgericht (FG) mit Urteil vom 13.&nbsp;Oktober 2016 als unbegr&uuml;ndet abgewiesen, da nach Ansicht des FG die von den Kunden des Kl&auml;gers gezahlten Betr&auml;ge als Anzahlungen in den Voranmeldungszeitr&auml;umen der Vereinnahmung umsatzsteuerpflichtig seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG f&uuml;hrte aus, dass aufgrund der vertraglichen Regelungen der Vertragsbindungswille der Beteiligten erkennbar und alle ma&szlig;geblichen Elemente des Umsatzes (Feuerbestattung oder Erdbestattung, zumeist Friedhof, zuk&uuml;nftig zu bestattende Person) bekannt seien. Aus den vereinbarten Zahlungsbetr&auml;gen ergebe sich, dass sowohl der Kl&auml;ger als auch der Auftraggeber bei Vertragsschluss bereits eine bestimmte und gemeinsame Vorstellung vom Umfang der Bestattungsleistungen gehabt h&auml;tten. Nur der Leistungszeitpunkt sei vom &#8211;jedoch sicher eintretenden&#8211; Versterben des Auftraggebers abh&auml;ngig gewesen. Es habe sich mangels Vereinbarung von R&uuml;ckzahlungsmodalit&auml;ten und Regelungen zur Verzinsung nicht um Darlehen gehandelt. Auch seien die Zahlungen nicht im Rahmen eines Treuhandverh&auml;ltnisses geleistet worden, da Vereinbarungen dazu fehlten, dass und in welcher Weise der Kl&auml;ger die Zahlungen verwalten sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 350 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen und formellen Rechts geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er tr&auml;gt im Wesentlichen vor, bei den Zahlungen handele es sich nicht um Anzahlungen, vielmehr liege die Annahme eines Treuhandverh&auml;ltnisses zwischen den Kunden und ihm, dem Kl&auml;ger, nahe. Die Leistung sei erst bestimmt, wenn es zum Vertragsschluss mit den jeweilig Hinterbliebenen komme. Letztere seien Vertragspartner und auch Leistungsempf&auml;nger &#8211; nicht der Unterzeichner des &quot;Bestattungsvorsorgevertrags&quot;. Er, der Kl&auml;ger, halte die vereinnahmte Zahlung zu treuen H&auml;nden, die ausschlie&szlig;lich nach Vertragsschluss mit den Hinterbliebenen und entsprechend der dann vereinbarten Leistung Verwendung finde. Daf&uuml;r spreche die Formulierung unter der &Uuml;berschrift: &quot;Besondere W&uuml;nsche&quot; sowie, dass die Erf&uuml;llung der W&uuml;nsche von weiteren ungewissen Voraussetzungen abh&auml;nge. Die Zahlung sei f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Bestattungsleistung nicht kausal.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe zu Unrecht nicht jeden einzelnen Bestattungsvorsorgevertrag gew&uuml;rdigt. Auch sei sein Recht auf Geh&ouml;r verletzt, da die angebotene Zeugin nicht vernommen worden sei. Die Beweiserhebung h&auml;tte erbracht, dass keine individuellen Kostenvoranschl&auml;ge erstellt worden seien und dementsprechend eine ausreichend bestimmbare Leistungsbeschreibung gefehlt habe. Zudem seien die Ausf&uuml;hrungen des FG hinsichtlich des Vorliegens von Kostenvereinbarungen widerspr&uuml;chlich. Au&szlig;erdem habe es seine Hinweispflicht verletzt. Bei einem entsprechenden Hinweis h&auml;tte durch Zeugenaussage s&auml;mtlicher Kunden des Kl&auml;gers bewiesen werden k&ouml;nnen, dass es keine konkreten auf ihren Einzelfall bezogenen Kostenvoranschl&auml;ge gegeben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung und die Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;Februar 2013 aufzuheben und die Umsatzsteuer f&uuml;r 2004 bis 2008 um &#8230;&nbsp;EUR, &#8230;&nbsp;EUR, &#8230;&nbsp;EUR, &#8230;&nbsp;EUR bzw. &#8230;&nbsp;EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben auf m&uuml;ndliche Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechend der Vorentscheidung sind die Zahlungen der Vertragspartner der Bestattungsvorsorgevertr&auml;ge beim Kl&auml;ger als Anzahlungen nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;4 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) in den jeweiligen Streitjahren der Umsatzsteuer zu unterwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass die Zahlungen im Rahmen eines entgeltlichen Leistungsaustauschs erfolgten und das Entgelt f&uuml;r zuk&uuml;nftige Leistungen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung erbringt ein Unternehmer Leistungen gegen Entgelt i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG, wenn zwischen ihm und dem Leistungsempf&auml;nger ein Rechtsverh&auml;ltnis besteht, das einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Leistung und Entgelt begr&uuml;ndet, so dass das Entgelt als Gegenwert f&uuml;r die Leistung anzusehen ist (vgl. z.B. Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; RCI Europe vom 3.&nbsp;September 2009 C-37\/08, EU:C:2009:507, BFH\/NV 2009, 1762, Rz&nbsp;24; Serebryannay vek vom 26.&nbsp;September 2013 C-283\/12, EU:C:2013:599, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst &#8211;DStRE&#8211; 2014, 476, Rz&nbsp;37; Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 28.&nbsp;Mai 2013 XI&nbsp;R&nbsp;32\/11, BFHE 243, 419, BStBl II 2014, 411, Rz&nbsp;41; vom 21.&nbsp;Oktober 2015 XI&nbsp;R&nbsp;22\/13, BFHE 251, 467, BStBl II 2018, 612, Rz&nbsp;22; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine derartige Verkn&uuml;pfung ist jedenfalls dann zu bejahen, wenn aufgrund der Vereinbarungen zwischen Zahlendem und Zahlungsempf&auml;nger ersichtlich ist, dass der Zahlung ein T&auml;tigkeitsauftrag zugrunde liegt (BFH-Urteil in BFHE 251, 467, BStBl II 2018, 612, Rz&nbsp;22, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zum Bereich der tats&auml;chlichen Feststellungen, die den BFH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO binden, geh&ouml;rt auch die Auslegung von Vertr&auml;gen. Das Revisionsgericht pr&uuml;ft insofern nur, ob das FG die gesetzlichen Auslegungsregeln sowie die Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze beachtet hat; ferner pr&uuml;ft das Revisionsgericht, ob die Vorinstanz die f&uuml;r die Vertragsauslegung bedeutsamen Begleitumst&auml;nde erforscht und rechtlich zutreffend gew&uuml;rdigt hat (vgl. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Januar 2005 V&nbsp;R&nbsp;17\/02, BFH\/NV 2005, 1394; vom 10.&nbsp;Februar 2010 XI&nbsp;R&nbsp;49\/07, BFHE 228, 456, BStBl II 2010, 1109, Rz&nbsp;33; vom 28.&nbsp;August 2013 XI&nbsp;R&nbsp;4\/11, BFHE 243, 41, BStBl II 2014, 282; vom 10.&nbsp;August 2016 XI&nbsp;R&nbsp;41\/14, BFHE 255, 300, BStBl II 2017, 590, Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im vorliegenden Fall hat das FG die als &quot;Bestattungsvorsorgevertr&auml;ge&quot; bezeichneten Vereinbarungen zwischen den Kunden und dem Kl&auml;ger dahingehend gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO f&uuml;r den Senat bindend ausgelegt und gew&uuml;rdigt, dass diese mit Vertragsbindungswillen abgeschlossen wurden, sich daraus gegenseitige Pflichten (Vornahme der Bestattung und Verg&uuml;tung zu dem am Tage der Bestattung g&uuml;ltigen Preis) ergeben sollten und dementsprechend die geleisteten Zahlungen ein (Teil-)Entgelt f&uuml;r die geschuldeten Bestattungsleistungen darstellten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Sachverhaltsw&uuml;rdigung des FG ist m&ouml;glich, entspricht den Grunds&auml;tzen der &sect;&sect;&nbsp;133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs und verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze. Der Umstand, dass die Bestattungsleistungen erst zuk&uuml;nftig erbracht werden sollten, &auml;ndert hieran nichts (vgl. EuGH-Urteile RCI Europe, EU:C:2009:507, BFH\/NV 2009, 1762, Rz&nbsp;31, 33; Serebryannay vek, EU:C:2013:599, DStRE 2014, 476, Rz&nbsp;41).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit der Kl&auml;ger einwendet, die &quot;Bestattungsvorsorgevertr&auml;ge&quot; dienten nur der Dokumentation der W&uuml;nsche der Kunden und w&uuml;rden mit den zuk&uuml;nftigen Bestattungsleistungen in keinem unmittelbaren Zusammenhang stehen, da diesbez&uuml;glich sp&auml;ter noch ein &#8211;dann verbindlicher&#8211; Vertrag mit den Hinterbliebenen abgeschlossen w&uuml;rde, stellt dieses lediglich eine abweichende Sachverhaltsw&uuml;rdigung dar. Dies gilt gleicherma&szlig;en soweit er vorbringt, dass die Zahlungen nicht als Gegenleistung f&uuml;r zuk&uuml;nftige Bestattungsleistungen, sondern im Rahmen eines Darlehens bzw. Treuhandverh&auml;ltnisses erfolgt seien. Das FG hat sich im &Uuml;brigen mit diesem Vorbringen im Rahmen seiner Gesamtw&uuml;rdigung ausreichend auseinandergesetzt und bindend festgestellt, dass es im Streitfall &#8211;insbesondere mangels entsprechender vertraglicher Regelungen, z.B. zur Verzinslichkeit&#8211; keine Anhaltspunkte f&uuml;r die Annahme eines Darlehens oder Treuhandverh&auml;ltnisses gegeben habe, und der Kl&auml;ger insbesondere f&uuml;r seine Ansicht auch keine Nachweise erbracht oder angeboten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gegenstand des Leistungsaustauschs waren &#8211;wie das FG zutreffend angenommen hat&#8211; zuk&uuml;nftige Bestattungsleistungen und nicht eine Option auf eine Bestattung. Insofern bestand die Leistung, die die Kunden durch Abschluss der Bestattungsvorsorgevertr&auml;ge erhielten, nicht bereits im Zurverf&uuml;gungstellen der Leistungsbereitschaft des Bestatters (vgl. EuGH-Urteile RCI Europe, EU:C:2009:507, BFH\/NV 2009, 1762, Rz&nbsp;34; Air France-KLM u.a. vom 23.&nbsp;Dezember 2015 C-250\/14 und C-289\/14, EU:C:2015:841, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2016, 93, Rz&nbsp;27&nbsp;ff., 42), denn ohne sp&auml;tere Leistungserbringung musste das Entgelt (abz&uuml;glich des vereinbarten Schadensersatzes) zur&uuml;ckgezahlt werden (vgl. Herbert in Hartmann\/Metzenmacher, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;70). Damit unterscheidet sich der Fall auch von der sofort vollzogenen &Uuml;bertragung von Liegerechten in einem Begr&auml;bniswald (vgl. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Juni 2017 V&nbsp;R&nbsp;3\/17, BFHE 259, 140, BStBl II 2018, 372, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dar&uuml;ber hinaus hat das FG zu Recht entschieden, dass die Zahlungen der Kunden beim Kl&auml;ger in den jeweiligen Streitjahren zu besteuern sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG in der in den Streitjahren geltenden Fassung entsteht die Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG im Falle der &#8211;bei dem Kl&auml;ger erfolgten&#8211; Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten i.S. des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG grunds&auml;tzlich mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgef&uuml;hrt worden sind. Wird jedoch das Entgelt oder ein Teil des Entgelts vereinnahmt, bevor die Leistung oder die Teilleistung ausgef&uuml;hrt worden ist, so entsteht die Steuer nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;4 UStG insoweit bereits mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem das Entgelt oder das Teilentgelt vereinnahmt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Regelung beruht unionsrechtlich auf Art.&nbsp;65 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL). Danach entsteht der Steueranspruch zum Zeitpunkt der Vereinnahmung entsprechend dem vereinnahmten Betrag, wenn Anzahlungen geleistet werden, bevor die Lieferung von Gegenst&auml;nden oder die Dienstleistung bewirkt ist. Als Ausnahme von der Regel nach Art.&nbsp;63 MwStSystRL, nach der die Steuer mit Leistungsausf&uuml;hrung entsteht, ist diese Bestimmung eng auszulegen (EuGH-Urteile BUPA Hospitals und Goldsborough Developments vom 21.&nbsp;Februar 2006 C-419\/02, EU:C:2006:122, DStRE 2006, 424, Rz&nbsp;45; Kollro&szlig; vom 31.&nbsp;Mai 2018 C-660\/16 und C-661\/16, EU:C:2018:372, UR 2018, 519, Rz&nbsp;39).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Voraussetzung f&uuml;r die Entstehung des Steueranspruchs vor Leistungserbringung ist, dass alle ma&szlig;geblichen Elemente des Steuertatbestands, d.h. der k&uuml;nftigen Lieferung oder der k&uuml;nftigen Dienstleistung, bereits bekannt und somit die Gegenst&auml;nde oder die Dienstleistungen zum Zeitpunkt der Anzahlung genau bestimmt sind (EuGH-Urteile BUPA Hospitals und Goldsborough Developments, EU:C:2006:122, DStRE 2006, 424, Rz&nbsp;48; MacDonald Resorts vom 16.&nbsp;Dezember 2010 C-270\/09, EU:C:2010:780, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2011, 119, Rz&nbsp;31; FIRIN vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2014 C-107\/13, EU:C:2014:151, UR 2014, 705, Rz&nbsp;36; Air France-KLM u.a., EU:C:2015:841, UR 2016, 93, Rz&nbsp;39; Kollro&szlig;, EU:C:2018:372, UR 2018, 519, Rz&nbsp;40; BFH-Urteil vom 24.&nbsp;August 2006 V&nbsp;R&nbsp;16\/05, BFHE 215, 311, BStBl II 2007, 340, unter II.3.a, Rz&nbsp;54). Keine steuerbare Anzahlung liegt jedoch vor, wenn die Bewirkung der Lieferung oder die Erbringung der Dienstleistung zum Zeitpunkt der Anzahlung unsicher ist (EuGH-Urteil FIRIN, EU:C:2014:151, UR 2014, 705, Rz&nbsp;39; BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Januar 2015 V&nbsp;R&nbsp;51\/13, BFH\/NV 2015, 708, Rz&nbsp;13). Abzustellen ist insofern auf den Zeitpunkt der Leistung der Anzahlung (EuGH-Urteil Kollro&szlig;, EU:C:2018:372, UR 2018, 519, Rz&nbsp;42).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ausreichend genau bestimmt sind Gegenst&auml;nde, wenn ihre Merkmale und der Preis klar bestimmt sind (EuGH-Urteil Kollro&szlig;, EU:C:2018:372, UR 2018, 519, Rz&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Keine ausreichende Konkretisierung der Leistung liegt dagegen vor, wenn die Art der Dienstleistung zuk&uuml;nftig noch w&auml;hlbar ist (EuGH-Urteil MacDonald Resorts, EU:C:2010:780, DStR 2011, 119, Rz&nbsp;31, 33) oder frei w&auml;hlbare Gegenst&auml;nde geleistet werden sollen, die gattungsm&auml;&szlig;ig in einer Liste angef&uuml;hrt werden, und die zugrunde liegende Vereinbarung jederzeit einseitig vom K&auml;ufer mit der Folge gek&uuml;ndigt werden kann, dass ihm der nicht verwendete Teil der Vorauszahlung in voller H&ouml;he erstattet wird (EuGH-Urteil BUPA Hospitals und Goldsborough Developments, EU:C:2006:122, DStRE 2006, 424, Rz&nbsp;51).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Allerdings l&auml;sst der Umstand, dass der Zeitpunkt der Leistung zum Zeitpunkt der Anzahlung nicht genau bekannt ist, nicht den Schluss zu, dass nicht alle ma&szlig;geblichen Elemente des Steuertatbestands, d.h. der zuk&uuml;nftigen Leistung, bekannt sind. Au&szlig;erdem kann das Fehlen dieser Genauigkeit f&uuml;r sich genommen die Gewissheit der Leistung nicht in Frage stellen (EuGH-Urteil Kollro&szlig;, EU:C:2018:372, UR 2018, 519, Rz 45).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach den i.S. von &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG hat der Kl&auml;ger Geldbetr&auml;ge von Kunden f&uuml;r deren k&uuml;nftige Bestattung vereinnahmt. Au&szlig;erdem waren die in den Bestattungsvertr&auml;gen vereinbarten Leistungen nach der revisionsrechtlich nicht zu beanstandenden W&uuml;rdigung des FG hinsichtlich deren ma&szlig;geblichen Elemente, n&auml;mlich nach Art (Feuerbestattung oder Erdbestattung, zumeist der konkrete Friedhof, zuk&uuml;nftig zu bestattende Person) und Umfang (indiziert durch die geleisteten Zahlungen), hinreichend bestimmt oder jedenfalls bestimmbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Ausf&uuml;hrung der Bestattungsleistung war zwar hinsichtlich des genauen Zeitpunkts unbestimmt, aber insgesamt sicher. Eine etwaige K&uuml;ndigungsm&ouml;glichkeit &#8211;des Kunden selber oder der Erben&#8211; &auml;ndert als blo&szlig;e aufl&ouml;sende Bedingung an der Bestimmtheit der zuk&uuml;nftigen Leistungen nichts (vgl. EuGH-Urteil Orfey Balgaria vom 19.&nbsp;Dezember 2012 C-549\/11, EU:C:2012:832, UR 2013, 215, Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Da eine einschr&auml;nkende Auslegung von &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;4 UStG dahingehend, dass Steuertatbestand und Steueranspruch nur im Umfang der Leistungsentgelte eintreten, die bei Leistungsbewirkung rechtlich durchsetzbar sind, im Hinblick auf seinen eindeutigen Wortlaut nicht m&ouml;glich ist (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 2013 V&nbsp;R&nbsp;31\/12, BFHE 243, 451, BStBl II 2015, 674, Rz&nbsp;12), kommt es auf die zivilrechtliche Bindungswirkung des Bestattungsvorsorgevertrags (z.B. auch f&uuml;r die Erben) oder die Wirksamkeit einzelner Klauseln &#8211;entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers&#8211; nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Daf&uuml;r, dass die Steuer mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums des jeweiligen Streitjahres der Anzahlung entstanden ist, spricht auch die nach den allgemeinen Vertragsbedingungen vorgesehene Schadensersatzpflicht bei K&uuml;ndigung des Vertrags. Denn diese weist darauf hin, dass die Vertragspartner im Voraus alle mit der Leistungsbewirkung verbundenen finanziellen Folgen auf sich zu nehmen beabsichtigten, und rechtfertigt damit die Besteuerung der Anzahlungen (vgl. EuGH-Urteil BUPA Hospitals und Goldsborough Developments, EU:C:2006:122, DStRE 2006, 424, Rz&nbsp;49; Kollro&szlig;, EU:C:2018:372, UR 2018, 519, Rz&nbsp;47). Und auch soweit der Regelungszweck des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;4 UStG eine Verhinderung von Zinsvorteilen beim erst zuk&uuml;nftig Leistenden beinhaltet (vgl. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Juni 2001 V&nbsp;R&nbsp;68\/00, BFHE 195, 446, BStBl II 2002, 255, unter II.4.a, Rz&nbsp;19), steht dieser der Entstehung der Steuer nicht entgegen, da im vorliegenden Fall der Liquidit&auml;tsvorteil beim Kl&auml;ger verbleibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die von dem Kl&auml;ger erhobenen Verfahrensr&uuml;gen hat der Senat gepr&uuml;ft, aber nicht f&uuml;r durchgreifend erachtet. Von einer n&auml;heren Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 FGO abgesehen. Dies ist auch bei einer R&uuml;ge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r zul&auml;ssig, wenn sie &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht das Gesamtergebnis des Verfahrens betrifft (vgl. BFH-Urteile vom 15.&nbsp;Januar 2015 I&nbsp;R&nbsp;69\/12, BFHE 249, 99, Rz&nbsp;44; vom 10.&nbsp;November 2016 VI&nbsp;R&nbsp;55\/08, BFHE 256, 280, BStBl II 2017, 715, Rz&nbsp;29; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.11.2018, XI R 27\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.141118.XIR27.16.0 Besteuerung von Anzahlungen auf k&uuml;nftige Bestattungsleistungen Leits&auml;tze NV: Sind in einem Bestattungsvorsorgevertrag alle ma&szlig;geblichen Elemente der k&uuml;nftigen Bestattungsdienstleistung genau bestimmt, entsteht die Steuer f&uuml;r hierauf geleistete Anzahlungen nach &sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem das Entgelt oder &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-27-16-besteuerung-von-anzahlungen-auf-kuenftige-bestattungsleistungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;27\/16 &#8211; Besteuerung von Anzahlungen auf k&uuml;nftige Bestattungsleistungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70409","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70409"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70409\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}