{"id":70415,"date":"2019-03-07T19:59:29","date_gmt":"2019-03-07T17:59:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70415"},"modified":"2019-03-07T19:59:29","modified_gmt":"2019-03-07T17:59:29","slug":"xi-r-29-17-umsatzsteuerbefreiung-fuer-leistungen-eines-gesundheitszentrums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-29-17-umsatzsteuerbefreiung-fuer-leistungen-eines-gesundheitszentrums\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;29\/17 &#8211; Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r Leistungen eines Gesundheitszentrums"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.1.2019, XI R 29\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.110119.XIR29.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r Leistungen eines Gesundheitszentrums<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Werden Leistungen eines Gesundheitszentrums unabh&auml;ngig von einem medizinisch diagnostizierten Krankheitsbild erbracht, fehlt diesen eine therapeutische Zweckbestimmung, so dass es sich nicht um steuerfreie Krankenhausbehandlungen (&sect; 4 Nr. 14 Buchst. b UStG) oder &auml;rztliche Heilbehandlungen (Art. 132 Abs. 1 Buchst. b MwStSystRL) handelt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 28. Juni 2017 1 K 19\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob die nicht von Krankenkassen bezahlten Leistungen eines sog. Gesundheitszentrums umsatzsteuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH &#038; Co.&nbsp;KG, betrieb in den Streitjahren (2009 bis 2011) ein Gesundheitszentrum mit einer Kapazit&auml;t von &uuml;ber 200&nbsp;Betten; es waren u.a. zwei &Auml;rzte sowie (Ende 2010) sieben Krankenschwestern (davon vier in Teilzeit) angestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Konzessionierung als Privatklinik nach &sect;&nbsp;30 der Gewerbeordnung (GewO) lag f&uuml;r das Gesundheitszentrum vor. Es bestand jedoch kein Versorgungsvertrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;111 des F&uuml;nften Buches Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;V). Ein Antrag auf Aufnahme in den Krankenhausplan f&uuml;r die Fachgebiete Orthop&auml;die und Innere Medizin wurde in 2011 abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kunden konnten &#8211;unabh&auml;ngig von einem &auml;rztlichen Befund&#8211; selbst &uuml;ber ihren Aufenthalt, dessen Dauer sowie den Umfang der Leistungen entscheiden. Dazu erwarb man das jeweilige Angebot zu einem Festpreis; Begleitpersonen konnten einen Aufenthalt in einem Zweibettzimmer zu einem Festpreis buchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Beginn des Aufenthalts erfolgte eine &auml;rztliche Untersuchung, wobei lediglich &uuml;berpr&uuml;ft wurde, ob gesundheitliche Einschr&auml;nkungen gegen die Durchf&uuml;hrung einzelner Ma&szlig;nahmen sprachen. Im Anschluss daran wurde der Terminplan f&uuml;r Anwendungen entsprechend der individuellen W&uuml;nsche und Buchungen der Kunden erstellt. Je nach Inhalt des Leistungspakets fand ein &auml;rztliches Abschlussgespr&auml;ch mit der Empfehlung von Anschlussbehandlungen nicht mehr statt. Dar&uuml;ber hinaus stellten die &Auml;rzte auch keine Kassenrezepte aus, da es hierf&uuml;r an der erforderlichen Kassenarztzulassung fehlte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2009 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin lediglich geringe Ums&auml;tze zum allgemeinen Steuersatz, w&auml;hrend sie den &uuml;berwiegenden Teil ihrer Leistungen &#8211;wie in den Vorjahren&#8211; als umsatzsteuerfrei ansah.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Auffassung, dass die Kl&auml;gerin wegen des fehlenden Versorgungsvertrags nach &sect;&nbsp;111 SGB&nbsp;V f&uuml;r einen Gro&szlig;teil ihrer Ums&auml;tze die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b des Umsatzsteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung (UStG) sowie Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) nicht in Anspruch nehmen k&ouml;nne. Vielmehr unterl&auml;gen die Ums&auml;tze mit Ausnahme der &quot;Erl&ouml;se der Krankenkassen&quot; f&uuml;r auf Kassenrezept geleistete Anwendungen dem Regelsteuersatz. Dementsprechend setzte er die Umsatzsteuer 2009 mit Bescheid vom 20.&nbsp;August 2013 fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Jahre 2010 und 2011 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin in den Umsatzsteuererkl&auml;rungen die Ums&auml;tze entsprechend der vom FA vertretenen Rechtsauffassung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegen den Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Jahr 2009 sowie die einer Festsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleichstehenden Umsatzsteuer-Erkl&auml;rungen f&uuml;r 2010 und 2011 eingelegten Einspr&uuml;che waren erfolglos (Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;April 2014).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Hessische Finanzgericht (FG) wies die dagegen erhobene Klage mit seinen in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1621 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 28.&nbsp;Juni 2017&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;19\/16 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts sowie Verfahrensfehler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie macht im Wesentlichen geltend, dass ihre Ums&auml;tze nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL steuerfrei seien. Aufgrund der Konzession nach &sect;&nbsp;30 GewO sei sie eine ordnungsgem&auml;&szlig; anerkannte Einrichtung, deren T&auml;tigkeit der Gesundheit der Patienten und damit einer sozialen Zweckbestimmung diene. Sie habe als Vorsorgeklinik Heilbehandlungen erbracht, da die Patienten bei Aufnahme ausnahmslos von einem Arzt untersucht w&uuml;rden und darauf basierend ein individuell abgestimmter Therapieplan erstellt w&uuml;rde. Abweichende W&uuml;nsche des Patienten w&uuml;rden nur nach &auml;rztlicher Pr&uuml;fung durchgef&uuml;hrt. Die angebotenen Leistungspakete beinhalteten ausschlie&szlig;lich therapeutische Anwendungen aus dem pr&auml;ventiv- und rehabilitationsmedizinischen Bereich und basierten auf einer medizinischen Indikation. Freizeit- und Wellnessangebote (Wanderungen\/Ged&auml;chtnisspiele) st&uuml;nden nicht im Vordergrund. Sie habe ihre Leistungen in sozialer Hinsicht unter vergleichbaren Bedingungen erbracht wie Kliniken mit Vertrag nach &sect;&nbsp;111 SGB&nbsp;V. Insbesondere seien die r&auml;umlichen Gegebenheiten, die Gesamttherapiekosten (unterhalb den Vorgaben der Bundespflegesatzverordnung), die behandelten Patienten (&uuml;berwiegend gesetzlich krankenversichert), ihre Personalstruktur (zwei &Auml;rzte, f&uuml;nf Konsiliar&auml;rzte, sieben Krankenschwestern, neun Physiotherapeuten, Sport- und Gymnastiklehrer, Masseure, medizinische Bademeister und eine Di&auml;tassistentin) und auch ihr Leistungsangebot &#8211;einschlie&szlig;lich durchschnittlicher Arztkontakte&#8211; vergleichbar. Ein Vergleich mit dem Personalschl&uuml;ssel von Reha-Kliniken mit Stand 2014 sei unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem macht die Kl&auml;gerin geltend, dass sie sich aufgrund der Unionsrechtswidrigkeit von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b Satz&nbsp;2 UStG auf &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;b bzw. Buchst.&nbsp;c des Umsatzsteuergesetzes in der bis 31.&nbsp;Dezember 2008 geltenden Fassung (UStG a.F.) analog berufen k&ouml;nne, deren Voraussetzungen sie erf&uuml;lle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Verfahrensrechtlich r&uuml;gt sie, dass das Leistungsangebot der Kl&auml;gerin und der tats&auml;chliche Ablauf der Klinikaufenthalte sowie die Personal- und Klinikausstattung vom FG unvollst&auml;ndig bzw. unzutreffend ber&uuml;cksichtigt worden bzw. nicht ausreichend ermittelt worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>unter Aufhebung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;April 2014 die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r das Jahr 2009 vom 20.&nbsp;August 2013 sowie f&uuml;r die Jahre 2010 und 2011 vom 15.&nbsp;August 2013 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer f&uuml;r 2009 auf &#8230;&nbsp;EUR, f&uuml;r 2010 auf &#8230;&nbsp;EUR und f&uuml;r 2011 auf &#8230;&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es verteidigt die angefochtene Vorentscheidung und f&uuml;hrt aus, dass das Vorliegen einer Konzession nach &sect;&nbsp;30 GewO mangels Vergleichbarkeit der Leistungen f&uuml;r die Steuerbefreiung nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL nicht ausreiche. Insbesondere erf&uuml;lle die Kl&auml;gerin nicht die Voraussetzungen einer Vorsorgeklinik und erbringe keine Heilbehandlungen, da nicht die medizinischen Anwendungen, sondern das Freizeit- und Wellnessangebot im Vordergrund st&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat ohne Rechtsfehler dahin erkannt, dass die streitbefangenen Ums&auml;tze nicht nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b UStG steuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b Satz&nbsp;1 UStG sind steuerfrei Krankenhausbehandlungen und &auml;rztliche Heilbehandlungen einschlie&szlig;lich der Diagnostik, Befunderhebung, Vorsorge, Rehabilitation, Geburtshilfe und Hospizleistungen sowie damit eng verbundene Ums&auml;tze, die von Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts erbracht werden. Nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b Satz&nbsp;2 UStG sind die in Satz&nbsp;1 bezeichneten Leistungen auch steuerfrei, wenn sie von einer privaten Einrichtung z.B. im Rahmen einer Zulassung bzw. eines Vertrags nach dem Sozialgesetzbuch erbracht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall sind die Voraussetzungen der hier in Betracht kommenden Steuerbefreiungen in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b UStG bereits deswegen nicht gegeben, da es sich bei der Kl&auml;gerin weder um eine Einrichtung des &ouml;ffentlichen Rechts i.S. von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b Satz&nbsp;1 UStG handelte noch die Voraussetzungen des Satz&nbsp;2 vorlagen. Insbesondere war das von der Kl&auml;gerin betriebene Gesundheitszentrum in den Streitjahren nicht als Krankenhaus i.S. von &sect;&nbsp;108 SGB&nbsp;V zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Steuerfreiheit der Ums&auml;tze ergibt sich auch nicht aus einer unmittelbaren Anwendung des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL befreien die Mitgliedstaaten von der Steuer &quot;Krankenhausbehandlungen und &auml;rztliche Heilbehandlungen sowie damit eng verbundene Ums&auml;tze&quot;. Handelt es sich bei dem Steuerpflichtigen, der diese Leistungen erbringt, nicht um eine Einrichtung des &ouml;ffentlichen Rechts, sind diese Ums&auml;tze nur steuerfrei, wenn sie &quot;unter Bedingungen, welche mit den Bedingungen f&uuml;r diese Einrichtungen in sozialer Hinsicht vergleichbar sind, von Krankenanstalten, Zentren f&uuml;r &auml;rztliche Heilbehandlung und Diagnostik und anderen ordnungsgem&auml;&szlig; anerkannten Einrichtungen gleicher Art durchgef&uuml;hrt beziehungsweise bewirkt werden&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin kann sich in den Streitjahren zwar grunds&auml;tzlich f&uuml;r die Inanspruchnahme der begehrten Steuerbefreiung unmittelbar auf Unionsrecht berufen, da die nationale Regelung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b UStG aufgrund des enthaltenen sozialversicherungsrechtlichen Bedarfsvorbehalts nicht den unionsrechtlichen Vorgaben entspricht (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;Oktober 2014 V&nbsp;R&nbsp;20\/14, BFH\/NV 2015, 631, Rz&nbsp;19&nbsp;ff.; vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2015 XI&nbsp;R&nbsp;38\/13, BFHE 249, 380, BStBl II 2016, 793, Rz&nbsp;39).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Allerdings dienten die Leistungen der Kl&auml;gerin nicht einem therapeutischen Zweck, so dass bereits aus diesem Grund keine nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL befreiten Behandlungen vorlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Begriffe der &quot;Krankenhausbehandlungen und &auml;rztliche Heilbehandlungen&quot; i.S. des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL einerseits und &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&quot; i.S. des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL andererseits sind grunds&auml;tzlich inhaltsgleich (Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; CopyGene vom 10.&nbsp;Juni 2010 C-262\/08, EU:C:2010:328, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2010, 526, Rz&nbsp;28, 30; Future Health Technologies vom 10.&nbsp;Juni 2010 C-86\/09, EU:C:2010:334, UR 2010, 540, Rz&nbsp;36, 37, 38, 47; PFC Clinic vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013 C-91\/12, EU:C:2013:198, UR 2013, 335, Rz&nbsp;28; s.a. Oelmaier in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Rz&nbsp;109; H&ouml;lzer in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Rz&nbsp;81; Grebe\/Raudszus, Der Umsatz-Steuer-Berater 2017, 364). Erfasst werden dadurch &#8211;einem therapeutischen Zweck dienende&#8211; Leistungen, die zur Diagnose, Behandlung und, so weit wie m&ouml;glich, Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsst&ouml;rungen erbracht werden (vgl. EuGH-Urteile L.u.P. vom 8.&nbsp;Juni 2006 C-106\/05, EU:C:2006:380, UR 2006, 464, Rz&nbsp;27; CopyGene, EU:C:2010:328, UR 2010, 526, Rz&nbsp;28; BFH-Urteile vom 5.&nbsp;November 2014 XI&nbsp;R&nbsp;11\/13, BFHE 248, 389, Rz&nbsp;19; vom 26.&nbsp;Juli 2017 XI&nbsp;R&nbsp;3\/15, BFHE 259, 150, BStBl II 2018, 793, Rz&nbsp;17; BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Oktober 2017 XI&nbsp;R&nbsp;23\/15, BFHE 259, 567, BStBl II 2018, 109, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unter Heilbehandlungen fallen auch Ma&szlig;nahmen, die &#8211;ggf. auch nur vorbeugend&#8211; dem Schutz einschlie&szlig;lich der Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit dienen (vgl. EuGH-Urteil Klinikum Dortmund vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 C-366\/12, EU:C:2014:143, UR 2014, 271, Rz&nbsp;30, m.w.N.; BFH-Urteile vom 18.&nbsp;August 2011 V&nbsp;R&nbsp;27\/10, BFHE 235, 58, Rz&nbsp;14; vom 26.&nbsp;August 2014 XI&nbsp;R&nbsp;19\/12, BFHE 247, 276, BStBl II 2015, 310, Rz&nbsp;26; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2015 V&nbsp;R&nbsp;60\/14, BFHE 249, 562, BStBl II 2015, 946, Rz&nbsp;12). Insofern werden auch Ma&szlig;nahmen erfasst, die darauf abzielen, die Beobachtung und die Untersuchung der Patienten zu erm&ouml;glichen, noch bevor es erforderlich wird, eine etwaige Krankheit zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu heilen (BFH-Beschluss in BFHE 259, 567, BStBl II 2018, 109, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Grundvoraussetzung f&uuml;r die Steuerbefreiung nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL (und nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b UStG) ist somit, dass die Ums&auml;tze im Zusammenhang mit Behandlungen stehen, die einem therapeutischen Zweck dienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Diese Voraussetzung ist nicht in einem besonders engen Sinne zu verstehen. Vielmehr ist der Begriff unter Ber&uuml;cksichtigung des Zwecks der Steuerbefreiung auszulegen, der darin besteht, die Kosten &auml;rztlicher Heilbehandlungen zu senken (EuGH-Urteile Kommission\/Frankreich vom 11.&nbsp;Januar 2001&nbsp;&nbsp;C-76\/99, EU:C:2001:12, UR 2001, 62, Rz&nbsp;23; Unterpertinger vom 20.&nbsp;November 2003 C-212\/01, EU:C:2003:625, UR 2004, 70, Rz&nbsp;40; D&#8217;Ambrumenil und Dispute Resolution Services vom 20.&nbsp;November 2003 C-307\/01, EU:C:2003:627, UR 2004, 75, Rz&nbsp;58; L.u.P., EU:C:2006:380, UR 2006, 464, Rz&nbsp;29; CopyGene, EU:C:2010:328, UR 2010, 526, Rz&nbsp;29; Verigen Transplantation Service International vom 18.&nbsp;November 2010 C-156\/09, EU:C:2010:695, UR 2011, 215, Rz&nbsp;24, 27; PFC Clinic, EU:C:2013:198, UR 2013, 335, Rz&nbsp;26; BFH-Urteile in BFHE 235, 58, Rz&nbsp;21; in BFHE 249, 562, BStBl II 2015, 946, Rz&nbsp;13; BFH-Beschl&uuml;sse vom 27.&nbsp;Februar 2018 XI&nbsp;B&nbsp;97\/17, BFH\/NV 2018, 738, Rz&nbsp;11; in BFHE 259, 567, BStBl II 2018, 109, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dabei ist die Feststellung, welche Zwecke mit Leistungen verfolgt werden, in den F&auml;llen unproblematisch, in denen sich die therapeutische Zielsetzung bereits aus der Leistung selbst ergibt (BFH-Urteile vom 4.&nbsp;Dezember 2014 V&nbsp;R&nbsp;33\/12, BFHE 248, 424, Rz&nbsp;16; vom 4.&nbsp;Dezember 2014 V&nbsp;R&nbsp;16\/12, BFHE 248, 416, Rz&nbsp;14). Dies gilt auch f&uuml;r einzelne Leistungen, die unerl&auml;sslicher, fester und untrennbarer Bestandteil der gesamten Heilbehandlung sind, deren einzelne Abschnitte sinnvoller Weise nicht isoliert voneinander durchgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen (EuGH-Urteil Verigen Transplantation Service International, EU:C:2010:695, UR 2011, 215, Rz&nbsp;26). Denn dann folgt die therapeutische Zweckbestimmung daraus, dass die T&auml;tigkeit im Rahmen eines hinreichend &quot;konkreten, individuellen, der Diagnose, Behandlung, Vorbeugung und Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsst&ouml;rungen dienenden Leistungskonzeptes&quot; erfolgt (BFH-Urteile vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2005 V&nbsp;R&nbsp;54\/04, BFHE 210, 151, BStBl II 2005, 669, unter II.3., und vom 7.&nbsp;Juli 2005 V&nbsp;R&nbsp;23\/04, BFHE 211, 69, BStBl II 2005, 904, unter II.1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hingegen kommt es bei Ma&szlig;nahmen, die sowohl Heilbehandlungszwecken als auch blo&szlig; der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands dienen k&ouml;nnen und insofern einem Grenzbereich zuzuordnen sind, auf eine Pr&uuml;fung anhand der Umst&auml;nde des Einzelfalls an; der Steuerpflichtige, der sich auf die Steuerbefreiung beruft, tr&auml;gt insoweit die Feststellungslast (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Oktober 2014 XI&nbsp;R&nbsp;13\/14, BFHE 248, 367, Rz&nbsp;29&nbsp;f.; BFH-Beschl&uuml;sse vom 6.&nbsp;Juni 2008 XI&nbsp;B&nbsp;11\/08, BFH\/NV 2008, 1547; vom 11.&nbsp;Dezember 2014 XI&nbsp;B&nbsp;49\/14, BFH\/NV 2015, 363, Rz&nbsp;8; in BFH\/NV 2018, 738, Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass es bei der Frage, ob eine Leistung therapeutischen oder anderen Zwecken dient, um die Beurteilung einer medizinischen Frage geht, die auf medizinischen Feststellungen beruhen muss, die von dem entsprechenden Fachpersonal getroffen worden sind (BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Juni 2013 V&nbsp;S&nbsp;20\/13, BFH\/NV 2013, 1643, Rz&nbsp;17; BFH-Urteil in BFHE 248, 367, Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Gemessen daran hat die Kl&auml;gerin keine steuerbefreiten Ums&auml;tze ausgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das FG hat festgestellt, dass der Aufenthalt in der Einrichtung der Kl&auml;gerin nicht von einem &auml;rztlichen Befund abh&auml;ngig war und die Kunden selbst &uuml;ber ihren Aufenthalt, dessen Dauer sowie insbesondere den Umfang der Leistungen entscheiden konnten. Eine &auml;rztliche Diagnose von Krankheiten erfolgte danach in der kl&auml;gerischen Einrichtung nicht, vielmehr wurde im Rahmen der (z.T. einzigen) &auml;rztlichen Untersuchung bei Beginn des Aufenthalts lediglich &uuml;berpr&uuml;ft, ob die gew&uuml;nschten Leistungen auf gesundheitliche Bedenken stie&szlig;en. Auch ein Abschlussgespr&auml;ch mit der &auml;rztlichen Empfehlung von Anschlussbehandlungen fand nicht statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Da entsprechend diesen Feststellungen die Leistungserbringung unabh&auml;ngig von einem medizinisch diagnostizierten Krankheitsbild erfolgte, fehlt den vorliegenden Leistungen der Kl&auml;gerin eine therapeutische Zweckbestimmung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Dies gilt auch insoweit, als die Leistungen nach dem Vortrag der Kl&auml;gerin dem Zweck dienten, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern und als Leistungen zur Prim&auml;rpr&auml;vention und Selbsthilfe (&sect;&nbsp;20 SGB&nbsp;V) durch Hilfestellung zur gesunden Lebensweise die Entstehung und Verschlimmerung von Krankheiten zu verhindern oder zu verz&ouml;gern. Denn vorbeugende Gesundheitsleistungen sind nur dann steuerbefreite Heilbehandlungen, wenn die entsprechenden Ma&szlig;nahmen im Rahmen einer medizinischen Behandlung &#8211;aufgrund &auml;rztlicher Anordnung, vergleichbarer Feststellungen oder mithilfe einer Vorsorge- oder Rehabilitationsma&szlig;nahme&#8211; durchgef&uuml;hrt werden (vgl. BFH-Urteile in BFHE 211, 69, BStBl II 2005, 904, 2.&nbsp;Leitsatz; in BFHE 247, 276, BStBl II 2015, 310, Rz&nbsp;30; BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Oktober 2012 XI&nbsp;B&nbsp;46\/12, BFH\/NV 2013, 273). Davon kann im Streitfall nicht die Rede sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Verfahrensr&uuml;gen der Kl&auml;gerin f&uuml;hren zu keiner anderen Bewertung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Feststellungen des FG sind zwar insofern von der Kl&auml;gerin angegriffen worden, als sie im Rahmen ihrer Revisionsbegr&uuml;ndung geltend gemacht hat, dass das FG ihr Leistungsangebot und den tats&auml;chlichen Ablauf der Klinikaufenthalte unvollst&auml;ndig bzw. unzutreffend ber&uuml;cksichtigt (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) bzw. diesbez&uuml;glich nicht ausreichend ermittelt habe (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unabh&auml;ngig davon, dass die Kl&auml;gerin eine Verletzung der Sachverhaltsaufkl&auml;rungspflicht nicht rechtzeitig ger&uuml;gt hat (vgl. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Juni 2017 XI&nbsp;R&nbsp;12\/15, BFHE 258, 532, Rz&nbsp;57, m.w.N.), sind die behaupteten Verfahrensm&auml;ngel nicht entsprechend den Anforderungen des &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b FGO dargetan.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Denn wird &#8211;wie hier&#8211; mit der R&uuml;ge eine Verletzung der von Amts wegen gebotenen Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) geltend gemacht, geh&ouml;ren zu einer den Anforderungen des &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b FGO entsprechenden Darlegung u.a. Ausf&uuml;hrungen dazu, welche Tatsachen das FG h&auml;tte aufkl&auml;ren oder welche Beweise es h&auml;tte erheben und aus welchen Gr&uuml;nden sich dem FG die Notwendigkeit einer weiteren Aufkl&auml;rung des Sachverhalts oder einer Beweiserhebung h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer weiteren Sachaufkl&auml;rung oder Beweisaufnahme voraussichtlich ergeben h&auml;tten und inwiefern eine weitere Aufkl&auml;rung des Sachverhalts auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 30.&nbsp;August 2017 II&nbsp;R&nbsp;48\/15, BFHE 259, 127, BStBl II 2018, 24, Rz&nbsp;29, m.w.N.; BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;Juni 2018 VIII&nbsp;R&nbsp;38\/14, BFH\/NV 2018, 1141, Rz&nbsp;28). Letzteres gilt auch f&uuml;r den von der Kl&auml;gerin dar&uuml;ber hinaus behaupteten Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO (vgl. BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;Dezember 2014 XI&nbsp;B&nbsp;54\/14, BFH\/NV 2015, 538, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Diesen Begr&uuml;ndungsanforderungen gen&uuml;gt das Revisionsvorbringen nicht, zumal das FG &uuml;ber Art und Umfang der erbrachten medizinischen und therapeutischen Leistungen Beweis durch Zeugenvernehmung in der Sitzung vom 28.&nbsp;Juni 2017 erhoben hat und die W&uuml;rdigung deren Ergebnisse nicht offensichtlich fehlerhaft sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Da bereits keine &auml;rztlichen Heilbehandlungen vorliegen, kommt es darauf, ob die Leistungen der Kl&auml;gerin unter sozial vergleichbaren Bedingungen wie die einer &ouml;ffentlich-rechtlichen Einrichtung erbracht wurden, nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es kann dahinstehen, ob die Kl&auml;gerin die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;b bzw. Buchst.&nbsp;c UStG a.F. erf&uuml;llt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn die Kl&auml;gerin kann sich auf diese aufgrund ausdr&uuml;cklicher Entscheidung des Gesetzgebers im Streitzeitraum nicht mehr anwendbaren Regelungen ungeachtet der Unionsrechtswidrigkeit der ab dem 1.&nbsp;Januar 2009 geltenden Nachfolgeregelung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b UStG nicht mit Erfolg berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.1.2019, XI R 29\/17ECLI:DE:BFH:2019:B.110119.XIR29.17.0 Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r Leistungen eines Gesundheitszentrums Leits&auml;tze NV: Werden Leistungen eines Gesundheitszentrums unabh&auml;ngig von einem medizinisch diagnostizierten Krankheitsbild erbracht, fehlt diesen eine therapeutische Zweckbestimmung, so dass es sich nicht um steuerfreie Krankenhausbehandlungen (&sect; 4 Nr. 14 Buchst. b UStG) oder &auml;rztliche Heilbehandlungen (Art. 132 Abs. 1 Buchst. b MwStSystRL) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-29-17-umsatzsteuerbefreiung-fuer-leistungen-eines-gesundheitszentrums\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;29\/17 &#8211; Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r Leistungen eines Gesundheitszentrums<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70415","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70415","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70415"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70415\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70415"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70415"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}