{"id":70447,"date":"2019-03-15T12:05:05","date_gmt":"2019-03-15T10:05:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70447"},"modified":"2019-03-15T12:05:05","modified_gmt":"2019-03-15T10:05:05","slug":"ii-r-38-15-grunderwerbsteuerbefreiung-fuer-erwerb-eines-grundstuecks-von-geschwistern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-38-15-grunderwerbsteuerbefreiung-fuer-erwerb-eines-grundstuecks-von-geschwistern\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;38\/15 &#8211; Grunderwerbsteuerbefreiung f&uuml;r Erwerb eines Grundst&uuml;cks von Geschwistern"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.11.2018, II R 38\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.071118.IIR38.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Grunderwerbsteuerbefreiung f&uuml;r Erwerb eines Grundst&uuml;cks von Geschwistern<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die unentgeltliche &Uuml;bertragung eines Miteigentumsanteils an einem Grundst&uuml;ck unter Geschwistern, die ein Elternteil in einem Schenkungsvertrag durch Auflage gegen&uuml;ber dem beschenkten Kind angeordnet hat, kann &#8211;ebenso wie die Verpflichtung hierzu&#8211; aufgrund einer Zusammenschau grunderwerbsteuerrechtlicher Befreiungsvorschriften von der Grunderwerbsteuer befreit sein, wenn sich der tats&auml;chlich verwirklichte Grundst&uuml;ckserwerb im Grunde als abgek&uuml;rzter &Uuml;bertragungsweg darstellt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Steuerfreiheit des Grundst&uuml;ckserwerbs kann sich aus der mehrfachen Anwendung derselben grunderwerbsteuerrechtlichen Befreiungsvorschrift f&uuml;r die unterbliebenen Zwischenerwerbe ergeben.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 1. Juli 2015&nbsp;&nbsp;7 K 1256\/14 GE wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) und seine Schwester waren je zur H&auml;lfte Miteigent&uuml;mer des Grundst&uuml;cks 1, das ihnen ihre Mutter am 20.&nbsp;Dezember 2002 unter Vorbehalt eines Nie&szlig;brauchs &uuml;bertragen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 12.&nbsp;August 2010 &uuml;bertrug die Mutter das Grundst&uuml;ck 2 auf die Schwester unter Vorbehalt eines lebenslangen Nie&szlig;brauchs. In Ziff.&nbsp;II &sect;&nbsp;4 des Vertrags ordnete die Mutter als Auflage an, dass die Schwester verpflichtet ist, ihren h&auml;lftigen Anteil an dem Grundst&uuml;ck&nbsp;1 (Miteigentumsanteil) auf den Kl&auml;ger unentgeltlich unter &Uuml;bernahme der im Grundbuch zugunsten der Mutter eingetragenen Belastungen &#8211;des Nie&szlig;brauchs und einer R&uuml;ckauflassungsvormerkung&#8211; zu &uuml;bertragen. Der Kl&auml;ger muss sich diesen Erwerb auf seinen Pflichtteilsanspruch bei dem Tod der Mutter anrechnen lassen. Die Schwester &uuml;bertrug ihren h&auml;lftigen Miteigentumsanteil am Grundst&uuml;ck&nbsp;1 auf den Kl&auml;ger zur Erf&uuml;llung der Auflage (Ziff.&nbsp;III des Vertrags). Der h&auml;lftige Verkehrswert des Grundst&uuml;cks&nbsp;1 wurde mit 144.000&nbsp;EUR angegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger f&uuml;r den Erwerb des Miteigentumsanteils an dem Grundst&uuml;ck&nbsp;1 mit Bescheid vom 24.&nbsp;August 2010, ausgehend von einer Bemessungsgrundlage von 144.000&nbsp;EUR, Grunderwerbsteuer in H&ouml;he von 5.040&nbsp;EUR fest. In der Einspruchsentscheidung setzte das FA die Grunderwerbsteuer auf 2.665&nbsp;EUR herab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FA aus, es handle sich wegen der &Uuml;bernahme der grundbuchrechtlichen Belastungen um eine Schenkung unter einer Auflage, deren Wert die Bereicherung nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) mindere. Daher unterliege nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) der Grundst&uuml;ckserwerb mit dem Wert der Auflage der Grunderwerbsteuer. Als Bemessungsgrundlage zog das FA ausgehend vom h&auml;lftigen Jahreswert des Nie&szlig;brauchs einen Betrag von 76.163&nbsp;EUR heran.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) hob den Bescheid vom 24.&nbsp;August 2010 und die Einspruchsentscheidung auf. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus: Aufgrund einer Zusammenschau grunderwerbsteuerrechtlicher Befreiungsvorschriften sei die unentgeltliche &Uuml;bertragung des Miteigentumsanteils an dem Grundst&uuml;ck&nbsp;1 von der Schwester auf den Kl&auml;ger, die seitens der Mutter im Rahmen der &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks&nbsp;2 veranlasst wurde und deren Zuwendungswert auf den Pflichtteil anzurechnen war, bei gleichzeitiger &Uuml;bernahme des Nie&szlig;brauchs und der R&uuml;ckauflassungsvormerkung zugunsten der Mutter von der Grunderwerbsteuer befreit. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 1625 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht das FA eine Verletzung des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 und Nr.&nbsp;6 GrEStG geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Erwerb des Miteigentumsanteils durch den Kl&auml;ger von seiner Schwester aufgrund einer Zusammenschau von grunderwerbsteuerrechtlichen Befreiungsvorschriften nach ihrem Sinn und Zweck von der Grunderwerbsteuer befreit ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG unterliegt der Grunderwerbsteuer u.a. ein Kaufvertrag oder ein anderes Rechtsgesch&auml;ft, das den Anspruch auf &Uuml;bereignung eines inl&auml;ndischen Grundst&uuml;cks begr&uuml;ndet. Die Auflassung unterliegt nur dann der Grunderwerbsteuer, wenn kein Rechtsgesch&auml;ft vorangegangen ist, das den Anspruch auf &Uuml;bereignung begr&uuml;ndet (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 GrEStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Verpflichtungsgesch&auml;ft i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG kann auch ein Vertrag zugunsten Dritter (&sect;&sect;&nbsp;328&nbsp;ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Voraussetzung eines solchen Vertrags ist, dass der Dritte unmittelbar das Recht erwirbt, die &Uuml;bereignung des Grundst&uuml;cks zu fordern (vgl. &sect;&nbsp;328 Abs.&nbsp;1 BGB). Ob bei einer Schenkung unter einer Auflage (&sect;&nbsp;525 Abs.&nbsp;1 BGB), bei der die Auflage darin besteht, einem Dritten etwas zuzuwenden, ein echter Vertrag zugunsten Dritter vorliegt, ist durch Auslegung der vertraglichen Vereinbarungen zu ermitteln (vgl. Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 25.&nbsp;Juni 1986&nbsp;&nbsp;21&nbsp;U&nbsp;239\/84, Wertpapier-Mitteilungen\/Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Bankrecht 1987, 1248; Palandt\/Gr&uuml;neberg, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 78.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;330 Rz&nbsp;3, m.w.N.). Ist zwischen Schenker und Bedachtem vereinbart, dass der Bedachte eine Leistung an einen Dritten erbringen soll, ist im Zweifel anzunehmen, dass der Dritte unmittelbar das Recht erlangen soll, die Leistung zu fordern (vgl. &sect;&nbsp;330 Satz&nbsp;2 i.V.m. Satz&nbsp;1 BGB). Entsprechendes gilt, wenn sich die Vereinbarung darauf bezieht, ein Grundst&uuml;ck auf einen Dritten zu &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Grunderwerbsteuer unterliegt in diesem Fall der Vertrag zwischen Schenker und Bedachtem als Rechtsgesch&auml;ft i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG, denn dieser begr&uuml;ndet den Anspruch des Dritten auf &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall kann dahingestellt bleiben, ob der von der Mutter und der Schwester des Kl&auml;gers abgeschlossene Schenkungsvertrag vom 12.&nbsp;August 2010 hinsichtlich der Auflage zugunsten des Kl&auml;gers &#8211;Verpflichtung zur &Uuml;bereignung des Miteigentumsanteils am Grundst&uuml;ck&nbsp;1 gem&auml;&szlig; Ziff.&nbsp;II &sect;&nbsp;4 des Vertrags&#8211; ein echter Vertrag zugunsten Dritter und damit grunderwerbsteuerbar ist oder ob die von der Schwester in Erf&uuml;llung der Auflage vorgenommene &Uuml;bertragung des Miteigentumsanteils gem&auml;&szlig; Ziff.&nbsp;III des Vertrags auf den Kl&auml;ger der Grunderwerbsteuer unterliegt. In beiden F&auml;llen ist der angefochtene Bescheid rechtswidrig und verletzt den Kl&auml;ger wegen der Nichtbeachtung der grunderwerbsteuerrechtlichen Befreiungsvorschriften in seinen Rechten (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die unentgeltliche &Uuml;bertragung eines Miteigentumsanteils an einem Grundst&uuml;ck unter Geschwistern, die ein Elternteil in einem notariell beurkundeten Schenkungsvertrag durch Auflage gegen&uuml;ber dem beschenkten Kind angeordnet hat, kann &#8211;ebenso wie die Verpflichtung hierzu&#8211; aufgrund einer Zusammenschau grunderwerbsteuerrechtlicher Befreiungsvorschriften nach ihrem Sinn und Zweck von der Grunderwerbsteuer befreit sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG sind von der Besteuerung ausgenommen der Grundst&uuml;ckserwerb von Todes wegen und Grundst&uuml;cksschenkungen unter Lebenden i.S. des ErbStG. Schenkungen unter einer Auflage unterliegen der Besteuerung jedoch hinsichtlich des Werts solcher Auflagen, die bei der Schenkungsteuer abziehbar sind (&sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GrEStG). Nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 GrEStG ist von der Besteuerung weiter ausgenommen der Erwerb eines Grundst&uuml;cks durch Personen, die mit dem Ver&auml;u&szlig;erer in gerader Linie verwandt sind oder deren Verwandtschaft durch die Annahme als Kind b&uuml;rgerlich-rechtlich erloschen ist. Die Steuerbefreiungen nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 und Nr.&nbsp;6 GrEStG kn&uuml;pfen an den Erwerb an. Daher ist, falls Schenker oder Ver&auml;u&szlig;erer und &Uuml;bertragender nicht personenidentisch sind, f&uuml;r die Frage, ob die gesetzlichen Voraussetzungen des jeweiligen Befreiungstatbestands erf&uuml;llt sind, auf das Verh&auml;ltnis zwischen den am grunderwerbsteuerrechtlichen Erwerb Beteiligten &#8211;dem &Uuml;bertragenden und dem Erwerber&#8211; abzustellen (vgl. Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;1; Me&szlig;bacher-H&ouml;nsch in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, 19.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;10, 21&nbsp;ff.; Pahlke, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 6.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;2&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die unentgeltliche &Uuml;bertragung eines Miteigentumsanteils aufgrund einer Schenkung unter Auflage an einem Grundst&uuml;ck unter Geschwistern ist f&uuml;r sich allein betrachtet weder nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 GrEStG noch nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 GrEStG von der Grunderwerbsteuer befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Befreiung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GrEStG scheidet nach dessen Gesetzeswortlaut aus. Die Befreiungsvorschrift setzt voraus, dass zivilrechtlich und schenkungsteuerrechtlich Gegenstand der Schenkung ein Grundst&uuml;ck ist und sich der Grundst&uuml;ckserwerb zwischen Schenker und Bedachtem vollzieht (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;Dezember 2015 II&nbsp;R&nbsp;49\/14, BFHE 251, 513, BStBl II 2016, 292, Rz&nbsp;10). &Uuml;bertr&auml;gt ein Kind einen Miteigentumsanteil an einem Grundst&uuml;ck auf seine Geschwister zur Erf&uuml;llung einer durch einen Elternteil in einem notariell beurkundeten Vertrag angeordneten Auflage, erfolgt die &Uuml;bertragung zwischen den Geschwistern nicht freigebig, sondern aufgrund der Verpflichtung aus der Auflage des Elternteils. Schenker des Grundst&uuml;cks ist in diesem Fall nicht das mit der Auflage beschwerte Kind, sondern der Elternteil, der die Auflage verf&uuml;gt. Schenkungsteuerrechtlich ist der Elternteil als Zuwendender i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 ErbStG anzusehen, weil das mit der Auflage beschwerte Kind ihm gegen&uuml;ber zur &Uuml;bertragung des Miteigentumsanteils auf seine Geschwister verpflichtet ist. Grunderwerbsteuerrechtlich vollzieht sich der Grundst&uuml;ckserwerb aber nicht zwischen dem Schenker und dem Bedachten, da die unentgeltliche &Uuml;bertragung des Miteigentumsanteils zwischen den Geschwistern erfolgt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 513, BStBl II 2016, 292, Rz&nbsp;11&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Befreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 GrEStG ist ebenfalls nicht gegeben. Am Erwerb beteiligte Geschwister sind nicht &#8211;wie von der Befreiungsvorschrift gefordert&#8211; in gerader Linie, sondern in der Seitenlinie verwandt (&sect;&nbsp;1589 Satz&nbsp;2 BGB).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Steuerbefreiung kann aber aufgrund einer Zusammenschau von grunderwerbsteuerrechtlichen Befreiungsvorschriften nach ihrem Sinn und Zweck &uuml;ber ihren Gesetzeswortlaut hinaus dann gew&auml;hrt werden, wenn sich der tats&auml;chlich verwirklichte Grundst&uuml;ckserwerb als abgek&uuml;rzter &Uuml;bertragungsweg darstellt und die unterbliebenen Zwischenerwerbe, wenn sie durchgef&uuml;hrt worden w&auml;ren, ebenfalls steuerfrei w&auml;ren (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 513, BStBl II 2016, 292, Rz&nbsp;9; BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;August 2014 II&nbsp;B&nbsp;131\/13, BFH\/NV 2015, 5, Rz&nbsp;16). Die Steuerfreiheit der unterbliebenen Zwischenerwerbe kann sich auch aus der mehrfachen Anwendung derselben Befreiungsvorschrift ergeben (vgl. Behrens, Betriebs-Berater 2015, 168). Der Zusammenschau als Auslegungsmethode sind jedoch Schranken gesetzt. Diese darf immer nur an einen real verwirklichten, nicht aber an einen fiktiven Sachverhalt ankn&uuml;pfen (BFH-Urteil in BFHE 251, 513, BStBl II 2016, 292, Rz&nbsp;9). Sie darf nicht zu einer Erweiterung des Anwendungsbereichs einer Befreiungsvorschrift &uuml;ber ihren Zweck hinaus f&uuml;hren (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2015, 5, Rz&nbsp;21). Des Weiteren darf kein Gestaltungsmissbrauch i.S. des &sect;&nbsp;42 der Abgabenordnung (AO) vorliegen (BFH-Urteil in BFHE 251, 513, BStBl II 2016, 292, Rz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die von einem Elternteil durch Auflage in einem notariell beurkundeten Schenkungsvertrag angeordnete unentgeltliche &Uuml;bertragung eines Miteigentumsanteils an einem Grundst&uuml;ck von dem mit der Auflage beschwerten Kind auf das erwerbende Kind stellt sich als abgek&uuml;rzter Weg einer unentgeltlichen &Uuml;bertragung des Miteigentumsanteils von dem Elternteil auf das erwerbende Kind dar. Der erste unterbliebene Zwischenerwerb &#8211;die &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks von dem mit der Auflage beschwerten Kind auf den Elternteil&#8211; w&auml;re nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 GrEStG steuerfrei, da das Kind und der Elternteil in gerader Linie verwandt sind (&sect;&nbsp;1589 Satz&nbsp;1 BGB). Der zweite unterbliebene Zwischenerwerb &#8211;die unentgeltliche &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks von dem Elternteil auf das erwerbende Kind&#8211; w&auml;re wegen des Verwandtschaftsverh&auml;ltnisses in gerader Linie ebenfalls nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 GrEStG von der Steuer befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Allein der Umstand, dass die Befreiungsvorschrift des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 GrEStG wegen dessen Satz&nbsp;2 in F&auml;llen &uuml;bernommener Belastungen, die bei der Schenkungsteuer abziehbar sind, weniger weit reicht als &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 GrEStG, hindert die Anwendung der zuletzt genannten Vorschrift nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Zusammenschau von grunderwerbsteuerrechtlichen Befreiungsvorschriften kn&uuml;pft an einen real verwirklichten Sachverhalt an. Real verwirklichter Sachverhalt ist die von einem Elternteil in einer Auflage angeordnete unentgeltliche &Uuml;bertragung des Miteigentumsanteils an einem Grundst&uuml;ck von dem mit der Auflage beschwerten Kind auf das erwerbende Kind. Gleichzeitig tr&auml;gt die Zusammenschau dem Umstand Rechnung, dass &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 GrEStG den im abgek&uuml;rzten &Uuml;bertragungsweg verwirklichten Vorgang &#8211;die von dem Elternteil veranlasste Schenkung des mit grundbuchrechtlichen Belastungen versehenen Miteigentumsanteils an dem Grundst&uuml;ck an das erwerbende Kind&#8211; vollst&auml;ndig von der Grunderwerbsteuer befreit. Dadurch wird der Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 GrEStG &#8211;die grunderwerbsteuerrechtliche Befreiung von Erwerben zwischen Eltern und Kindern&#8211; erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wird der Miteigentumsanteil an dem Grundst&uuml;ck unentgeltlich unter &Uuml;bernahme der im Grundbuch eingetragenen Belastungen &uuml;bertragen, erf&uuml;llt die Zuwendung die Merkmale einer Schenkung unter einer Nutzungs- oder Duldungsauflage (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2015, 5, Rz&nbsp;20). Schenkungsteuerrechtlich liegt eine freigebige Zuwendung des Elternteils an das erwerbende Kind vor (vgl. unter II.2.b&nbsp;aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Grunderwerbsteuerrechtlich hat der Gesetzgeber in &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 GrEStG Erwerbe zwischen Eltern und Kindern vollst&auml;ndig von der Steuer befreit, unabh&auml;ngig davon, ob es sich um entgeltliche oder unentgeltliche Erwerbe handelt. Insoweit geht bei unentgeltlichen &Uuml;bertragungen unter einer Nutzungs- oder Duldungsauflage zwischen Eltern und Kindern als Verwandte in gerader Linie die grunderwerbsteuerrechtliche Befreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 GrEStG weiter als diejenige nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 GrEStG. Nach letzterer w&auml;ren solche unentgeltlichen &Uuml;bertragungen zwischen Eltern und Kindern nur teilweise von der Grunderwerbsteuer befreit und w&uuml;rden mit dem Wert der bei der Schenkungsteuer abziehbaren Auflagen der Grunderwerbsteuer unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Aufgrund einer Zusammenschau grunderwerbsteuerrechtlicher Befreiungsvorschriften ist die Steuerbefreiung nur dann zu gew&auml;hren, wenn f&uuml;r den tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrten &Uuml;bertragungsweg &#8211;die &Uuml;bertragung auf Veranlassung des Elternteils durch das mit einer Auflage beschwerte Kind auf das erwerbende Kind&#8211; ein &uuml;ber die Steuerersparnis hinausgehender beachtlicher Grund ersichtlich ist. Ein solcher kann darin gesehen werden, dass der veranlassende Elternteil bei einer (Neu-)Gestaltung der vorweggenommenen Erbfolge gegen&uuml;ber dem erwerbenden Kind als Schenker auftreten m&ouml;chte (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 513, BStBl II 2016, 292, Rz&nbsp;18; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2015, 5, Rz&nbsp;18) und die &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks auf das beg&uuml;nstigte Kind unter Anrechnung auf dessen Pflichtteil nach dem Tod des Elternteils erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Liegt ein beachtlicher Grund f&uuml;r den gew&auml;hlten &Uuml;bertragungsweg vor, steht der Zusammenschau auch &sect;&nbsp;42 AO nicht entgegen. Ein Gestaltungsmissbrauch i.S. des &sect;&nbsp;42 AO, der vorliegen kann, wenn eine Grundst&uuml;cks&uuml;bertragung zwischen Geschwistern zwecks Ausnutzung der Befreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 GrEStG auf dem Umweg &uuml;ber die Eltern oder einen Elternteil erfolgt und hierf&uuml;r kein au&szlig;erhalb der Steuerersparnis liegender beachtlicher Grund vorhanden ist (BFH-Urteil in BFHE 251, 513, BStBl II 2016, 292, Rz&nbsp;16), ist dann nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Der Anwendungsbereich von &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 GrEStG wird nicht &uuml;ber seinen Sinn und Zweck hinaus erweitert. Unentgeltliche &Uuml;bertragungen zwischen Geschwistern sind nicht stets, sondern nur ausnahmsweise dann vollst&auml;ndig von der Grunderwerbsteuer befreit, wenn die &Uuml;bertragung auf dem Willen des schenkenden Elternteils beruht und von diesem veranlasst wurde, sie daher einer solchen zwischen dem Elternteil und dem erwerbenden Kind gleichkommt und ein beachtlicher Grund f&uuml;r den gew&auml;hlten Weg ersichtlich ist. Das bedeutet insbesondere, dass der innere Grund des Erwerbs nicht allein in dem Verh&auml;ltnis zwischen den Geschwistern liegen darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Senat bei lediglich summarischer Pr&uuml;fung eines &auml;hnlichen Sachverhalts im Beschluss in BFH\/NV 2015, 5 (Rz&nbsp;21) die Auffassung vertreten hat, eine solche &Uuml;bertragung w&auml;re nur teilweise von der Grunderwerbsteuer befreit, h&auml;lt er hieran nicht mehr fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zu Recht entschieden, dass die unentgeltliche &Uuml;bertragung des Miteigentumsanteils am Grundst&uuml;ck&nbsp;1 von der Schwester auf den Kl&auml;ger vollst&auml;ndig von der Grunderwerbsteuer befreit war. Die &Uuml;bertragung war von der Mutter veranlasst. Sie verpflichtete in dem notariell beurkundeten Vertrag vom 12.&nbsp;August 2010 die Schwester im Wege einer Auflage, den Miteigentumsanteil unter &Uuml;bernahme der zugunsten der Mutter im Grundbuch eingetragenen Belastungen auf den Kl&auml;ger zu &uuml;bertragen. Insbesondere wenn &#8211;wie das FA vortr&auml;gt&#8211; im Jahr 2002 das Grundst&uuml;ck&nbsp;1 &quot;aus famili&auml;ren Gr&uuml;nden&quot; anteilig jeweils zur H&auml;lfte auf die Schwester und den Kl&auml;ger &uuml;bergehen sollte, zeigt dies das Interesse der Mutter, im Jahr 2010 die Erbfolge neu zu gestalten und gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger auch bez&uuml;glich des anderen h&auml;lftigen Miteigentumsanteils an dem Grundst&uuml;ck&nbsp;1 als Schenkerin aufzutreten. Insoweit entspricht der Sachverhalt auch dem des BFH-Urteils in BFHE 251, 513, BStBl II 2016, 292. Auch dort wurde das Interesse des Schenkers verwirklicht, die Erbfolge neu zu gestalten, nachdem weitere eheliche Kinder\/Geschwister geboren wurden. Dass die Zuwendung des h&auml;lftigen Miteigentumsanteils von Seiten der Mutter und nicht von der Schwester erfolgen sollte, brachte die Mutter schlie&szlig;lich dadurch zum Ausdruck, dass der Kl&auml;ger sich den Erwerb auf den Wert seines Pflichtteilsanspruchs nach dem Tod der Mutter anrechnen lassen musste und die Mutter daher durch die Schenkung die Erbfolge vorwegnehmen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.11.2018, II R 38\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.071118.IIR38.15.0 Grunderwerbsteuerbefreiung f&uuml;r Erwerb eines Grundst&uuml;cks von Geschwistern Leits&auml;tze 1. Die unentgeltliche &Uuml;bertragung eines Miteigentumsanteils an einem Grundst&uuml;ck unter Geschwistern, die ein Elternteil in einem Schenkungsvertrag durch Auflage gegen&uuml;ber dem beschenkten Kind angeordnet hat, kann &#8211;ebenso wie die Verpflichtung hierzu&#8211; aufgrund einer Zusammenschau grunderwerbsteuerrechtlicher Befreiungsvorschriften von der Grunderwerbsteuer befreit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-38-15-grunderwerbsteuerbefreiung-fuer-erwerb-eines-grundstuecks-von-geschwistern\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;38\/15 &#8211; Grunderwerbsteuerbefreiung f&uuml;r Erwerb eines Grundst&uuml;cks von Geschwistern<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70447","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70447"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70447\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70447"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70447"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}