{"id":70448,"date":"2019-03-15T12:05:08","date_gmt":"2019-03-15T10:05:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70448"},"modified":"2019-03-15T12:05:08","modified_gmt":"2019-03-15T10:05:08","slug":"viii-r-37-15-anerkennung-von-verlusten-aus-knock-out-zertifikaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-37-15-anerkennung-von-verlusten-aus-knock-out-zertifikaten\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;37\/15 &#8211; Anerkennung von Verlusten aus Knock-out-Zertifikaten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2018, VIII R 37\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.201118.VIIIR37.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anerkennung von Verlusten aus Knock-out-Zertifikaten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Kommt es bei Knock-out-Zertifikaten zum Eintritt des Knock-out-Ereignisses, k&ouml;nnen die Anschaffungskosten dieser Zertifikate nach der ab 1. Januar 2009 geltenden Rechtslage im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen als Verlust ber&uuml;cksichtigt werden, ohne dass es auf die Einordnung als Termingesch&auml;ft ankommt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 6. Oktober 2015&nbsp;&nbsp;9 K 4203\/13 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die steuerliche Anerkennung von Verlusten aus Knock-out-Zertifikaten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erwarb im Streitjahr (2011) verschiedene Knock-out-Zertifikate, bei denen noch w&auml;hrend des Streitjahrs die Knock-out-Schwelle erreicht wurde. Die entsprechenden Zertifikate wurden daraufhin ohne Differenzausgleich bzw. Restwert ausgebucht. Im Rahmen der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2011 machte der Kl&auml;ger hierf&uuml;r Verluste in H&ouml;he von insgesamt 130.058,89&nbsp;EUR geltend, die der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nicht anerkannte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einem insoweit erfolglosen Einspruchsverfahren und hiergegen gerichteter Klage &auml;nderte das Finanzgericht (FG) den Einkommensteuerbescheid 2011 und ber&uuml;cksichtigte die geltend gemachten Aufwendungen in H&ouml;he von 130.058,89&nbsp;EUR als zus&auml;tzliche Verluste bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen. Nach Auffassung des FG kommt es im Ergebnis nicht darauf an, ob die Knock-out-Zertifikate als Termingesch&auml;fte i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) zu qualifizieren sind. Sofern man &#8211;trotz der vom Bundesfinanzhof (BFH) vertretenen Orientierung am Zivilrecht&#8211; die Voraussetzungen eines Termingesch&auml;fts bejahe, seien die Verluste unter Anwendung der zum Verfall von Optionen entwickelten Grunds&auml;tze abzugsf&auml;hig. Sofern man keine Termingesch&auml;fte annehme, handele es sich um sonstige Kapitalforderungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG, so dass die Verluste nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG zu ber&uuml;cksichtigen seien. Denn der Eintritt des Knock-out-Ereignisses sei mit einer &quot;Einl&ouml;sung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG gleichzusetzen. Die Gr&uuml;nde sind in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 2173 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht das FA geltend, die Verluste des Kl&auml;gers aus dem Verfall der Knock-out-Zertifikate seien unabh&auml;ngig von der Qualifizierung als Termingesch&auml;fte steuerlich nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Liege ein Termingesch&auml;ft vor, sei es durch Erreichen des vereinbarten Schwellenwerts weder zu einem Differenzausgleich noch zu einer Ver&auml;u&szlig;erung gekommen. Nach dem BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;April 2012 IX&nbsp;B&nbsp;154\/10 (BFHE 236, 557, BStBl II 2012, 454) erf&uuml;lle der automatische Verfall des Zertifikats nicht die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG. Die Urteile des BFH zur alten Rechtslage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG a.F. seien auf die Rechtslage ab Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer nicht anwendbar. Liege kein Termingesch&auml;ft vor, f&uuml;hre dies ebenfalls nicht zur steuerlichen Anerkennung der Verluste. Denn der Forderungsausfall werde auch nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer nicht von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 i.V.m. Satz&nbsp;2 EStG erfasst. Die BFH-Rechtsprechung zur Behandlung des insolvenzbedingten Ausfalls einer privaten Darlehensforderung (Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;13\/15, BFHE 259, 535) sei nicht auf den Eintritt eines Knock-out-Ereignisses auszudehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision des FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat rechtsfehlerfrei entschieden, dass der Verlust des Kl&auml;gers aus dem Erwerb der Knock-out-Zertifikate in H&ouml;he von 130.058,89&nbsp;EUR im Streitjahr bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar erlauben die eingeschr&auml;nkten Feststellungen des FG zu den Konditionen der streitigen Knock-out-Zertifikate keine Entscheidung, ob es sich um Termingesch&auml;fte i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG handelt (vgl. auch BFH-Beschluss in BFHE 236, 557, BStBl II 2012, 454, und BFH-Urteil vom 10.&nbsp;November 2015 IX&nbsp;R&nbsp;20\/14, BFHE 251, 381, BStBl II 2016, 159, in denen f&uuml;r Knock-out-Indexzertifikate auf den Goldpreis bzw. Knock-out-Optionsgesch&auml;fte die Einordnung als Termingesch&auml;ft ausdr&uuml;cklich offen gelassen worden ist). Gleichwohl ist das FG auf Grundlage seiner alternativen Betrachtung zu Recht davon ausgegangen, dass die vorhandenen Feststellungen ausreichen, um die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Verluste ber&uuml;cksichtigen zu k&ouml;nnen. Denn liegt ein Termingesch&auml;ft vor, ist der Verlust gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG i.V.m. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG zu ber&uuml;cksichtigen (s. nachfolgend unter 1.). Sollten die Voraussetzungen eines Termingesch&auml;fts dagegen nicht erf&uuml;llt sein, folgt die steuerliche Anerkennung des Verlusts aus &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG. Der Eintritt des Knock-out-Ereignisses stellt in diesem Fall eine (automatische) &quot;Einl&ouml;sung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG dar (s. nachfolgend unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen auch der Gewinn bei Termingesch&auml;ften, durch die der Steuerpflichtige einen Differenzausgleich oder einen durch den Wert einer ver&auml;nderlichen Bezugsgr&ouml;&szlig;e bestimmten Geldbetrag oder Vorteil erlangt. Unter der Annahme eines Termingesch&auml;fts liegen diese Voraussetzungen im Streitfall vor. Insbesondere wird auch der automatische Verfall des Termingesch&auml;fts bei Erreichen der Knock-out-Schwelle erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entsprechend seinem Wortlaut gilt &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG nur f&uuml;r solche Termingesch&auml;fte, die auf die Erzielung eines Differenzausgleichs und nicht auf die tats&auml;chliche (&quot;physische&quot;) Lieferung des Basiswertes am Ende der Laufzeit gerichtet sind (Senatsurteil vom 24.&nbsp;Oktober 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;35\/15, BFHE 259, 540, BStBl II 2018, 189; BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juli 2016 I&nbsp;R&nbsp;25\/14, BFHE 254, 326, BStBl II 2018, 124, zu &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG 1999, jeweils m.w.N.). Dabei kommt es auf eine wirtschaftliche Betrachtung an, d.h. ein Termingesch&auml;ft mit Differenzausgleich kann auch dann vorliegen, wenn vor F&auml;lligkeit eines auf tats&auml;chliche Lieferung ausgerichteten Er&ouml;ffnungsgesch&auml;fts (z.B. Lieferung bestimmter Devisen zu einem vereinbarten Preis am Tag X) ein Gegengesch&auml;ft (z.B. R&uuml;cktausch dieser Devisen zum Tageskurs am Tag&nbsp;X) vereinbart wird (BFH-Urteile in BFHE 254, 326, BStBl II 2018, 124; vom 21.&nbsp;Februar 2018 I&nbsp;R&nbsp;60\/16, BFH\/NV 2018, 852). Allerdings m&uuml;ssen beide Gesch&auml;fte derart miteinander verkn&uuml;pft sein, dass der auf die Realisierung einer Differenz aus Er&ouml;ffnungs- und Gegengesch&auml;ft gerichtete Wille der Vertragsbeteiligten erkennbar ist (Senatsurteil in BFHE 259, 540, BStBl II 2018, 189).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) bestehen im Streitfall keine Anhaltspunkte, dass die Knock-out-Zertifikate auf die tats&auml;chliche Lieferung der Basiswerte gerichtet waren. Vielmehr ergibt sich aus den Erl&auml;uterungen des FG zur Funktionsweise der streitigen Knock-out-Zertifikate, dass sie (nur) auf die Zahlung eines Differenzausgleichs zielten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dar&uuml;ber hinaus erfasst &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG auch den automatischen Verfall des Termingesch&auml;fts bei Erreichen der Knock-out-Schwelle, der ohne Zahlung eines Restwerts zur Ausbuchung f&uuml;hrte. Die gegenteilige Auffassung des BFH zu &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG a.F. (BFH-Urteil in BFHE 251, 381, BStBl II 2016, 159; BFH-Beschluss in BFHE 236, 557, BStBl II 2012, 454) ist &uuml;berholt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Regelung in &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG a.F. stellte f&uuml;r die Besteuerung von Termingesch&auml;ften noch auf den Erwerb und die Beendigung des Rechts auf Differenzausgleich und damit auf einen sog. gestreckten Steuertatbestand ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiervon sollte nach einer Fortentwicklung der BFH-Rechtsprechung im Jahr 2012 auch die Nichtaus&uuml;bung einer (wertlosen) Option erfasst sein, da von dem Steuerpflichtigen kein wirtschaftlich sinnloses Verhalten in Gestalt der zu einer negativen Differenz f&uuml;hrenden Aus&uuml;bung der Option verlangt werden k&ouml;nne (BFH-Urteil vom 26.&nbsp;September 2012 IX&nbsp;R&nbsp;50\/09, BFHE 239, 95, BStBl II 2013, 231). Dies setzte aber voraus, dass dem Steuerpflichtigen ein Entscheidungsspielraum blieb. Deshalb lehnte der BFH bei Knock-out-Zertifikaten, deren Verfall bereits ex ante an einen bestimmten Kurswert gekoppelt war, weiterhin eine Beendigung des Rechts i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG a.F. durch das Erreichen der Knock-out-Schwelle ab (BFH-Urteil in BFHE 251, 381, BStBl II 2016, 159; a.A. Moritz\/ Strohm, Handbuch Besteuerung privater Kapitalanlagen, Kap.&nbsp;A Rz&nbsp;203).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 (UntStRefG 2008) vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912) eingef&uuml;hrte Regelung zur Besteuerung von Termingesch&auml;ften in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG bezieht sich dagegen nicht mehr auf die &quot;Beendigung des Rechts&quot;, sondern stellt nur noch auf den Abschluss eines Termingesch&auml;fts und dessen wirtschaftliches Ergebnis ab (&quot;&#8230; Gewinn bei Termingesch&auml;ften &#8230;&quot;). Damit wollte der Gesetzgeber s&auml;mtliche Vor- und Nachteile &quot;bei Termingesch&auml;ften&quot; erfassen, d.h. jedweden Ausgang des Termingesch&auml;fts (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Januar 2016 IX&nbsp;R&nbsp;48\/14, BFHE 252, 423, BStBl II 2016, 456).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Optionsgesch&auml;ften hat der BFH in BFHE 252, 423, BStBl II 2016, 456 bereits klargestellt, dass &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG auch den Verfall von Optionen erfasst und &#8211;in Abweichung zur alten Rechtslage (vgl. hierzu BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Dezember 2007 IX&nbsp;R&nbsp;11\/06, BFHE 219, 574, BStBl II 2008, 519; vom 9.&nbsp;Oktober 2008 IX&nbsp;R&nbsp;69\/07, BFH\/NV 2009, 152)&#8211; nicht mehr zwischen Er&ouml;ffnungs- und Basisgesch&auml;ft zu trennen ist, sondern die Anschaffung der Option und der Ausgang des Optionsgesch&auml;fts im Rahmen einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise grunds&auml;tzlich eine Einheit darstellen (vgl. auch Senatsurteil vom 20.&nbsp;Oktober 2016 VIII&nbsp;R&nbsp;55\/13, BFHE 256, 56, BStBl II 2017, 264).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Rechtsprechung ist auch auf Knock-out-Zertifikate &uuml;bertragbar. Da jedweder Ausgang eines Termingesch&auml;fts erfasst werden soll, kann es nicht mehr entscheidungserheblich darauf ankommen, ob dem Steuerpflichtigen ein Entscheidungsspielraum bleibt oder ob das Recht aufgrund des Eintritts der Knock-out-Schwelle automatisch verf&auml;llt. Im &Uuml;brigen entspricht diese Auslegung dem verfassungsrechtlichen Gebot der Ausrichtung der Steuerlast am Prinzip der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit und dem Gebot der Folgerichtigkeit in Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG). Die Leistungsf&auml;higkeit des Steuerpflichtigen ist auch dann um die Anschaffungskosten f&uuml;r die Zertifikate gemindert, wenn sie aufgrund des Eintritts der Knock-out-Schwelle automatisch verfallen und ausgebucht werden (vgl. zum Verfall von Optionen BFH-Urteil in BFHE 252, 423, BStBl II 2016, 456).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG ist der Gewinn i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG der Differenzausgleich oder der durch den Wert einer ver&auml;nderlichen Bezugsgr&ouml;&szlig;e bestimmte Geldbetrag oder Vorteil abz&uuml;glich der Aufwendungen, die im unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit dem Termingesch&auml;ft stehen. Dieser Gewinn kann auch negativ sein (Senatsurteil in BFHE 256, 56, BStBl II 2017, 264).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraus ergibt sich im Streitfall der vom Kl&auml;ger geltend gemachte Verlust in H&ouml;he von 130.058,89&nbsp;EUR. Denn die Anschaffungskosten f&uuml;r die nach Eintritt der Knock-out-Schwelle verfallenen und ausgebuchten Zertifikate stehen in einem unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit dem Termingesch&auml;ft (vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 252, 423, BStBl II 2016, 456 zu Anschaffungskosten f&uuml;r Optionen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Sofern die Knock-out-Zertifikate nicht die Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme von Termingesch&auml;ften erf&uuml;llen, bliebe der Verlust in H&ouml;he von 130.058,89&nbsp;EUR trotzdem steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen. Dies folgt aus &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG ist der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung einer in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG geregelten sonstigen Kapitalforderung steuerpflichtig. Hierzu geh&ouml;ren Kapitalforderungen jeder Art, wenn die R&uuml;ckzahlung des Kapitalverm&ouml;gens oder ein Entgelt f&uuml;r die &Uuml;berlassung des Kapitalverm&ouml;gens zur Nutzung zugesagt oder geleistet worden ist, auch wenn die H&ouml;he der R&uuml;ckzahlung oder des Entgelts von einem ungewissen Ereignis abh&auml;ngt. Als Ver&auml;u&szlig;erung gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG auch die Einl&ouml;sung, R&uuml;ckzahlung, Abtretung oder verdeckte Einlage in eine Kapitalgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Seit dem 1.&nbsp;Januar 2009 erfasst &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG auch Ertr&auml;ge aus reinen Spekulationsanlagen (Vollrisikozertifikate), da nunmehr sowohl die H&ouml;he des Entgelts als auch die H&ouml;he der R&uuml;ckzahlung von einem ungewissen Ereignis abh&auml;ngen darf (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;54; Schmidt\/Levedag, EStG, 37.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;102; Hamacher\/Dahm in Korn, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;283&nbsp;f.; zweifelnd von Beckerath in Kirchhof, EStG, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;112). &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG dient somit letztlich als eine Art Auffangtatbestand (Geurts in Bordewin\/ Brandt, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;605; Schmidt\/Levedag, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;100; a.A. Buge in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;472, und Jochum, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;D\/3 22 und D\/3 42, die von einem Vorrang gegen&uuml;ber &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG ausgehen) und erfasst auch die streitigen Knock-out-Zertifikate.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der automatische Verfall solcher Knock-out-Zertifikate zum Zeitpunkt des Erreichens der Knock-out-Schwelle stellt eine &quot;Einl&ouml;sung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Begriff der Einl&ouml;sung bezieht sich grunds&auml;tzlich auf die Erf&uuml;llung einer Kapitalforderung i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG durch Zahlung des geschuldeten Geldbetrags unter gleichzeitiger R&uuml;ckgabe der &uuml;ber die Kapitalforderung ausgestellten Urkunde (von Beckerath in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;141; Jachmann-Michel\/Lindenberg in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;707c; Moritz\/Strohm, a.a.O., Kap.&nbsp;A Rz&nbsp;220).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der Senat bereits im Zusammenhang mit der Behandlung des insolvenzbedingten Ausfalls einer privaten Darlehensforderung als R&uuml;ckzahlung zu Null i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG ausgef&uuml;hrt hat (Urteil in BFHE 259, 535), sollte mit Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer durch das UntStRefG 2008 aber eine vollst&auml;ndige steuerrechtliche Erfassung aller Wertver&auml;nderungen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen erreicht werden. Daf&uuml;r wurde die traditionelle quellentheoretische Trennung von Verm&ouml;gens- und Ertragsebene aufgegeben. Zus&auml;tzlich dient auch die Gleichstellung der Ver&auml;u&szlig;erung mit verschiedenen Ersatztatbest&auml;nden in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG diesem Ziel (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;56), so dass die Ersatztatbest&auml;nde weit auszulegen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund erfasst &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG sowohl die vertragsm&auml;&szlig;ige Einl&ouml;sung zum Zeitpunkt der Endf&auml;lligkeit bzw. zum Zeitpunkt vereinbarter Einl&ouml;sungstermine als auch jede andere vorzeitige oder versp&auml;tete Einl&ouml;sung (Jachmann-Michel\/Lindenberg in Lademann, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;707c; Moritz\/Strohm, a.a.O., Kap.&nbsp;A Rz&nbsp;220). Dar&uuml;ber hinaus wird der Verfall und die Ausbuchung eines Knock-out-Zertifikats bei Erreichen der Knock-out-Schwelle als (automatische) Einl&ouml;sung zu Null erfasst (Hagen\/Remmel, Betriebs-Berater 2011, 2718, 2723). Der Wortlaut der Norm steht einer solchen Auslegung nicht entgegen. Da es seit Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer bei Kapitalanlagen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG keine steuerlich irrelevante Verm&ouml;gensebene mehr gibt, besteht kein sachlich gerechtfertigter Grund, den Verfall eines Knock-out-Zertifikats nicht unter &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG zu fassen (vgl. auch von Beckerath in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;144). Vielmehr entspricht die Einbeziehung eines solchen Verfalls als automatische Einl&ouml;sung zu Null &#8211;ebenso wie die unter 1. begr&uuml;ndete Einbeziehung in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG&#8211; dem verfassungsrechtlichen Gebot der Ausrichtung der Steuerlast am Prinzip der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit und dem Gebot der Folgerichtigkeit in Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG (vgl. auch HHR\/Buge, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;531 &quot;Erl&ouml;schen von Rechtspositionen&quot;; a.A. Jochum, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;D\/9 18&nbsp;ff., allerdings aufgeweicht durch Rz&nbsp;D\/9 21 a.E.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG zu ermittelnde Gewinn ist der Unterschied zwischen den Einnahmen aus der Ver&auml;u&szlig;erung nach Abzug der Aufwendungen, die im unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit dem Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft stehen, und den Anschaffungskosten. Dies f&uuml;hrt im Streitfall zu dem vom Kl&auml;ger geltend gemachten Verlust in H&ouml;he von 130.058,89&nbsp;EUR. Denn der Kl&auml;ger hatte in dieser H&ouml;he Anschaffungskosten f&uuml;r den Erwerb der im Streitjahr verfallenen Knock-out-Zertifikate.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der geltend gemachte Verlust kann auch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 EStG mit den positiven Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen verrechnet werden (vgl. Senatsurteil in BFHE 256, 56, BStBl II 2017, 264). Das Abzugsverbot gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG steht dem schon deshalb nicht entgegen, weil &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG hierzu eine Sondervorschrift enth&auml;lt (BFH-Urteil in BFHE 252, 423, BStBl II 2016, 456; Heuermann, Der Betrieb 2013, 718, 720; Jachmann, Deutsche Steuerjuristische Gesellschaft Band&nbsp;34, 251, 275&nbsp;ff.; vgl. auch Senatsurteil in BFHE 256, 56, BStBl II 2017, 264).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2018, VIII R 37\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.201118.VIIIR37.15.0 Anerkennung von Verlusten aus Knock-out-Zertifikaten Leits&auml;tze Kommt es bei Knock-out-Zertifikaten zum Eintritt des Knock-out-Ereignisses, k&ouml;nnen die Anschaffungskosten dieser Zertifikate nach der ab 1. Januar 2009 geltenden Rechtslage im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen als Verlust ber&uuml;cksichtigt werden, ohne dass es auf die Einordnung als Termingesch&auml;ft ankommt. Tenor Die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-37-15-anerkennung-von-verlusten-aus-knock-out-zertifikaten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;37\/15 &#8211; Anerkennung von Verlusten aus Knock-out-Zertifikaten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70448","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70448"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70448\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}