{"id":70482,"date":"2019-03-22T20:08:27","date_gmt":"2019-03-22T18:08:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70482"},"modified":"2019-03-22T20:08:27","modified_gmt":"2019-03-22T18:08:27","slug":"i-r-67-16-besteuerungsrecht-und-abzug-auslaendischer-steuern-bei-arbeitnehmertaetigkeit-im-ausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-67-16-besteuerungsrecht-und-abzug-auslaendischer-steuern-bei-arbeitnehmertaetigkeit-im-ausland\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;67\/16 &#8211; Besteuerungsrecht und Abzug ausl&auml;ndischer Steuern bei Arbeitnehmert&auml;tigkeit im Ausland"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.10.2018, I R 67\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.101018.IR67.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerungsrecht und Abzug ausl&auml;ndischer Steuern bei Arbeitnehmert&auml;tigkeit im Ausland<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, die ein Schweizer Staatsangeh&ouml;riger mit Wohnsitz im Inland, aus einer T&auml;tigkeit auf dem franz&ouml;sischen Territorium des Flughafens Basel-Mulhouse-Freiburg erzielt, unterfallen abkommensrechtlich Art. 13 DBA-Frankreich 1959\/1969\/2001. Sind die Voraussetzungen der Grenzg&auml;ngerregelung des Art. 13 Abs. 5 DBA Frankreich nicht erf&uuml;llt, steht das Besteuerungsrecht Frankreich zu (Art. 13 Abs. 1 Satz 1 DBA-Frankreich), so dass die Eink&uuml;nfte bei einer inl&auml;ndischen Veranlagung steuerfrei zu stellen sind (Art. 20 Abs. 1 Buchst. a Satz 1 DBA-Frankreich).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Hat der Steuerpflichtige nicht nachgewiesen, dass Frankreich auf dieses Besteuerungsrecht verzichtet hat oder dass dort auf diese Eink&uuml;nfte Steuern gezahlt wurden, sind die Eink&uuml;nfte nach &sect; 50d Abs. 8 Satz 1 EStG in die Ermittlung der inl&auml;ndischen Bemessungsgrundlage einzubeziehen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Die in der Schweiz aufgrund der Vort&auml;uschung eines dort bestehenden Wohnsitzes erhobenen und entrichteten Steuern sind nicht nach &sect; 34c Abs. 6 Satz 6 i.V.m. Abs. 3 EStG i.d.F. des JStG 2007 bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte wie Werbungskosten abzuziehen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Revision des Kl&auml;gers wird zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 23. Juni 2016&nbsp;&nbsp;3 K 3089\/13 im Hinblick auf die Streitjahre 2007 und 2009 aufgehoben. Die Klage wird insoweit abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">A. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit dem Besteuerungsrecht der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) unterliegen und ob im Ausland angefallene Steuern bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte &quot;wie Werbungskosten&quot; zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger), ein Schweizer Staatsangeh&ouml;riger, war in den Streitjahren (2005 bis 2007, 2009) im Bereich des trinationalen Flughafens Basel-Mulhouse-Freiburg auf franz&ouml;sischem Territorium als Arbeitnehmer f&uuml;r einen schweizerischen Arbeitgeber t&auml;tig. Er wurde auf der Grundlage einer Wohnsitzangabe &quot;&#8230;\/CH&quot; von der Eidgen&ouml;ssischen Steuerverwaltung als in der Schweiz unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig behandelt; seine Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit unterlagen in der Schweiz der Einkommensteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dortige fr&uuml;here Familienwohnung hatte der Kl&auml;ger allerdings im Zuge einer Trennung der Eheleute im Jahr 2003 verlassen. Der Kl&auml;ger wohnte danach zun&auml;chst in nichtehelicher Lebensgemeinschaft im Inland; im Jahr 2006 erwarb er Eigentum im Inland, das zu Vermietungszwecken (Fremdenpension) und in den Streitjahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen&uuml;ber dem Beklagten, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkl&auml;rte der Kl&auml;ger, in Deutschland weder Wohnsitz noch gew&ouml;hnlichen Aufenthalt zu haben. Allerdings w&uuml;rden Vermietungseink&uuml;nfte erzielt. F&uuml;r das Streitjahr 2006 erging ein Verlustfeststellungsbescheid. Nachdem der Kl&auml;ger u.a. f&uuml;r das Streitjahr 2007 zun&auml;chst Erkl&auml;rungen zur beschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht eingereicht hatte, vertrat das FA unter Hinweis auf den inl&auml;ndischen Wohnsitz den Standpunkt, es liege unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht vor. Der Kl&auml;ger verwies darauf, in Deutschland nur einen Zweitwohnsitz zu haben, ans&auml;ssig sei er in der Schweiz. Dazu legte er sowohl eine Bescheinigung vor, in &#8230;\/CH (Familienwohnsitz mit Ehefrau und Kindern) zu wohnen, als auch Unterlagen der Eidgen&ouml;ssischen Steuerverwaltung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA folgte daraufhin den Angaben des Kl&auml;gers und sah die Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerfreistellung der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit als erf&uuml;llt an. Die entsprechenden Einkommensteuerbescheide 2007 und 2009 (und Verlustfeststellungsbescheide) wurden bestandskr&auml;ftig. Nach weiteren Ermittlungen der Steuerfahndung vertrat das FA allerdings die Auffassung, der Kl&auml;ger sei auch abkommensrechtlich in Deutschland ans&auml;ssig gewesen; bei der Besteuerung als sog. Grenzg&auml;nger sei die von ihm nachgewiesene schweizerische Quellensteuer auf die deutsche Einkommensteuer anzurechnen. Es ergingen ein erstmaliger Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2005 und &Auml;nderungsbescheide zu den Jahren 2006, 2007 und 2009 (unter Aufhebung der Verlustfeststellungsbescheide).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, gab der Klage zu den Streitjahren 2007 und 2009 insoweit statt (Urteil vom 23.&nbsp;Juni 2016&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;3089\/13, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2017, 464), als es schweizerische Steuer (unter Verweis auf schweizerische Steuerbescheide) bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte &quot;wie Werbungskosten&quot; ber&uuml;cksichtigte. Im &Uuml;brigen wurde die Klage abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das angefochtene Urteil und die zugrunde liegenden (&Auml;nderungs-)Bescheide zur Einkommensteuer 2005 bis 2007 und 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;August 2013 (ersatzlos) aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das angefochtene Urteil hinsichtlich der Streitjahre 2007 und 2009 aufzuheben, soweit der Klage durch Ber&uuml;cksichtigung schweizerischer Steuer &quot;wie Werbungskosten&quot; bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte entsprochen wurde und die Klage vollumf&auml;nglich abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten beantragen wechselseitig, die Revision des anderen zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">B. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet; auf die Revision des FA ist das angefochtene Urteil, soweit es der Klage entsprochen hat (Streitjahre 2007 und 2009), aufzuheben und die Klage insgesamt abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat ohne Rechtsfehler im angefochtenen Urteil dahin erkannt, dass der Kl&auml;ger unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig ist und die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r die Streitjahre ma&szlig;gebenden Fassung (EStG) bei der Veranlagung des Kl&auml;gers zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger war in den Streitjahren i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig, da er im Inland einen Wohnsitz (&sect;&nbsp;8 der Abgabenordnung) innehatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat im angefochtenen Urteil auf der Grundlage einer eigenen Beweiserhebung durch Zeugenbefragung und der Ermittlungen der Steuerfahndung entsprechende Feststellungen getroffen, die den Senat i.S. des &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO binden. Zugleich hat das FG festgestellt, dass der Kl&auml;ger in &#8230;\/CH seit 2003 keinen Wohnsitz mehr innehatte. Auch insoweit ist der erkennende Senat gebunden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO). Beide W&uuml;rdigungen beruhen auf einer nachvollziehbaren Tatsachenw&uuml;rdigung; ein Versto&szlig; gegen die Verfahrensordnung, gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze ist nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Hiervon ausgehend hat das FG zutreffend erkannt, dass nach dem sog. Welteinkommensprinzip (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG) s&auml;mtliche Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers &#8211;vorbehaltlich entgegenstehender abkommensrechtlicher Vereinbarungen&#8211; in die inl&auml;ndische Bemessungsgrundlage einzubeziehen sind und damit auch die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit (T&auml;tigkeit f&uuml;r den schweizerischen Arbeitgeber).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat ohne Rechtsfehler weiterhin angenommen, dass angesichts der (abkommensrechtlichen) Ans&auml;ssigkeit des Kl&auml;gers in Deutschland und dem Arbeitsort auf dem Hoheitsgebiet der Franz&ouml;sischen Republik der inl&auml;ndischen Besteuerung seiner Arbeitseink&uuml;nfte das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 11.&nbsp;August 1971 (BGBl II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519) &#8211;trotz des schweizerischen Betriebssitzes des Arbeitgebers&#8211; nicht entgegensteht. Dazu werden von den Beteiligten auch keine weitergehenden Einwendungen vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Dem FG ist ebenfalls darin beizupflichten, dass die Arbeitseink&uuml;nfte des Kl&auml;gers der Regelung &uuml;ber die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Franz&ouml;sischen Republik zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und &uuml;ber gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuern und der Grundsteuern vom 21.&nbsp;Juli 1959 (BGBl II 1961, 398, BStBl I 1961, 343), mit Wirkung f&uuml;r die Streitjahre zuletzt ge&auml;ndert durch das Zusatzabkommen vom 20.&nbsp;Dezember 2001 (BGBl II 2002, 2372, BStBl I 2002, 892) &#8211;DBA-Frankreich 1959&#8211;, unterfallen. Sie sind auf dieser Grundlage aus der inl&auml;ndischen Bemessungsgrundlage auszunehmen (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 DBA-Frankreich 1959).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Schutzbereich des DBA-Frankreich 1959 ist f&uuml;r den Kl&auml;ger er&ouml;ffnet, da er nach den Feststellungen des FG in den Streitjahren nach Ma&szlig;gabe des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;a DBA-Frankreich 1959 (Wohnsitz) in Deutschland ans&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber der Eidgen&ouml;ssischen Steuerverwaltung einen dortigen (inl&auml;ndischen) Wohnsitz behauptet hat, und dort eine Steuerpflicht nach Ma&szlig;gabe unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht angenommen wurde, er&ouml;ffnet entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers den Schutzbereich des zwischen der Schweiz und der Franz&ouml;sischen Republik abgeschlossenen Abkommens zur Vermeidung der doppelten Besteuerung nicht. Dies ergibt sich schon allein daraus, dass f&uuml;r den Schutzbereich des Abkommens nur der objektiv bestehende Wohnsitz als Grundlage der Ans&auml;ssigkeitsentscheidung dienen kann &#8211; und der Kl&auml;ger nach den Feststellungen des FG keinen schweizerischen Wohnsitz gehabt hat. Dar&uuml;ber hinaus ist die Entscheidung zum Abkommensschutz aus der Sicht Deutschlands als Anwenderstaat mit R&uuml;cksicht auf den Quellenstaat als ma&szlig;gebenden Vertragsstaat zu treffen, nicht aber mit Blick auf einen u.U. ber&uuml;hrten Drittstaat (s. dazu z.B. Senatsbeschluss vom 4.&nbsp;November 2014 I&nbsp;R&nbsp;19\/13, BFH\/NV 2015, 333, keine &quot;abkommens&uuml;bergreifende Wirkung&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Frankreich 1959 k&ouml;nnen Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit grunds&auml;tzlich nur in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem die pers&ouml;nliche T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt wird. Aus&uuml;bungsort der T&auml;tigkeit ist nach den Feststellungen des FG Frankreich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Besteuerung im Wohnsitzstaat Deutschland auf der Grundlage der Grenzg&auml;ngerregelung des Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 DBA-Frankreich 1959 kommt nicht in Betracht. Die Vorschrift bestimmt, dass Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit von Personen, die im Grenzgebiet eines Vertragsstaates arbeiten und ihre st&auml;ndige Wohnst&auml;tte, zu der sie regelm&auml;&szlig;ig jeden Tag zur&uuml;ckkehren, im Grenzgebiet des anderen Vertragsstaates haben, nur in diesem anderen Staat besteuert werden. Allerdings fehlt es an der zweiten Voraussetzung. Denn die inl&auml;ndischen Wohnorte des Kl&auml;gers sind nicht innerhalb der sog. Grenzg&auml;nger-Zone gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;b DBA-Frankreich 1959 (i.V.m. dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 1.&nbsp;Juli 1985, BStBl I 1985, 310, f&uuml;r Besteuerungssachverhalte nach dem 1.&nbsp;Januar 2010: &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 der Verordnung zur Umsetzung von Konsultationsvereinbarungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Franz&ouml;sischen Republik vom 20.&nbsp;Dezember 2010, BGBl I 2010, 2138, BStBl I 2011, 104, dort Anlage 2) belegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das FG hat die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit jedoch ohne Rechtsfehler nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG in die inl&auml;ndische Bemessungsgrundlage einbezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Regelung sieht vor, dass dann, wenn Eink&uuml;nfte eines unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit (&sect;&nbsp;19 EStG) nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen sind, die Freistellung bei der Veranlagung ungeachtet des Abkommens nur gew&auml;hrt wird, soweit der Steuerpflichtige nachweist, dass der Staat, dem nach dem Abkommen das Besteuerungsrecht zusteht, auf dieses Besteuerungsrecht verzichtet hat oder dass die in diesem Staat auf die Eink&uuml;nfte festgesetzten Steuern entrichtet wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat dazu entschieden, dass die Freistellung nicht zu gew&auml;hren ist, da der Kl&auml;ger weder einen Besteuerungsverzicht Frankreichs noch dortige Steuerzahlungen nachgewiesen hat. Die Arbeitnehmereink&uuml;nfte des Kl&auml;gers sind in Frankreich nach den Feststellungen der Vorinstanz nicht besteuert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die hieraus gezogenen Folgerungen lassen keinen Rechtsfehler erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Regelung des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG ist verfassungsgem&auml;&szlig; (z.B. Senatsurteil vom 29.&nbsp;Juni 2016 I&nbsp;R&nbsp;66\/09, BFH\/NV 2016, 1688, m.w.N.). Auch wenn der Kl&auml;ger darauf verweist, das FG habe nicht ausdr&uuml;cklich festgestellt, dass er den Sachverhalt pflichtwidrig der franz&ouml;sischen Steuerverwaltung nicht gemeldet habe und dass die franz&ouml;sische Steuerverwaltung auch eigenst&auml;ndig h&auml;tte ermitteln k&ouml;nnen, wird hierdurch der gesetzliche Tatbestand des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG nicht ausgeschlossen, da dieser den Steuerpflichtigen mit dem Nachweis eines Besteuerungsverzichts oder einer Steuerzahlung belastet; dass dem nicht Rechnung getragen wurde, ist unstreitig. Nicht zuletzt kann auch der etwaige Eintritt einer Festsetzungsverj&auml;hrung in Frankreich den Kl&auml;ger nicht entlasten. Denn in einem solchen allgemeinen verfahrensrechtlichen Festsetzungshindernis liegt kein Verzicht auf den nach nationalrechtlichen und abkommensrechtlichen Ma&szlig;gaben bestehenden Besteuerungsanspruch (gl.A. Wendt, EFG 2017, 469&nbsp;f.; Hagemann\/Kahlenberg\/ Cloer, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2017, 2775, 2784).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat hat in seinem Beschluss vom 10.&nbsp;Januar 2012 I&nbsp;R&nbsp;66\/09 (BFHE 236, 304) erwogen, die Nachweispflicht einzuschr&auml;nken, wenn es dem Steuerpflichtigen unm&ouml;glich oder f&uuml;r ihn unzumutbar gewesen w&auml;re, dem Nachweiserfordernis nachzukommen. Davon kann nach den Sachumst&auml;nden aber keine Rede sein. Ebenfalls kann den Kl&auml;ger nicht entlasten, dass er die Eink&uuml;nfte in der Schweiz deklariert hat und dort auch eine Steuerzahlung stattgefunden hat. Die nationale Bedingung f&uuml;r die abkommensrechtliche Freistellung kann sich &#8211;wie dem Wortlaut des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG zu entnehmen ist&#8211; nur auf den Vertragsstaat beziehen, mit dem abkommensrechtlich die Freistellung vereinbart ist (gl.A. Wendt, EFG 2017, 469; Hagemann\/Kahlenberg\/Cloer, BB 2017, 2775, 2783&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das FG hat im angefochtenen Urteil rechtsfehlerhaft dahin erkannt, die vom Kl&auml;ger gezahlte schweizerische Steuer sei bei der Eink&uuml;nfteermittlung der Streitjahre 2007 und 2009 &quot;wie Werbungskosten&quot; abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;1 EStG (i.d.F. des Jahressteuergesetzes &#8211;JStG&#8211; 2007 vom 13.&nbsp;Dezember 2006, BGBl I 2006, 2878, BStBl I 2007, 28) ist bei unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen, die mit ausl&auml;ndischen Eink&uuml;nften in dem Staat, aus dem die Eink&uuml;nfte stammen, zu einer der deutschen Einkommensteuer entsprechenden Steuer herangezogen werden, die festgesetzte und gezahlte und um einen entstandenen Erm&auml;&szlig;igungsanspruch gek&uuml;rzte ausl&auml;ndische Steuer auf die deutsche Einkommensteuer anzurechnen, die auf die Eink&uuml;nfte aus diesem Staat entf&auml;llt. Abs.&nbsp;3 der Regelung sieht vor, dass bei unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen, bei denen eine ausl&auml;ndische Steuer vom Einkommen nach Abs.&nbsp;1 nicht angerechnet werden kann, weil die Steuer nicht der deutschen Einkommensteuer entspricht oder nicht in dem Staat erhoben wird, aus dem die Eink&uuml;nfte stammen, oder weil keine ausl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte vorliegen, die festgesetzte und gezahlte und um einen entstandenen Erm&auml;&szlig;igungsanspruch gek&uuml;rzte ausl&auml;ndische Steuer bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte abzuziehen ist, soweit sie auf Eink&uuml;nfte entf&auml;llt, die der deutschen Einkommensteuer unterliegen. Im &Uuml;brigen regelt Abs.&nbsp;6, dass die Abs.&nbsp;1 bis 3 vorbehaltlich der S&auml;tze&nbsp;2 bis 6 nicht anzuwenden sind, wenn die Eink&uuml;nfte aus einem ausl&auml;ndischen Staat stammen, mit dem ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung besteht. In Satz&nbsp;6 hei&szlig;t es hierzu: Abs.&nbsp;3 ist anzuwenden, wenn der Staat, mit dem ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung besteht, Eink&uuml;nfte besteuert, die nicht aus diesem Staat stammen, es sei denn, die Besteuerung hat ihre Ursache in einer Gestaltung, f&uuml;r die wirtschaftliche oder sonst beachtliche Gr&uuml;nde fehlen, oder das Abkommen gestattet dem Staat die Besteuerung dieser Eink&uuml;nfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat seiner Entscheidung die Rechtsmeinung zugrunde gelegt, nach der Ma&szlig;gabe des Senatsurteils vom 17.&nbsp;November 2010 I&nbsp;R&nbsp;76\/09 (BFHE 232, 68, BStBl II 2012, 276) seien die Abzugsvoraussetzungen nach &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;6 i.V.m. Abs.&nbsp;3 EStG i.d.F. des JStG 2007 erf&uuml;llt. Die Eink&uuml;nfte w&uuml;rden der deutschen Einkommensteuer unterliegen und aus Frankreich (und nicht aus der Schweiz) herr&uuml;hren. Die Steuererhebung durch die Schweiz habe nicht ihre Ursache in einer Gestaltung, f&uuml;r die wirtschaftliche oder sonst beachtliche Gr&uuml;nde fehlten, denn die Deklaration in der Schweiz sei keine Steuerumgehung oder ein Gestaltungsmissbrauch. Schlie&szlig;lich seien keine Anhaltspunkte daf&uuml;r ersichtlich, dass hinsichtlich der schweizerischen Steuer ein Erm&auml;&szlig;igungsanspruch des Kl&auml;gers bestanden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dem ist nicht beizupflichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Einf&uuml;gung des &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;4 EStG &#8211;nunmehr Satz&nbsp;6&#8211; durch das Gesetz zur Bereinigung von steuerlichen Vorschriften (Steuerbereinigungsgesetz 1999) vom 22.&nbsp;Dezember 1999 (BGBl I 1999, 2601, BStBl I 2000, 13) hat der Gesetzgeber regeln wollen, dass in F&auml;llen missbr&auml;uchlicher Gestaltung eine Steuererm&auml;&szlig;igung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34c EStG (als Anrechnung oder Abzug) ausgeschlossen ist (s. dazu das Senatsurteil vom 1.&nbsp;April 2003 I&nbsp;R&nbsp;39\/02, BFHE 202, 202, BStBl II 2003, 869, zu II.3.b&nbsp;dd der Gr&uuml;nde; FG Hamburg, Urteil vom 17.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;73\/12, EFG 2013, 1671, zu Nr.&nbsp;6 der Gr&uuml;nde; Gosch in Kirchhof, EStG, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;34c Rz&nbsp;7 [nur Vermeidung &quot;unverschuldeter Doppelbesteuerungen&quot;]). Insoweit soll insbesondere dann, wenn der Steuerpflichtige die Eink&uuml;nfte k&uuml;nstlich in den DBA-Staat verlegt und er damit die ausl&auml;ndische Steuer &quot;selbst verursacht&quot; hat, ein Abzug ausgeschlossen sein (so z.B. Kuhn in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;34c EStG Rz&nbsp;237). Von einer solchen &quot;Gestaltung&quot; i.S. des Satz&nbsp;6 Halbsatz&nbsp;2 ist auch im Streitfall auszugehen, da die schweizerische Steuer nicht nur durch die Nichtdeklaration in Frankreich, sondern zugleich durch die bewusst fehlerhafte Deklaration der Eink&uuml;nfte in der Schweiz verursacht wurde. Dar&uuml;ber hinaus steht dem Abzug der schweizerischen Steuer bei der Ermittlung der inl&auml;ndischen Bemessungsgrundlage ferner entgegen, dass hinsichtlich dieser Steuer ein Erm&auml;&szlig;igungsanspruch des Kl&auml;gers bestanden hat. Denn die Erhebung der schweizerischen Steuer beruht allein auf dem Umstand, dass der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber der Eidgen&ouml;ssischen Steuerverwaltung erkl&auml;rt hatte, in der Schweiz (&quot;&#8230;\/CH&quot;) ans&auml;ssig zu sein, was aber nach den Feststellungen des FG nicht den tats&auml;chlichen Gegebenheiten entsprochen hatte. Wenn aber ohne Ans&auml;ssigkeit in der Schweiz im Verh&auml;ltnis zwischen Deutschland und der Schweiz ein Besteuerungsrecht der Schweiz f&uuml;r die vom Kl&auml;ger ausge&uuml;bte nichtselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit nicht bestand (s. insoweit Senatsurteil in BFHE 232, 68, BStBl II 2012, 276), lag unabh&auml;ngig von der Deklaration des Kl&auml;gers eine abkommenswidrig erhobene Steuer vor (gl.A. Hagemann\/Kahlenberg\/Cloer, BB 2017, 2775, 2785). Demgem&auml;&szlig; unterlag die festgesetzte schweizerische Steuer in voller H&ouml;he einem Erm&auml;&szlig;igungsanspruch (s. allgemein die Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs zur &Auml;nderung des &sect;&nbsp;34c EStG durch das JStG 2007, BTDrucks 16\/2712, S.&nbsp;54) und ist nach &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;3 EStG (insoweit im Unterschied zu der im Senatsurteil in BFHE 232, 68, BStBl II 2012, 276 &#8211;dort zu II.7.d der Gr&uuml;nde&#8211; ma&szlig;gebenden fr&uuml;heren Rechtslage) vom Abzug &quot;wie Werbungskosten&quot; ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das angefochtene Urteil ist hiernach im Hinblick auf die Streitjahre 2007 und 2009 aufzugeben und die Klage insgesamt abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1, 2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.10.2018, I R 67\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.101018.IR67.16.0 Besteuerungsrecht und Abzug ausl&auml;ndischer Steuern bei Arbeitnehmert&auml;tigkeit im Ausland Leits&auml;tze 1. 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