{"id":70490,"date":"2019-03-22T20:08:34","date_gmt":"2019-03-22T18:08:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70490"},"modified":"2019-03-22T20:08:34","modified_gmt":"2019-03-22T18:08:34","slug":"ix-r-37-17-objektbezogene-pruefung-der-ueberschusserzielungsabsicht-bei-ferienwohnungen-wechsel-von-dauerhafter-vermietung-zu-ferienwohnvermietung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-37-17-objektbezogene-pruefung-der-ueberschusserzielungsabsicht-bei-ferienwohnungen-wechsel-von-dauerhafter-vermietung-zu-ferienwohnvermietung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;37\/17 &#8211; Objektbezogene Pr&uuml;fung der &Uuml;berschusserzielungsabsicht bei Ferienwohnungen; Wechsel von dauerhafter Vermietung zu Ferienwohnvermietung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.1.2019, IX R 37\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.080119.IXR37.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Objektbezogene Pr&uuml;fung der &Uuml;berschusserzielungsabsicht bei Ferienwohnungen; Wechsel von dauerhafter Vermietung zu Ferienwohnvermietung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand des &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG sind objektbezogen zu pr&uuml;fen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Entschlie&szlig;t sich der Steuerpflichtige daf&uuml;r, nach einer vorangegangenen dauerhaften Vermietung und sich anschlie&szlig;ender Sanierungsphase eine andere Form der Vermietung &#8211;wie etwa die Nutzung als Ferienimmobilie&#8211; aufzunehmen, ist der subjektive Tatbestand des &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG in diesem Zeitpunkt neu zu bewerten.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 6. M&auml;rz 2017&nbsp;&nbsp;6 K 1304\/14 wird im Tatbestand dahin berichtigt, dass auf Seite 3 der Klageantrag wie folgt wiedergegeben wird: &quot;Die Kl&auml;ger beantragen, die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2003 bis 2011 vom 4. Juli 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1. Juli 2014 dahingehend zu &auml;ndern, dass &#8218;Verluste aus Vermietung und Verpachtung wie erkl&auml;rt&#8216; ber&uuml;cksichtigt werden; hilfsweise, die Revision zuzulassen.&quot;<\/p>\n<\/p>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 6. M&auml;rz 2017&nbsp;&nbsp;6 K 1304\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das S&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) wurde in den Streitjahren (2003 bis 2011) mit ihrem Ehemann, dem Kl&auml;ger, zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger ist im Laufe des Revisionsverfahrens verstorben; er wurde ausweislich des vorgelegten, vom Amtsgericht X ausgestellten Erbscheins vom 22.&nbsp;Februar 2018 von der Kl&auml;gerin alleine beerbt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger waren in den Streitjahren Eigent&uuml;mer eines Bungalows sowie eines Zweifamilienhauses in X. Beide Immobilien wurden am 1.&nbsp;November 1993 erworben und waren im Zeitpunkt der Anschaffung vermietet. Die Kl&auml;ger erkl&auml;rten in den Streitjahren Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse aus der Vermietung des Bungalows, in dem sich zwei eigenst&auml;ndige Wohneinheiten mit jeweils zwei Betten und getrennten Sanit&auml;rbereichen befinden, sowie des Zweifamilienhauses, in dem sich im Erdgeschoss sowie im Obergeschoss jeweils eine Wohnung befindet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) legte die erkl&auml;rten Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse zun&auml;chst antragsgem&auml;&szlig; der Einkommensteuerveranlagung der Kl&auml;ger zugrunde. Die ma&szlig;geblichen Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre ergingen allerdings hinsichtlich der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung vorl&auml;ufig i.S. des &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO), da die &Uuml;berschusserzielungsabsicht im Festsetzungszeitpunkt nicht abschlie&szlig;end beurteilt werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Durchf&uuml;hrung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat das FA die Auffassung, f&uuml;r die beiden Objekte (Bungalow; Zweifamilienhaus) sei eine &Uuml;berschussprognose zu erstellen; deren Ergebnis sei negativ. Vor diesem Hintergrund erkannte das FA die erkl&auml;rten Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse in den nach &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheiden f&uuml;r die Streitjahre vom 4.&nbsp;Juli 2012 nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Im Zuge der Au&szlig;enpr&uuml;fung wurden hierzu folgende Feststellungen getroffen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Die im Zweifamilienhaus gelegene Erdgeschosswohnung war im Zeitpunkt des Erwerbs durch die Kl&auml;ger unbefristet vermietet. Nach dem Auszug des Mieters im Jahr 2002 stand sie im Jahr 2003 zun&auml;chst wegen Renovierungsarbeiten &uuml;berwiegend leer; ab dem Jahr 2004 wurde dieses Objekt zur ausschlie&szlig;lichen Nutzung durch Ferieng&auml;ste angeboten und vermietet; eine Selbstnutzung durch die Kl&auml;ger fand nicht statt. Zwischendurch wurden f&uuml;r das Objekt auch Zeitmietvertr&auml;ge (z.B. 1.&nbsp;April 2010 bis 30.&nbsp;Juni 2011; 1.&nbsp;August 2011 bis 31.&nbsp;Oktober 2011) abgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Die im Zweifamilienhaus gelegene Obergeschosswohnung war im Zeitpunkt des Erwerbs durch die Kl&auml;ger unbefristet vermietet. Nach dem Auszug des Mieters im Jahr 1998 wurde dieses Objekt ab 1999 zur ausschlie&szlig;lichen Nutzung durch Ferieng&auml;ste angeboten und vermietet; eine Selbstnutzung durch die Kl&auml;ger fand nicht statt. Zwischendurch wurden f&uuml;r das Objekt auch Zeitmietvertr&auml;ge (z.B. 1.&nbsp;Januar bis 31.&nbsp;Januar 2005; 1.&nbsp;M&auml;rz bis 31.&nbsp;M&auml;rz 2006; 1.&nbsp;April bis 30.&nbsp;April 2007; 1.&nbsp;August bis 30.&nbsp;November 2007; 1.&nbsp;Januar 2008 bis 31.&nbsp;Dezember 2009; 1.&nbsp;Januar bis 31.&nbsp;M&auml;rz 2010; 1.&nbsp;September 2010 bis 31.&nbsp;M&auml;rz 2011; 1.&nbsp;November bis 31.&nbsp;Dezember 2011) abgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Die beiden Wohnungen im Bungalow wurden ab 1998 als Ferienwohnungen angeboten und vermietet; ob eine vorherige Dauervermietung erfolgte, ist nicht festgestellt. Eine der beiden Wohneinheiten wird von den Kl&auml;gern auch selbst zu Ferienzwecken, zur Vornahme von Renovierungsarbeiten und anl&auml;sslich des Urlauberwechsels in einer der Ferienwohnobjekte genutzt; die private Nutzung dieser Wohnung zu Ferienzwecken wird von den Beteiligten bislang &uuml;bereinstimmend mit einer j&auml;hrlichen Nutzungsquote von 40&nbsp;% angenommen. Die zweite Wohnung ist zur ausschlie&szlig;lichen Nutzung durch Ferieng&auml;ste bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre richteten sich die Einspr&uuml;che der Kl&auml;ger vom 9.&nbsp;August 2012. Im Zuge des Einspruchsverfahrens erstellte das FA jeweils eine &Uuml;berschussprognose f&uuml;r das Zweifamilienhaus und den Bungalow, ohne hinsichtlich der in den Immobilien befindlichen Objekte zu trennen. Das FA vertrat insoweit die Auffassung, dass f&uuml;r den Bungalow schon deshalb eine &Uuml;berschussprognose zu erstellen sei, weil er teilweise privat genutzt werde; f&uuml;r das Zweifamilienhaus sei eine &Uuml;berschussprognose zu erstellen, weil es nicht ausschlie&szlig;lich an Ferieng&auml;ste, sondern zeitweise auch &uuml;ber l&auml;ngere Zeitr&auml;ume an Montagearbeiter vermietet werde. Demgegen&uuml;ber vertraten die Kl&auml;ger die Auffassung, f&uuml;r das Zweifamilienhaus sei keine &Uuml;berschussprognose zu erstellen. Insbesondere lasse sich dieses Erfordernis nicht schon aus der zeitweisen Vermietung an Montagearbeiter ableiten. Unbeschadet dessen sei von einer positiven Total&uuml;berschussprognose f&uuml;r das Zweifamilienhaus auszugehen. Auch f&uuml;r den Bungalow legten die Kl&auml;ger eine von den vom FA ermittelten Zahlen abweichende &Uuml;berschussprognose vor. Mit Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;Juli 2014 wies das FA die Einspr&uuml;che der Kl&auml;ger als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied, das FA sei bei der Besteuerung der Eink&uuml;nfte der Kl&auml;ger aus Vermietung und Verpachtung zu Recht vom Fehlen einer Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht ausgegangen. Eine &Uuml;berschussprognose sei sowohl f&uuml;r den Bungalow, der auch selbst genutzt werde, als auch f&uuml;r das Zweifamilienhaus zu erstellen. Zwar w&uuml;rden die Wohnungen im Zweifamilienhaus nur an fremde Dritte &uuml;berlassen; da jedoch weder eine ausschlie&szlig;liche Vermietung an Ferieng&auml;ste noch eine langfristige Vermietung, sondern &#8211;mit der von den Kl&auml;gern praktizierten teilweisen Ferienvermietung und teilweisen Vermietung an Dienstreisende&#8211; eine &quot;besonders gestaltete Mischform&quot; der entgeltlichen &Uuml;berlassung an fremde Dritte gew&auml;hlt worden sei, sei auch hinsichtlich dieser Immobilie eine &Uuml;berschussprognose zu erstellen. Sowohl die &Uuml;berschussprognose f&uuml;r den Bungalow wie auch die &Uuml;berschussprognose f&uuml;r das Zweifamilienhaus fielen negativ aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Klageantrag der Kl&auml;ger, die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2003 bis 2011 dahin zu &auml;ndern, dass die Verluste aus Vermietung und Verpachtung wie erkl&auml;rt ber&uuml;cksichtigt werden, ist im Urteil des FG unzutreffend (&quot;&#8230; Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2004 bis 2011 &#8230;&quot;) wiedergegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die &#8211;vom Senat durch Beschluss vom 8.&nbsp;Dezember 2017 IX&nbsp;B&nbsp;48\/17 zugelassene&#8211; Revision der Kl&auml;ger. Sie vertreten die Auffassung, dass das FG zu Unrecht auch f&uuml;r das Zweifamilienhaus eine &Uuml;berschussprognose erstellt habe, weil die von den Kl&auml;gern praktizierte &quot;besonders gestaltete Mischform der entgeltlichen &Uuml;berlassung an fremde Dritte&quot; einer Typisierung nicht zug&auml;nglich sei. Eine &#8211;ausschlie&szlig;liche, nicht durch teilweise Selbstnutzung gepr&auml;gte&#8211; Vermietung, die aus tageweiser wie auch aus mehrmonatiger Gebrauchs&uuml;berlassung Mieteinnahmen erwirtschafte, sei als gew&ouml;hnliche Verm&ouml;gensverwaltung anzusehen, bei der die &Uuml;berschusserzielungsabsicht des Steuerpflichtigen typisierend unterstellt werden m&uuml;sse. Jedenfalls aber m&uuml;sse die l&auml;ngerfristige Vermietung der Ferienwohnungen durch Zeitmietvertr&auml;ge bei der Ermittlung der orts&uuml;blichen Vermietungszeit Ber&uuml;cksichtigung finden. Wenn man im Streitfall schon von einer &quot;Mischform der entgeltlichen &Uuml;berlassung an fremde Dritte&quot; ausgehen wolle, so sei diese vorliegend eher mit einer dauerhaften, privilegierten Vermietung gleichzustellen als mit einer nicht privilegierten Ferienwohnungsvermietung (bei gleichzeitiger Selbstnutzung). &Uuml;berdies seien die Prognoserechnungen unzutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schriftsatz vom 19.&nbsp;Januar 2018 teilte der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;ger mit, dass der Kl&auml;ger am 21.&nbsp;Oktober 2017 verstorben sei. Mit Schriftsatz vom 23.&nbsp;Januar 2018 teilte der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;ger ferner mit, dass der Antrag der Kl&auml;ger in erster Instanz im Tatbestand des angefochtenen Urteils unzutreffend wiedergegeben sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>den Tatbestand des Urteils des FG vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1304\/14 dahin zu berichtigen, dass der Klageantrag im Verfahren erster Instanz auf die &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2003 bis 2011 gerichtet war,<br \/>das Urteil des FG vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1304\/14 aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2003 bis 2011 vom 4.&nbsp;Juli 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;Juli 2014 dahin zu &auml;ndern, dass die f&uuml;r die einzelnen streitigen Veranlagungszeitr&auml;ume erkl&auml;rten Verluste aus Vermietung und Verpachtung ber&uuml;cksichtigt werden,<br \/>hilfsweise, das Urteil des FG vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1304\/14 und die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2003 bis 2011 vom 4.&nbsp;Juli 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;Juli 2014 aufzuheben und das FA zu verurteilen, die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2003 bis 2011 unter Ber&uuml;cksichtigung der Rechtsauffassung des Senats neu vorzunehmen,<br \/>&auml;u&szlig;erst hilfsweise, das Urteil des FG vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1304\/14 aufzuheben und die Rechtssache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an eine andere Kammer des FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Tatbestand des Urteils des FG vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1304\/14 war auf Antrag der Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 FGO dahin zu berichtigen, dass der Klageantrag im Verfahren erster Instanz auf die &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2003 bis 2011 gerichtet war. Die Berichtigung kann auch das Rechtsmittelgericht vornehmen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 7.&nbsp;November 2013 X&nbsp;R&nbsp;22\/11, BFH\/NV 2014, 817).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben, weil das FG die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht der Kl&auml;ger nicht objektbezogen gepr&uuml;ft hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Den objektiven Tatbestand der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung i.S. des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) verwirklicht, wer unbewegliches Verm&ouml;gen vermietet. Neben einem Rechtsverh&auml;ltnis in Form eines Miet- oder Pachtvertrages verlangt das Gesetz ein bestimmtes Objekt (z.B. Grundst&uuml;ck, Geb&auml;ude oder Geb&auml;udeteil), auf das sich die Vermietungst&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen beziehen muss. Die nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG steuerbare T&auml;tigkeit ist stets objektbezogen. Ma&szlig;gebend ist die auf eine bestimmte Immobilie ausgerichtete T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen. Vermietet er mehrere Objekte auf der Grundlage verschiedener Rechtsverh&auml;ltnisse, etwa, wie im Streitfall, mehrere Ferienwohnungen an verschiedene Ferieng&auml;ste, so ist jede T&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich je f&uuml;r sich zu beurteilen. Dies gilt auch dann, wenn sich die Objekte auf einem Grundst&uuml;ck befinden (vgl. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Januar 2014 IX&nbsp;R&nbsp;37\/12, BFHE 244, 550, BStBl II 2015, 631, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie der objektive Tatbestand ist auch die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht objektbezogen. Sie ist nur dann in Bezug auf mehrere Objekte oder das gesamte Grundst&uuml;ck zu pr&uuml;fen, wenn sich auch die Vermietungst&auml;tigkeit gleichzeitig auf mehrere Objekte oder auf das gesamte Grundst&uuml;ck richtet. Werden verschiedene, auf einem Grundst&uuml;ck gelegene Geb&auml;udeteile jeweils einzeln vermietet, bezieht sich die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht nur auf das entsprechende Objekt (BFH-Urteil in BFHE 244, 550, BStBl II 2015, 631).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Diesen Grunds&auml;tzen entspricht das angefochtene Urteil nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu Unrecht hat das FG f&uuml;r die beiden im Zweifamilienhaus gelegenen Ferienwohnungen, von denen jede f&uuml;r sich ein eigenes &quot;Objekt&quot; der Vermietungst&auml;tigkeit der Kl&auml;ger darstellt, eine gemeinsame &Uuml;berschussprognose durchgef&uuml;hrt und damit keine ausreichenden tats&auml;chlichen Feststellungen getroffen, ob der Tatbestand des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG hinsichtlich dieser Ferienobjekte vorliegt oder nicht. Dieser materiell-rechtliche Fehler f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung des Rechtsstreits an das FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach den den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen im Tatbestand des angefochtenen Urteils befinden sich auch in dem von den Kl&auml;gern vermieteten Bungalow zwei getrennte Wohneinheiten mit jeweils eigenem Sanit&auml;rbereich. Auch insoweit hat das FG eine gemeinsame &Uuml;berschussprognose f&uuml;r beide Ferienobjekte durchgef&uuml;hrt, ohne hinreichende Feststellungen dazu zu treffen, dass die beiden getrennten Wohnbereiche im Falle der Vermietung an Ferieng&auml;ste stets zusammen an nur einen Feriengast vermietet wurden. Auch dieser materiell-rechtliche Fehler zwingt zur Aufhebung der Vorentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG wird im zweiten Rechtszug erneut der Frage nachzugehen haben, ob der Kl&auml;ger hinsichtlich der verschiedenen Immobilienobjekte mit Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht gehandelt hat. F&uuml;r die weitere Sachbehandlung weist der Senat darauf hin, dass die Begr&uuml;ndung des FG auch im &Uuml;brigen Rechtsfehler aufweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zutreffend weisen die Kl&auml;ger darauf hin, dass die beiden Ferienwohnungen im Zweifamilienhaus im Zeitpunkt der Anschaffung am 1.&nbsp;November 1993 dauerhaft vermietet waren. Bis zur Aufl&ouml;sung dieser Mietverh&auml;ltnisse (f&uuml;r die Obergeschosswohnung im Jahr 1998, f&uuml;r die Erdgeschosswohnung im Jahr 2002) ist die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht der Kl&auml;ger hinsichtlich dieser Objekte nicht zu pr&uuml;fen (so schon BFH-Urteil vom 30.&nbsp;September 1997 IX&nbsp;R&nbsp;80\/94, BFHE 184, 406, BStBl II 1998, 771, st&auml;ndige Rechtsprechung). Eine vorangehende, auf Dauer angelegte Vermietung indiziert i.S. einer zugunsten des Steuerpflichtigen wirkenden Vermutung die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht in Bezug auf das betreffende Objekt auch w&auml;hrend nachfolgender Leerstandszeiten, in denen das zuletzt dauerhaft vermietete Objekt betriebsbereit gemacht bzw. saniert und anschlie&szlig;end tats&auml;chlich vermietet wird (vgl. BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Juli 2007 IX&nbsp;R&nbsp;30\/05, BFH\/NV 2008, 202, st&auml;ndige Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entschlie&szlig;t sich der Steuerpflichtige daf&uuml;r, nach einer vorangegangenen dauerhaften Vermietung und sich anschlie&szlig;ender Sanierungsphase&nbsp; &nbsp;e&nbsp;i&nbsp;n&nbsp;e&nbsp; &nbsp;a&nbsp;n&nbsp;d&nbsp;e&nbsp;r&nbsp;e&nbsp; &nbsp;F&nbsp;o&nbsp;r&nbsp;m&nbsp; &nbsp;d&nbsp;e&nbsp;r&nbsp; &nbsp;V&nbsp;e&nbsp;r&nbsp;m&nbsp;i&nbsp;e&nbsp;t&nbsp;u&nbsp;n&nbsp;g&nbsp; &nbsp;&#8211;wie etwa die Nutzung als Ferienimmobilie&#8211; aufzunehmen, ist der subjektive Tatbestand des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG&nbsp; &nbsp;i&nbsp;n&nbsp; &nbsp;d&nbsp;i&nbsp;e&nbsp;s&nbsp;e&nbsp;m&nbsp; &nbsp;Z&nbsp;e&nbsp;i&nbsp;t&nbsp;p&nbsp;u&nbsp;n&nbsp;k&nbsp;t&nbsp; &nbsp;neu zu bewerten (vgl. BFH-Urteil vom 6.&nbsp;November 2001 IX&nbsp;R&nbsp;97\/00, BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726, unter II.1.b der Gr&uuml;nde = Rz&nbsp;13). Wird, wie dies im Streitfall bei den beiden Immobilienobjekten im Zweifamilienhaus der Fall war, eine Ferienwohnung ausschlie&szlig;lich an Ferieng&auml;ste vermietet und in der &uuml;brigen Zeit hierf&uuml;r bereitgehalten, ist grunds&auml;tzlich und typisierend von der Absicht des Steuerpflichtigen auszugehen, einen Einnahme&uuml;berschuss zu erwirtschaften, wenn das Vermieten die orts&uuml;bliche Vermietungszeit von Ferienwohnungen &#8211;abgesehen von Vermietungshindernissen&#8211; nicht erheblich (d.h. um mindestens 25&nbsp;%) unterschreitet (vgl. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;August 2006 IX&nbsp;R&nbsp;15\/06, BFHE 215, 112, BStBl II 2007, 256; vom 19.&nbsp;August 2008 IX&nbsp;R&nbsp;39\/07, BFHE 222, 478, BStBl II 2009, 138; die Rechtsprechung zusammenfassend BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;Januar 2010 IX&nbsp;B&nbsp;146\/09, BFH\/NV 2010, 869). Der Senat geht in seiner st&auml;ndigen Rechtsprechung davon aus, dass das Vermieten einer Ferienwohnung mit einer auf Dauer angelegten Vermietung vergleichbar ist, wenn die Ferienwohnung im ganzen Jahr &#8211;bis auf orts&uuml;bliche Leerstandszeiten&#8211; an wechselnde Ferieng&auml;ste vermietet wird (BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Oktober 2004 IX&nbsp;R&nbsp;57\/02, BFHE 208, 151, BStBl II 2005, 388, unter II.2.c, m.w.N.). Diese Grunds&auml;tze gelten auch, wenn der Steuerpflichtige die Auslastung der Ferienwohnung durch die Kombination von wechselnder Ferienvermietung und wochen- oder monatsweiser &Uuml;berlassung an Dienstreisende, Messebesucher, Montagearbeiter oder andere &quot;Kurzzeitmieter&quot; zu steigern beabsichtigt. Denn der Senat hat die in der Rechtsprechung zur Vermietung von Ferienwohnungen entwickelten Ma&szlig;st&auml;be auf die Vermietung derartiger Immobilienobjekte &uuml;bertragen, weil auch insoweit regelm&auml;&szlig;ig und typischerweise von einem h&auml;ufigen Wechsel an G&auml;sten in Verbindung mit Leerstandszeiten auszugehen ist (s. etwa BFH-Urteile vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2008 IX&nbsp;R&nbsp;11\/07, BFH\/NV 2008, 1462; vom 22.&nbsp;Januar 2013 IX&nbsp;R&nbsp;19\/11, BFHE 240, 136, BStBl II 2013, 376).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zur Pr&uuml;fung der Auslastung der Ferienwohnungen m&uuml;ssen die individuellen Vermietungszeiten jedes einzelnen Objekts &#8211;nicht aber dessen Bettenauslastung (vgl. BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2016 IX&nbsp;B&nbsp;114\/15, BFH\/NV 2016, 917)&#8211; an Ferieng&auml;ste oder andere &quot;Kurzzeitmieter&quot; mit denen verglichen werden, die bezogen auf den gesamten Ort im Durchschnitt erzielt werden (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Juni 2008 IX&nbsp;R&nbsp;12\/07, BFH\/NV 2008, 1484; vgl. auch BFH-Urteil vom 17.&nbsp;August 2005 IX&nbsp;R&nbsp;10\/05, BFHE 211, 151, BStBl II 2006, 71). Dabei ist &quot;Ort&quot; nicht identisch mit dem Gebiet einer Gemeinde; er kann &#8211;wie sich auch aus &sect;&nbsp;558c Abs.&nbsp;2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ergibt&#8211; je nach der Struktur des Ferienwohnungsmarktes das Gebiet einer oder mehrerer vergleichbarer Gemeinden sowie lediglich Teile davon umfassen (BFH-Urteil in BFHE 222, 478, BStBl II 2009, 138).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>K&ouml;nnen im Einzelfall orts&uuml;bliche Vermietungszeiten nicht festgestellt werden, ist die Vermietung an Ferieng&auml;ste oder andere &quot;Kurzzeitmieter&quot; mit einer auf Dauer ausgerichteten Vermietungst&auml;tigkeit nicht vergleichbar. Die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht muss dann durch eine &Uuml;berschussprognose &uuml;berpr&uuml;ft werden, die den Anforderungen des BFH-Urteils in BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726 entspricht. Die Prognose ist aus der Sicht ex ante und auf den Schluss des jeweiligen Veranlagungszeitraums aufzustellen (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Juli 2016 IX&nbsp;R&nbsp;21\/15, BFH\/NV 2016, 1695).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte das FG im zweiten Rechtsgang zu der &Uuml;berzeugung kommen, dass hinsichtlich einzelner Ferienobjekte grunds&auml;tzlich eine &Uuml;berschussprognose durchzuf&uuml;hren ist, hat es im Weiteren gegebenenfalls auch zu pr&uuml;fen, ob Einzelfallumst&auml;nde vorliegen, die ab einem bestimmten (sp&auml;teren) Zeitpunkt die Annahme rechtfertigen, dass die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht der Kl&auml;ger f&uuml;r die Folgejahre typisierend zu unterstellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Schlie&szlig;lich muss die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht auch dann durch eine &Uuml;berschussprognose &uuml;berpr&uuml;ft werden, wenn ein Ferienwohnobjekt nicht durchweg im ganzen Jahr an wechselnde Ferieng&auml;ste oder andere &quot;Kurzzeitmieter&quot; vermietet wird, etwa wenn es witterungsbedingt oder ausstattungsbedingt in der Wintersaison nicht genutzt werden kann und damit auch nicht zur Vermietung bereitgehalten wird (s. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Oktober 2009 IX&nbsp;R&nbsp;30\/08, BFH\/NV 2010, 850).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Als Werbungskosten sind in die Prognose nur solche Aufwendungen einzubeziehen, die (ausschlie&szlig;lich oder anteilig) auf Zeitr&auml;ume entfallen, in denen die Ferienwohnung tats&auml;chlich vermietet oder zur Vermietung angeboten und bereitgehalten worden ist (der Vermietung zuzurechnende Leerstandszeiten), nicht dagegen die auf die Zeiten der nicht steuerbaren Nutzung entfallenden Aufwendungen (etwa Zeiten der Selbstnutzung oder der fehlenden Nutzungsm&ouml;glichkeit; vgl. BFH-Urteil in BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726, unter II.1.e&nbsp;aa der Gr&uuml;nde = Rz&nbsp;19); dem angefochtenen Urteil des FG ist nicht mit hinreichender Sicherheit zu entnehmen, dass dieser Aspekt &#8211;insbesondere mit Blick auf die Ferienobjekte im Bungalow&#8211; in den bisher von den Beteiligten erstellten Prognoseberechnungen ber&uuml;cksichtigt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Sache geht zur&uuml;ck an das FG. Dieses wird die erforderlichen Feststellungen nachholen und die Sache erneut w&uuml;rdigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Antrag, die Sache an einen anderen Senat des FG zur&uuml;ckzuverweisen, wird abgelehnt. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;563 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Zivilprozessordnung (ZPO) kann der BFH die Rechtssache an einen anderen Senat des FG zur&uuml;ckverweisen. Da die Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat das Recht auf den gesetzlichen Richter (Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Grundgesetzes) ber&uuml;hrt, setzt sie besondere sachliche Gr&uuml;nde voraus. Sie kommt z.B. in Betracht, wenn ernstliche Zweifel an der Unvoreingenommenheit des erkennenden Senats des FG bestehen (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Januar 2018 IX&nbsp;R&nbsp;34\/16, BFHE 260, 440, BStBl II 2018, 582, m.w.N.). Hinreichende Anhaltspunkte daf&uuml;r liegen im Streitfall indes nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO. Das Berichtigungsverfahren nach &sect;&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 FGO ist gerichtskostenfrei (Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;107 Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.1.2019, IX R 37\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.080119.IXR37.17.0 Objektbezogene Pr&uuml;fung der &Uuml;berschusserzielungsabsicht bei Ferienwohnungen; Wechsel von dauerhafter Vermietung zu Ferienwohnvermietung Leits&auml;tze 1. NV: Sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand des &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG sind objektbezogen zu pr&uuml;fen. 2. NV: Entschlie&szlig;t sich der Steuerpflichtige daf&uuml;r, nach einer vorangegangenen dauerhaften &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-37-17-objektbezogene-pruefung-der-ueberschusserzielungsabsicht-bei-ferienwohnungen-wechsel-von-dauerhafter-vermietung-zu-ferienwohnvermietung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;37\/17 &#8211; Objektbezogene Pr&uuml;fung der &Uuml;berschusserzielungsabsicht bei Ferienwohnungen; Wechsel von dauerhafter Vermietung zu Ferienwohnvermietung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70490","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70490","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70490"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70490\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70490"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70490"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70490"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}