{"id":70512,"date":"2019-03-29T12:15:10","date_gmt":"2019-03-29T10:15:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70512"},"modified":"2019-03-29T12:15:10","modified_gmt":"2019-03-29T10:15:10","slug":"ix-r-8-17-einkuenfteerzielungsabsicht-ueberschussprognose-prognosezeitraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-8-17-einkuenfteerzielungsabsicht-ueberschussprognose-prognosezeitraum\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;8\/17 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht &#8211; &Uuml;berschussprognose &#8211; Prognosezeitraum"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.5.2018, IX R 8\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.290518.IXR8.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht &#8211; &Uuml;berschussprognose &#8211; Prognosezeitraum<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Ist f&uuml;r die Aus&uuml;bung eines grunds&auml;tzlich lebenslangen dinglichen Wohnungsrechts ein Entgelt nur f&uuml;r eine zeitlich begrenzte Dauer (hier: ca. zehn Jahre) zu entrichten, muss die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht anhand einer Total&uuml;berschussprognose &uuml;berpr&uuml;ft werden. Der Prognosezeitraum ist hierbei auf die Dauer der (voraussichtlichen) entgeltlichen Nutzungs&uuml;berlassung (hier: entgeltliche Aus&uuml;bung des dinglichen Wohnungsrechts) begrenzt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 6. Februar 2017 11 K 2879\/15 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem &Uuml;bertragungsvertrag vom 8.&nbsp;November 2012 &uuml;bertrugen die Eltern des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) diesem das bebaute Grundst&uuml;ck in K (Bundesrepublik Deutschland). Der Kl&auml;ger &uuml;bernahm die noch valutierenden Belastungen in H&ouml;he von 50.000&nbsp;EUR und r&auml;umte seinen Eltern eine beschr&auml;nkt pers&ouml;nliche Dienstbarkeit in Form eines lebenslangen Wohnungsrechts an der abgeschlossenen Wohnung im Erdgeschoss ein. Die Eltern verpflichteten sich zur Zahlung eines monatlichen Entgelts in H&ouml;he von 500&nbsp;EUR f&uuml;r die Aus&uuml;bung des Wohnungsrechts bis zum 31.&nbsp;Dezember 2022. Danach ist das Wohnungsrecht unentgeltlich. Der Kl&auml;ger verpflichtete sich zudem, seinen beiden Schwestern jeweils 16.000&nbsp;EUR zu zahlen. Besitz, Nutzungen, Vorteile und Lasten des Grundst&uuml;cks gingen am 8.&nbsp;November 2012 auf den Kl&auml;ger &uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Grundst&uuml;ck hat eine Gr&ouml;&szlig;e von 278,75&nbsp;qm. Das Geb&auml;ude umfasste im Zeitpunkt der &Uuml;bertragung die von den Eltern bewohnte Wohnung im Erdgeschoss von 100&nbsp;qm und die vom Kl&auml;ger bewohnte Wohnung in der 1.&nbsp;Etage von 63&nbsp;qm. In den Jahren 2012 und 2013 baute der Kl&auml;ger das Haus um und vergr&ouml;&szlig;erte dadurch die von ihm bewohnte Wohnung auf 110&nbsp;qm.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger machte in seinen Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Jahre 2012 und 2013 (Streitjahre) neben Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit einen Werbungskosten&uuml;berschuss in H&ouml;he von 2.071&nbsp;EUR (2012) und 16.618&nbsp;EUR (2013) als Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheiden jeweils vom 14.&nbsp;November 2014 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Einkommensteuer f&uuml;r die Streitjahre fest, wobei Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung nicht ber&uuml;cksichtigt wurden, da eine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht nicht erkennbar sei. Die dagegen gerichteten Einspr&uuml;che hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen erhobene Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1150 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 6.&nbsp;Februar 2017&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;2879\/15&nbsp;E aufzuheben und unter &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide 2012 und 2013 vom 14.&nbsp;November 2014, jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 17.&nbsp;August 2015, die Einkommensteuer unter Ber&uuml;cksichtigung von negativen Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung in H&ouml;he von 2.071&nbsp;EUR (2012) und 16.617&nbsp;EUR (2013) festzusetzen, die Steuerberechnung dem FA zu &uuml;bertragen und die Beiordnung eines Steuerberaters im Vorverfahren f&uuml;r notwendig zu erkl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der vom Kl&auml;ger geltend gemachte Werbungskosten&uuml;berschuss bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung in den Streitjahren nicht zu ber&uuml;cksichtigen ist, da der Kl&auml;ger nicht mit Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht gehandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1.&nbsp;Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1&nbsp;des Einkommensteuergesetzes (EStG) erzielt, wer ein Grundst&uuml;ck, Geb&auml;ude oder Geb&auml;udeteil gegen Entgelt zur Nutzung &uuml;berl&auml;sst und beabsichtigt, daraus auf Dauer der Nutzung ein positives Ergebnis zu erzielen (z.B. Senatsurteil vom 11.&nbsp;Juli 2017 IX&nbsp;R&nbsp;42\/15, BFH\/NV 2017, 1422, Rz&nbsp;12, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a)&nbsp;Die Vorschrift erfasst nicht nur Eink&uuml;nfte aus Miet- und Pachtvertr&auml;gen im b&uuml;rgerlich-rechtlichen Sinne, sondern dar&uuml;ber hinaus alle Eink&uuml;nfte aus der zeitlich begrenzten entgeltlichen &Uuml;berlassung unbeweglichen Verm&ouml;gens zum Gebrauch oder zur Nutzung (z.B. Senatsurteil vom 20.&nbsp;September 2006 IX&nbsp;R&nbsp;17\/04, BFHE 215, 139, BStBl II 2007, 112, unter II.1., m.w.N.). Demnach geh&ouml;rt auch das (schuldrechtlich vereinbarte) Entgelt f&uuml;r die Aus&uuml;bung eines dinglichen Wohnungsrechts grunds&auml;tzlich zu den Einnahmen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1&nbsp;EStG (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs vom 27.&nbsp;Juni 1978 VIII&nbsp;R&nbsp;54\/74, BFHE 125, 535, BStBl II 1979, 332, unter 1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b)&nbsp;Nach dem Regelungszweck des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1&nbsp;EStG ist nur bei einer auf Dauer angelegten Vermietungst&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich und typisierend &#8211;wenn also keine besonderen Umst&auml;nde dagegen sprechen&#8211; davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, letztlich einen Einnahmen&uuml;berschuss zu erwirtschaften, auch wenn sich &uuml;ber l&auml;ngere Zeitr&auml;ume Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse ergeben. Von einer auf Dauer ausgerichteten Vermietung ist nur auszugehen, wenn sie nach den bei ihrem Beginn ersichtlichen Umst&auml;nden keiner Befristung unterliegt. Zwar folgt aus einem auf eine bestimmte Zeit eingegangenen Mietvertrag allein noch nicht eine (steuerrechtlich bedeutsame) Befristung der Vermietungst&auml;tigkeit. So kann eine Vermietungst&auml;tigkeit auch dann auf Dauer angelegt sein, wenn der urspr&uuml;ngliche Vertrag &#8211;konkludent&#8211; verl&auml;ngert werden soll. Es m&uuml;ssen aber stets Umst&auml;nde hinzutreten, die zusammen mit dem Abschluss des Vertrags auf eine bestimmte Zeit den Schluss rechtfertigen, der Vermieter habe seine T&auml;tigkeit auf Dauer ausgerichtet. F&uuml;r eine auf Dauer angelegte Vermietungst&auml;tigkeit spricht vor allem, dass sich der Steuerpflichtige tats&auml;chlich so verh&auml;lt und seine Wohnung nach Ablauf der ausbedungenen Mietzeit wiederum vermietet oder den befristeten Vertrag verl&auml;ngert (z.B. Senatsurteil vom 22.&nbsp;Januar 2013 IX&nbsp;R&nbsp;13\/12, BFHE 240, 294, BStBl II 2013, 533, Rz&nbsp;16, m.w.N.). Bei von vornherein nicht auf Dauer, sondern nur f&uuml;r einen begrenzten Zeitraum angelegter Vermietungst&auml;tigkeit muss die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht anhand einer Prognose &uuml;berpr&uuml;ft werden (vgl. z.B. Senatsurteil vom 4.&nbsp;November 2003 IX&nbsp;R&nbsp;55\/02, BFH\/NV 2004, 484, unter II.2., m.w.N.). Der Prognose ist ein Zeitraum zugrunde zu legen, welcher der voraussichtlichen (vgl. z.B. Senatsurteil vom 9.&nbsp;Juli 2002 IX&nbsp;R&nbsp;57\/00, BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695, unter II.3.a) bzw. tats&auml;chlichen (vgl. z.B. Senatsurteil in BFHE 240, 294, BStBl II 2013, 533, Rz&nbsp;18, m.w.N.) Dauer der Verm&ouml;gensnutzung entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c)&nbsp;Die Feststellung, ob der Steuerpflichtige Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht hatte oder nicht, ist Sache der Tatsachen- und Beweisw&uuml;rdigung durch das FG. Der Senat kann die Feststellungen der Tatsacheninstanz nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;fen, ob sie gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en. Die Schlussfolgerungen des FG haben schon dann Bestand, wenn sie zwar nicht zwingend, aber m&ouml;glich sind (vgl. z.B. Senatsurteil vom 14.&nbsp;September 1994 IX&nbsp;R&nbsp;71\/93, BFHE 175, 416, BStBl II 1995, 116, unter I.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2.&nbsp;Nach Ma&szlig;gabe dieser Grunds&auml;tze hat das FG in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht beim Kl&auml;ger abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a)&nbsp;Zu Recht hat das FG die zwischen dem Kl&auml;ger und seinen Eltern getroffene schuldrechtliche Vereinbarung, wonach die Aus&uuml;bung des dinglichen Wohnungsrechts nur bis zum 31.&nbsp;Dezember 2022 und damit f&uuml;r einen Zeitraum von ungef&auml;hr zehn Jahren entgeltlich, danach bis zu dessen Erl&ouml;schen &#8211;d.h. bis zum Auszug oder Tod des l&auml;ngstlebenden Elternteils&#8211; unentgeltlich ist, als Beweisanzeichen angesehen, das gegen eine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Kl&auml;gers spricht. Es begegnet insbesondere keinen Bedenken, dass das FG die Vereinbarung, wonach die Eltern f&uuml;r die Aus&uuml;bung des grunds&auml;tzlich lebenslangen dinglichen Wohnungsrechts ein monatliches Entgelt in H&ouml;he von 500&nbsp;EUR nur bis zum 31.&nbsp;Dezember 2022 entrichten m&uuml;ssen, einem von Beginn an befristeten Mietverh&auml;ltnis gleichgestellt hat: Die steuerlich bedeutsame Entgeltlichkeit des Wohnungsrechts ist &#8211;gleich einer befristeten Vermietungst&auml;tigkeit&#8211; von vornherein bis zum 31.&nbsp;Dezember 2022 begrenzt. Nach diesem Zeitpunkt kann der Kl&auml;ger mit der von den Eltern genutzten Wohnung auf nicht absehbare Zeit keine Eink&uuml;nfte mehr erzielen, da die Aus&uuml;bung des dinglichen Wohnungsrechts ab Januar 2023 f&uuml;r die Eltern unentgeltlich ist. Auch eine (entgeltliche) Vermietung der Wohnung an einen Dritten ist grunds&auml;tzlich bis zum Auszug oder Tod des l&auml;ngstlebenden Elternteils, und damit f&uuml;r einen nicht absehbaren Zeitraum, nicht m&ouml;glich. Der Kl&auml;ger hatte somit bereits im Zeitpunkt der Einr&auml;umung des dinglichen Wohnungsrechts zugunsten seiner Eltern die Absicht, diesen die Wohnung nur befristet bis Dezember 2022 entgeltlich und im Anschluss hieran zeitlich unbefristet unentgeltlich &#8211;gleich einer dauerhaften Selbstnutzung&#8211; zur Nutzung zu &uuml;berlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b)&nbsp;Zutreffend ist das FG demnach auch davon ausgegangen, dass die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Kl&auml;gers anhand einer Prognose zu &uuml;berpr&uuml;fen war, wobei es die Prognose zu Recht auf den Zeitraum der entgeltlichen Aus&uuml;bung des dinglichen Wohnungsrechts durch die Eltern des Kl&auml;gers &#8211;mithin bis Dezember 2022&#8211; begrenzt hat. Insoweit ist es nicht zu beanstanden, dass das FG eine Gesamtw&uuml;rdigung des Zeitraums bis Dezember 2022 und des Zeitraums ab Auszug\/Tod der Eltern mit der Begr&uuml;ndung abgelehnt hat, die ab Januar 2023 vereinbarte unentgeltliche &Uuml;berlassung der Wohnung an die Eltern bewirke eine Z&auml;sur. Diese W&uuml;rdigung ist, wenngleich nicht zwingend, so doch m&ouml;glich; sie l&auml;sst weder einen Versto&szlig; gegen Denkgesetze noch allgemeine Erfahrungss&auml;tze erkennen und bindet den Senat (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO). Bezogen auf den Zeitraum bis Dezember 2022 ergibt sich aus der vom FG in Bezug genommenen Prognoseberechnung des Kl&auml;gers schlie&szlig;lich auch kein Total&uuml;berschuss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3.&nbsp;Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Der Antrag, die Zuziehung eines Bevollm&auml;chtigten f&uuml;r das Vorverfahren f&uuml;r notwendig zu erkl&auml;ren, ist im Revisionsverfahren unzul&auml;ssig, da die Entscheidung nach &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO sachlich zum Kostenfestsetzungsverfahren geh&ouml;rt. Zust&auml;ndig ist insoweit das FG als das Gericht des ersten Rechtszugs (vgl. z.B. Senatsurteil in BFH\/NV 2017, 1422, Rz&nbsp;31, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.5.2018, IX R 8\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.290518.IXR8.17.0 Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht &#8211; &Uuml;berschussprognose &#8211; Prognosezeitraum Leits&auml;tze NV: Ist f&uuml;r die Aus&uuml;bung eines grunds&auml;tzlich lebenslangen dinglichen Wohnungsrechts ein Entgelt nur f&uuml;r eine zeitlich begrenzte Dauer (hier: ca. zehn Jahre) zu entrichten, muss die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht anhand einer Total&uuml;berschussprognose &uuml;berpr&uuml;ft werden. 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