{"id":70563,"date":"2019-04-08T19:24:33","date_gmt":"2019-04-08T17:24:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70563"},"modified":"2019-04-08T19:24:33","modified_gmt":"2019-04-08T17:24:33","slug":"x-b-90-18-anwendung-des-im-steuerstrafverfahren-geltenden-zwangsmittelverbots-auf-verzoegerungsgelder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-90-18-anwendung-des-im-steuerstrafverfahren-geltenden-zwangsmittelverbots-auf-verzoegerungsgelder\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;90\/18 &#8211; Anwendung des im Steuerstrafverfahren geltenden Zwangsmittelverbots auf Verz&ouml;gerungsgelder"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.2.2019, X B 90\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.120219.XB90.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anwendung des im Steuerstrafverfahren geltenden Zwangsmittelverbots auf Verz&ouml;gerungsgelder<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Die Rechtsfrage, ob das im Steuerstrafverfahren geltende Zwangsmittelverbot des &sect; 393 Abs. 1 Satz 2 AO auch der Festsetzung eines Verz&ouml;gerungsgelds nach &sect; 146 Abs. 2b AO entgegensteht, ist jedenfalls nicht von so offensichtlich grunds&auml;tzlicher Bedeutung, dass auf jegliche Darlegungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der Rechtsfrage und der hierzu bisher in Rechtsprechung und Literatur vertretenen Ansichten verzichtet werden k&ouml;nnte.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts vom 29. Mai 2018&nbsp;&nbsp;4 K 168\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erzielt mit zwei Einzelunternehmen, darunter einer Hausverwaltung, Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &uuml;bermittelte dem Kl&auml;ger am 8.&nbsp;September 2016 zwei Pr&uuml;fungsanordnungen und bat darin um &Uuml;bersendung bestimmter Datentr&auml;ger und Unterlagen. Dem kam der Kl&auml;ger auch nach Beginn der Au&szlig;enpr&uuml;fung und trotz Fristverl&auml;ngerungen und Erinnerungen des FA nicht nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 26.&nbsp;April 2017 setzte das FA gegen den Kl&auml;ger wegen der fehlenden Mitwirkung im Rahmen der Au&szlig;enpr&uuml;fung ein Verz&ouml;gerungsgeld von 2.500&nbsp;EUR fest. W&auml;hrend des anschlie&szlig;enden Einspruchsverfahrens erging am 28.&nbsp;Juni 2017 ein vorl&auml;ufiger Pr&uuml;fungsbericht, aus dem &quot;einstweilige steuerliche Mehrergebnisse&quot; von ca. 243.000&nbsp;EUR resultierten. Das FA wies den Einspruch am 29.&nbsp;August 2017 zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kurz vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung im anschlie&szlig;enden finanzgerichtlichen Verfahren und erst nach Ablauf einer dort gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79b Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gesetzten Ausschlussfrist behauptete der Kl&auml;ger erstmals &#8211;soweit ersichtlich ohne Vorlage von Unterlagen, die zur Glaubhaftmachung oder n&auml;heren Erl&auml;uterung seines Vorbringens h&auml;tten dienen k&ouml;nnen&#8211;, er habe sich bei der Staatsanwaltschaft selbst der Veruntreuung und Unterschlagung im Zusammenhang mit R&uuml;cklagen aus der Hausverwaltungst&auml;tigkeit bezichtigt. Er w&uuml;rde sich durch die Mitwirkung bei der Au&szlig;enpr&uuml;fung selbst belasten, was gegen den Nemo-tenetur-Grundsatz sowie &sect;&nbsp;393 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) verstie&szlig;e. Das FA h&auml;tte pr&uuml;fen m&uuml;ssen, ob ein Steuerstrafverfahren einzuleiten gewesen w&auml;re; durch das Unterbleiben dieser Pr&uuml;fung sei dem Kl&auml;ger das gesetzliche Aussageverweigerungsrecht entzogen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat daraufhin unwidersprochen mitgeteilt, es habe selbst erst im Klageverfahren von der vermeintlichen Veruntreuung und der Selbstbezichtigung Kenntnis erhalten. Diese Umst&auml;nde habe es beim Erlass der Einspruchsentscheidung daher nicht ber&uuml;cksichtigen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Die in &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;2b AO genannten Voraussetzungen f&uuml;r die Festsetzung eines Verz&ouml;gerungsgelds seien erf&uuml;llt. Auch die Ermessenserw&auml;gungen des FA seien fehlerfrei. Allein die Durchf&uuml;hrung eines nichtsteuerlichen Strafverfahrens f&uuml;hre nicht zur Rechtswidrigkeit der Festsetzung eines Verz&ouml;gerungsgelds. Der Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;393 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO beschr&auml;nke sich ausdr&uuml;cklich auf Steuerstraftaten und Steuerordnungswidrigkeiten. F&uuml;r eine solche Tat l&auml;gen aber weder nach Aktenlage noch nach dem eigenen Vorbringen des Kl&auml;gers Anhaltspunkte vor. So habe das FA in Tz.&nbsp;1.15 des &quot;Auswertungsbogens vom 16.&nbsp;August 2017&quot; ausgef&uuml;hrt, f&uuml;r eine leichtfertige oder vors&auml;tzliche Steuerverk&uuml;rzung seien keine Anhaltspunkte festgestellt worden, da es die Besteuerungsgrundlagen weitgehend im Sch&auml;tzungswege ermittelt habe. Zudem werde der Kl&auml;ger durch &sect;&nbsp;30, &sect;&nbsp;393 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO davor gesch&uuml;tzt, dass die im Besteuerungsverfahren erlangten Kenntnisse an die f&uuml;r die Verfolgung einer nichtsteuerlichen Straftat zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden weitergegeben w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger begehrt die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt die Beschwerde f&uuml;r unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist &#8211;bei Zweifeln daran, ob die gesetzlichen Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO &uuml;berhaupt erf&uuml;llt sind&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger formuliert sinngem&auml;&szlig; zun&auml;chst die Rechtsfrage, ob ein Verz&ouml;gerungsgeld festgesetzt werden darf, wenn der Steuerpflichtige sich durch die Mitwirkung an der Au&szlig;enpr&uuml;fung selbst einer m&ouml;glicherweise vorliegenden Steuerstraftat belasten w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (Senatsbeschluss vom 19.&nbsp;Januar 2011 X&nbsp;B&nbsp;43\/10, BFH\/NV 2011, 636, Rz&nbsp;5, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Rechtsfrage ist nur dann kl&auml;rungsf&auml;hig, wenn sie in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls rechtserheblich ist (Senatsbeschluss vom 9.&nbsp;Mai 2018 X&nbsp;B&nbsp;143\/17, BFH\/NV 2018, 973, Rz&nbsp;47, m.w.N.). An der Kl&auml;rungsf&auml;higkeit fehlt es insbesondere dann, wenn der BFH in einem Revisionsverfahren nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO an entsprechende Tatsachenfeststellungen des FG gebunden w&auml;re (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 18.&nbsp;Oktober 2011 X&nbsp;B&nbsp;14\/11, BFH\/NV 2012, 172, Rz&nbsp;12, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vorliegend w&auml;re die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Rechtsfrage in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren nicht kl&auml;rungsf&auml;hig, da sie nicht entscheidungserheblich w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat &#8211;unter Bezugnahme auf einen &quot;Auswertungsbogen&quot; des Pr&uuml;fers&#8211; festgestellt, dass keine Anhaltspunkte f&uuml;r die Verwirklichung einer Steuerstraftat oder Steuerordnungswidrigkeit durch den Kl&auml;ger bestanden. Diese Feststellung w&uuml;rde den BFH auch in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren binden, zumal der Kl&auml;ger weder im Klage- noch im Beschwerdeverfahren einen Sachverhalt vorgetragen hat, aus dem auf das Vorliegen des objektiven und subjektiven Tatbestands einer Steuerstraftat geschlossen werden k&ouml;nnte. Allein der Hinweis auf die H&ouml;he des &quot;einstweiligen steuerlichen Mehrergebnisses&quot; von 243.000&nbsp;EUR reicht hierf&uuml;r nicht aus, da der Kl&auml;ger weder dargelegt hat, welche Lebenssachverhalte und welche rechtlichen Wertungen des Pr&uuml;fers diesem Mehrergebnis zugrunde liegen, noch zu der Relation zwischen diesem Mehrergebnis und den vom Kl&auml;ger zuvor erkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen ausgef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im &Uuml;brigen setzt sich der Kl&auml;ger in der Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht mit der st&auml;ndigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung auseinander, wonach f&uuml;r die gerichtliche &Uuml;berpr&uuml;fung einer Ermessensentscheidung des FA allein diejenigen tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse ma&szlig;gebend sind, die der Beh&ouml;rde im Zeitpunkt ihrer letzten Ermessensaus&uuml;bung bekannt waren oder bekannt sein mussten (BFH-Urteile vom 11.&nbsp;Juni 1997 X&nbsp;R&nbsp;14\/95, BFHE 183, 21, BStBl II 1997, 642, unter II.1., und vom 26.&nbsp;Juni 2014 IV&nbsp;R&nbsp;17\/14, BFH\/NV 2014, 1507, Rz&nbsp;26). Ma&szlig;gebend ist damit regelm&auml;&szlig;ig der Zeitpunkt des Erlasses der Einspruchsentscheidung (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2016 II&nbsp;R&nbsp;17\/14, BFHE 253, 505, BStBl II 2016, 822, Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu diesem Zeitpunkt war dem FA die Selbstbezichtigung des Kl&auml;gers bei der Staatsanwaltschaft aber unstreitig noch nicht bekannt. Es liegen auch keine Anhaltspunkte daf&uuml;r vor, dass das FA diesen Umstand seinerzeit h&auml;tte kennen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dar&uuml;ber hinaus formuliert der Kl&auml;ger die Rechtsfrage, ob das Zwangsmittelverbot des &sect;&nbsp;393 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO auch die Festsetzung eines Verz&ouml;gerungsgelds umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Auch insoweit fehlt es aus den vorstehend bereits angef&uuml;hrten Gr&uuml;nden im Streitfall an der Kl&auml;rungsf&auml;higkeit dieser Rechtsfrage in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren. Die Anwendung des &sect;&nbsp;393 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO setzt Anhaltspunkte f&uuml;r eine vom Steuerpflichtigen begangene Steuerstraftat oder Steuerordnungswidrigkeit voraus; daran fehlt es vorliegend indes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im &Uuml;brigen w&auml;ren in Bezug auf diese Rechtsfrage auch die geltenden Darlegungsanforderungen nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdebegr&uuml;ndung ersch&ouml;pft sich insoweit in der blo&szlig;en Formulierung der Rechtsfrage. Die schl&uuml;ssige Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer Rechtsfrage erfordert aber zus&auml;tzlich ein konkretes und substantiiertes Eingehen darauf, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Rechtsfrage umstritten ist (Senatsbeschl&uuml;sse vom 5.&nbsp;Mai 2011 X&nbsp;B&nbsp;149\/10, BFH\/NV 2011, 1348, Rz&nbsp;13, und vom 18.&nbsp;Mai 2011 X&nbsp;B&nbsp;124\/10, BFH\/NV 2011, 1838, Rz&nbsp;8, beide m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die umfangreiche Rechtsprechung (vgl. nur Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 26.&nbsp;April 2001&nbsp;&nbsp;5&nbsp;StR&nbsp;587\/00, BGHSt 47, 8, unter II.3., m.w.N.) und Literatur (vgl. statt aller Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;393 AO Rz&nbsp;1&nbsp;ff.) zur Reichweite des Nemo-tenetur-Grundsatzes im Steuerstrafrecht geht die Beschwerdebegr&uuml;ndung aber nicht ein, ebensowenig auf die bereits vorhandenen Literatur&auml;u&szlig;erungen zu der vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Rechtsfrage (z.B. Klein\/R&auml;tke, AO, 14. Aufl., &sect;&nbsp;146 Rz&nbsp;91; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;393 AO Rz&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Darstellung des Sachverhalts sowie einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.2.2019, X B 90\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.120219.XB90.18.0 Anwendung des im Steuerstrafverfahren geltenden Zwangsmittelverbots auf Verz&ouml;gerungsgelder Leits&auml;tze NV: Die Rechtsfrage, ob das im Steuerstrafverfahren geltende Zwangsmittelverbot des &sect; 393 Abs. 1 Satz 2 AO auch der Festsetzung eines Verz&ouml;gerungsgelds nach &sect; 146 Abs. 2b AO entgegensteht, ist jedenfalls nicht von so offensichtlich grunds&auml;tzlicher Bedeutung, dass auf &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-90-18-anwendung-des-im-steuerstrafverfahren-geltenden-zwangsmittelverbots-auf-verzoegerungsgelder\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;90\/18 &#8211; Anwendung des im Steuerstrafverfahren geltenden Zwangsmittelverbots auf Verz&ouml;gerungsgelder<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70563","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70563"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70563\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}