{"id":70565,"date":"2019-04-08T19:24:39","date_gmt":"2019-04-08T17:24:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70565"},"modified":"2019-04-08T19:24:39","modified_gmt":"2019-04-08T17:24:39","slug":"v-b-34-17-doppelpraesident-und-geschaeftsverteilung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-34-17-doppelpraesident-und-geschaeftsverteilung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;34\/17 &#8211; Doppelpr&auml;sident und Gesch&auml;ftsverteilung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.3.2019, V B 34\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.140319.VB34.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Doppelpr&auml;sident und Gesch&auml;ftsverteilung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ist der Pr&auml;sident eines FG zugleich Gerichtspr&auml;sident in einer anderen Gerichtsbarkeit, muss der Gesch&auml;ftsverteilungsplan erkennen lassen, mit welchem Bruchteil seiner Arbeitskraft der Pr&auml;sident seinem Senat im FG zugewiesen ist, damit in seiner Person kein Besetzungsmangel i.S. von &sect; 119 Nr. 1 FGO vorliegt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde des Beklagten wegen Nichtzulassung der Revision wird das Urteil des Finanzgerichts Mecklenburg-Vorpommern vom 19. Januar 2017&nbsp;&nbsp;2 K 257\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Beschwerdeverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die J-Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR), bestehend aus ihren Gesellschaftern DJ, JJ und GJ errichtete eine Kurklinik, die sie nach Fertigstellung ab 1.&nbsp;Oktober 1994 unter Anwendung von &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) steuerpflichtig an die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin), die J-KG, zum Betrieb einer Klinik ohne Recht auf Vorsteuerabzug vermietete. Der Mietzins bema&szlig; sich nach den Kosten entsprechend den Absetzungen f&uuml;r Abnutzung (AfA) nach &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) auf der Grundlage der sog. Mindestbemessungsgrundlage des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG, der auf &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG verwies.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Jahren 1995 bis 1999 entstanden unterj&auml;hrig nachtr&auml;gliche Herstellungskosten. Die GbR ging dabei entsprechend einkommensteuerrechtlichen Verwaltungsanweisungen davon aus, dass bei der Bemessung der AfA f&uuml;r das Jahr der Entstehung von nachtr&auml;glichen Anschaffungs- und Herstellungskosten diese so zu ber&uuml;cksichtigen seien, als w&auml;ren sie zu Beginn des Jahres aufgewendet worden (vgl. z.B. Abschn.&nbsp;44 Abs.&nbsp;11 Satz&nbsp;7 der Einkommensteuer-Richtlinien 1990). Dies legte sie auch der Anwendung der Mindestbemessungsgrundlage nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 und 4 UStG zugrunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Beendigung des Berichtigungszeitraums f&uuml;r die urspr&uuml;nglichen Herstellungskosten aus der Geb&auml;udeerrichtung &uuml;bernahm die Kl&auml;gerin zum 1.&nbsp;Oktober 2004 alle Gesellschaftsanteile der GbR, wodurch die GbR auf die Kl&auml;gerin anwuchs und das Mietverh&auml;ltnis endete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das Streitjahr 2004 nahm die Kl&auml;gerin aufgrund des zum 1.&nbsp;Oktober 2004 erfolgten &Uuml;bergangs von der steuerpflichtigen Vermietung zur steuerfreien Klinikeigennutzung eine Vorsteuerberichtigung nach &sect;&nbsp;15a UStG f&uuml;r nachtr&auml;gliche Herstellungskosten vor. Dabei ging sie davon aus, dass die jeweils unterj&auml;hrig angefallenen nachtr&auml;glichen Herstellungskosten so zu behandeln seien, als habe der Berichtigungszeitraum f&uuml;r diese nicht unterj&auml;hrig, sondern &#8211;entsprechend der einkommensteuerrechtlichen Handhabung&#8211; zum jeweiligen Jahresanfang begonnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung nahm der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) demgegen&uuml;ber an, dass der Berichtigungszeitraum f&uuml;r die nachtr&auml;glichen Herstellungskosten unterj&auml;hrig mit der erstmaligen Nutzung bei Abschluss der jeweiligen nachtr&auml;glichen Herstellungsma&szlig;nahme und damit erst sp&auml;ter begonnen habe. Mit &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr 2004 vom 9.&nbsp;April 2010 erh&ouml;hte es den Berichtigungsbetrag daher um weitere &#8230;&nbsp;EUR. Der hiergegen eingelegte Einspruch hatte keinen Erfolg. Eine finanzgerichtliche Klage gegen die Steuerfestsetzung nahm die Kl&auml;gerin zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragte am 6.&nbsp;September 2012 einen Erlass der Umsatzsteuer 2004 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. Das FA lehnte diesen Antrag wie auch den Einspruch hierzu ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen erhob die Kl&auml;gerin wiederum Klage zum Finanzgericht (FG), mit der sie zuletzt einen Billigkeitserlass in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR beantragte, da dieser Betrag der Umsatzsteuer aus der &quot;vorzeitigen&quot; Einbeziehung der Abschreibungsbetr&auml;ge in die Mindestbemessungsgrundlage entspreche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage in diesem Umfang statt. Nach seinem Urteil ist das FA zu einem Billigkeitserlass gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;227 der Abgabenordnung (AO) verpflichtet. Zwar habe das FA zutreffend entschieden, dass die Berichtigungszeitr&auml;ume f&uuml;r die nachtr&auml;glichen Herstellungskosten erst mit der jeweils unterj&auml;hrigen Fertigstellung und Verwendung der nachtr&auml;glichen Herstellungsma&szlig;nahmen begonnen h&auml;tten. Das FA habe aber nicht ausreichend ber&uuml;cksichtigt, dass die nachtr&auml;glichen Herstellungskosten f&uuml;r die unterj&auml;hrig fertiggestellten Ma&szlig;nahmen bereits die AfA zum jeweiligen Jahresanfang erh&ouml;ht und damit auch zu einer bereits zum Jahresanfang erh&ouml;hten Mindestbemessungsgrundlage gef&uuml;hrt habe. Das FA habe die doppelte Inanspruchnahme durch Einbeziehung der AfA-Betr&auml;ge in die Mindestbemessungsgrundlage ab Jahresbeginn und den Beginn des Berichtigungszeitraums erst ab tats&auml;chlicher Fertigstellung nicht zutreffend gew&uuml;rdigt. In H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR liege daher eine &quot;Doppelbesteuerung&quot; vor. Diese &quot;doppelte Inanspruchnahme&quot; lasse sich nur durch einen Erlass verhindern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Nichtzulassung der Revision wendet sich das FA mit seiner Beschwerde, mit der es geltend macht, dass das Urteil unter Mitwirkung eines Richters ergangen sei, der nicht gesetzlicher Richter i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gewesen sei. Das Urteil sei unter dem Vorsitz des Richters X ergangen, der Pr&auml;sident des FG und zugleich Pr&auml;sident des Oberverwaltungsgerichts (OVG) gewesen sei. Nach dem Gesch&auml;ftsverteilungsplan des OVG f&uuml;r das Jahr 2017 sei er dort Vorsitzender in vier Senaten gewesen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) m&uuml;sse der Pr&auml;sident eines Gerichts in der Lage sein, in dem von ihm neben der Leitung des Gerichts gef&uuml;hrten Spruchk&ouml;rper mindestens 75&nbsp;% der Aufgaben des Vorsitzenden und dabei mindestens 50&nbsp;% der richterlichen Sprucht&auml;tigkeit selbst wahrzunehmen. Der BGH habe dies zum Pr&auml;sidenten eines Oberlandesgerichts entschieden. Vorliegend sei die abstrakte Belastung mit pr&auml;sidialen Aufgaben bei typisierender Betrachtung h&ouml;her. Zwar sei der Zust&auml;ndigkeitsbereich des vom Pr&auml;sidenten gef&uuml;hrten FG-Senats kleiner als bei fr&uuml;heren Pr&auml;sidenten. Gleichwohl sei schwerlich nachvollziehbar, wie X bei der Leitung von zwei Obergerichten und f&uuml;nf Senaten den Anforderungen der Rechtsprechung nachkommen k&ouml;nne. Aus seinen T&auml;tigkeiten erg&auml;ben sich keine Synergien. Es seien zudem bei der Vergabe von Haushaltsmitteln Interessenkonflikte zu erwarten. Mangels anderer Obergerichte sei X f&uuml;r beide Gerichtsbarkeiten erster Ansprechpartner der Politik. Zudem habe die Sache im Hinblick auf das anzuwendende materielle Recht grunds&auml;tzliche Bedeutung. Das Urteil des FG sei auch mit den Grunds&auml;tzen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Ersetzung beh&ouml;rdlichen Ermessens nicht vereinbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde des FA ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und der Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO). Ist der Pr&auml;sident eines FG zugleich Gerichtspr&auml;sident in einer anderen Gerichtsbarkeit, muss der Gesch&auml;ftsverteilungsplan erkennen lassen, mit welchem Bruchteil seiner Arbeitskraft der Pr&auml;sident seinem Senat im FG zugewiesen ist, damit in seiner Person kein Besetzungsmangel i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;1 FGO vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ein Urteil ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;1 FGO stets als auf der Verletzung von Bundesrecht beruhend anzusehen, wenn das erkennende Gericht nicht vorschriftsm&auml;&szlig;ig besetzt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei der Pr&uuml;fung von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;1 FGO ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 FGO i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;21e&nbsp;ff. des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) aufzustellenden Gesch&auml;ftsverteilungsplans &#8211;anders als seine Auslegung und W&uuml;rdigung durch das erkennende Gericht&#8211; nicht nur auf Willk&uuml;r, sondern nach der Rechtsprechung des BFH auf jeden Rechtsversto&szlig; zu untersuchen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2014 X&nbsp;B&nbsp;126\/13, BFH\/NV 2014, 1060, unter II.1.a; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;4 FGO Rz&nbsp;26). Daher liegt ein Besetzungsmangel i.S. des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;1 FGO bei einem Spruchk&ouml;rper auch dann vor, wenn die Aufstellung des Gesch&auml;ftsverteilungsplans gegen &sect;&nbsp;4 FGO i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;21e bis g GVG verst&ouml;&szlig;t (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 10.&nbsp;Dezember 2007 VI&nbsp;B&nbsp;88\/07, BFH\/NV 2008, 401, unter 1.a, und in BFH\/NV 2014, 1060, unter II.1.b&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies gilt jedenfalls dann, wenn der Rechtsversto&szlig; im Gesch&auml;ftsverteilungsplan geeignet ist, die Sachlichkeit der Entscheidungsfindung in Frage zu stellen. Denn der absolute Revisionsgrund des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;1 FGO (vgl. auch &sect;&nbsp;547 Nr.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211; und &sect;&nbsp;138 Nr.&nbsp;1 der Verwaltungsgerichtsordnung &#8211;VwGO&#8211;) dient insbesondere dazu, das Vertrauen der Rechtsuchenden und der &Ouml;ffentlichkeit in die Sachlichkeit der Gerichte zu sichern (Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;119 FGO, Rz&nbsp;19; Werth in Gosch, FGO &sect;&nbsp;119 Rz&nbsp;27; vgl. auch Koch in Saenger, ZPO, 7.&nbsp;Aufl. 2017, &sect;&nbsp;547 Rz&nbsp;7; Stuhlfauth in Bader\/ Funke-Kaiser\/Stuhlfauth\/von Albedyll, VwGO, 7.&nbsp;Aufl. 2018, &sect;&nbsp;138 Rz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Stehen Richter nur mit einem Teil ihrer Arbeitskraft einem Spruchk&ouml;rper zur Verf&uuml;gung, muss der Gesch&auml;ftsverteilungsplan erkennen lassen, mit welchem Bruchteil seiner Arbeitskraft der Richter dem jeweiligen Spruchk&ouml;per zugewiesen ist. Nimmt z.B. ein Hochschullehrer auch richterliche Aufgaben wahr, so muss bereits im Gesch&auml;ftsverteilungsplan ber&uuml;cksichtigt werden, dass und inwieweit er durch seine T&auml;tigkeit als Hochschullehrer verhindert ist, die richterlichen Aufgaben zu erf&uuml;llen (BGH-Beschluss vom 24.&nbsp;Oktober 1973&nbsp;&nbsp;2&nbsp;StR&nbsp;613\/72, BGHSt 25, 239, Leitsatz). Dies gilt auch f&uuml;r Richter, denen ein Richteramt an einem anderen Gericht auf der Grundlage von &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 des Deutschen Richtergesetzes (DRiG) &uuml;bertragen ist (Kissel\/ Mayer, Gerichtsverfassungsgesetz, 9.&nbsp;Aufl. 2018, &sect;&nbsp;21e Rz&nbsp;138). Es ist dann der T&auml;tigkeitsumfang f&uuml;r die richterlichen Aufgaben unter Bestimmung des Anteils der Arbeitskraft im Gesch&auml;ftsverteilungsplan kenntlich zu machen (Sunder-Plassmann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;4 FGO Rz&nbsp;84; ebenso Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;4 FGO Rz&nbsp;19; Schwab\/Weth, Arbeitsgerichtsgesetz, 5.&nbsp;Aufl. 2018, &sect;&nbsp;6a Rz&nbsp;79; Z&ouml;ller\/ L&uuml;ckemann, ZPO, 32.&nbsp;Aufl. 2018, &sect;&nbsp;21e GVG Rz&nbsp;8; Kissel\/Mayer, a.a.O., &sect;&nbsp;21e Rz&nbsp;138).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. L&auml;sst der Gesch&auml;ftsverteilungsplan nicht erkennen, mit welchem Bruchteil seiner Arbeitskraft der Richter dem jeweiligen Spruchk&ouml;per zugewiesen ist, f&uuml;hrt dies beim Pr&auml;sidenten eines FG, der zugleich Pr&auml;sident eines Gerichts einer anderen Gerichtsbarkeit ist, zu einem Besetzungsmangel i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dem Vertrauen in die Sachlichkeit der Gerichte (s. oben II.1.a) kommt im Rahmen einer Fachgerichtsbarkeit wie der in rechtsprechungsfunktionaler Eigenst&auml;ndigkeit durch Art.&nbsp;95 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) abgesicherten Finanzgerichtsbarkeit (vgl. &sect;&nbsp;1 FGO; vgl. dazu auch Jachmann-Michel in Maunz\/ D&uuml;rig, GG, Art.&nbsp;95 Rz&nbsp;74) gesteigerte Bedeutung zu. Denn mit der Einrichtung einer besonderen Fachgerichtsbarkeit verbindet sich die Erwartung einer Rechtsschutzgew&auml;hrung durch f&uuml;r die Rechtsmaterien der Fachgerichtsbarkeit besonders qualifizierte Richter. Diese &quot;Qualit&auml;t des finanzgerichtlichen Rechtsschutzes&quot; (Sunder-Plassmann in HHSp, &sect;&nbsp;1 FGO Rz&nbsp;24) wird institutionell durch den Einsatz von Richterinnen und Richtern an den Finanzgerichten gew&auml;hrleistet, die nach dem Bundesrecht nur an ihrem jeweiligen FG als &quot;einem bestimmten Gericht&quot; i.S. von &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 DRiG, nicht aber zugleich auch an anderen Gerichten t&auml;tig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Best&auml;tigt wird dies durch &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 DRiG. Denn die danach grunds&auml;tzlich m&ouml;gliche &Uuml;bertragung eines weiteren Richteramts bei einem anderen Gericht, &quot;soweit ein Gesetz dies zul&auml;&szlig;t&quot;, ist in der FGO nicht vorgesehen. Die &sect;&sect;&nbsp;1&nbsp;ff. FGO enthalten weder eine &sect;&nbsp;59 Abs.&nbsp;2 GVG &auml;hnliche Anordnung, wonach den Richtern eines Landgerichts gleichzeitig ein weiteres Richteramt bei einem Amtsgericht &uuml;bertragen werden kann, noch Regelungen wie in &sect;&nbsp;16 VwGO. Danach k&ouml;nnen bei dem OVG und bei dem Verwaltungsgericht auf Lebenszeit ernannte Richter anderer Gerichte und ordentliche Professoren des Rechts f&uuml;r eine bestimmte Zeit von mindestens zwei Jahren, l&auml;ngstens jedoch f&uuml;r die Dauer ihres Hauptamts, zu Richtern im Nebenamt ernannt werden (ebenso &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;4 des Sozialgerichtsgesetzes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die an die richterliche T&auml;tigkeit zu stellenden Anforderungen treffen auch den Pr&auml;sidenten eines FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Pr&auml;sident des FG hat den Vorsitz in einem der Senate seines FG zu &uuml;bernehmen. Nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 FGO bestehen die Finanzgerichte aus dem Pr&auml;sidenten, den Vorsitzenden Richtern und weiteren Richtern in erforderlicher Anzahl, wobei von der Ernennung eines Vorsitzenden Richters abgesehen werden kann, wenn bei einem Gericht nur ein Senat besteht. Letzteres erm&ouml;glicht die Errichtung eines FG mit nur einem Senat (Sunder-Plassmann in HHSp, &sect;&nbsp;5 FGO Rz&nbsp;24), dem dann der Pr&auml;sident vorsitzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend ordnet &sect;&nbsp;4 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;21e Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 GVG an, dass der Pr&auml;sident bestimmt, welche richterlichen Aufgaben er wahrnimmt. Ihm steht dabei nur die Wahl offen, in welchem von mehreren Senaten er den Vorsitz &uuml;bernimmt. Den Umfang seiner T&auml;tigkeit als Vorsitzender kann der Pr&auml;sident nicht selbst bestimmen (Sunder-Plassmann in HHSp, &sect;&nbsp;4 FGO Rz&nbsp;79).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der gesetzlichen Verpflichtung des Pr&auml;sidenten, den Vorsitz in einem Senat seines FG zu &uuml;bernehmen, liegt das Leitbild des Richterpr&auml;sidenten zugrunde, dem nicht nur die Aufgaben der Dienstaufsicht und Gerichtsverwaltung (&sect;&nbsp;31 FGO) obliegen und der sich daher nicht auf die blo&szlig;e Rolle einer um Effizienz bem&uuml;hten F&uuml;hrungskraft beschr&auml;nken darf (Sunder-Plassmann in HHSp, &sect;&nbsp;10 FGO Rz&nbsp;7), sondern der &#8211;wie alle anderen Senatsvorsitzenden&#8211; den erforderlichen richtungsweisenden Einfluss auf die Rechtsprechung seines Senats aus&uuml;ben muss (BGH-Beschluss vom 19.&nbsp;Juni 1962 GSZ&nbsp;1\/61, BGHZ 37, 210, Leitsatz; best&auml;tigt durch BGH-Beschluss vom 23.&nbsp;August 2016 X&nbsp;ARZ&nbsp;292\/16, juris). Dies gilt im gesteigerten Ma&szlig;e f&uuml;r den Senatsvorsitzenden einer Fachgerichtsbarkeit (vgl. &sect;&nbsp;1 FGO) im Hinblick auf die besonderen Anforderungen, die hier an die fachliche Qualifikation zu stellen sind (s. oben II.3.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die in der Person eines FG-Pr&auml;sidenten vorliegende H&auml;ufung von &Auml;mtern in zwei Gerichtsbarkeiten, die keine &Uuml;berschneidungen in ihren spruchrichterlichen Zust&auml;ndigkeitsbereichen aufweist, ist geeignet, das Vertrauen in die Sachlichkeit der Entscheidungsfindung der finanzgerichtlichen Fachgerichtsbarkeit zu beeintr&auml;chtigen. Denn eine Doppelpr&auml;sidentschaft bei einem FG und einem weiteren Gericht f&uuml;hrt dazu, dass dem Pr&auml;sidenten die Dienstaufsicht und Gerichtsleitung bei zwei Gerichten sowie der Senatsvorsitz in mindestens zwei Senaten &#8211;jeweils einem Senat bei dem jeweiligen Gericht&#8211; obliegt. Folge dieses T&auml;tigkeitsumfangs ist, dass der Doppelpr&auml;sident rechtsprechende Aufgaben in seinem Senat im FG nur noch sehr eingeschr&auml;nkt wahrnehmen kann. Denn der Doppelpr&auml;sident kann zwangsl&auml;ufig nicht allen Aufgaben im Rahmen der &#8211;auch f&uuml;r ihn begrenzten&#8211; Arbeitskraft nachkommen (zutreffend Roller\/ Stadler, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 2015, 401, 403).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einem damit einhergehenden Verlust in das Vertrauen in die Sachlichkeit der Entscheidungsfindung kann nur dadurch vorgebeugt werden, dass der Gesch&auml;ftsverteilungsplan erkennen l&auml;sst, mit welchem Bruchteil seiner Arbeitskraft der Doppelpr&auml;sident seinem Senat am FG zugewiesen ist (s. oben II.2.), so dass dann auch &uuml;berpr&uuml;ft werden kann, ob der Pr&auml;sident spruchrichterlichen T&auml;tigkeiten im erforderlichen Umfang nachkommt, um die fachgerichtlichen Anforderungen zu erf&uuml;llen. Dabei ist davon auszugehen, dass die Zuweisung eines Pr&auml;sidenten zur Senatsarbeit im FG mit weniger als 50&nbsp;% seiner gesamten Arbeitskraft im Hinblick auf eine von ihm angenommene Pr&auml;sidentschaft bei einem Gericht einer anderen Gerichtsbarkeit mit dem Leitbild des Richterpr&auml;sidenten eines FG (s. oben II.3.b&nbsp;bb) nicht vereinbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der erkennende Senat weist vorsorglich darauf hin, dass die vorstehenden Bedenken gegen die Sachlichkeit der Entscheidungsfindung nicht durchgreifen, wenn Richter eines FG Aufgaben der Justizverwaltung an ihrem eigenen Gericht &#8211;sei es als Pr&auml;sident oder in anderer Funktion (&sect;&nbsp;21e Abs.&nbsp;6 GVG)&#8211; wahrnehmen. Gleiches gilt f&uuml;r einen Doppelvorsitz in zwei Senaten eines Gerichts mit &uuml;bereinstimmenden Zust&auml;ndigkeitsbereichen, den die Rechtsprechung f&uuml;r &Uuml;bergangszeitr&auml;ume nicht beanstandet hat (vgl. hierzu BVerfG-Beschluss vom 23.&nbsp;Mai 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;610\/12, Neue Juristische Wochenschrift 2012, 2334, unter III.1.d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nicht zu entscheiden hat der erkennende Senat zudem unter welchen Voraussetzungen in anderen F&auml;llen als der Erm&ouml;glichung einer Doppelpr&auml;sidentschaft der Vorsitz in einem Senat in Teilzeit aus z.B. famili&auml;ren Gr&uuml;nden (vgl. hierzu &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Gesetzes f&uuml;r die Gleichstellung von Frauen und M&auml;nnern in der Bundesverwaltung und in den Unternehmen und Gerichten des Bundes zur sog. Familienfreundlichkeit &#8211;BGleiG&#8211; oder &sect;&nbsp;1 des Gesetzes zur Gleichstellung von Frauen und M&auml;nnern im &ouml;ffentlichen Dienst des Landes Mecklenburg-Vorpommern &#8211;GlG&#8211; Gesetz- und Verordnungsblatt f&uuml;r Mecklenburg-Vorpommern 2016, 550) unter Wahrung zwingender dienstlicher Belange (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 BGleiG, &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 GlG) gef&uuml;hrt werden k&ouml;nnte. Die Vorschriften &uuml;ber die Gleichstellung von Frauen und M&auml;nnern dienen jedenfalls ersichtlich nicht dazu, eine &Auml;mterh&auml;ufung in einer Person zu erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Damit liegt der vom FA geltende Besetzungsmangel i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;1 FGO vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall wurde die angegriffene Entscheidung des FG unter dem Vorsitz des Pr&auml;sidenten des FG gef&auml;llt, der zugleich Pr&auml;sident eines OVG ist und der nach den im Entscheidungszeitpunkt ma&szlig;geblichen Gesch&auml;ftsverteilungspl&auml;nen des FG und des OVG den Vorsitz in insgesamt f&uuml;nf Senaten f&uuml;hrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im ma&szlig;geblichen Zeitpunkt der Entscheidung f&uuml;r das FG geltende Gesch&auml;ftsverteilungsplan 2017 (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 14.&nbsp;November 1995 VIII&nbsp;R&nbsp;3\/95, VIII&nbsp;R&nbsp;4\/95, VIII&nbsp;R&nbsp;5\/95, BFH\/NV 1996, 481, unter II.1.) enthielt nicht den erforderlichen Vermerk zum Umfang der Arbeitskraft, die der Pr&auml;sident der Senatsarbeit widmete. Bereits im Hinblick hierauf ist in Bezug auf seine Person die Sachlichkeit der Entscheidungsfindung nicht hinreichend gew&auml;hrleistet, so dass das FG insoweit nicht ordnungsgem&auml;&szlig; besetzt war. Damit ist nicht zu entscheiden, ob eine Doppelpr&auml;sidentschaft bei einem FG und einem Gericht einer anderen Gerichtsbarkeit &uuml;berhaupt mit der FGO vereinbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der erkennende Senat weist die Sache an das FG zur&uuml;ck (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO). Dieses hat nunmehr erneut unter Anwendung der im Gesch&auml;ftsverteilungsplan f&uuml;r Senatsvorsitzende vorgesehenen Vertretungsregelung zu entscheiden. F&uuml;r das weitere Verfahren weist der erkennende Senat vorsorglich auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Streitfall geht es um ein sog. Vorschaltmodell, das der Gesetzgeber mit der Neufassung von &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 UStG durch Art.&nbsp;20 Nr.&nbsp;9 des Missbrauchsbek&auml;mpfungs- und Steuerbereinigungsgesetzes (StMBG) vom 21.&nbsp;Dezember 1993 (BGBl I 1993, 2310) missbilligt hat (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2018 V&nbsp;R&nbsp;35\/17, BFHE 261, 380). W&auml;hrend aufgrund der Neuregelung eine Klinikerrichtung mit Vorsteuerabzug und steuerpflichtiger Vermietung an den Klinikbetreiber nicht mehr in Betracht kommt, war dies im Rahmen der Vorschaltung einer Zwischengesellschaft (hier: GbR) nach alter Rechtslage m&ouml;glich. Die GbR konnte dieses nach alter Rechtslage bestehende Gestaltungsmodell unter Anwendung der &Uuml;bergangsregelung in &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 UStG bei der Vermietung an die Kl&auml;gerin in Anspruch nehmen, um das Entstehen nicht zum Vorsteuerabzug berechtigender Vorsteuerbetr&auml;ge zeitlich zu strecken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die GbR optimierte das nach alter Rechtslage zul&auml;ssige Vorschaltmodell durch die zus&auml;tzliche Vereinbarung m&ouml;glichst geringer Mietentgelte, die zu einer entsprechend geringen Umsatzsteuerbelastung bei der Kl&auml;gerin als Mieterin, die als steuerfreie Klinikbetreiberin nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt war, f&uuml;hrten. Die Untergrenze des umsatzsteuerrechtlich zwischen nahestehenden Personen zul&auml;ssigen Mietzinses ergab sich dabei aus &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 UStG, der nach der in den Streitjahren bestehenden Rechtslage vor &Auml;nderung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 UStG durch Art.&nbsp;5 Nr.&nbsp;7 des Gesetzes zur Umsetzung von EU-Richtlinien in nationales Steuerrecht und zur &Auml;nderung weiterer Vorschriften (Richtlinien-Umsetzungsgesetz &#8211;EURLUmsG&#8211;) vom 9.&nbsp;Dezember 2004 (BGBl I 2004, 3310) mit Wirkung zum 1.&nbsp;Juli 2004 bei Leistungen zwischen nahestehenden Personen eine Entgeltbemessung auf blo&szlig;er Kostengrundlage zulie&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach dem Urteil des FG ergibt sich eine den Wertungen des materiellen Rechts widersprechende Doppelbesteuerung, die einen Billigkeitserlass gebieten soll, daraus, dass die nachtr&auml;glichen Herstellungskosten f&uuml;r die unterj&auml;hrig fertiggestellten Ma&szlig;nahmen bereits die AfA zum jeweiligen Jahresanfang erh&ouml;hten und damit zu einer bereits zum Jahresanfang erh&ouml;hten Mindestbemessungsgrundlage f&uuml;r die Vermietung f&uuml;hrten. Eine &quot;Mehr-Umsatzsteuer&quot; sei f&uuml;r die Einbeziehung der AfA-Betr&auml;ge vor der tats&auml;chlichen Verwendung berechnet und gleichwohl in dieser H&ouml;he eine Vorsteuerberichtigung vorgenommen worden. Dies erscheint in mehrfacher Hinsicht zweifelhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat au&szlig;er Betracht gelassen, dass der Gesetzgeber durch die Neuregelung in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 UStG durch Art.&nbsp;20 Nr.&nbsp;9 StMBG das von der GbR in Zusammenwirkung mit der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrte Vorschaltmodell missbilligt hat und nach den Wertungen des im Streitjahr 2004 geltenden materiellen Rechts kein Recht auf Vorsteuerabzug bei einer Nutzung f&uuml;r einen steuerfreien Klinikbetrieb bestand, so dass sich die Frage nach einem Billigkeitserlass der aufgrund einer Vorsteuerberichtigung geschuldeten Steuer bereits mangels Vorsteuerabzugs nicht stellt. Dass GbR und Kl&auml;gerin das Vorschaltmodell im Rahmen der &Uuml;bergangsregelung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 UStG gleichwohl bis zur Anwachsung im Streitjahr durchf&uuml;hren konnten, &auml;ndert an den materiellen Wertungen auf der Grundlage der im Streitjahr bestehenden Rechtslage nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Rechtsfehlerhaft k&ouml;nnte weiter die Annahme einer Verkn&uuml;pfung zwischen der Mindestbemessungsgrundlage nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 und Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;2 UStG und der Vorsteuerberichtigung nach &sect;&nbsp;15a UStG sein. Denn diese besteht erst aufgrund der &Auml;nderung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 UStG durch Art.&nbsp;5 Nr.&nbsp;7 EURLUmsG, das erst kurze Zeit vor der Anwachsung in Kraft getreten ist und daher das f&uuml;r den Billigkeitserlass zugrunde liegende Mietverh&auml;ltnis fast v&ouml;llig ohne Bedeutung war. Bis zu dieser gesetzlichen Neuregelung bestimmte sich die Mindestbemessungsgrundlage ohne Verkn&uuml;pfung mit den Berichtigungszeitr&auml;umen des &sect;&nbsp;15a UStG nach sog. Kosten, die anhand der AfA bestimmt wurden. Eine Verkn&uuml;pfung, die eventuell Grundlage f&uuml;r die Annahme einer Doppelbesteuerung sein k&ouml;nnte, k&auml;me demgegen&uuml;ber allenfalls f&uuml;r Besteuerungszeitr&auml;ume in Betracht, in denen sich die Mindestbemessungsgrundlage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 und Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;2 UStG auf der Grundlage der Berichtigungszeitr&auml;ume des &sect;&nbsp;15a UStG bestimmt, was im Streitfall aber nur f&uuml;r die letzten Monate der zehnj&auml;hrigen Vermietung zutreffen d&uuml;rfte und dann einen Billigkeitserlass nicht rechtfertigen w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Schlie&szlig;lich erscheint es fragw&uuml;rdig, ein Steuergestaltungsmodell, mit dem das Entstehen nichtabzugsf&auml;higer Vorsteuerbetr&auml;ge zeitlich gestreckt wurde, weitergehend im Wege eines Billigkeitserlasses zu optimieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.3.2019, V B 34\/17ECLI:DE:BFH:2019:B.140319.VB34.17.0 Doppelpr&auml;sident und Gesch&auml;ftsverteilung Leits&auml;tze Ist der Pr&auml;sident eines FG zugleich Gerichtspr&auml;sident in einer anderen Gerichtsbarkeit, muss der Gesch&auml;ftsverteilungsplan erkennen lassen, mit welchem Bruchteil seiner Arbeitskraft der Pr&auml;sident seinem Senat im FG zugewiesen ist, damit in seiner Person kein Besetzungsmangel i.S. von &sect; 119 Nr. 1 FGO vorliegt. 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