{"id":70566,"date":"2019-04-08T19:24:20","date_gmt":"2019-04-08T17:24:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70566"},"modified":"2019-04-08T19:24:20","modified_gmt":"2019-04-08T17:24:20","slug":"iii-r-22-17-beginn-der-gebaeudeherstellung-im-investitionszulagenrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-22-17-beginn-der-gebaeudeherstellung-im-investitionszulagenrecht\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;22\/17 &#8211; Beginn der Geb&auml;udeherstellung im Investitionszulagenrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2018, III R 22\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.131218.IIIR22.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Beginn der Geb&auml;udeherstellung im Investitionszulagenrecht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein Vertrag, mit dem ein Investor ein Architekten- und Ingenieurb&uuml;ro mit der &Uuml;berwachung des Baus eines noch zu errichtenden Geb&auml;udes beauftragt, ist ein Leistungsvertrag, der i.S. von &sect; 4 Abs. 2 Satz 5 InvZulG 2010 der Bauausf&uuml;hrung zuzurechnen ist. Beginn der Herstellung eines Geb&auml;udes ist somit sp&auml;testens der Zeitpunkt, zu dem ein solcher Vertrag abgeschlossen worden ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 15. August 2017&nbsp;&nbsp;3 K 259\/17 insoweit aufgehoben, als es die Jahre 2011 und 2013 betrifft.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird insoweit an das Th&uuml;ringer Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist der Beginn eines Investitionsvorhabens und der damit verbundene Zulagensatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine im F&ouml;rdergebiet ans&auml;ssige GmbH, die sich mit der Herstellung elektronischer Bauelemente befasst. Sie beabsichtigte, eine Betriebshalle am Standort H zu errichten. Durch Vertrag vom 16.&nbsp;Februar 2009 beauftragte sie die M-GmbH mit Planungsleistungen f&uuml;r die Halle. Der Bauantrag wurde im November 2010 eingereicht, die Baugenehmigung wurde im Mai 2011 erteilt. Durch einen Architekten- und Ingenieurvertrag vom 13.&nbsp;April 2011 beauftragte die Kl&auml;gerin die M-GmbH mit der Erbringung von Leistungen, welche u.a. die Grundleistungen der Leistungsphasen 5 bis 9 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;4 der Honorarordnung f&uuml;r Architekten und Ingenieure vom 11.&nbsp;August 2009 (BGBl I 2009, 2732) &#8211;HOAI 2009&#8211; betrafen. Die Kl&auml;gerin konnte den Vertrag vor der Ausf&uuml;hrung der Pl&auml;ne k&uuml;ndigen (&sect;&nbsp;16); in diesem Fall sollte die M-GmbH den Verg&uuml;tungsanspruch behalten, h&auml;tte sich jedoch ersparte Aufwendungen anrechnen lassen m&uuml;ssen. F&uuml;r den Fall, dass die Kl&auml;gerin die Leistungsphasen 5 bis 9 nicht abrufen w&uuml;rde und sie auch nicht an einen Dritten vergeben w&uuml;rde (Projektabbruch), sollte der M-GmbH nach &sect;&nbsp;21 des Vertrags kein weiteres Honorar zustehen. Ein Anspruch auf Beauftragung der Leistungsphasen 5 bis 9 sollte bestehen, wenn die Kl&auml;gerin das Projekt nach der Leistungsphase 4 fortf&uuml;hren w&uuml;rde und den Vertrag nicht aus wichtigem Grund k&uuml;ndigen w&uuml;rde. Im Dezember 2012 erteilte die Kl&auml;gerin der Fa.&nbsp;W den Auftrag zur Ausf&uuml;hrung der Bauarbeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin, welche die Begriffsdefinition f&uuml;r kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) i.S. der Kommissionsempfehlung vom 6.&nbsp;Mai 2003 erf&uuml;llte (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 des Investitionszulagengesetzes 2010 &#8211;InvZulG 2010&#8211;), begehrte mit Antr&auml;gen vom 20.&nbsp;Februar 2015 f&uuml;r die Jahre 2011 bis 2013 eine Investitionszulage f&uuml;r die Investitionen, die mit dem Erstinvestitionsvorhaben &quot;Erweiterung der Betriebsst&auml;tte H&quot; zusammenhingen (Neubau einer Halle und Ausstattung). Hinsichtlich des Geb&auml;udes bezog sie die im jeweiligen Kalenderjahr entstandenen Teilherstellungskosten in die Bemessungsgrundlage ein. Als Tag des Beginns des Vorhabens gab sie den 15.&nbsp;April 2011 an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;hrte bei der Kl&auml;gerin eine Au&szlig;enpr&uuml;fung durch. Nach Ansicht der Pr&uuml;ferin war erst der Abschluss des Bauvertrages mit der Fa.&nbsp;W im Dezember 2012 als Beginn des Erstinvestitionsvorhabens anzusehen, so dass die unbeweglichen Wirtschaftsg&uuml;ter nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 InvZulG 2010 nur mit einem Zulagensatz von 5&nbsp;% &#8211;statt 7,5&nbsp;%&#8211; und die im Jahr 2013 angeschafften beweglichen Wirtschaftsg&uuml;ter, die zum Erstinvestitionsvorhaben &quot;Erweiterung der Betriebsst&auml;tte H&quot; geh&ouml;rten, nur mit einem Satz von 10&nbsp;% &#8211;statt 15&nbsp;%&#8211; gef&ouml;rdert werden k&ouml;nnten (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 InvZulG 2010). Das FA erlie&szlig; am 3.&nbsp;Dezember 2015 sowie am 10.&nbsp;Dezember 2015 Festsetzungsbescheide, denen die Rechtsauffassung der Pr&uuml;ferin zugrunde lag. F&uuml;r das Jahr 2012 hatte dies nach Ansicht des FA zur Folge, dass die festgesetzte Zulage die beantragte &uuml;berstieg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Zulagenbescheide wandte sich die Kl&auml;gerin mit Einspr&uuml;chen, mit denen sie geltend machte, bereits der Vertrag vom 13.&nbsp;April 2011 sei als Baubeginn anzusehen. Die Rechtsbehelfe hatten keinen Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2017).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die anschlie&szlig;end erhobene Klage ab. Die Klage gegen den &Auml;nderungsbescheid 2012, durch den die Investitionszulage heraufgesetzt worden war, beurteilte es mangels Rechtsschutzinteresses als unzul&auml;ssig. Hinsichtlich der Jahre 2011 und 2013 hielt es die Klage f&uuml;r unbegr&uuml;ndet. Es war der Ansicht, der Architekten- und Ingenieurvertrag vom 13.&nbsp;April 2011 sei in seiner konkreten Ausgestaltung nicht als ein der Ausf&uuml;hrung zuzurechnender Lieferungs- oder Leistungsvertrag i.S. von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 InvZulG 2010 anzusehen. Er betreffe Planungsleistungen, die nicht zur Ausf&uuml;hrung des Bauwerks geh&ouml;rten. Die Leistungsphase 8 nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;8 HOAI 2009 setze den Abschluss eines Bauvertrages voraus. Aber auch dann, wenn man die Leistungsphase 8 der Ausf&uuml;hrung zurechnen wollte, w&uuml;rde dies der Klage nicht zum Erfolg verhelfen, da sich aus &sect;&nbsp;21 des Vertrags vom 13.&nbsp;April 2011 ergebe, dass zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch gar nicht festgestanden habe, dass die Leistungsphasen 5 bis 9 abgerufen w&uuml;rden. H&auml;tte die Kl&auml;gerin das Projekt nach der Leistungsphase 4 abgebrochen, dann h&auml;tte die M-GmbH keinen Anspruch auf das Honorar gehabt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision insoweit, als es die Jahre 2011 und 2013 betrifft. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt sie vor, das FG habe zu Unrecht darauf abgestellt, dass sie als Bauherrin sich nicht dazu verpflichtet habe, das Projekt tats&auml;chlich durchzuf&uuml;hren. Im Gegensatz zur Anschaffung eines Geb&auml;udes erfordere die Geb&auml;udeherstellung nicht den Abschluss eines umfassenden Vertrags. Der Vertrag vom 13.&nbsp;April 2011 habe unter der Bedingung gestanden, dass das Projekt &uuml;ber die Leistungsphase 4 hinaus ausgef&uuml;hrt werde. Diese Bedingung sei im Jahr 2011 eingetreten. Die Leistungsphasen 5 bis 7 seien in diesem Jahr fast vollst&auml;ndig erbracht worden. Die Leistungsphasen 8 und 9 seien direkt der Bauausf&uuml;hrung zuzurechnen, es handele sich nicht um Planungsleistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil hinsichtlich der Jahre 2011 und 2013 aufzuheben und die Investitionszulagenbescheide 2011 und 2013 vom 3.&nbsp;Dezember 2015 bzw. vom 10.&nbsp;Dezember 2015 sowie die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2017 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Investitionszulage f&uuml;r das Jahr 2011 um 8.207,48&nbsp;EUR erh&ouml;ht und auf 13.974,23&nbsp;EUR und f&uuml;r das Jahr 2013 um 56.139,88&nbsp;EUR erh&ouml;ht und auf 168.419,63&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin habe einen Herstellungsbeginn vor 2012 nicht nachgewiesen. Durch die Vertr&auml;ge &uuml;ber Planungsleistungen habe sich noch nicht der Wille des Investors manifestiert. Der im Jahr 2011 geschlossene Architektenvertrag sei nicht der Herstellungsbeginn. Es m&uuml;sse tats&auml;chlich zur Ausf&uuml;hrung der Architektenplanung gekommen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG war zu Unrecht der Rechtsauffassung, dass die Investitionen, die zum Erstinvestitionsvorhaben &quot;Erweiterung der Betriebsst&auml;tte H&quot; geh&ouml;ren, nicht mit den S&auml;tzen gef&ouml;rdert werden k&ouml;nnen, die f&uuml;r Erstinvestitionsvorhaben vorgesehen sind, mit denen im Jahr 2011 begonnen worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 InvZulG 2010 wird f&uuml;r die Anschaffung und die Herstellung neuer beweglicher und unbeweglicher Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens, die zu einem Erstinvestitionsvorhaben eines beg&uuml;nstigten Betriebs im F&ouml;rdergebiet geh&ouml;ren, eine Investitionszulage gew&auml;hrt, sofern weitere &#8211;hier nicht streitige&#8211; Voraussetzungen erf&uuml;llt sind. In die Bemessungsgrundlage k&ouml;nnen &#8211;wie im Streitfall&#8211; auch Teilherstellungskosten einbezogen werden (&sect;&nbsp;5 Satz&nbsp;2 InvZulG 2010).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung einer Zulage f&uuml;r die Wirtschaftsg&uuml;ter, die mit dem Erstinvestitionsvorhaben zusammenhingen (vgl. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 InvZulG 2010), sind im Streitfall dem Grunde nach erf&uuml;llt. Die Beteiligten streiten lediglich &uuml;ber die H&ouml;he der Zulage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die H&ouml;he der Zulage h&auml;ngt u.a. davon ab, in welchem Jahr ein Investor mit dem Erstinvestitionsvorhaben begonnen hat. Lag der Beginn im Jahr 2011, so belief sich die Zulage f&uuml;r unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter auf 7,5&nbsp;% (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 InvZulG 2010) und f&uuml;r bewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter auf 15&nbsp;% (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 InvZulG 2010), sofern der Betrieb &#8211;wie der der Kl&auml;gerin&#8211; die KMU-Begriffsdefinition erf&uuml;llte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Beginn eines Erstinvestitionsvorhabens, das sich aus mehreren Einzelinvestitionen zusammensetzt, ist nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 InvZulG 2010 der Zeitpunkt, zu dem mit der ersten hierzu geh&ouml;renden Einzelinvestition begonnen worden ist. Bei der Anschaffung von Wirtschaftsg&uuml;tern ist dies der Zeitpunkt der Bestellung, bei der Herstellung der Zeitpunkt, zu dem mit seiner Herstellung begonnen worden ist (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 InvZulG 2010). Abweichend hiervon fingiert &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 InvZulG 2010 f&uuml;r den Fall der Geb&auml;udeherstellung den Abschluss eines der Ausf&uuml;hrung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages oder die Aufnahme von Bauarbeiten als Herstellungsbeginn.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit dieser Fiktion regelt das InvZulG 2010 den Beginn der Geb&auml;udeherstellung abweichend von den Grunds&auml;tzen des Ertragsteuerrechts, die im Allgemeinen bei der Auslegung von Begriffen des Investitionszulagenrechts heranzuziehen sind (z.B. Senatsurteil vom 23.&nbsp;Juni 2015 III&nbsp;R&nbsp;26\/12, BFH\/NV 2016, 65). So ist z.B. f&uuml;r das Bilanzsteuerrecht ma&szlig;geblich, ob Kosten zu aktivieren sind (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 16.&nbsp;Dezember 1998 X&nbsp;R&nbsp;153\/95, BFH\/NV 1999, 782; Bl&uuml;mich\/Ehmcke, &sect;&nbsp;6 EStG Rz&nbsp;436). Bereits unter Geltung des InvZulG 2007 wurde der Abschluss eines der Ausf&uuml;hrung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrags als Beginn der Herstellung von Geb&auml;uden fingiert (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 InvZulG 2007). Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 InvZulG 2005 war dagegen bei genehmigungspflichtigen Bauvorhaben auf die Einreichung des Bauantrags abzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Gesetzesbegr&uuml;ndung zum InvZulG 2007 l&auml;sst vermuten, dass der Gesetzgeber Planungsarbeiten sowohl bei beweglichen als auch bei unbeweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern noch nicht als Herstellungsbeginn ansehen wollte (BTDrucks 16\/1409, S.&nbsp;13; ebenso BTDrucks 16\/10291, S.&nbsp;17, zum InvZulG 2010). M&ouml;glicherweise wollte der Gesetzgeber den zulagenrechtlichen Herstellungsbeginn bei Geb&auml;uden auf einen Zeitpunkt nach Einreichung des Bauantrags bei der Genehmigungsbeh&ouml;rde zur&uuml;ckverlegen. Aus dem Gesetzeswortlaut geht dies jedoch nicht eindeutig hervor. Deshalb wird auch vertreten, dass die Fiktion des Beginns der Geb&auml;udeherstellung nach dem InvZulG 2010 dazu gef&uuml;hrt habe, dass der Investitionsbeginn in der Regel fr&uuml;her anzunehmen sei, da auch die Erstellung von Unterlagen f&uuml;r den Bauantrag der Ausf&uuml;hrung des Bauvorhabens zuzuordnen sei (Rosarius, Investitionsf&ouml;rderung, &sect;&nbsp;4 InvZulG 2010 Rz&nbsp;8; a.A. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 8.&nbsp;Mai 2008, BStBl I 2008, 590, Tz&nbsp;133; He&szlig; in He&szlig;\/Martin, InvZulG, &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Senat braucht nicht zu entscheiden, ob ein Vertrag, durch den ein Architekt mit der Planung eines zu errichtenden Geb&auml;udes beauftragt wird, als ein der Ausf&uuml;hrung zuzurechnender Leistungsvertrag i.S. von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 InvZulG 2010 anzusehen ist. Insbesondere kann er offen lassen, ob die Ausf&uuml;hrungsplanung (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;5 HOAI 2009) der Bauausf&uuml;hrung zuzurechnen ist. Denn durch den Vertrag vom 13.&nbsp;April 2011, der nach seinem Inhalt die Grundleistungen der Leistungsphasen 5 bis 9 i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;4 HOAI 2009 umfasste, beauftragte die Kl&auml;gerin die M-GmbH nicht nur mit der Erbringung von Planungsleistungen, sondern auch mit der Bau&uuml;berwachung. Sp&auml;testens die Leistungsphase 8 (Objekt&uuml;berwachung &#8211; Bau&uuml;berwachung oder Bauoberleitung) nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;8 HOAI 2009 ist der Bauausf&uuml;hrung zuzurechnen. Es handelt sich um eine Leistung, die ein Architekt in der Phase erbringt, in der auf einer Baustelle Bauarbeiten durchgef&uuml;hrt werden. Der Umstand, dass zu dem Zeitpunkt, als die Kl&auml;gerin der M-GmbH (u.a.) die Bau&uuml;berwachung &uuml;bertrug, die zu &uuml;berwachenden Bauarbeiten noch gar nicht vergeben waren, &auml;ndert hieran nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Der Senat teilt nicht die Bedenken des FG im Hinblick darauf, dass die M-GmbH nach &sect;&nbsp;21 des Vertrags vom 13.&nbsp;April 2011 keinen Honoraranspruch f&uuml;r die Leistungsphasen 5 bis 9 gehabt h&auml;tte, wenn die Kl&auml;gerin diese Leistungen nicht abgerufen oder an einen Dritten vergeben h&auml;tte (Projektabbruch), so dass noch gar nicht festgestanden habe, ob die Leistungsphase 8 beauftragt w&uuml;rde. An der Wirksamkeit des Vertrags vom 13.&nbsp;April 2011 &auml;nderten diese Einschr&auml;nkungen schon deshalb nichts, weil sie nicht zum Tragen kamen. Aus einer Rechnung der M-GmbH vom 20.&nbsp;April 2011, die Bestandteil des vom FG erw&auml;hnten Zulagenantrags f&uuml;r das Jahr 2011 und damit Bestandteil der Feststellungen des FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO ist (s. Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;118 Rz&nbsp;37, m.w.N.), geht hervor, dass zu diesem Zeitpunkt die Leistungen der Leistungsphase 5 zu 65&nbsp;% erbracht waren. Im Jahr 2011 stand daher fest, dass ein Abbruch des Bauvorhabens nach der Leistungsphase 4 ausschied.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. Aus den Feststellungen des FG ist nicht zu ersehen, ob die Erh&ouml;hung des Zulagensatzes von 5&nbsp;% auf 7,5&nbsp;% (unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter) und von 10&nbsp;% auf 15&nbsp;% (bewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter) zu den Erh&ouml;hungsbetr&auml;gen f&uuml;hrt, die die Kl&auml;gerin in ihrem Klageantrag genannt hat (8.207,48&nbsp;EUR f&uuml;r 2011 und 56.139,88&nbsp;EUR f&uuml;r 2013). Das FG wird die erforderlichen Feststellungen nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Entscheidung, die Kosten des Verfahrens dem FG zu &uuml;bertragen, beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2018, III R 22\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.131218.IIIR22.17.0 Beginn der Geb&auml;udeherstellung im Investitionszulagenrecht Leits&auml;tze Ein Vertrag, mit dem ein Investor ein Architekten- und Ingenieurb&uuml;ro mit der &Uuml;berwachung des Baus eines noch zu errichtenden Geb&auml;udes beauftragt, ist ein Leistungsvertrag, der i.S. von &sect; 4 Abs. 2 Satz 5 InvZulG 2010 der Bauausf&uuml;hrung zuzurechnen ist. Beginn der Herstellung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-22-17-beginn-der-gebaeudeherstellung-im-investitionszulagenrecht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;22\/17 &#8211; Beginn der Geb&auml;udeherstellung im Investitionszulagenrecht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70566","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70566","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70566"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70566\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70566"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70566"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70566"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}