{"id":70586,"date":"2019-04-13T17:26:44","date_gmt":"2019-04-13T15:26:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70586"},"modified":"2019-04-13T17:26:44","modified_gmt":"2019-04-13T15:26:44","slug":"viii-r-26-15-taetigkeit-eines-heileurythmisten-als-aehnlicher-beruf-is-von-par-18-abs-1-nr-1-satz-2-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-26-15-taetigkeit-eines-heileurythmisten-als-aehnlicher-beruf-is-von-par-18-abs-1-nr-1-satz-2-estg\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;26\/15 &#8211; T&auml;tigkeit eines Heileurythmisten als &auml;hnlicher Beruf i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2018, VIII R 26\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.201118.VIIIR26.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">T&auml;tigkeit eines Heileurythmisten als &auml;hnlicher Beruf i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der Abschluss eines Integrierten Versorgungsvertrags nach &sect;&sect; 140a ff. SGB V (sog. IV-Vertr&auml;ge) zwischen dem Berufsverband der Heileurythmisten und einer gesetzlichen Krankenkasse stellt ein ausreichendes Indiz f&uuml;r das Vorliegen einer dem Katalogberuf des Krankengymnasten\/Physiotherapeuten &auml;hnlichen Ausbildung und T&auml;tigkeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG dar.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine weitergehende Pr&uuml;fung der Vergleichbarkeit der Ausbildung und T&auml;tigkeit des Heileurythmisten mit der eines Krankengymnasten\/Physiotherapeuten ist aufgrund der indiziellen Wirkung der Teilnahmeberechtigung an den Leistungen der sog. IV-Vertr&auml;ge nicht erforderlich.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 28. April 2015&nbsp;&nbsp;13 K 50\/14 sowie der Bescheid vom 10. Oktober 2012 betreffend den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r 2011 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12. Februar 2014 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) im Streitjahr (2011) als Heileurythmistin gewerbesteuerpflichtige Eink&uuml;nfte erzielt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin besitzt nach vierj&auml;hriger Ausbildung in der anthroposophischen Tanzkunst &quot;Eurythmie&quot; das Diplom f&uuml;r Eurythmie des Instituts f&uuml;r Waldorfp&auml;dagogik &#8230; Im Jahr 2002 absolvierte sie eine Vollzeitausbildung zur Heileurythmistin an der Schule f&uuml;r Eurythmische Heilkunst in &#8230; Im Anschluss wurde ihr das Heileurythmie-Diplom von der Schule der Gesellschaft f&uuml;r Anthroposophische Heilkunst und Eurythmie e.V. und der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule f&uuml;r Geisteswissenschaft am &#8230; in &#8230; verliehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin war Mitglied des Berufsverbandes Heileurythmie e.V. (Berufsverband). Nach der Satzung des Berufsverbands konnte nur Mitglied werden, wer ein Abschlusszeugnis f&uuml;r Eurythmie und Heileurythmie\/Eurythmie Therapie und nach den Richtlinien des Berufsverbandes eine Berufsqualifikation erworben hatte. Als Ausbildung i.S. der Satzung galten ein abgeschlossenes Eurythmiestudium und eine vollst&auml;ndige Heileurythmieausbildung mit Abschlussdiplom der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule f&uuml;r Geisteswissenschaft am &#8230; in &#8230;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weder die Kl&auml;gerin noch ihr Berufsverband wurden nach &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 des F&uuml;nften Buches Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;V) von den Landesverb&auml;nden der Krankenkassen und den Ersatzkassen zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anfang 2006 schlossen mehrere gesetzliche Krankenkassen (insgesamt zw&ouml;lf) mit den Berufsverb&auml;nden der anthroposophischen Heilkunst Vertr&auml;ge zur Durchf&uuml;hrung Integrierter Versorgung mit Anthroposophischer Medizin auf der Grundlage der &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V (sog. IV-Vertr&auml;ge). Der Berufsverband der Kl&auml;gerin war einer der Vertragspartner. Auf der Grundlage dieser IV-Vertr&auml;ge &uuml;bernahmen die teilnehmenden gesetzlichen Krankenkassen die Kosten f&uuml;r &auml;rztlich verordnete und durch anerkannte Therapeuten erbrachte Leistungen der Heileurythmie als Heilmittel innerhalb der gesetzlich anerkannten besonderen Therapierichtung der Anthroposophischen Medizin (vgl. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 SGB&nbsp;V) nach den vertraglich vereinbarten Geb&uuml;hrens&auml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der IV-Vertr&auml;ge geh&ouml;rt die Heileurythmie zu den Versorgungsinhalten der anthroposophischen Medizin. Die nicht-&auml;rztlichen Therapieverfahren wurden nach &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;a der IV-Vertr&auml;ge auf &auml;rztliche Anordnung durch speziell ausgebildete Therapeuten als Heilmittel erbracht. Die Ausbildung und Eignung des Therapeuten mussten durch den Berufsverband &uuml;berpr&uuml;ft und anerkannt worden sein. Die spezielle Ausbildung wurde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 der IV-Vertr&auml;ge angenommen, wenn der Heilmittelerbringer eine durch den Berufsverband ausgestellte Berechtigung zur F&uuml;hrung der Berufsbezeichnung oder eine Gleichwertigkeitsbescheinigung nachweisen konnte. Die Teilnahmeberechtigung wurde nach &sect;&nbsp;6 Nr.&nbsp;3 der IV-Vertr&auml;ge von dem Berufsverband erteilt, wenn die in &sect;&nbsp;6 Nr.&nbsp;4 der IV-Vertr&auml;ge genannten Voraussetzungen nachgewiesen und die Regelungen der IV-Vertr&auml;ge anerkannt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Anlage 4 zu den IV-Vertr&auml;gen (Vereinbarung &uuml;ber die Versorgung mit Heilmitteln der Anthroposophischen Medizin) waren zwischen den Berufsverb&auml;nden der anthroposophischen Heilkunst und den gesetzlichen Krankenkassen folgende zus&auml;tzliche Vereinbarungen getroffen worden:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 waren Grundlage der Vereinbarung &sect;&sect;&nbsp;124&nbsp;ff. SGB&nbsp;V in analoger Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 bis 3 wurden die Heilmittel nach der Vereinbarung auf der Grundlage einer vertrags&auml;rztlichen Verordnung von speziell ausgebildeten Therapeuten erbracht. Die Erstverordnung des Vertragsarztes bedurfte der Genehmigung durch die Krankenkasse, wenn nicht die Krankenkasse hierauf schriftlich gegen&uuml;ber dem Leistungserbringer verzichtete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;4 und 5 setzte die Leistungserbringung eine Zulassung des Leistungserbringers durch den jeweiligen Berufsverband voraus. Die Durchf&uuml;hrung einer Behandlung durfte nur von einem hierf&uuml;r entsprechend der Gemeinsamen Empfehlungen nach &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;4 SGB&nbsp;V qualifizierten Therapeuten und in nach &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;V zugelassenen Praxen erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 28.&nbsp;September 2009 bescheinigte der Berufsverband der Kl&auml;gerin, dass sie nach &Uuml;berpr&uuml;fung der Teilnahmevoraussetzungen an den Vertr&auml;gen zur Durchf&uuml;hrung Integrierter Versorgung mit Anthroposophischer Medizin nach &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V teilnehmen konnte. Die Kl&auml;gerin war ab dem Datum der Bescheinigung berechtigt, Leistungen nach den IV-Vertr&auml;gen zu erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin gab im Streitjahr keine Gewerbesteuererkl&auml;rung f&uuml;r die im Rahmen ihrer T&auml;tigkeit als Heileurythmistin erzielten Einnahmen ab. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sch&auml;tzte daraufhin mit Bescheid &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag vom 10.&nbsp;Oktober 2012 den Steuermessbetrag in H&ouml;he von 640&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &#8211;nach erfolglosem Einspruchsverfahren&#8211; erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 1826 ver&ouml;ffentlichtem Urteil vom 28.&nbsp;April 2015&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;50\/14 als unbegr&uuml;ndet ab. Nach den Feststellungen des FG war die Kl&auml;gerin gewerblich und nicht freiberuflich i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) t&auml;tig, da sie keine den Katalogberufen des Heilpraktikers oder Krankengymnasten &auml;hnliche T&auml;tigkeit im Streitjahr ausge&uuml;bt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen gerichteten Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, sie sei entgegen der Auffassung des FG freiberuflich i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG t&auml;tig. Die Zulassung der Leistungen einer Heileurythmistin auf der Grundlage der IV-Vertr&auml;ge sei mit einer Zulassung nach &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;V vergleichbar. Der Bundesfinanzhof (BFH) habe die Zulassung zur Teilnahme an den IV-Vertr&auml;gen als Bef&auml;higungsnachweis f&uuml;r die Umsatzsteuerbefreiung der Heilbehandlungsleistung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a des Umsatzsteuergesetzes (UStG) ausreichen lassen (BFH-Urteile vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2012 V&nbsp;R&nbsp;30\/09, BFHE 237, 263, BStBl II 2012, 623; zuletzt vom 26.&nbsp;Juli 2017 XI&nbsp;R&nbsp;3\/15, BFHE 259, 150, BStBl II 2018, 793). Dies m&uuml;sse entsprechend f&uuml;r die Gewerbe- bzw. Einkommensteuer gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil der Vorinstanz sowie den Bescheid vom 10.&nbsp;Oktober 2012 betreffend den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r 2011 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12.&nbsp;Februar 2014 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil entspreche der geltenden Gesetzeslage und Rechtsprechung des BFH zu den Anforderungen an eine freiberufliche T&auml;tigkeit nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG. Die Grunds&auml;tze der BFH-Urteile in BFHE 237, 263, BStBl II 2012, 623 und in BFHE 259, 150, BStBl II 2018, 793 zur Umsatzsteuerfreiheit von Leistungen eines Heileurythmisten seien auf die ertragsteuerliche Beurteilung nicht zu &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des Urteils des FG und zur Stattgabe der Klage. Entgegen der Auffassung des FG ist die T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin als freiberuflich zu qualifizieren. Sie erzielte einkommensteuerrechtlich Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG, da die von ihr ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit als Heileurythmistin dem Katalogberuf des Krankengymnasten\/Physiotherapeuten &auml;hnlich ist. Danach unterh&auml;lt sie keinen Gewerbebetrieb i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG), so dass der Gewerbesteuermessbescheid vom 10.&nbsp;Oktober 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12.&nbsp;Februar 2014 aufzuheben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GewStG unterliegt der Gewerbesteuer jeder im Inland betriebene stehende Gewerbebetrieb i.S. des EStG. Keinen Gewerbebetrieb stellt nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG die Aus&uuml;bung eines freien Berufs dar. Dies ist vorliegend der Fall, da die Kl&auml;gerin als Heileurythmistin eine dem Katalogberuf des Krankengymnasten\/Physiotherapeuten &auml;hnliche T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt und somit Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG erzielt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Unstreitig &uuml;bte die Kl&auml;gerin keinen der in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG ausdr&uuml;cklich genannten Berufe (sog. Katalogberufe) aus. Eink&uuml;nfte aus freiberuflicher T&auml;tigkeit kann sie danach nur dann erzielt haben, wenn ihre T&auml;tigkeit einem der Katalogberufe i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG &auml;hnlich war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin als Heileurythmistin ist dem in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG aufgef&uuml;hrten Katalogberuf des Krankengymnasten\/Physiotherapeuten &auml;hnlich. Entgegen der Auffassung des FG stellt der Abschluss der Vertr&auml;ge zur Durchf&uuml;hrung Integrierter Versorgung mit Anthroposophischer Medizin auf der Grundlage der &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V (IV-Vertr&auml;ge) zwischen dem Berufsverband der Heileurythmisten und den gesetzlichen Krankenkassen ein ausreichendes Indiz f&uuml;r das Vorliegen einer dem Katalogberuf des Krankengymnasten\/Physiotherapeuten &auml;hnlichen T&auml;tigkeit dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein &auml;hnlicher Beruf liegt vor, wenn er in wesentlichen Punkten mit einem der in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG genannten Katalogberufe vergleichbar ist. Dazu geh&ouml;rt die Vergleichbarkeit sowohl der Ausbildung als auch der ausge&uuml;bten beruflichen T&auml;tigkeit. Die f&uuml;r den vergleichbaren Katalogberuf erforderlichen Kenntnisse m&uuml;ssen nachgewiesen sein, die so qualifizierte Arbeit muss den wesentlichen Teil der gesamten Berufst&auml;tigkeit ausmachen und dem &auml;hnlichen Beruf das Gepr&auml;ge i.S. des Katalogberufs geben. Ist f&uuml;r die Aus&uuml;bung des Katalogberufs eine Erlaubnis erforderlich oder ist die Aus&uuml;bung des Katalogberufs ohne Erlaubnis mit Strafe bedroht, so kann eine &Auml;hnlichkeit nur gegeben sein, wenn f&uuml;r die Aus&uuml;bung des vergleichbaren Berufs ebenfalls eine Erlaubnis erforderlich ist (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Januar 2004 IV&nbsp;R&nbsp;51\/01, BFHE 205, 151, BStBl II 2004, 509, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Jedoch kann auch eine Berufst&auml;tigkeit, die sich auf einzelne heilkundliche Verrichtungen beschr&auml;nkt, ohne einer staatlichen Erlaubnis zu bed&uuml;rfen, dem Katalogberuf eines Krankengymnasten\/Physiotherapeuten &auml;hnlich sein. In diesem Fall reicht es aus, wenn der Steuerpflichtige &uuml;ber die Erlaubnis seiner beruflichen Organisation verf&uuml;gt, die Kenntnisse bescheinigt, die den Anforderungen einer staatlichen Pr&uuml;fung f&uuml;r die Aus&uuml;bung der Heilhilfsberufe vergleichbar sind. Hiermit ist sowohl dem Erfordernis einer vergleichbaren Ausbildung wie auch dem einer Erlaubnis Gen&uuml;ge getan. Es reicht in diesen F&auml;llen aus, wenn die Berufsbezeichnung beispielsweise durch Wettbewerbs- oder Namensrecht gesch&uuml;tzt ist. Dies tr&auml;gt dem Umstand Rechnung, dass sich auch Heilhilfsberufe neu entwickeln, ohne dass sogleich eine staatliche Regelung geschaffen wird. Zudem gestalten sich die staatlichen Regelungen in einzelnen Bundesl&auml;ndern unterschiedlich, was unter dem Gesichtspunkt der Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung bedenklich ist (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;August 2003 IV&nbsp;R&nbsp;69\/00, BFHE 203, 429, BStBl II 2004, 954, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) In Anbetracht dessen hat es der BFH als ausreichendes Indiz f&uuml;r das Vorliegen einer dem Krankengymnasten\/Physiotherapeuten &auml;hnlichen T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG angesehen, wenn der Steuerpflichtige bzw. seine Berufsgruppe regelm&auml;&szlig;ig nach &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;V durch die zust&auml;ndigen Stellen der gesetzlichen Krankenkassen zugelassen ist. Dies folgt daraus, dass auch &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;V dem Ziel dient, eine fachgerechte Berufsaus&uuml;bung zu gew&auml;hrleisten. Die Zulassung durch die Krankenkasse gibt einen Anhaltspunkt f&uuml;r die Vergleichbarkeit, da sie sich auf die Erbringung von &quot;Heilmitteln&quot; als Dienstleistung bezieht. Fehlt es an einer solchen Zulassung, haben die Finanz&auml;mter und ggf. die Finanzgerichte festzustellen, ob die Ausbildung, die Erlaubnis und die T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen mit den Erfordernissen des &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;V vergleichbar sind (BFH-Urteil in BFHE 203, 429, BStBl II 2004, 954, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin als Heileurythmistin dem Katalogberuf eines Krankengymnasten &auml;hnlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach den Feststellungen des FG geh&ouml;rt die Heileurythmie zu den Versorgungsinhalten der anthroposophischen Medizin, so dass sie unter den Begriff der Heilkunst f&auml;llt. Sie steht als medizinische Hilfsleistung, die &#8211;im vorliegenden Fall&#8211; auf Anordnung und unter der Verantwortung eines Arztes gew&auml;hrt wird, auf einer Stufe mit Leistungen anderer Heilhilfsberufe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar ist die Ausbildung zum Heileurythmisten staatlich nicht geregelt. Dem Ziel, eine fachgerechte Berufsaus&uuml;bung zu gew&auml;hrleisten, dienen jedoch auch die Regelungen der &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V (IV-Vertr&auml;ge), die bestimmte Anforderungen an die Qualifikation des Erbringers der Heilleistung stellen: Erforderlich f&uuml;r das Therapieverfahren ist eine &auml;rztliche Anordnung. Die Erstverordnung des Vertragsarztes bedarf der Genehmigung durch die Krankenkasse, wenn nicht die Krankenkasse hierauf schriftlich gegen&uuml;ber dem Leistungserbringer verzichtet. Die Leistungserbringung setzt eine Zulassung des Leistungserbringers durch den jeweiligen Berufsverband voraus. Der Versorgungsvertrag stellt zudem weitere Qualit&auml;tsanforderungen an die Person des Leistungserbringers. Die Durchf&uuml;hrung der Behandlung darf nur von einem hierf&uuml;r entsprechend den Gemeinsamen Empfehlungen der Spitzenverb&auml;nde der Krankenkassen nach &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;4 SGB&nbsp;V qualifizierten Therapeuten und in nach &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;V zugelassenen Praxen erfolgen. Die Ausbildung und Eignung muss durch den Berufsverband &uuml;berpr&uuml;ft und anerkannt werden. Die Leistungserbringung setzt weiter eine vom Berufsverband erteilte Teilnahmeberechtigung voraus, die nur erteilt wird, wenn der Leistungserbringer die im Versorgungsvertrag genannten Voraussetzungen nachgewiesen und die Regelungen des Vertrags anerkannt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) In Anbetracht dessen stellt die Zulassung der Kl&auml;gerin durch ihren Berufsverband zur Erbringung von Leistungen der Anthroposophischen Medizin auf der Grundlage der &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V (IV-Vertr&auml;ge) ein ausreichendes Indiz f&uuml;r das Vorliegen einer dem Katalogberuf &auml;hnlichen T&auml;tigkeit dar. Eine weitergehende Pr&uuml;fung der Vergleichbarkeit der T&auml;tigkeit und Ausbildung der Kl&auml;gerin mit der eines Krankengymnasten\/Physiotherapeuten ist aufgrund der indiziellen Wirkung der Teilnahmeberechtigung an den IV-Vertr&auml;gen entgegen der Auffassung des FG nicht erforderlich (vgl. BFH-Urteil in BFHE 203, 429, BStBl II 2004, 954, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Dieser rechtlichen W&uuml;rdigung steht nicht entgegen, dass hinsichtlich der von der Kl&auml;gerin erbrachten Heilleistungen keine regelm&auml;&szlig;ige Kostentragung durch die Krankenkassen erfolgte, da im Streitfall nur zw&ouml;lf Krankenkassen einen Versorgungsvertrag nach &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V mit dem Berufsverband der Heileurythmisten abgeschlossen haben. Zwar kann die regelm&auml;&szlig;ige Zulassung einer Berufsgruppe durch die Krankenkasse nach &sect;&nbsp;124 SGB&nbsp;V ein Indiz f&uuml;r das Vorliegen einer dem Katalogberuf des Krankengymnasten &auml;hnlichen T&auml;tigkeit sein (BFH-Urteil in BFHE 203, 429, BStBl II 2004, 954). Als ein weiteres &#8211;von der regelm&auml;&szlig;igen Zulassung nach &sect;&nbsp;124 SGB&nbsp;V unabh&auml;ngiges&#8211; Indiz wertet es der Senat, wenn aufgrund des Abschlusses von Integrierten Versorgungsvertr&auml;gen nach &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V bestimmte Anforderungen an die Ausbildung des Leistungserbringers gestellt werden und deren Einhaltung vom Berufsverband &uuml;berwacht wird (vgl. Stuhrmann, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;B&nbsp;164; Schmidt\/Wacker, EStG, 37.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;130; Brandt in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;216). Danach reicht bereits der Abschluss eines Integrierten Versorgungsvertrags nach &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V mit nur wenigen Krankenkassen als Bef&auml;higungsnachweis aus. Ob der Abschluss der Versorgungsvertr&auml;ge auf marktpolitischen Motiven der Krankenkassen beruht, kann f&uuml;r die Auslegung des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG dahingestellt bleiben, da durch die gesetzliche Regelung der &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V ausreichende Anforderungen an die Ausbildung und T&auml;tigkeit des Erbringers der Heilleistung gestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Entscheidung des Senats entspricht der Rechtsprechung des BFH zum Nachweis der erforderlichen Berufsqualifikation eines Heileurythmisten bei der Auslegung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG, nach der sich der Bef&auml;higungsnachweis f&uuml;r die Erbringung der Heilbehandlung auch aus dem Abschluss eines Integrierten Versorgungsvertrags nach &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V zwischen dem Berufsverband des Leistungserbringers und den gesetzlichen Krankenkassen ergeben kann (BFH-Urteile in BFHE 237, 263, BStBl II 2012, 623, Rz&nbsp;43; in BFHE 259, 150, BStBl II 2018, 793; Anmerkung Michel in H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2012, 893). Zwar ist der Normzweck des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG, der auf die Entlastung der Sozialversicherungstr&auml;ger von der Umsatzsteuer abstellt und dessen Auslegung auf Unionsrecht beruht, f&uuml;r die ertragsteuerliche Beurteilung der heil- oder heilhilfsberuflichen T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG grunds&auml;tzlich ohne Bedeutung (grundlegend BFH-Urteil vom 19.&nbsp;September 2002 IV&nbsp;R&nbsp;45\/00, BFHE 200, 317, BStBl II 2003, 21, m.w.N.; s.a. Senatsurteil vom 9.&nbsp;Mai 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;11\/15, BFHE 258, 119, BStBl II 2017, 911). An dieser Rechtsprechung h&auml;lt der Senat fest. Jedoch sind im vorliegenden Fall die Ausf&uuml;hrungen des BFH im Urteil in BFHE 259, 150, BStBl II 2018, 793 zum Nachweis der beruflichen Qualifikation bei der Erbringung von Heilbehandlungen durch einen Heileurythmisten auf der Grundlage von Integrierten Versorgungsvertr&auml;gen nach den &sect;&sect;&nbsp;140a&nbsp;ff. SGB&nbsp;V, die zur Steuerfreiheit nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG f&uuml;hren, auf die Auslegung des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG &uuml;bertragbar, da weder auf eine Entlastung der Sozialversicherungstr&auml;ger abgestellt wird, noch die unionsrechtlichen Vorgaben zu &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG den von der Rechtsprechung entwickelten Auslegungsgrunds&auml;tzen zu &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG widersprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2018, VIII R 26\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.201118.VIIIR26.15.0 T&auml;tigkeit eines Heileurythmisten als &auml;hnlicher Beruf i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG Leits&auml;tze 1. Der Abschluss eines Integrierten Versorgungsvertrags nach &sect;&sect; 140a ff. SGB V (sog. 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