{"id":70587,"date":"2019-04-13T17:26:47","date_gmt":"2019-04-13T15:26:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70587"},"modified":"2019-04-13T17:26:47","modified_gmt":"2019-04-13T15:26:47","slug":"viii-r-45-15-anfechtung-einer-kapitalertragsteuer-anmeldung-durch-den-verguetungsglaeubiger-erledigung-der-kapitalertragsteuer-anmeldung-aufgrund-der-einkommensteuerfestsetzung-bei-einem-antrag-nach-p","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-45-15-anfechtung-einer-kapitalertragsteuer-anmeldung-durch-den-verguetungsglaeubiger-erledigung-der-kapitalertragsteuer-anmeldung-aufgrund-der-einkommensteuerfestsetzung-bei-einem-antrag-nach-p\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;45\/15 &#8211; Anfechtung einer Kapitalertragsteuer-Anmeldung durch den Verg&uuml;tungsgl&auml;ubiger; Erledigung der Kapitalertragsteuer-Anmeldung aufgrund der Einkommensteuerfestsetzung bei einem Antrag nach &sect; 32d Abs. 4 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2018, VIII R 45\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.201118.VIIIR45.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anfechtung einer Kapitalertragsteuer-Anmeldung durch den Verg&uuml;tungsgl&auml;ubiger; Erledigung der Kapitalertragsteuer-Anmeldung aufgrund der Einkommensteuerfestsetzung bei einem Antrag nach &sect; 32d Abs. 4 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Drittanfechtungsklage gegen eine Kapitalertragsteuer-Anmeldung ist mangels Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses unzul&auml;ssig, wenn sich die Kapitalertragsteuer-Anmeldung vor der Klageerhebung durch die Einbeziehung der Kapitalertr&auml;ge in die Einkommensteuerfestsetzung aufgrund eines Antrags nach &sect; 32d Abs. 4 EStG auf sonstige Weise gem&auml;&szlig; &sect; 124 Abs. 2 AO erledigt hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Vorrang der &Uuml;berpr&uuml;fung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der einbehaltenen Kapitalertragsteuer im Festsetzungsverfahren verst&ouml;&szlig;t weder gegen das Gebot des effektiven Rechtsschutzes nach Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG, noch gegen Art. 3 GG und Art. 14 Abs. 1 GG (Verbot der &Uuml;berma&szlig;besteuerung) oder gegen die Kapitalverkehrsfreiheit (Art. 56 EG, Art. 63 AEUV).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 5. August 2015&nbsp;&nbsp;3 K 1040\/15 wird mit der Ma&szlig;gabe zur&uuml;ckgewiesen, dass die Klage unzul&auml;ssig war.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war Inhaber von Aktien des amerikanischen Unternehmens A. Das Kreditinstitut B (B) behielt aufgrund einer &quot;Entflechtung (Spin-off)&quot; dieser Wertpapiere einen Steuerabzugsbetrag f&uuml;r Kapitalertragsteuer, Solidarit&auml;tszuschlag und Kirchensteuer in H&ouml;he von insgesamt 919,57&nbsp;EUR ein. Es meldete diesen Betrag mit der Kapitalertragsteuer-Anmeldung f&uuml;r Oktober 2012 bei dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger wandte sich &#8211;nach erfolglosen Antr&auml;gen auf Auszahlung der einbehaltenen Kapitalertragsteuer bei dem f&uuml;r die Einkommensteuerveranlagung zust&auml;ndigen Finanzamt C und beim Finanzgericht (FG) &#8230; (Az.&nbsp;&#8230;)&#8211; an das f&uuml;r die Anmeldung der Kapitalertragsteuer zust&auml;ndige beklagte FA. Er machte geltend, dass die Abf&uuml;hrung der Kapitalertragsteuer in H&ouml;he von 919,57&nbsp;EUR rechtswidrig und der abgef&uuml;hrte Betrag daher an ihn zu erstatten sei. Auch nach Auffassung des Bundesfinanzhofs (BFH) f&uuml;hre der &quot;Spin-off&quot; der A-Aktien nicht zu steuerpflichtigen Kapitaleink&uuml;nften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das f&uuml;r die Einkommensteuerveranlagung des Kl&auml;gers zust&auml;ndige Finanzamt C erlie&szlig; am 10.&nbsp;Februar 2014 einen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2012. Aufgrund des Antrags des Kl&auml;gers auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) wurden bei der Einkommensteuerfestsetzung die Ertr&auml;ge aus dem &quot;Spin-off&quot; in H&ouml;he von 3.284,74&nbsp;EUR bei der Berechnung der Eink&uuml;nfte, die nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG der Abgeltungsteuer unterliegen, ber&uuml;cksichtigt. Die von B abgef&uuml;hrte Kapitalertragsteuer in H&ouml;he von 919,57&nbsp;EUR wurde im Abrechnungsteil des Einkommensteuerbescheids auf die Einkommensteuerschuld angerechnet. Der hiergegen eingelegte Einspruch wurde f&uuml;r ruhend erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch des Kl&auml;gers gegen die Kapitalertragsteuer-Anmeldung des B f&uuml;r Oktober 2012 wurde vom FA mit Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2015 mangels Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses als unzul&auml;ssig verworfen. Die vom Kl&auml;ger hiergegen am 15.&nbsp;April 2015 erhobene Klage hat das FG mit Urteil vom 5.&nbsp;August 2015&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;1040\/15 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2016, 93) als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger macht mit der Revision geltend, dass eine Drittanfechtung der Kapitalertragsteuer-Anmeldung zul&auml;ssig sei. Sollte der Steuerpflichtige hinsichtlich seiner Einwendungen gegen die Anmeldung der Kapitalertragsteuer auf das Einkommensteuerverfahren verwiesen werden, f&uuml;hre dies zu einer Verletzung des Gebots des effektiven Rechtsschutzes (Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;). Zudem f&uuml;hre die Abf&uuml;hrung von Kapitalertragsteuer aufgrund eines &quot;Spin-off&quot; zu einer verfassungswidrigen &Uuml;berma&szlig;besteuerung. Es liege auch ein Versto&szlig; gegen die Kapitalverkehrsfreiheit nach Art.&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (AEUV) vor. Es sei unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und diskriminierend, von dem Steuerpflichtigen einen Antrag auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG im Veranlagungsverfahren zu verlangen, der zur &Uuml;berpr&uuml;fung aller Kapitalertr&auml;ge f&uuml;hre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil der Vorinstanz sowie die Kapitalertragsteuer-Anmeldung vom 12.&nbsp;November 2012 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2015 aufzuheben,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>hilfsweise festzustellen, dass die Kapitalertragsteuer-Anmeldung vom 12.&nbsp;November 2012 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2015 rechtswidrig waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Klage im Ergebnis zu Recht abgewiesen. Es hat zwar die Klage zu Unrecht f&uuml;r zul&auml;ssig erachtet und den Haupt- und Hilfsantrag als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Gleichwohl ist der Tenor des Urteils zutreffend, so dass das Urteil trotz dieses Rechtsfehlers nicht aufzuheben ist (BFH-Urteile vom 10.&nbsp;Januar 2007 I&nbsp;R&nbsp;75\/05, BFH\/NV 2007, 1506; vom 23.&nbsp;September 2008 I&nbsp;R&nbsp;90\/07, BFH\/NV 2009, 588, m.w.N.). Die Revision ist deshalb mit der Ma&szlig;gabe zur&uuml;ckzuweisen, dass die Klage unzul&auml;ssig ist. Aufgrund der offensichtlichen Unzul&auml;ssigkeit der Klage ist es nicht verfahrensfehlerhaft, dass das FG die Beiladung des B zum Verfahren unterlassen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Klage gegen die Kapitalertragsteuer-Anmeldung des B f&uuml;r Oktober 2012 ist unzul&auml;ssig. Zwar war der Kl&auml;ger grunds&auml;tzlich befugt, die Kapitalertragsteuer-Anmeldung im Rahmen einer sog. Drittanfechtung aus eigenem Recht anzufechten (a). Jedoch hatte sich die Kapitalertragsteuer-Anmeldung f&uuml;r Oktober 2012 bereits vor Erhebung der Klage am 15.&nbsp;April 2015 durch den Erlass des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r 2012 vom 10.&nbsp;Februar 2014 aufgrund des Antrags des Kl&auml;gers auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG erledigt (b). Damit ist das Rechtsschutzinteresse des Kl&auml;gers in Bezug auf die Anfechtung der Kapitalertragsteuer-Anmeldung entfallen (c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger war grunds&auml;tzlich befugt, als Gl&auml;ubiger der Kapitalertr&auml;ge und Schuldner der Kapitalertragsteuer (&sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG) die Kapitalertragsteuer-Anmeldung des B anzufechten. Die nach &sect;&nbsp;45a EStG angemeldete Kapitalertragsteuer steht nach &sect;&nbsp;168 der Abgabenordnung (AO) einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleich. Ihr Regelungsgehalt beschr&auml;nkt sich darauf, dass der Schuldner der Kapitalertr&auml;ge die angemeldeten Betr&auml;ge abzuf&uuml;hren hat. Da jedoch der Gl&auml;ubiger der Kapitalertr&auml;ge die Kapitalertragsteuer sowie den im Abzugsverfahren erhobenen Solidarit&auml;tszuschlag schuldet und demgem&auml;&szlig; der Verg&uuml;tungsschuldner die Steuerabz&uuml;ge f&uuml;r Rechnung des Gl&auml;ubigers der Kapitalertr&auml;ge vorgenommen hat (&sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG), werden im Fall der Rechtswidrigkeit der nach &sect;&nbsp;168 AO fingierten Steuerbescheide auch rechtlich gesch&uuml;tzte Interessen des Gl&auml;ubigers der Kapitalertr&auml;ge ber&uuml;hrt (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Dezember 2012 I&nbsp;R&nbsp;27\/12, BFHE 241, 151, BStBl II 2013, 682, m.w.N.). Danach ist eine Drittanfechtung der Kapitalertragsteuer-Anmeldung durch den Gl&auml;ubiger der Kapitalertr&auml;ge grunds&auml;tzlich m&ouml;glich (s. hierzu auch Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;168 AO Rz&nbsp;8, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gegenstand der Drittanfechtungsklage ist die mit der Steueranmeldung verbundene Steuerfestsetzung gegen den Verg&uuml;tungsschuldner. Die &Uuml;berpr&uuml;fung der Steueranmeldung beschr&auml;nkt sich in diesem Fall darauf, ob der Verg&uuml;tungsschuldner die Steueranmeldung vornehmen durfte. Dies ist bereits dann zu bejahen, wenn die Voraussetzungen f&uuml;r den Steuereinbehalt zweifelhaft sind. Auch ist im Rahmen dieses eingeschr&auml;nkten Pr&uuml;fungsumfangs im Grundsatz davon auszugehen, dass der Verg&uuml;tungsschuldner zum Kapitalertragsteuerabzug dann berechtigt ist, wenn er sich hierbei auf ein Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen st&uuml;tzen kann. Dieser Grundsatz ist aber dann zu durchbrechen, wenn die Ansicht des Verg&uuml;tungsgl&auml;ubigers dem eindeutigen Wortlaut der einschl&auml;gigen Bestimmungen entspricht und auch aus deren Entstehungsgeschichte und Zweck kein Anhalt f&uuml;r ein abweichendes Regelungsverst&auml;ndnis besteht (BFH-Urteil in BFHE 241, 151, BStBl II 2013, 682), so dass die Anmeldung des Verg&uuml;tungsschuldners eindeutig rechtswidrig ist. Ob dieser Pr&uuml;fungsumfang durch die ab dem Veranlagungszeitraum 2016 geltende Regelung des &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG (eingef&uuml;hrt durch Art.&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;a des Steuer&auml;nderungsgesetzes 2015 vom 2.&nbsp;November 2015, BGBl I 2015, 1834), nach der der Steuerabzug unter Beachtung der im Bundessteuerblatt ver&ouml;ffentlichten Auslegungsvorschriften der Finanzverwaltung vorzunehmen ist, weiter eingeschr&auml;nkt wird, ist im vorliegenden Fall nicht zu entscheiden, da die Regelung auf das Streitjahr keine Anwendung findet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Senat kann offen lassen, ob die Kapitalertragsteuer-Anmeldung des B f&uuml;r Oktober 2012 i.S. dieser Rechtsprechung eindeutig rechtswidrig war, da die Klage mangels Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses unzul&auml;ssig ist. Die angefochtene Kapitalertragsteuer-Anmeldung hatte sich bereits vor der Erhebung der Drittanfechtungsklage am 15.&nbsp;April 2015 durch die Festsetzung der Einkommensteuer im Jahresbescheid f&uuml;r 2012 vom 10.&nbsp;Februar 2014 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 AO erledigt, da der Kl&auml;ger mit der Einkommensteuererkl&auml;rung einen Antrag auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG gestellt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein Verwaltungsakt bleibt nach &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 AO wirksam, soweit er nicht zur&uuml;ckgenommen, widerrufen, anderweitig aufgehoben oder durch Zeitablauf oder auf andere Weise erledigt ist. Auf andere Weise erledigt ist ein Verwaltungsakt insbesondere dann, wenn seine Regelungswirkung weggefallen ist. Das ist immer dann der Fall, wenn die sachliche oder rechtliche Grundlage des Regelungsobjekts entfallen ist. Die rechtliche Grundlage ist insbesondere dann entfallen, wenn der Regelungsgehalt eines Verwaltungsakts aufgrund des Erlasses eines neuen Verwaltungsakts &uuml;berholt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Grunds&auml;tzen hat sich die Kapitalertragsteuer-Anmeldung des B f&uuml;r Oktober 2012 durch den Erlass des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r 2012 erledigt. Aufgrund des Antrags des Kl&auml;gers als Gl&auml;ubiger der Kapitalertr&auml;ge nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts wurden die von B angemeldeten Kapitalertr&auml;ge in die Steuerfestsetzung miteinbezogen und die abgef&uuml;hrte Kapitalertragsteuer nach &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG auf die hierf&uuml;r festgesetzte Steuer angerechnet. Dadurch wurde in dem Einkommensteuerbescheid der Regelungsgehalt der Kapitalertragsteuer-Anmeldung aufgenommen. Der Einkommensteuerbescheid l&ouml;ste danach die Kapitalertragsteuer-Anmeldung als Rechtsgrundlage f&uuml;r die von dem Verg&uuml;tungsschuldner einbehaltene Kapitalertragsteuer ab, so dass sich die Kapitalertragsteuer-Anmeldung nach &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 AO auf andere Weise erledigt hat (FG Hamburg, Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 2014&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;183\/12, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2015, 725; Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 17.&nbsp;Januar 2008&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;391\/02, EFG 2008, 1041; G&uuml;nther, Der Erbschaftsteuer-Berater 2015, 97; s.a. M&uuml;ller-Franken in HHSp, &sect;&nbsp;124 AO Rz&nbsp;247&nbsp;f.; Heuermann in HHSp, &sect;&nbsp;168 AO Rz&nbsp;9, m.w.N.; G&uuml;roff in Gosch, AO &sect;&nbsp;124 Rz&nbsp;14.2; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;124 AO Rz&nbsp;20; zur Lohnsteueranmeldung: BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Oktober 1995 I&nbsp;R&nbsp;39\/95, BFHE 179, 91, BStBl II 1996, 87; zum Einkommensteuervorauszahlungsbescheid: BFH-Urteil vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2011 VII&nbsp;R&nbsp;42\/10, BFHE 233, 10, BStBl II 2011, 607; zur Umsatzsteuervoranmeldung: BFH-Urteil vom 29.&nbsp;November 1984 V&nbsp;R&nbsp;146\/83, BFHE 143, 101, BStBl II 1985, 370). Die Frage, ob die Festsetzung der Einkommensteuer auch dann zu einer Erledigung der Kapitalertragsteuer-Anmeldung f&uuml;hrt, wenn kein Antrag auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG gestellt wird, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens und kann der Senat daher offen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Kl&auml;ger war danach zum Zeitpunkt der Erhebung der Klage durch die angefochtene Kapitalertragsteuer-Anmeldung nicht mehr beschwert. Die Klage war unzul&auml;ssig, da das Rechtsschutzinteresse des Kl&auml;gers an der Anfechtung der Kapitalertragsteuer-Anmeldung durch die Einkommensteuerfestsetzung entfallen war (vgl. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Mai 1976 I&nbsp;R&nbsp;154\/74, BFHE 119, 219, BStBl II 1976, 785).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Verfahren kann nicht als Klage gegen den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2012 fortgesetzt werden. Zwar wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;4 Nr.&nbsp;2 FGO ein neuer Verwaltungsakt Gegenstand des Verfahrens, der an die Stelle eines angefochtenen unwirksamen Verwaltungsakts tritt. Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall. Der Einkommensteuerbescheid des Kl&auml;gers und die Kapitalertragsteuer-Anmeldung des B stimmen weder hinsichtlich der Verfahrensbeteiligten noch inhaltlich &uuml;berein. Verfahrensbeteiligter des vorliegenden Verfahrens ist das f&uuml;r die Kapitalertragsteuer-Anmeldung des B zust&auml;ndige beklagte FA, w&auml;hrend im Rechtsbehelfsverfahren gegen die Einkommensteuerfestsetzung das Wohnsitzfinanzamt des Kl&auml;gers (C) beteiligt ist. Gegenstand der Kapitalertragsteuer-Anmeldung ist die auf die Kapitalertr&auml;ge entfallende Einkommensteuer (&sect;&nbsp;43 EStG), w&auml;hrend im Einkommensteuerfestsetzungsverfahren die Steuer unter Ber&uuml;cksichtigung aller Besteuerungsgrundlagen festzusetzen ist (vgl. BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Juli 2005 VI&nbsp;R&nbsp;165\/01, BFHE 209, 571, BStBl II 2005, 890, zur Lohnsteuer-Anmeldung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Klage ist nicht als Fortsetzungsfeststellungsklage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO zul&auml;ssig, so dass auch der Hilfsantrag des Kl&auml;gers keinen Erfolg hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO kann, wenn ein mit der Klage angefochtener Verwaltungsakt sich im Verlauf des Klageverfahrens erledigt hat, das Gericht unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag die Rechtswidrigkeit des Verwaltungsakts feststellen. Diese Regelung ist nach der Rechtsprechung des BFH entsprechend anzuwenden, wenn ein Verwaltungsakt sich schon vor der Klageerhebung erledigt hat (BFH-Urteil vom 26.&nbsp;September 2007 I&nbsp;R&nbsp;43\/06, BFHE 219, 13, BStBl II 2008, 134, m.w.N.). Eine solche Gestaltung liegt im Streitfall vor, da sich die Kapitalertragsteuer-Anmeldung f&uuml;r Oktober 2012 durch den Erlass des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r 2012 bereits vor Erhebung der Drittanfechtungsklage nach &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 AO erledigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO macht die Feststellung der Rechtswidrigkeit des Verwaltungsakts davon abh&auml;ngig, dass der Kl&auml;ger ein berechtigtes Interesse an einer solchen Feststellung hat. &quot;Berechtigtes Interesse&quot; i.S. des &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO ist jedes konkrete, vern&uuml;nftigerweise anzuerkennende Interesse rechtlicher, tats&auml;chlicher oder wirtschaftlicher Art. Dieses kann sich zum einen daraus ergeben, dass die Feststellung der Rechtswidrigkeit die Voraussetzung f&uuml;r den Eintritt einer vom Kl&auml;ger erstrebten weiteren Rechtsfolge ist. Zum anderen kann es daraus abzuleiten sein, dass ein konkreter Anlass f&uuml;r die Annahme besteht, das FA werde die vom Kl&auml;ger f&uuml;r rechtswidrig erachtete Ma&szlig;nahme in absehbarer Zukunft wiederholen. Schlie&szlig;lich kann es unter dem Gesichtspunkt der Rehabilitierung sowie deshalb bestehen, weil die begehrte Feststellung voraussichtlich in einem beabsichtigten und nicht v&ouml;llig aussichtslosen Schadensersatzprozess erheblich sein wird (BFH-Urteil in BFHE 219, 13, BStBl II 2008, 134, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist ein Fortsetzungsfeststellungsinteresse des Kl&auml;gers nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Besonderheit des Streitfalls besteht darin, dass die Feststellung der Rechtswidrigkeit der angefochtenen Kapitalertragsteuer-Anmeldung nicht Voraussetzung daf&uuml;r ist, dass der Kl&auml;ger einen effektiven Rechtsschutz erh&auml;lt. Die Frage, ob der &quot;Spin-off&quot; der A-Aktien zu steuerpflichtigen Kapitalertr&auml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG f&uuml;hrt, kann im Rahmen der Anfechtung des Einkommensteuerbescheids eigenst&auml;ndig beurteilt werden, da die Kapitalertr&auml;ge aufgrund des Antrags des Kl&auml;gers nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG der Einkommensteuerfestsetzung zugrunde gelegt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Einem berechtigten Interesse an einer Feststellung der Rechtswidrigkeit der erledigten Kapitalertragsteuer-Anmeldung steht auch entgegen, dass diese im Wege der Drittanfechtung nur dahingehend &uuml;berpr&uuml;ft werden kann, ob B als Schuldnerin der Kapitalertr&auml;ge zum Steuerabzug berechtigt war (BFH-Urteil in BFHE 241, 151, BStBl II 2013, 682, Rz&nbsp;10). Eine Entscheidung hier&uuml;ber w&auml;re f&uuml;r die Einkommensbesteuerung nicht bindend. Ein Grundlagen-\/Folgebescheid-Verh&auml;ltnis zwischen der Kapitalertragsteuer-Anmeldung und der Einkommensteuerfestsetzung besteht mangels gesetzlicher Grundlage nicht, so dass auch aus diesem Grund ein Feststellungsinteresse nicht gegeben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Kl&auml;ger hat auch nicht geltend gemacht, dass hinsichtlich des Abzugs von Kapitalertragsteuer f&uuml;r den &quot;Spin-off&quot; der A-Aktien eine Wiederholungsgefahr gegeben ist. Dies ist auch nach Aktenlage nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Danach liegt das f&uuml;r die Klage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO erforderliche Fortsetzungsfeststellungsinteresse nicht vor, so dass die Klage unzul&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Beschr&auml;nkung der Anfechtungsm&ouml;glichkeit der Kapitalertragsteuer-Anmeldung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GG. Der Rechtsschutz des Kl&auml;gers wird hierdurch nicht unangemessen beeintr&auml;chtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Grundrecht des Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GG garantiert sowohl den Zugang zu den Gerichten als auch die Wirksamkeit des Rechtsschutzes (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 31.&nbsp;Mai 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;857\/07, BVerfGE 129, 1, m.w.N.). Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GG ist jedoch nicht in dem Sinne zu verstehen, dass ein gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher Rechtsschutz gew&auml;hrt werden muss. Vielmehr sind auch andere Verfassungsg&uuml;ter &#8211;etwa die Schaffung von Rechtssicherheit binnen angemessener Frist (vgl. BVerfG-Beschluss vom 20.&nbsp;April 1982&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;26\/81, BVerfGE 60, 253)&#8211; zu ber&uuml;cksichtigen. Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GG gew&auml;hrleistet auch nicht einen bestimmten Rechtsweg, also eine dem Charakter der beanstandeten Ma&szlig;nahme der &ouml;ffentlichen Gewalt jeweils angepasste Verfahrensart. Es wird dem einzelnen B&uuml;rger durch dieses Grundrecht lediglich garantiert, dass ihn beeintr&auml;chtigende hoheitliche Ma&szlig;nahmen in irgendeinem gerichtlichen Verfahren &uuml;berpr&uuml;ft werden k&ouml;nnen (BVerfG-Beschluss vom 27.&nbsp;Juli 1971&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;443\/70, BVerfGE 31, 364). Das aus Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GG i.V.m. Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG abgeleitete Gebot effektiven Rechtsschutzes verlangt jedoch, dass strittige Rechtsverh&auml;ltnisse in angemessener Zeit gekl&auml;rt werden. Die Angemessenheit der Dauer eines Verfahrens ist nach den besonderen Umst&auml;nden des einzelnen Falles zu bestimmen, so dass sich nicht generell festlegen l&auml;sst, ab wann ein Verfahren unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig lange dauert. Bei der verfassungsrechtlichen Beurteilung dieser Frage sind stets alle Umst&auml;nde des Einzelfalls, insbesondere die Bedeutung der Sache f&uuml;r die Beteiligten, die Schwierigkeit der Sachmaterie sowie die gerichtlich nicht zu beeinflussenden T&auml;tigkeiten von Dritten einzubeziehen (vgl. BVerfG-Beschluss vom 6.&nbsp;Juni 2007&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1060\/06, BVerfGK 11, 281).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist eine Verletzung des Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GG nicht gegeben. Durch das gesetzlich aufeinander abgestimmte Verfahren zur &Uuml;berpr&uuml;fung des Kapitalertragsteuerabzugs wird der Rechtsschutz des Steuerpflichtigen nicht unangemessen eingeschr&auml;nkt. Es wird durch die M&ouml;glichkeit der Antragstellung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG sichergestellt, dass nicht aufgrund einer zu engen Begrenzung der Rechtsschutzm&ouml;glichkeiten im Drittanfechtungsverfahren gegen die Kapitalertragsteuer-Anmeldung irreparable Folgen zum Nachteil des Steuerpflichtigen entstehen. Der Senat weist darauf hin, dass er &#8211;entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers&#8211; auch keine Bedenken gegen die Beschr&auml;nkung der Drittanfechtungsklage des Verg&uuml;tungsgl&auml;ubigers gegen die Kapitalertragsteuer-Anmeldung hat, auch wenn diese Frage im vorliegenden Verfahren aufgrund der Unzul&auml;ssigkeit der Klage nicht von entscheidender Bedeutung war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bis zum Erlass des Einkommensteuerbescheids kann der Gl&auml;ubiger der Kapitalertr&auml;ge und Schuldner der Kapitalertragsteuer seine Einwendungen gegen die Anmeldung der Kapitalertragsteuer im Wege der Drittanfechtung geltend machen. Zwar wird die Steueranmeldung bei einer Drittanfechtungsklage grunds&auml;tzlich nur dahingehend &uuml;berpr&uuml;ft, ob der Verg&uuml;tungsschuldner die Steueranmeldung &uuml;berhaupt vornehmen durfte. Dies ist bereits dann zu bejahen, wenn die Voraussetzungen f&uuml;r den Steuereinbehalt zweifelhaft und nicht eindeutig rechtswidrig sind (BFH-Urteil in BFHE 241, 151, BStBl II 2013, 682, Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Beschr&auml;nkung der Anfechtungsm&ouml;glichkeit der Kapitalertragsteuer-Anmeldung ist sachlich gerechtfertigt. Sie ergibt sich daraus, dass das Abzugsverfahren Teil des Erhebungsverfahrens ist und der Regelungsgehalt der Kapitalertragsteuer-Anmeldung auf den Einbehalt und die Abf&uuml;hrung der Kapitalertragsteuer durch den Schuldner der Kapitalertr&auml;ge beschr&auml;nkt ist (BFH-Urteil in BFHE 241, 151, BStBl II 2013, 682, m.w.N.). Diesbez&uuml;glich ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Schuldner der Kapitalertr&auml;ge f&uuml;r die einzubehaltende und abzuf&uuml;hrende Steuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG haftet, so dass er auch im Zweifelsfall berechtigt sein muss, die Kapitalertragsteuer abzuf&uuml;hren. Zweifelsfragen hinsichtlich der Besteuerung der Kapitaleink&uuml;nfte sind deshalb nicht im Anmeldungsverfahren, sondern nach dem in &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG vorgesehenen Verfahren zur &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts im Festsetzungsverfahren zu kl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dies entspricht der Idee des steuerrechtlichen Abzugsverfahrens, nach der aus Gr&uuml;nden des vereinfachten Verwaltungsvollzugs und zur Vermeidung von Steuerausf&auml;llen die Steuer zun&auml;chst einmal erhoben wird und etwaige &Uuml;berzahlungen erst nach Abschluss der sp&auml;teren Veranlagung ausgeglichen werden. Das BVerfG hat eine solche Vorgehensweise des Gesetzgebers f&uuml;r den Bereich des Lohnsteuerrechts ausdr&uuml;cklich gebilligt (BVerfG-Beschluss vom 26.&nbsp;Januar 1977&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;7\/76, BStBl II 1977, 297). Niederschlag findet dieser Gedanke auch in der gesetzlichen Einschr&auml;nkung des vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;8 FGO auf die festgesetzte Steuer abz&uuml;glich der anzurechnenden Steuerabzugsbetr&auml;ge. Danach kann bei Zweifeln an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Steuerfestsetzung eine Aufhebung der Vollziehung der angerechneten Steuerabzugsbetr&auml;ge nur dann erfolgen, wenn dies zur Abwendung wesentlicher Nachteile n&ouml;tig erscheint. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Rechtslage klar und eindeutig f&uuml;r die begehrte Regelung spricht und eine abweichende Beurteilung in einem etwa durchzuf&uuml;hrenden Hauptverfahren zweifelsfrei auszuschlie&szlig;en ist. Auch diese Beschr&auml;nkung des Rechtsschutzes ist mit Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GG vereinbar (BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;Dezember 2003 IX&nbsp;B&nbsp;177\/02, BFHE 204, 39, BStBl II 2004, 367; vom 23.&nbsp;April 2012 III&nbsp;B&nbsp;183\/11, BFH\/NV 2012, 1173).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Es liegt auch kein Versto&szlig; gegen das aus Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GG folgende Gebot eines zeitnahen und effektiven Rechtsschutzes vor. Hieraus kann kein Anspruch abgeleitet werden, dass komplexe und nicht anhand der Gesetzeslage eindeutig zu kl&auml;rende Fragen der Besteuerung von Kapitaleink&uuml;nften bereits endg&uuml;ltig im Kapitalertragsteuer-Anmeldungsverfahren gekl&auml;rt werden, wenn dem Steuerpflichtigen die M&ouml;glichkeit offen steht, diese Fragen aufgrund eines Antrags nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG im Einkommensteuerverfahren kl&auml;ren zu lassen. Dies f&uuml;hrt auch nicht zu einer unangemessenen Dauer des Rechtsschutzverfahrens. Der Steuerpflichtige hat es in der Hand, durch eine zeitnahe Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung und eine Antragstellung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG die &Uuml;berpr&uuml;fung des Kapitalertragsteuerabzugs im Rahmen der Steuerfestsetzung zeitnah herbeizuf&uuml;hren. Gerade der vorliegende Fall, bei dem der Erlass des Einkommensteuerbescheids vor der Erhebung der Drittanfechtungsklage erfolgte, zeigt, dass das abgestufte Verfahren nicht zu einer unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig langen Dauer des Rechtsschutzverfahrens f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Abf&uuml;hrung der Kapitalertragsteuer durch B f&uuml;hrt auch nicht zu einer verfassungswidrigen &Uuml;berma&szlig;besteuerung (Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 GG bzw. Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GG) oder einer Verletzung des Gleichheitssatzes (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Versto&szlig; gegen eine nach Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 GG bzw. Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GG verfassungsrechtlich gew&auml;hrleistete Obergrenze der Besteuerung (s. hierzu BVerfG-Beschluss vom 18.&nbsp;Januar 2006&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2194\/99, BVerfGE 115, 97) liegt bereits deshalb nicht vor, weil die Abf&uuml;hrung der Kapitalertragsteuer durch B keine abgeltende Wirkung nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG hatte, da der Kl&auml;ger einen Antrag auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG gestellt hat. Einwendungen gegen die H&ouml;he der auf die Kapitaleink&uuml;nfte entfallenden Steuer sind danach im Einkommensteuerverfahren zu kl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Abzug der Kapitalertragsteuer verst&ouml;&szlig;t auch nicht gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG. Die wirksamste Form eines gegenwartsnahen Gesetzesvollzugs bietet die Quellensteuer, die das Einkommensteuergesetz z.B. auch f&uuml;r die Lohnsteuer (&sect;&nbsp;38 EStG) und bei beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen (&sect;&nbsp;50a EStG) kennt. Die Quellensteuer wird bei der Auszahlung erhoben und dem Steuerpflichtigen als Vorauszahlung auf die von ihm endg&uuml;ltig geschuldete Einkommensteuer angerechnet (&sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG). Zwar werden Steuerzahlungen nicht in gleicher Gegenwartsn&auml;he erbracht, soweit der Quellenabzug nicht m&ouml;glich oder gesetzlich nicht vorgesehen ist, so dass die Einkommensteuer erst im Jahressteuerbescheid festgesetzt wird. Insoweit wird das gesetzliche Ziel einer gegenwartsnahen und unausweichlichen Steuererhebung nicht vollst&auml;ndig verwirklicht. Die hierdurch begr&uuml;ndete Belastungsungleichheit in der Zeit wird hierdurch jedoch nur geringf&uuml;gig ber&uuml;hrt, so dass ein verfassungswidriger Gleichheitsversto&szlig; nicht vorliegt (vgl. zum Lohnsteuerabzugsverfahren BVerfG-Beschluss vom 10.&nbsp;April 1997&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;77\/92, BVerfGE 96, 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Beschr&auml;nkung der Drittanfechtung durch das nationale Prozessrecht verst&ouml;&szlig;t schlie&szlig;lich auch nicht gegen die unionsrechtlich gesch&uuml;tzte Kapitalverkehrsfreiheit (Art.&nbsp;56 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrags von Nizza zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte &#8211;EG&#8211;, Art.&nbsp;63 AEUV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kapitalverkehrsfreiheit gew&auml;hrleistet den freien Kapital- und Zahlungsverkehr zwischen den Mitgliedstaaten und zwischen den Mitgliedstaaten und Drittstaaten (s. Senatsurteil vom 13.&nbsp;Juli 2016 VIII&nbsp;R&nbsp;47\/13, BFHE 254, 390, m.w.N.). Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) gew&auml;hrleistet Art.&nbsp;63 AEUV auch, dass das nationale Recht eines Mitgliedstaats Rechtsbehelfe f&uuml;r Anteilseigner vorsieht, die diesen erm&ouml;glichen, die durch Art.&nbsp;63 AEUV verliehenen Rechte geltend zu machen (EuGH-Urteil The Trustees of the BT Pension Scheme vom 14.&nbsp;September 2017 C-628\/15, EU:C:2017:687, BB 2017, 2261).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach liegt eine Verletzung der Kapitalverkehrsfreiheit nicht vor. Aufgrund der M&ouml;glichkeit, eine Drittanfechtung gegen die Steueranmeldung und im Veranlagungsverfahren einen Antrag auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG zu stellen, werden die Verfahrens- und Rechtsschutzposition des Kl&auml;gers auch im Hinblick auf seine Anlagen in EU-Mitgliedstaaten und in Drittstaaten nicht &uuml;ber das hinzunehmende Ma&szlig; hinaus beschr&auml;nkt (vgl. BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;November 2007 I&nbsp;R&nbsp;19\/04, BFHE 219, 300, BStBl II 2008, 228).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die von dem Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers in der m&uuml;ndlichen Verhandlung erhobenen europarechtlichen Einwendungen gegen die Besteuerung des &quot;Spin-off&quot; im materiell-rechtlichen Sinne sind im vorliegenden Verfahren nicht zu pr&uuml;fen, da die Klage unzul&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Eine notwendige Beiladung des B durch das FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO zu dem Anfechtungs- bzw. Feststellungsverfahren gegen die Kapitalertragsteuer-Anmeldung (s. zur Beiladung im Lohnsteuerverfahren: BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;August 2015 VI&nbsp;B&nbsp;66\/15, BFH\/NV 2015, 1600) war nicht erforderlich, da die Klage offensichtlich unzul&auml;ssig ist (BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Oktober 1991 VIII&nbsp;R&nbsp;85\/88, BFH\/NV 1992, 324; BFH-Beschl&uuml;sse vom 10.&nbsp;Juni 2005 IV&nbsp;B&nbsp;247\/03, BFH\/NV 2005, 1747; vom 7.&nbsp;Mai 2014 II&nbsp;B&nbsp;117\/13, BFH\/NV 2014, 1232, m.w.N.). Dementsprechend entf&auml;llt eine Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur Nachholung der Beiladung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2018, VIII R 45\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.201118.VIIIR45.15.0 Anfechtung einer Kapitalertragsteuer-Anmeldung durch den Verg&uuml;tungsgl&auml;ubiger; Erledigung der Kapitalertragsteuer-Anmeldung aufgrund der Einkommensteuerfestsetzung bei einem Antrag nach &sect; 32d Abs. 4 EStG Leits&auml;tze 1. Die Drittanfechtungsklage gegen eine Kapitalertragsteuer-Anmeldung ist mangels Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses unzul&auml;ssig, wenn sich die Kapitalertragsteuer-Anmeldung vor der Klageerhebung durch die Einbeziehung der Kapitalertr&auml;ge in die Einkommensteuerfestsetzung aufgrund &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-45-15-anfechtung-einer-kapitalertragsteuer-anmeldung-durch-den-verguetungsglaeubiger-erledigung-der-kapitalertragsteuer-anmeldung-aufgrund-der-einkommensteuerfestsetzung-bei-einem-antrag-nach-p\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;45\/15 &#8211; Anfechtung einer Kapitalertragsteuer-Anmeldung durch den Verg&uuml;tungsgl&auml;ubiger; Erledigung der Kapitalertragsteuer-Anmeldung aufgrund der Einkommensteuerfestsetzung bei einem Antrag nach &sect; 32d Abs. 4 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70587","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70587","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70587"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70587\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}