{"id":70588,"date":"2019-04-13T17:26:41","date_gmt":"2019-04-13T15:26:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70588"},"modified":"2019-04-13T17:26:41","modified_gmt":"2019-04-13T15:26:41","slug":"iii-r-31-17-billigkeitserlass-bei-kindergeldrueckforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-31-17-billigkeitserlass-bei-kindergeldrueckforderung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;31\/17 &#8211; Billigkeitserlass bei Kindergeldr&uuml;ckforderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.11.2018, III R 31\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.081118.IIIR31.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Billigkeitserlass bei Kindergeldr&uuml;ckforderung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Auch wenn das Kindergeld vom Kindergeldberechtigten an das Kind weitergeleitet und daher auf Sozialleistungen des Kindes angerechnet wird, zwingt dies nicht zum Erlass der R&uuml;ckforderung beim Kindergeldberechtigten, der seine Mitwirkungspflicht verletzt hat.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 7. November 2017&nbsp;&nbsp;3 K 69\/17 (Kg) aufgehoben, soweit es die Beklagte verpflichtet, die R&uuml;ckforderung von Kindergeld in H&ouml;he von 780 EUR aus dem Bescheid vom 30. M&auml;rz 2016 zu erlassen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird insoweit abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Revision zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber einen Billigkeitserlass einer Kindergeldr&uuml;ckforderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;227 der Abgabenordnung (AO) f&uuml;r den Zeitraum April 2014 bis August 2014 in H&ouml;he von 780&nbsp;EUR und von S&auml;umniszuschl&auml;gen in H&ouml;he von 11&nbsp;EUR hierzu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) bezog f&uuml;r ihre am 3.&nbsp;Juli 1990 geborene Tochter A im Jahre 2014 Kindergeld in H&ouml;he von monatlich 184&nbsp;EUR, das sie an A weiterleitete. A befand sich seit dem 5.&nbsp;September 2011 in Ausbildung. Diese wurde am 1.&nbsp;Oktober 2013 aufgrund eines Besch&auml;ftigungsverbots unterbrochen. Am 12.&nbsp;Dezember 2013 wurde die Enkeltochter der Kl&auml;gerin und Tochter der A geboren. Die Mutterschutzfrist f&uuml;r A endete am 6.&nbsp;Februar 2014. Von M&auml;rz 2014 bis August 2014 befand sich A in Elternzeit und nahm ihre Ausbildung erst wieder am 1.&nbsp;September 2014 auf. Dies wurde seitens der Kl&auml;gerin versp&auml;tet an die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) mitgeteilt, so dass Kindergeld bis August 2014 weitergezahlt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von M&auml;rz 2014 bis August 2014 befand sich A auch im Leistungsbezug des Jobcenters nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;II). Das Kindergeld wurde bei der Bedarfsberechnung bei A als Einkommenszufluss ber&uuml;cksichtigt. F&uuml;r August 2014 wurde neben dem Kindergeld noch Elterngeld in H&ouml;he von 75,39&nbsp;EUR angerechnet. Vom Anrechnungsbetrag wurde monatlich ein Betrag von 30&nbsp;EUR als &quot;Pauschale&quot; abgezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2016 hob die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung nach &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr ma&szlig;geblichen Fassung (EStG) f&uuml;r die Monate M&auml;rz bis August 2014 auf und forderte nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO Kindergeld in H&ouml;he von 1.104&nbsp;EUR zur&uuml;ck. Nachdem die Kl&auml;gerin anf&auml;nglich nicht zahlte, wurden S&auml;umniszuschl&auml;ge in H&ouml;he von 11&nbsp;EUR verwirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 6.&nbsp;Juni 2016 beantragte die Kl&auml;gerin, die R&uuml;ckforderung zu erlassen (&sect;&nbsp;227 AO). Der Erlassantrag hatte nur insoweit Erfolg, als die Familienkasse mit Bescheid vom 12.&nbsp;August 2016 die Kindergeldr&uuml;ckforderung f&uuml;r den Monat M&auml;rz 2014 in H&ouml;he von 154&nbsp;EUR aufgrund sachlicher Unbilligkeit erlie&szlig;, da die &Uuml;berzahlung f&uuml;r den ersten Monat auch bei rechtzeitiger Mitwirkung nicht vermeidbar gewesen w&auml;re. Den weitergehenden Erlassantrag in H&ouml;he von 961&nbsp;EUR lehnte sie ab, da die entstandene &Uuml;berzahlung auf einer Verletzung der Mitwirkungspflichten der Kl&auml;gerin beruhe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Einspruch gegen die Ablehnung des weitergehenden Erlassantrags hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage hiergegen teilweise statt. Es verpflichtete die Familienkasse, aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;227 AO den R&uuml;ckforderungsbetrag in H&ouml;he von 780&nbsp;EUR zu erlassen. Bez&uuml;glich der S&auml;umniszuschl&auml;ge in H&ouml;he von 11&nbsp;EUR hob es die Ablehnung des Erlasses und die Einspruchsentscheidung wegen Ermessensfehlern auf und verpflichtete die Familienkasse, neu zu entscheiden. Im &Uuml;brigen wies es die Klage ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Familienkasse die Verletzung von Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben, soweit es die Beklagte verpflichtet, die R&uuml;ckforderung in H&ouml;he von 780&nbsp;EUR zu erlassen und &uuml;ber den Erlass der S&auml;umniszuschl&auml;ge in H&ouml;he von 11&nbsp;EUR erneut zu entscheiden und die Klage auch insoweit abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Familienkasse ist teilweise begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Klageabweisung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO), soweit sie die Verpflichtung zum Erlass der Kindergeldr&uuml;ckforderung in H&ouml;he von 780&nbsp;EUR betrifft. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO), soweit sie die Neubescheidung des Erlassantrags bez&uuml;glich der S&auml;umniszuschl&auml;ge in H&ouml;he von 11&nbsp;EUR betrifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Entscheidung &uuml;ber den Erlass ist eine Ermessensentscheidung der Beh&ouml;rde (grundlegend: Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 19.&nbsp;Oktober 1971 GmS-OGB 3\/70, BFHE 105, 101, BStBl II 1972, 603). Dem folgt die st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu &sect;&nbsp;227 AO (z.B. BFH-Urteile vom 29.&nbsp;August 1991 V&nbsp;R&nbsp;78\/86, BFHE 165, 178, BStBl II 1991, 906, Rz&nbsp;15; vom 16.&nbsp;November 2005 X&nbsp;R&nbsp;3\/04, BFHE 211, 30, BStBl II 2006, 155, Rz&nbsp;19, und vom 19.&nbsp;April 2012 III&nbsp;R&nbsp;85\/11, BFH\/NV 2012, 1411, Rz&nbsp;12). Im finanzgerichtlichen Verfahren kann die beh&ouml;rdliche Ermessensentscheidung nach &sect;&nbsp;102 FGO nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob die Grenzen der Ermessensaus&uuml;bung eingehalten worden sind (Gr&auml;ber\/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;102 Rz&nbsp;15, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Unbilligkeit aus sachlichen Gr&uuml;nden i.S. des &sect;&nbsp;227 AO ist anzunehmen, wenn die Geltendmachung eines Anspruchs aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis im Einzelfall zwar dem Wortlaut einer Vorschrift entspricht, aber nach dem Zweck des zugrunde liegenden Gesetzes nicht (mehr) zu rechtfertigen ist oder dessen Wertungen zuwiderl&auml;uft (sog. Gesetzes&uuml;berhang, vgl. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Oktober 1987 X&nbsp;R&nbsp;29\/81, BFH\/NV 1988, 546, Rz&nbsp;16; vom 20.&nbsp;Dezember 2000 II&nbsp;R&nbsp;74\/99, BFH\/NV 2001, 1027, Rz&nbsp;15; vom 21.&nbsp;Juni 2006 XI&nbsp;R&nbsp;29\/05, BFH\/NV 2006, 1833, Rz&nbsp;12; vom 5.&nbsp;Mai 2011 V&nbsp;R&nbsp;39\/10, BFH\/NV 2011, 1474, Rz&nbsp;15, und vom 24.&nbsp;April 2014 V&nbsp;R&nbsp;52\/13, BFHE 245, 105, BStBl II 2015, 106).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der BFH hat mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Billigkeitserlass nach &sect;&nbsp;227 AO gerechtfertigt sein kann, wenn Kindergeld zur&uuml;ckgefordert wird, das bei der Berechnung der H&ouml;he von Sozialleistungen als Einkommen angesetzt wurde, aber eine nachtr&auml;gliche Korrektur der Leistungen nicht m&ouml;glich ist (BFH-Urteile vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 III&nbsp;R&nbsp;54\/05, BFH\/NV 2007, 1298, Rz&nbsp;36; vom 19.&nbsp;November 2008 III&nbsp;R&nbsp;108\/06, BFH\/NV 2009, 357, Rz&nbsp;11; vom 18.&nbsp;Dezember 2008 III&nbsp;R&nbsp;93\/06, BFH\/NV 2009, 749, Rz&nbsp;20; vom 30.&nbsp;Juli 2009 III&nbsp;R&nbsp;22\/07, BFH\/NV 2009, 1983, Rz&nbsp;16, und vom 22.&nbsp;September 2011 III&nbsp;R&nbsp;78\/08, BFH\/NV 2012, 204, Rz&nbsp;24; vgl. auch BFH-Beschl&uuml;sse vom 6.&nbsp;Mai 2011 III&nbsp;B&nbsp;130\/10, BFH\/NV 2011, 1353, Rz&nbsp;6; vom 27.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;B&nbsp;35\/11, BFH\/NV 2012, 696, Rz&nbsp;5, und vom 23.&nbsp;Februar 2015 III&nbsp;B&nbsp;41\/14, BFH\/NV 2015, 658, Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG hat im vorliegenden Fall zu Unrecht unter Berufung auf diese Rechtsprechung einen Anspruch der Kl&auml;gerin auf Billigkeitserlass bejaht. Es bestand im Streitfall keine Ermessensreduktion auf Null dahingehend, dass nur ein Erlass das einzig m&ouml;gliche Ergebnis der Ermessensaus&uuml;bung sein konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Allein der Umstand, dass das Kindergeld im Streitfall auf die von A bezogenen Sozialleistungen angerechnet wurde, verpflichtet die Familienkasse nicht zu einem Billigkeitserlass. Die Anrechnung kann nach der Rechtsprechung der Sozialgerichte nicht r&uuml;ckabgewickelt werden, weil es allein auf den tats&auml;chlichen Zufluss des Kindergeldes beim Hilfeempf&auml;nger ankommt und die nachtr&auml;gliche Gew&auml;hrung von Sozialleistungen ausgeschlossen ist (vgl. Bundessozialgericht, Urteil vom 23.&nbsp;August 2011 B&nbsp;14&nbsp;AS&nbsp;165\/10&nbsp;R, Die Sozialgerichtsbarkeit 2012, 470; Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 13.&nbsp;November 2003&nbsp;&nbsp;5&nbsp;C&nbsp;26\/02, Die &Ouml;ffentliche Verwaltung 2004, 793, m.w.N.; Landessozialgericht &#8211;LSG&#8211; Berlin-Brandenburg, Urteil vom 7.&nbsp;Juni 2018 L&nbsp;34&nbsp;AS&nbsp;201\/15, juris, Rz&nbsp;39; LSG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2012 L&nbsp;2&nbsp;AS&nbsp;5392\/11, juris, Rz&nbsp;34; Hessisches LSG, Urteil vom 24.&nbsp;April 2013 L&nbsp;6&nbsp;AS&nbsp;376\/11, juris, Rz&nbsp;29&nbsp;ff.; Schleswig-Holsteinisches LSG, Beschluss vom 25.&nbsp;Mai 2010 L&nbsp;3&nbsp;AS&nbsp;64\/10&nbsp;B&nbsp;PKH, juris, Rz&nbsp;14, und vom 21.&nbsp;Juli 2017 L&nbsp;3&nbsp;AS&nbsp;125\/17&nbsp;B&nbsp;PKH, juris, Rz&nbsp;15; LSG f&uuml;r das Land Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 5.&nbsp;Dezember 2013 L&nbsp;6&nbsp;AS&nbsp;926\/13&nbsp;B, juris, Rz&nbsp;14; Sozialgericht f&uuml;r das Saarland, Urteil vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2012 S&nbsp;12&nbsp;AS&nbsp;362\/11, juris, Rz&nbsp;17). Es fehlt zwar eine gesetzliche Regelung der system&uuml;bergreifenden R&uuml;ckabwicklung von zu Unrecht gew&auml;hrtem Kindergeld, das auf Sozialleistungen angerechnet wurde. Dies ist jedoch noch kein Grund, in einschl&auml;gigen F&auml;llen einen Billigkeitserlass als zwingend anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es lag letztlich an der Kl&auml;gerin, der Familienkasse die Informationen zu &uuml;bermitteln, die f&uuml;r die Kindergeldfestsetzung von Bedeutung waren. Ein Kindergeldberechtigter ist nach &sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;1 EStG verpflichtet, alle &Auml;nderungen in den Verh&auml;ltnissen, die f&uuml;r die Leistung erheblich sind, unverz&uuml;glich mitzuteilen. Die Vorschrift regelt das Verh&auml;ltnis zwischen dem Kindergeldberechtigten und der Familienkasse und soll gew&auml;hrleisten, dass der Familienkasse alle notwendigen Informationen zur Verf&uuml;gung stehen, um rechtzeitig die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Auszahlung von Kindergeld beurteilen zu k&ouml;nnen und fehlerhafte Auszahlungen und damit zusammenh&auml;ngende sp&auml;tere R&uuml;ckforderungen zu vermeiden. Zahlt die Familienkasse das Kindergeld zu Unrecht aus, weil der Kindergeldempf&auml;nger es unterlassen hat, die Familienkasse &uuml;ber tats&auml;chliche Verh&auml;ltnisse zu informieren, die f&uuml;r den Anspruch auf Kindergeld von Bedeutung sind, ist der Familienkasse aus diesem Grund kein Fehlverhalten vorzuwerfen. Dann liegt kein Gesetzes&uuml;berhang vor, der einen Billigkeitserlass gebietet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Umstand, dass die Kl&auml;gerin das Kindergeld an A weitergeleitet hat, &auml;ndert hieran nichts. Denn auch wenn das Kindergeld vom Berechtigten an das Kind weitergeleitet und daher auf Sozialleistungen des Kindes angerechnet wird, zwingt dies nicht zum Erlass der R&uuml;ckforderung beim Berechtigten, der seine Mitwirkungspflicht verletzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dem steht auch nicht das Sozialstaatsprinzip gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) entgegen. Denn das Sozialstaatsprinzip begr&uuml;ndet nur die Pflicht des Staates daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass die materiellen Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrleistung eines menschenw&uuml;rdigen Daseins erf&uuml;llt werden, wenn einem Menschen die hierf&uuml;r erforderlichen notwendigen materiellen Mittel weder aus seiner Erwerbst&auml;tigkeit noch aus seinem Verm&ouml;gen oder durch Zuwendungen Dritter zur Verf&uuml;gung stehen (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 27.&nbsp;Juli 2016&nbsp; 1&nbsp;BvR&nbsp;371\/11, BVerfGE 142, 353, Rz&nbsp;39). Dem ist der Gesetzgeber im Rahmen seines weiten Gestaltungsspielraums in ausreichender Weise nachgekommen. Die vorliegende R&uuml;ckforderung beruht aber nicht auf einer unzureichenden Ausgestaltung einer gerechten Sozialordnung, sondern auf der Mitwirkungspflichtverletzung der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Streitfall bietet dar&uuml;ber hinaus keinen Anlass abschlie&szlig;end zu entscheiden, in welchen F&auml;llen allein ein Billigkeitserlass in Betracht kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Denkbar sind Konstellationen, in denen der Kindergeldberechtigte seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen ist, der R&uuml;ckforderungsanspruch aber aufgrund eines &uuml;ber Geb&uuml;hr langen Zuwartens der Familienkasse entstanden ist oder sich erh&ouml;ht hat (vgl. FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;16&nbsp;K&nbsp;3046\/13&nbsp;AO, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 977, Rz&nbsp;24; FG Bremen, Urteil vom 28.&nbsp;August 2014&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;9\/14&nbsp;(1), EFG 2014, 1944, Rz&nbsp;72; FG M&uuml;nster, Urteil vom 12.&nbsp;Dezember 2016&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;91\/16&nbsp;Kg, juris, Rz&nbsp;36) oder in denen die Familienkasse aus den ihr bekannten Tatsachen die unzutreffenden Schl&uuml;sse gezogen hat (vgl. FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 22.&nbsp;September 2011&nbsp;&nbsp;16&nbsp;K&nbsp;1279\/11&nbsp;Kg, AO, EFG 2011, 2176).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r einen Erlass aus Billigkeitsgr&uuml;nden kann auch von Bedeutung sein, ob ein Beteiligter eine falsche Auskunft erteilt hat oder einen gebotenen Hinweis unterlassen hat (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 1298, Rz&nbsp;36) oder ob eine gebotene R&uuml;ckfrage an den Kindergeldberechtigten unterblieben ist (vgl. FG D&uuml;sseldorf, Urteil in EFG 2014, 977, Rz&nbsp;24; FG Bremen, Urteil in EFG 2014, 1944, Rz&nbsp;72; FG M&uuml;nster, Urteil vom 12.&nbsp;Dezember 2016&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;91\/16&nbsp;Kg, juris, Rz&nbsp;36).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Entscheidung des FG, dass allein schon eine l&uuml;ckenhafte rechtliche Ausgestaltung des Dreiecksverh&auml;ltnisses zwischen der Familienkasse, dem Sozialleistungstr&auml;ger und dem Kindergeldberechtigten und Hilfeempf&auml;nger zu dessen Benachteiligung f&uuml;hrt, kann nach den vorstehenden Grunds&auml;tzen keinen Bestand haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Denn nach den Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) lag kein fehlerhaftes oder z&ouml;gerliches Verwaltungshandeln der Familienkasse vor, das Anlass f&uuml;r einen Billigkeitserlass sein k&ouml;nnte. Das FG hat vielmehr festgestellt, dass die Kl&auml;gerin der Familienkasse die Elternzeit versp&auml;tet mitgeteilt hat, was zur Weiterzahlung des Kindergeldes f&uuml;hrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Familienkasse hat bei ihrer Ablehnung die Anrechnung des Kindergeldes auf die Sozialleistungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;11 SGB&nbsp;II ber&uuml;cksichtigt und bei ihrer Entscheidung die Verletzung der Mitwirkungspflicht nach &sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;1 EStG durch die Kl&auml;gerin gew&uuml;rdigt, welche die Elternzeit der A versp&auml;tet mitteilte. Sie hat den R&uuml;ckforderungsbetrag im &Uuml;brigen insoweit erlassen, als auch eine rechtzeitige Mitteilung durch die Kl&auml;gerin die &Uuml;berzahlung nicht verhindert h&auml;tte. Ermessensfehler sind der Familienkasse somit nicht unterlaufen. Die Klage war daher insoweit abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Bez&uuml;glich der S&auml;umniszuschl&auml;ge in H&ouml;he von 11&nbsp;EUR ist die Revision unbegr&uuml;ndet und zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zutreffend entschieden, dass der angefochtene Bescheid und die Einspruchsentscheidung rechtswidrig sind, weil sie &uuml;ber die Ermessenserw&auml;gungen der Familienkasse keinen Aufschluss geben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;121 AO ist ein Verwaltungsakt mit einer Begr&uuml;ndung zu versehen, soweit dies zu seinem Verst&auml;ndnis erforderlich ist. Dies gilt insbesondere f&uuml;r Ermessensentscheidungen, denn die ma&szlig;gebenden Erw&auml;gungen bei der Ermessensaus&uuml;bung m&uuml;ssen aus der Entscheidung erkennbar sein (BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Juni 1991 V&nbsp;R&nbsp;44\/87, BFH\/NV 1992, 78, Rz&nbsp;14; vom 2.&nbsp;September 2010 VI&nbsp;R&nbsp;3\/09, BFHE 230, 500, BStBl II 2011, 233, Rz&nbsp;18). Eine nicht begr&uuml;ndete Ermessensentscheidung der Verwaltung ist im Regelfall rechtsfehlerhaft (z.B. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Juli 2008 II&nbsp;R&nbsp;2\/07, BFHE 222, 68, BStBl II 2008, 897; Klein\/Gersch, AO, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;13, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat die Familienkasse weder im angefochtenen Ablehnungsbescheid noch in der Einspruchsentscheidung die Ablehnung des Erlasses der S&auml;umniszuschl&auml;ge in H&ouml;he von 11&nbsp;EUR begr&uuml;ndet. Aus den beh&ouml;rdlichen Entscheidungen geht nicht einmal hervor, dass sich die Familienkasse des ihr einger&auml;umten Ermessens bez&uuml;glich der S&auml;umniszuschl&auml;ge bewusst war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Begr&uuml;ndung konnte im vorliegenden Fall auch nicht entfallen, weil &#8211;wie die Familienkasse meint&#8211; bereits die Hauptforderung nicht zu erlassen war. Dies kann bereits deshalb nicht gelten, da S&auml;umniszuschl&auml;ge ein Druckmittel eigener Art sind (vgl. nur BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2017 II&nbsp;B&nbsp;33\/16, BFHE 257, 27, BStBl II 2017, 646, Rz&nbsp;32, m.w.N.), die nach &sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 AO unber&uuml;hrt bleiben, wenn die Festsetzung der Hauptforderung aufgehoben oder ge&auml;ndert wird. Der Grundsatz der Akzessoriet&auml;t, nach dem S&auml;umniszuschl&auml;ge als steuerliche Nebenleistungen grunds&auml;tzlich vom Bestehen der ihnen zugrunde liegenden Steuerschuld abh&auml;ngig sind (vgl. nur Klein\/Gersch, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;30), wird durch diese Vorschrift nach dem ausdr&uuml;cklichen Willen des Gesetzgebers (vgl. BTDrucks 7\/4292, S.&nbsp;39) f&uuml;r S&auml;umniszuschl&auml;ge durchbrochen (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Mai 2010 V&nbsp;R&nbsp;42\/08, BFHE 229, 83, BStBl II 2010, 955, Rz&nbsp;20&nbsp;f., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend kann auch der Erlass der S&auml;umniszuschl&auml;ge nicht vom Erlass der Hauptforderung abh&auml;ngen, sodass es einer eigenst&auml;ndigen Ermessensentscheidung der Beh&ouml;rde dazu bedarf, die auch begr&uuml;ndet werden muss. Die Familienkasse wird daher &uuml;ber den Erlass der S&auml;umniszuschl&auml;ge neu entscheiden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 FGO. Da der Streitwert hinsichtlich des Erlasses der S&auml;umniszuschl&auml;ge verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gering ist, hat der Senat auf eine Aufteilung der Kosten verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.11.2018, III R 31\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.081118.IIIR31.17.0 Billigkeitserlass bei Kindergeldr&uuml;ckforderung Leits&auml;tze NV: Auch wenn das Kindergeld vom Kindergeldberechtigten an das Kind weitergeleitet und daher auf Sozialleistungen des Kindes angerechnet wird, zwingt dies nicht zum Erlass der R&uuml;ckforderung beim Kindergeldberechtigten, der seine Mitwirkungspflicht verletzt hat. Tenor Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des S&auml;chsischen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-31-17-billigkeitserlass-bei-kindergeldrueckforderung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;31\/17 &#8211; Billigkeitserlass bei Kindergeldr&uuml;ckforderung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70588","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70588\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}