{"id":70593,"date":"2019-04-13T17:27:08","date_gmt":"2019-04-13T15:27:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70593"},"modified":"2019-04-13T17:27:08","modified_gmt":"2019-04-13T15:27:08","slug":"ii-r-9-16-grundbesitzwert-fuer-nach-dem-erbanfall-veraeusserte-zu-einem-land-und-forstwirtschaftlichen-betrieb-gehoerende-grundstuecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-9-16-grundbesitzwert-fuer-nach-dem-erbanfall-veraeusserte-zu-einem-land-und-forstwirtschaftlichen-betrieb-gehoerende-grundstuecke\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;9\/16 &#8211; Grundbesitzwert f&uuml;r nach dem Erbanfall ver&auml;u&szlig;erte, zu einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb geh&ouml;rende Grundst&uuml;cke"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.1.2019, II R 9\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.300119.IIR9.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Grundbesitzwert f&uuml;r nach dem Erbanfall ver&auml;u&szlig;erte, zu einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb geh&ouml;rende Grundst&uuml;cke<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Weist der Steuerpflichtige nach, dass der gemeine Wert der kurze Zeit nach dem Erbanfall ver&auml;u&szlig;erten land- und forstwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen wesentlich niedriger ist als der nach &sect; 166 BewG ermittelte Liquidationswert, kann der niedrigere gemeine Wert als Grundbesitzwert f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer festgestellt werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers werden das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 14. Januar 2016&nbsp;&nbsp;4 K 814\/15 und die Einspruchsentscheidung des Beklagten vom 30. April 2015 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts auf den 11. August 2011 f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer vom 18. M&auml;rz 2015 wird dahingehend abge&auml;ndert, dass der Grundbesitzwert in H&ouml;he von 123.840 EUR festgestellt wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der am 11.&nbsp;August 2011 verstorbene Erblasser war Eigent&uuml;mer zweier Grundst&uuml;cke, die als Ackerland genutzt wurden. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist der Alleinerbe des Erblassers. Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 30.&nbsp;Januar 2012 ver&auml;u&szlig;erte er die Grundst&uuml;cke zu einem Kaufpreis in H&ouml;he von 123.840&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das f&uuml;r die Erbschaftsteuer zust&auml;ndige Finanzamt forderte den Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) auf, die Grundbesitzwerte zum Todestag f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer festzustellen. In der Erkl&auml;rung zur Feststellung des Bedarfswerts beantragte der Kl&auml;ger den Ansatz eines niedrigeren gemeinen Werts in H&ouml;he von 123.840&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitz-werts auf den 11.&nbsp;August 2011 f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer vom 20.&nbsp;Juni 2014 stellte das FA f&uuml;r die wirtschaftliche Einheit &quot;Betrieb der Land- und Forstwirtschaft&quot; einen Grundbesitzwert in H&ouml;he von 235.296&nbsp;EUR fest. Dabei setzte das FA aufgrund der Ver&auml;u&szlig;erung der Grundst&uuml;cke innerhalb eines Zeitraums von 15 Jahren nach dem Bewertungsstichtag den Liquidationswert nach &sect;&nbsp;166 i.V.m. &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;3 des Bewertungsgesetzes in der f&uuml;r den streitigen Bewertungsstichtag geltenden Fassung (BewG) an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen legte der Kl&auml;ger Einspruch ein. Zur Begr&uuml;ndung trug er vor, dass f&uuml;r die H&ouml;he des festzustellenden Grundbesitzwerts auf den erzielten Verkaufspreis in H&ouml;he von 123.840&nbsp;EUR als niedrigerer gemeiner Wert abzustellen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einspruchsverfahren ermittelte das FA aus der Richtwertkarte einen Bodenrichtwert in H&ouml;he von 31&nbsp;EUR\/qm statt der bis dahin angesetzten 38&nbsp;EUR\/qm und setzte den angefochtenen Grundbesitzwert mit &Auml;nderungsbescheid vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2015 auf 191.952&nbsp;EUR herab. Den Einspruch des Kl&auml;gers wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 30.&nbsp;April 2015 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Nach Auffassung des Finanzgerichts (FG) hat das FA zutreffend den Grundbesitzwert mit dem Liquidationswert ermittelt und in H&ouml;he von 191.952&nbsp;EUR festgestellt. Mangels gesetzlicher Regelung sei der erzielte Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s nicht als niedrigerer gemeiner Wert der Bewertung zugrunde zu legen. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1401 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des Kl&auml;gers. Er ist der Auf-fassung, das FG h&auml;tte &sect;&nbsp;166 BewG verfassungskonform dahingehend auslegen m&uuml;ssen, dass der Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts m&ouml;glich sei. Der Gesetzgeber habe nicht bedacht, dass es auch bei der Bewertung des Grundbesitzes mit den Bodenrichtwerten zu unbilligen Ergebnissen kommen k&ouml;nne. Der Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts sei durch den zeitnahen Verkauf erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts auf den 11.&nbsp;August 2011 f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2015 und die Einspruchsentscheidung vom 30.&nbsp;April 2015 dahingehend zu &auml;ndern, dass der Grundbesitzwert in H&ouml;he von 123.840&nbsp;EUR festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidung sowie zur antragsgem&auml;&szlig;en &Auml;nderung des angefochtenen Bescheids (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Auffassung des FG ist der Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r den in den Nachlass fallenden, als Betrieb der Land- und Forstwirtschaft bewerteten Grundbesitz hat das FA zutreffend den Wert gesondert festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;151 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 BewG sind Grundbesitzwerte gesondert festzustellen, wenn die Werte f&uuml;r die Erbschaftsteuer von Bedeutung sind. Die Entscheidung &uuml;ber eine Bedeutung f&uuml;r die Besteuerung trifft das f&uuml;r die Festsetzung der Erbschaftsteuer zust&auml;ndige Finanzamt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r die wirtschaftlichen Einheiten des land- und forstwirtschaftlichen Verm&ouml;gens sind die Grundbesitzwerte unter Anwendung der &sect;&sect;&nbsp;158 bis 175 BewG zu ermitteln (&sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;2 BewG). Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BewG ist die wirtschaftliche Einheit des land- und forstwirtschaftlichen Verm&ouml;gens der Betrieb der Land- und Forstwirtschaft. Zu den Wirtschaftsg&uuml;tern, die der wirtschaftlichen Einheit &quot;Betrieb der Land- und Forstwirtschaft&quot; zu dienen bestimmt sind, geh&ouml;rt insbesondere der Grund und Boden (&sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 BewG). Dieser beinhaltet alle land- und forstwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen, die nicht ausnahmsweise als Grundverm&ouml;gen zu erfassen sind. Fl&auml;chen geh&ouml;ren zum Grundverm&ouml;gen, wenn nach ihrer Lage, den am Bewertungsstichtag bestehenden Verwertungsm&ouml;glichkeiten oder den sonstigen Umst&auml;nden anzunehmen ist, dass sie in absehbarer Zeit anderen als land- und forstwirtschaftlichen Zwecken dienen werden (vgl. &sect;&nbsp;159 Abs.&nbsp;1 BewG). Fl&auml;chen sind stets dem Grundverm&ouml;gen zuzurechnen, wenn sie in einem Bebauungsplan als Bauland festgesetzt sind, ihre sofortige Bebauung m&ouml;glich ist und die Bebauung innerhalb des Plangebiets in benachbarten Bereichen begonnen hat oder schon durchgef&uuml;hrt ist (&sect;&nbsp;159 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zutreffend ist das FG davon ausgegangen, dass Feststellungsgegenstand im Streitfall der auf den Kl&auml;ger &uuml;bergegangene Betrieb der Land- und Forstwirtschaft ist. Der mit dem Einspruch angefochtene Bescheid vom 20.&nbsp;Juni 2014 stellte einen Grundbesitzwert f&uuml;r einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft (Art der wirtschaftlichen Einheit) fest. Unerheblich ist, dass das f&uuml;r die Festsetzung der Erbschaftsteuer zust&auml;ndige Finanzamt das FA zun&auml;chst aufgefordert hatte, den Grundbesitzwert f&uuml;r Grundverm&ouml;gen festzustellen. Die Fl&auml;chen wurden als Ackerland genutzt. Eine anderweitige Nutzung war am Bewertungsstichtag nicht absehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FA hat die H&ouml;he des Grundbesitzwerts f&uuml;r den Betrieb der Land- und Forstwirtschaft den gesetzlichen Vorgaben entsprechend grunds&auml;tzlich zutreffend mit dem Liquidationswert in H&ouml;he von 191.952&nbsp;EUR festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird ein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft innerhalb eines Zeitraums von 15 Jahren nach dem Bewertungsstichtag ver&auml;u&szlig;ert, erfolgt die Bewertung der wirtschaftlichen Einheit mit dem Liquidationswert nach &sect;&nbsp;166 BewG (&sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 BewG). Gleiches gilt f&uuml;r die Bewertung einzelner wesentlicher Wirtschaftsg&uuml;ter, sofern diese dem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft innerhalb eines Zeitraums von 15 Jahren nicht mehr auf Dauer zu dienen bestimmt sind (&sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 BewG); wesentliche Wirtschaftsg&uuml;ter in diesem Sinn sind u.a. der Grund und Boden nach &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 BewG. Dies gilt nicht, wenn der Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s innerhalb von sechs Monaten ausschlie&szlig;lich im betrieblichen Interesse verwendet wird (&sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei der Ermittlung des Liquidationswerts nach &sect;&nbsp;166 Abs.&nbsp;1 BewG ist der Grund und Boden i.S. des &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 BewG mit den zuletzt vor dem Bewertungsstichtag ermittelten Bodenrichtwerten zu bewerten (&sect;&nbsp;166 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BewG). Zur Ber&uuml;cksichtigung der Liquidationskosten ist der ermittelte Bodenwert um 10&nbsp;% zu mindern (&sect;&nbsp;166 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall hat der Kl&auml;ger den Grund und Boden ca. sechs Monate nach dem Bewertungsstichtag ver&auml;u&szlig;ert und den Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s nicht wieder in einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb investiert. Die Grundst&uuml;cke sind daher grunds&auml;tzlich mit dem Liquidationswert zu bewerten. Dieser betr&auml;gt wie vom FA zuletzt festgestellt 191.952&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Weist der Steuerpflichtige nach, dass der gemeine Wert der kurze Zeit nach dem Erbanfall ver&auml;u&szlig;erten land- und forstwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen wesentlich niedriger ist als der nach &sect;&nbsp;166 BewG ermittelte Liquidationswert, kann der niedrigere gemeine Wert nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 BewG als Grundbesitzwert f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer festgestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r den nach &sect;&sect;&nbsp;163 und 164 BewG f&uuml;r einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft anzusetzenden Wert des Wirtschaftsteils sieht das Gesetz im Fortf&uuml;hrungsfalle den Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts vor. Weist der Steuerpflichtige nach, dass der gemeine Wert des &#8211;unver&auml;u&szlig;erten&#8211; Wirtschaftsteils niedriger ist als der nach &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 und 2 BewG ermittelte Wert, ist dieser Wert anzusetzen; &sect;&nbsp;166 BewG ist zu beachten (&sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;3 BewG). Im Rahmen des &sect;&nbsp;166 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BewG ist die M&ouml;glichkeit des Nachweises eines niedrigeren gemeinen Werts f&uuml;r den Grund und Boden aber nicht er&ouml;ffnet. Gleichwohl orientiert sich der nach &sect;&nbsp;166 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 BewG festzustellende Wert durch den Ansatz der Bodenrichtwerte im Wege der Typisierung an dem gemeinen Wert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Gegensatz zur Bewertung des Grund und Bodens, der zu einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb geh&ouml;rt und bei einer Ver&auml;u&szlig;erung mit dem Liquidationswert anzusetzen ist, ist bei der Bewertung von ebenfalls land- und forstwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen, die dem Grundverm&ouml;gen zuzurechnen sind, nach &sect;&nbsp;198 BewG der Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts m&ouml;glich. Ein niedrigerer gemeiner Wert kann durch einen im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr zeitnah zum ma&szlig;geblichen Besteuerungsstichtag erzielten Kaufpreis f&uuml;r das zu bewertende Grundst&uuml;ck nachgewiesen werden (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2017 II&nbsp;R&nbsp;10\/15, BFH\/NV 2017, 1153, Rz&nbsp;22, m.w.N.). Ein zeitnah erzielter Kaufpreis ist regelm&auml;&szlig;ig ein solcher, der innerhalb eines Jahres vor oder nach dem Besteuerungszeitpunkt zustande gekommen ist. Grundst&uuml;cksverk&auml;ufe, die eine wesentlich l&auml;ngere Zeit als ein Jahr entfernt liegen, bieten im Allgemeinen keine geeignete Grundlage zur unmittelbaren Ableitung des gemeinen Werts (BFH-Urteil in BFH\/NV 2017, 1153, Rz&nbsp;22). Gew&ouml;hnlicher Gesch&auml;ftsverkehr ist der Handel, der sich nach den marktwirtschaftlichen Grunds&auml;tzen von Angebot und Nachfrage vollzieht und bei dem jeder Vertragspartner ohne Zwang und nicht aus Not, sondern freiwillig in Wahrung seiner eigenen Interessen zu handeln in der Lage ist (BFH-Urteil in BFH\/NV 2017, 1153, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Bewertung f&uuml;r Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsteuer hat sich vorrangig am gemeinen Wert zu orientieren (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 7.&nbsp;November 2006&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;10\/02, BVerfGE 117, 1, BStBl II 2007, 192). Dieser Vorgabe folgend hat der Gesetzgeber durch die Neuregelung der Vorschriften des BewG den gemeinen Wert zum Ma&szlig;stab einer realit&auml;tsgerechten Wertermittlung erhoben. Die f&uuml;r eine praktikable Anwendung der Vorschriften erforderlichen Pauschalierungen und Typisierungen finden ihre Grenze im verfassungsrechtlich verankerten &Uuml;berma&szlig;verbot. Das &Uuml;berma&szlig;verbot ist verletzt, wenn die Folgen einer schematisierenden Belastung extrem &uuml;ber das normale Ma&szlig; hinausgehen, das der Schematisierung zugrunde liegt, oder die Folgen auch unter Ber&uuml;cksichtigung der gesetzgeberischen Planvorstellungen durch den gebotenen Anlass nicht mehr gerechtfertigt sind (vgl. BVerfG-Beschluss vom 5.&nbsp;April 1978&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;117\/73, BVerfGE 48, 102, 116, BStBl II 1978, 441).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Um einen Versto&szlig; gegen das grundgesetzliche &Uuml;berma&szlig;verbot zu verhindern, ist der Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts bei verfassungskonformer Auslegung auch dann geboten, wenn er nach dem Wortlaut des BewG nicht vorgesehen ist (vgl. BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 2013 II&nbsp;R&nbsp;22\/11, BFH\/NV 2014, 1086, Rz&nbsp;13, zu &sect;&nbsp;148 Abs.&nbsp;1 BewG). Diese zur pauschalierten Bewertung von erbbaurechtsbelasteten Grundst&uuml;cken ergangene Rechtsprechung gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige ein Grundst&uuml;ck aus einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb nach dem Bewertungsstichtag ver&auml;u&szlig;ert hat und der Wert f&uuml;r dieses Grundst&uuml;ck nach &sect;&nbsp;166 Abs.&nbsp;2 BewG zu ermitteln ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar orientiert sich der nach &sect;&nbsp;166 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 BewG bestimmte Liquidationswert durch die Bezugnahme auf den Bodenrichtwert an dem gemeinen Wert und stellt keine grobe Vereinfachung wie der Vervielf&auml;ltiger beim Erbbaurecht dar. Nichts anderes gilt jedoch auch f&uuml;r &sect;&nbsp;198 BewG, bei dem der Gesetzgeber ausdr&uuml;cklich den Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts er&ouml;ffnet hat. Zur Vermeidung eines Versto&szlig;es gegen das &Uuml;berma&szlig;verbot kann der Steuerpflichtige deshalb auch bei der Ver&auml;u&szlig;erung von Fl&auml;chen, die einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zuzurechnen waren, entsprechend &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;1, &sect;&nbsp;198 BewG den Nachweis eines vom Liquidationswert wesentlich abweichenden niedrigeren gemeinen Werts erbringen, etwa durch ein Sachverst&auml;ndigengutachten oder durch einen zeitnahen Verkauf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Annahme des Gesetzgebers, dass land- und forstwirtschaftlich genutzte Fl&auml;chen typischerweise nicht verkauft, sondern &uuml;berwiegend verpachtet werden, der Grundst&uuml;cksmarkt f&uuml;r land- und forstwirtschaftliche Fl&auml;chen infolgedessen stark eingeschr&auml;nkt sei und tats&auml;chlich erzielte Preise auf seltene Einzelvereinbarungen zur&uuml;ckgingen, die nicht zwingend den tats&auml;chlichen Fl&auml;chenpreis abbilden (BTDrucks 16\/7918, S.&nbsp;40), mag zutreffen. Allerdings hat der Gesetzgeber gerade den Verkauf einzelner Wirtschaftsg&uuml;ter aus einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb durch den Ansatz des nach &sect;&nbsp;166 Abs.&nbsp;2 BewG zu ermittelnden Werts ber&uuml;cksichtigt. Wenn dieser Wert entgegen der Annahme des Gesetzgebers den gemeinen Wert deutlich &uuml;bersteigt, liegt ein Versto&szlig; gegen das &Uuml;berma&szlig;verbot vor. Auf das aus dem &Uuml;berma&szlig;gebot folgende Begrenzungsgebot hat es keinen Einfluss, wie viele Wirtschaftsg&uuml;ter der Wirtschaftsteil eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs aufweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Das &Uuml;berma&szlig;verbot ist nur verletzt, wenn die Folgen einer schematisierenden Bewertung extrem &uuml;ber das normale Ma&szlig; hinausgehen (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 48, 102, 116, BStBl II 1978, 441). Dies erfordert den Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts, der den festgestellten Grundst&uuml;ckswert so erheblich unterschreitet, dass sich der festgestellte Grundst&uuml;ckswert als extrem &uuml;ber das normale Ma&szlig; hinausgehend erweist (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2014, 1086, Rz&nbsp;15, m.w.N.). Extrem &uuml;ber das normale Ma&szlig; hinaus geht beispielsweise das Dreifache des gemeinen Werts (vgl. BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Mai 2004 II&nbsp;R&nbsp;45\/01, BFHE 204, 570, BStBl II 2004, 1036) bzw. das rund 1,4-fache eines sich aus dem Bodenrichtwert errechneten Verkehrswerts (vgl. BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;Oktober 2002 II&nbsp;B&nbsp;153\/01, BFHE 200, 393, BStBl II 2003, 118). Eine Bewertungsdifferenz von 10&nbsp;% ist hingegen als Folge der typisierenden Bewertungsmethode aufgrund der mit der Wertsch&auml;tzung verbundenen Ungenauigkeit hinzunehmen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2014, 1086, Rz&nbsp;16). Diese Ma&szlig;st&auml;be sind auf die Problematik des Streitfalls entsprechend anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da das FG von einer anderen Rechtsauffassung ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben. Die Sache ist spruch-reif. Der angefochtene Feststellungsbescheid ist dahingehend zu &auml;ndern, dass der Grundbesitzwert in H&ouml;he des vom Kl&auml;ger nachgewiesenen niedrigeren gemeinen Werts festzustellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger hat einen niedrigeren gemeinen Wert in H&ouml;he von 123.840&nbsp;EUR nachgewiesen. Die beiden Ackerfl&auml;chen wurden ca. sechs Monate nach dem Bewertungsstichtag und damit innerhalb eines Jahres nach dem ma&szlig;geblichen Zeitpunkt ver&auml;u&szlig;ert. Der vom Kl&auml;ger erzielte Kaufpreis ist nach den Feststellungen des FG im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr nach den Grunds&auml;tzen der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage zustande gekommen. Einwendungen dagegen sind im Revisionsverfahren weder vorgetragen noch ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei der &Uuml;berpr&uuml;fung, ob das &Uuml;berma&szlig;verbot verletzt ist, sind der nach den Vorschriften des BewG anzusetzende Wert und der nachgewiesene gemeine Wert gegen&uuml;berzustellen. Weitere pauschale Zu- oder Abschl&auml;ge, die keine Grundlage im BewG haben, sind nicht vorzunehmen. Der vom FA nach &sect;&nbsp;166 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 BewG ermittelte und angesetzte Wert in H&ouml;he von 191.952&nbsp;EUR betr&auml;gt im Streitfall das 1,55-fache des vom Kl&auml;ger durch den zeitnahen Verkauf nachgewiesenen tats&auml;chlich erzielten Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;ses. Der sich bei typisierender Bewertung mit dem Bodenrichtwert ergebende Wert &uuml;bersteigt damit den nachgewiesenen gemeinen Wert so erheblich, dass sich der festgestellte Grundst&uuml;ckswert als extrem &uuml;ber das normale Ma&szlig; hinausgehend erweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.1.2019, II R 9\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.300119.IIR9.16.0 Grundbesitzwert f&uuml;r nach dem Erbanfall ver&auml;u&szlig;erte, zu einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb geh&ouml;rende Grundst&uuml;cke Leits&auml;tze Weist der Steuerpflichtige nach, dass der gemeine Wert der kurze Zeit nach dem Erbanfall ver&auml;u&szlig;erten land- und forstwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen wesentlich niedriger ist als der nach &sect; 166 BewG ermittelte Liquidationswert, kann der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-9-16-grundbesitzwert-fuer-nach-dem-erbanfall-veraeusserte-zu-einem-land-und-forstwirtschaftlichen-betrieb-gehoerende-grundstuecke\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;9\/16 &#8211; Grundbesitzwert f&uuml;r nach dem Erbanfall ver&auml;u&szlig;erte, zu einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb geh&ouml;rende Grundst&uuml;cke<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70593","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70593"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70593\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}