{"id":70595,"date":"2019-04-13T17:27:14","date_gmt":"2019-04-13T15:27:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70595"},"modified":"2019-04-13T17:27:14","modified_gmt":"2019-04-13T15:27:14","slug":"vii-b-147-18-entscheidungsgruende-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-beschluss-vom-31012019-vii-b-115-18-verbrennung-von-erdgas-zur-erzeugung-einer-schutzgasatmosphaere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-147-18-entscheidungsgruende-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-beschluss-vom-31012019-vii-b-115-18-verbrennung-von-erdgas-zur-erzeugung-einer-schutzgasatmosphaere\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;147\/18 &#8211; Entscheidungsgr&uuml;nde im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Beschluss vom 31.01.2019 VII B 115\/18 &#8211; Verbrennung von Erdgas zur Erzeugung einer Schutzgasatmosph&auml;re"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.1.2019, VII B 147\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.310119.VIIB147.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Entscheidungsgr&uuml;nde im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Beschluss vom 31.01.2019 VII B 115\/18 &#8211; Verbrennung von Erdgas zur Erzeugung einer Schutzgasatmosph&auml;re<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Eine Verwendung mit zweierlei Verwendungszweck liegt nicht vor, wenn das Energieerzeugnis neben der Verwendung als Heizstoff nicht f&uuml;r die eigentliche Produktion des herzustellenden Produkts erforderlich ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die Ausnutzung einer bestimmten (hier inerten) Eigenschaft eines unweigerlich anfallenden Verbrennungsprodukts im Produktionsprozess reicht nicht aus, um neben der Verwendung des eingesetzten Energieerzeugnisses als Heizstoff einen weiteren Verwendungszweck zu bejahen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Beklagten wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 25. Juli 2018&nbsp;&nbsp;4 K 1968\/17 VE wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin) betrieb sechs Kohlemahlanlagen zur Herstellung von Kohlestaub durch Mahlen und Trocknen von Rohkohle. Die Kohle wurde aus Bunkern mengengerecht auf die einzelnen, kontinuierlich arbeitenden M&uuml;hlen verteilt und gemahlen, w&auml;hrend die erzeugte Staubkohle abgezogen wurde. W&auml;hrend des Mahlvorgangs durchstr&ouml;mten Hei&szlig;gase die M&uuml;hle und nahmen den erzeugten Staub und den bei der Trocknung der Kohle anfallenden Wasserdampf mit. Die Tragluft f&uuml;r die Staubkohle trat unten im Mahlraum ein und verlie&szlig; die M&uuml;hle am oberen Ende, wo sie einen Gewebefilter durchstr&ouml;mte. Die dort abgeschiedene Staubkohle wurde &uuml;ber F&ouml;rderschnecken und Zellradschleusen aus dem Filter ausgetragen und pneumatisch zu den Staubbunkern gef&ouml;rdert. Die staubfreie Luft des Filters wurde teilweise dem Hei&szlig;lufterzeuger zugef&uuml;hrt und teilweise &uuml;ber einen Kamin in die Atmosph&auml;re geleitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Sicherung des ordnungsgem&auml;&szlig;en Betriebs wurden die Kohlemahlanlagen mit einer nicht explosionsf&auml;higen Atmosph&auml;re betrieben, indem der Sauerstoffgehalt im geschlossenen System begrenzt wurde. Dazu wurden die &uuml;ber 1&nbsp;000&nbsp;&deg;C hei&szlig;en Rauchgase des Hei&szlig;gaserzeugers, die durch das Verbrennen von Erdgas erzeugt wurden, auf h&ouml;chstens 450&nbsp;&deg;C abgek&uuml;hlt und zum Trocknen des Kohlestaubs in die Anlage eingef&uuml;hrt. Zudem bewirkte der bei der Trocknung entstandene Wasserdampf eine weitere Reaktionstr&auml;gheit (Inertisierung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) gew&auml;hrte der Kl&auml;gerin insoweit eine Entlastung von der Energiesteuer nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d des Energiesteuergesetzes in der hier ma&szlig;geblichen Fassung (EnergieStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Steuer&auml;nderungsbescheid vom &#8230;&nbsp;Dezember 2013 forderte das HZA die f&uuml;r den Monat Dezember 2011 gew&auml;hrte Entlastung zur&uuml;ck, weil es der Auffassung war, das verbrannte Erdgas sei nur zur Erzeugung von W&auml;rme und nicht gleichzeitig zu Heizzwecken und zu anderen Zwecken verwendet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, der Kl&auml;gerin stehe der Erstattungsanspruch zu. Das Erdgas werde im Streitfall nicht nur zum Verheizen, sondern in erster Linie zur Rauchgaserzeugung verwendet, wobei das Rauchgas zwei Wirkungen habe. Es stelle die nicht explosionsf&auml;hige Atmosph&auml;re in den Kohlemahlanlagen her, wobei es durch seine Restw&auml;rme auch die gewollte Entstehung von Wasserdampf bewirke, und entferne damit gleichzeitig die Feuchtigkeit aus der gemahlenen Kohle. Damit werde das Erdgas nicht nur als Heizstoff, sondern zur Erzeugung des f&uuml;r die Kohlemahlanlagen erforderlichen Inertgases ben&ouml;tigt, das zudem durch seine W&auml;rme die Trocknung des Kohlestaubs bewirke. Aufgrund der klar definierten Parameter f&uuml;r das Rauchgas, die Erhitzung &uuml;ber 1&nbsp;000&nbsp;&deg;C und sein anschlie&szlig;endes Abk&uuml;hlen auf h&ouml;chstens 450&nbsp;&deg;C im Zusammenhang mit dem Betrieb der Kohlemahlanlagen sei auch die Zusammensetzung des erforderlichen Inertgases eindeutig beschrieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA begr&uuml;ndet seine Nichtzulassungsbeschwerde mit der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und mit der Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO). Es sei zu kl&auml;ren, ob eine Verwendung mit zweierlei Verwendungszweck i.S. des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;b 2.&nbsp;Anstrich der Richtlinie (EG) 2003\/96 des Rates vom 27.&nbsp;Oktober 2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom &#8211;EnergieStRL&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2003, Nr.&nbsp;L 283\/51) auch dann vorliege, wenn das konkrete Energieerzeugnis neben der Verwendung als Heizstoff nicht f&uuml;r die eigentliche Produktion des herzustellenden Produkts erforderlich ist. Weiterhin sei die Frage zu beantworten, ob ein eigener Verwendungszweck bereits darin zu sehen sei, dass lediglich die inerte Eigenschaft eines unweigerlich anfallenden Verbrennungsprodukts im Produktionsprozess ausgenutzt wird. &Uuml;ber die hier vorliegende Konstellation, wonach kein f&uuml;r den weiteren Produktionsprozess ben&ouml;tigter Stoff erzeugt, sondern lediglich die jedem Verbrennungsgas innewohnende inerte Eigenschaft genutzt werde, sei bisher nicht entschieden worden. Im Streitfall liege lediglich ein Verheizen des eingesetzten Erdgases zur Erzeugung von W&auml;rme zur Trocknung vor. Im Unterschied dazu seien bei den vom Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) und dem BFH entschiedenen Verfahren chemische oder physikalische Prozesse erfolgt, die nur mittels der konkret verwendeten Energieerzeugnisse h&auml;tten in Gang gesetzt werden k&ouml;nnen und die das zu erzeugende Produkt ver&auml;ndert h&auml;tten. In diesen Verfahren sei durch die Verbrennung eines Energieerzeugnisses jeweils ein konkret bezeichneter, im Verbrennungsgas enthaltener Stoff erzeugt worden, der im weiteren Produktionsprozess eine ganz bestimmte Funktion erf&uuml;llt habe und deshalb hierf&uuml;r zwingend erforderlich gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die vom HZA aufgeworfenen Rechtsfragen sind durch die Rechtsprechung bereits gekl&auml;rt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EnergieStG wird auf Antrag eine Energiesteuerentlastung f&uuml;r nachweislich versteuerte Energieerzeugnisse gew&auml;hrt, die gleichzeitig zu Heizzwecken und zu anderen Zwecken als als Heiz- oder Kraftstoff verwendet worden sind. Diese Vorschrift dient der Umsetzung von Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;b 2. Anstrich EnergieStRL, wonach die Richtlinie nicht f&uuml;r Energieerzeugnisse mit zweierlei Verwendungszweck gilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des EuGH f&auml;llt die Verwendung eines Energieerzeugnisses nur dann nicht in den Anwendungsbereich der EnergieStRL, wenn dieses Erzeugnis &#8211;in seiner Funktion als Energiequelle&#8211; selbst anders als als Heiz- oder Kraftstoff verwendet wird (EuGH-Urteil X vom 2.&nbsp;Oktober 2014 C-426\/12, EU:C:2014:2247, Rz&nbsp;23, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2014, 308). Ein Energieerzeugnis, das im Rahmen eines Herstellungsprozesses verbrannt wird, kann daher zweierlei Verwendungszweck haben, wenn dieser Prozess nicht ohne Einsatz eines Stoffes durchgef&uuml;hrt werden kann, von dem feststeht, dass er nur durch die Verbrennung des betreffenden Energieerzeugnisses erzeugt werden kann (EuGH-Urteil&nbsp;X, EU:C:2014:2247, Rz&nbsp;24, ZfZ 2014, 308; EuGH-Beschluss YARA Brunsb&uuml;ttel vom 17.&nbsp;Dezember 2015 C-529\/14, EU:C:2015:836, Rz&nbsp;24, ZfZ 2016, 99). Ist dagegen ein bei der Verbrennung entstehendes Gas nicht das zur Durchf&uuml;hrung des Produktionsprozesses erforderliche Erzeugnis, sondern ein R&uuml;ckstand dieses Prozesses, der lediglich verwertet wird, hat das Energieerzeugnis selbst keinen zweierlei Verwendungszweck (EuGH-Urteil X, EU:C:2014:2247, Rz&nbsp;26, ZfZ 2014, 308; EuGH-Beschluss YARA Brunsb&uuml;ttel, EU:C:2015:836, Rz&nbsp;25, ZfZ 2016, 99). Es kommt daher darauf an, ob das Energieerzeugnis selbst oder dessen Verbrennungsprodukte f&uuml;r den Abschluss des Produktionsprozesses erforderlich sind. Eine stoffliche Verbindung zwischen dem Energieerzeugnis und dem hergestellten Produkt wird nicht vorausgesetzt (Senatsurteile vom 13.&nbsp;Januar 2015 VII&nbsp;R&nbsp;35\/12, BFHE 248, 287, ZfZ 2015, 167, und vom 10.&nbsp;November 2015 VII&nbsp;R&nbsp;40\/14, ZfZ 2016, 79).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Verwendung zum Verheizen liegt immer dann vor, wenn Energieerzeugnisse verbrannt werden und die so erzeugte thermische Energie zum Heizen genutzt wird (vgl. &sect;&nbsp;1a Satz 1 Nr.&nbsp;12 EnergieStG), und zwar unabh&auml;ngig vom Zweck des Heizens, der auch die Umwandlung oder Vernichtung des Stoffes umfassen kann, auf den die thermische Energie bei einem chemischen und industriellen Prozess &uuml;bertragen wird (EuGH-Urteil Kommission\/ Deutschland vom 29.&nbsp;April 2004 C-240\/01, EU:C:2004:251, ZfZ 2004, 231; Senatsurteil in BFHE 248, 287, ZfZ 2015, 167). Weiterhin hat der Senat entschieden, dem Begriff &quot;zweierlei Verwendungszweck&quot; sei keine Rangfolge der Zwecke zu entnehmen. Es wird auch keine streng zeitgleiche Verwendung vorausgesetzt (Senatsurteil in BFHE 248, 287, ZfZ 2015, 167).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen ist die Frage des HZA, ob&nbsp;&nbsp;eine Verwendung mit zweierlei Verwendungszweck auch dann vorliegt, wenn das Energieerzeugnis neben der Verwendung als Heizstoff nicht f&uuml;r die eigentliche Produktion des herzustellenden Produkts erforderlich ist, von der Rechtsprechung verneint und damit bereits beantwortet worden. Das Energieerzeugnis selbst oder dessen Verbrennungsprodukte m&uuml;ssen f&uuml;r den Abschluss des Produktionsprozesses erforderlich sein (Senatsurteile in BFHE 248, 287, ZfZ 2015, 167, und in ZfZ 2016, 79). Hat das Energieerzeugnis f&uuml;r die Produktion keine Bedeutung und wird es nur zur Erzeugung von thermischer Energie verwendet, dient es nicht zweierlei Verwendungszweck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch die zweite vom HZA aufgeworfene Rechtsfrage kann als durch die Rechtsprechung gekl&auml;rt angesehen werden. Die Ausnutzung einer bestimmten (hier inerten) Eigenschaft eines unweigerlich anfallenden Verbrennungsprodukts im Produktionsprozess reicht nicht aus, um neben der Verwendung als Heizstoff einen weiteren Verwendungszweck zu bejahen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine sogenannte dual-use-Verwendung liegt nur dann vor, wenn der Produktionsprozess nicht ohne Einsatz eines Stoffes durchgef&uuml;hrt werden kann, von dem feststeht, dass er <span style=\"text-decoration:underline\">nur<\/span> durch die Verbrennung des betreffenden Energieerzeugnisses erzeugt werden kann (EuGH-Urteil X, EU:C:2014:2247, Rz&nbsp;24&nbsp;f., ZfZ 2014, 308; EuGH-Beschluss YARA Brunsb&uuml;ttel, EU:C:2015:836, Rz&nbsp;24, ZfZ 2016, 99). Gerade durch die Verbrennung des Energieerzeugnisses muss ein Stoff entstehen, der f&uuml;r den Abschluss des Produktionsprozesses erforderlich ist. Kann dieser Stoff auch durch die Verbrennung eines anderen Energieerzeugnisses hergestellt oder dieser Effekt unter Einsatz anderer Stoffe erreicht werden, sind die Voraussetzungen einer dual-use-Verwendung aufgrund der Substituierbarkeit nicht erf&uuml;llt. Auch die blo&szlig;e Verwertung eines Verbrennungsr&uuml;ckstands reicht nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da die von der Beschwerde bezeichneten Rechtsfragen durch die Rechtsprechung des EuGH und des Senats gekl&auml;rt sind, h&auml;tte die Beschwerde zur Begr&uuml;ndung einer gleichwohl vorliegenden grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache eingehend darlegen m&uuml;ssen, warum sie eine erneute Entscheidung des BFH zu der betreffenden Frage im Interesse der Rechtseinheit oder Rechtsentwicklung f&uuml;r erforderlich h&auml;lt, und h&auml;tte hierf&uuml;r substantiiert darlegen m&uuml;ssen, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die bereits h&ouml;chstrichterlich beantwortete Frage umstritten ist, insbesondere welche neuen gewichtigen, vom EuGH bzw. BFH bislang nicht gepr&uuml;ften Einw&auml;nde in der Literatur und\/oder in der Rechtsprechung der Instanzgerichte gegen die h&ouml;chstrichterliche Auffassung erhoben werden (vgl. BFH-Beschluss vom 3.&nbsp;April 2000 VIII&nbsp;B&nbsp;99\/99, BFH\/NV 2000, 985, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO entf&auml;llt &#8211;ebenso wie &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO&#8211; mangels einer ungekl&auml;rten Rechtsfrage, deren Beantwortung aus Gr&uuml;nden der Rechtsklarheit oder der Rechtsfortbildung im allgemeinen Interesse liegt (vgl. hierzu Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;Februar 2016 VII&nbsp;B&nbsp;185\/14, BFH\/NV 2016, 787).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Es kommt nicht darauf an, ob die Entscheidung des FG in materieller Hinsicht richtig ist, weil &#8211;wie das HZA meint&#8211; lediglich die jedem Verbrennungsgas innewohnende inerte Eigenschaft genutzt werde. Angebliche Fehler bei der Auslegung und Anwendung des materiellen Rechts im konkreten Einzelfall rechtfertigen f&uuml;r sich gesehen nicht die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (vgl. Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;Dezember 2013 VII&nbsp;B&nbsp;94\/13, BFH\/NV 2014, 697, m.w.N.; Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;24 und &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;34, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.1.2019, VII B 147\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.310119.VIIB147.18.0 Entscheidungsgr&uuml;nde im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Beschluss vom 31.01.2019 VII B 115\/18 &#8211; Verbrennung von Erdgas zur Erzeugung einer Schutzgasatmosph&auml;re Leits&auml;tze 1. NV: Eine Verwendung mit zweierlei Verwendungszweck liegt nicht vor, wenn das Energieerzeugnis neben der Verwendung als Heizstoff nicht f&uuml;r die eigentliche Produktion des herzustellenden Produkts erforderlich ist. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-147-18-entscheidungsgruende-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-beschluss-vom-31012019-vii-b-115-18-verbrennung-von-erdgas-zur-erzeugung-einer-schutzgasatmosphaere\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;147\/18 &#8211; Entscheidungsgr&uuml;nde im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Beschluss vom 31.01.2019 VII B 115\/18 &#8211; Verbrennung von Erdgas zur Erzeugung einer Schutzgasatmosph&auml;re<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70595","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70595"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70595\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70595"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}