{"id":70604,"date":"2019-04-13T17:27:24","date_gmt":"2019-04-13T15:27:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70604"},"modified":"2019-04-13T17:27:24","modified_gmt":"2019-04-13T15:27:24","slug":"xi-r-34-16-zum-ausweis-der-pensionsrueckstellung-im-jahr-der-zusage-unter-beruecksichtigung-neuer-heubeck-richttafeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-34-16-zum-ausweis-der-pensionsrueckstellung-im-jahr-der-zusage-unter-beruecksichtigung-neuer-heubeck-richttafeln\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;34\/16 &#8211; Zum Ausweis der Pensionsr&uuml;ckstellung im Jahr der Zusage unter Ber&uuml;cksichtigung neuer &quot;Heubeck-Richttafeln&quot;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.2.2019, XI R 34\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.130219.XIR34.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum Ausweis der Pensionsr&uuml;ckstellung im Jahr der Zusage unter Ber&uuml;cksichtigung neuer &quot;Heubeck-Richttafeln&quot;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Wird im Jahr der Erteilung einer Pensionszusage eine Pensionsr&uuml;ckstellung gebildet und erfolgt dies im Jahr der Ver&ouml;ffentlichung neuer &quot;Heubeck-Richttafeln&quot;, existiert kein &quot;Unterschiedsbetrag&quot; i.S. des &sect; 6a Abs. 4 Satz 2 EStG, der auf drei Jahre verteilt werden m&uuml;sste.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 17. August 2016&nbsp;&nbsp;3 K 228\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist der Ausweis einer Pensionsr&uuml;ckstellung im Jahr der Zusage unter Ber&uuml;cksichtigung neuer &quot;Heubeck-Richttafeln&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, erteilte ihrem zu einem Drittel beteiligten Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer am 18.&nbsp;November 2005 eine Pensionszusage; der Ausweis zum 31.&nbsp;Dezember 2005 erfolgte ohne einen Mehrbetrag aufgrund der &Auml;nderungen der erstmalig im Wirtschaftsjahr 2005 anwendbaren sog. Heubeck-Richttafeln 2005 zu den &quot;Heubeck-Richttafeln&quot; 1998.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer Au&szlig;enpr&uuml;fung &auml;nderte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit Bescheiden vom 31.&nbsp;August 2012 u.a. den Bescheid &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer 2005 und &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag 2005. Da die der Berechnung der Pensionsr&uuml;ckstellung zugrunde liegenden &quot;Heubeck-Richttafeln&quot; von 1998 im Juli 2005 ge&auml;ndert wurden, ging das FA davon aus, dass ein Unterschiedsbetrag, der auf der erstmaligen Anwendung der Richttafeln 2005 beruhe, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) i.V.m. &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) auf drei Jahre zu verteilen sei (&#8230;&nbsp;EUR). Nach Meinung des FA gelte die Verteilungsregelung auch im Jahr der erstmaligen Zusage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Th&uuml;ringer Finanzgericht (FG) gab der Klage im Hinblick auf die Pensionsr&uuml;ckstellung mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 978 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 17.&nbsp;August 2016&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;228\/14 statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es entschied, dass bei erstmaliger Bildung einer Pensionsr&uuml;ckstellung keine Verteilung eines Unterschiedsbetrags zu erfolgen habe. Weder w&uuml;rden die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG vorliegen, noch ergebe sich eine solche Verteilung aus &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG. Es liege nach dieser Vorschrift eine Rechtsgrundverweisung vor, so dass diese Vorschrift &#8211;die eine entsprechende Anwendung des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG anordne&#8211; bei Anwendung des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG im Streitfall fehl gehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Es ist der Auffassung, dass das FG aus dem Wortlaut rechtlich unzul&auml;ssige Schlussfolgerungen gezogen habe. Der Unterschiedsbetrag, der aufgrund der Anwendung der ge&auml;nderten &quot;Heubeck-Richttafeln&quot; entstehe, sei auf drei Wirtschaftsjahre zu verteilen. Dies gelte auch f&uuml;r die erstmalige Anwendung. Deshalb habe der Gesetzgeber die Vorschrift des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG geschaffen. Auch der Zweck der Vorschrift best&auml;tige diese Auslegung. Um einen Vorzieheffekt zu verhindern, sei diese Regelung ins Gesetz aufgenommen worden. Es handele sich bei den Richttafeln um Periodentafeln, die &uuml;ber einzelne Jahre hinausgehen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht angenommen, dass im Streitfall ein Mehrbetrag aufgrund der &quot;Heubeck-Richtwerte&quot; der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 i.V.m. &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 und Satz&nbsp;2 EStG auf drei Jahre verteilt werden musste, nicht vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Pensionsr&uuml;ckstellung darf f&uuml;r Zwecke der Besteuerung h&ouml;chstens mit dem Teilwert angesetzt werden (&sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG), der sich nach &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG bestimmt. In &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 EStG ist ein sog. Nachholverbot verankert. Nach &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG darf eine Pensionsr&uuml;ckstellung in einem Wirtschaftsjahr h&ouml;chstens um den Unterschied zwischen dem Teilwert der Pensionsverpflichtung am Schluss des Wirtschaftsjahres und am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres erh&ouml;ht werden. Von diesem Grundsatz sind in &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 bis 5 EStG Ausnahmen geregelt. So ist bestimmt, dass und soweit der Unterschiedsbetrag auf der erstmaligen Anwendung neuer oder ge&auml;nderter biometrischer Rechnungsgrundlagen beruht, er nur auf mindestens drei Wirtschaftsjahre gleichm&auml;&szlig;ig verteilt der Pensionsr&uuml;ckstellung zugef&uuml;hrt werden kann (&sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG); entsprechendes gilt beim Wechsel auf andere biometrische Rechnungsgrundlagen. In dem Wirtschaftsjahr, in dem mit der Bildung einer Pensionsr&uuml;ckstellung fr&uuml;hestens begonnen werden darf (Erstjahr), darf des Weiteren die R&uuml;ckstellung bis zur H&ouml;he des Teilwerts der Pensionsverpflichtung am Schluss des Wirtschaftsjahres gebildet werden; diese R&uuml;ckstellung kann auf das Erstjahr und die beiden folgenden Wirtschaftsjahre gleichm&auml;&szlig;ig verteilt werden (&sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG). &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG ordnet u.a. im Fall des Satzes&nbsp;3 die entsprechende Anwendung des Satzes&nbsp;2 an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Rechtsfrage der entsprechenden Anwendung des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG auf den Fall des Erstjahres, wie er in &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG geregelt ist (&sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG), wird bislang unterschiedlich beantwortet. W&auml;hrend die Vorinstanz und auch bereits das FG des Landes Brandenburg (Urteil vom 23.&nbsp;August 2006&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;2012\/03, EFG 2006, 1746) eine entsprechende Anwendung des Satzes&nbsp;2 ablehnt, weil im Fall der erstmaligen Bildung einer Pensionsr&uuml;ckstellung ein &quot;Unterschiedsbetrag&quot; i.S. des Satzes&nbsp;2 nicht existiere, werden in der Literatur unterschiedliche Standpunkte vertreten. Teilweise folgt man der finanzgerichtlichen Rechtsprechung und Argumentation (vgl. Gosch in Kirchhof, EStG, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6a Rz&nbsp;21; Dommermuth in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;6a EStG Rz&nbsp;154). Nach anderer Auffassung ist die entsprechende Anwendung des Satzes&nbsp;2 in der Weise vorzunehmen, dass im Erstjahr der Pensionsr&uuml;ckstellung, in dem sich auch die Richtwerte ge&auml;ndert haben, die Wahlrechte des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG nur hinsichtlich des R&uuml;ckstellungswertes auf alter Richtwertgrundlage gelten sollen; der sich aufgrund der Anwendung der neuen Richtwerte ergebende Erh&ouml;hungsbetrag soll dagegen durch entsprechende Anwendung des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG auf drei Wirtschaftsjahre verteilt werden (H&ouml;fer in H&ouml;fer\/Veit\/ Verhuven, Betriebsrentenrecht, Bd.&nbsp;II Kap.&nbsp;2 Rz&nbsp;671&nbsp;ff.; Schmitz in Lippross\/Seibel, Basiskommentar Steuerrecht, &sect;&nbsp;6a EStG Rz&nbsp;102). Die Finanzverwaltung ist ebenfalls der zuletzt genannten Ansicht (vgl. zum &Uuml;bergang auf die &quot;Richttafeln 2005&nbsp;G&quot; Bundesministerium der Finanzen &#8211;BMF&#8211;, Schreiben vom 16.&nbsp;Dezember 2005 IV&nbsp;B&nbsp;2-S&nbsp;2176-106\/05, BStBl I 2005, 1054, Rz&nbsp;5; zum &Uuml;bergang auf die &quot;Heubeck-Richttafeln 2018&nbsp;G&quot; s. BMF-Schreiben vom 19.&nbsp;Oktober 2018 IV&nbsp;C&nbsp;6-S&nbsp;2176\/07\/10004:001, BStBl I 2018, 1107, Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat folgt der Ansicht der Vorinstanz und Teilen der Literatur, nach der eine Verteilung entsprechend &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nicht vorzunehmen ist. Weder aus dem Wortlaut noch aus dem Zweck des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG l&auml;sst sich entnehmen, dass generell in allen F&auml;llen der erstmaligen Bildung einer Pensionsr&uuml;ckstellung &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG zur Anwendung kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die in &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG angeordnete entsprechende Anwendung des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG setzt nach seinem Wortlaut voraus, dass ein Unterschiedsbetrag zwischen dem Teilwert der Pensionsverpflichtung am Schluss des Wirtschaftsjahres und am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres besteht. Bei einem Veranlagungszeitraum, in dem eine Pensionszusage erteilt wird, kommt eine Verteilung des Unterschiedsbetrages zwischen dem Teilwert der Pensionsr&uuml;ckstellung nach den bisherigen &quot;Heubeck-Richttafeln&quot; und den neuen erstmalig im Jahr der Pensionszusage ver&ouml;ffentlichten &quot;Heubeck-Richttafeln&quot; auf das Erstjahr i.S. des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG und die beiden folgenden Wirtschaftsjahre nicht in Betracht. Denn bei einer erstmaligen Bildung einer Pensionsr&uuml;ckstellung existiert kein &quot;Unterschiedsbetrag&quot; i.S. des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG, wie das FG zu Recht angenommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch der Zweck der Vorschrift des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis. Aus den Gesetzesmaterialien zu den Regelungen in &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 und Satz&nbsp;6 EStG (eingef&uuml;gt durch das Steuer&auml;nderungsgesetz 1998 vom 19.&nbsp;Dezember 1998, BGBl I 1998, 3816) ergibt sich zwar die Absicht der Verhinderung von einmaligen Steuerausf&auml;llen und auch von &quot;Vorzieheffekten&quot; biometrischer Ver&auml;nderungen nach Ver&ouml;ffentlichung der Richttafeln (BTDrucks 14\/158, S.&nbsp;7; vgl. auch H&ouml;fer in H&ouml;fer\/Veit\/Verhuven, a.a.O., Kap.&nbsp;2 Rz&nbsp;650; Schmitz in Lippross\/Seibel, a.a.O., &sect;&nbsp;6a EStG Rz&nbsp;100). Ihnen ist aber nicht zu entnehmen, dass &uuml;ber den Wortlaut hinaus eine Anwendung der Regelung des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG auch auf F&auml;lle der erstmaligen Bildung einer Pensionsr&uuml;ckstellung erfolgen soll, zumal ein dar&uuml;ber hinausgehender Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 EStG nach dem Wortlaut verbleibt. Als Erstjahr i.S. des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG kommt nicht nur &#8211;wie im Streitfall&#8211; das Jahr der Pensionszusage selbst in Betracht, sondern auch sp&auml;tere Zeitr&auml;ume, in denen ein &quot;Unterschiedsbetrag&quot; besteht. So kann eine bereits handelsrechtlich zu ber&uuml;cksichtigende Pensionszusage steuerrechtlich nach &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a bis d EStG erst in sp&auml;teren Veranlagungszeitr&auml;umen zu ber&uuml;cksichtigen sein. Entsprechend definiert &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG das Erstjahr auch als Wirtschaftsjahr, &quot;in dem mit der Bildung einer Pensionsr&uuml;ckstellung fr&uuml;hestens begonnen werden darf&quot; (vgl. HHR\/Dommermuth, &sect;&nbsp;6a EStG Rz&nbsp;156). Dies muss nicht das Jahr sein, in dem die Pensionszusage erteilt worden ist (z.B. bei Zusage vor dem in &sect; 6a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 EStG genannten Zeitpunkt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.2.2019, XI R 34\/16ECLI:DE:BFH:2019:B.130219.XIR34.16.0 Zum Ausweis der Pensionsr&uuml;ckstellung im Jahr der Zusage unter Ber&uuml;cksichtigung neuer &quot;Heubeck-Richttafeln&quot; Leits&auml;tze NV: Wird im Jahr der Erteilung einer Pensionszusage eine Pensionsr&uuml;ckstellung gebildet und erfolgt dies im Jahr der Ver&ouml;ffentlichung neuer &quot;Heubeck-Richttafeln&quot;, existiert kein &quot;Unterschiedsbetrag&quot; i.S. des &sect; 6a Abs. 4 Satz 2 EStG, der auf drei &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-34-16-zum-ausweis-der-pensionsrueckstellung-im-jahr-der-zusage-unter-beruecksichtigung-neuer-heubeck-richttafeln\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;34\/16 &#8211; Zum Ausweis der Pensionsr&uuml;ckstellung im Jahr der Zusage unter Ber&uuml;cksichtigung neuer &quot;Heubeck-Richttafeln&quot;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70604","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70604","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70604"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70604\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70604"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70604"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70604"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}