{"id":70628,"date":"2019-04-28T18:49:38","date_gmt":"2019-04-28T16:49:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70628"},"modified":"2019-04-28T18:49:38","modified_gmt":"2019-04-28T16:49:38","slug":"i-r-54-16-geschaeftsfuehrer-einer-kapitalgesellschaft-als-staendiger-vertreter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-54-16-geschaeftsfuehrer-einer-kapitalgesellschaft-als-staendiger-vertreter\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;54\/16 &#8211; Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Kapitalgesellschaft als st&auml;ndiger Vertreter"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.10.2018, I R 54\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.231018.IR54.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Kapitalgesellschaft als st&auml;ndiger Vertreter<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Organe von juristischen Personen k&ouml;nnen st&auml;ndige Vertreter i.S. des &sect; 13 AO sein.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 15. Juni 2016&nbsp;&nbsp;1 K 1685\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Rheinland-Pfalz zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob das Organ einer Kapitalgesellschaft st&auml;ndiger Vertreter i.S. des &sect;&nbsp;13 der Abgabenordnung (AO) sein kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die in Liquidation befindliche Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine Aktiengesellschaft luxemburgischen Rechts. In den Streitjahren (2001 bis 2007) betrieb sie u.a. den Handel mit Dental-Altgold. Diese T&auml;tigkeit zeichnete sich dadurch aus, dass die Kl&auml;gerin von zumeist deutschen Kunden (Zahnlabore u.&auml;.) oder Zwischenh&auml;ndlern Gold erwarb und dieses sodann an Scheideanstalten ver&auml;u&szlig;erte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den B&uuml;ror&auml;umen der Kl&auml;gerin in Luxemburg befanden sich u.a. ihre Gesch&auml;ftsunterlagen und ein Tresor f&uuml;r das Gold. Von dort aus wurden auch die Gesch&auml;fte der Kl&auml;gerin durch den damaligen Mehrheitsgesellschafter und Alleingesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin, M, geleitet. M hatte unter der B&uuml;roanschrift der Kl&auml;gerin auch eine Wohnung, die er st&auml;ndig benutzte. Eine weitere Wohnung befand sich nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt in einem Haus in der deutschen Grenzgemeinde X. Die deutsche Wohnung nutzte er zusammen mit seiner damaligen Ehefrau.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat im Anschluss an eine Steuerfahndungspr&uuml;fung die Auffassung, dass die Kl&auml;gerin in den Streitjahren beschr&auml;nkt k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig gewesen sei. M sei durch seine regelm&auml;&szlig;igen gesch&auml;ftlichen Aktivit&auml;ten f&uuml;r die Kl&auml;gerin, die er in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland), u.a. auch in der Wohnung in X ausge&uuml;bt habe, st&auml;ndiger Vertreter i.S. des &sect;&nbsp;13 AO gewesen. Dies l&ouml;se gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) i.V.m. &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes (EStG) &#8211;jeweils in der im Streitzeitraum geltenden Fassung&#8211; die beschr&auml;nkte K&ouml;rperschaftsteuerpflicht der Kl&auml;gerin aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz folgte dem nicht. Es ging in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1324 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 15.&nbsp;Juni 2016&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1685\/14 davon aus, dass M als Organ einer Kapitalgesellschaft in dieser Eigenschaft nicht st&auml;ndiger Vertreter sein k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich das FA mit seiner Revision. Es r&uuml;gt die Verletzung des &sect;&nbsp;13 AO. Die Kl&auml;gerin sei beschr&auml;nkt k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig gewesen. Da durch die T&auml;tigkeit des M zugleich eine Vertreterbetriebsst&auml;tte i.S. des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Gro&szlig;herzogtum Luxemburg zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und &uuml;ber gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuern und der Grundsteuern vom 23.&nbsp;August 1958 (BGBl II 1959, 1270, BStBl I 1959, 1023) i.d.F. des Erg&auml;nzungsprotokolls vom 15.&nbsp;Juni 1973 (BGBl II 1978, 111, BStBl I 1978, 73) &#8211;DBA-Luxemburg 1958\/1973&#8211; begr&uuml;ndet worden sei, habe Deutschland auch das Recht zugestanden, die Betriebsst&auml;tteneink&uuml;nfte zu besteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das FG-Urteil ist aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat rechtsfehlerhaft entschieden, dass das Organ einer Kapitalgesellschaft nicht Vertreter i.S. des &sect;&nbsp;13 AO sein kann (s. nachfolgend unter 2.). Die Sache ist nicht spruchreif, es fehlen insbesondere Feststellungen zur H&ouml;he der inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin (siehe nachfolgend unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist davon ausgegangen, dass sich die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrert&auml;tigkeit und die T&auml;tigkeit als st&auml;ndiger Vertreter ausschlie&szlig;en. Der Begriff der Vertretung i.S. des &sect;&nbsp;13 AO setze voraus, dass der Vertreter an Stelle des Unternehmers Handlungen vornehme, die in dessen Betrieb anfielen. Der Unternehmer k&ouml;nne daher nicht zugleich sein &quot;Vertreter&quot; sein. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Kapitalgesellschaft, die das Unternehmen betreibe, habe organschaftliche und nicht blo&szlig; rechtsgesch&auml;ftliche Vertretungsmacht. Das Handeln des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers sei daher kein Handeln f&uuml;r die Gesellschaft, sondern werde rechtlich als deren Handeln gewertet. Organe unternehmerisch t&auml;tiger juristischer Personen k&ouml;nnen somit nach Ansicht des FG von vornherein keine st&auml;ndigen Vertreter i.S. des &sect;&nbsp;13 AO sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dem ist indes nicht zu folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Legaldefinition des &sect;&nbsp;13 Satz&nbsp;1 AO ist st&auml;ndiger Vertreter i.S. der &sect;&sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 KStG, 49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG eine Person, die nachhaltig die Gesch&auml;fte eines Unternehmens besorgt und dabei dessen Sachweisungen unterliegt. &sect;&nbsp;13 Satz&nbsp;2 AO bestimmt hierzu erg&auml;nzend, dass st&auml;ndiger Vertreter insbesondere eine Person ist, die f&uuml;r ein Unternehmen nachhaltig Vertr&auml;ge abschlie&szlig;t oder vermittelt oder Auftr&auml;ge einholt oder einen Bestand von G&uuml;tern oder Waren unterh&auml;lt und davon Auslieferungen vornimmt. Die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;13 Satz&nbsp;1 AO k&ouml;nnen nach dem Wortlaut des Gesetzes auch von Personen erf&uuml;llt werden, die in ihrer Eigenschaft als Organ einer juristischen Person t&auml;tig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect;&nbsp;13 Satz&nbsp;1 AO setzt ein Unternehmen und einen Vertreter voraus. Der Inhaber des dort genannten Unternehmens kann nach h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung nicht zugleich sein eigener (st&auml;ndiger) Vertreter sein (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 18.&nbsp;Dezember 1990 X&nbsp;R&nbsp;82\/89, BFHE 163, 360, BStBl II 1991, 395). Der Vertreterbegriff verlangt, dass der Vertreter anstelle des Unternehmers Handlungen vornimmt, die in dessen Betrieb anfallen. Erforderlich ist demnach die Personenverschiedenheit von Unternehmer und (st&auml;ndigem) Vertreter. Aus dieser zu einem Einzelunternehmer ergangenen Rechtsprechung kann entgegen der Vorinstanz und weiten Teilen der finanzgerichtlichen Rechtsprechung (Urteile des Nieders&auml;chsischen FG vom 4.&nbsp;Juli 1991 VI&nbsp;480\/89, Recht der internationalen Wirtschaft &#8211;RIW&#8211; 1991, 1055; des FG Rheinland-Pfalz vom 17.&nbsp;September 1997&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;2438\/95, EFG 1998, 576; des FG D&uuml;sseldorf vom 16.&nbsp;Januar 2003&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;8624\/99&nbsp;K, EFG 2003, 1125) und des Schrifttums (vgl. z.B. Roth in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;49 EStG Rz&nbsp;232; Hidien in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;49 Rz&nbsp;D&nbsp;1549; Klein\/Gersch, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;2; Boergen, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2003, 798) nicht gefolgert werden, dass es im Falle der T&auml;tigkeit des Organs einer juristischen Person an dieser Personenverschiedenheit fehlt. Diese Ansicht st&uuml;tzt sich auf die zivilrechtliche Qualifikation des Organhandelns, nach der das Handeln der Organe der juristischen Person wie Eigenhandeln zugerechnet wird (vgl. Palandt\/ Ellenberger, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 77.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;26 Rz&nbsp;2, &sect;&nbsp;31 Rz&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu ber&uuml;cksichtigen ist hierbei allerdings, dass die Organtheorie bereits im Zivilrecht nicht die Anwendung der Vertretungsvorschriften hindert (&sect;&sect;&nbsp;164&nbsp;ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs; vgl. K.&nbsp;Schmidt, Gesellschaftsrecht, 5.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10&nbsp;II). Entscheidend tritt hinzu, dass nach dem Wortlaut der AO Organhandeln als Vertreterhandeln anzusehen ist, wie z.B. die Regelungen in &sect;&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 und 79 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO zeigen. Schlie&szlig;lich spricht gegen die Geltung der Organtheorie (i.S. eines ausschlie&szlig;lichen Eigenhandelns der juristischen Person) der Umstand, dass ausl&auml;ndische Unternehmen im Wesentlichen den Adressatenkreis des &sect;&nbsp;13 AO bilden und ausl&auml;ndische Rechtsordnungen diese Theorie h&auml;ufig nicht kennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die von &sect;&nbsp;13 Satz&nbsp;1 AO weiter vorausgesetzte Gesch&auml;ftsbesorgung erfasst begrifflich auch die gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden T&auml;tigkeiten eines Organs. Besorgen hat im allgemeinen Sprachgebrauch u.a. die Bedeutung von &quot;erledigen&quot;, &quot;sich um jemanden oder etwas k&uuml;mmern&quot;, &quot;(einen Auftrag) ausf&uuml;hren&quot; (vgl. Duden Online-W&ouml;rterbuch, www.duden.de). Die in Satz&nbsp;2 des &sect;&nbsp;13 AO genannten Regelbeispiele f&uuml;r gesch&auml;ftsbesorgende T&auml;tigkeiten (Vertr&auml;ge abschlie&szlig;en oder Auftr&auml;ge einholen) haben im Kern dieselbe Bedeutung. Auch die Person, die als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Kapitalgesellschaft t&auml;tig wird, erledigt in diesem Sinne deren Gesch&auml;fte, f&uuml;hrt f&uuml;r sie Auftr&auml;ge aus oder holt Auftr&auml;ge f&uuml;r sie ein (vgl. Buciek in Gocke\/Gosch\/Lang [Hrsg.], K&ouml;rperschaftsteuer, Internationales Steuerrecht, Doppelbesteuerung, Festschrift f&uuml;r Franz Wassermeyer, 2005, S.&nbsp;289&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Schlie&szlig;lich kann ein Organ der Kapitalgesellschaft bei entsprechender Intensit&auml;t sowohl nachhaltig f&uuml;r das Unternehmen t&auml;tig sein als auch dessen Sachweisungen unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach deutschem Gesellschaftsrecht kann es keinem Zweifel unterliegen, dass etwa der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer deutschen GmbH den Weisungen der Gesellschafter unterworfen ist (Kleindiek in Lutter\/Hommelhoff, GmbH-Gesetz, 19.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;37 Rz&nbsp;17&nbsp;ff.). Im Bereich des &sect;&nbsp;13 AO geht es allerdings im Kern nicht um gesellschaftsrechtliche Weisungsbefugnisse. Das Tatbestandsmerkmal der Weisungsgebundenheit soll vielmehr sicherstellen, dass das Handeln des Vertreters durch den Willen und die Entscheidungen des Unternehmers bestimmt wird. Nur unter dieser Voraussetzung ist es gerechtfertigt, f&uuml;r die Besteuerung des Unternehmers an die T&auml;tigkeit des Vertreters anzukn&uuml;pfen (vgl. Senatsurteil vom 12.&nbsp;April 1978 I&nbsp;R&nbsp;136\/77, BFHE 125, 157, BStBl II 1978, 494; Musil in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;13 AO Rz&nbsp;5a). Die Ma&szlig;geblichkeit des unternehmerischen Willens wird aber auch im Verh&auml;ltnis zwischen Organ und unternehmenstragender juristischer Person gewahrt, sei es durch die ohnehin gegebene Einheitlichkeit der Willensbildung i.S. der zivilrechtlichen Organtheorie oder durch das Bestehen gesellschaftsrechtlicher Weisungsbefugnisse gegen&uuml;ber dem Organ.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Entstehungsgeschichte des &sect;&nbsp;13 AO und der damit in Zusammenhang stehenden Regelungen der beschr&auml;nkten K&ouml;rperschaftsteuerpflicht (dazu ausf&uuml;hrlich Senatsurteil vom 28.&nbsp;Juni 1972 I&nbsp;R&nbsp;35\/70, BFHE 106, 206, BStBl II 1972, 785, m.w.N.) geben keinen Anhalt daf&uuml;r, dass Organe von Kapitalgesellschaften keine st&auml;ndigen Vertreter sein k&ouml;nnten. Die Gesetzesmaterialien schweigen zu dieser Frage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch die teleologische Auslegung gebietet keine Verengung des Begriffs des st&auml;ndigen Vertreters. Die mit dem Gesetz zur &Auml;nderung des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes vom 8.&nbsp;April 1922 (RGBl I, 351) eingef&uuml;hrte Vertreterregelung bezweckte eine wirtschaftliche Gleichbehandlung solcher ausl&auml;ndischer Firmen, die &uuml;ber eine inl&auml;ndische Betriebsst&auml;tte verf&uuml;gten und deshalb bereits der beschr&auml;nkten K&ouml;rperschaftsteuerpflicht unterlagen, mit solchen ausl&auml;ndischen, Inlandseink&uuml;nfte erzielenden Unternehmen, die zwar keine Betriebsst&auml;tte hatten, aber in wirtschaftlich vergleichbarer Weise im Inland durch einen selbst&auml;ndigen Gewerbetreibenden als Generalagenten oder einen regelm&auml;&szlig;ig sich im Inland aufhaltenden Vertreter Gesch&auml;fte betreiben. Damit sollte dem Vorhandensein einer st&auml;ndigen Gesch&auml;ftseinrichtung als gegenst&auml;ndlichem Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r die Begr&uuml;ndung der Steuerpflicht die regelm&auml;&szlig;ige Inlandst&auml;tigkeit einer f&uuml;r das Unternehmen handelnden Person als gleichwertiger personeller Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r die Begr&uuml;ndung der Steuerpflicht beigef&uuml;gt werden (RTDrucks 1921 Nr.&nbsp;2867, S.&nbsp;6, Band&nbsp;369 der Verhandlungen des Reichstages). Einen solchen hinreichenden personellen Ankn&uuml;pfungspunkt vermag die T&auml;tigkeit eines Prokuristen oder eines Handlungsbevollm&auml;chtigten des Unternehmens zu begr&uuml;nden, erst recht aber ein st&auml;ndig im Inland gesch&auml;ftlich aktiv t&auml;tiges Organ der Kapitalgesellschaft (Buciek, a.a.O.; Urteilsanmerkung von FW, IStR 1999, 405).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit der Wortlaut des &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG (i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;1, 8 Abs.&nbsp;1 KStG) verlangt, dass der st&auml;ndige Vertreter f&uuml;r den dort genannten Gewerbebetrieb bestellt sein muss, ergeben sich keine Einschr&auml;nkungen im Hinblick auf das Handeln von Organen. Denn mit dem Begriff des Bestelltseins wird vom Gesetzgeber ebenfalls lediglich ausgedr&uuml;ckt, dass der st&auml;ndige Vertreter auf eine gewisse Dauer damit betraut sein muss, anstelle des ausl&auml;ndischen Unternehmers Handlungen nach dessen Weisungen vorzunehmen (Senatsurteil in BFHE 106, 206, BStBl II 1972, 785). Ein solches Betrautsein kann auch bei (Mit-)Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern von Kapitalgesellschaften, die z.B. ein bestimmtes Land als Absatzmarkt betreuen, anzunehmen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im zweiten Rechtsgang wird das FG, das unausgesprochen den Typenvergleich zwischen der luxemburgischen Kl&auml;gerin und einer der in &sect;&nbsp;1 KStG genannten K&ouml;rperschaften bisher bejaht hat, weitere Feststellungen zur Frage der beschr&auml;nkten K&ouml;rperschaftsteuerpflicht zu treffen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) So werden die tats&auml;chlichen Feststellungen zum Merkmal der Nachhaltigkeit der Gesch&auml;ftsbesorgungen des M bezogen auf jedes einzelne der Streitjahre zu pr&auml;zisieren sein. Bisher kam es auf diesen Gesichtspunkt nach dem vom FG eingenommenen Rechtsstandpunkt nicht entscheidend an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachhaltig ist eine Gesch&auml;ftsbesorgung dann, wenn sie mit einer gewissen Plan- und Regelm&auml;&szlig;igkeit erfolgt. Das setzt grunds&auml;tzlich ein wiederholtes, mehr als kurzfristiges T&auml;tigwerden auf der Grundlage eines im Voraus gefassten Willensentschlusses voraus (vgl. Buciek in Gosch, AO &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;8; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;13 AO Rz&nbsp;7; &auml;hnlich Musil in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;13 AO Rz&nbsp;9). Dies folgt aus der erg&auml;nzenden Funktion des &sect;&nbsp;13 AO (vgl. BTDrucks VI\/1982, S.&nbsp;104) gegen&uuml;ber der Betriebsst&auml;ttenregelung in &sect;&nbsp;12 AO. Hier wie dort rechtfertigt allein eine (sachliche oder personelle) Inlandspr&auml;senz von einigem Gewicht den deutschen Besteuerungszugriff. Deshalb gen&uuml;gen vereinzelte, gelegentliche oder vor&uuml;bergehende Entsendungen von Vertretern einer ausl&auml;ndischen Firma ins Inland nicht (so schon Bescheid des Reichsfinanzhofs vom 29.&nbsp;Juni 1934 I&nbsp;A&nbsp;56\/33, RStBl 1934, 1125). Was die zeitliche Intensit&auml;t der Inlandst&auml;tigkeit angeht, so kommt es neben der Gesamtdauer der inl&auml;ndischen Aufenthalte insbesondere auch auf deren Regelm&auml;&szlig;igkeit an, so dass etwa eine Person, die &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum hinweg jede Woche oder mehrmals im Monat immer wieder das Inland aufsucht, um Auftr&auml;ge hereinzuholen oder Auslieferungen vorzunehmen, als st&auml;ndiger Vertreter anzusehen ist (gl.A. Musil, a.a.O.; Buciek, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2006, 124).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hieran ankn&uuml;pfend wird die Vorinstanz erstmalige Feststellungen zur H&ouml;he der beschr&auml;nkt k&ouml;rperschaftsteuerpflichtigen Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin zu treffen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Sodann wird das FG der Frage nachzugehen haben, ob und inwieweit das DBA-Luxemburg 1958\/1973 den deutschen Besteuerungszugriff begrenzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat weist diesbez&uuml;glich darauf hin, dass auch das Organ einer Kapitalgesellschaft eine sogenannte Vertreterbetriebsst&auml;tte i.S. des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c DBA-Luxemburg 1958\/1973 begr&uuml;nden kann (gl.A. Urteile des FG M&uuml;nchen vom 28.&nbsp;Mai 1998&nbsp;&nbsp;7&nbsp;V&nbsp;1\/98, EFG 1998, 1491; des FG M&uuml;nster vom 24.&nbsp;Mai 2004&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;5177\/99&nbsp;K, EFG 2004, 1498; Wassermeyer\/Kaeser in Wassermeyer, MA Art.&nbsp;5 Rz&nbsp;197 und 201b; Hruschka in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, DBA, Art.&nbsp;5 Rz&nbsp;132; Buciek, a.a.O.; Herlinghaus, EFG 2004, 1500; Heu&szlig;ner, IStR 2004, 161; a.A. Urteile des FG D&uuml;sseldorf vom 16.&nbsp;Januar 2003&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;8624\/99&nbsp;K, EFG 2003, 1125; des Nieders&auml;chsischen FG vom 4.&nbsp;Juli 1991 VI&nbsp;480\/89, RIW 1991, 1055; G&ouml;rl in Vogel\/Lehner, DBA, 6.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;5 Rz&nbsp;115; Haase in Haase, Au&szlig;ensteuergesetz\/Doppelbesteuerungsabkommen, 3.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;5 MA Rz&nbsp;154; Boergen, IStR 2003, 798; Leidel, IStR 2016, 823). Der dort verwendete Vollmachtsbegriff erfasst auch die F&auml;lle der gesetzlichen oder satzungsm&auml;&szlig;igen Vertretungsmacht (Wassermeyer\/ Kaeser, a.a.O.; Herlinghaus, a.a.O.). Aus den im angegriffenen Urteil konkret in Bezug genommenen Feststellungen in dem vor dem FG gef&uuml;hrten Parallelverfahren wegen Einkommensteuer des M ergibt sich &uuml;berdies, dass M Lohneink&uuml;nfte bezogen hat. Bei Bestehen eines Anstellungsverh&auml;ltnisses handelt der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer f&uuml;r die juristische Person ohnehin im Zweifel auf der Grundlage des Anstellungsvertrages, also mit rechtsgesch&auml;ftlich erteilter Vertretungsmacht (Wassermeyer\/Kaeser in Wassermeyer, MA Art.&nbsp;5 Rz&nbsp;201b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Hinsichtlich des Merkmals der &quot;gew&ouml;hnlichen Vollmachtsaus&uuml;bung&quot; i.S. des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c DBA-Luxemburg 1958\/1973 wird das FG die Grunds&auml;tze des Senatsurteils vom 3.&nbsp;August 2005 I&nbsp;R&nbsp;87\/04 (BFHE 211, 123, BStBl II 2006, 220) zu ber&uuml;cksichtigen haben, das zu einer vergleichbaren abkommensrechtlichen Regelung ergangen ist. Wie bei dem Merkmal der Nachhaltigkeit in &sect;&nbsp;13 AO kommt dem Umstand der Regelm&auml;&szlig;igkeit neben der Zeitdauer erhebliche Bedeutung zu. Ob hiernach der Umfang der Inlandst&auml;tigkeiten und -aufenthalte des M die Annahme einer gew&ouml;hnlichen Vollmachtsaus&uuml;bung in den Streitjahren rechtfertigt, ist eine Frage, die im Wesentlichen auf tats&auml;chlichem Gebiet liegt und daher vom FG zu beantworten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.10.2018, I R 54\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.231018.IR54.16.0 Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Kapitalgesellschaft als st&auml;ndiger Vertreter Leits&auml;tze Organe von juristischen Personen k&ouml;nnen st&auml;ndige Vertreter i.S. des &sect; 13 AO sein. Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 15. Juni 2016&nbsp;&nbsp;1 K 1685\/14 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht Rheinland-Pfalz zur&uuml;ckverwiesen. 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