{"id":70641,"date":"2019-04-28T18:50:29","date_gmt":"2019-04-28T16:50:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70641"},"modified":"2019-04-28T18:50:29","modified_gmt":"2019-04-28T16:50:29","slug":"ix-r-20-17-vermietung-und-verpachtung-vorab-entstandene-werbungskosten-niessbrauch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-20-17-vermietung-und-verpachtung-vorab-entstandene-werbungskosten-niessbrauch\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;20\/17 &#8211; Vermietung und Verpachtung &#8211; vorab entstandene Werbungskosten &#8211; Nie&szlig;brauch"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.2.2019, IX R 20\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.190219.IXR20.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Vermietung und Verpachtung &#8211; vorab entstandene Werbungskosten &#8211; Nie&szlig;brauch<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Der Eigent&uuml;mer kann Aufwendungen f&uuml;r sein mit einem lebensl&auml;nglichen Nutzungsrecht eines Dritten belastetes Grundst&uuml;ck regelm&auml;&szlig;ig nicht als vorab entstandene Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung abziehen, solange ein Ende der Nutzung durch den Dritten nicht absehbar ist. Gr&uuml;nde, die eine unterschiedliche Behandlung von Erhaltungsaufwand und Schuldzinsen im Rahmen des Werbungskostenabzugs rechtfertigen k&ouml;nnten, bestehen insoweit nicht (Best&auml;tigung der Rechtsprechung).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 25. April 2017 5 K 763\/15 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Anschlussrevision des Kl&auml;gers wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger, Revisionsbeklagte und Anschlussrevisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist verheiratet und wurde im Jahr 2013 (Streitjahr) mit seiner Ehefrau zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Er erzielte neben Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit als Steuerberater auch Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erwarb am &#8230;&nbsp;1995 zusammen mit seiner Schwester im Wege der vorweggenommenen Erbfolge von seiner Mutter (geboren &#8230;&nbsp;1928) sowie am &#8230;&nbsp;2008 von seiner Tante (geboren &#8230;&nbsp;1930) ein bebautes Grundst&uuml;ck in X zu Miteigentum in H&ouml;he von je 50&nbsp;%. Die Mutter des Kl&auml;gers behielt sich und ihrem Ehemann den lebensl&auml;nglichen Nie&szlig;brauch vor. Die Tante des Kl&auml;gers behielt sich ebenfalls den lebensl&auml;nglichen Nie&szlig;brauch vor. Der Vater des Kl&auml;gers verstarb am &#8230;&nbsp;2011. Seither standen die Nie&szlig;brauchsrechte der Mutter und der Tante des Kl&auml;gers je zur H&auml;lfte zu, die beide in A wohnen und das Grundst&uuml;ck gemeinschaftlich vermieten. Bei dem Objekt handelt es sich um ein bebautes Grundst&uuml;ck in zentraler Innenstadtlage von X. Das Geb&auml;ude umfasst eine kleinere Ladeneinheit und sechs Mietwohnungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erwarb mit Kaufvertrag vom &#8230;&nbsp;2011 von seiner Schwester deren h&auml;lftigen Miteigentumsanteil an dem nie&szlig;brauchsbelasteten Grundst&uuml;ck zum Kaufpreis von 250.000&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung 2012 erkl&auml;rte der Kl&auml;ger bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung f&uuml;r diesen Grundst&uuml;cksanteil eine Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) in H&ouml;he von 1.674&nbsp;EUR (2&nbsp;% von 83.670&nbsp;EUR) sowie Schuldzinsen in H&ouml;he von 6.900&nbsp;EUR als vorab entstandene Werbungskosten. Die AfA berechnete der Kl&auml;ger aus den Anschaffungs- und Anschaffungsnebenkosten f&uuml;r den h&auml;lftigen Grundst&uuml;cksanteil in H&ouml;he von insgesamt 273.518&nbsp;EUR. Auf das Geb&auml;ude entfallen hiervon nach seiner Berechnung 30,59&nbsp;% (83.670&nbsp;EUR). Der Beklagte, Revisionskl&auml;ger und Anschlussrevisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte den Kl&auml;ger erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2013 vom 17.&nbsp;Dezember 2014 ber&uuml;cksichtigte das FA dagegen die als vorab entstandenen Werbungskosten erkl&auml;rte AfA in H&ouml;he von 1.674&nbsp;EUR und Schuldzinsen in H&ouml;he von 6.905&nbsp;EUR nicht mehr. Der Einspruch hatte keinen Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Februar 2015).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Mutter des Kl&auml;gers verstarb am &#8230;&nbsp;2015. Der Kl&auml;ger erzielt seit diesem Zeitpunkt neben seiner Tante Vermietungseink&uuml;nfte aus dem streitgegenst&auml;ndlichen Grundst&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA &auml;nderte den Einkommensteuerbescheid 2013 vom 17.&nbsp;Dezember 2014 mit Bescheid vom 29.&nbsp;November 2016 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung aus vorliegend nicht streitigen Gr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der gegen den Einkommensteuerbescheid 2013 erhobenen Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1733 ver&ouml;ffentlichten Urteil insoweit statt, als der Kl&auml;ger die Ber&uuml;cksichtigung von Schuldzinsen in H&ouml;he von 6.905&nbsp;EUR als vorab entstandene Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung f&uuml;r das Objekt in X beantragt hat. Soweit der Kl&auml;ger zudem die Ber&uuml;cksichtigung von AfA in H&ouml;he von 1.674&nbsp;EUR begehrt hat, wies das FG die Klage als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 25.&nbsp;April 2017&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;763\/15 aufzuheben und die Klage insgesamt abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen und das Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 25.&nbsp;April 2017&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;763\/15 aufzuheben und der Klage insgesamt stattzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt unter Aufhebung der Vorentscheidung zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass die vom Kl&auml;ger f&uuml;r den Erwerb des Grundst&uuml;cksanteils aufgewandten Schuldzinsen in H&ouml;he von 6.905&nbsp;EUR als vorab entstandene Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu ber&uuml;cksichtigen sind. Der Kl&auml;ger hat keinen Anspruch auf Abzug der geltend gemachten Schuldzinsen im Streitjahr, da der notwendige wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Aufwand und zuk&uuml;nftigen Einnahmen nicht gegeben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Werbungskosten i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sind alle Aufwendungen, die durch die Erzielung steuerpflichtiger Einnahmen veranlasst sind. Sie k&ouml;nnen schon anfallen, wenn mit dem Aufwand zusammenh&auml;ngende Einnahmen noch nicht erzielt werden. Voraussetzung f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung solcher vorab entstandener Werbungskosten ist, dass ein &#8211;anhand objektiver Umst&auml;nde feststellbarer&#8211; ausreichend bestimmter wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Aufwendungen und der Einkunftsart besteht, in deren Rahmen der Abzug begehrt wird. Dabei ist der zeitliche Zusammenhang zwischen Aufwendungen und sp&auml;terer Vermietung kein gesetzliches Tatbestandsmerkmal f&uuml;r den Abzug von Werbungskosten; ihm kommt jedoch indizielle Bedeutung zu. Nach der Rechtsprechung des Senats kann der Eigent&uuml;mer Aufwendungen f&uuml;r sein mit einem lebensl&auml;nglichen Nutzungsrecht eines Dritten belastetes Grundst&uuml;ck regelm&auml;&szlig;ig nicht als vorab entstandene Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung abziehen, solange ein Ende der Nutzung nicht absehbar ist (vgl. z.B. Senatsurteil vom 14.&nbsp;November 2007 IX&nbsp;R&nbsp;51\/06, juris, Rz&nbsp;11, m.w.N.; vgl. auch Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;Juni 1998 IX&nbsp;B&nbsp;47\/98, BFH\/NV 1998, 1346, m.w.N.). Daran h&auml;lt der Senat fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Die Vorentscheidung kann daher keinen Bestand haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Mutter und der Tante des Kl&auml;gers standen im Streitjahr ein lebensl&auml;nglicher Nie&szlig;brauch je zur H&auml;lfte an dem bebauten Grundst&uuml;ck in X zu; beide haben das Grundst&uuml;ck im Streitjahr auch gemeinschaftlich vermietet. Damit war vorliegend der notwendige wirtschaftliche Zusammenhang zwischen den geltend gemachten Schuldzinsen und zuk&uuml;nftigen Einnahmen nicht gegeben, da ein Ende der Nutzung nicht absehbar war und der Kl&auml;ger somit auch nicht in absehbarer Zeit mit Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung rechnen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat keine Umst&auml;nde festgestellt, wonach im Streitjahr ein Ende der Nutzung durch die Mutter und die Tante absehbar oder verbindlich zugesagt gewesen w&auml;re. Der Streitfall ist mithin nicht vergleichbar mit den Sachverhalten, die den Senatsurteilen vom 31.&nbsp;Mai 2000 IX&nbsp;R&nbsp;6\/96 (BFH\/NV 2001, 24), vom 6.&nbsp;September 2006 IX&nbsp;R&nbsp;13\/05 (BFH\/NV 2007, 406) und vom 25.&nbsp;Februar 2009 IX&nbsp;R&nbsp;3\/07 (BFH\/NV 2009, 1251) zugrunde lagen. Gr&uuml;nde, die eine unterschiedliche Behandlung von Erhaltungsaufwand (hierzu Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14.&nbsp;November 2007 IX&nbsp;R&nbsp;51\/06, a.a.O.) und gezahlten Schuldzinsen im Rahmen des Werbungskostenabzugs rechtfertigen k&ouml;nnten, bestehen insoweit nicht (vgl. bereits Senatsbeschluss in BFH\/NV 1998, 1346).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif. Die Klage ist nach Ma&szlig;gabe der vorstehenden Ausf&uuml;hrungen abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anschlussrevision des Kl&auml;gers ist als unzul&auml;ssig zu verwerfen, da sie weder bis zum Ablauf eines Monats nach der Zustellung der Revisionsbegr&uuml;ndung des FA erkl&auml;rt noch innerhalb dieses Zeitraums begr&uuml;ndet worden ist (vgl. &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;554 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2, Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das Revisionsbegehren des Kl&auml;gers in seinem Schriftsatz vom 16.&nbsp;November 2017 ist als Anschlussrevision zu werten, soweit er unter Aufhebung der Vorentscheidung sein urspr&uuml;ngliches Klagebegehren weiterverfolgt (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 15.&nbsp;M&auml;rz 1994 IX&nbsp;R&nbsp;6\/91, BFHE 174, 4, BStBl II 1994, 599, unter 2., und BFH-Urteil vom 23.&nbsp;April 2015 V&nbsp;R&nbsp;32\/14, BFH\/NV 2015, 1106, Rz&nbsp;16, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Zul&auml;ssigkeit einer Anschlussrevision setzt jedoch u.a. voraus, dass sie innerhalb eines Monats nach Zustellung der Revisionsbegr&uuml;ndung eingelegt und begr&uuml;ndet wird (&sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;554 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2, Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ZPO). Diese Frist kann &#8211;anders als die Frist zur Erwiderung auf die Revisionsbegr&uuml;ndung&#8211; nicht verl&auml;ngert werden (z.B. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;September 2014 III&nbsp;R&nbsp;36\/12, BFHE 247, 488, BStBl II 2015, 286, Rz&nbsp;28, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revisionsbegr&uuml;ndung des FA vom 20.&nbsp;September 2017 ist dem Kl&auml;ger ausweislich des Empfangsbekenntnisses am Mittwoch, 27.&nbsp;September 2017, zugestellt worden. Der Schriftsatz des Kl&auml;gers vom 16.&nbsp;November 2017, der die Anschlussrevision und deren Begr&uuml;ndung enth&auml;lt, ist beim BFH jedoch erst am Montag, 20.&nbsp;November 2017, eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO) wegen der Vers&auml;umung dieser Frist kommt nicht in Betracht, da der Kl&auml;ger weder einen dahingehenden Antrag gestellt hat noch sonstige Gr&uuml;nde ersichtlich sind, die eine Wiedereinsetzung rechtfertigen k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Zwar ist eine unzul&auml;ssige Revision grunds&auml;tzlich durch Beschluss zu verwerfen (vgl. &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 FGO). Hat aber einer der Beteiligten eine zul&auml;ssige Revision, der andere Beteiligte eine unzul&auml;ssige Anschlussrevision eingelegt, kann der Senat insgesamt &uuml;ber beide Revisionen durch Urteil entscheiden (vgl. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Juni 2012 IV&nbsp;R&nbsp;42\/11, BFH\/NV 2012, 1927, Rz&nbsp;27, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">IV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.2.2019, IX R 20\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.190219.IXR20.17.0 Vermietung und Verpachtung &#8211; vorab entstandene Werbungskosten &#8211; Nie&szlig;brauch Leits&auml;tze NV: Der Eigent&uuml;mer kann Aufwendungen f&uuml;r sein mit einem lebensl&auml;nglichen Nutzungsrecht eines Dritten belastetes Grundst&uuml;ck regelm&auml;&szlig;ig nicht als vorab entstandene Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung abziehen, solange ein Ende der Nutzung durch den Dritten nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-20-17-vermietung-und-verpachtung-vorab-entstandene-werbungskosten-niessbrauch\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;20\/17 &#8211; Vermietung und Verpachtung &#8211; vorab entstandene Werbungskosten &#8211; Nie&szlig;brauch<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70641","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70641"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70641\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}