{"id":70682,"date":"2019-05-03T11:44:18","date_gmt":"2019-05-03T09:44:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70682"},"modified":"2019-05-03T11:44:18","modified_gmt":"2019-05-03T09:44:18","slug":"x-r-42-16-fehlende-formelle-beschwer-der-revision-gemeinnuetzige-betriebskapitalgesellschaft-und-betriebsaufspaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-42-16-fehlende-formelle-beschwer-der-revision-gemeinnuetzige-betriebskapitalgesellschaft-und-betriebsaufspaltung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;42\/16 &#8211; Fehlende formelle Beschwer der Revision; Gemeinn&uuml;tzige Betriebskapitalgesellschaft und Betriebsaufspaltung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.2.2019, X R 42\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.190219.XR42.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Fehlende formelle Beschwer der Revision; Gemeinn&uuml;tzige Betriebskapitalgesellschaft und Betriebsaufspaltung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die f&uuml;r die zul&auml;ssige Erhebung eines Rechtsmittels erforderliche Beschwer ist nicht gegeben, wenn das FG dem Klagebegehren, wie es in dem in der m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellten Antrag zum Ausdruck gekommen ist, entsprochen hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Der Annahme einer Betriebsaufspaltung steht weder entgegen, dass die Betriebskapitalgesellschaft allein kraft ihrer Rechtsform als Gewerbebetrieb anzusehen ist, noch dass deren T&auml;tigkeit von der Gewerbesteuer befreit ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 15. Juni 2016&nbsp;&nbsp;3 K 719\/15 wegen Gewerbesteuermessbetrag 2010 bis 2012 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 15. Juni 2016&nbsp;&nbsp;3 K 719\/15 wegen Einkommensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag 2010 bis 2012 wird als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens des Kl&auml;gers wegen Gewerbesteuermessbetrag 2010 bis 2012 hat der Kl&auml;ger zu tragen, die Kosten des Revisionsverfahrens der Kl&auml;ger wegen Einkommensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag 2010 bis 2012 haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden in den Streitjahren 2010 bis 2012 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger hielt seit deren Gr&uuml;ndung im Jahr 1999&nbsp;&nbsp;90&nbsp;% der Anteile der &#8230; gemeinn&uuml;tzige GmbH (GmbH). Er war ihr alleinvertretungsberechtigter und von den Beschr&auml;nkungen nach &sect;&nbsp;181 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs befreiter Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer. Die GmbH betrieb eine private Berufsschule auf dem gepachteten Grundst&uuml;ck. Eigent&uuml;mer dieses Grundst&uuml;cks war in den Streitjahren der Kl&auml;ger. Die GmbH ist nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) von der Gewerbesteuer befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seit der steuerlichen Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 1996 bis 1998 ist der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) der Ansicht, dass der Kl&auml;ger mit der Verpachtung des Grundst&uuml;cks an die GmbH eine Betriebsaufspaltung begr&uuml;ndet habe. Aus diesem Grunde qualifizierte das FA die Eink&uuml;nfte aus der Vermietung und Verpachtung des Grundst&uuml;cks f&uuml;r die Streitjahre in gewerbliche Eink&uuml;nfte um, &auml;nderte die entsprechenden Einkommensteuerbescheide und erlie&szlig; (erstmals) Gewerbesteuermessbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte in Bezug auf die Gewerbesteuermessbescheide insoweit Erfolg, als das Finanzgericht (FG) in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 412 ver&ouml;ffentlichten Urteil die im Rahmen der Betriebsaufspaltung anzusetzenden gewerblichen Verpachtungseink&uuml;nfte aufgrund der sog. Merkmals&uuml;bertragung als von der Gewerbesteuer befreit ansah. Die Klage hinsichtlich der Einkommensteuerfestsetzungen verwarf das FG mangels Beschwer hingegen als unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision machen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts geltend. Sie seien insoweit auch (weiterhin) beschwert, da wegen der Qualifizierung der Eink&uuml;nfte als gewerbliche zum einen Gewerbesteuermessbetr&auml;ge festgesetzt worden seien und zum anderen das Grundst&uuml;ck aufgrund der vom FA angenommenen Betriebsaufspaltung steuerverhaftet sei. Unabh&auml;ngig von der Frage, inwieweit f&uuml;r die Rechtsfigur der Betriebsaufspaltung &uuml;berhaupt eine Rechtsgrundlage gegeben sei, scheide diese schon deshalb aus, weil die GmbH gemeinn&uuml;tzig sei. Soweit das FG von Gewerbesteuermessbetr&auml;gen f&uuml;r die Streitjahre von 0&nbsp;EUR ausgehe, sei dem Kl&auml;gerbegehren nicht entsprochen worden, da die Gewerbesteuermessbescheide nicht aufgehoben worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide 2010 bis 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;Oktober 2015 dahingehend zu &auml;ndern, dass die gewerblichen Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers in Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung umqualifiziert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig; dar&uuml;ber hinaus,<br \/>die Gewerbesteuermessbescheide 2010 bis 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;Oktober 2015 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist unzul&auml;ssig, soweit sie die Aufhebung der Gewerbesteuermessbetr&auml;ge 2010 bis 2012 betrifft (unter 1.). Da die Revision der Kl&auml;ger zul&auml;ssig ist (unter 2.), ist &uuml;ber das Rechtsmittel einheitlich durch Urteil zu entscheiden (vgl. nur Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27.&nbsp;April 2005 II&nbsp;R&nbsp;52\/02, BFHE 210, 507, BStBl II 2005, 892, Rz&nbsp;11, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision des Kl&auml;gers ist, soweit sie sich gegen die Gewerbesteuermessbescheide f&uuml;r die Streitjahre richtet, unzul&auml;ssig, da er formell nicht (weiter) beschwert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Voraussetzung f&uuml;r die Zul&auml;ssigkeit einer Revision ist u.a., dass der Revisionskl&auml;ger durch die von ihm angefochtene Entscheidung formell beschwert ist (vgl. nur BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Juni 1976 IV&nbsp;R&nbsp;236\/71, BFHE 120, 348, BStBl II 1977, 62, unter 1.a). Andernfalls fehlt es am erforderlichen Rechtsschutzbed&uuml;rfnis. Die formelle Beschwer ist nur gegeben, soweit das FG dem Klagebegehren nicht voll entsprochen hat (vgl. nur Senatsbeschluss vom 15.&nbsp;Mai 2013 X&nbsp;R&nbsp;27\/11, BFH\/NV 2013, 1583, Rz&nbsp;5, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat f&uuml;r die Streitjahre die Gewerbesteuermessbetr&auml;ge auf null herabgesetzt. Dies entsprach dem in der m&uuml;ndlichen Verhandlung zu Protokoll erkl&auml;rten Kl&auml;gerantrag, so dass dem Kl&auml;gerbegehren in vollem Umfang entsprochen worden ist. Ein dar&uuml;ber hinausgehendes Begehren des Kl&auml;gers ist nicht erkennbar. Zwar hatte der Kl&auml;ger in der Klageschrift angek&uuml;ndigt, die ersatzlose Aufhebung der Gewerbesteuermessbescheide zu beantragen, da aus seiner Sicht kein gewerbliches Einzelunternehmen vorliegen k&ouml;nne. An diesem Begehren hat der fachkundig vertretene Kl&auml;ger jedoch ausweislich des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht mehr festgehalten. Von der Richtigkeit des Protokolls ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;94 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;165 der Zivilprozessordnung auszugehen (vgl. insoweit nur BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;Dezember 2012 III&nbsp;B&nbsp;95\/12, BFH\/NV 2013, 768, Rz&nbsp;17, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. In Bezug auf die Einkommensteuerfestsetzungen der Streitjahre hat das FG die Klage zu Recht als unzul&auml;ssig verworfen. Die Revision der Kl&auml;ger ist damit zwar zul&auml;ssig, jedoch unbegr&uuml;ndet (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;ger im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzungen den Ansatz von gewerblichen Eink&uuml;nften aufgrund einer vom FA und FG angenommenen Betriebsaufspaltung r&uuml;gen, leiten sie ihre Beschwer allein daraus her, dass das an die GmbH verpachtete Grundst&uuml;ck im Fall der sp&auml;teren Ver&auml;u&szlig;erung steuerverhaftet sei. Eine bereits in den Streitjahren der H&ouml;he nach abweichende Festsetzung der Einkommensteuer machen sie nicht geltend. Somit fehlt es in den Streitjahren, ausgehend vom Grundsatz der Abschnittsbesteuerung (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;7 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitzeitraum ma&szlig;geblichen Fassung &#8211;EStG&#8211;), an der Geltendmachung einer Beschwer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zutreffend hat das FG &#8211;darauf weist der Senat ausdr&uuml;cklich erg&auml;nzend hin&#8211; eine Betriebsaufspaltung zwischen der GmbH und dem Kl&auml;ger in den Streitjahren angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Betriebsaufspaltung setzt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH voraus, dass das vermietende Besitzunternehmen mit dem mietenden Betriebsunternehmen sachlich und personell verflochten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine personelle Verflechtung ist gegeben, wenn eine Person oder Personengruppe beide Unternehmen in der Weise beherrscht, dass sie in der Lage ist, in beiden Unternehmen einen einheitlichen Gesch&auml;fts- und Bet&auml;tigungswillen durchzusetzen (vgl. etwa Senatsurteil vom 25.&nbsp;Januar 2017 X&nbsp;R&nbsp;45\/14, BFH\/NV 2017, 1039, Rz&nbsp;27, m.w.N.). Diese Voraussetzungen sind hier erf&uuml;llt, da der Kl&auml;ger in den Streitjahren 90&nbsp;% der Anteile an der GmbH hielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Voraussetzung der sachlichen Verflechtung in Gestalt der &Uuml;berlassung einer wesentlichen Betriebsgrundlage ist ebenfalls erf&uuml;llt, da der Kl&auml;ger in den Streitjahren der GmbH ein B&uuml;ro- oder Verwaltungsgeb&auml;ude &uuml;berlie&szlig;. B&uuml;ror&auml;ume sind im Regelfall als wesentliche Betriebsgrundlage anzusehen. Dies gilt insbesondere f&uuml;r ganze B&uuml;rogeb&auml;ude (vgl. nur Senatsurteil vom 29.&nbsp;November 2017 X&nbsp;R&nbsp;34\/15, BFH\/NV 2018, 623, Rz&nbsp;39, m.w.N.), und erst recht, wenn &#8211;wie hier&#8211; der Gesch&auml;ftsbetrieb der Betriebs-Kapitalgesellschaft, vorliegend der Berufsschulbetrieb, im vermieteten Geb&auml;ude ausge&uuml;bt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Annahme einer Betriebsaufspaltung steht nicht entgegen, wenn die Betriebs-Kapitalgesellschaft allein kraft ihrer Rechtsform als Gewerbebetrieb anzusehen ist (Senatsurteil vom 22.&nbsp;Juni 2016 X&nbsp;R&nbsp;54\/14, BFHE 254, 354, BStBl II 2017, 529, Rz&nbsp;20). Ohne Bedeutung ist dabei, ob die Betriebs-Kapitalgesellschaft von der Gewerbesteuer befreit ist. Zwar hat die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung die Steuerbefreiung einer Betriebs-Kapitalgesellschaft im Wege der &quot;Merkmals&uuml;bertragung&quot; auf das Besitzunternehmen ausgedehnt (vgl. nur Senatsurteil in BFHE 254, 354, BStBl II 2017, 529, Rz&nbsp;28, m.w.N.). Davon losgel&ouml;st ist jedoch die Frage zu beurteilen, ob eine Betriebsaufspaltung (dem Grunde nach) vorliegt. Denn die Merkmals&uuml;bertragung der Steuerbefreiung auf das Besitzunternehmen geht denklogisch von der Existenz einer Betriebsaufspaltung aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In Abwendung von der bis dahin in der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung herrschenden Vorstellung vom Besitz- und Betriebsunternehmen als einem in wirtschaftlicher Betrachtung einheitlichen Unternehmen hat der Gro&szlig;e Senat des BFH in seinem Beschluss vom 8.&nbsp;November 1971 GrS&nbsp;2\/71 (BFHE 103, 440, BStBl II 1972, 63, unter V.4.) im Fall der Betriebsaufspaltung zwar die (ertragsteuer-)rechtliche Selbst&auml;ndigkeit von Besitz- und Betriebsunternehmen angenommen, die T&auml;tigkeit des Besitzunternehmers aber als eine von der T&auml;tigkeit eines normalen Vermieters zu unterscheidende hervorgehoben und diese im Einklang mit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 14.&nbsp;Januar 1969&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;136\/62 (BVerfGE 25, 28, BStBl II 1969, 389, unter B.1.c) als gewerblich qualifiziert. Die &quot;genuin&quot; verm&ouml;gensverwaltende T&auml;tigkeit der Vermietung und Verpachtung beim Besitzunternehmen ist deshalb als gewerblich anzusehen, weil das Besitzunternehmen sachlich und personell mit dem gewerblich t&auml;tigen Betriebsunternehmen verflochten und das Besitzunternehmen als Folge dieser wirtschaftlichen Verflochtenheit &quot;&uuml;ber das Betriebsunternehmen am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt&quot; bzw. &quot;&uuml;ber das Betriebsunternehmen auf die Aus&uuml;bung einer gewerblichen Bet&auml;tigung gerichtet ist&quot; (Senatsurteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2006 X&nbsp;R&nbsp;59\/00, BFHE 213, 50, BStBl II 2006, 661, unter II.3.b, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese so begr&uuml;ndete gewerbliche T&auml;tigkeit des Besitzunternehmens ist von der Frage, inwieweit eine Gewerbesteuerbefreiung der Betriebsgesellschaft auch f&uuml;r das Besitzunternehmen gilt, zu unterscheiden. Denn selbst im Fall einer solchen im Wege der &quot;Merkmals&uuml;bertragung&quot; angenommenen Gewerbesteuerfreiheit der Vermietungs- und Verpachtungst&auml;tigkeit des Besitzunternehmens entfallen nicht die weiteren Folgen der Betriebsaufspaltung. So bleiben neben der Umqualifizierung der Eink&uuml;nfte des Besitzunternehmens in &#8211;gewerbesteuerbefreite&#8211; gewerbliche Eink&uuml;nfte auch die zur Nutzung &uuml;berlassenen Wirtschaftsg&uuml;ter weiterhin Betriebsverm&ouml;gen des Besitzunternehmens (vgl. nur BFH-Urteil vom 20.&nbsp;August 2015 IV&nbsp;R&nbsp;26\/13, BFHE 251, 53, BStBl II 2016, 408, Rz&nbsp;24, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Liegt, wie hier, eine gemeinn&uuml;tzige (&sect;&sect;&nbsp;51 bis 68 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) und damit nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 GewStG steuerfreie T&auml;tigkeit des Betriebsunternehmens vor, kann es folglich lediglich zu einer Gewerbesteuerfreiheit der T&auml;tigkeit des Besitzunternehmens im Wege der Merkmals&uuml;bertragung zwischen den beiden Unternehmen der Betriebsaufspaltung kommen, nicht jedoch zu einem Absehen von der Anwendung der Rechtsfigur der Betriebsaufspaltung an sich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Verfassungsrechtliche Bedenken in Bezug auf das Rechtsinstitut der Betriebsaufspaltung bestehen nicht (vgl. nur Senatsurteil vom 10.&nbsp;Mai 2016 X&nbsp;R&nbsp;5\/14, BFH\/NV 2017, 8, Rz&nbsp;28&nbsp;ff., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Senat entscheidet mit Einverst&auml;ndnis der Beteiligten ohne m&uuml;ndliche Verhandlung (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.2.2019, X R 42\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.190219.XR42.16.0 Fehlende formelle Beschwer der Revision; Gemeinn&uuml;tzige Betriebskapitalgesellschaft und Betriebsaufspaltung Leits&auml;tze 1. NV: Die f&uuml;r die zul&auml;ssige Erhebung eines Rechtsmittels erforderliche Beschwer ist nicht gegeben, wenn das FG dem Klagebegehren, wie es in dem in der m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellten Antrag zum Ausdruck gekommen ist, entsprochen hat. 2. NV: Der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-42-16-fehlende-formelle-beschwer-der-revision-gemeinnuetzige-betriebskapitalgesellschaft-und-betriebsaufspaltung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;42\/16 &#8211; Fehlende formelle Beschwer der Revision; Gemeinn&uuml;tzige Betriebskapitalgesellschaft und Betriebsaufspaltung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70682","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70682"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70682\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}